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Full text of "Verhandlungen der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Österreich"

Verhandluiiffen 

So 

der kaiserlich-königlichen 

oologisch-botanischen Gesellscf 

in Wien. 

Herausgegeben von der Gfesellscliaf't. 
XXXVL Band. 

Mit 12 Tafeln und 9 Holzschnitten. 

Ausgegeben Ende December 1886. 



Wien, 1886. 

im Iiilaiidc besorgt diircli A. Holder, k. k. Ilol- und Univcrsifcäls-Biidiliiiiidici- 
Für das Aiisliiiul in Kommission bei F. A. Brockhaus in Leipzig. 

Dmck von Adolf TTolzTi;ui.scn. 
K. k. Tlof- und Univcrsitäts Buchdrucker in Wien, 



Inhalt. 



Seite 

Stand der Gesellschaft am Ende des Jahres 1886 VJl 

Lehranstalten und Bibliotheken, welche die Gesellschaftsschriften beziehen XXXIX 
Wissenschaftliche Anstalten und Vereine, mit welchen Schriftentausch 

stattfindet XLI 

Periodische Schriften, welche von der Gesellschaft angekauft werden . XLVIII 



Sitzungsberichte. 



Monatsversamralung am 13. Jänner 1886 . Sitzb. 3 

„ 3. Februar 1886 Sitzb. 5 

„ 3. März 1886 Sitzb. 7 

Jahresversammlung am 7. April 1886 Sitzb. 19 

Monatsversammlung am 5. Mai 1886 Sitzb. 30 

„ 2. Juni 1886 Sitzb. 32 

„ 7. Juli 1886 Sitzb. 37 

„ .. 6. October 1886 Sitzb. 39 

„ 3. November 1886 Sitzb. 41 

„ 1. December 1886 Sitzb. 43 



Verzeichniss von zoologischen Objecten zur Betheilung von Schulen, 

zusammengestellt von Dr. ß. Latze 1 und J. Mik . . . . Sitzb. 10 



Anhang: Werke, im Jahre 1886 der Gesellschaft gespendet . . . Sitzb. 49 



Wissenschaftliche Abhandlungen und Mittheilungen. 

Zoologischen Inhaltes: 

Beling Th.: Dritter Beitrag zur Naturgeschichte verschiedener Arten 

aus der Familie der Tipuliden Abh. 171 

Bergroth E.: Zur Kenntniss der Aradiden. (Mit Tafel IL) . . . Abh. 53 

a* 



^ 'IX^^^^ ACES LIBRARY 



IV 



InLalt. 



Seite 

Handlirsch Ad.: Uober die Fauna der Türkeuschanze .... Sitzb. 33 

— Ant.: Die Metamorphose zweier Arten der Gfittnug Anacharis Abb. 235 

Hirc Drag.: Malacologiscbe Mittbeilungen . . Abb, 377 

Kohl Fr.: Gazella Pelselnii nov. spec Sitzb. 4 

— Neue Pompiliden des k. k. naturhistorischen Hofmuseums. (Mit 

Tafel X und XI.) Abb. 307 

Kr au SS Dr. Herrn.: Beiträge zur Orthopteren-Kunde. (Mit Tafel V.) Abb. 137 

Low Dr. Fr.: Cecidiologische Notizen Abb. 97 

— Neue Beiträge zur Kenntniss der Psylliden. (Mit Tafel VI.) . Abb. 149 
MayrDr. Gust.: Notizen über die Formiciden-Saramlung des British 

Museum in London Abh. 353 

— Eine neue Cynipide aus Mexico. (Mit Tafel XII.) Abh. 369 

— Die Formiciden der Vereinigten Staaten von Nordamerika . Abh. 419 
Mik Jos.: Ueber die Artrechte von Tipula oleracea L. und Tipula 

paludosa Meig. (Mit 4 Holzschnitten.) Abh. 475 

Rogenbofer AI.: Ueber Gumpenberg 's „lusecten- Fauna der 

Alpen« Sitzb. 5 

— Ueber die Lepidopteren-Sammlung der Brüder Baczei . . Sitzb. 31 
Schletterer A.: Ueber die Hymenopteren- Gattung Evania Fabr. 

(Mit Tafel I.) Abh. 1 

Thomas Dr. Fr. A. W.: Suldener Phytoptocecidien Abh. 295 

Botanischen Inhaltes: 

Arnold Dr. F.: Lichenologische Ausflüge in Tirol. XII. Sulden . . Abb. Ol 
Beck Dr. Günther: Versuch einer Gliederung des Formenkreises der 

Caltha palustris L Abh. 347 

— Ueber die Hormogonienbildung von Gloiotrichia natans Thür. Sitzb. 47 

— Zur Pilzflora Nieder-Oesterreichs. IV. Abh. 465 

Boberski Lad.: Systematische Uebersicht der Flechten Galiziens . Abh. 243 

Braun H.: Ueber Mentha fontana Weihe. (Mit Tafel VII.) . . . Abh. 217 

Fenzl Dr. E.: Vier neue Pflanzenarten Südamerikas Abh. 287 

Haläcsy Dr. E. v.: GonioUmon Heldreichii. (Mit Tafel IX.) . . Abh. 241 
Höfer Fr.: Ueber das Vorkommen von Carpesium cernuum L. und 

Scutellaria altissima L. in Nieder- Oesterreich Sitzb. 41 

Kronfeld Dr. M.: Studien zur Teratologie der Gewächse. L (Mit 

Tafel III und 1 Holzschnitte ) Abh. 103 

— Ueber die Ausstreuung der Früchtchen von Scutellaria galeri- 

eulata L. (Mit 4 Holzschnitten.) Abh. 373 

— Ueber die niederösterreichischen Volksnamen von Solanum 
tuberosum Abb. 391 

Richter Dr. C. : Was ist Ätragene Wenderothii Schlecht.? Abh. 215 



Inhalt. 



V 



Soitü 

Richter Dr. C: Ueber die Verwendung tälterer Namen für die bota- 
nische Synonymie Sitzb. 46 

S abrausky H. : Beiträge zur Brombeeren-Flora der Kleinen Karpathen Abb. 89 
Stapf Dr. Otto: lieber die 1885 ausgeführte ExT[iedition quer durch 

Persien . , Sitzb. 7 

— üeber Partus aeheruntius Hb. und Coprinus stercorarius Bull. Sitzb. 32 

— Die Pflanzeureste des Hallstätter Heidengebirges Abb. 407 

Wettstein Dr. Rieh. v. : Die österreichischen Arten der Gattung 

Onosma Sitzb. 29 

— Ueber Myosotis cäpestris Schm. und M. s^iaveolens W. K. . Sitzb. 31 

— Nicandra physaloides in Nieder-Oesterreich Sitzb. 35 

— Isoetes Heldreichii. (Mit Tafel VlIL) Abb. 239 

— Viola spuria Gel. und Soldanella Ganderi Hut. in Nieder- 
Oesterreich Sitzb. 42 

Wie mann Aug.: Primula Wettsteinii Abb. 37G 

Zahlbruckner Dr. Alex.: Beiträge zur Flechtenflora Nieder-Oester- 

reichs Abb. 47 

— Steierische Flechten ... Abb. 293 

Zukal Hugo: Untersuchungen über den biologischen und morpho- 
logischen Werth der Pilzbulbillen. (Mit Tafel IV.) .... Abb. 123 



Verschiedenen Inhaltes: 



Bartsch Fr.: Nachruf an Dr. C. v. Renard . . Sitzb. 44 

Burgerstein Dr. A.: Verzeichniss botanischer Lehrmittel . . . Sitzb. 35 

Höf er Fr.: Biographische Notizen über H. W. Kram er . . . Sitzb. 38, 40 

Wettstein Dr. R. v.: Bericht über die Anlegung von Schulherbarien Sitzb. 45 



VI 



Inhalt 



Verzeichniss der Tafeln. 

Erklärung 

siehe Seite 

Tafel I. Schletterer Aug.: Ueber die Hymenopteren- Gattung fi'mmn! 

Fabr. (Seite 1) 46 

„ IL Bergroth E. : Zur Kenntniss der Aradiden (Seite 53) ... 60 
„ III. Kronfeld M.: Studien zur Teratologie der Gewächse. I. 

(Seite 103) 120—122 

„ IV. Zukal Hugo: Uutersuchuugeu über den biologischen und 



morphologischen Werth der Pilzbulbillen (Seite 123) . 136 

„ V. Krau SS Dr. Herrn.: Beiträge zur Orthopteren-Kunde (Seite 137) 148 
„ VI Low Dr. Fr.: Neue Beiträge zur Kenntniss der Psylliden 

(Seite 149) 170 

VIL Braun H.: lieber Mentha fontana Weihe (Seite 217) . . . 230 
„ VIII. Handlirsch Ant.: Die Metamorphose zweier Arten der Gat- 
tung Anacharis Dalm. (Seite 235) 238 

Wettsteiu Dr. R. v.: Isoetes Heldreichii (Seite 239) ... 240 
„ IX. Haläosy Dr. E. v.: Goniolimon Heldreichii n. sp. (Statice 

Heldreichii) (S. 241) 242 

„ X-XL Kohl Fr. Friedr.: Neue Pompiliden in den Sammlungen 

des k. k. naturhistorischen Hofmuseums (Seite 307) 345 -346 

„ XIL Mayr Dr. Gust.: Eine neue Cynipide aus Mexico (Seite 369) 372 



Stand der Gesellschaft 

am Ende des 

Jahres 1886. 



Protector : 

Seine k. und k. Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog 

Rainer. 



Leitung der Gesellschaft. 

Im Jahre 1887. 

Präsident: (Gewählt bis Ende 1888.) 
Seine Durchlaucht Fürst Josef Colloredo-Manusfeld. 

Vicepräsldenten: (Gewählt bis Ende 1887.) 

P. T. Herr Brunner Dr. Karl v. 
„ ,, Kornhuber Dr. Andreas. 

„ Latzel Dr. Roberfc. 
„ „ Mayr Dr. Gustav. 
„ „ Mik Josef. 
„ „ Pokorny Dr. Alois. 

Secretäre : 

P. T. Herr Lorenz Dr. Ludwig v. (Gewählt bis Ende 1891.) 
„ „ Wettstein Dr. Richard v. (Gewählt bis Ende 1889.) 

Rechnungsführer: (Gewählt bis Ende 1888.) 
P. T. Herr Kaufmann Josef. 

AusschussrUthe: 

P. T. Herr Aberle Dr. Carl. (Gewählt bis Ende 1887.) 

„ „ Braun Heinrich. „ „ 

„ „ Brauer Dr. Friedrich. „ „ 

„ „ Brunner v. Wattenwyl Karl. „ „ 

„ „ Burgerstein Dr. Alfred. „ „ 

„ „ Claus Dr. Karl. , „ 

„ „ Csokor Dr. Johann. „ „ 

„ .. Dräsche Dr. Richard Freiherr v. 
„ „ Hauer Franz Ritter v. 
„ „ Kerner Dr. Anton Ritter v. 

Z. B. Ges. B. XXXVI. 



» » 



» 



X 



Leitung der Gesellschaft. 



P. T. Herr Kornhuber Dr. Andreas v. 

„ „ Latzel Dr. Robert. 

„ „ Low Dr. Franz. 

„ „ Löw Paul. 

„ „ Pokorny Dr. Alois. 

„ „ Rogenhof er Alois Friedrich. 

„ „ Stur Dionys. 

„ „ Türk Rudolf. 

„ Vogl Dr. August. 

„ „ Wiesner Dr. Julius. 

„ „ Bergenstamm Julius v. 

„ „ Haläcsy Dr. Eugen v. 

„ „ Kremer Hermann Ritter v. 

„ „ Mayr Dr. Gustav. 

„ „ Mik Josef. 

„ Ostermeyer Dr. Franz. 

„ „ Pelz ein August v, 

„ „ Richter Dr. Karl. 

„ „ Bartsch Franz. 

„ „ Beck Dr. Günther. 

„ „ Fuchs Theodor. 

„ „ Grobben Dr. Karl. 

„ „ Kolazy Josef. 

„ „ Müll n er M. Ferdinand. 

„ Pelikan v. Plauenwald Anton Freiherr. 

„ Stapf Dr. Otto. 



(Gewählt bis Ende 1887.) 



(Gewählt bis Ende 1888.) 



(Gewählt bis Ende 1889.) 



Mitglieder, welche die Sammlungen der Gesellschaft ordnen: 

Die zoologischen Sammlungen ordnen die Herren: Handlirsch Adam, Hand- 
lirsch Anton, Kaufmann Josef, Kolazy Josef. 

Die Pflanzensammlung ordnen die Herren: Braun Heinrich, Breidler J., Oster- 
meyer Dr. Franz, Preyer Leopold. 

Die Betheilung von Lehranstalten mit Naturalien besorgt Herr Josef Kolazy. 

Die Bibliothek ordnet Herr Franz Bartsch. 

Das Archiv hält Herr Paul Low im Stande. 

Gesellschaftslocale : 
Wien, I., Herrengasse 13 (Landhaus). 

Diener der Gesellschaft: 

Herr Frank Cornelius, VIII., Buchfeldgasse 15. 



XI 



Die Druckschriften der &esellschaft werden überreicht: 

Im Inland e. 

Seiner k. u. k. Apostolischen Majestät dem Kaiser Franz Joseph. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Kronprinzen und Erzherzoge Rudolf. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Karl Ludwig. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Ludwig Victor. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge* Albrecht. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Josef Karl. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Wilhelm. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Eainer. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Heinrich. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Ludwig Salvator. 

Im Auslande. 

Seiner Majestät dem Kaiser von Deutschland. 10 Exemplare. 
Seiner Majestät dem Könige von Baiern. 4 Exemplare. 
Seiner königl. Hoheit dem Prinzen zu Sachsen-Coburg. 
Dem souverainen Johanniter-Orden. 



SubTentionen fiir 1886. 

Von dem hohen k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht. 
Von dem hohen niederösterreichischen Landtage. 
Von dem löbl. Gemeinderathe der Stadt Wien. 



b* 



XII 



Mitglieder im Auslande. 



Mitglieder im Auslande. 

Die P. T. Mitglieder, deren Name mit fetter Schrift gedruckt ist, haben 
den Betrag für Lebenszeit eingezahlt und erhalten die periodischen Schriften 
ohne ferner zu erlegenden Jahresbeitrag. 

P. T. Herr Adams Arthur London. 

„ „ Adams Henri, Hann. Villas, Notting Hill (W.) . London. 

„ „ Agassiz Dr. Alexander, Director d. Museums N, A. Cambridge. 

„ „ Albini Dr. Josef, Caval., Universitätsprofessor . Neapel. 

„ „ All man Dr. George James, Prof., 21 Manor PI. Edinburgh. 

„ „ Alvarez Dr. Louis, Prof. u. Director d. Mus. . Bahia. 

„ „ Andre Ed., Ingen., 21 Boul. Bretonier, Cöte d'or Beaume. 

„ „ An gas Georg Fr London. 

„ „ Angelrodt Ernst v., Missouri St. Louis. 

10 „ „ A r d i s s n e Fr., Prof. d. Bot. d. höh. Agric.-Schule Mailand. 

„ „ Arnold Dr. Ferd., k. Ober-Landesgerichtsrath, 

Sonnenstrasse 7 München. 

„ „ Artzt A., k. Vermess. -Ingenieur, Voigtland . . Plauen. 

„ „ Aschers on Dr. Paul, Prof. d. Bot. a. d. Univ. Berlin (W.). 

„ „ Aurivillius Ch. P. 0., Professor, Intend. d. k. 

zool. Museums Stockholm. 

„ „ Baden Dr. Ferdinand, Zahnarzt Altona. 

„ „ Bail Dr. Th., Prof. u. Director der Realschule Danzig. 

„ „ Baillon Ernst, Prof. an d. k. Forst- Akademie . St. Petersburg. 

„ „ Bein Dr. Mac, Marine- Arzt Edinburgh. 

„ „ Baird Spencer, Prof., Secr. der Smiths. -Instit. Washington. 

20 „ „ Ball Valentin, Geolog, Trinity College . . . Dublin. 

„ „ Ballion H., Prof. d. Naturg. a. d. med. Fac. . Paris. 

„ Bamberger Georg, Apotheker, Schweiz . . . Zug. 

„ „ Barbey William, Canton Vaud, Schweiz . . . Vallegres. 

„ „ Barboza J. Rodriguez Eio-Janeiro. 

„ „ Barboza du Bocage Jos., Direct. d. naturh. Mus. Lissabon. 

„ „ Bark er Dr. John, Mus. Coli, of Surgeon . . . Dublin. 

„ „ Bary Dr. A. de, Prof. d. Bot. a. d. Universität Strassburg. 

„ „ Bates H. W., Esq., 11. Carleton-Road (N) . . London. 

„ „ Beling Theodor, Forstmeister am Harz . . . Seesen. 

30 „ „ Bellardi Dr. Luigi, Professor Turin. 

„ „ Beneden Eduard v., Uuiv.-Prof., Eue Nysten 26 Lüttich, 

„ „ Bennet Dr. G., Esq Sidney. 

„ „ Berchon Dr. Ernest, Director (Gironde) . . . Pouillac. 



Mitglieder im Auslande. 



XIII 



P. T. Herr Berdau Felix, Prof. am Polytech. G. Lublin . Pulawy. 

„ „ Berg Dr. Carl, Üniversitäts-Professor der Botau. Biienos-Ayres. 

„ Berg Dr. E., Hofrath St. Petersburg. 

„ „ Berggreu Sveu, Professor an der Universität . üpsala. 

„ „ B er gh Dr. Rudolf, Prof., Chefarzt, Stormgade 19 Kopenhagen. 

„ „ Bergroth Dr. Evald, Lilla Robertsgalen 11 . . Helsingfors. 

„ „ Betta Edoardo, Nobile de Verona. 

„ „ Beuthiu Dr. Hein., Steindamm 29, St. Georg . Hamburg. 

„ „ Bignone Felix, Apotheker Genua. 

„ Bigot Jacques, Rue Cambon 27 Paris. 

„ „ Blanchard Dr. Emil, Professor, Mus.-Director Paris. 

Blanchet Ch Lausanne. 

V 7} 

„ „ Blasius Dr. Rud., Stabsarzt a.D., Petrithor-Pr.25 Brauuschweig. 

„ „ Blasius Dr. Wilh., Director am herz. zool. Mus. Braunschweig. 

„ „ Boek Christ., Prof. an der Universität .... Christiania. 

„ „ Bolivar Don Urrutia Ignazio, C. de Atocha 22 Madrid. 

^ „ Bommer Dr. J. E., Prof. d. Bot. u. Custos . Brüssel. 

„ „ Bonizzi Dr. Paul, Prof. an der Univers. . . Modena. 

„ „ Bon or den Dr. H. F., Rgts.-Arzt, R.-B. Minden Herford. 

^ „ Bonvouloir Comte Henri, Rue de rUniversite' 15 Paris. 

„ „ Boschniak Nik., Vicar d. serb. Klosters in . Grabovacz. 

„ „ Bowring John j., Esq London. 

„ „ Brandt Dr. Eduard, Prof. d. med.-chir. Lehranst. St. Petersburg. 

„ „ Brandza Dr. D., Prof. d. Botanik a. d.Universität Bukarest. 

„ „ Brendegani Vinc, Rect. d. Kirche St. Rochus Verona. 

„ „ Bretschneider Dr. Ed., Arzt d. k. russ. Ges. Peking. 

„ „ Brot Dr. A., Professor, Malagnou 6 Genf. 

„ „ Bruce Dr. Samuel, 43, Kensington Gard. Sq. . London. 

„ „ Bruhin P. Th., Rev., Schweiz Thun. 

„ „ Bruyn Arie Johannes de, Regimentsthierarzt . Zütphen. 

„ „ Buchenau Dr. Fr., Director u. Prof. d. Realsch. Bremen. 

5, „ Buchinger Dr. F., Director des Waisenhauses Strassburg. 

„ „ Burmeister Heinrich, Einsbüttel, Eichenstr. 22 Hamburg. 

Burmeister Dr. Herrn., Dir. d. naturh. Mus. . Buenos-Ayres. 

,, „ Buse L. H., bei Arnheim, Niederlande. . . . Renkom. 

CabanisDr. Joh. Lud., ersterCustos arak. Museum Berlin. 

Canestrini Dr. Johann, Prof. an d.Universität Padua. 

„ „ Carp enter Dr. Will., 8, Queens-Rd., Primrose hill. London. 

„ Carte Dr. Alex,, Dir. of the Mus. R. Society . Dublin. 

„ Cartier Robert, Hochw.,, Pfarrer, Cant. Solothurn Oberbuchsiten. 

„ „ Caruel Theodor, Professor der Botanik . . . Florenz. 

,, „ Carus Dr. Victor v., Professor a. d. Universität Leipzig. 

„ „ Castracane degli Antelminelli, Fran9. Conte . Rom. 

„ „ Chiari Gerhard Ritter V., k. u. k. General-Consul Trapezunt. 



XIV 



Mitglieder im Auslände 



P. T. Herr Cogniaux Dr. A., Prof. b. Brüssel Jodoigne. 

„ „ Cohn Dr. Ferdinand, Prof. d. Bot. a. d. Univ. . Breslau. 

80 „ „ Coldham James G., Dir. of Christch. scliool. . Cawnpore. 

„ „ Co 11 et Robert, Dr. phil., bei Christiania . . . Homansby. 

„ „ Colosanti Dr. Josef, Assist, d. Pathologie . . Rom. 

„ „ Conrad Paul, SchifFscapitän a. D Bremen. 

„ „ Con wentz Dr. H., Dir. d. westpreuss. Prov.-Mus. Danzig. 

„ „ Cox C. James, Dir. d. naturhist. Museums . . Sidney. 

„ „ Crepin Fran^ois, Director des botan. Gartens . Brüssel. 

„ „ Crosse H., Rue Tronchet 25 Paris. 

„ „ Cunhada Dr. Gerson, Director of asiat. soc. . Bombay. 

„ „ Dana James, Connecticut, N.-Am New-Haven. 

90 „ „ Davidson Dr. George, W., 13 Union-Place . . Edinburgh. 

„ „ Davidson Thomas London. 

„ „ DeCandolle Alphons, e. Professor der Botanik Genf. 

„ „ Degenkoll) Herrn., Rittergutsbesitzer bei Pirna Rottwegendorf. 

„ „ Deshayes Dr. G. Paul, Prof., Place royale 18 Paris. 

„ „ Desnoyers Johann, Bibliothecaire du Musöe . Paris. 

„ „ Deyl Johann, Apotheker, Bosnien Travnik. 

„ „ Dingler Dr. Herm., Custos d. k. Herbars . . München. 

„ „ Doderlein Dr. Pietro, Prof. an der Universität Palermo. 

„ „ Doenitz Dr. Wilh., Assist, am naturhist. Mus. Berlin. 

100 „ „ Dohm Dr. Anton, Prof., Vorstand d. zool. Station Neapel. 

„ „ Dohrn Dr. Carl A., Präs. des entom. Vereines Stettin. 

„ „ Dohrn Dr. Heinrich, Stadtrath Stettin. 

„ „ Douglas J.W., Esq., 8 Beaufort gard.,Lewisham London (SE.) 

„ Douille August, Marine -Wundarzt, Martinique St. Pierre. 

„ Drude Dr. Oscar, Prof. u. Director d. bot. Gartens Dresden. 

„ „ Du Rieu W. N., Conserv. an d. Bibliothek . . Leyden. 

„ „ Eden F. W. van Harlem. 

„ „ Edwards Harry Wm., West - Virginien .... Coalburgh. 

„ Eichler Dr. A. W., Prof. d. Bot. a. d. Univers. Berlin. 

110 „ „ Eidam Dr. Eduard, Assist, d. pflanz. -phys. Inst. . Breslau. 

„ „ Eliot Karl W., Prof Boston. 

„ Ellen rieder Dr. C. v., Off. d. Gezondheit, Java Buitenzorg. 

., Elliot Walter, Hawik N. B., Schottland . . Wolfelee. 

„ Ellis J. B., Esq., New Jersey, U.-St Newfield. 

„ Emery Med. Dr. Carl, Univ.-Professor . , . Bologna. 

„ „ Engler Dr. Adolf, Prof. der Bot. an der Univ. . Breslau. 

„ Erschoff NikoL, Wassili OstrofF 12. Lin. 15. Haus St. Petersburg. 

„ „ Eulen stein Dr. Theodor Dresden. 

„ Fahrer Dr. Johann, k. Stabsarzt München. 

120 „ „ Pairmaire Leon, Directeur de rhöpital St. Louis Paris. 

„ „ Falk Dr. Alfred, Professor an der Universität . Lund. 



Mitglieder im Auslande. 



XV 



P. T. Herr Famintzin Dr. A., Professor St. Petersburg. 

„ „ Fanzago Filipp, Prof. d. Zool. a. d. Universität Sassari. 

„ „ Farie James, Secr. geol. Soc. Andersonian Univ. Glasgow. 

„ „ Fatio Dr. Victor, Eue Massot 4 (N.) .... Genf. 

^ „ Fauvel Albert, Secr. Soc. fran9. d'Entom. . . Caen. 

„ „ FerreiraMan. Lag., Vice-Präsesd.hist.-geog. Inst. Rio Janeiro. 

„ „ Finsch Dr. Otto, Director am naturh. Museum Bremen. 

„ „ Fischer Dr. Karl, pr. Arzt Sidney. 

„ „ Flügel Dr. Felix Leipzig. 

„ „ Polin F. Marquis de, Praes. soc. d. scienc. et arts Bayonne. 

„ „ Fontaine Cesar, Naturalist, Prov. Hainaut . . Papignies. 

„ „ Fontaine Julius de la, Göns, du Musee belg. Univ. Gent. 

^ „ Forel Dr. August, Dir, d. Irrenanst. Burghölzle b. Zürich. 

„ „ Forst Gr., Kaufmann Halberstadt. 

„ „ Fournier Dr. Eug., Gen. See. d. soc. bot. . . Paris. 

„ „ Frass Dr. Oskar Fr., Professor, Urbanstr. 13 . Stuttgart. 

„ „ Frey Dr. Heinrich, Prof. a. d. Universität . . Zürich. 

„ „ Frey-Gessner Emil, Mus.- Cust.^RueDecandolle Genf. 

„ Fries Th. M., Professor a. d. Universität . . Upsala. 

„ Friestadt R. F., Adjunct an der Universität . Upsala. 

„ „ FrietzeR., Apotheker, Reg.-Bez. Oppeln . . Rybnik. 

„ „ Garcke Dr. Aug., Prof. u. Cust. am k. bot. Mus. Berlin. 

„ „ Gemminger Dr. Max, Adjunct am zool. Mus. München. 

„ Gerard W. K. Esq., 4 Waverley Place U.-S. . New- York. 

„ „ Ger net Karl, R. v., k. r. Geheimrath, Haus Lissitzin St. Petersburg. 

„ „ Gerstäcker Dr. Adolf, Universitäts-Professor . Greifs wald. 

„ „ Gobert Dr. Emil, Naturalist, Dep. Landes . . Mont-de-Marsan. 

„ „ Goebel Dr. Carl, Prof. u. Director d. bot. Gart. . Rostock. 

„ „ GonzenbachJ. Guido, Professor Smyrna. 

„ „ Graells, D. Mariano de la Paz, Dir. d. z. Mus. Madrid. 

„ „ G rat h wohl Wilhelm Fidelis, Grosshändler . . München. 

„ GrayAsa, Prof. a. Haward College, N.-Am. . Cambridge. 

„ „ Grönland Dr. J., b. Jüterbog, landw. Akademie Dahme. 

„ „ Grote Radcliffe A., Prof. of nat. sc, N.-Am. . Buffalo. 

„ „ Günther Dr. Albert, Direct. am brit. Museum London. 

„ „ Guillaud Dr. A., Prof. agre'ge ä la fac. de med. Montpellier. 

„ „ Guirao D. Angel, y Navarro, Prof., C. del Prado 24 Madrid. 

„ „ Haast Dr. Julius, Director des Canterbury Mus. Christ Church. 

„ „ Haberhauer Josef, Naturalist Taschkend. 

„ „ Ha e ekel Dr. Ernst, Prof. d. Zool. a. d. Univ. . Jena. 

„ „ Hagen Dr. Hermann, Prof. am Mus. zu Boston Cambridge. 

„ „ Halfern Friedrich y., bei Aachen Burtscheid. 

„ „ Hance Dr. M. H. F., Esq., Vice-Consul . . . Whampoa. 

„ . „ Hanley Syl., Hanley-Road 1. Hoarseway Rise . London. 



XVI 



Mitglieder im Auslände. 



P. T. Herr Hans Wilhelm, Lausitz Herrenhut. 

„ Hansen Carl, Professor an der k. Akademie für 

Landwirthschaft bei Soonbolmsveg .... Kopenhagen. 

„ „ Harz Dr. Carl, Prof. d. Centr.-Thierarzneischule München. 

„ „ Haskins Dr. Alfred L., 98, Boylston Street . Boston. 

170 „ „ Hasskarl Dr. J. K., Rheinpreussen .... Cleve. 

„ „ H a u s e r F., k. Lieut. i. I. Fuss-Artill.-Reg. Bothmer Ingolstadt. 

„ „ Haussknecht Dr. Karl, Prof. der Botanik . . Weimar. 

„ „ H e d e m a n n W. V., Nova Isaakjewzkiaja 22, Qut. 1 1 St. Petersburg. 

„ „ Hedenus Th., Apotheker bei Leipzig .... Neuraudnitz. 

„ „ Heider Dr. Karl, Assist, a. d. Univ Berlin. 

„ „ Heldreich Dr. Theodor v., Dir. d. bot. Gartens Athen. 

„ „ Heller Karl M., Museum Braunschweig. 

„ „ Heller v. Hellwald Friedr., Red. d. „Ausland" Stuttgart. 

„ „ Herder Dr. F. v., Bibliothekar a. k. bot. Garten Petersburg. 

180 „ „ Heurck Henri v., Professor Antwerpen. 

„ „ Heuser Dr. P., Diakonissenhaus- Arzt, Westphal. Bielefeld. 

„ „ Heyden Dr. Luc. V., Schlossstr. 54, Bockenheim b. Frankfurt a. M. 

„ „ Heynemann F., Sachsenhaüsen bei .... Frankfurt a. M. 

„ „ Hiendlmayr Ant, Kaufm., Schwanthalerstr. 10/3 München. 

„ „ Hieronymus Georg E., Prof. der ünivers. Arg. Cordova. 

„ „ Hildebrand Dr. F., Prof. d. Botanik, Breisgau Freiburg. 

„ „ Hille Dr. Louis, Hessen Marburg. 

„ „ Hoeme Alfons, Villa Elisabeth, bei Dresden . Ob.-Blasewitz. 

„ „ Hoff mann Dr. Hermann, Prof. d. Botanik . . Glessen. 

190 „ „ Ho Imgren Aug. Emil, Prof. der Forstschule . Stockholm. 

„ „ Holzner Dr. Georg, k. Prof., b. Freising. . . Weihenstephan. 

„ „ Homeyer Ferd. Eugen v., Pommern .... Stolp. 

„ „ H opff garten Georg Max Bar. V,, b. Langensalza Mülverstedt. 

„ „ Horn Georg H. M. D Philadelphia. 

„ „ Humbert Alois v., 11 rue de FHötel de Ville . Genf. 

„ „ Huxley Dr. Thom. Henry, Prof., Royal Institut London. 

„ „ Irigoya Don Simon, Director des Museums . Lima. 

„ „ Jablonski Max, Gutsbesitzer Berlin. 

„ „ Jäckel Johann, Pfarrer, Baiern Windsheim. 

200 „ „ Janisch Karl, Hüttendirect., bei Seesen, Harz . Wiihelmshütte. 

„ „ Janni Josef, k. u. k. Consular-Agent .... Bombay. 

„ „ Jermy Gustave, Professor, Texas San Antonio. 

„ „ Jessen Dr. Karl, Üniv.-Prof. a. D Berlin. 

„ „ Jonsson Joh., a. d. Universität Upsala. 

„ „ Joseph Dr. Gustav, Docent, Neue Antonienstr. 6 Breslau. 

„ „ Just Dr. Leopold, Prof. a. Polytechnicum . . Karlsruhe. 

„ „ Kahil Constantin, k. u. k. österr. Vice-Consul . Damiette. 

„ „ Keyserling Graf Eugen Gross-Glogau. 



Mitglieder im Auslände. 



XVII 



Herr Einberg Job. Gustav, Prof. Stockholm. 

„ KirchenpauerDr.G., Senats-Präsid.u.Bürgerm. Hamburg. 

„ Kirchner Dr. Oskar, Prof., b. Stuttgart . . . Hohenheim. 

„ Kirsch Th., entora. Gustos d. zool. Museum . Dresden. 

Koch Dr. Ludwig, prakt. Arzt, Cramer-Klettstr. Nürnberg. 

Koch Dr. Ludwig, Professor d. Universität . . Heidelberg. 

„ Kock J. V., k. Major, Gelderland bei Nymwegen Hess. 

„ Kölliker Dr. Albert v., Prof. an der Universität Würzburg. 

Kör nicke Dr. Friedr., Prof., bei Bonn .... Popelsdorf. 

Kraatz Dr. G., Vorst, d. ent. V., Linkstr. 28 (W.) Berlin. 

Kraus Dr. M. C., Baiern, b. Ansbach .... Triesdorf. 

„ Kraus s Dr. Ferd., Prof., Director d. k. z. Museums Stuttgart. 

„ Krau SS Dr. Hermann, prakt. Arzt, Hafnerg. 3 . Tübingen. 

„ Kriechbaumer Dr. Josef, Adj. a. k. zool. Mus. München. 

„ Krüper Dr. Theobald, Gustos am Museum . . Athen. 

,, Kubary Johann C Hamburg. 

„ Kü h n Dr. Julius, Dir. d. landw. Instituts, Geh. Rath Halle a. S. 

p Kuhn Dr. Max, Oberlehrer, Louisenplatz 8 . . Berlin (NW.). 

„ Kimtze Dr. Otto, Eutritsch 197 bei .... Leipzig. 

^ Laboulbene Alexander, Prof., Eue de Lille 11 Paris. 

„ Lange v., Hofr., Chef der Telegraphen- Station . Odessa. 

„ Lanzi Dr. Matteo, Primararzt Rom. 

„ Layard E., Secretär, Südamerika Para. 

„ Lea Isaac, Präsid. d. Acad. of nat. scienc. . . Philadelphia. 

„ Leder Hans, Naturalist, Elisabethpol, Caucasus . Helenendorf. 

„ Lefevre Theodor, Ingenieur, Rue de Pont neuf 10 Brüssel. 

„ Leibold Dr. Friedrich, Apotheker Santiago. 

„ Leidy Dr. Josef, Professor d. Universität . . . Philadelphia. 

Le Jolis Auguste, Präs. d. nat.-hist. Vereines . Cherbourg. 

L etzner K., Hauptlehrer, Nicolaistrasse . . . Breslau. 

„ Leuckart Dr. Rudolf, Hofr., Prof. d. Universität Leipzig. 

„ Leuthner Dr. Franz Basel. 

„ Lichten stein J., Boulv. jeu de Paurae 243 . . Montpellier. 

„ Lilljeborg Dr. Wilh., Professor d. Universität Upsala. 

„ Lindberg Dr. S. 0., Prof., Finnland .... Helsingfors. 

„ Linderaan Dr. Eduard R. v., Hofrath, Professor Odessa. 

„ Lindemann Dr. Carl, Prof. d. landw. Akademie Moskau. 

„ L inhart Dr. Wenzel, Professor Würzburg. 

„ Lob scheid Dr. W. S., b. Bunzlau, Pr.-Schlesien Gnadenberg. 

„ Logan M. Thomas, Esq., Californien .... Sacramento. 

„ Loscosy Bemal, Senor Don, Spanien . . . Castel Serao, 

„ L Oven Dr. S., Professor Stockholm. 

„ Low Dr. Ernst, Oberlehrer, Grossbeeren str. 1 . Berlin (SW,). 

„ Lütken Dr. Chr. Friedr., Insp. d. zool. Museums Kopenhagen. 

B. Ges. B. XXXVI. C 



XVIII 



Mitglieder im Auslände. 



P. T. Herr Mac Lachlan Rob., Westview Clarendon K., London (SE.). 

„ . „ Magnus Dr. Paul, Professor, Blumeshof 15 . . Berlin (W.). 

„ „ Malzine F. de, Eue de Moulin 11 Brüssel. 

„ „ Manderstjerna AI. V., k. Gen., Snamenskayä 33 St. Petersburg. 

„ „ Manzoni Dr. Angelo, bei Bologna Lugo. 

„ „ Marchai E., Conservator am botanischen Garten Brüssel. 

„ „ Marcus en Dr. Prof., k. Staatsrath, Lüttichaust. 10 Dresden. 

260 „ „ Marion A. F., Prof. d. Zool., Allee des Capucines 4 Marseille. 

„ „ Marsson Dr. Th., Apoth Greifswalde. 

„ „ Martens Dr. Ed. v., Gustos a. k. Mus., Professor Berlin. 

„ „ Martins Charles, Prof. und Dir. d. bot. Gartens Montpellier. 

„ „ Maximowicz Carl, CoUegien-Rath St. Petersburg. 

„ „ Mayer Heinrich, Grosshändler Trondhjem. 

„ „ Mayer Dr. Paul, Prof., zoolog. Station . . . . Neapel. 

„ „ May et Valery, Professor Montpellier. 

„ „ Mazarredo D. Carlo de, Bergingenieur . . . Manila. 

„ „ Modem Niki., Freih., k. r. Gen. d. Artillerie . St. Petersburg. 

270 „ „ Meneghini Dr. Jos. Corn., Professor d. Botanik Pisa. 

„ „ Mengelbier Wilhelm, Kaufmann Aachen. 

„ „ Merk Carl München. 

„ „ Meves W., am königl. Museum Stockholm. 

„ „ Meyer Dr. Adolf Beruh., Direct. d. k. zool. Mus. Dresden. 

„ „ Meyer Dr. Carl, Assistent am eidgen. Polyt. . Zürich. 

„ „ Milne-Edwards Alph., Prof. a. naturh. Mus. . Paris. 

„ „ Mitschke Rudolf, Lehrer, Oberschlesien . . . Friedland. 

„ „ Möbius Dr. Karl, Prof. an der Universität . . Kiel. 

„ „ Möhl Dr. H., Professor Cassel. 

280 „ „ Möller J. D., bei Hamburg Wedel. 

„ „ Moore Thom. J., F. L. Ph. S. Cur. a. Derby Mus. Liverpool. 

„ „ Moquin-Tandon Dr. G., Prof. a. d. faculte d. sc. Besanfon. 

„ „ Morawitz Aug., Cust. d. ent. Abth. d. zool. Mus. St. Petersburg. 

„ „ Morawitz Dr. Ferd., Wosnessensky-Prosp. 33 . St. Petersburg. 

„ „ More A. G. Esq., royal Dublin society (Stdch.) Dublin. 

„ „ Mosling Svend, Adjunct an der Realschule. . Trondhjem. 

„ „ Motta Dr. Mala, Prof. der med. Facultät ... Rio Janeiro. 

„ „ Mousson Alb., Professor, Zeltweg Zürich. 

„ „ Müller Ernst, Pr.-Schlesien, bei Namslau . . Mittel -Wilkau. 

290 „ „ Müller Baron Dr. Ferdinand, Direct. d. bot. Gart. Melbourne. 

„ „ Müller Dr. Karl, Barfüsserstr. 8 Halle a.S. 

„ „ Müller Karl, Rector a. d. lat. Schule .... Trondhjem. 

„ „ Müller Dr. N. J., Prof. d. Forst- Akademie . . Minden. 

„ Naegeli Dr. Heinrich, prakt. Arzt Rio Janeiro. 

„ „ Nägeli Dr. Karl v., Prof. d. Bot. a. d. Universität München. 

Naumann Alexander, Sachsen Zittau. 



Mitglieder im Auslande 



XIX 



T. Herl Neubauer Joh., S. J. Nordwood, Australien . Adelaide. 

^ Ninni Graf Alexander Venedig. 

Noerdlinger D.H., p. Ob. -Forstrath, Professor Hohenheim. 

Noerner Dr. Karl, Kaiserstrasse 8, Anhalt . . Dessau. 

Nolcken Baron J. H. W., Halwichshof, Curld. b. Friedrichstadt. 

Nylander Dr. Wilhelm Paris. 

„ Oehl E., Dr. d. Med., am Collegium Ghislieri . Pavia. 

Oertzen v. Eberhard Athen. 

Ornstein Dr. Bernard, Chefarzt d. gr. Armee . Athen. 

Osteu-Sack eil Karl Robert, Freih. V., Wredeplatz Heidelberg. 

OnlianiiiiB., Soc. des amis d. nat. (p. H.L. Kittler) Moskau. 

Owen Richard, Esq., Professor London. 

Packard Dr. A. S., Prof., Rhode Island, N.-Am. Providence. 

Palmen Dr. Johann Axel, Prof. a. d. Univ. . . Helsingfors. 

Pancic Dr. Josef, Prof. d. Naturg. d. Hochschule Belgrad. 

Pardozy Sastron, Senor Don Castellote. 

Pasquale Josef, Prof., Strada anticilia 13 . . Neapel. 

Passerini Dr. Giov., Prof. d. Bot. a. d. Univ. Parma. 

Patze C. A., Stadtrath und Apotheker .... Königsberg. 

Pauls en Don Ferd., Chile Santiago. 

Pavesi Dr. Peter, k. Professor an der Universität Pavia. 

Peck Ch.H., Esq., State Botanist, New-York,U.-St. Albany. 

Pereira Dr. Jose, Secretär d. k. med. Akademie Rio Janeiro. 

Perez Areas, Don Laur., Prof. der Zoologie . Madrid. 

Peters Wilhelm, b. A. Hirschwald, Buchh. . . Berlin. 

„ Pfeffer Dr. W., Prof. d. Botanik Tübingen. 

„ Pfitzer Dr. Ernst, Prof. d. Botanik .... Heidelberg. 

„ Philippi Dr. R. A., Prof. und Direct. a. Museum Santiago. 

Prantl Dr. Karl, Prof. d. Bot. a. d, Forst- Akad. . Aschaffenburg. 

Preadbomme de Borre Alfred, Secr. soc. ent. Brüssel. 

P rings heim Dr. N., Prof., König. Augustenstr. 49 Berlin (W.). 

Pullich Dr. Georg, Hochw Rom. 

Purchas Arth., G. Rever Auckland. 

Puton Dr. A., Departement Vosges Remiremont. 

Puxty W. C, Lehrer a. Erdington Orphanage . Birmingham. 

Radde Dr. Gustav, Staatsrath, Direct. des k. Mus. Tiflis. 

Radlkofer D. Ludw., Prof. d. Bot. a. d, Univ. München. 

Ramsay Eduard Prirson, Esq., Curator of Mus. Sidney. 

R ans 011 riet Eug. Freih., k. k. Leg.- Secr. a. D. München. 

Raskovich Michael, Prof. an der Hochschule . Belgrad. 

Ravenel H. W., Esq., Süd-Carolina .... Aiken. 

„ Reess Dr. Max, Prof. d. Botanik a. d. Univers. Erlangen. 

„ Regel Dr. Eduard, Direct. d. k. botan. Gartens Petersburg. 

„ Rehm Dr. H., k. Gerichtsarzt Regensburg. 



XX 



Mitglieder im Auslande. 



P. T. Hürr Reinhard Dr. H., g.Ob.-Med.-Ratli, Johannisg. 14 Dresden. 

„ „ Reinhardt Dr. Otto, Ob.-Lehr., Oranienstrasse 45 Berlin. 

„ „ Reinsch Dr. Paul Friedrich, Univ.-Docent . . Erlangen. 

„ „ Reuter Dr. Otto Moranal, Üniv.-Prof., Finnland . Helsingfors. 

„ „ Rey Dr. E., Naturalist, Flossplatz 9 Leipzig. 

„ „ Ribbe Heinrich, Naturalist, bei Dresden . . . Blasewitz. 

„ Richiardi Dr. Sebast., Prof. d. Naturg. d. Univ. Bologna. 

„ „ Roberts Dr. Alfred, Esq Sidney. 

„ „ Robertson David, 4, Regent Park terrace . . Glasgow. 

350 „ „ Röder Victor von, Oekonom, Herzogth. Anhalt Hoym. 

„ „ Römer Dr. Ferd., Prof. an der Universität . . Breslau. 

„ „ Rösler Dr. Carl Friedr. Herrn Japan. 

„ „ Roffiaen Frangois, Vicepräs. d. malac. Gesellsch. Brüssel. 

„ „ Ross D. Milton, AI. Esq., Canada Toronto. 

„ „ Rütimey er -Frankhausen Karl L., Professor Basel. 

„ „ Rutot A., p. Staatsbahn-Ingenieur Brüssel. 

„ „ Sabatier Dr. Med. Armand, Prof. Zoolog. . . Montpellier. 

„ „ Saccardo Pierre Andrea, Prof. d. Botanik . . Padua. 

„ „ Sachsl Leopold, k. u. k. Vice-Consul .... Philippopel. 

360 „ Sadebeck Dr. Rieh., Prof. u. Directord. bot. Mus. Hamburg. 

„ „ Sandberger Dr. Fridolin, Prof. d. Mineralogie Würzburg. 

„ „ Sander Dr. Julius, Arzt an der Charite . . . Berlin. 

„ „ Sars Dr. G. Ossian, Professor Christiania. 

„ „ Saussure Henri de, City 24, Tertasse . . . Genf. 

„ „ Schaff er Ignaz Ritter v., k. u. k. Gesandter o . Washington. 

„ „ Schenk Dr. A., p. Hofrath und Prof. d. Botanik Leipzig. 

„ „ Schief f erde cker, Dr. der Med., Sanitätsrath . Königsberg. 

„ „ Schierbrand Curt Wolf v., 2. I. Johannisplatz Dresden. 

„ „ Schiff Dr. Moriz, Prof. a. d. Hochschule . . Florenz. 

370 „ » Schilling Hugo, Naturalist Hamburg. 

„ Schliephake Dr. K.,Fab.-Dir., b. Osterfeld . . Waldau. 

„ „ Schmeltz J. D. E., Conservator am ethn. Mus. Leyden. 

,. „ Schmid Anton, Privat Regensburg. 

„ „ Schmitz Dr, Friedrich, Prof. a. d. Univ. . . . Greifswald. 

„ „ Schnabl Dr. Johann, Krakauer Vorstadt 63. . Warschau. 

„ „ Schneider W. G., Dr. phil Breslau. 

„ „ Schnitzer Dr., Sanitätsarzt, Albanien .... Antivari. 

„ „ Schroeter Dr. J., k. Oberstabsarzt Breslau. 

„ „ Schübler Dr. Christ. Fried., Dir. d. bot. Gart. Christiania. 

380 » » Schüch Dr. G. de Capanema, Professor, geh. Rath Rio Janeiro. 

„ „ Schulze Dr. Franz Eilh., Prof. u. Dir. d. zool. Mus. Berlin. 

„ „ Schwager Conrad, k. Geolog, Marsstrasse 37 . München. 

„ ,j Schweinfurt Dr. Georg Cairo. 

„ „ Sclater Ph. Luttley, Secr. zool. Soc. Hann ov. Sq. London. 



Mitglieder im Auslande. 



XXI 



P. T. Herr Scott Eobert Henry v., Scr. R. geol. S. of Irl. Dublin. 

„ „ Scudder Samuel, Prof., Harvard College, U.-St. Cambridge. 

Seebold Th., Ingenieur b. Krupp Bilbao. 

. Segeth Carl Dr., Arzt, Chile Santiago. 

Seidel C. F., Seminarstrasse 6 Dresden. 

390 Seidlitz Dr. Georg, Grosser Rathshof bei . . Königsberg i. P. 

Selys Longchamps Bar.de, Sen., Mitgl. d. Akad. Liege. 

Semper Dr. Carl, Prof. an der k. Universität . Würzburg. 

„ Semper Georg, van der Schmissen- Allee 5 . . Altona. 

., Seoane de Lopez Dr. Vict., Advocat, Span. Galiz. Coruna. 

Sharp ey Will., 33 Woburn PI., Rüssel Sq. 80 London. 

Signoret Dr. Victor, Rue de Rennes 46 . . . Paris. 

„ Simonsen Carl Ludw., Adj. an der Realsch. . Trondhjem. 

„ S kinner Maj., Grosvenor Place England . . . Bath. 

„ Smirnoff Michael, Schulrath, Hahnstr. 24 . . Tiflis. 

400 n Frau Smith Anna Maria, Road Clifton Bristol, 

„ Herr Sodiro P. Alois S. J., Prof. d. Bot., Ecuador . Quito. 

„ „ Sohst C. G., Fabriksbesitzer, Strohhaus 85 . . Hamburg. 
„ „ So IIa Dr. Rüdiger Felix, Professor, R. Instituto 

forestal Valombrosa Pontassive. 

„ So 1ms -Laub ach Dr. Her. Graf, Prof. d. Bot. Göttingen. 

S or au er Dr. Paul, Dirig.d. pflanz. -phys.Versuchsst. Proskau. 

Sousa Jose Augusto de, am Museum zu . . . Lissabon, 

n Spängberg Dr. Jacob, Lehrer am Gymnasium Sundsvall. 

Spegazzini Dr. Carlo, Assist, a. bot. Garten . Buenos- Ayres. 

„ „ Speyer Dr. Adolf, Hofrath, Fürsten th. Waldeck Rhoden. 

410 n r, Speyer August, Fürstenthum Waldeck . . . Arolsen. 

„ „ Staintou Henry, Mountsfield Lewisham bei. . London (SE.). 

Stangenwald Dr. Hugo, Sandwichs-Ins. . . Honolulu. 

„ „ Staudinger Dr. Otto, Villa Diana bei Dresden Blasewitz. 

„ „ Stearns Robert E. C S. Francisco. 

„ „ Steenstrup Dr. J. Japetus Sm,, Museal-Director Kopenhagen. 

„ „ Steiner Leon v., Dr. d. Med Bukarest. 

n r, Stierlin Gustav, Dr. d. Med Schaff hausen. 

„ „ Strasburger Dr. E., Prof. d. Bot. a. d. Univers. Bonn. 

r, Strobel Pelegrino v., Univers. -Professor . . . Parma. 

420 7, n S tu der Dr. Bernhard, Professor, Inselg. 132 . Bern. 

„ Sullivant William S., Ohio, Nordamerika . . Columbus. 

n n S uringar Dr. W. F. R,, Rector- Leyden. 

TaczanowskyL., Conservator am Museum . Warschau. 

„ „ Targioni-Tozzetti Cav. Adolf, Univ.-Prof. . Florenz. 

„ „ Teixeira Dr. Carlos, pr. Arzt Rio Janeiro. 

„ „ Terracciano Dr. Nicolo, Dir. d. k. Gart, zu . Caserta. 

„ Thomas Dr. Friedr., herzogl. Professor, b. Gotha Ohrdruff. 



XXII 



Mitglieder im Auslande. 



P. T, Herr Thomas Richard, Fabr.-Dir., Haus Maluschin Moskau. 

„ Thomsen Allen, Prof., 3 College Court., High-Str. Glasgow. 

430 „ „ Thor eil Dr. Tamerlan, Prof. a. d. Universität . Upsala. 

„ „ Todaro Agostiuo, Prof., Dir. d. bot. Gartens . Palermo. 

„ Trail Dr. Jam. H. W., Univ.-Prof. d. Bot., Schottl Aberdeen. 

„ „ Turner Wil., M. B., Univ.-Prof. d. Anat. . . . Edinburgh. 

„ „ Tyermann John S., England Falmouth. 

„ „ Ungern-Sternberg Dr. Franz Freih. v., Prof. Dorpat. 

„ Urban Dr. X, 1. Assist, a.bot. Garten, Potsdstr. 750 Berlin (W.). 

„ ,, Uricoechea D. Ezech., Präs. d. naturw. Ges. . St. Fe de Bogota 

„ ,, Verrall €r. H., Sussex Lodge, England . . . Nev^market. 

Veth Moriz, Fabriksbesitzer, Fürstenth. Reuss . Gera. 

440 „ ,, Vincent G., Conservator a. naturhist. Museum Brüssel. 

„ Vitorchiano P. Angelico da, apost. Missionär. Tinos. 

„ Vogt Karl, Professor Genf. 

„ Volger Dr. Otto, Bad Soden bei Frankfurt a. M. 

Vullers Dr. D., Univ.-Prof. u. geh. Studienrath Glessen. 

„ „ Wall ac e Alfr., Rüssel Esq., Frith Hill Godalming London. 

„ Waltl Dr., Professor Passau. 

W ar min g Dr. Eugen, Universitäts-Professor . Kopenhagen. 

Weddel Rektor A Poitiers. 

„ Weinland Dr. Fr., Württemberg Esslingen. 

450 „ Weisbach Dr. August, k.k. Stabsarzt und Director 

des Österr.-ungar. National-Spitals .... Constantinopel. 

„ ^ Weissflog Eugen, Strehlener-Strasse 7 . , . Dresden. 

Wenzel Hugo, k. Schulinspect., Kröben, Posen. Rawitsch. 

„ West Tuffen London. 

„ WesterlundDr. Karl Agardh, Schweden . . Ronneby. 

We s t wo od John Obadiah, Prof. a. d. Universität Oxford. 

Weyers Josef Leopold, Rue Laeken 51 . . . Brüssel. 

„ White Buchanan, Esq., Annat Lodge .... Perth. 

„ Wilde Sir Will., Vice-Präs. of the Irish Acad. Dublin. 

„ Winkler Moriz, bei Neisse Giesmannsdorf. 

460 Winnertz Johann Crefeld. 

„ Wocke Dr. M. T., Klosterstrasse 87b .... Breslau. 

„ „ Wood-MasonJ., Esq., Curator Ind. Maseum . Calcutta. 

„ Woroniii Dr. M., Prof., kleine italienische Strasse 6 St. Petersburg. 

„ Wright Dr. Percival, Prof. d. Bot., Trinity Coli. Dublin. 

^ „ Wulp F. M. van der, .Princes Marie straat 14 . Haag. 

„ Zickendrath Dr. Ernst, Haus Siegle, Butirki . Moskau. 

„ „ Zimmermann Dr. Her., Bürgerschul-Lehrer . Limburg a. L. 

4ßg „ „ Zirigovich Jakob, k. u. k. Vice-Consul . . . Adrianopel. 



Mitglieder im luiaude. 



XXIII 



Mitglieder im Inlande. 



P. T. Herr Aberle Dr. Carl, k. k. Reg.-Rath, Bäckerstr. 8 . Wien. 

„ „ Adamovic Vincenz, Bürgerschiil-Director . . Ragusa. 

„ „ Alscher Alois, städt. Lehrer, II., Holzhauserg. 7 Wien. 

„ Altenberg Felic, Apoth., V., Margarethenstr. 75 Wien. 

„ Ambrosi Franz, Bibliothekar Trient. 

„ Anders Ferdinand, em. Professor, Nr. 88 . . . Rodaun. 

r V ApfelbeckV.,frstl. Ob. -Forst., Croat.b.Kopreinitz Ludbregh. 

„ „ Arenstein Dr. Josef, Gutsbesitzer Glogguitz. 

„ „ Arneth Alfr. v.. k. k. Dir. d. geh. Staatsarch., Exc. Wien. 

„ „ Arnhart Ludw., Fachlehrer, Zellerhof .... Währing. 

„ „ Äusserer Dr. Anton, Prof. a. I. k. k. Staatsgymu. Graz. 

„ „ Äusserer Dr. Carl, e. Professor, Steiermark. . Lichtenwald. 

„ Au st Carl, k. k. Bezirksgerichts -Adjunct . . . Hainburg a. I 

„ „ Bachinger Aug., Prof. Land.-Real-Gymn., N.-Oe. Horn. 

„ „ Bachinger Isid., Professor, Wienerstrasse 41 . Wr. -Neustadt. 

„ „ Bachofen Adolf von Echt, Bürgermeister, Nr. 68 Nussdorf. 

r, r< Badini Graf Frz. Jos., k. k. Telegraphenbmt. . . Triest. 

„ „ Bäumler Johann A., Dürrmauththor 96 . . . Pressburg. 

„ Bannwarth Th., Lithogr., VIL,Schottenfeldg.78 Wien. 

„ „ Barbieux August, Fabriksbes., P. Maria Rast . Oberlembach. 

„ „ Bartsch Franz, k. k. Finanzrath, III. Salmg. 14 Wien, 

n r, Barts cht Ambros, k. k. Revid., Hauptstr. 40. II. Hernais. 

p „ Beck Dr. Günther, Custosadjunct und Vorstand 
der botan. Abtheilung des k. k. naturhistor. 

Hofmuseums, Herrengasse 14 Währing. 

„ Beer Berthold, Dr., VIIL, Schlösselgasse 28 . . Wien. 

„ „ Benda Franz, Hochw., P. Provincial, VIIL . . . Wien. 

Benz Robert, Freih. v., Sillg. 16 Innsbruck. 

^ Bergeustamm Julius, Edl. von, IL, Tempelg. 8 Wien, 

r n B etzwar Dr. Anton, IV., Favoritenstrasse 17. IL Wien, 

p p Biesok Dr. Georg, k. k. Gymnas.-Prof., Mähren Strassnitz. 

„ BischingDr. Ant., Com.-Ob.-Realschul-Prof.,IV. Wien. 

„ B i 1 1 n e r Dr. Alex., III., Ob. Weissgärberstr. 14. IL Wien. 

p Blasig Josef, Professor, Böhmen Saaz. 

p p B ob er ski Lad., Director d. Lehrerbildunganstalt Tarnopol. 

p Boehm Dr. Josef, k. k. Prof., VIIL, Skodag. 17 Wien. 

„ Bohatsch Albert, IL, Schreigasse 6 . . . . Wien, 

p p Bohatsch Otto, V., Ziegelofengasse 3 . . . . Wien. 



XXIV 



Mitglieder im Inlande. 



P. T. Herr Brauer Dr. Friedrich, Custos des k. k. natur- 
histor. Hofmuseums und Professor der Zoologie 

an der Universität, IV., Pressgasse 26 . . . Wien. 

„ „ Braun Heinrich, III., Hauptstrasse 8 . . , . Wien. 

„ „ Brei dl er J., Architekt, Hubergasse 12 ... . Ottakring. 

40 „ „ BreitenlohnerDr. J., Prof.d.Hochsch. f.Bdcltr. Wien. 

„ „ Brunn er Franz, Südbahn-Beamter Wien. 

„ „ Brunner V. Wattenwyl Carl, k. k. Minist.-Rath 

im Handelsminist., VIII., Trautsongasse 6 . . Wien. 

„ „ Brusina Spiridion, Prof. u. Dir. d. zool. Museums Agrarn. 

„ „ Bubela Johann, Mähren (Lasky) Wsetin. 

„ „ Buchmüller Ferdinand, Privat Mödling. 

„ BurgersteinDr.Alfr.,Gym.-Prof.,II.,Taborstr.7r) Wien. 

„ „ Car Dr. Lazar, Adjunct am zoolog. Museum . Agram. 

„ „ Cassian Joh. Ritt, v., Dir. d. Dampfschilf-Ges. Wien. 

„ „ Gel er in Dominik, Mag. Pharm., IV., Hauptstr. Wien. 

50 „ „ Chimani Carl, Exped.-Dir. k. k. Obersthof.-Amt Wien. 
„ „ Chimani Dr. Ernst v., k. k. Ober- Stabsarzt, III., 

Metternichg. 9 Wien. 

„ „ Christen Severin, P. Hochw., Gym. -Prof., Kärnt. St. Paul. 

„ „ Chy zer Dr. Cornel, k. Physikus, Zempliner Com. S. a. Ujhely. 

„ „ Cidlinsky Carl,k.k.Postofficial,III.,Hauptstr. 112 Wien. 

Claus Dr. Carl, k. k. Prof. d. Zool., Hofrath . Wien. 

„ ,. CoUoredo-Mansfeld, Fürst Josef zu, Durchl. . Wien. 

„ „ Conrad Sigmund, Hochw., Pfarrhof .... Haiuburg a. D. 

„ „ Csatö Joh. v., Gutsbes., k. Rath, Siebenb. . . . Nagy-Enyed. 

„ „ Cserey Lucas Adolf, Gymn. -Professor .... Schemnitz. 

60 „ „ Cserni Adalb., Prof. a. kath. Ob.-Gymn., Siebenb. Karlsburg. 

„ „ C so kor Dr. Johann, Prof. a. k. k. Thierarznei-Inst. Wien. 

n » Cypers Victor Landrecy von, bei Hohenelbe . Böhm.-Harta. 

„ „ Czech Theod. v,, Dr. d. M., Ungarn, Cra. Szolnok Tasnäd Szantö. 

„ „ Cz er mak Johann, Hochw., Gymn.-Director, VIII. Wien. 

„ „ Czoernig Carl, Freih. V., k. k. Hofrath . . . . Klagenfurt. 

„ „ DallaTorre Dr. Carl v., Prof., Meinhardtstr. 12 Innsbruck. 
„ „ Damianitsch Martin, p. k. k. Gen.- Auditor, 

I., Elisabethstr. 9 1 Wien. 

„ „ D am i n Narcis, Prof. d. nautischen Schule, Croat. Buccari. 

„ „ Dautwitz Friedrich, k. k. Hofbau -Verwalter . . Schönbrunn. 

70 n n De decek Josef, Prof. d. Realschule, Karolinenthal Prag. 

„ „ Degen Ärpäd V., Thonethof Buda-Pest. 

„ „ Demi Arnold, Dr. med., Hauptsirasse 11 . . . Hietzing. 

„ „ Deschmann Carl v., Custos am Landes-Museum Laibach. 
„ „ Dewoletzky Rudolf, Assistent für Zoologie a. d. 

Univ., IX., Wasag. 26 Wien. 



Mitglieder im Iiilande. 



XXV 



T, Herr Düll Eduard, Realschul-Director, I., Ball^asse 6 Wien. 

„ Dorfinger Johann, bei Wien Nr. 28 ... . Salmannsdorf. 

„ Dorfmeister Vinceuz, IX., Nussdorferstr. 25 . Wien. 

„ DrascheDr.Rich.Freih.v.Wartinberg, Giselastr. 13 Wien. 

„ Dziednszycki Graf Wladimir, Franziskanerpl. 45 Lemberg. 

Eberstaller Josef, Privat, Sackstrasse . . . Graz. 

Eck hei Georg v., Grosshändler, Via di Vienna2 Triest. 

Effenberger Dr. Josef, prakt. Arzt .... Hietzing, 

Egg er Ed., k. k. Finanzcomm., III., Jacquing. 5 Wien. 
„ Egger Graf Franz, Kärnten, am Längsee . . . Treibach. 
„ Eggerth Carl, Badeinhaber, Gumpendorferstr. . Wien. 
„ Eggerth Carl j., Stud. med., VI., Dürerg. 14 . Wien. 
„ Ehnhart Carl, Privatbeamter, VL, Gumpen- 
dorferstr. 14 Wien. 

„ Ehrenberg Herrn., Buchh., III., Apostelgasse 2 Wien. 

„ Ehrlich Josef, k. k. Parkgärtner, IL, Prater . Wien. 

„ EichenfeldDr.Mich.R.v.,VnL,Josefstädterstr.ll Wien. 

„ Eichler Wilh. Ritter v. Eichkron, k. k. Hofrath Wien. 
„ E m i c h Gustav Ritter v. Emöke, k. Truchsess, IV., 

Sebastianiplatz 8 Buda-Pest. 

„ Engelhardt Victor, Stud. ehem., VIL, Zieglerg. 27 Wien. 

„ Entleutner Dr. A. F., Professor, Tirol .... Meran. 

„ Entz Dr. Ge'za, Prof. d. Zool. a. d. Univers. . Klausenbnrg. 

„ Ettingshausen Dr. Const., Freih., k. k. Prof. Graz. 

„ Eysank v. Marienfels M., Apoth., Rudolfsplatz 5 Wien. 

Feichtinger Alex., Dr. d. Med., Stadt-Physik. . Gran. 

„ Feiller Franz v.. Privat, VIL, Sigmundsg. 13/III Wien. 

Fekete Fidelis von, Kapuziner-Ordens- Quardian 

Tegetthofstrasse 2 Wien. 

„ Felder Dr. Cajetan Freih. v., L, Schottengassel Wien. 

Felix Paul, Stud. med., L, Canovagasse 5 . . Wien, 

„ Feuer Dr. David, Waiznerstrasse Buda-Pest. 

„ Figdor Gustay, Grosshändler, IL, Praterstr. 8 Wien. 

„ Finger Dr. Josef, e. Professor, L, Naglergasse 1 Wien. 

„ Finger Julius, Sparcassebeamter, Hptstr. Nr. 68 Unter-Meidling. 

„ Firbas Franz, Apotheker, Böhmen Schütteuhofen. 

„ Fischbach er Alois, Cooperator, III.,Weissgärber Wien. 
„ Fitzner Rudolf, fürstl. Reuss'scher Obergärtner, 

N.-Oe Ernstbrunn. 

„ Förster J. B., Chemiker, X., Laaerstrasse 20 . Wien. 
„ Form an ek Dr. Eduard, Gymnasial-Prof., Franz 

Josefstrasse 3 Brünn. 

„ ForsterDr.Leop.,Prof. a. k. k.Thierarz.-Institute Wien. 

„ Frank Dr. Johann, Advoeat, L, Operngasse 8 . Wien. 

5. ß. Ges. B. XXXVI. d 



XXVI 



Mitglieder im lalande. 



P. T. Herr Franz Carl, Dr. d. Med., Mähr., Post Zastawka Rossitz. 

„ „ Freyn Josef, CiviMngenieur, III., Karmeliterg. 21 Prag. 

„ „ Friedrich Dr. x^dolf, Apoth., Schönbrunnerstr. Fünfhaus. 

„ „ F ritsch Dr. Anton, Prof. u. Cust. a. naturh. Mus. Prag. 

„ „ Fritsch Dr. Carl Wien. 

„ „ Fritsch Josef, Privatier, Eichwaldthorstr. 16 . Teplitz. 

120 „ „ Frivaldszky Johann V., 1. Gustos am Nat.-Mus. Buda-Pest. 

„ „ Fruwirth August, Gutsbesitzer, P. Lilienfeld . Freiland. 

„ „ Fuchs Franz, Lehrer, N.-Oe., an d. March . . Zwerudorf. 

„ „ Fuchs Josef, k. Rath, III., Hauptstrasse 67 . . Wien. 

„ „ Fuchs Theodor, Gustos u. Vorst, d. geol.-paläont. 

Abtheilung des k. k. naturhistor. Hofmuseums Wien. 

„ „ Fürstenberg Friedr., Landgraf zu, Cardinal, Em. Olmütz. 

„ „ Fugger Eberh., Professor d. Ob.-Realschule . . Salzburg. 

„ „ Gall Eduard v., erzherzogl. Secr., Favoritenstr. 18 Wien. 

„ i, GanderHieronym.,Hchw., Pfarrer, P.Sillian, Tirol Inner- Vielgraten. 

„ V G an gib au er Ludwig, Gustosadjunct des k, k. 

naturhistor. Hofmuseums Wien. 

130 » „ Gaun er sdorf er Johann, Prof. d. Franc. -Joseph. Mödling. 

„ „ G eitler Leop., k. k. Artillerie-Oberlieut Wien. 

„ „ Gerlach Benjamin, Hochw., St. Gotthard . . Eiseuburg. Com. 

„ „ Glowacki Julius, Prof. a. Land.-Real-Gymnasiura Leoben. 

„ „ Gobanz Alois, k. k. Oberförster Gmunden. 

„ „ Godeffroy Dr. Richard, Ghem. des Apoth. -Ver. Wien. 

Goldschmidt Friedr. W., IL, Ferdinandsstr. 31 Wien. 

„ „ Goldschmidt Moriz, Ritt, v., I., Opernring 6 . Wien. 

n „ Graf Ferdinand, Markt-Gommissär, Zinkg. 11 . Fünfhaus. 

„ „ Gr äffe Dr. Eduard, Inspector d. k. k. zool. Station Triest. 

140 ' r Gr äff Dr. Ludwig V., Univ.-Prof. Graz. 

„ „ Grave Heinr., Givil-Ingen., Fünfhaus, Blütheng. 7 Wien. 

„ „ GredlerVincenz, Hochw., Gymn.-Prof. u. Direct. Bozen. 

„ Gremblich Julius, Hochw., Gymn.-Prof., Tirol Hall. 

„ „ Gr im US Carl R. v. Grimburg, k. k. Real-Prof. Innsbruck. 

„ Grobben Dr. Carl, Univ.-Prof. Währing. 

„ „ Grunow Albert, Chemiker d. Metallwfab., N.-Oe. Berndorf. 

„ „ GrzegorzekDr. Adalb., Hochw., Probst . . . Bochnia. 

„ „ Gsangler Ant., Hochw., Rect. d. Piaristen-CoUeg. Krems. 

„ „ Gugler Josef, k. k. Schul-Insp., VIII., Ledererg. 8 Wien. 

150 r, 11 Gutleben Josef, Gärtner, IIL, Rennweg 14. . Wien. 

„ „ Haberler Frz. Ritter V., Dr. jur., I., Bauernmarkt 1 Wien. 

„ Hab ich Otto, Fabrikant, Stiftsgasse 64 . . . Hernais. 

„ „ Hacke 1 Eduard, Gymnasial-Professor .... St. Pölten. 

„ Hacker P. Leopold, Hchw., Pfarrer, Post Kottes Purk, N.-Oe. 

„ „ Hac k spiel Dr. Jos-, k. k. Gymn. -Dir., Altstadt . Prag. 



Mitglieder im Inlande. 



XXVII 



T. Herr Haira hoffen Gustav Ritt. v.Haim, k.k. Reg.-Rath 
u. Dir. d. Minist.-Zahlaintes i. P., VII., Breiteg. 4 



Wien. 
Wien. 
Wien. 



Haläcsy Eugen von, Dr. med., VII., Schrankg. 1 

Haller Carl, Dr. med., k. k. Regieruugsrath 

Hampe Dr. Hermann, Hof- u. Gerichts- Advocat, 

I., Herreng. 6 Wien. 

Handlirsch Adam, III., Heugasse 1 . . . . Wien. 

Handlirsch Anton, Mag. d. Pharm., III., Heug. 1 Wien. 

Ha ndtke Dr. Robert, Prof. d. Landes-Proseminars St. Pölten. 

Hanel Alois, Dechant, Böhmen Saaz. 

Hanf Blasius, Hchw., Pfarrer, P.Neuraarkt, Ob. -St. Mariahof. 

Hantken Max Ritt. v. Prudnik, k. Prof., Univ. Buda-Pest. 

Haring Johann, Lehrer, N.-Oe Stock erau. 

Harner Dr. Ig., k. k. Stabsarzt i. P., Neustiftg. 43 Baden. 

Hartinger Aug., Hof-Lithogr., Mariahilferstr. 49 

Haszlinski Friedr., Prof. d. Naturgeschichte . 

Hatschek Dr. Berthold, Prof. d. Zool. a. d. Univ. 

Hauck Dr. F., k. k. Telegraphbmt., Via Rosetti 229 

Hauer Franz R. v., k. k. Hofrath, Intendant des 
k. k. naturh. Hofmuseums, 1., Burgring . . 

Haynald Dr. Ludwig, Cardinal-Erzbischof, Excell. 

Heeg Moriz, Bankbeamter, II., Circusg. 35a . . 

Heger Rudolf, Apotheker, Galizien, P. Przeworsk 

Heiden Leopold, Armenrath, VII., Kandelg. 30 . 

Hei der Dr. Adolf, IX., Wasagasse 12 ... . 

Heid er Dr. Arthur Ritter v., Docent f. Zoologie 

a. d. Univ., Maiffredyg. 4 Graz. 

Heidmann Alberik, Hochw., Abt des Stiftes . Lilienfeld. 

Heilsberg Alois, suppl. Gymn.-Prof., IX., Sechs- 
schimmelgasse 7 

Heimerl Anton, Prof. a. d. Realschule Sechshaus 

Heinze Hermann, k. k. Fregatten -Capitän . . 

Heinzel Ludwig, Dr. d. Med., VII., Kircheng. 3 

Heiser Josef, Eisenwaaren-Fabriksbesitzer, N.-Oe. 

Helfert Di. Josef Alex. Freih. v., geh. Rath, Exc. 

Heller Dr. Camill, k. k. Prof. d. Zool., Universität 

Helm Dr. Vincenz, Ritter v., k. k. Ministerialrath 

Hepperger Dr. Carl v., Advocat Bozen. 

Herman Otto v., Reichst.-Abg., Damjanichg. 46 Buda-Pest. 

Hetschko Alfred, Prof. d. Lehrerbildungsanstalt Bielitz. 

Hibsch Josef E., Prof. d. h. landw. Lehranstalt Tetschen-Liebwerda. 

Hinterwaldner J. M., k. k. Bez.-Schul-Insp., 

Gürtelstr. 35 Währing. 

Hirc Carl, Volksschullehrer, Croatien .... Buccari. 

d* 



Wien. 
Eperies. 
Prag. 
Triest. 

Wien. 

Kalocsa. 

Wien. 

Kanczuga. 

Wien. 

Wien. 



Wien. 

Penzing. 

Pola. 

Wien. 

Gaming. 

Wien. 

Innsbrack. 

Wien. 



XXVIII 



Mitglieder im Inlande. 



P. T. Herr Hirn er Josef, Kaufmann, VI., Nelkengasse 1 . Wien. 

„ „ Hoef er Franz, Fachlehrer der Bürgerschule i. P., 

Hauptstrasse 85 Hernais. 

„ „ Hoernes Dr. Rudolf, Prof. d. Geologie, Univers. Graz. 

„ „ Hoffmann A.v.Vestenhof, k.k.Hauptm. i. 14.I.-R. Ragusa. 

„ „ Holuby Jos. Ludw., ev. Pfarr., Post Väg-Ujhely Nemes-Podhragy. 

„ „ Holzhausen Adolf, Buch dr.-Bes., VII., Breiteg. 8 Wien. 

200 „ „ Holzinger Dr. Josef B., Advocat, Realschlg. 6 Graz. 

„ „ Horcicka Karl Richard, k. k. Postofficial, Am- 
bulanz Westbahn, Märzstrasse 21 Fünfhaus. 

„ „ Hormuzaki Constantin v., Untere Herrengasse Czernowitz. 

„ „ Ho rnung Carl, Apotheker, Siebenbürgen, Marktpl. Kronstadt. 

„ „ Horväth Dr. Geyza V., Sovesz-ucza 18 ... . Buda-Pest. 

„ „ HuemerDr. Ignaz,k. k. Reg.-Arzt, 10. Feldj.-Bat. Hainburg a. D. 

„ „ Hütterott Georg v., kais. Japan. Consul . . . Triest. 

„ „ Hu SS Armin, Professor am evang, Collegium . Eperies. 

„ „ Hut er Rupert, Hochw., Cooperator, Tirol . . . Sterzing. 

„ Hutten-Klingenstein, Mor.v.,k.k.Rittm.a.D. Wien. 

210 „ „ Hy rtl Dr. Josef, k. k. Hofr., Prof. i. P., Kircheng. 2 Perchtoldsdorf. 

„ „ Jablonsky Vinc, Direct. d. Lehrerbildungsanst. Krakau. 

„ „ Jetter Carl, Privatbeamter, IL, Rothesterng. 4/3 Wien. 

„ J ch um Adolf, Offlcial in Ministerium für Cultus 

und Unterricht Wien. 

„ „ Junovicz Rudolf, k. k. Realschul-Director . . Sereth. 

„ Juränyi Dr. Ludwig, Univ.-Professor d. Botanik Buda-Pest. 

„ „ Jurinac Adolf E., Prof. a. Gymn., Croatien . . Warasdin. 

„ „ Just Benedict, L.-Gymn.-Professor Baden. 

„ Karny Hugo, k. k. Official Mödling. 

„ „ Karpelles Dr. Ludwig, Margarethenplatz 7 . . Wien. 

220 „ „ Kaspar Rudolf, Hchw., Dechant, b. HuUein, Mähr. Holeschau. 

„ „ Kaufmann Josef, IV., Neumanngasse 5 . . . Wien. 

„ Keller AI., Bürgerschullehrer, VI., Mollardg. 29 Wien. 

,, „ Kempny Peter, Cand. d. Med., VIL, Kircheng. 40 Wien. 

„ „ Kern er Dr. Anton, Ritter v. Marilaun, Professor 

der Botanik, Hofrath Wien. 

„ „ Kern er Josef, k. k. Kreisgerichts-Präsident . . Wiener-Neustadt. 

„ „ Kerry Richard, Dr. phil., L, Walfischgasse 12 . Wien. 

„ „ Kessler Philipp, Kaufmann, V., Hof mühig. 17/11 Wien. 

„ „ Kimakowicz Mauritius von, Siebenbürgen . . Hermannstadt. 

„ „ Kinsky Ferdinand Fürst, Durchlaucht .... Wien. 

230 „ „ Kissling P. Benedict, Hochw., Coop., N.-Oe. . Mautern. 

„ „ Kittel August, pr. Arzt, IV., Alleeg. 56 . . . Wien. 

„ „ Kittel Dr. med. Franz, Königl. Weinberge 68 Prag. 

„ „ Klein Julius, Prof. d. Botanik, Josefs-Polytechn. Buda-Pest. 



Mitglieder im Inlaude. 



XXIX 



P. T. Herr Klemensiewicz Dr. Stanislaus, Prof. a. Gyinn. St. Anna, Krakau. 

„ KlobDr. AI., Hof-u. Ger.-Adv.,I.,Maximilianstr.4 Wien. 

Km et Andreas, röm.-kath. Pfarrer, b. Schemnitz Prencuw. 

„ „ Knapp Josef Arm., IX., Säulengasse .... Wien. 

„ K n a u e r Dr. Blasius, k. k. Gymu.-Prof., Albertg. 23 Wien. 
„ „ K e 1 b e 1 Carl, Custosadjunct des k. k. naturhistor. 

Hofmuseums, IX., Wasagasse 28 Wien. 

„ König Dr. Heinrich, k. Gerichtsarzt, Mühlgasse Hermannstadt. 

„ Königswarter Moriz, Freiherr von Wien. 

„ „ Kohl Franz Fr., Assist, a. k. k. naturhist. Hofmus. Wien. 

„ Kolazy Jos., k. k.Min.-Beamter, VI.,Kauuitzg.6/b Wien. 

„ Kolbe Carl, k. k. Auscult., IV., Margarethenstr. 31 Wien. 

,, „ Kolombatovic Georg, k.k. Prof. d.Ob.-Realschule Spalato. 

„ Körners Carl, Kastner, Ungv. Com., P. Csap . Salamon. 

„ „ Kopecky Josef, k. k. Gymnas. -Professor . . . Pisek. 

„ „ Kor 1 e wie Anton, Professor am croat. Ober-Gymn. Fiume. 

„ „ Kornhuber Dr. Andr. v., k.k. Prof. d. Technik Wien. 

„ Kotschy Dr. Eduard, Advocat, Gemeindeg. 6 . Fünf haus. 

„ „ Kowacs Dr. Friedrich, VIII., Laudongasse 41 . Wien. 

„ „ Kowarz Ferd., k. k. Telegraphenbeamter, Böhmen Franzensbad. 

„ KränkelDr. Jos., k. k. Stabsarzt, Garnisonsspital Krakau. 

„ KrafftDr.Guido,k.k.Prof.d.Techn.,III.,Seidelg.l4 Wien. 

„ Krahulec Dr. Samuel, III., Hauptstr. 83 . . . Wien. 

,1 Krasan Fr., k. k. Prof. II. Gymn., Kroisbachg. 12 Graz. 

„ „ Krasser Fridol. E., VII., Neustiftg. 38 . . . Wien. 

„ Kraus-Elislago Rudolf v., Josefstädterstr. 21 Wien. 

Kreithner Eduard, Apotheker, Nussdorferstrasse Heiligenstadt. 
„ „ Krem er Hermann Ritter von Auenrode, Beamter 

am orientalischen Museum, I., Börsegasse 3 . Wien. 

„ „ Kriesch Johann, Prof. am Josefs-Polytechnicum Buda-Pest. 

., „ Kr ist Dr. Josef, k. k. Custos d. phys. Cabinets Graz. 

„ „ Kronfeld Dr. Moriz, I., Schottenriug 29 . . . Wien. 

Krueg Julius, Doct. d. Med., b. Wien .... Döbling. 

Künstler Gust. A., Realitätenbes., Sobieskig. 25 Wien, 

n Kulczynski Ladislaus, Prof. a. St. Anna-Gymn. Krakau. 

Kunz Ed., k. k. Min.-Beamt., IX., Rossauerlände 19 Wien. 

Kurz Anton, Privatbeamter, III., Salesianerg. 8 Wien. 

„ Kurz Carl, k. k. Medik.-Direct., III., Rennweg 12 Wien. 

„ Lajer Ferdinand, Prof, der Naturw. am Obergymn. Stuhlweisseubrg. 

„ Langer Dr. Carl, k. k. Hofrath, Prof. a. d. Univ. Wien. 

„ Latzel Dr. Robert, k. k. Gym.-Prof., Hegelg. 3 Wien. 

., Lazar Matthäus, k. k. Gymn. -Professor . . . Görz. 

Leitenberger Heinr., k, k. Realschul-Professor Trautenau. 

„ Leitgeb Ludwig, P., Capitular des Stiftes . . Göttweih. 



XXX 



Mitglieder im Inlande. 



P. T. Herr Leithner Dr. Franz, Advocat Krems. 

„ „ Lenhossek Dr. Josef v., Universitäts-Professor, 

Museumsring 33 Buda-Pest. 

„ „ LenkDr.Joh.,Arztd.öst.-ung.Lloyd,Viacarinthia5 Triest. 

„ „ Leonhardi Adolf Freih., Gutsbes. bei Wittingau Platz. 
280 „ „ Lewandowsky Dr. Rudolf, e. k. k. Oberarzt u. 

Prof. am Milit.-Mädch.-Pensionat, Karlsg. 40 . Hernais. 

„ Liechtenstein Joh., reg. Fürst von und zu . Wien. 

„ Liechtenstern Franz Frh., k. k. Hptm. a. D. Eovigno. 
„ Lihotzky Moriz, Magistratsbeamter, Neuwald- 

eggerstr Gersthof. 

„ Lindpointner Anton, Hochw., regul. Chorherr St. Florian. 

„ Lipp ert Christ, Minist. -Rath i. k. k.Ackerb. -Min. Wien. 

Low Franz, Dr. d. Med., 43 bei Wien .... Heiligenstadt. 

„ Low Frauz, Dr. d. Med., IV., Hauptstr. 47, II. . Wien. 

„ Low Paul, IV., Hauptstr. 47 Wien. 

„ Loitlesberger Carl, prof., Cand., I., Roseng. 8 Wien, 
r, Lorenz Dr. Lud. v. Liburnau, Assistent d. k. k. 

naturhistor. Hofmuseums, III., Beatrixgasse 25 Wien. 

„ Lostor fer Adolf, Dr. med., I., Spiegeig. 4 . . Wien. 

„ Ludwig Dr. Ernst, Professor a. d. Universität . Wien. 

„ Lukätsy P. Thomas, Hochw., Franc. -Ord.-Pr. . Eisenstadt. 

Lutz Josef, k. k. Beamter, IV., Schleifmühlg. 1 Wien. 
„ Macek Franz, k. Steuerbeamter, in Croatien . Warasdin. 
„ Madaräsz Dr. Julius v., Adjunct a. Nat.-Mus. Buda-Pest. 
„ Maggi August, k. k. Oberlieuteiiant .... Fünfkirchen. 
„ Majer Mauritius, Hchw., C.-O.-Capit., Veszp. Cm. Zirc. 
„ Maly Franz, k. k. Hof-Garten-Director . . . Wien. 
„ Mandl Dr. Ferdinand, IL, Asperngasse 1 . . . Wien. 
„ Mann Jos., a. k. k. zool. Hofcab., III., am Canal 17 Wien. 
„ Marchesetti Dr. Carl v., Dir. d. städt. Museums Triest. 
„ Marenzell er Dr. Emil v., Custos des k. k, natur- 
histor. Hofmuseums, VIII., Tulpengasse 5 . . Wien. 
Margo Dr. Theodor, Prof. d. Zoologie a. d. Univ. Buda-Pest. 
„ Marschall Gf. Aug., Schönbrunner Hauptstr. 152 Ob.-Meidling. 

„ Martinovic Peter, Gymn.-Prof Cattaro. 

„ Maschek Adalbert, fstl. Rohan. Gartendirector Sichrow. 

„ Massopust Hugo Triest. 

„ Matz Maximilian, Hochw., Pfarrer, N.-Oesterr. . Stammersdorf. 

,, Maupas Peter Doimus, Erzbischof, Excellenz . Zara. 

„ Mayerhof er Carl,k.k.Hof-Operns.,Friedrichstr.4 Wien. 

„ Mayr Dr. Gustav, Professor, III., Hauptstr. 75 . Wien. 

„ Menghin Alois, städt. Volksschullehrer . . . Meran. 

„ Metzger Ant., Sparc.-Beamt., HL, Geusaug. 9/11 Wien. 



Mitglieder im lulande. 



XXXI 



P. T. Herr Mich Dr. Josef, Dir. d. k. k. Lehrerbildungsaust. Troppau. 

Miebes Ernest, Hochw., Rector am Piar.-Colleg. Prag, 

Mihailo vic Vict., Hochw., Professor am k. Gymn. Zengg. 

M i k Jos., Prof. a. akad. Gymn., Marokkanerg. 3, II. 50 Wien. 

M i k s c h Dr. Carl, Real-Prof ., IX., Währingerstr. 74 Wien. 

Miller Ludwig, III., Hauptstr., Sünnhof . . . Wien. 

Mitis Heinr. Ritt, v., k. k. Mil.-Offic, Poststrasse 94 Penzing. 

Möller Dr. M.Jos., Professor an der Universität Innsbruck. 
Mojsisovics Dr. August v. Mojsvar, k. k. Prof. 

d. Zool. a. d. techij . Hochschule, Sparbersbachg. 25 Graz. 
Molisch Dr. Hans, Docent und Assistent an der 

Universität, IX., Mariannengasse 12 ... . Wien. 

Moser Dr. Carl, k. k. Professor d. Staats- Gymn. Triest. 

Müller Dr. Arnold Julius, prakt. Arzt .... Bregenz. 

Müller Florian, Hochw., Pfarrer, b. Marchegg . Groissenbrunn. 

Müller Hugo M., Grünangergasse 1 Wien. 

Müller Jos., Smichov, Inselgasse 434 .... Prag. 

Müllner Michael F., Neugasse 39 Rudolfsheim. 

Natterer Ludwig, IL, kleine Stadtgutgasse 3 . Wien. 

Nemethy L.V., Hochw., Caplan, IV., Schwurplatz 2 Buda-Pest. 

Netu Schill Frz., k. k. Hauptm., mil.-geogr. Inst. Wien. 

Neufellner Carl, k. k. Res.-Lieut., Y., Rüdigerg. 6 Wien. 

Neugebauer Leo, Prof. d. k. k. Staats-Realsch. Bielitz. 

N e u m a y r Dr. Melch., Univ.-Prof. d. Paläontologie Wien. 
Nevinny Dr. Josef, Assist, d. Pharmacognosie u. 

Pharnaacologie a. d. Universität Wien. 

Nick er 1 Ottokar, Dr. d. Med., Weuzelsplatz 16 Prag. 

Nonfried Anton, städt. Rentmeister, Böhmen . Rakonitz. 

Nosek Ant., Stud. phil., Schneckeng. 15, neu I Prag. 

Novak Giam Battista, Volksschullehrer, auf Lesina Brusje. 

N V 1 n y Dr. Steph., Herrschafts- Arzt, Neutr. Com. Komjath . 

Nowicki Dr. Max., Prof. d. Zool. a. d. Universität Krakau. 

Nycklicek Expeditus, P., Gymn. -Prof., Böhmen Freiheit. 

Oberleitner Frz., Pfarrer, Ob.-Oe., bei Gmunden Ort. 

Ofenheimer Anton Nasice. 

Ostermey e r Dr.Frz.,Hof-u.Ger.-Adv.,Bräunerstr. 11 Wien. 

Otto Anton, VIII., Schlösselgasse 2 . . . . Wien. 

Fächer David, Hochw., Dechant, Kärnten . . Obervellach. 

Palacky Dr. Johann, Prof. a. d. Universität . Prag. 

Palm Josef, Dir. am Gymnas., Ob.-Oe., Innkreis Ried. 

P a nto c z ekDr. Jos., P. Gr.-Tapolcsan, Neutr. Com. Tawornak. 

Papi-Balogh Peter v.. Com. Csanad .... Mezöhegyes. 

Paszitzky Eduard, Dr. d. Med., Stadtarzt . . Pünfkirchen. 

Paszlavszky Jos., Real-Prof., II. Bez., Hauptg.4 Budapest. 



XXXII 



Mitglieder im Inlands. 



P. T. Herr Paulin Alfons, Professor a. k. k. Obergymn. . Laibach. 

„ Pechlaner Ernst, Cand. prof., IV., Walterg. 7 Wien. 
„ „ Pelikan V. Plauenwald Anton Freiherrvon,k.k. 

Vice-Präs. u. Fin.-Land.-Dir. i. P., Seilerstätte 12 Wien. 

„ Pelzein Aug. V., Cust. d. k. k. naturbist. Hofm. Wien. 

360 „ „ Pesta Aug., k. k. Finanz- Minist.- Vice-Secretär Wien. 
„ „ Petkovsek Johann, Bürgerschul -Lehrer, IL, 

Darwing. 14 Wien. 

„ „ Petter Dr. Alexander, Custos d. städt. Museums Salzburg. 

„ „ Peyritsch Dr. Job., Prof. d. Botanik a. d. Univ. Innsbruck. 

„ „ Pfeiffer Anselm, Hochw., Prof. am Gymnasium Kremsmünster. 

Pfurtscheller Paul, Dr. phil., III., Hetzg. 26 Wien. 

Pichl er Johann, Realschul-Professor, Mähren . Prossnitz. 

Pickl Josef, Oberwardein im k. k. Punzirungsamte Wien. 

Pipitz Dr. F. E., Humboldtshof, Göthestrasse 7 Graz. 

Platz Josef Graf, k. k. Statthalterei-Beamter . Brünn. 

Pokorny Dr. Alois, k. k. Reg.-Eath, kl. Sperlg. 2 Wien. 

Pokorny Eman., Präfect a. k. k. Theresianum Wien. 

Polak Dr. J. E., L, Bibergasse 1 Wien. 

Pospischill Job., Hchw., Domh., Kleinseiterg. 29 Prag. 

Prandtstetter Franz v., Apotheker, N.-Oe. . Pöchlarn. 

Preissmann Ernest, k. k. Aich-Insp., Burgring 16 Graz. 

Preyer L., k.k. Rechnungseleve, III., Gärtnerg. 32 Wien. 

Prinz 1 August, Oekonomiebesitzer, N.-Oe. . . Ottenschlag. 

Prihoda Mor., k. k. Mil.-Beamt. i. P., Hörig. 15 Wien. 

Prochaska Leop , grfl. Zichy. Schlossgtner., N.-Oe. Hainburg a. D. 

Raimann Rudolf, Stud. phil., Frankgasse 10 . Währing. 

Rakovac Dr. Ladislav, Secretär d. k. Landes-Reg. Agram. 

Rassmann Moriz, Stud. jur.. Herreng. 4 . . . Währing. 

Rath Paul, Hochw., IIL, Rennweg 27 ... . Wien. 

Rathay Emerich, Prof. d. ön.-pom. Lehranst. . Klosterneuburg. 

Rauscher Dr. Robert, p. k. k. Finanzrath . . Linz. 

Rebel Hans, Drd. jur., I., Helferstorferstrasse 9 Wien. 

Redte nb acher Josef, VI., Kaserngasse 9/II 18 Wien. 

Reinisch Oscar, Fabrikant, Böhmen .... Warnsdorf. 

Reisinger Alexand., p. Director, Ottakringstr. 82 Hernais. 

Reiss Franz, prakt. Arzt . Kierling. 

Reit t er Edmund, Naturalist, Ungargasse 12 . Mödling. 

Ressmann F., Dr. juris, Kärnten Malborgeth. 

Reu SS Dr. Aug. Leop. Ritt, v., I., Wallfischg. 4 Wien. 

Reuth P. Emerich L., Hochw., Eisenburg. Com. Nemet-Ujvär. 

Richter Carl, Dr. phil., IL, Taborstrasse 17 . Wien. 

Richter Ludw. (Adr. L. Thiering), Mar. Valeriag. 1 Buda-Pest 

R immer Dr. Franz, Präfect St. Pölten. 



Mitglieder im Inlands. 



XXXIII 



T. Herr Rinnböck Josef, Privat, Hauptstrasse 14 . . . Simmering. 
„ Rippel Johann Conrad, Assist, a. d. techn. Hoch- 
schule, rV., Hechteng. 9 Wien. 

Robert Franz v., L, Zedlitzgasse 4 Wien. 

Robic Sim., Hchw., Administr., Krain, P. Zirklach Ulrichsberg. 
Rock Dr. Wilhelm, IL, Darwingasse .... Wien. 
„ Rodler Dr. Alfred, Assist, a. geol. Inst. d. Univ. Wien. 
„ Römer Julius, Professor, Siebenbürgen . . . Kronstadt. 
Rösler Dr. L., Professor der k. k. chemisch-physi- 
kalischen Versuchsstation Klosterneuburg. 

,, Rogeuhofer Alois Friedrich, Custos des k. k. 

naturh. Hofmuseums, VIIL, Josefstädterstr. 19 Wien. 

„ Rollet Emil, Dr. d. Med., Primarius, L, Giselastr. 2 Wien. 

Ronniger Ferd., Buchhändler, Rothethurmstr. 17 Wien. 

Res oll Dr. Alexander, Johannesgasse 7 . . . Währing. 

„ Rossi Ludwig, k. k. Land w.- Lieutenant . . . Karlstadt. 
„ RossmanitDr. Theod. Ritt, v., k. k. Gen.-Secr. d. 

Börsekammer, L, Börseplatz 3 Wien. 

Rothschild Albert, Freiherr v Wien, 

Rupertsberger Mth., Hw., Pf., P. Micheld., N.- Oe. Nied.-Ranna. 

Sabransky Heinrich, IX., Lazarethgasse 29 . . Wien. 

Saga Dr. Carl, Graben L Nr. 13 Prag. 

„ Sajö Carl, Gymnasial-Professor, b. Gödöllö . . Veresegy-häza. 

„ S a n d a n y F. J,, k. k. Pol.-Obercom., L, Seilerst. 10 Wien. 

„ Saxinger Eduard, k. Rath Linz. 

„ Schaf er Job., Hochw., Pfarrer, b. Zirkniz, Krain Grahovo. 
„ Schamanek Josef, Bürgerschullehrer, IV., Star- 
hemberggasse 8 Wien. 

„ Schaub Robert Ritt, v., L, Fleischmarkt 6 . . Wien. 

„ Schauer Ernst, Kr. Zloczow, Post Brody . . Pieniaki. 

„ Scheffler Carl, Sparcasse-Ob. -Beamter . . . Wien. 

„ Scher fei Aurel, Apotheker, Post Szepes M. . . Pelka. 

„ Scherks Alex., Ober-Berginspector, Palackyg. 5 Prag, Neustadt. 

r Scherks Ernst, Apotheker Znaim. 

„ Schernhammer Jos., Privatbeamt., Turnerg. 18 Fünfhaus. 

„ Scheuch Ed., Beamter der österr.-ung. Bank . Wien. 

^ Schiedermayr Dr. Carl, k. k. Statth.-Rath . Linz. 

„ Schieferer Michael, Koerblergasse 44 a . . . Graz. 

„ Schi f f n e r Rudolf, Gutsbes., IL, Ferdinandstr. 29 Wien. 

„ Schleicher Wilhelm, Oekonomiebes., N.-Oe. . Gresten. 

„ Schlereth Max, Freih. v., ak. Maler, Kircheng. 39 Hernais. 

„ Schletterer August, Professor, IL, Glockeng. . Wien. 

Frau Schloss Nathalie, IX., Peregringasse 1/3 . . . Wien. 

Herr Schlott er G., k. k. Hauptm. i. 4. Mob. -Bat., Dalm. Cattaro. 

5. B. Ges. B. XXXVI. 6 



XXXIV 



Mitglieder im Inlande. 



P. T. Herr Schmerling Anton Eitter v., geh. Rath, Excell. Wien, 

Schmölz Leopold, k, k. Ober-Förster .... Mürzzuschlag. 
Scholtys Alois, Präparator d. botan. Abtheil. d. 

k. k. naturhistor. Hofmuseums Wien, 

440 „ „ Scholz Eduard, Cand. phil,, IV,, Starhembergg. Wien. 

Scholz F., Comm. -Lehrer, VI., Mollardgasse 4 Wien. 

Schräm Jos., Gymn.-Prof., VI., Barnabiteng. 12 Wien. 

Schreiber Dr. Egyd, Director d. Staats-Realsch. Görz, 

Schreiber Mathias, Lehrer Krems a.D. 

S c h r f f Dr. D. Carl Ritt, v., Carl-Ludwigs-Rg. 8, II Graz. 

Schuler Karl, Fabrikant, Mähren Weisskirchen. 

Schulzer v. Müggenburg Stef., p. k. k. Hptm. Vinkovce. 

Schuster Adrian, Prof. a. d. n. ö, Handelsschule Krems a. D, 

Schuster Carl, Naturalist, VI., Gumpendorfstr. 62 Wien. 

450 „ „ Schwaighofer Ant., Doct.d.Phil.,III.,Blattg. 13 Wien. 

Schwarz Gust. E. v. Mohrenstern, Praterstr. 23 Wien. 

Schwarz-Senborn Wilh. Freih. v., Excellenz Wien. 

Schwärze! Felix, Oek., b. Böhm.-Deutschbrod . Bastin. 

„ „ Schwarzenberg Fürst Joh. Adolf, Durchlaucht Wien. 

„ „ Schwöder Adolf, Bürgerschuldirector, Mähren . Müglitz. 

„ „ Sebisanovic Georg, Dir. d. k. Oberrealschule . Semlin. 

„ „ Senn holz Gustav, Stadtgärtner, III., Heumarkt 2 Wien, 

„ „ Senoner Adolf, III., Marxergasse 14 ... . Wien. 
„ „ Siebeck Alexander, fürstl. KhevenhüUer'scher 

Forstmeister, N.-Oe Riegersburg, 

460 „ „ Siegel Moriz, Civil-Ingen., V., Hundsthurmstr. 68 Wien. 

„ „ Siegmund Wilhelm j., Böhmen Reichenberg. 

„ „ Sigl üdiskalk, P., Hochw., Gymnas.-Director . Seitenstetten. 

„ „ Simonkaj Dr. Ludwig, Professor am Lyceum . Arad. 

„ Simony Dr. Fr., k.k. Hofrath, Prof., Salesianerg. 13 Wien. 

„ „ S imony Dr. Oscar, a.Prof.d. Hochschule f.Bodenc. Wien. 

„ „ Spaeth Franz, I., Kohlmesserg. 3 Wien. 

„ r Stäche Dr. G., k. k, Ob,-Bergr. d. geol. Reichsanst. Wien, 
„ „ Stadler Wilhelm, Ober-Beamter d. „Janus", I., 

Opernring 3 Wien. 

„ „ Stänzl Vincenz, k. k. Bez. -Schulinspector, Mähreu Zlabings. 

470 „ „ Stampfer Berthold, Stud. med., III., Beatrixg. 24 Wien. 
„ „ Stapf Dr. Otto, Assistent der Lehrkanzel für 

Botanik a, d. Universität Wien. 

„ „ St auf er Vinc, Hochw., Bibliothekar im Stifte Melk. 
„ „ SteindachnerDr. Fr., Director d. zool. Abth. 

d. k. k. naturhistor. Hofmuseums Wien. 

„ „ Steiner Dr. Julius, Prof. am Staats-Gymnas. . Klagenfurt. 

^ „ Stellwag Dr. Carl v. Carion, k. k. Univ. -Prof. Wien. 



Mitglieder im Inlande. 



XXXV 



P. T. Herr Stenzl Anton, Dr. Med., IX., Alsbachstr. 4 . . Wien. 

„ ^ Sternbach Otto, Freiherr v., k. k. Obristlieut. Leitmeritz. 

r „ Stieglitz Franz, Hochw,, Dechant, Innkreis . Eberschwang. 

„ „ Stockmayer Simon, Med., IX., Dietrichsteing. 6 Wien. 

480 „ „ Stöger Franz, Lehrer, b. Wien Mauer. 

„ Stohl Dr. Lukas, fiirstl. Schwarzenbg. Leibarzt Wien. 

„ „ Storch Dr. Franz, Pongau St. Johann. 

„ „ Sträusky P. Franz, Hochw., Post Polna, Böhmen Schlapenz. 

„ „ Strauss Josef, städt. Marktcommiss., Waagg. 1 Wien. 

„ r Strobl Gabriel, P., Hochw., Gymnasial-Professor Melk. 

Ströbitz er Martin, Hochw., Pfarrer, N.-Oe. . . Kautzen. 
. Strohl Ottokar Ritter v. Strohlendorf, IV., 

Hauptstrasse 2 Wien. 

r, n Studnizka Carl, k. k. Art.-Hptm. im Zeugs-Dep. Przemysl. 
„ Stummer Josef Ritter v., Präsid. der priv. Kaiser 

Ferdinand- Nordbahu Wien. 

490 „ „ Stur Dionys, k. k. Director d. geol. Reichsanstalt Wien. 
„ „ Stnrany Rudolf, VII., Zieglergasse 3 . . . . Wien. 
,., „ S tuss ine r Josef, k. k. Postofficial, Wienerstr. 15. Laibach. 
„ „ Svanda Stefan, Punzg.-Beamt., Gumpendstr. 63 Wien. 
„ „ Szyszyiowicz Dr. Ign. Ritter v., VII., Sieben- 
sterngasse 16 a Wien. 

„ ., Teiber Heinrich, Privat-Beamter, Hauptst. 25 . Währing. 

„ Tempsky Friedrich, Buchhändler Prag. 

„ Then Franz, Prof. a. d. k. k. Theres. Akademie . Wien. 
„ „ Thümen Felix, Freiherr von, k. k. Adjunct der 

forstlichen Versuchs-Station Görz. 

„ „ Tief Wilhelm, Gymnasial-Professor Villach. 

500 „ „ Tobisch J. 0., Dr Brünn. 

,, „ Tomasser Ubald, Chorherr, Steiermark . . . Voran. 

n „ TomekDr. Josef, fürstl. Leibarzt, b. Frohnsburg Riegersburg. 

„ „ Top itz Anton, Schulleiter, P. Unterhaid, Böhmen Kodetschlag. 

„ Traxl er Rudolf, Böhmen Josefstadt. 

„ „ Treuinfel s Leo, Hochw., Gymnas. -Prof., B.-O.-P. Meran. 

„ „ Tromba Johann, Apotheker Rovigno. 

„ Troyer Dr. Alois, Advocat, Stadt Steyr. 

„ „ Tscher nikl Carl, k. k. Hofgärtner Innsbruck. 

„ „ Tschörch Franz, k. k. militär.-techn. Official . Wien. 

510 „ ^ Tschusi Vict. R. zu Schmidh offen, b. Hallein Tännenhof. 

„ Türk Rudolf, k. k. Sect.-Rath i. P., Lagerg. 1 . Wien. 

„ Uhl Dr. Eduard, VL, Mariahilferstr. Ib . . . Wien. 

„ „ Urban Em., e. k. k. Prof., Beckergasse 23 . . Troppau. 

„ „ Valenta Dr. A., k. k. Reg.-Rath u. Spitalsdirector Laibach. 

„ „ Valle Anton, Adjunct am städt. Museum . . . Triest. 

e* 



XXXVI 



Mitglieder im Inlande. 



P. T. Herr Vi eh aus Claudius, Hocbw., Stiftscapitular . . Kremsmünster. 

„ Vielguth Dr. Ferdinand, Apotheker, Ob.-Oestr. Wels. 

Viertl Adalb., k. k. Hauptm. i. P., Frauziskg. 18 Fünfkircben. 

„ ^ Vodopic Mathias, Bischof, Eminenz, Dalmatien Bagusa. 

520 n ,7 Vogel Franz A., k. k. Hofgärtner Laxenburg. 

„ Vogl Dr. August, k. k. Universitäts -Professor, 

IX., Petrarcagasse 1 Wien. 

„ „ Vojtek Eich., Apotheker, VI., Eszterhazyg. 18B Wien. 

„ „ Voss Wilh., k. k. Professor d. Staats-Ob.-Realsch. Laibach. 

„ WachtlFriedr.,k.k. Oberförster, VIIL, Tulpeng. 3 Wien. 
r, „ Waginger Carl Dr., VIIL, Piaristengasse 10 . Wien. 
„ „ Wagner Bernard, P., Hochw., Professor am Ober- 
Gymnasium . Seitenstetten. 

„ „ Wagn er F. Ritter V. Kremsthal, Dr., Heinrichst. Graz. 

„ „ Wajgel Leop., Prof. am k. k. Ober-Gymnasium Kolomea. 

„ Wal In er Dr. Ignaz, k. Professor ..... Oedenburg. 
530 „ „ Walter Julian, Hochw., P.-O.-P., Gymn.-Prof., 

L, Herrengasse 1 . . . Prag. 

„ Walz Dr. Rudolf, IV., Carolineng. 19 ... . Wien. 
„ „ Wawra Dr. Heinrich Ritter V. Fern see, em. k. k. 

Marine-Stabsarzt Wien. 

„ „ Weiglsperger Fr., Hchw., Pfarr., P. Atzenbruck Michelhausen. 

„ „ Weinzettel Valent., Assist, am naturhist. Mus. Prag. 
„ „ Weinzierl Dr. Theodor Ritter v., Vorstand der 

Samen-Control-Versuchsstation, L, Herreng. 13 Wien. 
„ „ Weiser Franz, k. k. Landesgerichtsrath, IV., 

Hauptstr. 49 Wien. 

„ - Weiss Dr. Adolf, Regier.-Rath, k. k. Univ.-Prof. Prag. 
„ „ Wettstein Dr. Richard Ritt. V. Westersheim, 

Docent a. d. Universität, L, Helferstorf erg. 13 Wien. 

„ „ Wiemann August, Gärtner, III., Renn weg 14 . Wien. 
540 „ „ Wierer Lud. V. Wierersber g, Bezirksgerichts- 

Adjunct, Nieder österreich Alten steig. 

,, Wierzejski Dr. Ant., Prof. a. d. Univ Krakau. 

„ „ Wiesbaur Job., Hchw., S. J., Prof. a. Seminar Böh. -Mariaschein. 

Wiesner Dr. Jul., k. k. Univ.-Professor d. Bot, Wien. 
„ „ Wilczek Hans Graf, Excellenz, geh. Rath . . Wien. 
„ „ Wilhelm Dr. Carl, Privat-Docent an der Hoch- 
schule für Bodencultur, VIIL, Skodagasse 17 Wien. 
„ Witlaczil Dr. Emanuel, IIL, Sofienbrückeng. 3 Wien. 

„ Wittin g Eduard, VIL, Zieglerg. 27 Wien. 

„ Wolf Franz^ Nied.-Oest Waldegg. 

„ Woloszczak Dr. Eustach, Docent a. d. Technik Lemberg. 

550 „ „ Wyplel Martin, Cand. prof., IV., Trappelg. 2 Wien. 



Mitglieder im Inlande. 



XXXVII 



P. T. Herr Zabäo Alfons Graf, IX., Berggasse 9 . . . . Wien. 

„ „ Zahlbruckner Dr. Alex., VIII., Laudong. 43 . Wien. 

„ „ Zapalowicz Dr. Hugo, IV., Schikanederg. 6 . Wien. 

Zareczny Dr. Stan., Prof. am III. Gymn. . . Krakau. 

„ „ ^ivotsky Josef, ev. Katechet, I., Weihburggasse 9 Wien. 

Frau Zugmayer Anna, Nied.-Oest Waldegg. 

„ Herr Zukal H., IL, Rothesterngasse 23 Wien. 

r, „ Zwifl hofer Frz., Buchhalter d. böhm. Sparcasse Prag. 



Irrthümer im Verzeichniss und Ädressänderungen wollen dem Secretariate 
zur Berücksichtigung bekannt gegeben werden. 



XXXVIII 



Ausgeschiedene Mitglieder. 



Ausgeschiedene Mitglieder. 



1. Durch den Tod; 



P. T. Herr Balfour Dr. Hutton. 

„ „ B ermann Josef. 

„ „ Busk Dr. George. 

„ „ Grab acher Dr. Anton. 

„ „ Haider Dr. Johann. 

„ „ Harold Edgar. 

„ „ Hizd^u B. V. 

„ „ Kalchbrenner Carl. 

„ „ L an derer Fr. X. 

„ „ LeComte Theophil. 

„ Lischke Dr. G. E. 



P. T. Herr Mohnike Dr. 0. G. 
„ „ Morren Ed. 
„ „ Nader Dr. Josef. 
„ „ Ofenheim Victor v. 
,, „ Eaimann Leopold. 
„ „ Reuard Dr. Carl v, 
„ „ Schaitter Ignaz. 
„ „ Sedlitzky Dr. Wenzel. 
„ „ Scott John. 

U echtritz Ritter v. 



2. Durch Austritt: 



P. T. Herr Parma dy Martin P. 
„ „ Fries ach. 
„ „ Koch Dr. Gustav Adolf. 
„ „ Koepert Otto. 
„ 5, Leisser Johann. 

Moeschier B. Heinrich. 



P. T.Herr Pilar Dr. Georg. 

„ „ Plenker Georg, Freih. 
„ „ Schwab Adolf. 
„ „ Streiusberg Christian 
„ Suess Dr. Eduard. 



3. Wegen Zurückweisung der Einhebung des Jahresbeitrages 
durch Postnachnahme: 



P. T. Herr Bonetta Ferdinand. 
„ „ Neumann Dr. Philipp. 
„ „ Rogalski Dr. Anton. 



P. T. Frau Schmid Carolina v. 
„ Herr Schütz Dr. Jakob. 
„ „ Stöger Wilhelm. 



Lehranstalten und Bibliotheken. 



XXXIX 



Leliranstalten und Bibliotheken, 

welche die Gesellschaftsschriften beziehen. 

Gegen Jahresbeitrag. 

Berlin: Künigl. Bibliothek. 

Bozen: K. k. Staats-Gymnasium. 

Brixen: Fürstb. Gymnasium Vincentinum. 

Brünn: K. k. 1. deutsches Ober-Gymnasium. (Nohn.) 

Burghausen (Baiern): Unterrichts- u. Erziehungs- Anstalt derengUschen Fräulein. 
Bornhirn (Vorarlberg): Coramunal- Unter-Realschule. 
Görz: Landesmuseum. 

„ K. k. Ober-Eealschule, 

j, K. k. Ober-Gymnasium. (Q.) 
\0 Ch'az: K. k. 1. Staats-Gymnasium. 

„ K. k. Universitäts-Bibliothek. 
Güns: K. kath. Gymnasium. (P. f.) 
Kdlksburg: Convict der P. P. Jesuiten. 
Klagenfurt: K. k. Ober-Gymnasium. 

Klausenburg : Landwirth schaftliche Lehranstalt (Monostor). 
Königgrätz (Böhmen): K. k. Staats-Gymnasium. (P. f.) 
Laibach: K. k. Lehrerbildungsanstalt. 

„ k. k. Staats- Ober-Realschule. 
Leoben: Landes-Mittelschule. 
20 Linz: Oeffentl. Bibliothek. 

„ Bischöfliches Knaben- Seminar am Freinberge. 
Marburg: K. k. Gymnasium, 

Mariaschein bei Teplitz: Bischöfliches Knaben-Seminar. 

Martinsberg bei Raab: Bibliothek d. e. Benedictiner-Erzstiftes. (Nchn.) 

Ober-Rollabrunn: Landes-Realgymnasium. 

Oedetiburg: K. kath. Ober-Gymnasium. 

Olmütz: K. k. Studien-Bibliothek. 

„ K. k. Ober-Realschule. 
Pilsen: K. k. deutsche Staats-Realschule. 
30 Prag: K. k. deutsches Gymnasium der Altstadt, Franzensquai 8. (Nchii.) 

„ K. k. deutsche Lehrerbildungsanstalt. 

„ K. k. deutsches Neustädter Gymnasium, Graben 20. 

„ K. k. deutsches Ober-Gymnasium der Kleinseite. (Nchn.) 

„ Gesellschaft für Physiokratie in Böhmen, Wenzelsplatz 16. 
Przibram: K. k. Lehrerbildungsanstalt. 



Lehranstalten und Bibliotheken. 



Beichenberg (Böhmen): K. k. Ober-Realgymnasium. 
Ried (Ob.-Oesterr.) : K. k. Staats-Ober-Gymnasiura. 
Boveredo: Museo Civico. (P.) 
Salzburg: K. k. Gymnasium. 
40 „ K. k. Ober-Realschule. 
Schässburg: Evang. Gymnasium. 
Stockerau : Landes-Realgymnasium . 

Tabor: Höhere landwirthsch. -industrielle Landes-Anstalt. (P. f.) 
Temesvar: K. Ober-Gymnasium. 
Teschen: K. k. Staats-Realschule. 
Troppau: Landes-Museum. (Nchn.) 

„ K. k. Staats-Gymnasiurn. (Buchh. GoUmann.) 
„ K. k. Ober-Realschule. 
Ungarisch- Hradisch : K. k. deutsches Staats-Real-Obergymnasium. 
50 Villach: K. k. Real-Obergymnasium. 

Wien: K. k. Akademisches Gymnasium, L, Christinengasse 1. 
„ Oesterr. Apotheker -Verein. 
„ Bibliothek der k. k. techn. Hochschule. 

„ Botanische Abtheilung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums. 
„ Kaiser Franz Josefs-Gymnasium der innern Stadt, Hegelgasse. 
„ Leopoldstädter k. k. Staats- Ober-Realschule, IL, Vereinsgasse 21. 
„ K. k. Staats-Gymnasium, II., Taborstrasse 24. 
„ Botan. Museum der k. k. Universität, III., Renn weg 14. 
„ Staats-Unter-Realschule, V., Rampersdorferg. 20. 
60 „ Zool.-bot. Bibl. d. k. k. techn. Hochschule. 

Wiener- Neustadt : Niederösterreichisches Landes-Lehrer- Seminar. 



Unentgeltlich. 

Czernowitz: K. k. Universitäts-Bibliothek. 
Prag: Akademischer Leseverein. 

„ Lese- und Redehalle der deutschen Studenten. 
Waidhofen a. d. Thaya: Landes-Realgymnasium. 
Wien: K. k. Hof bibliothek. 

„ Communal-Gymnasium Gumpendorf. 

„ „ „ Leopoldstadt. 

„ „ Ober-Realschule Gunipendorf, VI., March ettigasse. 

70 „ „ „ „ L, Schottenbastei 7. 

„ „ „ Wieden. 

„ k. k. Universitäts-Bibliothek. 
73 „ Landesausschuss- Bibliothek. 



Wissenschaftliche Anstalten. XLI 



Wissenschaftliche Anstalten und Vereine, 

mit welchen Schriftentausch stattfindet. 

Oesterreich -Ungarn. 

Agram: Societas Historica Naturalis Croatica „Glasnik". 
Aussig a/Elbe: Naturwissenschaftlicher Verein. 
Bregenz: Landes-Museums - Verein. 
Brünn: Naturforschender Verein. 

„ Mährisch-schles. Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues. 
Buda-Pest: K. ungar. Akademie der Wissenschaften. 
„ » » geologische Anstalt. 

„ „ „ geologische Gesellschaft. 

„ Ungar, naturwissenschaftlicher Verein. 
10 „ Redaction der naturhistorischen Hefte des Nat.-Museuras. 
Czernowitz: Verein für Landescultur im Herzogthum Bukowina. 
Graz: Naturwissenschaftlicher Verein für Steiermark, 

„ K. k. steiermärkischer Gartenbau -Verein. 
Hermannstadt: Siebenbürgischer Verein für Naturwissenschaften. 

„ Verein für siebenbürgische Landeskunde. 

Innsbruck: Naturwissenschaftlich-medicinischer Verein. 

„ Ferdinandeum. 
Klageyifurt: Naturhistorisches Landes-Museum. 

„ K. k. Gesellschaft z. Beförderung d. Ackerb. und d. Industrie in Kärnten. 

20 Leipa, Böhm.-: Nordböhmischer Excursions-Club. 
Linz: Museum Francisco-Carolinum. 

, Verein für Naturkunde. 
Poprad: Ungarischer Karpathen -Verein. 
Prag: K. böhm. Gesellschaft der Wissenschaften. 

„ Naturhistorischer Verein „Lotos". 
Reichenberg: Verein der Naturfreunde. 
Salzbwrg: Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. 

„ Deutscher und österreichischer Alpenverein. 
Trentschin: Naturwissenschaftlicher Verein des Trentschiner Comitats. 
30 Triest: Museo civico di storia naturale. 

„ Societa adriatica di scienze naturali. 
„ Societa d'orticultura del Littorale. 
Wien: Kais. Akademie der Wissenschaften. 

„ Annalen des k. k. naturhistorischen Hofmuseums. 
„ Naturwissenschaftlicher Verein an der Universität. 
„ K. k. Gartenbau-Gesellschaft. 

Z. B. Ges. B. XXXVI. f 



XLII 



Wissenöchaftliche Austalten. 



Wien: K. k. geographische Gesellschaft. 

„ K. k. geologische ßeichsanstalt. 

„ K. k. Gesellschaft der Aerzte. 

40 „ Oest. Keichs- Forstverein. 

„ Redaction der österr. bot. Zeitschrift. 

„ Verein für Landeskunde von Niederösterreich. 

„ Verein zur Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse. 

Deutschland. 

Altenburg: Naturforschende Gesellschaft des Osterlandes. 

Annaberg-Buchholz: Verein für Naturkunde. 

Arnstadt: Deutsche botanische Monatsschrift (G. Leimbach). 

Augsburg: Naturhistorischer Verein. 

Bamberg: Naturforschender Verein, 

Berlin: Königl. preussische Akademie der Wissenschaften. 
50 „ Botanischer Verein für die Provinz Brandenburg. 

„ Berliner entomologischer Verein (B. Hache). 

„ Deutsche entomologische Gesellschaft. 

„ Jahrbücher des k. botan. Gartens und Museums. 

„ Naturwissenschaftlicher Verein von Neu -Vorpommern und Bügen. 

„ Redaction des Archives f. Naturgeschichte. (Nicolai'sche Buchhandlung.) 

„ Redaction der Entomologischen Nachrichten (Friedländer). 

„ Verein zur Beförderung des Gartenbaues in den k. preuss. Staaten. 
Bonn: Naturhistorischer Verein d. preuss. Rheiulande und Westphalens. 
Braunschweig: Redaction d. Naturwissenschaf tl. Rundschau (Vi e weg & Sohn). 
60 „ Verein für Naturwissenschaft. 

Bremen: Naturwissenschaftlicher Verein. 
Breslau: Verein für schlesische Insectenkunde. 

„ Schlesische Gesellschaft für vaterländische Cultur. 
Cassel: Verein für Naturkunde. 
Chemnitz: Naturwissenschaftliche Gesellschaft. 
Colmar i. Elsass: Society d'histoire naturelle. 
Danzig: Naturforschende Gesellschaft. 
Darmstadt: Verein für Erdkunde. 

Donau-Eschingen: Verein für Geschichte und Naturgeschichte. 
70 Dresden: Gesellschaft Isis. 

„ Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. 
Dürkheim: Pollicbia (Naturw. Verein d. bairischen Pfalz). 
Elberfeld: Naturwissenschaftlicher Verein von Elberfeld und Barmen. 
Emden: Naturforschende Gesellschaft. 
Erlangen: Biologisches Centralblatt. 

„ Physikalisch-medicinische Societät. 
Frankfurt a. M.: Senkenbergische naturforschende Gesellschaft, 
j, Redaction des Zoologischen Gartens. 



Wissenschaftliche Anstalten. 



XLIII 



Frankfurt a. 0.: Naturwissenschaft!. Verein f. d. Regierungsbez. Frankfurt a. 0. 
80 Freiburg i. B.: Naturforschende Gesellschaft. 
Fulda: Verein für Naturkunde. 

Giessen: Oberhessische Gesellschaft für Natur- u. Heilkunde. (Buchh. Richter.) 
Görlitz: Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften. 

„ Naturforschende Gesellschaft. 
Göttingen: Königl. Gesellschaft der Wissenschaften. 
Güstrow: Verein der Freunde der Naturgeschichte in Mecklenburg 
Halle a. d. S.: Naturwissenschaftlicher Verein für Sachsen und Thüringen. 
„ Naturforschende Gesellschaft. 

„ Redaction der Natur (Dr. K. Müller). 

90 ^ Kaiserl. Leopold.-Carolin. deutsch. Akad. d. Naturforscher. 

Hamburg -Altona: Naturwissenschaftlicher Verein. 

„ Verein für naturwissenschaftliche Unterhaltung. 

„ Naturhistorisches Museum der Stadt Hamburg. 

Hanau: Wetterauische Gesellschaft für die gesammte Naturkunde. 
Hannover: Naturhistorische Gesellschaft. 
Heidelberg: Naturhistorisch-medicinischer Verein. 
Jena: Medicinisch-naturwisseuschaftliche Gesellschaft. 
Kiel: Naturwissenschaftlicher Verein für Schleswig-Holstein. 
Königsberg : Königl. physikalisch-ökonomische Gesellschaft. 
100 Landshut: Botanischer Verein. 

Leipzig: Redaction d. Zeitschrift f. wissenschaftliche Zoologie (W. Engel mann). 
„ Königl. sächsische Gesellschaft der Wissenschaften. 
„ Redaction d. Botau. Zeitung (Verlagsbuchh. Arth. Felix). 
„ Redaction d. Zoologischen Anzeigers (W. Engelmann). 
Lüneburg: Naturwissenschaftlicher Verein für das Fürstenthuiu Lüneburg. 
Magdeburg: Naturwissenschaftlicher Verein. 
Mannheim: Verein für Naturkunde. 
Metz: Societe d'histoire naturelle. 

München: Königl. bairische Akademie der Wissenschaften. 
110 Münster: Westfälischer Provinz. -Verein für Wissenschaft und Kunst. 
Nürnberg: Naturhistorische Gesellschaft. 
Offenbach: Verein für Naturkunde. 
Osnabrück: Naturwissenschaftlicher Verein. 
Passau: Naturhistorischer Verein. 
Eegensbu/rg: Zoologisch-mineralogischer Verein. 

„ Königl. baierische botanische Gesellschaft. 

Sondershausen: Irmischia. 
Stettin: Entomologischer Verein. 

Stuttgart: Verein für vaterländische Naturkunde in Würtemberg. 
120 Tübingen: Redaction des „Naturforscher'^. 

Wiesbaden: Nassauischer Verein für Naturkunde. 
Zwickau: Verein für Naturkunde. 

f* 



XLIV 



Wissenschaftliche Anstalten. 



Schweiz. 

Basel: Naturforschende Gesellschaft. 

Bern: AUgem. Schweiz, naturforschende Gesellschaft. 

„ Naturforschende Gesellschaft. 

„ Schweizerische entomologische Gesellschaft. 
Chur: Naturforschende Gesellschaft. 

Frauenfeld: Mittheilungen der Turgauischen Naturforschenden Gesellschaft. 
Genf: Soci^te de physique et d'histoire naturelle. 
130 Lausanne: Societe vaudoise des sciences naturelles. 
Neufchdtel: Societä des sciences naturelles. 

„ Socidt^ murithienne de Valais. 
St. Gallen: Naturwissenschaftliche Gesellschaft. 
Zürich: Naturforschende Gesellschaft. 

Skandinavien. 

Bergen: Bibliothek des Museums. 
Christiania: Vetenskabs Sällskapet. 

„ Universitäts-Bibliothek. 
Gothenhurg: K. Vetenskabs Sällskapet. 
Kopenhagen: Naturhistoriske forening. 
140 „ K. danske videnskabernes Selskab. 

Lund: K. Universität. 

StocJcholm: K. Vetenskaps Akademie. (Buchh. M. W. Samson & Wollern 
d. E. Hartmann in Leipzig.) 
„ Entomologiske Tijdskrift. 

TromsÖ: Museum. 

Trondhjem: K. Norske videnskabers Selskabs. 
üpsala: Vetenskaps Societät. 
K. Universität. 

Holland. 

Amsterdam: Koninklijke Akademie van Wetenschappen. 

„ Koninklijke Zoologisch Genootschap Natura Artis Magistra. 
150 Gent: Natura, Mandschrift voor Naturwetenschappen. 
Haag: Nederlandsche Entomologische Vereeniging. 
Harlem: Musee Teyler. 

„ Hollandsche Maatschappij de Wetenschappen. 
Middelburg: Genootschap der Wetenschappen. 
Botterdam: Nederlandsohe Dierkundige Vereeniging. 

Utrecht: Provincial Utrechtscbe Genootschap van Künsten en Wetenschappen. 

Belgien. 

Brüssel: Academie ßoyale des sciences, des lettres et des beaux arts de Belgique. 
(Commission des echanges internationeaux.) 
„ Societe Royale de Botanique de Belgique. 



Wissenschaftliche Anstalten. 



XLV 



Brüssel: Soci^tö entomologique de Belgique. 
160 „ „ malacologique de Belgique. 

„ „ Beige de Microscopie. 

Liege: Redaction de la Belgique Horticole. (Morien.) 

„ Societe Royale des Sciences. 
Ltixeihbourg : Societe des Sciences naturelles du Grand-Duche de Luxerabourg. 
„ »de Botanique du Grand-Duche de Luxembourg. 

Grossbritannien. 

Belfast: Natural History philosophical Society. 
Dublin: Royal Irish Academy. 

„ Geological Society. (Trinity College.) 
„ Royal Society. 
170 Edinburgh: Royal Physical Society. 
„ Royal Society. 

„ Geological Society. 

Glasgow: Natural history Society. 
London: Entomological Society. 
„ The Entomologist. 
„ Entomologist's Monthly Magazine. 
„ Geological Society. 
„ Linnean Society. 
„ Meteorological Office. 
180 „ Record of zoological Literature. 
„ Royal Society. 

„ Royal microscopical Society. (Kings College.) 

„ Zoological Society. 
Manchester: Literary and philosophical Society. 
Newcastle upon Tyne: Tyneside Naturalist's Field club. 
Perth: Scottish naturalist (Buchanan White, M. D, Annat Lodge). 

Russland. 

Charkow: Gesellschaft der Naturforscher an der kaiserl. Universität. 
Dorpat : Naturforscher-Gesellschaft. 

Ekatherineni)urg : Societe ouralienne d'amateurs des sciences naturelles. 
190 Heising fors: Finska Vetenskaps Societeten. 

„ Societas pro Fauna et Flora fennica. 
Moskau: Societe Imperiale des Naturalistes. 
Odessa: Neurussische Gesellschaft der Naturforscher. 
Petersburg: Academie Imperiale des sciences. 
„ Kaiserlicher botanischer Garten. 

„ Revue mensuelle d'Entomologie par M. W. Dokhtourow, 
„ Societas entoraologica rossica. 
Eiga: Naturforschender Verein. 



XL VI 



Wissenschaftliche Anstalten. 



Italien. 

Bologna: Accadeniia delle scienze. 
200 Florenz: Societa entomologica italiana. 
Genua: Museo civico di storia naturale. 

„ Societa di letture e conversazioni scientifiche. 
Lucca: Accademia lucchese di scienze, lettere ed arti. 
Mailand: Societa italiana di scienze naturali. 

„ Istituto lombardo di scienze, lettere ed arti. 
„ Societa crittogamologica italiana. 
Messina: Malpigliia Revista Mensuale di Botanica. 
Modena: Societa dei naturalisti. 

„ Accademia di scienze, lettere ed arti. 
210 Neapel: Accademia delle scienze. 

„ Mittheilungen der zoologischen Station (Dr. Dohm). 
Padua: Societa veneto-trentina di scienze naturali. 
Palermo: Real' Accademia palermitana delle scienze, lettere etc. 

„ Societa di Acclimazione. 
Pisa: Societa toscana di scienze naturali. 
„ Societa malacologica italiana. 
„ Redazione del nuovo Giornale botanico. 
Born: Real' Accademia dei Lincei. 
„ Societa italiana delle scienze. 
220 „ Jahrbücher des botanischen Gartens (Prof. Pirotta). 
Venedig: Istituto veneto di scienze, lettere ed arti. 

„ Redazione della Notarisia, Commentarium Phycologicum (S. Samule, 
3422, Venezia). 
Verona: Accademia di Agricoltura, commercio ed arti. 

Frankreich. 

Amiens: Societe Linneenne du Nord de la France. 
Angers: Society d'etudes scientifiques. 
Bordeaux: Societe Linneenne. 
Ca'en: Societe Linneenne de Normandie. 

„ Annuaire du Musee d'histoire naturelle. 
Cherhourg: Societe des sciences naturelles. 
230 Dijon: Academie des sciences, arts et belles-lettres. 
Lille: Society des sciences de l'agriculture et des arts. 
Lyon: Academie des sciences, belles-lettres et arts. 
„ Societe d'agriculture. 

„ Societe botanique de Lyon (palais des arts, place des terreaux). 

„ Societe Linneenne de Lyon. 
Nancy: Societe des sciences. 

„ Acade'mie de Stanislas. 
Paris: Journal de Conchiliologie. 



WisseuBchaftlicbe Austalten. 



XLVII 



Paris: Nouvelles archives du Musee d'histoire naturelle. 
240 „ Societe botanique de France. 

„ Societe' entomologique de France. 

„ Societe zoologique de France. 
Ronen: Societe des amis des sciences naturelles. 

Portugal. 

Lissabon: Aeademia real das sciencias. 

Spanien. 

Coimhra: Sociedad Broteriana (Boletin annual). 
Madrid: Sociedad espanola de historia natural. 

Asien. 

Batavia: Bataviaasch Genotschap van Künsten en Wettenschappen. 

„ NatQurkundige Vereeniging in Nederlandisch-lndie. 
Bovibay: Journal of the Bombay Natural History Society Bombay. 
250 Calcutta: Asiatic Society of Bengal. 

Shanghai: Asiatic Society, north China brauch. 

Afrika. 

Alexandrien: L'Institut Egyptien. 

Amerika. 

a) N r d a m e r i k a. 

Boston: American Academy. 

„ Society of Natural History. 
Brooklyn: Entomological Society. 
Buffalo: Society of Natural Sciences. 

Cambridge: American Association for the advancement of science. 
„ Museum of comparative Zoology. 

„ Entomological Club Psyche, Organ of the (p. G. D im ok in Paris). 

260 Cap Bouge (Canada): Naturaliste canadien, par Abbe' Provancher. 
Columhus: Geological Survey of Ohio. 

„ Ohio State Board of Agriculture. 
St. Francisco: Californian Academy of Natural Sciences. 
New-Haven: American Journal of Science and Arts. 

„ Connecticut Academy. 

St. Louis: Academy of science. 

Madison: Wisconsin Academy of Sciences, Arts and Letters. 

Minnesota: Minneapolis Geological and Natural History Survey of Minnesota 

(N. H. Winchell, Director U. S. a.). 
Montreal: Geological and natural history Survey of Canada. 
270 „ Royal Society of Canada. 
New- Orleans: Academy of Sciences. 
Newport: Orleans' County Society of Natural Sciences. 



XL VIII 



Von der Gesellschaft angekaufte periodische Schriften. 



New -York: Academy of sciences. 

„ Bulletin of the Torrey Botanical Club. 

„ Society of Natural History (olim Lyceum). 
Philadelphia: Academy of Natural Sciences. 

„ American Entomological Society. 

„ American Philosophical Society. 

„ Zoological Society of Philadelphia. 

280 Quebec b. London: Canadian Entomologist by W. M. Saunders (Ontario). 
Salem: American Naturalist. 

„ Essex Institute. 
Toronto: Canadian Institute. 

Washington: Departement of Agriculture of the Unit. Stat. of N. America. 
„ Smithsonian Institution. 

„ United States commission of fish and fisheries. 

„ United States Geological Survey. 

b) Mittel- und Südamerika. 
Buenos- Ayr es: Museo publico. 

„ Sociedad cientifica argentina. 

290 Cordoba: Academia nacional di ciencias exactas a la Universidad. 
Mexico: Sociedad mexicana de historia natural. 

„ Museo nacional mexicana. 
Rio Janeiro: Museo nacional. 
„ „ Archivio de Museo nacional de (E. Mellier, Paris). 

Australien. 

Adelaide: Philosophical society. (South austral. Institute.) 
Sidney: Linnean society of New South Wales. 
297 „ Royal society of New South Wales. 



Periodische Schriften, 

welche von der Gesellschaft angekauft werden: 

Berichte der Deutschen botanischen Gesellschaft in Berlin. 

Bibliotheca della Zoologia e Anatomia comparata da Italia per L. Came- 

rano e M. Lessona. 
Bibliotheca zoologica. Herausg. von Carus und Engelmann. 
Botanische Jahrbücher für Systematik etc. Herausg. von A. Engler. 
Botanischer Jahresbericht. Herausg. von Dr. E. Koehne (fr. Dr. L. Just). 
Botanisches Centraiblatt. Herausg. von Dr. Oscar Uhlworm. 
Claus C. Arbeiten aus dem zoologischen Institute der k. k. Universität Wien 

und der zoologischen Station in Triest. 
Flora und Fauna des Golfes von Neapel. 

Wiener entomol. Zeitung. Herausg. von L. Mik, E. Reitter und F. Wachtl. 
Zoologischer Jahresbericht. Herausg. von der zoolog. Station in Neapel. 
Zoologische Jahrbücher. Herausg. von Spengel. 



Sitzungsberichte. 



Z. B. Ges. B. )üütYl. bitz.-Ber. 



A 



Versammlung am 13. Jänner 1886. 



Vorsitzender: Herr Dr. Franz Low. 



Neu eingetretene Mitglieder : 

Als Mitglied bezeichnet durch 
P T Herr P. T. Hei-ren 

Formänek Dr. Eduard, Gymn.-Prof. Brünn H. Braun, Dr. R. v. Wettstein. 

Heider Dr. Adolf. Wien Dr. A. Rodler, Dr. R. v. Wettstein. 

Maggi Aug., k. k. Oberlieut. FüDfkirchen . Dr. 0. Bohatsch, A. Vierth 

Scherks Ernst, Apotheker. Znaim . . . A. Rogeuhofer, A. Siebeck. 

Stapf Dr. Otto, Univ.-Assist. Wien . . . Dr. E. v. Haläcsy, Dr. R. v. Wett- 
stein. 

Königl. Bibliothek. Berlin den Ausschuss. 



Anschluss zum Schriftentausche : 

Redaction der „Naturwissenschaftlichen Rundschau" (Vieweg & Sohn) 
Braunschweig. 

Eingesendete Gegenstände : 

2000 Conchylien für Schulen von Herrn P. L. Hacker. 
1 Centurie Käfer für Schulen von Herrn J. Kaufmann. 
200 Hymenopteren für Schulen von Herrn J. Kolazy. 
150 Pflanzen für Schulen von Herrn Dr. R. Rauscher. 
800 Pflanzen für Schulen von Herrn E. Witting. 



Secretär Herr Dr. Günther Beck berichtete über neue Erwer- 
bungen der Bibliothek; besonders hervorzuheben sind die Schen- 
kungen von „Report on the scientific results of the voyage of 
H. M. S. Challenger during the years 1873—1876" (6 Bände) durch 
Herrn Dr. Richard Freiherrn v. Dräsche und von „Flora und 
Fauna von Hernstein in Nieder-Oesterreich" durch Herrn Hofrath 
M. A. V. Becker. 

A* 



4 



Versammlung am IB. Jänner 1886. 



Herr Custos A. v. Pelzeln berichtete nach einer Arbeit 
(Manuscript) des Herrn Franz Kohl über Antilopen, über eine 
neue, von Herrn J. Meng- es aus dem Somali-Lande mitgebrachte 
Gazellenart, von welcher Herr Kohl nach einem vom k. k. natur- 
historischen Hof-Museum erworbenen Männchen vorläufig folgende 
Beschreibung liefert: 

Gazella Felzelnii Kohl (ii. sp.) mas ad. — Diese neue Art steht der 
G. arabica Lichtenstein (Hempr. u. Ehrenb.) am nächsten, sowohl in der Fär- 
bung, als auch in der Form der Hörner. Etwas kleiner als diese, besitzt sie 
die Grösse eines Ideinen Rehes; ihr Kopf ist kleiner als bei G. arabica, der Schädel- 
theil hinter dem Gehörne verhältnissmässig ein wenig länger. Dieses ist wie 
bei der verglichenen Art sehr schlank, viel länger als der Kopf (27 cm.), hat 
aber nicht 14 — 17, sondern 21 Ringe, von denen der letzte freilich schwach und 
undeutlich ist. In Bezug auf die Krümmungsverhältnisse der Hörner gleichen 
sich beide Arten. Bei G. Pelzelnii divergiren sie aber viel stärker, so dass die 
Entfernung der Spitzen von einander beträchtlich grösser ist (Bei G. arabica 
3// 6///_3// 10'", bei G. FeUelnii 5" 2'" [13-6 cm.].) Unterschiede zeigen ferner 
auch die Detailverhältnisse des Schädels. 

Angaben des Sammlers: Pupille länglich, Iris tief dunkelblau. — Ge- 
sammelt zu Berberah im Somali-Lande, 21. Jänner 1885. 



Herr Custos A. Rogenhof er überreichte sodann eine Arbeit 
des Herrn H. Krauss^ betitelt: „Beiträge zur Orthopteren-Kunde 
Europas" und besprach den Inhalt derselben. (Siehe Abhandlungen^ 
Seite 137.) _______ 

Herr Dr. Franz Low sprach ferner über die Galle der Hor- 
momyia piUfera unter Vorlage eines diesbezüglichen Manuscriptes. 
(Siehe Abhandlungen, Seite 97.) 



Endlich legte Secretär Herr Dr. R. v. Wettstein folgende 
eingelangte Manuscripte unter Besprechung des Inhaltes vor: 

Arnold F.: Lichenologische Ausflüge in Tirol, XXIL Sulden. 
(Siehe Abhandlungen, Seite 61.) 

KronfeldM.: Teratologische Studien 1. (Siehe Abhandlungen, 
Seite 103.) 

Sabransky H. : Beiträge zur Brombeerenflora der Kleinen 
Karpathen. (Siehe Abhandlungen, Seite 89.) 



Vereammlung am 3. Februar 1886. 



5 



Versammlung am 3. Februar 1886. 

Vorsitzender: Se. Durchlaucht Fürst CoUoredo- 
Mannsfeld. 



Neu eingetretene Mitglieder: 

Als Mitglied bezeichnet durch 
P- T- Herr p t. Herren 

Hütterott Georg v., Coiisul. Triest . . . Dr. G. Beck, H. Massapust. 

Jetter Karl, Beamter. Wien H. Braun, Dr. A. Skofitz. 

Kurz Karl, k. k. Medicament.- Direct. Wien . Dr. E. v. Chimaui, J. Mik. 

Loitlesberger Karl, Leliramtscand. Wien . Dr. G. Beck, Dr. A. Zahlbruckner. 

Teiber Heinrich, Bankbeamter. Währing . L. Arnhart, Dr. L. Stohl. 



Eingesendete Gegenstände: 
85 Seethiere für Schulen von Herrn Franz Freiherrn v. Liechten stern. 



Herr Dr. Franz Low legte ein Manuscript vor^ betitelt: 
„Neue Beiträge zur Kenntniss der Psylliden." (Siehe Abhand- 
lungen, Seite 149.) 

Herr Gustos A. Rogenhofer referirte hierauf über Freiherr 
V. Gumppenberg, „Insecten-Fauna der Alpen". 

Fr. V. Gumppenberg in München hat einen interessanten Aufsatz: „Die 
Insecten-Fauna der Alpen" in den Mitth. d. D. u. Oe. Alp.-Ver., 1886, Nr. 1„ ver- 
öffentlicht, den ich mir, um weitere Anregung für die Beobachtung des Vor- 
kommens der Insecten im Alpengebiete zu geben, des Näheren zu erörtern 
erlaube. 

Von den circa 48.000 in Europa vorkommefiden Insecten- Arten finden 
sich annähernd 10% in den Alpen, wovon aber von den Orthopteren und 
Hemipteren nur ein Viertel bis fast zu den Spitzen reicht. 

Die bisher verbreitete Ansicht, dass Centrai-Europa durch die Eisperioden 
völlig entvölkert und später aus Sibirien wieder bevölkert wurde, scheint mir 
auch wenig Anspruch auf Wahrscheinlichkeit zu haben, denn es müsste 

1. Die Eiszeit eine locale Katastrophe gewesen sein, welche vorzugsweise 
Europa und Nord- Amerika als Opfer sich ausersah; 2. Sibirien den zur Wieder- 



6 



Versammlung am 3. Februar 1886. 



bevölkerung Europas nöthigen Ueberschuss an Lebewesen producirt haben, welche 
in ihrer Heimat die Bedingungen ihrer Fortentwicklung nicht mehr fanden; 
3. diese Bedingungen hätte die neue europäische Heimat sofort erfüllt. Daraus 
zieht Gumppenberg den Schluss, dass die heutige Insecten-Pauna unserer 
Alpen zum grossen Theile noch identisch ist mit der vor der Vergletscherung 
vorhandenen ürfauna. 

Nur eines beachtet Herr Gumppenberg zu wenig, dass gleiche alpine 
Höhen gleichen Thiergruppen die Lebensbedingungen gewähren können. 

Viel Aehnliches hat Lappland mit den Alpen gemein, sowie auch der Kaukasus 
und der Altai in Betracht kommen. Von grossem Interesse ist das Vorkommen 
mancher Arten in den Alpen sowie im Altai und West-Sibirien, wie Ärctia Flavia, 
die aber in den zwischenliegenden Gebirgen im Kaukasus fehlen. 



Herr Hugo Zukal hielt einen Vortrag über Pilzbulbillen 
unter Vorlage seines diesbezüglichen Manuscriptes. 

Vortragender fand diese von Eidam (Cohn, Beiträge zur Biol., III) be- 
schriebenen Propagationsorgane bei fünf Pilzen, nämlich bei Helicosporangium 
coprophilum n. sp,, Dendryphium hulbiferum n. sp., Haplotrichum roseum Link, 
Melanospora fimicola Hans, und einer Peziza. Er constatirte in üebereinstim- 
mung mit Eidam, dass sich aus den Bulbillen in der Regel nur Conidien- 
formen entwickeln. 

Da sich aber in zwei Fällen, nämlich bei Melanospora und Peziza, die 
Bulbillen in Fruchtkörper verwandelten, so gelangt er zu dem Schlüsse, dass 
die Bulbillen morphologisch als unentwickelte Fruchtkörper, also als Hem- 
mungsbildungen, aufzufassen sind. 

Bei vielen Ascomycetenfrüchten dürfte die Bulbillenform als ganz nor- 
males Entwicklungsstadium vorkommen. Einige derselben werden unter Um- 
ständen auf dem Bulbillenstadium längere Zeit verbleiben können. 

Auch die sogenannten Sclerotien des PenicilUum glaucum dürften nur 
modificirte Bulbillen sein. 

Die kleinen Bulbillen, in denen wenig Reservestoffe aufgespeichert sind, 
entwickeln in der Regel keine Fruchtkörper, sondern nur Mycelien. (Siehe Ab- 
handlungen, Seite 123.) 



Schliesslich überreichte Secretär Herr Dr. Gr. Beck eine 
Abhandlung des Herrn Th. Beling: .^Dritter Beitrag zur Natur- 
geschichte (Metamorphose) verschiedener Arten aus der Gattung 
der Tipuliden." (Siehe Abhandlungen; Seite 171.) 



Vere&mmlung am 3. März 1886. 



7 



Versammlung am 3. März 1886, 

Vorsitzender: Herr Dr. Franz Low. 



Neu eingetretene Mitglieder : 

Als Mitglied bezeichnet durch 
T- Herr p ^ g^^^^ 

Entleutner Dr. A. F., Professor. Meran . Dr.R.v. Wettstein, Dr. J. Wiesner. 

F ritsch Karl. Wien F. Krasser, Dr. E. v. Wettstein. 

Hansen Karl, Professor, Kopenhagen . . Dr. L. Roesler, Fei. Fr. v. Thümen. 

Molisch Dr. Hans, Privatdocent, Univ.-Assist. 

Wien Dr. 0. Stapf, Dr. R. v. Wettstein. 

Strohl Ottokar R. v. Strohlendorf. Wien V. Dorfmeister, A. Rogenhofer, 

Wein zier 1 Dr. Theodor R. v., Doc. a. d. Hoch- 
schule f. Bodencultur. Wien . . . . Dr. 0. Stapf, Dr. R. v. Wettstein. 

Wilhelm Dr. Karl, Doc. a. d. Hochschule f. 

Bodencultur. Wien Dr. 0. Stapf, Dr. R. v. Wettsteiu. 



Eingesendete Gegenstände: 

Eine grosse Partie Conchylien für Schulen von Herrn Franz Freiherrn v. 
Liechtenstern. 

Herr Dr. O. Stapf hielt einen Vortrag über die von ihm 
im Jahre 1885 ausgeführte, von Dr. J. E. Polak in Wien aus- 
gerüstete botanische Expedition quer durch Persien. 

Der Vortragende gab zunächst einen geschichtlichen Ueberblick über die 
botanische Durchforschung des südlichen und mittleren Persiens bis zum Beginne 
des gegenwärtigen Decenniums (Kaempfer 1684 — 1688, A. Michaux 1783 und 
1784, Olivier und Bruguiere 1796 und 1797, Belanger, Aucher-Eloy 
1835 und 1838, Kotschy 1842, Bunge 1859, Haussknecht 1867—1868). 
Daran anknüpfend besprach er sodann seine eigene Reise. Er landete am 9. April 
V. J. in Buschir am persischen Golf. Die Zeit bis zur endlichen Zusammenstellung 
seiner Karawane benutzte er zu kleineren Streifzügen auf der Halbinsel von 
Buschir. Am 21. April brach er nach Borasdschun und Daläki, zwei Dörfern 
am Innenrande der schmalen Küstenebene, auf. Von Daläki wurden mehrere Aus- 
flüge in das benachbarte Gebirge gemacht. In den ersten Tagen des Mai ging 
die Reise über Khonar Tachte und Komoredsch nach Kasrun, wo wieder längerer 
Aufenthalt genommen wurde, um die nächsten Bergketten und die Umgebung 



8 



Versammlung am 3. März 1886. 



von Schahpur zu durchforschen. Hier, bei Kasrun, reifen die letzten Datteln auf 
der Strecke Buschir-Schiras. Hier beginnt auch bereits in einer Höhe von 1300 m. 
der Weinbau. Auf der Kette des Kuh-i-Käblä, südlich von Kasrun, stehen die 
ersten Stämme von Quercus Persica. Am 17. Mai traf der Reisende in Däscht- 
ärdschin ein, wo im Thale die Frühlingsflora schon in vollster Entwicklung war, 
während auf den Höhen (bis über 3200 m.) noch Schnee lag. Ein vierzehntägiger 
Aufenthalt in dem hochgelegenen Gebirgsdorfe gab ihm oft Gelegenheit zu 
Excursionen in die Nachbarthäler und auf die Gipfel der Däscht-ärdschiner 
Berge, die verhältnissmässig reich an Strauch- und Baumvegetation sind (Cra- 
taegus, Acer, Colutea, Lonicera, Amygdalus, Daphne, Quercus, Pistacia, Fra- 
xinus, Celtis, Salix, Juniperus). Am 2. Juni verliess Stapf das genannte Dorf 
und ging über Khane Zanian nach Schiras, wobei er den Kuh-i-Pir-i-skaft und 
Kuh-Tscharmekam, beide bei 3100 m. hoch, besuchte. Von Schiras wurden die 
bis dahin gemachten Sammlungen (5 Kisten) nach Europa aufgegeben. Die un- 
gewöhnlich lang andauernde Regenzeit (beziehungsweise der Winter) des Jahres 1885 
hatte die Entwicklung der Vegetation etwas verzögert, so dass auch der Juni noch 
in der Ebene, besonders aber in den Bergen um Schiras, eine stattliche Ausbeute 
lieferte. Die Schwierigkeiten, welche der Reisende bei Zusammenstellung einer 
neuen Karawane wegen des Ramazans (Fastenmonat) zu überwinden hatte, hielten 
ihn bis 7. Juli zurück, wo er über den Kuh-B amu nach der Ebene von Persepolis 
aufbrach. Die Strauchvegetation erschien in den felsigen öden Bergzügen zwischen 
Schiras und Persepolis fast ganz unterdrückt. Die vom Bendemir (Kyros der 
Alten, im Oberlauf noch heute Kurr) und Pulwar durchflossene Ebene von Persepolis 
ist altes Culturland mit wenig Weizen- und Reisbau, fast ganz von Glycyrrhiza, 
Alhagi Camelorum, Prosopis, stellenweise auch von Salsdlaceen überwuchert und 
für den Botaniker sehr wenig ergiebig. Von Persepolis zog Stapf nach Siwänd 
am Pulwar, besuchte von dort den 3000 m. hohen Kuh Tscha Siah, musste aber 
bald darauf wegen einer Erkrankung nach Schiras zurückkehren. Wieder her- 
gestellt, kehrte er nach Siwänd zurück und ging durch das Gebirge nachlmamzade- 
Ismail an der sogenannten Serhad- oder Sommerstrasse. In diesen Gebirgen fand 
er wieder reichere Strauch- und Baumvegetation, doch nirgends Wald. Sein nächstes 
Ziel war die Hochsteppe am oberen Kurr und jene am Khoftar-See zwischen den 
mächtigen Ketten des Kuh Abbas Ali und des Kuh-i-Bul, welche beide bestiegen 
wurden. Hier erreichen die übrigens nur spärlich vertretenen Lonicera-, Daphne- 
und Amygdalus-^tYSLUchev bei 3500 m. ihre Höheugrenze. Die Flora auf den er- 
wähnten Hochgipfeln, von welchen der Kuh-i-Bul sich über 4000 m. erhebt, war 
ju den ersten Septembertagen in vollster Entwicklung, reich an Halbsträuchern 
{Astragalus, Acantholimon, Achillea, Dianthus, Acanthophyllwn, Thymus, Heli- 
chrysum u. s. w.) und an Stauden {Ferula, Cousinia, Phlomis etc.) und durchaus 
von Steppencharakter. Auf der Fortsetzung der Reise berührte Stapf das in der 
Hochsteppe (fast 2600 m.) gelegene Dehgirdu und gelangte dann über die an 
Borema ammoniacum so reiche Ebene zwischen Jezdikhast und Kumischah nach 
Ispahan. Bereits vor Jezdikhast traten die Salsolaceen zahlreicher auf, um gegen 
Ispahan zu immer mehr vorzuwiegen, bis sie endlich in den Steppen rings um 



0. stapf. Ueber die botanische Expedition qner durch Persien. 



9 



die alte Persercapitale fast allein den Vegetationscharakter der Landschaft be- 
stimmen. Die vorgerückte Jahreszeit (Ende September) Hess von weiteren Aus- 
flügen gegen die westlichen Gebirge nur wenig mehr erwarten, weshalb Stapf 
sich entschloss, am Sajende Rud hinab zu ziehen, um dessen Ende aufzusuchen 
und im Kewir des Gaukhani die Flora der Salzsteppe zu studiren. Die Excursion 
war von vollem Erfolg begleitet und brachte neben interessanten geographischen 
und geologischen Ergebnissen auch eine werthvolle Sammlung von Salsolaceen 
und anderen Pflanzen ein. Die angelegten Sammlungen wurden von Ispahan aus 
sofort nach Wien gesandt und die Expedition nun als beendet erklärt. Stapf 
kehrte hierauf über Teheran, Tiflis und Konstantinopel nach Europa zurück. Die 
reiche Ausbeute wurde der Universität in Wien übergeben. 

Der Vortrag war mit Demonstrationen an mitgebrachten Schaustücken 
von Acantholimon-, Ästragalus-, Dionysia-, Scorzonera, Salicornia- Arten, von 
PilostyJes Haussknechtii, Lecanora esculenta u. s w. begleitet. 



Z. B. Ges. B. XXXVI. Sitz. -Her. 



B 



10 



Verzeichnis von zoologischen Objecten 



Verzeichnis von zoologischen Objecten 

zur unentgeltlichen Betheüung von Gymnasien, Realschulen, Bürger- 
und Volksschulen. 

Im Auftrage des Ausschusses der Gesellschaft zusammengestellt 

von den Gymnasial-Professoren 

Dr. R. Latzel und J. Mik in Wien. 



1. Säugethiere. 

(Ausgestopft.) 

Plecotus auritus, Ohrenfledermaus. 
*Vesperug"o iioctula, Speckmaus.^) 
Ehinolophus ferrum equinum, Huf- 
eisennase. 

*Talpa europaea, Maulwurf. Schädel. 

Sorex vulgaris, Gemeine Spitzmaus. 

Sorex pygmaeus, Zwergspitzmaus. 
*Erinaceus europaeus, Europ. Igel. 

* Schädel einer Katze. 

* Schädel eines Hundes. 
*Foetorius vulgaris, Kleines Wiesel. 

Foetorius putorius, Iltis. 
Mustela martes, Edelmarder. 



Mustela foina, Steinmarder. Schädel. 

Lutra vulgaris, Fischotter. Schädel. 
*Sciurus vulgaris, Gemeines Eich- 
hörnchen. 

Myoxus glis, Siebenschläfer. 

Spermophilus citillus, Ziesel. 
*Mus musculus, Hausmaus. 

Mus silvaticus, Waldmaus. 
*Mus decumanus, Wanderratte. 

Mus rattus, Hausratte. 
*Cricetus frunientarius, Hamster. 

Ärvicola arvalis, Feldmaus. 

Lepus timidus, Feldhase. Auch 
Schädel.* 

Cavia cobaya, Meerschweinchen. 

Mn Pferdeschädel. 



*) Die fettgedruckten Namen bedeuten Thiere, welche gewöhnlich als Gruppenrepräsen- 
tanten in den meisten Lehrbüchern beschrieben sind und, wenn sie klein und leicht erhältlich, 
gemäss den Instructionen für den naturgeschichtlichen Unterricht zum Behufe einer genaueren 
Betrachtung den Schülern in die Hände gegeben werden sollen. Sie sind daher vor allen anderen 
in grösserer Anzahl von Individuen (z. B. 20 bis 30) für jede Schule wünschenswerth und können 
eventuell durch die im Cursivdrucke aufgeführten ersetzt werden. Die im aufrechten Drucke 
erscheinenden Namen beziehen sich auf Thiere, welche erst in dritter Linie begehrenswerth sind, 

') Die mit * versehenen Namen und Präparate bedeuten zugleich solche Objecte, welche 
dem thierkundlichen Unterrichte der füufclassigen Volksschule zu Grunde gelegt werden 
sollen. Die Bürgerschule steht in ihren diesbezüglichen Bedürfnissen in der Mitte zwischen 
der Volks- und Mittelschule, das heisst sie braucht Alles, was die Volksschule nöthig hat, und 
ausserdem noch viele andere Hauptrepräsentanten des Thierreiches, doch weniger als die Mittelschule, 



für die Schnlbetheilung. H 



*Ein Pferde fufis (von der Handumrzel 
oder Fuss Wurzel an, wenigstem 
aber die Zehenglieder sammt Huf, 
skeletirt). 

* Ein Bindshorn sammt losem Knochen- 

kern. 

* Ein Widderhorn oder ein ganzer 

Schädel, skeletirt, mit Gehörn. 

* Ein Ziegenhorn, Bockshorn. 

Ein Gemsenhorn oder ein ganzer 
Schädel, skeletirt, mit Gehörn. 

* Ein Hehschndel sammt Geweih. 
Ein Hirschgeweih. 

Eine skeletirte Gliedmasse eines 
Wiederkäuers. 

* Ein Mehfuss mit Haut und Haaren. 

* Ein präparirter (vielleicht aufgebla- 

sener) Schafmagen. 
Stücke von Elephantenzähnen. 
*Ein Schweinsschädel mit deutlichen 
Hauern. 

Eine skeletirte Gliedmasse eines 

Schweines. 
Ein Stück einer Walfischbarte. 

2. Vögel. 

(Ausgestopft.) 

*Accipiter nisns, Sperber. 
Astur palumbarius, Taubenhabicht. 
Falco tinnunciiliis (Tinn. alauda- 
rius), Thurmfalke. 

* Strix flammea, Schleiereule, Perleule. 
Athene noctua, Steinkauz. 

Otus vulgaris, Waldohreule. 

Bubo maximus, Uhu. 
*Gecinns (Picus) viridis, Grünspecht. 

Picus maior. Grosser Buntspecht. 

Picus minor. Kleiner Buntspecht. 

Dryoeopns (Picus) martiiis, 
Schwarzspecht. 
*Cucnlus canoriis, Kukuk. 

Ein Papagei. 

Alcedo ispida, Eisvogel. 



Coracias garrula, Blauracke, Mandel- 
krähe. 

üpupa epops, Wiedehopf. 
*Turdus mernla, Amsel. 
Turdus pilaris, Wachholderdrossel. 
Cinclus aqiiaticus, Wasseramsel. 

* Sturmis vulgaris, Gemeiner Staar. 
*Lusciola lusciuia^ Nachtigall. 

Silvia hortensis, Gartengrasmücke. 

* Silvia atricapilla, Schwarzplättchen. 
Silvia (Erythacus) rubecula, Roth- 
kehlchen. 

Buticilla phoenicurus oder tithys, 
Rothschwanz. 

Motacilla alba. Weisse Bachstelze. 

Troglodytes parvulus, Zaunkönig. 

Regulus ignicapillus, Goldhähnchen. 

Lauins (Euneoctonus) coUurio, 
Dorndreher. 

Lanius excubitor. Grosser Würger. 
*Hirnndo rustica, Rauchschwalbe. 

Chelidon (Hirundo) urbica, Fenster- 
schwalbe. 

Cypselus apus, Mauersegler. 

Caprimulgus europaeus, Nacht- 
schwalbe. 

Parns maior, Kohlmeise. 

Pariis coeruleus, Blaumeise. 

Parus ater, Tannenmeise. 

Parus (Aegithalus)pendulinus, Beutel- 
meise. Nest. 

Mecistura caudata, Schwanzmeise. 
*Alauda arvensis, Feldlerche. 

Alauda cristata, Haubenlerche. 

Emberiza citrinella, Goldammer. 

* Passer domesticus, Sperling, cT, Q. 
Fringilla coelebs, Buchfink. Nest. 
Fringilla carduelis, Stieglitz. 
Fringilla spinus, Zeisig. 
Pyrrhula vulgaris, Gimpel. 
Coccothraustes vulgaris, Kernbeisser. 
Loxia curvirostra, Fichten - Kreuz- 
schnabel. 

Corvus frugilegns, Saatkrähe. 

B* 



12 



Verzeichnis von zoologischen Objecten 



Carvw^ corw'x, Nebe^l krähe. 
(\)rvns vioiieduld, Dohle. 
*l*i< ix c;iutlata, Elster. 
Garrulus glandarius, Eichelheher. 

* Col umba liv ia, Haus- und Steintaube. 
Columba oenas, Holztaube. 
Columba turtur, Turteltaube. 
Columba risoria, Lachtaube. 

Stoss ( oder Schwanz) von Tetrao tetrix, 

Birkhuhn. 
Tetrao lagopus, Alpen- Schneehuhn. 
Tetrao bonasia, Haselhuhn. 
*Perdix cinerea, Rebhuhn. 

* Coturnix communis (dactyliso- 

naiis), Wachtel. 

Gallus (lomesticus, Haushuhn, , 9. 

Phasianus colchicus, Gemeiner Fasan. 

Ardea cinerea, Fischreiher. 

Botaurus stellaris, Rohrdommel. 

Ciconia alba. Weisser Storch. 
*Scolopax rusticola, Waldschnepfe. 

Gallinago scolopacina, Beccassine. 

Vanellus cristatus, Kibitz. 

Charadrius pluvialis, Gold -Regen- 
pfeifer. 

Charadrius minor, Fluss-Regenpfeifer. 

Gallinula chlor opus , Grünfüssiges 
Rohrhuhn. 

Fulica atra, Blässhuhn. 

Rallus aquaticus, Wasserralle. 

Crex pratensis, Wachtelkönig. 
*Anas l)osclias, Wildente. 
*Larus ridibundus, Lachmöve. 

Sterna hirundo, Seeschwalbe. 

Graculus Carlo, Cormoranscharbe, 
Seerabe. 

Podiceps cristatus, Grosser Lappen- 
taucher. 

Podiceps minor. Kl. Lappentaucher. 

Skelette, Schädel, Kletterfüsse, Scharr- 
füsse (männliche Läufe von echten 
Hühnern), Schwimm- und JRuder- 
füsse. 

Nester, Eier, Embryonen. 



3. Reptilien und Amphibien. 

(Meist in Weingeist.) 

* Panzer von Testudo graeca, Griech. 
Landschildkröte; trocken. 
Emjs europaea, Europ. Flussschild- 
kröte; trocken. 
*Lacerta a*ilis, Flinke Eidechse. 
Lacerta viridis, Grüne Eidechse. 
Lacerta muralis, Mauereidechse. 
Lacerta vivipara, Lebendgebärende 
Eidechse. 
*Anguis fragilis, Blindschleiche. 

Platydactylus muralis, Mauergecko. 
*Tropidonotus natrix, Ringelnatter. 
Coluber Aesculapii, Aesculapschlange. 
Coronella austriaca (laevis), Zorn- 
natter. 

*Pelias berus, Kreuzotter. 
Vipera ammodjtes, Hornviper. 
SJcelet einer Eidechse. 
Skelet einer Schlange. 
Schädel einer Giftschlange in Wein- 
geist. 

Hyla viridis, Laubfrosch. 
*Bana esculenta, Wasserfrosch. 

Mana temporaria, Waldfrosch. 

Bombinator igneus, Unke. 

Bufo vulgaris, Gemeine Kröte. 

Bufo variabilis. Veränderliche Kröte. 
*Salamandra maculosa, Erdsala- 
mander. 

Salamandra atra, Alpen- oder Mohren- 
salamander. 

Triton cristatus, Kammmolch. 

Triton taeniatus, Kleiner Teich- oder 
Bandmolch. 

Proteus anguineus, Grottenolm. 

SJcelet eines Frosches. 

Skelet eines Salamanders. 
"^Entwicklungsstufen der Frösche. 

Entwicklungsstufen der Molche. 



für die Schulbetheilung. 



13 



4. Fische. 

(Womöglich ausgestopft.) 

*Perca fluviatilis, Flussbarsch. 

Cottus gobio, Koppe (Spiritus). 

Gasterosteusaculeatus,Stichling(Spir.). 

Scomber scombrus, Makrele. 

Gadus morrhua, Stockfisch. 

Gadus Callarias, Dorsch. 

Lota fluviatilis, Aalrutte. 

Solea Tulgaris, Gemeine Zunge. 
*Cyprinus carpio, Karpf. 

Carassius vulgaris, Karausche. 

Tinea vulgaris, Schleihe. 

Rhodeus amarus, Bitterling (Spiritus). 

Phoxinus laevis, Pfrille, Elritze (Spir.). 

Leuciscus erythrophthalmus, Roth- 
feder. 

Alburnus lucidus, Windlaube. 
Chondrostoma nasus, Näsling. 

Cobitis fossilis, Wetterfisch (Spiritus). 

Cobitis taenia, Steinbeisser (Spiritus). 
*Esox lacius, Hecht. 
*Trntta fario, Bachforelle. 

Silurus glanis, Wels, Waller. 

Clupea harengas, Häring. 

Engraulisencrasicholus,Sardelle(Spir.). 

Aiignilla Tulgaris, Gemeiner Aal. 

Hippocampus hrevirostris , See- 
pferdchen. 

Syngnathus acus, Seenadel. 

Acipenser ruthenus, Sterlett. 
*Scylliuin sp., Hunds- oder Katzenhai. 

Torpedo ocellata, Augen-Zitterroche, 
in Weingeist. 

Raia clavata, Stachelroche. 

Petromyzoii fluviatilis, Flusspricke. 

Petromyzon marinus, Lamprette. 

Aiuphioxas lanceolatus, Lanzett- 
fischchen (Spiritus). 

Skelet vom Karpfen. 

Schädel vom Wels, Lachs, Hecht. 

Entwicklungszustände der Forelle. 

Eierformen von Haien und Bochen. 



5. Mollusken. 

(Die Thiere in Weiugeist, Schalen und Gehäuse 
trocken.) 

Sepia offlcinalis, Gebräuchl. Tinten- 
fisch. 

JRückenschulpen und Kieferapparat 
desselben. 

Loligo vulgaris, Kalmar. 

Octopus vulgaris, Seepolyp. 

Argonauta tuberculata, Papierboot. 

Nautilus pompilius, Schiffsboot. 

Limax agrestis, Acker -Nackt- 
schnecke. 

Limax einer eo-nig er, Schwarze Wald- 
Nacktschnecke. 

Arion empiricorum, Braune Wald- 
Nacktschnecke. 
*Helix pomatia, Weinbergschnecke. 
Thier. 

Helix austriaca, Oesterr. Schnirkel- 
schnecke. 

Helix nemoralis, Busch -Schnirkel- 
schuecke. 

Clausilia sp., Schliessmuudschnecke. 
Bulimus sp , Vielfrassschnecke. 
Limnaeus stagnalis, Schlaum- 
schnecke. 

* Planorbis corneus, Tellerschnecke. 

Paludina Tivipara, Sumpfschnecke. 
*Cypraea tigris, Getigerte Porzellan- 
schnecke. 

Cypraea moneta, Kauri. 

Conus sp., Kegelschnecke. 

Murex tenuispina, Feindornige Fel- 
senschnecke. 

Murex brandaris, Brandhorn. 

Turritella sp., Thurmschnecke. 

Haliotis sp., Seeohrschnecke. 

CiiitOH sp., Käferschnecke. 

Vermetus lumbricalis, Wurmschnecke. 

Clio borealis. Walfischaas. 
*ünio pictoruni, Malermuschel. Thier. 

ünio margaritifer, Fluss-Perlmuschel. 



14 



Verzeicbnis von zoologischen Objecten 



*Anodonta cygnea, Teichmuschel. 
*Ostrea edulis, Essbave Auster. 
Pecten Jacobaeus, Jakobs - Pilger- 
muschel. 

*Meleagrina margaritifera, Meeres- 
Perlmuschel. 

Pinna sp., Steckmuschel. 

Mytilus edulis, Essbare Miesmuschel. 

Lithodomus dactylus, Meerdattel. 

Cardium edule, Essbare Herzmuschel. 

Solen Vagina, Messerscheide. 

Pholas dactylus, Bohrmuschel. 

Teredo navalis, Bohrwurm. 

FrassstücJc hievon. 

Lingula anatina, Zungenmuschel. 

Terebratula sp., Lochmuscheln. 

Ammoniten, Belemniten, Orthocera- 
titen und andere wichtige Leit- 
fossilien. 

6. Hymenopteren. 

*Apis melliftca, Honigbiene, cT, Q, ^. 

* Waben mit Weiselwiegen. 
*Bombus terrestris, Erdhummel. 

Bombus lapidarius, Steinhummel. 

Bombus muscorum, Mooshummel. 
*VespaTulgaris, Gemeine Wespe. Nest. 

Vespa silvestris, Waldwespe. Nest. 
*Vespa crabro, Hornisse. Ein Stück 
des Nestes. 

Polistes gallica, Papierwespe. Nest. 
*rormica riifa. Braune Waldameise, 

Camponotus ligniperdus, Holzameise, 

9, ^. ' 

Lophyrus pini, Kiefern-Blattwespe. 
Sirex gigas, Riesen-Holzwespe. 
Cynips calicis, Knoppern- Gallwespe. 

* Einige Knoppern. 

Cynips folii, Eichenblatt- Gallwespe. 

* Gallen dazu. 

Rhodites rosae, Rosen-Gallwespe. 
Gallen dazu. 



*Pimpla sp., Riesen-Schlupfwespe. 

Ichneumon sp. 

Microgaster glomeratus, Raupen- 
Schlupfwespe. 

Pteromalus puparum, Puppen-Schlupf- 
wespe. 

7. Coleopteren. 

*Melolontha yulgaris, Maikäfer, 
zahlreich. 
Engerlinge und Puppen. 
Rhizotrogus solstitialis, Junikäfer. 
Cetonia aurata, Rosenkäfer. 
Cetonia marmorata. 
Trichius fasciatus, Pinselkäfer. 
* Lucanus ceryus, Hirschkäfer. 
Greotrupes sp., Rosskäfer. 
Oryctes nasicornis, Nashornkäfer. 
*Carabus cancellatns, Kupferrother 
Laufkäfer. 
Carabus auratus, Gold-Laufkäfer. 
*Carabus violaceus, Veilchenblauer 
Laufkäfer. 
Procrustes coriaceus, Leder- Laufkäfer. 
Brachinus crepitans, Bombardier- 
käfer. 

Cicindela campestris, Feld- Sand- 
läufer. 

Calosoma sycoph anta,Puppenräuber. 

Hydrophilus piceus. Pechschwarzer 
Wasserkäfer. 

Gyrinus sp., Taumelkäfer. 
*Dytiscus marginalis, Gerandeter 
Schwimmkäfer. 

Staphylinus sp., Raubkäfer. 
*Necrophorus yespillo, Todtengräber. 
*Dermestes lardarius, Speckkäfer. 

Anthrenus museoram, Museenkäfer. 

Anobium pertinax, Todtenuhr. 

Anobium paniceum, Brodklopfkäfer. 
*Lacou murinus. Grauer Schmied. 

Agriotes lineatus, Saatschnellkäfer. 

Drahtwürwer (Spiritus). 



für die Scliulbetheilung. 



15 



Clialcopliora mariaua, Kiel'eru- 

Prachtkäfev. 
Chrysobothrys aftiuis. 
Antliaxia sp. 

Lampra rutilans, Linden-Prachtkäfer. 
^ Laiiipyris uoctiluca, Grosser Leucht- 
käfer. Larve, cT, 9- 

Lampyris splendidula, Kleiner 
Leuchtkäfer. 

Telephorus fuscus, Schneekäfer. 
Larve. 

*Lytta vesicatoria, Pflasterkäfer. 
Meloe sp.j Oelkäfer. 
Teiiebrio molitor, Mehlkäfer. Larve, 
Puppe. 

Blaps mortisaga, Todtenkäfer. 
*Bruchus pisoriim, Erbsen-Muffel- 
käfer. 

*Calandra grauaria, Korn-Rüssel- 
käfer. 

* Rliynchites betuleti, Rebenstecher. 
Bhynchites populi, Pappelstecher. 
Rhynchites cupreus, Pflaumeubohrer. 
Balauiuus turbatas, Nussbohrer. 
Hylobius abietis, Grosser Fichten- 
Rüsselkäfer. 

*Tomicus(Bostryclius)typographus, 
Fichten-Borkenkäfer. 

* Frassstücke davon. 
*Aromia moschata, Weidenbock. 

Acanthocinus (Astynomus) aedilis, 

Zimmerbock. 
Fuppen. 

Rosalia alpina, Alpenbock. 
*Cerambyx cerdo (Hammat. heros), 
Riesen-Eichenbock. 

Cerambyx Scopolii (Hammat. cerdo), 
Handwerker. 

Lamia textor, Weberbock. 

Saperda carcharias, Grosser Pappel- 
bock. 

*Haltica oleracea, Erdfloh. 
Melasoma (Clirysomela) populi, 
Pappel-Blattkäfer. 



* Cocciuella septempuuctata, Sieben- 

punktirter Sonnenkäfer, Marien- 
käfer. 

8. Lepidopteren. 

*Aporia (Pieris) crataegi, Baum- 
weissling. 

* Pieris brassicae, Kohlweissling. 

Zahlreich. 
Gonopteryx(CoUas) r/iamm,Citronen- 
falter. 

Colias Edusa oder Hyale, Goldene Acht. 
Anthocharis cardamines, Aurorafalter. 
Parnassius (Doritis) Apollo, Apollo- 
falter. 

Papilio Machaou, Schwalbenschwanz. 
Papilio Podalirius, Segelfalter. 
Äpatura Iris, Schillerfalter. 
*Vauessa Jo, Tag-Pfauenauge. 
Vanessa Atalanta, Admiral. 
Vanessa Antlopa^ Trauermantel. 

* Vanessa urticae, Nesselfalter, Kleiner 

Fuchs. 

Vanessa polychlorus, Grosser Fuchs. 

Vanessa cardui, Distelfuchs. 

Vanessa C-album, C-Falter. 

Argynnis Paphia, Kaisermantel, Sil- 
berstrich. 

Argynnis Latonia, Kleiner Perlmutter- 
falter. 

Argynnis Aglaia, Grosser Perlmutter- 
falter. 

Lycaena sp., Bläuling. 
Polyommatus virgaureae, Dukaten- 
falter. 

Acheroiitia Atropos, Todtenkopf. 

Sphmx pinastri, Kiefernschwärmer. 

* Sphinx ligustri, Ligusterschwärmer. 
Deilephila euphorbiae, Wolfsmilch- 
schwärmer. 

Smeriiithusocellatus,Abend-Pfauen- 
auge. 

* Smerinthus tiliae, Lindenschwärmer. 



16 



Verzeichnis von zoologischen Objecten 



Smerinthus populi, Papp elsch wärmer. 
Macroglossa stellataruui, Tauben- 

schwänzchen. 
Trochilium (Sesia) apifoi-me, 

Bienenschwärmer. 
Zygacna fllipendulae, Erdeichel- 

Widderchen. 
*Bombyx mori, Maulbeerypinner. 

* Raupen, Gocons, Seidensträhne. 
Sfaturnia pyri, Grosses Nacht- 
Pfauenauge. 

Saturnia carpini, Kleines Nacht- 
Pfauenauge. 
*Oastropacha neiistria, Riogel- 
spinner. 

* Eierringe desselben und Raupen. 
Lasiocampa pini, Kiefernspinner. 
Cnethocampa processionea, Proces- 

sionsspinner. 

Cossus ligniperda, Weidenbohrer. 

Ocneria (Liparis) dispar, Schwamm- 
spinner. 

Ocneria (Liparis) monacha, Nonne. 
Euproctis chrjsorrhoea, Goldafter. 
Leucoma Salicis, Weidenspinner. 
Arctia Caia, Bärenspinner. 
Agrotis segetiim, Saateule. 
Plusia gamma, Gammaeule. 
Mamestra brassicae, Kohleule. 

* Catocala elocata oder nupta, Rothes 

Ordensband. 
Catocala fraxini, Blaues Ordensband. 
Äcidalia brumata, Frostspanner, 

* Calospilus (Zereiie) grossulariatus, 

Harlekin. 

* Carpocapsa pomonana, Apfelwickler. 
Tortrixviridana, Eichenblattwickler. 
Tinea granella, Kornmotte. Futteral. 

* Tinea spretella, Kleidermotte. Fut- 

teral. 

Tinea pellionella, Pelzmotte. 
Pterophorus sp., Federmotte. 
Älucita sp. 



Diverse (ausgeblasene) Raupen und 
Puppen der hervorstechend ge- 
druckten Arten* 

9. Dipteren. 

*Musca domestica, Stubenfliege, 
sammt Tonnen. Zahlreich. 

* Calliphora erythrocephala, Schmeiss- 

fliege. 

Lucilla Caesar, Goldfliege. 
Sarcophaga carnaria, Graue Fleisch- 
fliege. 

Eristalis tenax, Abortfliege, Schlamm- 
fliege. Larven dazu. 

Gastrophilus equi, Pferdemagen- 
fliege. Larven und Puppen. 

Hypoderma bovis, Biesfliege, Dassel- 
fliege. 

Oestrus ovis, Schafsbremse. 

Asilus crabroniformis, Hornissenartige 

Raubfliege. 
Tabanus sp., Ochsenbremse. 
Haematopota sp., Regenbremse. 

* Culex pjpieiis, Gelse, J", 9- Zahl- 

reich. 

Chironomus plumosus, Federmücke. 
*Tipula oleracea, Kohlschnacke. 
Pachyrrhina pratensis, Wiesen- 
schnacke. 

Simulium maculatum, Kriebelmücke. 
Bibio Marci, März- Haarmücke. 
Hippobosca equina, Pferdelausfliege. 

iO. Neuropteren und Orthopteren. 

*Myrmecoleo formicarius, Ameisen- 
löwe. 

* Larven und Puppencocons. 
Hemerobius peiia, Florfliege. 
Phryganea sp., Frühlingsfliege. 
Köcher dazu. 

*Calopteryx spleudens oder virgo, 
Seejungfer. 



für die Schulbetheilung. 



17 



Larven in Weingeist. 
*Libelliila depressa, Plattgedrückte 
Wasserjungfer. Larven. 

* Ephemera Yulgata, Eintagsfliege. 
*Forflcula auricularia, Ohrwurm. 
*Blatta orientalis, Küchenschabe. 

Blattei germanica, Deutsche Schabe. 
Mantis religiosa, Fangheuschrecke. 
Eierklumpen, Larven derselben. 
Bacillus Rossii, Stabheuschrecke. 

* (nJryllotalpa vulgaris, Maulwurfs- 

grille. 
Eier, Larven. 
*Gryllus campestris, Feldgrille. 

Acheta domestica, Heimchen. 
*Oedipo(la migratoria, Wanderheu- 
schrecke. 

* Acridium stridulum , Schnarrheu- 

schrecke. 

*Locusta Yiridissima (vel cantans), 
Laubheuschrecke, cf, 9- 
Decticus verrucivorus, Warzenbeisser. 

11. Hemipteren. 

Strachia (Cimex) oleracea, Kohl- 
wanze. 

Rhaphigaster (Pentatoma) griseus, 
Baumwanze. 

Pyrrhocoris apterus, Feuerwanze. 
*Acaiitliia lectularia, Bettwanze. 

Hydrometra sp., Wasserläufer. 

Notonecta glanca, Rückenschwim- 
mer, Ptuderwanze. 

Xepa cinerea, Wasserscorpion. 

Cicada plebeia, Singcicade. 

Cicada orni, Mannacicade. 

Aplirophora spumaria, Schaum- 
cicade. 

Phylloxera vastatrix, Reblaus, mikr. 
Präparat. 

*Coccus cacti, Cochenille-Schildlaus 
(Körner). 

Z. B. Ges. B. XXX7I. Sitz.-Ber. 



12. Myriopoden. 

(Alle in Weingeibt.) 

Litliobius forflcatiis, Gemeiner Stein- 
kriecher. Zahlreich. 

Scolopendra cingulata, Gegürtelte 
Bandassel. 

Scolopendra morsitans, Beissende 
Bandassel. 

Geophilus longicornis, Langfühlerige 
Erdassel. 

Glomeris hexasticlia, Sechsreihige 

Schalenassel. 
Polydesmus complanatus, Gemeine 

Plattassel. Zahlreich, 
lulus sabulosus, Sand-Schnurassel. 

13. Ärachniden. 

(Alle in Weingeist.) 

*Scorpio Italiens (europaeus), Europ. 
Scorpion. Zahlreich. 
Chelifer cancroides, Bücherscorpion. 
*Epeira diadema, Kreuzspinne. Zahl- 
reich. 

*Tegenaria domestica, Hausspinne. 

Phalangium opilio, Weberknecht. 
* Ixodes riciuns, Hundszecke, Holz- 
bock, trocken, angesogen. 

Mikroskopische Milben-Präparate. 

14. Crustaceen. 

(Meist in Weingeist.) 

* Astacus fluviatilis, Flusskrebs. Zahl- 
reich. 

Pagurus sp., Einsiedlerkrebs. 
*Carcinns niaenas, Taschenkrebs. 

Maia squinado, Meerspinne. 

Squilla mantis, Heuschreckenkrebs. 
*ForcelIio scaber, Kellerassel. Zahl- 
reich. 

Armadillidium sp., Kugelassel. 
Asellus aquaticus, Wasserassel. 

C 



18 



Verzeichnis von zoologischen Objecten für die Scbulbetheilung. 



Crammarus piilex, Flohkrebs. 
Apns caiicriforuns, Blattfusskrebs. 
Branchipus stagnalis, Kiemenfuss. 
Lex)as anatifera, Entenmuschel. 
Baianus sp., Seetulpe. 
Mihroskop. Copepoden - Präparate. 
Trüohiten. 

15. Würmer. 

(In Weingeist.) 

*Liimbricus agricola, Regenwurm. 

Zahlreich. 
*Sangiiisnga sp., Blutegel. Eier- 

Cücon. 

Serpula sp., Röhrenwurm. 

Nereis sp., Meerskolopender. 
*Ascaris lumbricoides, Spuhlwurm. 

Oxyuris vermicularis, Kinderwurm. 

MiTcroshop. Präparat der Trichine. 

Gordius s;^'; ^'f^sserkalb, Saitenwurm. 
*Taenia solinm, Langgliedriger Band- 
wurm. 

Taenia mediocanellata, Unbewaffneter 

Bandwurm. 
Bothriocephalus latus, Breitgliedriger 

Bandwurm oder Grubenkopf. 
Distoiiia hepaticum, Leberegel. 
Mikroskopische Finnen-Präparate. 



16. Echinodermen. 

(Trocken.) 

* Echiims esciilentiis, Essbarer Seeigel. 
Echinus saxatilis, Felsenigel. 
Spatangus sp., Herzigel. 
Clypeaster sp., Schildigel. 
Ophiura sp., Schlangenstern. 

*Astropecteii aurantiacus, Orange- 
gelber Seestern. 
Ästerias ruhens, Röthlicher Seestern. 
Holotlniria tubulosa, Seewalze. 

17. Coelenteraten. 

Actinia sp., Seeanemone. 
Hydra sp., Armpolyp, präparirt. 
Fungia agariciformis, Pilzkoralle. 
^Coralllum rubrum, Edelkoralle. 
Tubipora musica, Orgelkoralle. 

* Madrepora sp., Madrepore. 
Gorgonia sp., Hornkoralle. 

*Spongia officinalis, Badeschwamm. 

Alle Arten anatomischer Präparate, 
trocken oder in Spiritus, ebenso 
lüie mikroskopischer Präparate, 
sind jederzeit erwünscht. 



P. S. Diejenigen P. T. Mitglieder, welche geneigt sind, die k. k. zoologisch- 
botanische Gesellschaft in ihrem Bestreben zu unterstützen, die Mittel- und Volks- 
schulen unentgeltlich mit zoologischen Lehrobjecten zu betheilen, werden gebeten, 
bei ihren Excursionen und Reisen vor Allem auf die in diesem Verzeichnisse 
namhaft gemachten, insbesondere aber auf die gemeinsten, hier meist fettge- 
druckten Thierformen ihr Augenmerk zu richten und das Resultat ihrer Samm- 
lungen der Gesellschaft freundlichst zur Verfügung zu stellen. 



Jahres -Versammlung am 7. April 1886. 

Vorsitzender: Herr Baron Pelikan v. Plauenwald. 



Neu eingetretene Mitglieder: 



P. T. Herr 

Bergroth Dr. Ewald. Helsingfors . . . . 
Felix Paul v., Mediciner. Wien, I., Canovag. 5 
Mitschke Rudolf, Lehrer. Friedland . . 
Schamanek Josef, Lehrer. Wien, IV., Star- 



Ais Mitglied bezeichnet durch 
P. T. Herren 
Dr. F. Low, P. Low. 
Ant. Handlirsch, Dr. E. Witlaczil. 
Dr. G. Beck, Dr. R. v. Wettstein. 



H. Braun, Dr. R. v. Wettstein. 



Anschluss zueq Schriftentausche : 

Auualen des k. k. naturhistorischen Hofmuseums, Wien. 
„Notarisia", Commentarium phycologicum, Venezia. 
Mittheilungen des naturf. Vereines f. d. Reg.-Bez. Frankfurt a/M. 



Eingesendete Gegenstände: 

Eine Partie Pflanzen für Schulen von Herrn H. v. Krem er. 

300 Speeles Flechten für das Herbar von den Herren C. Koelbl und 
Dr. E. V. Marenzeller. 

Eine grössere Partie Seethiere für Schulen von Herrn F. Freiherrn v. 
Liechtenstein. 



Bericht des Präsidenten - Stellvertreters A. Freiherrn Pelikan y. 

Planeuwald. 

Hochgeehrte Herren! 

In Erfüllung statutenmässiger Verpflichtung beehre ich mich, im Namen 
Ihres Verwaltungsorganes über die Wirksamkeit unserer Gesellschaft im Jahre 
1885 zu berichten. 

Sind im bezeichneten Zeitabschnitte auch keine besonderen Ereignisse an 
uns herangetreten, so zeigt sich doch die Thätigkeit der Gesellschaft als Er- 

Z. B. Ges. B. XXXVI. ßitz.-Ber. D 



20 



Jahres-Vergammlnng am 7. April 1886. 



gebniss der einzelnen Leistungen ihrer Mitglieder in ihrer Gesammtheit als 
eine sehr erfreuliche. 

Sie finden die Resultate derselben niedergelegt in dem XXXV. Bande 
unserer Verhandlungen, welcher auf 670 Seiten 27 selbstständige Abhandlungen, 
davon 16 zoologischen, 11 botanischen Wissens, mit 17 lithographirten Tafeln, 
darunter einer Doppeltafel, nachweist. 

Die Betheilung von Lehranstalten mit Lehrobjecten wurde, wie in frü- 
heren Jahren, nach Zulass des Vorrathes vorgenommen. Ich nehme hier Anlass, 
die geehrten Mitglieder zu ersuchen, das einschlägige Wirken der Gesellschaft 
durch gefällige üeberlassung des ihnen entbehrlichen Materials thunlichst zu 
unterstützen. 

Der Stand der Mitglieder beträgt 479 im Auslande und 553 im Inlande, 
zusammen 1032. 

Wir beklagen abermals das Ableben vieler werther Mitglieder; es sind 
die Herren: Raimund Banowsky, Gustav Graf Egg er, Eduard Fruhwirth, 
Franz Hagenauer, Karl Hardegg, Dr. Isidor Hein, Dr. Joseph v. Helm, 
Ludwig Freiherr v. Hohenbühel, Dr. Eduard Hub er, Dr. G. W. Körb er. 
Paulin Paulinyi, Anton Joseph v. P eitler, Dr. Heinrich W. Reich ar dt, 
Dr. Theodor v. Siebold, Joseph Schneider und Dr. Cajetan Watzel; diesen 
geschiedenen Collegen wollen wir ein Zeichen ehrender Erinnerung durch Er- 
heben von unseren Sitzen geben. 

Unsere finanzielle Lage ist befriedigend; hierüber und über die einzelnen Ge- 
schäftszweige werden Ihnen die berufenen Functionäre weitere Mittheilungen geben. 

Reassumiren Sie, geehrte Herren, die erwähnten Daten mit Ihren eigenen 
Wahrnehmungen, so werden Sie gewiss nicht anstehen, eine gedeihliche Thätig- 
keit der Gesellschaft zur vollen Erreichung ihres statutenmässigen Zieles zu 
constatiren. 

Deshalb sei Allen, welche zu diesem erfreulichen Resultate eines eifrigen 
Zusammenwirkens vereinigter Kräfte beitrugen, der herzlichste Dank dargebracht; 
er gilt nebst den Spendern materieller Unterstützungen insbesondere den Autoren 
wissenschaftlicher Abhandlungen, unseren beiden unermüdlichen Secretären, dem 
Rechnungsführer und Jenen, welche sich mit der Ordnung und Instandhaltung 
der Sammlungen und Bibliotheken, sowie mit der Zutheilung von Objecten an 
die Lehranstalten bemühten. 



Bericht des Secretärs Herrn Dr. Günther Beck. 

Aus den Mittheilungen des Herrn Präsidenten- Stellvertreters konnten Sie 
im Allgemeinen wohl mit Genugthuung die erfreulichen Leistungen und Erfolge 
unserer Gesellschaft im Jahre 1885 entnehmen. Sie wurden nur dadurch er- 
möglicht, dass wir uns grossmüthiger Unterstützungen von Mitgliedern des Aller- 
höchsten Hofes, des hohen k. k. Ministeriums für Cultus und Unterricht, des 
niederösterreichischen Landtages, des löblichen Gemeinderathes der Stadt Wien, 
sowie zahlreicher Gönner zu erfreuen hatten, für welche wir stets zu grösstem 



Richard v. Wettstein. 



21 



Danke verpflichtet bleiben. Im Besonderen gibt Ihnen jedoch der vorzüglichste 
Theil der Wirksamkeit unserer Gesellschaft, der mit Anfang dieses Jahres aus- 
gegebene Jahresband beredtes Zeugniss von der regen Forschuugsthätigkeit 
unserer Mitglieder auf dem Gebiete der beschreibenden Naturwissenschaften. 
Derselbe reiht sich den früheren bezüglich seines Inhaltes und Ausstattung 
ebenbürtig an und enthält über 90 Bogen Text mit 17 Tafeln und 3 Holz- 
schnitten. 27 Mitglieder, hierunter 13 Zoologen und 14 Botaniker, 3 im Aus- 
lande befindlich, betheiligten sich an dem Zustandekommen desselben. Eines- 
theils um das Erscheinen der Schriften unserer Gesellschaft noch mehr zu 
beschleunigen, andereutheils um die Sitzungsberichte der Gesellschaft wie vordem 
durch Mittheilungen und kleinere Arbeiten mehr zu beleben, werden die Schriften 
in diesem Jahre quartaliter ausgegeben werden. Demgemäss erlaube ich mir, 
die P. T. Herren Mitglieder höflichst einzuladen, durch Mittheilungen aller Art, 
welche zur raschen Publication in den Sitzungsberichten bestimmt wären, der 
genannten Absicht der Gesellschaft möglichsten Vorschub zu leisten. 

Von den Verkehrsanstalten gewährte wie bisher die k. k. priv. Südbahn- 
Gesellschaft und der österr.-ungar. Lloyd unseren Mitgliedern Herrn E. Witting 
und Pechlaner, sowie die Kaiser Perdinands-Nordbahn dem Herrn Dr. J. Ritter 
V. Szyszylowicz Fahrpreisermässigungen zu wissenschaftlichen Reisen. 



Bericht des Secretärs Herrn Dr, Richard v. Wettstein. 

Die Aufgabe, über den Stand der wissenschaftlichen Sammlungen unserer 
Gesellschaft Bericht zu erstatten, setzt mich in die angenehme Lage, vorerst zu 
constatireu, dass sich diese Sammlungen im verflossenen Gesellschaftsjahre nicht 
nur wieder wie sonst vermehrt haben, sondern dass diese Vermehrung, dank 
der Opferwilligkeit zahlreicher Mitglieder, heuer eine besonders ausgiebige war. 
Insbesondere waren es unsere Vorräthe an naturwissenschaftlichen Lehrmitteln, 
die bedeutend vermehrt wurden, und zwar zum guten Theile durch eine ge- 
raeinsame Action einer Gruppe von Botanikern, Ich hatte schon in der Ver- 
sammlung am 4. November v. J. Gelegenheit, darüber zu berichten, und es er- 
übrigt mir daher jetzt nur, jenen Herren noch ausdrücklich zu danken, die 
zoologische Objecto für den gedachten Zweck spendeten und unsere ständigen 
zoologischen und botanischen Sammlungen vermehrten. Es sind dies die P, T. 
Herren: Dr. F. Arnold, C. Aust, A. Bachinger, Dr. Beck, J. v. Bergen- 
stamm, J. Breidler, P. Leop. Hacker, Ad. und Ant. Handlirsch, A. Hei- 
merl, J. Kaufmann, C. Koelbl, J. Kolazy, C. Kolbe, H. v. Kremer, 
Fr. Freih. v. Liechten stern, P. Löw, Dr. Fr. Low, Dr. E. v. Marenzeller, 
F. M. Müllner, M. Pfihoda, Dr. R. Rauscher, Ressmann, Dr. C. Richter, 
A. Rogenhofer, E. Witting. 

Es sei mir gestattet, bei dieser Gelegenheit darauf hinzuweisen, dass nun- 
mehr sowohl für botanische als auch zoologische Objecte Verzeichnisse angelegt 
sind, die als Richtschnur bei der Betheilung von Lehranstalten fortan dienen 

D* 



22 



Jahres -Versammlung am 7. April 1886, 



werden, und an alle Gesellschaftsmitglieder die Bitte zu richten, uns in Zukunft 
nicht blos in dieser Kichtung durch Einsendung naturwissenschaftlicher Objecte 
wie bisher zu unterstützen, sondern sich auch bei ihren Einsendungen an die 
erwähnten Verzeichnisse zu halten. — Die Betheilung der Lehranstalten hat 
heuer wieder, wie nun schon seit einer langen Reihe von Jahren, unser rühriger 
und verdienstvoller Ausschussrath, Herr J. Kolazy, übernommen und ich be- 
nütze diesen Anlass, um ihm unseren Dank für diese seine verdienstvolle Mühe- 
waltung neuerdings auszusprechen. Dabei möchte ich hervorheben, dass die Zahl 
der im vergangenen Jahre an Schulen vertheilten Objecten die grösste bisher 
überhaupt erreichte war; sie betrug 16.206. Dem Berichte des Herrn Kolazy, 
den ich meinem beilegen werde, entnehme ich, dass mit diesen Naturalien 
26 Lehranstalten betheilt wurden, und dass sie überdies 24 Bände Gesellschafts- 
schriften, 14 Separata und 80 Abbildungen erhielten. 

Was unsere sonstigen Sammlungen betrifft, so ist vor Allem hervorzu- 
heben, dass am Ende des vorigen Jahres das Landesherbar von Nieder-Oester- 
reich und das Herbar Spreitzenhofer in der Aufstellung vollendet war, wobei 
sich die Herren H. Braun, L. Preyer und Dr. Fr. Ostermeyer sehr ver- 
dient machten. Dr. Ostermeyer hat bereits in der November- Sitzung des 
vorigen Jahres über beide Herbarien berichtet, worauf ich hiemit verweise und 
blos das Ersuchen daran knüpfe, die Herren Botaniker mögen durch recht zahl- 
reiche Beiträge an der Erreichung des angestrebten Zieles mitwirken, in unserem 
Landesherbare die Flora Nieder-Oesterreichs nicht nur vollständig, sondern auch 
reichlich vertreten zu haben. — Die genannten Herren haben auch den übrigen 
Herbarien ihre Aufmerksamkeit zugewendet; Herr J. Breidler hat insbesondere 
in jüngster Zeit auf die Ordnung unseres Moosherbares viel Zeit und Mühe 
verwendet, und die Herren Kolazy und Kaufmann haben wie früher die In- 
standhaltung der zoologischen Sammlungen übernommen, wofür ihnen allen 
unser wärmster und verbindlichster Dank gebührt. 

Es erübrigt mir noch, über unsere Bibliothek zu berichten und hiebei dem 
vorzüglichen Wirken unseres Bibliothekars, Herrn Ausschussrathes Franz Bartsch, 
Dank und Anerkennung zu zollen. Die Sammlung selbstständiger Werke oder 
von Separatabdrücken wurde durch die Geschenke der Herren Dr. R. Freih. v. 
Dräsche, H. Pfihoda, Kämmerling, Dr. Wettstein, sowie der Herren 
Verfasser naturwissenschaftlicher Abhandlungen im Ganzen um 46 Nummern 
vermehrt. 

Dem Schriftentausche sind beigetreten: 
Societe d'histoire naturelle, Metz. 
Museo civico di storia naturale, Triest. 

Redaction der Naturwissenschaftlichen Rundschau, Braunschweig. 
Redaction der Notarisia, Venezia. 

Leitung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums, Wien. 
Naturwissenschaftlicher Verein des Regierungsbezirkes Frankfurt. 
Schliesslich wäre die Fertigstellung des neuen Bibliotheks - Kataloges 
hervorzuheben. 



Richard v. Wettstein. 



23 



Ausweis 

über die Betheilung der Lehranstalten mit Naturalien. 

Im Jahre 1885 wurden sechsundzwauzig Lehranstalten mit 223 Wirbel- 
thieren, G301 Insecten, 4334 Conchylien, 91 Krebsen, Strahlthieren und Würmern, 
5257 Pflanzen, im Ganzen mit 16.206 zoologischen und botanischen Objecten 
betheilt. 



Postnuminerjj 


Name der Lehränstalt 


Ausgest. 1 
Wirbelthiere 


Wirbelthierell 
in Weingeist J 


Insecten 


Conchylien 


Krebse, 
Strahlthiere, 
Würmer 


Pflanzen 


1 


Sechshaus: k. k. Staats-Oberrealschule . . 


1 


16 


455 




18 




2 






1 


559 


300 


4 


487 


3 








850 








4 


Pilgram, Böhmen: Communal- Ober-Gymn. 




— 


408 


350 


4 


400 


5 


Hradisch, Ung.- : Böhm. Privat-Gymnasium 






261 


272 


4 




6 




z 


I 


226 


190 


2 


160 


7 










179 






8 


Währing: Mädchen-Bürgerschule, Josefig. 23 


9 


36 


325 


230 


12 


400 


9 


Wien: Communal-Bürgerschule für Knaben, 
















X., Eugengasse 30, 32 


20 












10 


Gratzen : Volks- und Bürgerschule 






288 


200 


2 


400 


11 


Kaplitz: Volks- und Bürgerschule 






370 






400 


12 


Wien : Communal-Volksschule für Mädchen, 
















II., Holzhausergasse 7 


16 




259 


235 


2 


400 


13 


, Communal-Volksschule für Mädchen, 


















G 


22 


301 


230 


8 




14 


„ Communal-Volksschule für Mädchen, 


















12 












15 








253 


235 


2 


400 


16 


Holleschau: Deutsche Vollcsschule d. israel. 






















164 


258 


3 


100 


17 


Inzersdorf a. Wienerberge : Volksschule . . 


4 


10 










18 


Inzersdorf, Eudolfshügel : Volksschule . . . 


6 


2 


225 


175 


2 


400 


19 






18 




190 


6 


160 


20 


Ribnik bei Mähr. -Neustadt: Volksschule . . 




2 


251 


260 


2 


400 


21 


Schönwald bei Mähr.-Neustadt: Volksschule 






204 


280 


2 




22 


St. -Veit, Unter-, bei Wien: Volksschule . . 




2 


234 


228 


5 


400 


23 


Währing : Volksschule f. Mädchen, Josefig. 23 


4 


2 


235 


197 


4 


400 


24 


Währing : Volksschule für Knaben, Wiener- 


















7 


2 


244 


133 


5 


250 


2.5 


Hohe Warte b. Wien: Israel. Blinden-Instit. 


9 












26 


Pressbaum : Waisen- Asyl „Norbertinum" . . 




2 


189 


192 


4 


100 




Summe . . 


1 102 


121 


6301 


4334 


91 


5257 



24 



Jahres -Versammlung am 7. April 1886. 



Bericht des Rechnungsführers Herrn Josef Kaufmann. 
Einnahmen : 

Jahresbeiträge mit Einschluss der Mehrzahlungeu und Eintritts - 



taxen von zusammen fl. 281 . 99 fl. 2.661 . 99 

Subventionen „ 1.530 . — 

Verkauf von Druckschriften und Druckersätze „ 375 . 18 

Interessen von Werthpapieren und für die bei der Ersten öster- 
reichischen Sparcasse hinterlegten Beträge „ 328 . 03 

Porto-Ersätze „ 60 . 05 

Sonstige Einnahmen „ 116 . 60 

Beiträge auf Lebensdauer „ 72 , 42 

Summa . fl. 5.144.27 

und mit Hinzurechnung des am Schlüsse des Jahres 1884 
verbliebenen Cassarestes sammt fl. 3.440 . — 

unantastbaren Vermögens von ^ „ 5.618 . 29 

in Baarem und fl. 1.700 . — 

in Werthpapieren, im Ganzen fl. 1.700.— fl. 10.762.56 



Die Werthpapiere bestehen aus: 

2 siebenbürg. Grundentlastungs-Obligationen ä 100 fl. und 
1 g. Silberrente zu 50 fl. als Geschenk von Sr. Excellenz Herrn Cardin al- 
Erzbischof Dr. Ludwig v. Haynald. 

1 g. Silberrente zu 100 fl., Geschenk von Herrn Dr. Ludwig Ritter v. Kö c h e 1. 
1 g. Silberrente zu 100 fl., Geschenk von Herrn Brandniayer in Wien. 
1 g. Notenrente zu 100 fl. von Herrn A. Rogen hof er. 

4 g. Notenrenten ä 100 fl., Geschenk von Herrn Baron v. Königswarter. 
1 Rudolfslos zu 10 fl. (3 sind bereits ohne Treffer gezogen) und 

1 g. Notenrente zu 100 fl. als Spenden von Herrn Martin v. Damianitsch, 
pens, k. k. General-Auditor, zum Andenken an seinen am 19. October 1867 ver- 
storbenen Sohn Rudolf Damianitsch, stud. jur. 

1 Clarylos zu 40 fl. 

5 g. Silberrenten ä 100 fl., Legat nach Herrn Dr. Ludwig Ritter v. KöcheL 
1 g. Notenrente zu 100 fl., Legat nach Herrn Paul v. Wagner. 

Ausgaben : 

Besoldung fl. 750 . — 

Neujahrsgelder „ 78 . — 

Beheizung, Beleuchtung und Instandhaltung der Gesellschaftslocali- 

täten, dann der diesbezügliche Beitrag für den Sitzungssaal „ 244 . 25 



Josef Kaufmann. 



25 



Herausgabe von Druckschriften: 

a ) für den XXXIV. Band Rest für 

Druck fl. 576.22 

Illustrationen „ 26 . 30 fl. 602 . 52 

b) für den Druck des XXXV. 

Bandes fl. 2.440.45 

Illustrationen „ 705.55 , 3.146.- fl. 3.748 . 52 

Bücherankauf „ 201.80 

Erfordernisse für das Museum „ 229 . 83 

Kanzlei-Erfordernisse und Drucksorten „ 169 . 77 

Buchbinderarbeit für die Bibliothek „ 196 . 40 

Porto- und Stempelauslagen „ 288 . 83 

Sonstige Auslagen „ 53.35 

Zusammen . . fl. 5.960 . 75 



Hiernach verblieb am Schlüsse des abgelaufenen Jahres ein Cassarest von 
fl. 1.700 . — in Werthpapieren und fl. 4.801 . 81 in Baarem, welch' letzterer zum 
grössten Theil bei der Ersten österreichischen Sparcasse hinterlegt ist, und 
wovon der Theilbetrag von fl. 3.500 . — ein unantastbares, aus den für Lebens- 
dauer eingezahlten Beiträgen entstandenes Capital bildet. 



V e r z e i c h. n i s s 

jener der Gesellschaft gewährten Subventionen, sowie der höheren Beiträge von 
fünf Gulden aufwärts, welche von der Zeit vom 1. April 1885 bis heute in 
Empfang gestellt wurden. 

a) Subventionen : 

Von Sr. k. u. k. Apostolischen Majestät dem Kaiser Franz Josef fl. 200.— 
„ Sr. k. u. k. Hoheit dem durchlauchtigsten Herrn Erzherzoge und 



Kronprinzen Rudolf „ 80. — 

Von Ihren k. u. k. Hoheiten den durchlauchtigsten Herren Erzherzogen : 

Carl Ludwig „ 30 . — 

Ludwig Victor „ 20. — 

Albrecht „ 50 . — 

Wilhelm ^^50.— 

Rainer „ 50 . — 

Heinrich . . „ 50 . — 

Von Sr. Majestät dem Kaiser von Deutschland „ 60 . — 

„ Sr. Majestät dem König von Baiern » 40 . — 

Vom hohen k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht . . . . „ 300 . — 

„ „ niederösterreichischen Landtage „ 400 . — 

„ löblichen Gemeinderathe der Stadt Wien „ 300 . — 



26 



Jahres -Versammlung am 7. April 1886. 



b) Höhere Beiträge von 5 fl. aufwärts. 

Von Herrn: 

Heyden Dr. Lucas v. pro 1882 und 1883 je fl. 5.— 

Für das Jahr 1884: 
Von den P. T. Herren: 

r. 

Kinsky Ferdinand, Fürst Durchlaucht fl. 10 . — 

Bergh Dr. Rudolf „ 6 . 17 

Heyden Dr. Lucas v „ 5.— 

Krichbaumer Dr. Jos „ 5.— 

Für das Jahr 1885: 
Von den P. T. Herren: 

Colloredo-Mansf cid Fürst Josef zu, Durchlaucht fl. 100 . — 

Liechtenstein Johann, regierender Fürst von und zu, Durchlaucht „ 25 . — 

Schwarzenberg Fürst Johann Adolf, Durchlaucht „ 10.50 

Heidmann Alberik, Hochw „ 10.— 

Kinsky Ferd. Fürst, Durchlaucht „ 10.— 

Marchall Graf Aug „ 10.— 

Rothschild, Albert Freiherr v „10.— 

Peyritsch Dr. Johann „ 8. — 

Zickendrath Dr. Ernst „ 6.37 

Bergh Dr. Rudolf „ 6 . 17 

Röder Victor v „ 6.06 

Hopffgarten Max v „ 6.03 

Arnold Dr. Ferd „ 5.50 

Breidler F., Barbieux Aug., Bruuner v. Wattenwyl Carl, 
, Damianitsch Mart., Felder Dr. Cajetan Freih. v., Frie- 
sach Dr. C. V., Fritsch Jos., Frivaldszky Joh. v., Gall 
Ed. V., Goldschmidt M. R. v., Haimhoffen Gust. R. v. 
Haim, Hanf Blas., Heyden Dr. Lucas v., Heller Dr. 
Camill, Kolazy Josef, Künstler G. A., Leder Hans, Maren- 
zeller Dr. Em. v., Matz Maxim., More A. G., Müller Flor., 
PalackyDr. Joh., Pantoczek Dr. Jos., Bebel Hans, Rei- 
singer Alex., Reu ss Dr. Aug. V., SchaulRob.R. v., Schieder- 
mayer Dr. C; Schnabl Dr. Joh., Seoane de Lopez Dr. 
Vict., Sohst C. G., Tief Wilh., Türk Rud., Vogl Franz, 
Wachtl Friedr., Weisbach Dr. Aug., Weissflog Eug., 
Wettstein Dr. Rieh, v.. Wiesner Dr. Jul. und dem Gym- 
nasium in Oedenburg je fl. 5 . — 



Josef Eaufmann. 



27 



Für das Jahr 1886: 
Von den P. T. Herren: 



Liechtenstein Job., reg. Fürst von und zu, Durchlaucht . . . fl, 25.— 

Schwarzenberg Fürst Joh. Ad., Durchlaucht „ 10.50 

Heid mann Alberich, Hochw „ 10.— 

Kinsky Ferd. Fürst, Durchlaucht ^ 10. — 

Pelikan v. Plauenwald Ant Freih. v „10.— 

Koth Schild Alb. Freih. v „ 10.— 

Berg Dr. Carl „ 7 . 43 

Hopffgarten Max v „ 6.20 

Röder Victor v „ 6.20 

Miebes Ernest „ C. — 

Kraus Dr. Hermann „ 5.17 



Anders Ferd., Bachinger Aug., Bartsch Ferd., Bäuml er Jos,, 
Beck Dr. Günth., Bergroth E., BreidlerJ., Brunnerv. 
Wattenwyl Carl, Cypers Victor Landrecy v., Dräsche 
Dr. Rieh. Freih. v. Wartin berg, Felder Dr. Caj. Freih. v., 
Förster J. B., Frivaldszky Joh. v., Fuchs Theod., Gall 
Ed. V., Goldschmidt Moriz R. v., Gsangler Ant., Haläszy 
Dr. Eng. v., Heller Camill, Heyden Luc. v., Hedemann 
W. V., Hirner Jos., Hütterott Georg v.. Kremer Herm. 
R. V. Auenrod e, Leonhardi Adolf Freih. v., L in dp o in tue r 
Ant., Massopust Hugo, Matz Maxim., More A. G. Esq., 
Müller Dr. Arn. Jul., Müllner M. F., Novak Giam. Batt., 
Palacky Dr. Job., Paszitzky Dr. Ed., Pelzeln Aug. v., 
Reisinger Alex., Reu SS Dr. Aug. V., Ruppertsberger Math., 
Schaub Rob. R. v., Schiedermayer Dr. Carl, Seoane 
Lopez Dr. Victor, Sohst C. G., Staufer Vinc, Tomek Dr. 
Joh., Türk Rud., Wachtl Friedr., Weisbach Dr. Aug., 
Weissflog Eug., Wolf Franz, Frau Zugmayer Anna und 
dem k. k. Gymnasium Königgrätz je fl. 5 . — 



Zu Rechnungsrevisoren wurden die Herren Anton Hand- 
lirsch und Moriz Pfihoda gewählt^ die die vorgelegte Jahres- 
rechnung zur Revision übernahmen. 



Z. B. Ges. B. XXXVI. Sitr.-Ber. 



E 



28 



Jahres -Versammlung am 7. April 1886. 



Herr Dr. Otto Stapf besprach^ anknüpfend an die Ausdehnung 
und die Abbauweise des keltischen Salzbergbaues bei Hallstatt, 
die pflanzlichen üeberreste, welche im sogenannten 
Heidengebirge des Hallstätter Salzberges gefunden 
wurden. 

So heisst nämlich jener Theil desselben, der Spuren des keltischen Berg- 
baues aufweist. Es ist bald armes, bald reiches Gebirge, das sich nach dem 
Verlassen der Gruben und Schächte insbesondere unter dem Einflüsse eindrin- 
gender Wässer gebildet hat. Die Funde, soweit sie pflanzlicher Natur sind, 
zerfallen in drei Kategorien: 1. Bestandtheile der Pflanzendecke, welche die 
Taggegend über dem Bergwerke bekleidete. Sie wurden durch Wassereinbrüche 
u. dergl. in die Tiefe geführt. 2. Verarbeitete Hölzer, theils Reste von Werk- 
zeugen und Schüsseln, theils Stücke von Pfosten und anderen Bestandtheilen 
der Zimmerung. 3. üeberbleibsel von Speisen in menschlichen Excrementen. 
Die ersteren, unter welchen 25 Arten vertreten sind, beweisen, dass vor etwa 
1300 — 1500 Jahren die Vegetationsverhältnisse auf dem oberen Hallstätter Salz- 
berge genau dieselben wie heute waren, dass auch damals schon gemischter 
Wald und sumpfige Wiesen (Moser) das Tagrevier bedeckten. Die Nutzhölzer: 
Buche, Fichte und Tanne — die Lärche konnte nicht ganz sicher nachgewiesen 
werden — standen wie heute, so auch zur Zeit des keltischen Bergbaues, in 
erster Linie in Verwendung. Die Speisereste endlich weisen grosse Mengen von 
Setaria Italica und der zweizeiligen Gerste auf. Die erstere speciell stimmt ganz 
und gar mit derjenigen, die gegenwärtig z. B. in Ungarn als Mohär gebaut wird, 
überein. Die letztere entspricht einer kleinfrüchtigen Sorte. 



Herr Dr. C. Richter überreichte ein Manuscript^ betitelt: 
„Was ist Atragene Wender othii^'-^ in welchem die Identität 
dieser Art mit Atragene Americana nachgewiesen, ferner der Be- 
weis erbracht wird, dass die Fundortsangaben dieser Pflanze 
(Helvetia, Austria) zum Theil auf Verwechslung mit A. alpina^ 
zum Theil auf cultivirten Exemplaren beruhen. (Siehe Abhand- 
lungen, Seite 215). 



Herr Heinr. Braun legte hierauf der Versammlung eine 
Arbeit „Ueber Mentha fonticola Weihe, ein Beitrag zur 
Kenntniss einiger Arten und Formen aus der Gruppe 
der M. arvensis L." vor. 



Richard v. Wettstein. 



29 



Diese Arbeit bebandelt, wie Vortr. auseinandersetzt, eine kleine Formen- 
reibe aus der genannten Gruppe, die er „Fontanae" nennt, da die M. fontana 
Weibe als der Typus derselben angeseben werden kann. Von den Mentben aus 
der Gruppe der „Euarvenses" H. Braun unterscbeiden sie sieb durcb die lan- 
zettlicben oder eilanzettlicben, in den Blattstiel verscbmälerten Blätter und die 
spitzen Kelcbzäbne, sowie durcb die Lebensweise. Die Formenreibe der „Fon- 
tanae" tbeilt Vortr. wieder, je nacb der Form der Kelcbröbre und Kelcbzäbne, 
ferner nacb dem Zuscbnitte der Blätter in „Eufontanae" und in „Origanifoliae". 
Zu ersteren gebören 31. stachyodes Host, M. intermedia Nees, M. fontana Weibe, 
M. parviflora und varians Host; zu letzteren M. praticola Opiz, M. origani- 
folia Host, M. ocymoides Host, M. nemorosa Boreau und M. Austriaca Jacq. 
— Der Vortrag wurde durcb die Demonstration der erwäbnten Mentha- Arten 
und einiger anderer [M. Wierzbiecki Op., M. ovalifoUa Opiz, M. minutiflora 
Borb., M. plicata Op., M. Dalmatica Tauscb u. a.) in Exsiccaten illustrirt. 
(Siebe Abbandlungen, Seite 217.) 



Schliesslich besprach Herr Dr. Richard v. Wettstein die 
in Oesterreich-Ung'arn vorkommenden Arten der Gattung 
Onosma. 

In dem genannten Gebiete finden sieb 0. echioides L. = Cerinthe echioides 
OL L.) verbreitet in Südtirol, Istrien, Kärnten, Dalmatien. Im letztgenannten 
Lande trifft sie mit 0. stellulatum W. et K. zusammen, einer vielfacb verkannten, 
durcb die kablen Corollen leicbt kenntlicben, wenig verbreiteten Art (Croatien, 
Dalmatien). Im Norden grenzt an 0. echioides, zum Tbeil mit ibm vorkommend, 
0. arenarium W. et K., von Tirol bis nacb Ost-Ungarn verbreitet. Im östlicben 
Ungarn trifft es mit 0. Tauricum Fall, zusammen, das in Siebenbürgen vor- 
berrscbt. Von geringer Ausdebnung, auf den Ostrand der Alpen bescbränkt, ist 
der Verbreitungsbezirk des 0. calycinum Stev. Im südlicben Tirol, sowie in 
den angrenzenden Gebieten Italiens, wo 0. echioides L. und 0. arenarium W. 
et K. zusammentreffen, findet sieb nicbt selten ein aus denselben bervorgegan- 
gener Bastard, den Vortr. als 0. Tridentinum bescbrieb. 



E* 



30 



Yersammlung am 5. Mai 1886. 



Versammlung am 5. Mai 1886. 



Vorsitzender Herr Gustos A. Kogenhofer. 



Neu eingetretene Mitglieder : 



P. T. Herr 



Als Mitglied bezeichnet durch 
P. T. Herren 



Ha ring Johann, Lehrer. Stockerau . . . H. Braun, Dr. C. Richter. 

Horcicka Carl, k. k. Post-Official. Wien . A. Otto, Fr. Tschörch. 

Joch um Adolf, k. k. Min. -Beamter. Wien . A. Otto, Fr. Tschörch. 
Scholtys Alois, Präparator am k. k. Hof- 



150 Pflanzen für Schulen von Herrn Ad. und Ant. Handlirsch. 
Eine Partie zoologischer Objecte von denselben. 
66 Exemplare für das Landesherbarium von Herrn L. Keller. 
Diverse Seethiere und Conchylien für Schulen von Herrn Franz Freiherrn 
V. Liechtenstern. 



Der Vorsitzende gab das Resultat der durch die Herren 
Ant. Handlirsch und M. Pfihoda vorgenommenen Rechnungs- 
revision bekannt, worauf die Verificirung der Jahresrechnung 
pro 1885 durch die Versammlung erfolgte. 



Herr Prof. Dr. Gustav Mayr sprach: 1. über eine neue auf 
Quercus mexicana Humb. et Bonpl. in kugeligen Blattgallen lebende 
Gallwespe: Dryophanta Dugesi n. sp.; 2. über von ihm im British 
Museum gemachte rayrmekologische synonymische Notizen, und 



Museum. Wien 



Dr. G. Beck, Dr. A. Zahlbruckner. 



Eingesendete Gegenstände : 



VersammlTing am 5. Mai 1886. 



31 



3. über demselben von Dr. Fritz Müller in Blumenau in Brasilien 
gemachte biologische Mittheilungen über Feigeninsecten. 



Herr Dr. G. Beck hielt hierauf einen Vortrag „üeber die 
Wälder Bosniens" verbunden mit der Demonstration von ihm in 
Bosnien gesammelter Pflanzen. 



Hierauf besprach Herr Dr. R. v. Wettstein die „Myosotis 
alpestris Schmidt und die mit ihr verwandten Myosotis- Arten. 

Vortragender stellte zunächst auf Grund von Originalexemplaren und der 
Diagnosen fest, welche Pflanzen unter M. alpestris Schm. und M. suaveolens 
W. et K. verstanden seien. Beide Pflanzen wurden vielfach verwechselt, unter- 
scheiden sich jedoch in mehrfacher Hinsicht. Beide sind in Mittel - Europa 
weit verbreitet und repräsentiren den Typus der alpinen Myosotis. M. alpestris 
Schm. gehört insbesondere den Alpen, Karpathen und böhmischen Kand- 
gebirgen an, M. suaveolens W. et. K. vor Allem dem Südabhange der Alpen 
und den mediterranen Gebirgen. Beider Verbreitungsbezirke greifen vielfach in 
einander über. M. suaveolens erscheint auch als identisch mit jener Pflanze, die 
Hornemann aus dem Kaukasus sah und M. litJiospermifolia nannte, jedoch 
verschieden von der gleichnamigen Pflanze der meisten italienischen Autoren. 



Der Vorsitzende gab schliesslich eine Uebersicht der kürzlich 
vom k. k. naturhistorischen Museum erworbenen Lepidopteren- 
Ausbeute der Gebrüder Baczes, welche dieselben im vorigen 
Jahre auf Borneo im nordwestlichen Theile der Insel bei Nanga- 
Badan, 21 Tagereisen von der Küste entfernt, gemacht hatten; 
er verwies auf die früheren Sammelresultate von A. Wallace, 
welcher erst die reiche Fauna dieses interessanten Landes näher 
bekannt machte; vor Wallace hat die landsmännische Reisende 
Ida Pfeiffer Einiges von dort nach Europa gebracht. 

Auf besonders interessante Mimicry-Formen machte der Vor- 
sitzende aufmerksam, wie Papilio Caunus W. und Euploea Rhada- 
manthus Fb. 



32 



Versammluug am 2. Juni 1886. 



Weiters legte der Vorsitzende als Anhang zu der Monographie 
von Evania von Schlotte r er die Beschreibung zweier neuer Arten 
der Gattung vor: E. dinarica aus Dalmatien und E. oceUaria aus 
Mexico, gesammelt von Bilimek. (Siehe Abhandlungen, Seite 231.) 



Versammlung am 2. Jnni 1886. 

Vorsitzender Herr Dr. Franz Low. 

Neu eingetretene Mitglieder : 

^ ' „ Als Mitglied bezeichnet durch 

P- Herr % T Hei-ren 
Boberski Ladislaus, k. k. Schulinspector in 

Lemberg Dr. G. Beck, Dr. R. v. Wettstein. 

Waginger Dr. Carl. Wien, VIIL, Piaristen- 
Nr. 10 A.Rogenhofer, Dr. R.v. Wettstein. 



Eingesendete Gegenstände : 
450 Pflanzen für Schulen von Herrn Dr. Franz Low. 



Der Vorsitzende gab der Versammlung bekannt, dass der 
Secretär Herr Dr. G. Beck sein Mandat niedergelegt habe. Er 
forderte die Versammlung auf, ihren Gefühlen des Dankes für 
die Mühewaltung des abgetretenen Secretärs durch Erheben von 
den Sitzen Ausdruck zu geben. 



Herr Dr. Otto Stapf besprach zwei in dem Kohlenbergwerke 
von Rossitz vorkommende Pilze: Partus acheruntius Humb. und 
Coprinus stercorarius und erläuterte die interessanten biologischen 
Verhältnisse derselben. 



Adam Handlirsch. 



33 



Hierauf demonstrirte und besprach er einige Ins-Avteji aus 
dem botanischen Garten der Wiener Universität. 



Herr Anton Handlirsch überreichte ein Manuscript^ betitelt: 
„Die Metamorphose zweier Arten der Gattung Anacharis Dalm." 
(Siehe Abhandlungen, Seite 235.) 



Herr Adam Handlirsch hielt sodann einen Vortrag: „Ueber 
die Hymenopteren und Dipteren der Türkenschanze bei Wien." 

Die älteren Wiener Entomologen sind in dem Lobe der „Türkenschanze'^ 
bei Wien, wie sie einstmals war, alle einig. Sie schildern alle mit lebhaften 
Farben die ausserordentliche Individuen- und Artenzahl der Insecten aller Ord- 
nungen, welche diesen Ort bevölkerten. 

Seitdem ist Manches anders geworden. Statt der uncultivirten, mit reich- 
lichem, eigenthümlichen Pflanzenwuchse bedeckten Stellen findet man jetzt fast 
nur Sand- und Schottergruben ohne Pflanzen, oder Häuser mit Gartenanlagen, 
aus denen natürlich die ursprüngliche Vegetation vollständig verdrängt ist. 
Trotzdem aber kann von der reichen Insecten-Fauna noch nicht als von einer 
verschwundenen gesprochen werden. 

Ende August und an den ersten Septembertagen des vorigen Jahres 
sammelten mein Bruder und ich fast täglich auf der Türkenschanze, und zwar 
an einer einzigen, etwas vertieften. Stelle von beiläufig 100 Schritten im Durch- 
messer, welche reichlich mit Centaurea, Artemisia, Ächillea, Tussilago, Erigeron, 
Reseda, Eryngium etc. bewachsen ist. 

Auf diesen üeberbleibseln der ehemaligen Türkenschan z- Vegetation wim- 
melte es von den verschiedensten Insecten. — Ich will hier nur wenige besonders 
bemerkenswerthe Arten aus den Ordnungen der Hymenopteren und Dipteren 
namhaft machen und mich im üebrigen auf eine kurze Aufzählung der durch 
Individuenzahl besonders hervorragenden Gattungen aus diesen Ordnungen 
beschränken. Nur auf ein einziges Dipteron mag es mir gestattet sein am Schlüsse 
etwas näher einzugehen. 

Von Hymenopteren sammelte mein Bruder JEuchroeus quadratus Dahlb., 
Harpactcs laevis Latr., Ptdarus flavipes Fabr. (aus Süd- und Ost-Europa und 
den angrenzenden Gebieten Asiens bekannt), Salius minutus v. d. Lind., eine schöne 
Schizocera- kit und vieles Andere. Die Stelle wimmelte trotz der vorgerückten 
Jahreszeit von Fossorien, Apiden und Chrysiden aller Art; Philanthus, 
Cerceris, Oxybelus, Crabro, Bemhex, Alyson, Ämmophila, Larriden, Pompi- 



34 



Yersammlang am 2. Juni 1886. 



Ii den, Mutüla, Scolia, Saropoda, Änthidium, Sphecodes, Prosopis, Halietus 
bevölkerten sie in grosser Individuenzahl und mannigfaltigen Arten» 

Die Dipteren waren besonders zahlreich durch die Familien der Asi- 
liden {Äsilus sens. lat. in vielen Arten, Stichopogon, Dasypogon diadema Fabr.) 
und Tachininen vertreten; ausserdem fand ich die sonst als selten angegebene 
Syntomocera picta Meig. ebenso massenhaft, wie sonst an ähnlichen Orten die 
Sarcopliagen. Auch Anthrax afer Fabr., den ich im Jahre 1881 auch auf der 
Steppe bei Oberweiden im Marchfelde gesammelt habe (cf. Mik, in diesen 
Verhandlungen: Bd. XXXI), kommt auf der Türkenschanze vor. 

Das merkwürdigste Dipt er on jedoch, das ich erbeutete, war Adapsilia 
coarctata Waga, gewiss eine der grössten Seltenheiten der europäischen Fauna, 
obgleich sie sehr weit verbreitet ist. Dieses Thier, der einzige bekannte Ver- 
treter der sonst in Amerika einheimischen Gruppe der Pyrgotinen (MuscidaeJ 
in Europa, wurde meines Wissens bei Warschau, am Comer-See und in Süd- 
Tirol gefunden, wozu nun auch die Wiener Gegend kommt. — Ich hatte 
Gelegenheit die Art in grösserer Anzahl zu beobachten. Sie treibt sich in 
der brennendsten Sonnenhitze auf den Büschen von Centaurea, Artemisia und 
Meseda herum und fliegt, wenn sie nicht gestört wird, wenig, sondern steigt, 
eigenthümlich die Flügel ausrenkend, auf den Pflanzenbüschen umher. Mehrere 
von den fünfzehn von mir erbeuteten Exemplaren waren noch ganz frisch ent- 
wickelt, was beweist, dass sie an Ort und Stelle ihre Verwandlung durchgemacht 
haben. Ich halte daher den Umstand, dass Waga die Art auf einem Eichen- 
gebüsch fand, für ganz zufällig und glaube nicht, dass das Thier mit der Eiche 
in irgend einer Verbindung steht. — Die Weibchen fand ich viel zahlreicher 
als die Männchen. 

Zum Schlüsse möchte ich noch zu Schiner 's Beschreibung dieser Art 
in seiner Fauna Austriaca, II., p. 66, bemerken, dass er (in der Gattungsbeschrei- 
bung) die Länge und Form der Legeröhre unrichtig angibt, was off'enbar 
darin seinen Grund hat, dass er trockene Exemplare benützen musste. Im Leben 
ist die Legeröhre ungefähr mal so lang als der übrige Hinterleib, aber von 
einer für Mus ci den höchst eigenthümlichen Gestalt. Sie entspringt nämlich 
nicht aus einem nach hinten allmälig verjüngten Abdomen, wie dies sonst bei 
den Acalypteren gewöhnlich ist, sondern sie beginnt an der Stelle der grössten 
Dicke des ungemein kurzen Hinterleibes mit eben derselben Dicke wie dieser und 
krümmt sich dann, allmälig spitz werdend, nach abwärts; am Ende trägt sie 
zwei löffeiförmige Lamellen, die aber nicht immer vorgestreckt sind. Ich möchte 
ihre Gestalt noch am ehesten mit der einer sehr dicken Vogelklaue vergleichen. — 
Die kantige Form, wie sie Schiner angibt, entspricht gewiss nur einer post- 
mortalen, durch das Verti'ocknen entstandenen Veränderung. 



Der Vorsitzende legte eine „Suldener Phytoptocecidien" be- 
titelte Abhandlung des Herrn Prof. Dr. Friedr. Thomas in Ohr- 



Versammlung am 2. Juni 1886. 

ciruf vor und besprach in Kürze den Inhalt derselben. (Siehe Ab- 
handlungen, Seite 295.) 



Hierauf gab der Secretär Herr Dr. R. v. W et t st ein die 
Beschreibung einer neuen griechischen Pflanze: Isoetes Heldreicliii 
unter Vorlage eines diesbezüglichen Manuscriptes. (Siehe Abhand- 
lungen, Seite 239.) 

Ferner hob derselbe die Auffindung von Nicandra physaloides 
bei Ybbs durch Herrn Hör nun g, als die einer für Nieder-Oester- 
reich neuen Pflanze hervor. 

Endlich überreichte er mit Besprechung des Inhaltes folgende 
zur Publication eingelaufenen Manuscripte: 

Halacsy Dr. E. v.: „Goniolimon Heldreichii n. sp.". (Siehe 
Abhandlungen, Seite 241.) 

Bobersky Dr. L.: Systematische Uebersicht der Flechten 
Galiziens. (Siehe Abhandlungen, Seite 243.) 

Reichardt H. W.: „Vier neue Pflanzen Brasiliens", be- 
schrieben von Dr. Fenzl, aus seinem Nachlasse veröffentlicht. 
(Siehe Abhandlungen, Seite 287.) 



Zum Schlüsse legte Herr Prof. A. Burgerstein folgendes 
Verzeichniss solcher Objecte vor, deren Ueberlassung seitens der 
Herren Mitglieder zum Zwecke der Betheilung von Unterrichts- 
anstalten sehr erwünscht w^äre: 



Aloe. 

Acaciengummi. 

Baumwollkapseln. 

Buchsbaumholz. 

Cacaobohnen. 

Campecheholz. 

Campfer. 

Carnaubawachs. 

Chinarinden. 

Z. B. Gea. B. XXXVI. 



Sitz. 



Cocosnussfett. 

Cocosnussfaser. 

Copal. 

Ebenholz. 

Eichenholz. 

Elfenbein vegetab. 

Erdnuss. 

Pernambukholz. 

Flachs. 

-Ber. 



Gelbholz. 

Guajacholz. 

Gummigutt. 

Guttapercha. 

Hanf. 

Harz gemeines. 
Hopfen. 
Indigo. 
Ingwer. 

F 



36 



VersaiDinluiig am 2. Juni 1886. 



Jutefaser. 

KalmuswurzeL 

Kautschuk. 

Kirschgummi. 

Knoppern. 

Krappwurzel. 

Mahagoniholz. 

Manilahanf. 



Muscatblüthe. 

Muscatnuss. 

Nussholz. 

Opium. 

Palmfett. 

Piassavefaser. 

Safran. 



Sago. 

Sandelholz. 
Schellack. 
Traganth. 
Vanille. 

Wachs vegetab. 
Zimmtrinde. 



Versammlung am 7. Juli 1886. 

V^orsitzender: Herr Custos A. Rogenhof er. 



Neu eingetretene Mitglieder : 

Als Mitglied bezeichnet durch 
PTHerr P.T.Herren 

Ehrlich Josef, k. k. Parkgärtner. Wien . . Dr. R. v. Wettstein, A. Wiemann. 
Gutleben Josef, Gärtner. Wien .... Dr. 0. Stapf, Dr. R. v. Wettsteiu. 



Anschluss zum Schriftentausche : 
Societe d'dtudes scientifiques d'Angers. 



Herr Dr. Günther Beck hielt einen Vortrag über die nieder- 
Österreichischen Caltha-AYiQw unter Vorlage eines Manuscriptes, 
betitelt: „Versuch einer Gliederung des Formenkreises der Caltlia 
palustris L." (Siehe Abhandlungen, Seite 347.) 



Herr Custos A. Rogenhof er besprach den Inhalt einer von 
dem Mitgliede Herrn Fr. Friedrich Kohl überreichten Arbeit: 
„Neue Pompiliden des k. k. naturhistorischen Museums". (Siehe 
Abhandlungen, Seite 307.) 



Z. B. Ges. B. XXXVI. Sitz.-Ber. 



G 



38 



Versammlung am 7. Juli 1SH(\. 



Hierauf referirte Herr Dr. Otto Stapf über das neu erschienene 
Werk G. Radde's: „Die Fauna und Flora des südwestlichen 
Oaspi." (Leipzig, Brockhaus, 1886, S^.) 



Schliesslich gab Herr Fr. Höf er Mittheilungen über die Resul- 
tate der von ihm in Bruck a. d. Leitha nach Daten über das Leben 
des Botanikers H. W. Kr am er angestellten Nachforschungen. Die- 
selben ergaben einige Anhaltspunkte, aus denen zu entnehmen ist, 
dass Krämer^ über dessen Lebensgeschichte fast nichts bekannt 
ist, wenigstens von 1752 bis 1767 in Bruck seine ärztliche Praxis 
ausübte, da die Pfarrprotokolle der genannten Periode mehrfache 
Angaben über Kramer's Familienleben enthalten. Der Vortragende 
spricht die Hoffnung aus, durch Studium des Stadtarchivs der ge- 
nannten Stadt noch weitere Details ermitteln zu können. 



Versammlung am 6. October 1886 

Vorsitzender: Herr Dr. Franz Low. 



Neu eingetretene Mitglieder : 
P. T. Herr 



Als Mitglied bezeichnet durch 
P. T. Herren 



Nosek Antonin, Stud. phil. Wien .... Th. Fuchs, Dr. J. Palacky. 

Schräm Josef, Gymnasial- Professor. Wien . Dr. A. Bisching, Dr. E. Doli. 

Stockmayer Simon, Stud. med. Wien . . L. Gangibauer, F. Gräf. 

Weiuzettl Valentin. Prag Th. Fuchs, Dr. J. Palacky. 



Anschluss zum Schriftentausche : 

„Malpighia" ßassegn. mens, di Botan., Messina. 

Meteorological Office, London. 

Societas Historica-naturalis Croatica, Agram. 



Eingesendete Gegenstände : 

Pflanzen zur Betheilung von Lehranstalten, eingesendet von den Heiren 
H. Braun, Dr. M. Eichenfeld, C. Jetter, A. Keller, H. v. Kremer, F. M. 
Mülluer, Dr. F. Ostermeyer, L. Preyer, Dr. ß. Walz, Dr. R. v. Wett- 
stein, A. Wiemann. 

Ein Fascikel Pflanzen von Herrn Dr. F. Ressmann. 

Schlangen, diverse Speeles von Herrn C. Neufei In er. 



Herr Dr. Moriz Kronfeld sprach über den Ausstreuungs- 
mechanismus der Früchtchen von ScutelLaria galeviculata L. und 
überreichte ein diesbezüglichem Manuscript. (Siehe Abhandlungen, 
Seite 373.) 

Z. B. (ieö. B. XXXVI. Sitz.-Ber. H 



40 



Versamialung am 6. October 188G. 



Hierauf hielt Herr Dr. Otto Stapf einen Vortrag über den 
Ursprung mehrerer Culturpflanzen, indem er insbesondere die 
Ergebnisse seiner in dieser Hinsicht auf einer Reise durch Per- 
sien gemachten Beobachtungen mittheilte. 



Herr Franz Höf er theilte folgende biographische Notizen über 
H. W. Krämer^ den Verfasser des „Elenchus vegetabilium et ani- 
malium per Austriam inferiorem observatorum" (Wien^ 1756), mit: 

Neilreich bedauert iu seiner „Geschichte der Botanik", dass es ihm aller 
Nachforschungen ungeachtet nicht gelang, sich nähere biographische Notizen 
über Kramer zu verschaffen. Nur dass Kramer aus Dresden stammte und als 
Stadtarzt in Bruck a./Leitha fungirte, war Neilreich bekannt. 

In Leuni's „Synopsis", II. Auflage, jedoch kommt vor, dass Kramer's 
Vater Johann Georg Heinrich Kramer hiess, österreichischer Leib- und Militär- 
arzt und botanischer Schriftsteller war. Dann, dass nach demselben die Pflanze 
der officinellen Ratanhiawurzel Krameria triandra L. genannt wurde. — Aus 
dem „Elenchus" lässt sich deduciren, dass H. Wilhelm Kramer zu Wien in 
dem damaligen Mariahilfer Gymnasium studirte, und noch manches für dessen 
Biographie Verwendbares ist im „Elenchus" zu finden. 

Im Juli dieses Jahres durchsuchte der jetzige Herr Stadtpfarrer Jacob 
Bauer auf meine Bitte die Pfarrprotokolle von 1750 bis 1799 nach Daten über 
Kr am er. Daraus ergab sich Folgendes: „Im Jahre 1761 wurde dem Herrn Guiel- 
mus de Kr am er, Physicus et medicus civitatis, von seiner Gattin Theresia eine 
Tochter geboren, welche bei der Taufe vier Vornamen erhielt." — „Im März 17G3 
starb die Frau Kramer's und wurde in Bruck a./L. begraben." — „Im Jahre 1766 
erhielt Guielmus de Kramer abermals ein Töchterchen • von seiner zweiten 
Gattin Elisabeth. Auch dieses Kind erhielt in der Taufe im Gegensatze zu 
anderen Kindern der Stadt eine ganze Eeihe Taufnameu." — Im August dieses 
Jahres war es mir gelungen, im Stadtarchive zu Bruck a./L. noch einige 
biographische Notizen über Kram er zu erforschen, und zwar kommt in den 
Rathsprotokollen und in den vorhandenen Gemeinderechnungen der Stadt 
Bruck a./L. vor dem Jahre 1751 und nach dem Jahre 1766 Kramer's Name 
nicht vor. 

Chronologisch geordnet, lieferten diese Nachforschungen im Zu- 
sammenhange mit den vorher erwähnten folgende Resultate: 

1. Die Austragung einer Streitsache am 11. März 1752. 

2. Die Uebertragung eines Adjutums an Kr am er, 2 September 1752. 
(Herausgabe des „Elenchus", 1756.) 

3. Geburt eines Töchterchens von der Gattin Theresia, 1761. 

4. Tod der Gattin, März 1763. 

5. Nachricht vom Tode Kramer's, 16. Novembei- 1765. 



Versammlung am 3. November 1886. 



41 



6. Geburt einer Tochter von der zweiten Gattin Elisabeth im Anfange des 
Jahres 1766. 

Kramer lebte daher dreizehn Jahre als Stadtarzt und Physikus 
in Bruck a./L., starb (beiläufig im Juni) 1765, scheint jedoch nicht in Bruck a./L. 
begraben zu sein, da in den Pfarrprotokollen keine Nachricht darüber 
vorkommt und auf den Friedhöfen von Bruck a./L. kein Grabstein von dem- 
selben zu finden ist. 

Anknüpfend an diesen Bericht theilte Herr Höf er mit, dass 
von Herrn Riever bei Orth a. /Donau Carpesium cemuum h. und 
von ihm ScitfeMaria altissima L. wild im Stiftsparke zu Lilien- 
feld (Juni 1886) und im Schlossparke zu Bruck a./L. g-efunden 
wurde. 



Schliesslich legte der Secretär Herr Dr. R. v. Wett stein 
ein von dem Mitgliede Herrn August Wiemann eingesendetes 
Manuscript vor, betitelt: ,^Primula Wettsteinii (superminima X Chi- 
siana) Wiem. (Siehe Abhandlungen, Seite 376.) 



Versammlung am 3. November 1886. 

Vorsitzender: Herr Baron Pelikan v. Plauenwald. 



Neu eingetretene Mitglieder: 



^ ^ Als Mitglied bezeichnet durch 

Herr \ T. Herren 

Daraiu Narciss, Professor in Buccari . . H. Braun, D. Hirc. 

Nonfried Anton, Rentmeister in Rakonitz H. Braun, Dr. R. v. Wettstein. 



Eingesendete Gegenstände : 

1063 Coleopteren für Schulen von Herrn J. Kaufmann. 
150 Hyraenopteren für Schulen von Herrn P. Hacker. 

Blatta- Arten für Schulen von Herrn C. Frank. 

Blutegel für Schulen von Herrn Ant. Handlirsch. 

Eine Partie Coleopteren von Herrn Dr. R. v. Wettstein. 

Pflanzen zur Betheilung von Lehranstalten von den Herren Dr. R. Rau- 
scher, Dr. C. Richter, H. Sabransky, F. J. Sandany, Dr. 0. Stapf, 
S. Stockmeyer. 

H* 



42 



Versammlung am 3, Novembör 1886. 



Herr Prof. Dr. Gustav Mayr sprach über „Die Formiciden 
Nordamerikas" und überreichte eine gleichbetitelte Abhandlung. 
(Siehe Abhandlungen, Seite 419.) 



Herr Regierungsrath Dr. C. v. Aberle demonstrirte Früchte 
von Cordia Myxa L. und erläuterte den Bau und das Vorkommen 
derselben. 



Herr Dr. J. E. Polak machte einige Mittheilungen über 
den Anbau der Cordia Myxa in Persien. 



Herr Dr. Hans Molisch sprach sodann „lieber ein neues 
Mittel zur Unterscheidung der pflanzlichen und thierischen Faser", 
indem er, von seiner Entdeckung zweier neuer Zuckerreactionen 
ausgehend, die Anwendung derselben zu dem oberwähnten Zwecke 
erläuterte. 



Herr A. Rogenhofe r besprach eine Arbeit des Herrn 
W. Müller, „Südamerikanische Nymphalidenraupen" (Zoolog. 
Jahrb. v. Spengel, 1886, 3. Heft) und theilte seine Erfahrungen 
über die Lebensweise unserer einheimischen Arten aus dieser 
Familie mit. 

Ferner legte derselbe ein von Herrn D. H i r c in Buccari 
eingesendetes Manuscript vor, betitelt: „Malacologische Mitthei- 
lungen". (Siehe Abhandlungen, Seite 377.) 



Herr Dr. A. Zahlbruckner überreichte eine Arbeit über 
„Steierische Flechten" und besprach die wichtigsten Ergebnisse 
derselben. (Siehe Abhandlungen, Seite 393.) 



Schliesslich theilte Herr Dr. R. v. Wettstein die Auf- 
findung zweier für Nieder-Oesterreich neuer Pflanzen mit: 

Viola spuria Celakovsky (V. mirabilis X Biviniana) findet sich ver- 
einzelt zwischen den Stammarten auf dem Höllenstein bei Weissenbach (V, 1884). 



Versammlung am 1. Dcccmber 1886. 



43 



Die Pflanze dürfte sich in Nieder-Oesterreich auch an anderen Orten finden, wo 
V. mirahilis und F. Biviniana zusammentreffen ; ein Exemplar derselben fand 
Herr J. Schneider im Mai 1885 auf dem Kahlenberge bei Wien. 

SoJdanella Ganderi Huter. Sehr vereinzelt unter den beiden Eltern 
S. minima und S. alpina auf dem Schneeberge, besonders am oberen Eingange 
in die Bockgrube. 

Ausserdem demonstrirte der Vortragende eine Zusammenstellung der in 
Oesterreich -Ungarn vorkommenden Arten und Bastarde der Gattung Prim,ula. 



Nach dem von den Scrutatoren, den Herren H. Kr einer 
R. V. Auenrode, Carl Jett er und Dr. Moriz Krön fei d ge- 
prüften Wahlergebnisse erscheint Herr Dr. I^udwig Lorenz Ritter 
V. Liburnau an Stelle des abgetretenen Secretärs Dr. G. Beck 
gewählt. 

Ferner wurden zu Ausschussräthen gewählt, resp. wieder- 
gewählt, die P. T. Herren: 



Bartsch Franz. 
Beck Dr. Günther. 
Fuchs Theodor. 
Grobben Dr. Karl. 



Kolazy Josef. 
Müll n er Michael F. 
Pelikan Anton Freiherr v. 
Stapf Dr. Otto. 



Versammlung am 1. December 1886. 

Vorsitzender: Herr Baron Pelikan v. Plauenwald. 



Neu eingetretenes Mitglied : 

^ ^ „ Als Mitglied bezeichnet durch 

P. T. Herr r, t" rr 

P. T. Herren 

St ur an y Rudolf. Wien Dr. H. Molisch, S. Stockmayer. 

Eingesendete Gegenstände: 

Eine grössere Partie Conchylien für Schulen von Herrn Fr. v. Liech- 
tenster n. 

Pflanzen für die Schulbetheilung von den P. T. Herren: E. Karny, 
Dr. R. V. Wettstein, E. Witting, Dr. E. Woloszczak, Dr. A. Zahl- 
bruckner. 



44 



Veisamralung am 1. December 1886. 



30 Speeles für das Herbar von Nieder-Oesterreich von Herrn H. Sabransky. 
46 Speeles für das Herbar von Nieder- Oesterreieh von Herrn Dr. C. Richter. 
Lepidopteren für Schulen von Herrn Dr. ß. v. Wettstein. 
Blutegel und Extremitäten von Säugethieren von Herrn Ant. Hand Urs eh. 
Ein Fascikel der „Lichenes exsiccati" von Herrn F. Arnold. 
Conchylien für Schulen von Herrn Dr. F. Ressmann. 
Osteologische Präparate von Herrn Dr. L. v. Lorenz. 



Herr F. Bartsch theilte einen biographischen Entwurf 
über das verstorbene Mitglied Dr. Carl v. Renard in Moskau mit: 

In Wiesbaden verstarb am 13. September 1886 in seinem 78. Lebensjahre 
der kaiserlich russische Geheimrath Dr. Karl v. Renard, Präsident der kaiser- 
lichen naturforschenden Gesellschaft in Moskau. Der Verstorbene wurde am 
4. Mai 1809 in Mainz geboren. Seine Kindheit und früheste Jugend brachte 
er im Hause seines Vaters, eines in Mainz sehr bekannten und wissenschaftlich 
höchst gebildeten Arztes, zu. Darauf studirte Renard in Glessen und Heidel- 
berg Medicin und promovirte am 14. Mai 1832 in Glessen zum Dr. med., chir. 
et art. obstetr. Im Jahre 1834 zog er, einem Rufe seines Onkels, des berühmten 
Gelehrten und Gründers der Moskauer naturforschenden Gesellschaft, Gotthelf 
Fischer v. Waldheim, Folge leistend, nach Moskau, wo er in Kurzem eine 
bedeutende medicinische Praxis sich erwarb und zum Hausarzte der besten dor- 
tigen aristokratischen Familien gewählt wurde. Im Jahre 1837 erhielt er die 
Stelle eines Bibliothekars der Moskauer medicinischen Akademie, von der ihm, 
im Jahre 1843, der Titel eines russischen Doctors der Medicin honoris causa 
verliehen wurde. Trotz des Erfolges, den der junge Renard in Moskau als 
Arzt gehabt, veränderte er noch im Jahre 1840 gänzlich seine Laufbahn. Sein 
Onkel Fischer v. Waldheim hatte es gewusst, ihn für die Moskauer natur- 
forschende Gesellschaft zu gewinnen. In Folge dessen gab Renard seine 
medicinische Praxis auf und widmete sich gänzlich seiner neuen Thätigkeit. In 
der genannten Gesellschaft wirkte und arbeitete Renard als Bibliothekar, als 
Secretär, dann als Vice - Präsident und schliesslich als Präsident. Ausserdem 
war Renard Redacteur der Schriften der Gesellschaft (Bulletins et Nouveaux 
Mömoires de la Soci^te Imperiale des naturalistes de Moscou) vom Jahre 1841 
an bis zu seinem Tode, also während 45 Jahre. Das Amt eines Secretärs der 
obigen Gesellschaft bekleidete er während 32 Jahre ; im Jahre 1872 wurde er 
zum Vice-Präsidenten und im Jahre 1884 zum Präsidenten dieser Gesellschaft 
erwählt. Auf allen diesen in wissenschaftlicher Beziehung so wichtigen Posten 
legte R e n a r d stets bedeutende administrative und organisatorische Fähigkeiten 
au den Tag. Als Bibliothekar setzte er in kurzer Zeit die Bibliothek der Ge- 
sellschaft in die beste Ordnung, als Secretär wusste er die ausgedehntesten 
Beziehungen mit einer sehr grossen Anzahl von gelehrten Gesellschaften und 
Naturforschern der fünf Welttheile anzuknüpfen und zu unterhalten, als Redac- 



Versaramlnng am 1. Decembev 188G. 



45 



teur der Schriften der Gesellschaft gelang es ihm, viele russische und auslän- 
dische Gelehrte für diese Schriften zu interessiren, und hat er es verstanden, 
trotz der spärlichen materiellen Mittel, über die die Moskauer naturforschende 
Gesellschaft zu verfügen hatte, diese Schriften, die oft mit zahlreichen Tafeln 
versehen waren, immer pünktlich und auf eine nichts zu wünschen übrig lassende 
Weise herauszugeben, so dass dieselben die weiteste Verbreitung sowohl in 
Europa, als auch in anderen Welttheilen haben. Seinen rastlosen Bemühungen 
hat die Moskauer Gesellschaft die stete Bereicherung ihrer Bibliothek, die, was 
naturhistorische Werke anbelangt, zu den bedeutendsten Bibliotheken Eusslands 
gehört, zu verdanken, und ebenso verdankt sie auch die vor fünf Jahren erfolgte 
Vergrösserung ihrer materiellen Mittel seinen mit vieler Ausdauer in dieser 
Beziehung bei den höchsten Vertretern der Regierung gemachten Schritten. 
Dem zoologischen Museum der Moskauer Universität widmete der verstorbene 
Dr. v. Renard während mehr denn 17 Jahren (von 1846—1863) ebenfalls seine 
Thätigkeit. Als Gustos dieses Museums trug er viel zur Bereicherung und Ord- 
nung desselben bei. 

Vor vier Jahren wurde das fünfzigjährige Doctorjubiläum des Verstor- 
benen gefeiert. Lebhaft erinnern sich noch gar Viele dieser Feier, die sich 
durch eine grosse Herzlichkeit auszeichnete, der vielen hohen Belohnungen, des 
allgemeinen Ausdruckes der Verehrung und des Dankes, die mit Recht dem 
damaligen Jubilar zu Theil wurden, der Masse von Gratulationsschreiben und 
Adressen, die ihm aus allen Welttheilen zukamen. Der Verstorbene hatte eine 
wahrhaft grenzenlose Liebe für die Wissenschaft, deren Förderung er sich zum 
Lebensziel gemacht hatte. Er war immer bereit, einem Jeden durch Wort und 
That behilflich zu sein, junge, strebsame Gelehrte in ihren ersten Schritten zu 
unterstützen, und zeichnete sich dabei stets durch Liebenswürdigkeit im Um- 
gange mit Allen, die mit ihm verkehrten, aus. Die Moskauer naturforschende 
Gesellschaft war für ihn eine ganze, besondere Welt, für die er lebte und ar- 
beitete, und der er bis zum Tode seine ganze Kraft und sein ganzes Können 
mit ganzer Seele schenkte. Die am 15. October stattgehabte Jahressitzung der 
Moskauer naturforschenden Gesellschaft wurde beinahe ausschliesslich dem An- 
denken ihres verstorbenen Präsidenten gewidmet. 



Secretär Dr. R. v. Wettstein erstattete Bericht über die 
ZusammenstelluDg von Herbarien für Schulen. Dieselben wurden 
wie im verflossenen Jahre dadurch zu Stande g-ebracht, dass eine 
Reihe von Herren die Verpflichtung übernahm, bestimmte der 
in dem seinerzeit (vergl. Verhandl., XXXV. Bd., 1885, p. 39) pu- 
blicirten Verzeichnisse aufgeführten Arten zu sammeln. Es be- 
theiligten sich an dieser Arbeit im Jahre 1886 nachbenannte 
Herren: H. Braun, Dr. M. Eichen fei d, Carl Jett er, H. Karny, 



46 



Versammlung am 1. December 1886. 



A. Keller, H. v. Kremer, Dr. M. Kronfeld, M. F. Müllner, 
Dr. F. s t e r in e y e r, L. P r e y e r, Dr. R. Rauscher, Dr. C. 
Richter, H. Sabransky, F. J. Sand an y, Dr. O. Stapf, 
Dr. R. V. Wett stein, A. Wie mann, E. Witting-, Dr. E. 
Woloszczak, Dr. A. Z a h 1 b r u c k n e r. 

Ferners erstattete der Secretär Bericht über die Einführung- 
botanischer Discussionsabende, die nunmehr an Freitags- 
Abenden in den Localen der Gresellschaft stattfinden sollen. Bis 
auf Weiteres wird die Bekanntmachung dieser Discussionsabende 
durch Auflegen einer Einladung im Bibliothekszimmer, sowie 
durch Versenden persönlicher Einladungen erfolgen. Ueber den 
am 12. November stattgefundenen Discussionsabend mit dem 
Thema: „Die Verwerthung älterer Namen für die Synonymie" 
machte der Secretär folgende Mittheilung: 

Der Einleitende, Herr Dr. Karl Ricliter, weist zunächst daraufhin, dass 
die Verwendung namentlich älterer Namen in der Synonymie immer mit einer 
gewissen Vorsicht zu geschehen hat. Die Fehler, welche man begehen kann, 
sind hier zweierlei, sozusagen subjectiver und objectiver Natur. Die ersteren 
beruhen auf einer verschiedenen Auffassung des SpeciesbegrifFes, letztere auf 
theilweiser Inconstanz der in der ursprünglichen Diagnose verwertheten Merkmale. 

Was nun die ersteren betrifft, so kann man hier wieder in zwei Richtungen 
fehlen, nämlich einerseits, indem man den Namen (ohne Veränderung oder 
Zusatz in Bezug auf den Autornamen) für eine kleinere systematische Einheit an- 
wendet als der Autor, oder umgekehrt, indem man eine ganze Gruppe von Speeles, 
welche der Autor, dessen Name dem gebrauchten Pflauzennameu beigesetzt ist, 
bereits unterschied, in eine einzige desselben Autors willkürlich zusammeufasst. 
Was endlich die zweite Gruppe anlangt, so erschien es dem Vortragenden kaum 
thunlich, mit einem Namen Pflanzen zu benennen, welche mit der Diagnose 
des Autors nicht übereinstimmen, ja ihren Merkmalen gemäss vielleicht sogar 
einer anderen Speeles desselben Autors entspricht. 

Nach längerer Debatte, an welcher sich die Herreu Dr. G. Beck, Dr. E. v. 
Halacsy, Dr. 0. Stapf, Dr. R. v. Wettstein und Dr. Zahlbruckner iu 
hervorragender Weise betheiligten, kam die Versammlung zu dem Schlüsse, dass 
in Betreff der Fehler in subjectiver Richtung allen Umständen Rechnung getragen 
wird, wenn dem Namen der Pflanze nicht oder wenigstens nicht allein der Name 
des ursprünglichen Autors, sondern auch desjenigen, welcher den Umfang des 
Speeles- oder Gattungsbegriffes veränderte, beigegeben wird. 

Was endlich die Veränderung der Diagnosen anlangt, so sei dieselbe in 
Folge fortschreitender Kenntnisse unvermeidlich, auch gerechtfertigt, wenn sie 
mit nöthiger Vorsicht und Gründlichkeit durchgeführt wird. 



Versammlung am 1. December 1886. 



47 



Um Zweideutigkeiten der Namen, insbesondere in floristischeu Aufzählungen 
und bei Herbarbestiinmuugen zu vermeiden, wird zum Schlüsse von der Versamm- 
lung der Wunsch ausgesprochen: es sei dahin zu streben, dass in solchen 
Fcällen das Werk bezeich netwerde, nach welchem dieBestimmung 
vorgenommen wurde. 

Herr Prof. J. Mik legte ein Manuscript vor, betitelt „Ueber 
die Artrechte der Tiinda oleracea L. und Tipula palvdosa Meig., 
nebst einigen Worten über das Exstirpiren des Hypopygiiims 
der Dipteren zum Zwecke der Artbeschreibung". (Siehe Abhand- 
hmgeu; Seite 475.) 

Herr Dr. G. Beck sprach über die Hormogonienbildung 
von Gloiotrichia natans Thuret: 

Gloiotrichia natans Thür. {Rivularia angulosa Koth) ist bekanntlich jene 
Rivulariacee, deren Entwicklung von De Bary (in „Flora", 1863, p. 553 If., 
t. VI— VII) zuerst eingehend behandelt und erkannt wurde. Durch dessen 
Untersuchungen wurden insbesondere der Zerfall des Fadens in Hormogonien, die 
Ausbildung der letzteren zu Keimfäden, weiters die Bildung und Keimung der 
Sporen (Manubria) in solcher Gründlichkeit erforscht, dass die eingehenden 
Untersuchungen der berühmten Algologen Bornet und Thuret über dieselbe 
Gattung nur Ergänzendes zu der Art und Weise der Hormogonienbildung hinzu- 
zufügen hatten. Meine Beobachtungen können demnach nur denselben Weg 
betreten und sollen den Zweck haben, auf eine eigenthümliche Hormogonien- 
bildung von Gloiotrichia natans hinzuweisen, welche, wie es scheint, bisher 
übersehen worden war. Entgegen der Beobachtung De Bary 's, dass der Faden 
von Gloiotrichia natans im Herbste bis auf die Manubria zu Grunde gehe, 
fand ich, dass der ober der Spore befindliche dickere Theil des Zellfadens im 
Herbste in Hormogonien zerfällt, von denen das unterste, ober dem Manubrium 
befindliche ziemlich abweichend gebaut ist. Drei bis sechs ober der Spore des 
Gloiotrichia-F Sidens und noch innerhalb der Gallerthülle derselben liegende 
Zellen bilden sich zu einem in sich geschlossenen Hormogonium aus, indem 
sich ihre Membranen stark verdicken, oft schichten und gegen die Spore trichter- 
förmig in einander schachteln. Hiebei wird auch deren Gestalt wesentlich ver- 
ändert. Die unterste Zelle rundet sich im Allgemeinen ab; die folgende jedoch 
verjüngt sich gewöhnlich nach der Spitze des Fadens zu und stellt einen ab- 
gestutzten Kegel vor; ebenso formen sich des öftern auch die noch höher 
liegenden. Die erste, unterste Zelle wird stets schon innerhalb des Fadens zu 
einer neuen Grenzzelle, und ihr Inhalt tritt durch eine Pore oder durch eine 
offene Communication in die folgende Zelle über. Letztere (zweite), seltener 
durch Einschaltung von weiteren Grenzzellen eine höhere, wird die Basalzelle 
des neuen Keimfadens, die Archesporzelle des neuen Manubriums. Dieses 

Z. B. Ges. B. XXXVI. Sitz.-Ber. I 



48 



VersnminluTig am 1. December 1886. 



derartig geformte Hormogonium weicht somit im Baue wesentlich von jenen ah, 
welche durch den Zerfall des Gloiotrichia-FsidQns gebildet werden, da letztere 
aus conformen Zellen bestehen und ihre Greuzzelle erst nach dem Austritte aus 
dem gemeinschaftlichen Verbände erhalten, ersteres hingegen umgeformte, stark 
verdickte Zellen und eine schon frühzeitig ausgeprägte Grenzzelle aufweist. 

Nicht mindere Beachtung jedoch als die Gestalt des erwähnten Hormo- 
goniums verdient die Weiterentwicklung desselben. Der Zellkörper desselben 
wird nämlich entweder vollkommen aus der gemeinschaftlichen Scheide des 
Gloiotrichia-¥2i,([ens durch das Wachsthum der Spore ausgestossen, oder er 
schlüpft aus seinen schachteiförmig in einander steckenden, aufquellenden 
Scheiden unter Zurücklassung der gewöhnlich schon inhaltsleeren Grenzzelle 
heraus, wobei das über demselben befindliche Fadenstück selbst noch in normale 
Hormogonien zerfallen kann oder seine Lebensthätigkeit abschliesst. 

Im ersteren Falle verhält sich dieses unterste Hormogonium im weiteren 
Wachsthume wie ein anderes; es wird durch rasch aufeinanderfolgende Zell- 
theilungen verlängert und lässt bald Spitze und Grund des Fadens erkennen; 
ja dasselbe ist selbst im Stande, eine Spore von kleineren Dimensionen zu er- 
zeugen, die durch ihre Längenstreckung die Scheiden der früheren Hormo- 
goniumszellen bald durchwächst, wobei die sie umkleidenden, sich erweiternden 
Hüllscheiden durch ihre Einschnürungen mit Sicherheit auf die ursprüngliche 
Anzahl der Hormogoniumzellen schliessen lassen. 

Dass man im Sommer an den Hüllen vieler sich ausbildender Sporen 
diese Einschnürungen noch vorfindet, ist bekannt. Es kann demnach wohl keinem 
Zweifel unterliegen, dass die Fortpflanzung von Gloiotrichia natans durch ob- 
ge nannte Hormogonien eine normale sei, was wohl auch hiedurch bekräftigt wird, 
dass im Herbste fast alle Fäden derartige Hormogonien aufweisen, die nur in 
der Anzahl der sie zusammensetzenden Zellen Schwankungen aufweisen. Durch 
das Ausschlüpfen der Hormogonienzellen aus ihren Scheiden entstehen normale 
Hormogonien, in welchen sich, da erst eine neue Grenzzelle gebildet werden 
muss, die Archesporzelle des Manubriums höher und gewöhnlich auch später 
ausbildet. 

Herr Dr. Franz Low legte eine Arbeit vor unter dem Titel: 
„Neue Beiträge zur Kenntniss der Phytoptocecidien" und be- 
sprach in Kürze den Inhalt derselben. (Diese Arbeit erscheint 
im XXXVII. Bande.) 

Hierauf demonstrirte Herr Dr. H. M o 1 i s c h einen von ihm 
construirten Apparat zum Zwecke von Untersuchungen über den 
Hydrotropismus der Pflanzenwurzeln und besprach, anknüpfend 
hieran, die Ergebnisse seiner Beobachtungen über diese Bewe- 
gungserscheinung. 



Anhang. 



49 



Herr Dr. M. Kronfeld sprach über den morpholog-ischen 
Aufbau der Rliizome von Nuphar luteum und zeigte ein solches 
Rhizom von besonderer Grösse, das von Bruck a./L. stammte, vor. 



Secretär Herr Dr. Ludwig v. Lorenz referirte über den 
Inhalt einer von Herrn Dr. Krauss in Tübingen eingesendeten 
Abhandlung, betitelt „Die Dermopteren und Orthopteren Siciliens". 
(Siehe Abhandlungen im Bd. XXXVH, I.Heft); ferner theilte 
er die Auffindung eines sexuellen Unterschiedes in den After- 
klauen des Hirsches durch Herrn J. Arn hart mit. (Siehe Ab- 
handlungen im Bd. XXX Vn, 1. Heft.) 



Schliesslich berichtete Herr Dr. R. v. Wettstein über die 
Auffindung einiger neuer Pilze, darunter einer Irpex-Avt (7. ano- 
malus W.) mit achtsporigen Basidien, und einer Sclerotinia (^S. Ker- 
neri W.), die als die Ursache einer Krankheit der Tanne erkannt 
wurde. Der Vortragende beabsichtigt die Publication dieser Funde 
in den Sitzungsberichten der k. k. Akademie. 



Nach der während der Sitzung vorgenommenen Wahl von 
sechs Vice-Präsidenten erscheinen folgende P. T. Herren gewählt: 
Brunner v. Wattenwyl Dr. C. 1 Mik J. 

Kornhuber Dr. A. v. Latzel Dr. R. 

Mayr Dr. G. | Pokorny Dr. A. 



Anhang. 



"W^e r k e , 

welche der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft im Jahre 1886 

gespendet wurden. 

1. Reuss Dr. A. V. Pilzconcretionen in den Thränenröhrchen. Vom Verfasser. 

2. Ambrosi Francesco. Deila flora trentina. — Un canestro d' Imenomiceti rac- 

colti nella valle di Sella nell'Agosto e Settembre, 1882. Vom Verfasser. 

3. Rogenhofer Alois. Schmetterlinge des Gebietes von Hernstein in Nieder- 

Oesterreich, Wien, 1885. Vom Verfasser. 

I* 



50 



Widmungen für die Bibliothek. 



4. Zukal Hugo. Mycologische Untersuchungen, "Wien, 1885. Vom Verfasser. 
5a. Report of the scientific results of the Exploring voyage of H. M. S. Chal- 
lenger, 1873-1876. 

Narrative of the Cruise I. 

Zoology XI-XIIL 

Botany I. Von Herrn Dr. Rieh. Freiherr v. Dräsche. 

5Z>. Dräsche Rieh. Dr. Freih. v. Beiträge zur feineren Anatomie der Poly- 
chaeten, Wien, 1885. Vom Verfasser. 

6. Liechtenstein Jules. Monographie des pucerous du peuplier, Mar- 

seille, 1886. Vom Verfasser. 

7. Ninni A. P. Rapporto sui progetti della ditta Grego per estendere la 

pescicoltura ed introdurre la cocleocoltura a Lugagna e Coorle presso 
Portegruaro Prov. di Venezia, Rome, 1885. Vom Verfasser. 

8. Öfversigt af kongl. Vetenskaps- Akademiens förhandlin-gar, 3 Arg., 1846, 

Stockholm, 1847. Von Herrn Gustos Rogenhof er. 

9. Müller Baron Ferd. The plants of New South Wales with an introductory 

essay and occasional Notes by William Woolls, Sydney, 1885. 

Von Herrn Baron Ferd. Müller. 

10. Kämmerling Josef. Reichardt Dr. Heinr. Wilh. Ein Lehensbild. Mähr.- 

Weisskirchen, 1886. Vom Verfasser. 

11. Bayer Franz. lieber die Goracoide der Vögel, Prag, 1885. 

— üeber das Skelet der Pelobatiden, Prag, 1884. Vom Verfasser. 

12. Malm A. H. Gm Sowerby's hoal, Stockholm, 1885. Vom Verfasser. 

13. V. Tschusi zu Schmidhoffen Victor R. v. Nachruf an Andr. Job. Jäckol. 

Vom Verfasser. 

14. Aurivillius P. 0. Chr. Lepidoptera Damarensia, Stockholm, 1879. 

— Gn a new genus and species of Harpacticida, Stockholm, 1879. 

— lieber secundäre Geschlechtscharaktere nordischer Tagfalter, Stock- 
holm, 1880. 

— Gm en samling fjäritar fran Gaboon, Stockholm, 1880. 

— Insecta a viris doctissimis Nordenskiöld illum ducem sequentibus in 
insulis Waigatsch et Novaja Semlia anno 1875 coUecta. Hymenoptera 
et diptera auct. A. E. Holmgren. Lepidoptera auct. Aurivillius. 

— Anteckningar om nägra skandinaviska fjärit orter. 

— Svensk Norsk Entomologisk Literatur, 1880. 

— Svensk Norsk Entomologisk Literatur, 1883. 

— Gm en nyligen aterfuman svensk nattfjärit. 

— Föredrag i zoologi. 

— Insektlifvet i arktiska Länder. 

— Lepidoptera insamlade i nordligaste Asien under Vega Expeditionen. 

Vom Verfasser. 

15. Wagner Franz von. Das Nervensystem von Myzostoma (F. S. Leuckart), 

Graz, 1866. Vom Verfasser 



Widmungen für die Bibliothek. 



51 



10. Horvätb Dr. G. Bericht über die Thätigkeit der ungarischen Phylloxera- 
Versuclisstation im Jahre 1884, Budapest, 1885. Vom Verfasser. 

17. Urban J. Zur Biokigie der einseitswendigeu Blüthenstcände, Berlin, 1885. 

— Georg Engelmann. Ein Nekrolog. 

— Morphologie der Gattung Bauhinia. 

— Ueber den Blütlienbau der Phytolaccaceengattung Microteca. 

— Studien über die Scrophulariaceengattungen Bysanthes, Bonnaya, 
Vandellia und Linderrica. Vom Verfasser. 

18. Mann Josef. Beiträge zur Kenntniss der Microlepidopteren -Fauna der 

Erzherzogthümer Oesterreich ob und unter der Enns und Salzburg. 

Vom Verfasser. 

19. Stussiner J. und Boettger Dr. 0. Malacologische Ergebnisse auf Streif- 

zügen in Thessalien. Von Herrn J. Stussiner. 

20. Kanitz Dr. Aug. Die botanischen Resultate der centralasiatischen Expe- 

dition des Grafen Bela Szechenyi, Budapest, 1886. 

Von Herrn J. Knapp. 

21. Schulzer v. Müggenburg Stefan. Das unangenehmste Erlebniss auf der 

Bahn meines wissenschaftlichen Forschens, Agram, 1886. 

Vom Verfasser. 

22. Dzied icki Dr. Heinrich. II. Beitrag zur Fauna der Dipteren, Warschau, 1885. 

— Einige Worte über die Präparation des Hypopygiums der Dipteren. 

Vom Verfasser. 

23. Ninni A. P. Commentario della fauna, flora e gea del Veneto e del Tren- 

tino, Anno I, 1869. 

— Materiali per la fauna veneta. 

— Notizie interno ogli animali vertebrati della provincia di Treviso, 
Venezia, 1864. 

— Sinossi dell' icouografia della fauna italica di C. L. Bonaparte. 

— Catalogo degli araneidi trevigiani, Venezia, 1869. 

— Sulla mortalita dei Gamberi nel Veneto, Venezia, 1865. 

— La Pesca nella provincia di Treviso, Venezia, 1877. 

— Nuovo Insetto distructore delle viti. 

— Contribuzione per lo studio degli ortotteri veneti, I, II. 

— Sopra la lepre bianca delle alpi veneti. 

— Sopra i chrirotteri veneti. 

— Forme inedite e poco note di rosicanti veneti, Venezia, 1882. 

— Gli anacantini del mare adriatico. 

— Sull' Äphya phalerica Rond. 

— Breve nota intorno al morasso nel Veneto. 

— Replica alla nota del Cam. E. de Betto suUa distribuzione geografica 
dei serpenti velenosi in Europa. 

~ Sopra alcune varietä del Trepidonotus Natrix Schlegel osservate nel 
veneto. 

~ Sopra le ranae fuscae del Veneto. 



52 



Widmungen für die Bibliothek. 



Niniii A. P. Saggio dei prodotti aquatici e delP industria pescareccia delle 
lagune e mare di Venezia, Venezia, 1880. 

— Modelli degli arnesi usati dai pescatori vaganti della lagune di Venezia, 
Venezia, 1881. 

— Sopra la causa che impedische il libero esercizio della pesca lungo 
le coste venete. 

— Enumeratione dei pesci delle lagune e golfo di Venezia. 

— Catalogo dei Ghiozzi (Gobiina) osservati ueir adriatico e nelle aque 
dolci dei venete, Modena, 1882. 

— Nuova specie di Gohius, Padova, 1883. 

— Sui pesci che prolificano nella laguna di Venezia e principalmente 
sa quelli che fabbricano un nido. 

— Sopra una forma di tonno nuova per P Adriatico. 

— Appendice alla nota sugli Anacantini dei mare Adriatico. 

— Indice alfabetico-sinonimico e sistematico degli aracnidi veneti. 

— Catalogo degli uccelli dei Veneta, 3, 4. 

— Osservazioni sulle mute dei Larus nielanocephalus Natt, e dei Larus 
canus L. 

— EfFetti della puntura di un scorpione. Vom Verfasser. 

24. Hoff mann H. Phänologische Studien. Vom Verfasser. 

25. Blasius Dr. Wilh. Beiträge zur Kenntuiss der Vogelfauna von Celebes, 

I, II, Budapest, 1885—1886. 

— Osteologische Studien (Messungsmethoden an Vogelskeletten). 

— üeber einige Vögel von Cochamba in Bolivia. Vom Verfasser. 

26. Koeppert Otto. Ueber Wachsthum und Vermehrung 'der Krystalle in den 

Pflanzen. Vom Verfasser. 

27. Entleutner Prof. Dr, A. F. Eine Promenade durch die Anlagen und Gärten 

von Meran. Vom Verfasser. 

28. Bresadola. Schulzeria, nuovo genere d' imenomiceti, Trento, 1886. 

Von Herrn Schulzer v. Müggenburg. 

29. Preudhomme A. de Borre. Note sur le Geotrupes sfercorarius L. 

Vom Verfasser. 

30. Hansen Carl Plantegeografiske Bemärkninger, Kjöbenhavn, 1885. 

Vom Verfasser. 

31. V. Eerner und v. Wettstein. Die rhizopodoiden Verdauungsorgane thier- 

fangeuder Pflanzen. Von Dr. R. v. Wettstein. 

32. V. Wettstein. Neue Pilze aus Nieder-Oesterreich. Vom Verfasser. 

33. Penzig 0. und Camus J. Anom^tlies des Rhinanthus Älectorolophus Lois. 

Von Herrn Mor. Pfihoda. 

34. Preudhomme A. de Borre. Listes des especes de coleopteres carnassiers 

terrestris et aquatiques authentiquement capturees en Belgique. 

— Descriptions de deux especes nouvelles du genre Äegidium Westwood 
suivies de la liste des Orphnides du musee royal d'histoire naturelle 
de Belgique. 



Widniunjjen tur die Bibliothek. 



53 



Preudhomm e A. de Borre. Note sur les Crustacees isopodes de la Bel- 
gique. Voui Verfasser. 

35. Müller Baron Ferd. Adress at the aiiuual Meeting of the Victorian Brandl 
of the geograpliical Society, 188G. Vom Verfasser. 

oG. Mare uz eller Dr. Emil. Poriferen, Anthozoen, Ctenoplioren und Würmer 
von Jan Mayen, gesammelt von Dr. P. Fischer. 

— lieber die Sarcophytum benannten Alcyoniiden. Vom Verfasser. 

37. Rad de Dr. Gust. Die Fauna und Flora des südwestlichen Caspigebietes, 

Leipzig, 1886. Von Herrn F. A. Brockhaus. 

38. Paucic Dr. Josef. Nova elementa ad floram Principatus Bulyariae, Bel- 

grad, 1886. Vom Verfasser. 

39. Ramsay E. P. Catalogue of the Echinodermata in the Australian Museum 

Sydney, 1885. Vom Australian Museum Sydney. 

40. Lindemann K. E. Die Heuschrecke und die Art, selbe auszurotten. 

Vom Verfasser. 

-11. Blasius Prof. Dr. Wilh. Beiträge zur Kenntniss der Vogelfauna von 
Celebes, 11^ Budapest, 1886. Vom Verfasser. 

42. Ernst A. Dr. Eine botanische Excursion auf der Insel Margarita. 

Vom Verfasser. 

13. Tschusi-Schmidhoffen Victor Ritter v. Die ornithologische Literatur 
Oesterreich-Ungarns, 1884. 

— Farbenaberrationen der ornithologischen Sammlung des Museums 
Francisco Caroliuum in Linz, Wien, 1886. 

— Die Vogelwelt meines Gartens. 

— II. Jahresbericht des Comites für ornithologische Beobachtungs- 
stationeu in Oesterreich-Ungarn, Wien, 1886. Vom Verfasser. 

44. Redteubacher Josef. Vergleichende Studien über das Flügelgeäder der 

Insecten, Wien, 1886. Vom Verfasser. 

45. Pichler Johann. Die Coleopteren- Fauna von Prossnitz und Umgebung 

(Fortsetzung und Schluss). Vom Verfasser. 

46. Szyszylowicz Dr. Ign. Tiliacearum generum Monographia, I — III, Krakau, 

1886. Vom Verfasser. 

47. Wawra Dr. Heinrich. Beiträge zur Flora der Hawai'schen Inseln. 

Vom Verfasser. 

48. Horvath Dr. Geza. Bericht der ungarischen PÄt/ZZo^cera-Station, 5. Jahrg., 

1885. Vom Verfasser. 

49. Bottini A., Arcangeli G. et Macchiati L. Prima Contribuzione alla 

flora briologica della Callabria. 

— et Fitzgerald Carlo. Prodromo della briologia dei Baciui del serchio 
e della Magra. 

— etVenturiG. Enumerazione critica dei muschi italiani, Varese, 1884. 

— Ricerche briologiche nelP isola d' Elba con una nota sul Fissidens 
serrulatus Bridel, Pisa, 1886. Von Marquis A. Bottini. 



54 



Widniungen für die Bibliothek. 



50. Berg Carlos, Observaciones sobre los estados preparatorlos de algunus 

Lepidopteros argentinos. 

— Notas siüouimicas acerca de alguuos cerambicidos de la fauna argentina. 

Vom Verfasser. 

51. Krupa J. Bryologische Notizen, Krakau, 1882. 

— Bryologische Notizen aus der Gegend von Lemberg, Krakau und den 
Ost-Karpathen, Krakau, 1885. 

— Mycologische Notizen, vorherrschend aus der Umgebung von Lemberg 
und der Tatra, Lemberg, 1886. Vom Verfasser. 

52. Simonkai Ludv. Speeles florae Transilvanicae nonnullae novae. 

— Bitte an die einheimischen Förster. Von Herrn Prof. Heimerl. 

53. Heller Dr. Camill. Die Crustaceen des südlichen Europa (Crustacea 

podophthalmia) , Wien, 1863. 
Carus Dr. C. G. Natur und Idee, oder das Werdende und sein Gesetz, 
Wien, 1861. 

— Vergleichende Psychologie oder Geschichte der Seele in der Reihen- 
folge der Thierwelt, Wien, 1866. 

Gesammelte naturwissenschaftliche Vorträge, Wien, 1868. 

Von Herrn Generalauditor v. Damianitsch. 

54. Kolombatovic G. 3^ Aggiunte ai vertebrati della Dalmazia, Spalato, 1886. 

Vom Verfasser. 

55. Wiesbaur J.B. Neue Eosen vom östlichen Erzgebirge. 

— Einiges über Veilchen. 

— Prioritätszweifel über Dianthus Lumnitzeri und Viola Wiesbauriana. 
Sodiro. Eecensio Cryptogamarum vascularium provinciae Quitensis, Quitl, 

1883. Von J. B. Wiesbaur. 

56. Palacky Dr. Johann. Pflanzengeographische Studien, I, Prag, 1884. 

Vom Verfasser. 

57. Csokor Prof. Dr. J. Ueber Pentastomen und P. denticulatum aus der Leber 

des Pferdes. > Vom Verfasser. 

58. Kro ufeld Dr. Moriz. Ueber einige Verbreitungsmittel der Compositeufrüchte. 

— Ueber die Zurichtung von Typha für das Herbar. Vom Verfasser. 

59. Aurivillius Christopher. Conspectus generum et specierum Brachyceridarum. 

— Insekter insamlade pä Kamar un-Bovget af G. V a 1 d a c e och K. K u u t s o n. 
Coleoptera, Cetonidae et Liicanidae. 

— Ett nytt slägte bland lamiiderna fran Kamarun. 

— Nya coleoptera longicornia. 

— Ett nytt egendomligt slägte bland Curculioniderna. 

— Bidrag tili kännedomen om vära solitära getingars lefnadssätt. 

Vom Verfasser. 

60. Morawitz August. Zur Kenntniss der chilenischen Carabinen. 

— Zur Kenntniss der adephagen Coleopteren, Petersburg, 1886. 

Vom Verfasser. 



Abhandlungen. 



1 



lieber die Hymenopteren-Gattiing Evania Fabr. 

Von 

August Schletterer, 

Realschnl-Supplent in Wien. 

(Mit Tafel I.) 



(Vorgologt in der Versammlung am 2. Dccember 1885.) 



In derselben Pas^sung wie die Gattung Gasteruption (Verhandl. d. 
k. k. zool.-bot. Gesellsch: Wien, Jahrg. XXXV, p. 267) konamt hier die nahe 
verwandte Gattung Evania zur Behandlung. 

Es ist mir neuerdings eine angenehme Pflicht, allen jenen Herren meinen 
warmen Dank auszudrücken, welche mich hei dieser Arbeit wie bei der vorigen 
unterstützt haben. Insbesondere sei wärmstens gedankt Herrn Regierungsrath 
Director Dr. Franz Steindachner und Herrn Gustos Alois Rogen hof er für 
die bereitwilligst gestattete Benützung der Sammlung und Bibliothek des 
k. k. zoologischen Hofmuseums, Herrn Gustos Rogenhofe r und meinem 
Freunde Franz Fr. Kohl für die besonders werkthätige Unterstützung. 

Genus Evania Fabr. 
(suavio; — wohlgefällig.) 



Evania Fabr., Syst. Ent,, 345 1775 

Fvania Fair., Mant. Inp., I, 345 1787 

Evania Roem., Geu. Ins., 58 1789 

Evania Oliv , Encycl. Meth., VI, 450 1791 

Evania Fabr., Eut. Syst., II, P. I, 192 1793 

Evania Fabr., Suppl. Ent. Syst., 211 1798 

Evania Fabr., Syst. Piez., 178 1804 

Evania Latr., Bist. N:it. Crust. et Ins., XIII, 193 1805 

Evania et Hyptia III., Rossi Faun. Etrusc, II, 82 1807 

Evania Jur., Nouv. Meth. Hym. et Dipt., I, 84 1807 

Evania Latr., Gen. Crust. et Ins., i II, 250 1807 

Evania Curt., Brit. Ent., VI, Taf. CCLVII 1829 

Evania Eichw., Zoolog. Spec., II, 2!4 1830 

Z. B. Ges. B. XXXVI. Ahh. 1 



2 



August Schletterer. 



Evania Nees ab Es., Ilym. Monogr., I, 300 1834 

Evania Stcpb., III. Brit. Ent., VII, 117 1835 

Brachygasier Steph., III. Brit. Eni, VII, 118 1835 

Evania Blanch-, Hist. Nat. Ins., III, 298 1840 

Evania Westw., Introd. mod. Class. Ins., 134, Fig. 74 1840 

Evania Spiu., Rev, zoolog., 244 1840 

Evania Westw., Trans, Ent. Soc. Lond., III, 23!) . 1841 

Evania Guer., Rev. zoolog., 333 1843 

Evania Brüll., Hist. Nat. Ins. Hym., IV, 525 1846 

Brachygastcr Brüll., Hist. Nat. Ins. Hym., IV, 526 1846 

Evania Orbygn., Dict. Hist. Nat., V, 535 1848 

Brachygasier Taschenb., Hym. Deutscbl., 93 1866 



Habitus sehr gedrungen (Tal I, Fig. 9). Kopf breit, so breit wie der 
Thorax, plattgedrückt. Die Netzaugen sind gross und elliptisch, ohne Aus- 
randung. Sie sind von der Oberkieferbasis immer durch deutliche, mehr oder 
minder lange Wangen geschieden. Ihre Innenränder sind parallel, in seltenen 
Fällen nach unten schwach divergirend, wie z. B. bei E. amazonica. Die drei 
Nebenaugen sind so angeordnet, dass ihre geraden Verbindungslinien ein gleich- 
schenkeliges stumpfwinkeliges Dreieck mit der Basis nach hinten darstellen. 
Die zwei hinteren Nebenaugen liegen so, dass eine durch den Hinterrand der 
Netzaugen gezogen gedachte Gerade sie durchschneidet oder berührt, oder 
hinter ihnen ohne sie zu berühren vorbeiläuft. Das Hinterhaupt ist kurz, hinten 
steil abfallend und einfach gerandet. Die Kiefertaster sechsgliederig, 
die Lippentaster eingliederig. Die Schläfen verschmälern sich nach oben; 
in seltenen Fällen sind sie in ihrem ganzen Verlaufe gleich breit. Gesicht 
zwischen der Fühlereinlenkung und der Kieferbasis gewöhnlich mehr oder 
weniger stark gewölbt, selten flach. Stirne flach oder grubenförmig ein- 
gedrückt, selten gewölbt, wie z. B. bei E. minuta. Zwischen den Fühlern ist 
in einzelnen Fällen eine kielartige Längserhebung bemerkbar, z. B. bei E. striata. 
Die Fühler stehen in je einem mehr oder minder deutlich gerandeten Grüb- 
chen. Unmittelbar vor der Fühlereinlenkung steigt mitunter die Stirne plötzlich 
zu einer bogenförmigen, nach vorne gekrümmten wallartigen Quererhebung an. 
Nicht selten laufen auch vom Innenrande der Netzaugen kantige Linien- 
erhebungen, sich bogenförmig nähernd, bis zur Kieferbasis hin. Von der 
Fühlergegend laufen bisweilen seichte Linieneindrücke von ähnlicher Bogen- 
form gegen die Kieferbasis hin. Die Fühlereinlenkung liegt in einer Geraden, 
welche die Netzaugen in der Mitte oder unterhalb der Mitte, bisweilen nahe 
dem Vorderrande durchschneidet. Die Fühler ungefähr so lang wie der Körper 
und mit dreizehn Gliedern; die einzelnen Fühlerglieder nicht deutlich ab- 
gesetzt. 

Das Pronotum ist sehr verkürzt, besonders in der Mitte und sieht sich 
an wie eine angelegte vertical stehende Platte. Die Schulterecken treten mehr 
oder weniger deutlich hervor, bald als abgerundete, bald als ungefähr recht- 

1) Die Unrichtigkeit der Behauptung Juri ne 's, dass die Fühler von Evania je nach dem 
Geschlechte dreizehn oder vierzehn Glieder hätten, hat schon Westwood (Trans. Ent. Soc. Lond., 
V. III, p. 240, 1841—1843) nachgewiesen. 



Ueber die Hymenopteren-Gattuug Evania Fabr. 



3 



winkelige Sclmlterfortsätze. Das Mesoiiotum ist entweder sehr massig gewölbt, 
fast flach, oder wie z. B. bei den kleinen Formen HJ. niimita, rußceps, azteJca 
stark gewölbt. Es zeigen sich sehr häufig zwei mittlere mehr oder minder 
deutliche Linieneiudrüeke, welche vom Hinterrande bis zum Vorderrande laufen, 
gegen diesen hin in Form eines V divergirend. Ausser diesen Eindrücken, 
welche also das Mesonotum in einen mittleren und zwei seitliche Theile 
scheiden, sind auch nahe den Seitenrändern öfters zwei weniger deutliche pa- 
rallele Linieneiudrüeke bemerkbar. In den seltensten Fällen treten am Vorder- 
rande des Mesonotum die zwei kleinen Linieneindrücke auf (wahrscheinlich 
die äusseren Spuren des inneren Ansatzes des Läugsmuskels), wie es hei sehr 
vielen Hjmenopteren-Gattuugen der Fall ist. Das Schildchen meist stärker 
gewölbt als dieses. Das Metanotum ist als ein schmaler, gewöhnlich ein wenig 
vertiefter Streifen zwischen dem Schildchen und dem Mittelsegment sichtbar, 
welcher von beiden nur undeutlich geschieden ist. Die Metapleuren sind vom 
Mittelsegment durch eine mehr oder minder deutliche breite, gekerbte Rinne 
geschieden, die mitunter gänzlich verschwunden ist. Das Metasternum 
läuft nach hinten in einen langen, zwischen den Hinterhüften ge- 
legeneu Fortsatz aus, welcher am Hinterrande gegabelt ist. Die 
Gabeläste sind bald länger, bald kürzer, im ersten Falle stark 
divergirend, im zweiten Falle parallel (Taf. I, Fig. 8). Ihre phy- 
siologische Bedeutung soll nach Spinola die sein, dass sie den Hinterhüften 
als Stütze dienen, respective diese im Zustande der Ruhe auseinanderspreizen. 

Das Mittelsegment ist stark entwickelt, oben abgerundet und nach hinten 
steil abfallend. Oben hinter dem Metanotum, jedoch in ziemlich be- 
deutendem Abstände von diesem, entspringt auf dem Mittelseg- 
mente der Hinterleibsstiel, welcher mehr oder weniger lang, bald gerade, 
bald schwach gebogen ist. Er trägt den nach abwärts gebogenen Hinterleib, 
welcher beim elliptisch, beim 9 beilförmig, immer aber sehr stark com- 
primirt, vollkommen glatt, stark glänzend und schwarzbraun gefärbt 
ist. Die Hinterhüften sind bei Evania ausserordentlich verdickt 
und divergiren nach hinten deutlich. Die Mittel- und Hinterschienen 
tragen am Hinterrande zwei deutliche Sporne, der längere Sporn der 
Hintertibien erreicht ein bis zwei Drittel der Länge des ersten Fussgliedes. 
Das erste Fussglied der Hinterbeine ist bedeutend länger als 
die übrigen Fussglieder, indem es mitunter sogar die Länge aller vier 
übrigen Fussglieder mitsammen übertrifiFt. Die Füsse und Schienen sind bei 
E. amazonica, E. Gredleri und den australischen Formen E. australis, 
eximia, genalis und princeps mit zahlreichen Dornen besetzt. Die Mittel- und 
Hinterhüften sind einander bald sehr nahe gerückt wie bei den eben ge- 
nannten australischen Formen, bald sind sie (ungefähr um die Länge der 
Hinterhüften) von einander gerückt, z. B. E. appendigaster , amazonica, 
soror u. s. w. 

Die Flügel sind bald glashell, bald mehr oder minder angeraucht. Der 
Vorderflügel von Evania ist durch seine aussergewöhnlich grosse, 

1* 



4 



August Schletterer. 



abgerundete Radialzelle, durch den Maugel einer zweiten Dis- 
coidalquerader und durch die lebhafte Neigung zur Resorption 
ausgezeichnet. 

In seiner Grundanlage zeigt er ausser den basalen Zellen 
und der Radialzelle noch zwei Cubitalzell en, eine Discoidalzelle 
und die äussere Submedialzelle. Von einer zweiten Discoidal- 
querader, durch welche allenfalls eine zweite Discoidalzelle ab- 
geschlossen würde, merkt man keine Spur. 

Je nachdem vom Geäder mehr oder weniger resorbirt ist, zeigt sich 
selbstverständlich eine grössere oder kleinere Anzahl von Zellen. In den häu- 
figeren Fällen ist blos die zweite Cubitalquerader resorbirt, jedoch die convexe 
Linie, auf welcher diese gelegen hat, immer leicht sichtlich, z. B. E. appen- 
digaster, striata, dimidiata etc. 

Manchmal fehlt das ganze jenseits von der Basalader gegen die Flügel- 
spitze zu gelegene Geäder mit Einschlu:5s der Radialader, so dass ausser den 
basalen Zellen und der hinten unvollkommen geschlossenen äusseren mittleren 
Schulterzelle sonst keine Zelle mehr sichtbar ist; jedoch sieht man auch in 
diesem Falle das Netz der convexen Linien mehr oder weniger deutlich 

Dieses zweite Stadium des jE/vama-Flügels findet sich vorzugsweise bei 
kleinen Arten und hat Veranlassung gegeben zur Aufstellung der Gattungen 
Hyptia von Iiiiger (Rossi: Fauna Etrusca, V. II, p. 82, 1807) und Brachy- 
gaster von Leach (Edinburg. Cycl.). Da aber BracJiy gaster eine von Evania 
nicht verschiedene Grundanlage des Geäders besitzt, auch nicht selten einzelne 
Stücke atavistisch in der Zellenausbilduag von Evania erscheinen, und umge- 
kehrt Stücke von.j&yania-Arten durch bedeutende Resorption das Geäder von 
Hyptia zeigen, sonst aber keine Gattungsunterschiede zwischen Brachygaster, 
Hyptia und Evania vorkommen, so ist eine Trennung in drei Gattungen 
nicht statthaft. 

Bei manchen Formen ist die Resorption noch um einen Grad weiter 
vorgeschritten und ausser der Costa und Subcosta nur noch ein Stück Me- 
dialader vorhanden; alles übrige Geäder ist erloschen. Shuckard hat im 
Entomologist (I, 120, 1841) dieses letzterwähnte Stadium als eigene Gattung 
Hyptia(m) aufgefasstj während er das zweite davon als Brachygaster abtrennt. 
Selbstverständlich verdient Hyptia aus denselben Gründen und ebensowenig wie 
Brachygaster Berücksichtigung als Gattung. 

Der Hinterflügel besitzt nur die Spuren einiger Adern — die Medialader 
ist häufig zum Theile entwickelt — und liefert somit keine Merkmale bei der 
Bestimmung der Arten. Die Fre nalhäckche n (acht bis zwölf an der 
Zahl) bilden eine ununterbrochene Reihe. 

Das cf iiat durchaus gleich dicke, fadenförmige Fühler, 
deren Schaft nie eine Länge erreicht, welche gleich ist dem Abstände der 
Netzaugen von einander. Der Hinterleib hat eine (von der Seite gesehen) un- 
gefähr elliptische oder birnförmige Gestalt. 9 Fühlern, welche vor 
ihrem Ende ein wenig verdickt sind, so dass sie schwach si)indelförmig 



Uebor die Hytuenopteieu-Gattung Evania Fabr. 



5 



aussehen. Ihr Schaft ist immer länger als beim c^, so lang oder ein 
wenig länger als der Abstand der Netzaugen von einander. Der Hinterleib des 
Q hat eine (von der Seite gesehen) eckige, beilförmige Gestalt. Der Lege- 
stachel ragt nur wenig hervor. 

Kopf, Thorax und Hinterleib sind bald weniger bald mehr pubescent. Da 
die zahlreichen Stücke einer und derselben Art, z. B. von iJ. appendigaster, 
striata etc., wie ich mich überzeugte, in verschiedener Stärke pubescent sind, 
so darf der Grad der Pubescenz wohl nicht verwendet werden zur Unter- 
scheidung der Arten, wie es in den Arbeiten vieler Autoren der Fall ist. 

Die Arteuuuterschiede liegen: 1. Im Verlaufe der inneren Netz- 
augenränder (ob parallel oder divergirend) ; 2. im Abstände der hin- 
teren Nebenaugen von einauder und von den Netzaugen, ferner 
in dem Umstände, ob sie in oder vor der durch den Hinterrand 
der Netzaugen gezogen gedachten Geraden liegen; 3. in der Form 
des Gesichtes, derWangen, Schläfe, Stirne und des Scheitels hin- 
sichtlich ihrer Ausdehnung, Wölbung und Sculptur; 4. in der 
Lage der Fühlereinlenkung und in den Längenverhältnissen des 
Fühlerschaftes und der drei ersten Geis selgliede r ; 5. in der 
Sculptur des Dorsulum, Schildchen, der Meso- und Metapleuren; 
6. in der Art der Gabelung des hinteren Metasternalfortsatzes, 
respective in der parallelen oder d ivergirenden Stellung der 
Gabeläste; 7. in der mehr oder minder deutlichen Trennung des 
Mittelsegmentes von den Metapleuren; 8. in der relativen Länge 
und Sculptur des Adominalstieles; 9. in der Sculptur der Hinter- 
hüften; 10. in der relativen Länge des grösseren hinteren Schienen- 
spornes; 11. in der Länge des ersten hinteren Fussgiiedes; 12. in 
dem Umstände, ob die Hinte rfüsse und Hinterschienen bedornt oder 
glatt sind; 13. in dem Entfernungs Verhältnis se der Mittelhüften 
von den Hinterhüften. 

Wie die Pubescenz, so ist in noch höherem Grade auch die Färbung, 
wie mich ein sehr zahlreiches Material (besonders von E. appendigaster, striata 
und minuta) belehrte, einem grossen Wechsel unterworfen, und sind die ver- 
schiedenen FarbenänderuQgen durch feine Uebergänge vermittelt. Auf Grund 
der Pubescenz und besonders der Färbung sind von verschiedenen Autoren 
Thiere als neue Arten beschrieben worden, welche im Uebrigen ganz mit be- 
reits beschriebenen Thieren übereinstimmen. Da nach dem Gesagten diese 
Unterschiede allein zu Artenabtrennungen nicht ausreichen, so habe ich keinen 
Anstand genommen, derlei Arten in die Synonymenliste zu verweisen. 

Evania schmarotzt in Blattiden. Die vollkommenen Thiere leben auf 
verschiedenen Pflanzen, besonders auf Umbelliferen; z. B. E. appendigaster 
nach Magretti auf Petroselinum und Foeniculum. E. minuta kommt auf Ins- 
Arten vor. 

Im Ganzen sind 52 Evania-Avten (unter den Gattungsnamen Evania, 
Bruchygaster und Hyptia) beschrieben worden. Nachdem davon 16 in die 



6 



August Schletteror. 



Synonymeuliste verwiesen und 14 als neu iu vorliegender Arbeit von mir 
beschrieben worden sind, so ergeben sich 50 Arten. Wohl dürften auch von 
diesen noch manche, deren unzureichende Beschreibung eine genaue Deutung 
nicht möglich macht (insbesondere die von Fabricius beschriebenen Arten), 
mit anderen als synonym zusammenfallen. 

Es entfallen auf die paläarktische (I.) Region 2, auf die tropische (IL) 2, 
auf die orientalische (III.) 3, auf die nearktische (IV.) 9, auf die neotropische 
(V.) 19, auf die australische (VI.) Kegion 9 von den 50 Arten, während drei 
Arten je zwei verschiedenen Eegiouen gemeinschaftlich sind und eine Art 
(E. appendigaster) über alle sechs Kegioneri verbreitet ist. Von einer ame- 
rikanischen Art konnte nicht eruirt werden, ob sie der IV. oder V. Region 
angehört. Das Vaterland einer Art ist unbekannt. 



Tabellarische üebersicht der in dieser Arbeit bescliriebenen Evania- 

Arten. 

1 Hintere Gabeläste des Metasternums nach hinten divergent (Taf. I, Fig. 9). 
[Beine unbedornt.] 2 

— Hintere Gabeläste des Metasternums parallel (Taf. I, Fig. 8) . . . . 6 

2 Fühlerinsertion nahe dem Unterrande der Netzaugen. Die zwei nach 
vorne divergirenden Linieneindrücke auf dem Mesonotum fehlen oder 
sind wenigstens sehr undeutlich. Gesicht deutlich längsgestreift . . 3 

— Fühlerinsertio'n ungefähr in der Mitte des Innenrandes der Netzaugen. 
Die zwei nach vorne divergirenden Linieneindrücke auf dem Mesonotum 
sind immer deutlich sichtbar. Kopf glatt oder punktirt (nicht gestreift). 4 

3 Innere Netzaugenränder nach vorne schwach divergirend. Hinterleibsstiel 
glatt und glänzend. Der grössere Sporn der Hinterschienen erreicht 
ungefähr die halbe Länge des ersten Fussgliedes. Thorax mässig dicht 
punktirt und rostroth. Wangen länger als die ersten drei Geisselglieder 
zusammen. Länge 4 mm E, erytlirosoma n. sp., Ceylon. 

— Innere Netzaugenränder parallel. Hinterleibsstiel läugsgerunzelt. Der 
grössere Sporn der Hinterschienen erreicht kaum ein Drittel der Länge 
des ersten Fussgliedes. Thorax sehr dicht punktirt und ganz schwarz. 
Wangen kürzer als die drei ersten Fussglieder mitsammen. Länge 
8—10 mm. E> striata Smith, ^, Q, Reg. I, Subreg. 2, Reg. VI, Subreg. 2. 

4 Kopf vollkommen glatt und glänzend. Lauge 6 — 9 mm. 

E, appendigaster Linn, c^, Q, Reg. I bis VI. 

— Kopf deutlich punktirt 5 

5 Hinterleib glatt. Erstes Fussglied der Hinterbeine so lang wie die 
vier übrigen Fussglieder zusammen. Der grössere Schienensporn der 
Hinterbeine erreicht kaum ein Drittel der Länge des ersten Fussgliedes. 
Thorax rostroth. Länge 8—9 mm. 

E, dimidiata Fabr. cf, 9, Egypten, Abyssinien. 



üebor die Hyineaopteren-Gattnng Eranin Fabr. 



7 



— Hinterleibsstiel liiugsgestrichelt. Erstes hinteres Fussglied kürzer als 
die vier übrigen Fussglieder zusammen. Der grössere Schienensporn der 
Hinterbeine ungefähr halb so lang wie das erste Fussglied. Thorax 
schwarz. Länge 4 mm -E. minor n. sp., cf, Brasilien. 

6 Schienen und Füsse der Hinterbeine mit Dornen besetzt 7 

— Schienen und Füsse der Hinterbeine unbedornt . 12 

7 Mittel- und Hinterhüften um die Länge der letzteren von einander ent- 
fernt. Innere Netzaugenränder nach vorne schwach divergent. Gesicht 
stark gewölbt. (Fühler auffallend dick. Bruststück in veränderlicher Aus- 
dehnung rostfarben). Länge 8—9 mm. E, amazonica u. sp., Q, Brasilien. 



— Mittel und Hinterhüften höchstens um die halbe Länge der letzteren von 
einander entfernt. Innere Netzaugenränder parallel. Gesicht schwach 
gewölbt 8 

8 Fühlereinlenkung nahe dem ünterrande der Netzaugen. Das zweite Geissel- 
glied fünf- bis sechsmal so lang wie das erste 9 

— Fühlereinlenkung ungefähr in der Mitte des Innenrandes der Netzaugen. 
Zweites Geisselglied höchstens viermal so lang wie das erste .... 10 

9 Wangen fast so lang (reichlich Va) ^.Is die Entfernung der inneren Netz- 
augenränder. Mittelsegment nur undeutlich geschieden von den Meta- 
pleuren. Zwischen den Fühlern ein kleiner Eiel. Länge 8 mm. 



E, genalis n. sp., Q, Australien. 

— Wangen nur halb so lang wie die Entfernung der inneren Netzaugen- 
ränder. Mittelsegment durch eine tiefe Rinne von den Metapleuren 
geschieden. Länge 13 mm. , . . E, princeps Westw., 9> Australien. 

10 Pronotum weniger stark hervortretend. Vide Taf. I, Fig. 6. Länge 
11— 12 mm ' . . E, eximia n. sp., cf, Australien. 

— Pronotum stärker hervortretend. Vide Taf. I, Fig. 5 11 

11 Wangen deutlich länger als der Fühlerschaft (so lang wie der Fühler- 
schaft mit dem ersten Geisselglied e). Form der Eadialzelle siehe Taf. I, 
Fig. 1. Punktirung weniger ausgeprägt. Länge 7 mm. 

E, Gredleri n. sp., cf , Brasilien. 

— Wangen nur so lang wie der Fühlerschaft. Form der Radialzelle siehe 
Taf. I, Fig. 2. Punktirung stärker ausgeprägt 

E. australis n. sp., c^, Australien. 

12 Fühlereinlenkung nahe dem ünterrande der Netzaugen. Länge 3'5 mm. 

E. azteka n. sp., cT, Mexico. 

— Fühlereinlenkung ungefähr in der Mitte der inneren Netzaugenfänder . 13 

13 Kopf vollkommen glatt. Unmittelbar vor der Fühlereinlenkung eine quer- 
gestellte wallartige Bogenerhebung. Länge 5 mm. 

E. capensis n. sp., , Cap der guten Hoffnung. 

— Kopf mit mehr oder minder deutlicher Sculptur die quergestellte wall- 
artige Bogenerhebung unmittelbar vor der Fühlereinlenkung fehlt . . 14 

14 Dorsulum und Hinterleibsstiel vollkommen glatt. Kopf lederartig. Länge 

5 mm E* Maximiliani n= sp., , Mexico. 



8 



August Schletterer. 



— Rücken und Hinterleib^stiel (und Kopf) deutlich sculpturirt. Kopf jedoch 

nie lederartig 15 

15 Die ersten drei Geisseiglieder gleich lang. Gesicht stark gewölbt. Die 
zwei divergirenden Linieneindrücke auf dem Mesonotura fehlen oder sind 
sehr undeutlich. Mittelsegment von den Metapleuren durch eine tiefe 
Rinne geschieden 16 

— Die ersten drei Geisselglieder an Länge verschieden. Gesicht flach oder 
nur mässig gewölbt. Die zwei divergirenden Linieneindrücke auf dem 
Mittelrücken sind deutlich sichtbar. Mittelsegment und Metapleuren nur 
durch eine flache, undeutliche Rinne geschieden 17 

16 Stirne gewölbt. Der grössere Sporn der Hinterschienen länger als die 
Hälfte des Mittelfusses. Wangen fast so lang wie die drei ersten Geissel- 
glieder mitsammen. Hinterleibsstiel doppelt so lang wie der Abstand seines 
Ursprungs vom Metanotum. Länge 3—4 mm. 

E* mimita Oliv., 9> Reg- I et V. 

— Stirne flach. Der grössere Sporn der Hinterschienen nur halb so lang 
wie der Metatarsus. Wangen deutlich kürzer wie die drei ersten Geissel- 
glieder mitsammen (ungefähr so lang wie das erste Geisseiglied). Hinter- 
leibsstiel nur so lang wie der Abstand seines Ursprungs vom Metanotum 
(nicht doppelt so lang). Länge 3mm, JEJ. ruficeps Shuck., Q, Brasilien. 

17 Zweites Geisseiglied dreimal so lang wie das erste. Hinterleibsstiel längs- 
gestrichelt. Kopf in veränderlicher Ausdehnung gelblich. Länge 6 mm. 

JE. flavescens n. sp., , Patria ignota. 

— Zweites Geisselglied nur doppelt so lang wie das erste. Hinterleibsstiel 
entweder narbig punktirt oder längsgestrichelt. Kopf ganz schwarz . 18 

18 Innere Netzangenränder nach vorne schwach divergirend. Dorsulum dicht 
punktirt. Hinterleibsstiel wenig länger als der Abstand seines Ursprungs 
vom Hinterrücken. Länge 6. mm. . . E* soror n, sp., 9» Brasilien. 

— Innere Netzaugenränder parallel. Dorsulum zerstreut punktirt. Hinter- 
leibsstiel doppelt so lang als der Abstand seines Ursprungs vom Metanotum 19 

19 Drittes Geisselglied dreimal so lang als das erste. Die zwei divergirenden 
Linieneindrücke auf dem Mesonotum divergiren bedeutend. Hinterleibsstiel 
narbig punktirt. Gesicht ganz flach. Abstand der hinteren Nebenaugen 
von einander nur 15 mal so gross als das erste Geisselglied. Länge 7 mm. 

E. macrostylus n. sp., , Brasilien. 

— Drittes Geisselglied nur zweimal so lang wie das erste. Die zwei diver- 
girenden Linieneindrücke auf dem Mesonotum divergiren wenig. Hinter- 
leibsstiel längsrunzelig. Abstand der hinteren Nebenaugen von einander 
reichlich doppelt so gross wie das erste Geisselglied. In der Mitte des 
Gesichtes eine kantige Längserhebung. Länge 6 mm. 

E, Heilert n. sp., , Australien. 



üeber die Hymenopteren-Gattung Evania Fabr. 



9 



Evania amazonica u. sp. 

Q . Long. 8—9 mm. Caput laeve. JRegio clypearis convexa et rugoso- 
pundata. Tempora punctata. Oculi sutura crenulata circumscripti. Genae 
longitudinc scapi, dispersis punctis. Frons fortiter impressa et conspicue 
denseque punctata. Antennae ante medium oculorum insertae. Antennarum 
scajms tongitudine trium articulorum sequentncm. Flagelli articulus secundus 
duplo longior prima, tertius sesqui longior prima. Oculorum margines interni 
clypeum versus divergentes. Ocelli 'posteriores ab oculis longitudine flagelli 
articuli primi distant, inter se dupla plus distant quam flagelli articuli primi 
longitudine. Collare in media arcuatim emarginatum. Mesonotum densius 
punctatum, scutellum minus dense xmnctatum quam mesonotum. Lineae im- 
pressae clypeum versus divergentes in mesonoto desunt. Furca metasterni 
posterior ramis parallelis (non divergentibus) . Basis petioli a metanoto evi- 
denter minus distat quam a segmenta sequenti. Petiolus longitudinaliter striatus. 
Metatarsus posterior paulo longiar quatuor articulis ceteris. Tibiae tarsique 
spinosa. Nigra j dorsulum ruf um. 

Kopf glänzend, Gesichtstheil zwischen der Fühlereinlenkung und der Kiefer- 
basis ziemlich stark gewölbt und runzelig punktirt. Längs der inneren Netz- 
augenräuder verlauft bis zur Basis der Kiefer je eine bogenförmige riffartige 
Erhebung; eine solche zieht sich auch an den äusseren Netzaugenrändern hin 
und eine dritte an dem Seitenrande des Kopfes. Die Stirne ist grubig 
eingedrückt. Die Schläfen sind punktirt. Die Netzaugen sind von 
einer deutlichen Kerblinie umschrieben. Die Wangen zerstreut punk- 
tirt und so lang wie der Fühle rschaft. Stirne und Scheitel deutlich und 
dicht punktirt. Die Fühlereinlenkung liegt in einer Geraden, welche 
die Netzaugen näher dem Unterrande als der Mitte trifft. Die 
Stirne steigt unmittelbar vor den Fühlern nicht zu einer quer gestellten 
wallartigen Bogenerhebung an, wie z. B. bei Evania appendigaster und 
striata. 

Fühler auffallend dick. Fühlerschaft so lang wie die drei 
ersten Geisseiglieder zusammen. Das zweite Geisselglied ist dop- 
pelt so lang wie das erste, das dritte l'ömal so lang wie das erste. 
Die inneren Netzaugenränder divergieren schwach nach unten. 
Die hintereu Nebenaugen liegen in der Geraden, welche man sich durch den 
Hinterrand der Netzaugeu gezogen denkt. Abstand der hinteren Nebenaugen 
von einander ungefähr doppelt so gross als ihr Abstand von den Netzaugen, 
welcher l'5mal so gross ist wie die Länge des ersten Geisseigliedes. 

Der Vorderrücken ist bogenförmig ausgerandet (Taf. I, Fig. 5). 
Mittelrücken glänzend, deutlich und ziemlich dicht punktirt; Schildchen wenig 
dicht punktirt. Die mittleren nach vorne divergireu den und seitlichen 
parallelen Linieneindrü cke auf dem Mittelrücken, welche z. B. bei E. ap- 
pendigaster deutlich ausgeprägt sind, fehlen. Mesopleuren in der oberen, nächst 
der Flügelbasis gelegenen Hälfte vollkommen glatt und stark glänzend, in der 

Z. B. GcB. B. XXXVI. AVu. 2 



10 



August Schletterer. 



unteren Hälfte punktirt. Metapleuren lederartig runzelig und vom Mittelsegment 
nur durch eine flache (undeutliche) gekerbte Rinne geschieden. Mittelsegment 
oben gerunzelt, mit dichter narbiger Punktirung in den Runzeln, welche seit- 
wärts in zusammenfliessende runzelige Punktirung, nach unten in netzartige 
Sculptur übergeht. Hinterer Fortsatz des Metasternums mit paral- 
lelen Gabelästen. 

Hinterleibsstiel (Petiolus) deutlich länger wie der Abstand 
seines Ursprungs vom Mittelrücken und d entlieh längsgestrichelt. 
Hinterhüften an der Basis vollkommen glatt und glänzend, nach hinten zer- 
streut und deutlich punktirt. Der grössere Schienensporn der Hinterbeine 
nahezu halb so lang wie das erste Fussglied. Das erste Fussglied der 
Hinterbeine wenig länger als die vier übrigen Fussglieder zu- 
sammen. Füsse und Schienen der Hinterbeine mit zahlreichen 
Dornen besetzt. Mittel - und Hinterhüften um die Länge der Hinter- 
hüften von einander entfernt. 

Allgemeine Färbung schwarz; Dorsulum in veränderlicher Ausdehnung 
rostfarben. Die Vorderbeine rostfarben, die Mittel- und Hinterbeine und Fühler 
bräunlichschwarz wie das Abdomen. Flügel hyalin (Taf. I, Fig. 4). 

Reg. V, Subreg. 2: Irisanga (Provinz S. Paulo) in Brasilien (Natterer). 

Evania animensis Spin., Rev. zoolog., 247, 1840, 

„Metasterni appendicibtis hrevibus redis, vix conspicuis ; antennarmn flagello fusiforme. 

Plus grande que les plus grands exemplaires do la Minuta, raais plus petite que les trois 
premieres especes. Noire; hanches, genoux, extremite des tarses, premiers articles du flagellum, 
päles; ventre brun ; flagellum tres-mince ä son origine et trachaut brusquement avec Ic scapus ou 
Premier article, qui est de la forme ordinaire, faisant ensuite, a partir du quatrieme ou cinquieme 
article un fuseau allonge ä articles serres et peu distincts et ä pointe mousse ; petiole tres-mince, 
arqu^, aussi long que le dos du corselet; cellule radiale triangulaire large, courte et teile que 
son extremite est plus voisine du point epais que du bout de Taile; cubitalos apparentes la seconde 
incomplete. — De Madagascar, dans la gomme-anime." 

Evania antennalis Westw., Trans. Ent. Soc. Lond., III, 244, 1841.^) 

y,Nigra, antennarum articulis 3 et 4 luteis, facie longitudinaliter striata, petiolo oblique rugoso, 
metasterno parum furcato. Long. corp. lin. 3. Hdb. in India orientali, Bombay. 

Nigra, antennis crassiusculis et breviusculis, articvZis 3 et 4 luteis, facie genisque longitudi- 
naliter striatis, üla carina mediana instructa; fossidis duabus pro recepfione articuli basalis anten- 
narum distinctis latis, at x>arum profundis ; thorace punctato, metathorace hexagonaliter areolafo, griseo- 
pubescenti ; petiolo abdominis elongato, oblique rugoso ; abdomine compressissimo , late ovato, apice 
acuta, metasterno brevi, parum furcato; trochanteribus magnis gldberrimis, tibiis anticis tarsisque 
4 anticis piceis ; alarum venis fere ut in E. laevigata cellula marginali p)ostice vix angidafa.'^ 

Evania appendigaster Fab. 

9- Long. 6 — 9 tnm. Caput fere laeve et nitidum. Regio clypearis 
convexiuscula. Frons impressa arcuata carina transversali ante insertionem 
antennarum. Genae longitudine flagelli articuli secundi. Scapus longior trihus 



Vielleicht docb nur identisch mit Evania striata. 



lieber die Hymenopteren-Gattung Evania Fabr. 



11 



articulis sequentibus (9), brevior tribus articulis sequentibus (cf). Flagelli 
articulus secundus triplo longior primo, tertius paululo brevior secundo. An- 
ten nae in medio oculorum insertae. Margines oculorum interni paralleli. 
Ocelli posteriores ab oculis paulo plus distant quam longitudine flagelli articuli 
primi, inter se sesqui plus distant quam longitudine flagelli articuli primi. 

Dorsuhini nitidum sparsis punctis. Lineae impressae (duae) caput versus 
divergentes in mesonoto conspicuae. Scutellum densius punctatum quam me- 
sonotum. Segmentum medianum a metapleuris divisa profunda sutura crenu- 
lata. Furca metasterni posterior ramis evidenter diver gentibus. Petioli basis 
paululo minus distat a metanoto quam a segmento sequenti. Petiolus laevis 
et nitidus. Metatarsus posterior evidenter brevior articulis quatuor ceteris. 
Tibiae tarsique non spinulosa. 

Nigra. 

Kopf fast glatt und glänzend ohne nennenswerthe Punk- 
tirung. Das Gesicht zeigt unmittelbar vor der Fühlerein lenkung 
seine grösste Erhebung in Gestalt eines quergestellten, bogen- 
förmig nach vorne gekrümmten Walles. Die Stirne ist flach. Der 
Gesichtstheil vor der wallartigen Erhebung ist schwach gewölbt, viel schwächer 
als z. B. bei E. striata. Wangen so laug als das zweite G eisselglied. 
Schläfen schmäler als z. B. bei E. striata. Die Fühler entspringen in zwei Grüb- 
chen. Der Schaft ist beim ein wenig kürzer als der Abstand der 
Netzaugen und zugleich kürzer als die drei ers ten Geisselglieder; 
beim 9 ist der Schaft so lang wie der Abstand der Netzaugen und 
länger als die drei ersten Geisselglieder zusammen. Zweites 
Geisselglied dreimal so lang wie das erste, drittes Geisseiglied 
wenig kürzer als das zweite. Die Fühlereinlenkung liegt in der 
Geraden, welche die Netzaugen in der Mitte schneidet. Zwi- 
schen den Fühlern ist kein Längskiel bemerkbar. Die inneren Netzaugenränder 
sind parallel. Die hinteren Nebeu äugen liegen in einer Geraden, welche man 
sich durch den Hinterrand der Netzaugen gezogen denkt. Der Abstand der 
hinteren Nebenaugen von den Netzaugen ist wenig grösser als das erste Geissel- 
glied, ihr Abstand von einander ist l'Smal so gross als das erste Geisselglied. 

Der Vorderrand des Vorderrückens, wie bei den meisten hier beschriebenen 
Arten, bogenförmig, nach vorne vorspringend. Dorsulum glänzend, mit 
zerstreuten Punkten, die deutlich ausgeprägt sind. Mittelrücken (Taf. I, 
Fig. 6) durch zwei sehr deutliche nach hinten convergirende Linieneindrücke 
in einen grösseren mittleren (dreieckigen) und zwei seitliche kleinere Theile 
geschieden. Auch die zwei seitlichen Dorsaltheile zeigen je einen mit dem 
Seitenrande des Thorax (und unter sich) parallel laufenden Linieneindruck, 
jedoch von geringerer Tiefe. Schildchen dichter punktirt als das Mesonotum. 
Metanotum dicht punktirt. Mesopleuren nächst der Flügelbasis glatt und 
glänzend, im übrigen grösseren Theile zerstreut punktirt. Metapleuren mit 
rein gestochenen Punkten nur mässig dicht besetzt und von dem Mittel- 
segment durch eine tiefe gekerbte Rinne geschieden. Der hintere 

2* 



12 



August Sc h letterer. 



Fortsatz des Metasternum mit stark divergirenden Gabelästen. 
Mittelsegment zwischen dem Ursprung des Hinterleibstieles und dem Meta- 
notum dicht und deutlich punktirt, im Uebrigen auffällig netzartig sculpturirt. 
Hinterleibsstiel reichlich so lang wie der Abstand seines Ur- 
sprungs vom Metanotum, dabei glatt und glänzend. Flügel ein wenig 
angeraucht (Taf. I, Fig. 1). Füsse und Schienen der Hinterbeine 
nicht bedornt, sondern glatt. Mittel- und Hinterhüften von ein- 
ander weit entfernt (wie bei E. appendigaster). 

Hinterhüfte mit seichten, zerstreuten Punkten. Der grössere Hinter- 
schienensporn erreicht ein Drittel der Länge des ersten Fussgliedes, welches 
deutlich kürzer ist als die vier übrigen Fussglieder zusammen. 
Allgemeine Färbung schwarz. Beine schwärzlichbraun bis rostfarben. 

Reg. I. Subreg. 1. et 2. — Reg. II. Subreg. 1. 2. et 3. — Reg. III. 
Subreg. 1. 3. et 4. — Reg. IV. Subreg. 3. — Reg. V. Subreg. 2. 8. et 4. — 
Reg. VI. Subreg. 1. et 3. Am Bord der Novara (No vara-Expedition). 

Amboina (D oleschal), Bengalen, Bord der Novara (Novara- Expedition), 
Brasilien, Cap d. g. H., Coromandel, Cuba (G. Mayr, Popp ig), Egypten, Frank- 
reich, Deutschland, England, Fidji-Inseln, Griechenland, Guayaguil (Ida Pf eif fer), 
Indien, Sincapur (Pfeiffer), Isle de France, Italien, Madagascar (Boy er), Mau- 
ritius (Pfeiffer), Mexico, Mozambique (Ger st.), Neu-Holland, Nord- Amerika : 
Neu-Orleans, Oesterreich: Wien (Handlirsch), Ovalau, Philippinen, Sardinien 
(Gene), Spanien, Siam, Surinam, Schiffer-Inseln, Teneriffa, Tultscha (Mann), 
Ungarn, Mexico, Columbia, Suakim (Magretti). ^) 

K appendigaster hat sich also als Parasit der Periplaneta orientalis 
mit ihrem Wirthe über den ganzen Erdkreis verbreitet. 

Evania australis n. sp. 

Long. 11 mm. Regio clypearis fere plana sparsis punctis variolosis 
tenuibusque, inter punctos subtiliter longitudinaliter striolata. Tempora riigoso- 
punctata. Genae longitudine scapi. Frons et Vertex irregulariter rugoso- 



1) Die Merkmale, durch welche sich nach Le Guillon (Ann. Soc. Eut. France, T. X, 
p. 311, 1841 und Kev. Zool. Cuv., p. 323, 1841) seine E. affinis von E. appendigaster unier- 
scheiden soll („minus pilosa et lamella longitudinaU et triangulari supra thorax"), reichen für eine 
Artahtrennung keineswegs aus. Ich fand an einem reichen Materiale in der Stärke der Behaarung 
einen bedeuteuden Unterschied. 

Unter dem Namen E. Desjardini ist von Blanchard (Hist. Ins., III, p. 299, 1840) das 
Q von E. appendigaster beschrieben worden. Spinola (Kev. zoolog., p. 334, 1843) hält E. Desjardini 
für das Q von E. laevigata. Westwood (Trans. Ent. Soc. London, N. ser., T. I, p. 214, 1850) 
hält wieder E. Desjardini und E. appendigaster für die beiden Geschlechter von E. laevigata. 
E. laevigata Oliv, ist aber, wie schon Guerin andeutet (Hist. Cuba, T. VII, p. 751, 1857), ganz 
sicher identisch mit E. appendigaster wie E. Desjardini. E. appendigaster wurde ferner von 
Latreille auf Grund der gelblich gefärbten Fühler als E. flavicornis, endlich von Iiiiger a\if 
Grund der ebenso gefärbten Beine als E. ßävipes beschrieben. Die Färbung der Fühler sowie der 
Beine geht durch alle Nuancen von Schwarz bis zum Kostgelb und kann daher ebenso wenig wie 
die Behaarung zu einer A.rtabtrennung ausreichen. 



Ueber die Hymenoptereu-Giittung Evania Fabr. 



13 



punctata. Frons plana. Antennae paululuni subtus medium oculorum in- 
sertac. Scapiis ßagelli articuli secundi longitudine. FlagclU articulus secundus 
quadniplo longior primo, tertius longitudine secundi. Inter antennas carina 
tenuis. Ocelli posteriores ab oculis et inter sc duplo plus quam flagelli articuli 
primi longitudine distant. Margines oculorum interni paralleli. Dorsulum 
et scutellum rugosa et in rugis profunde punctata. Lineae duae impressae diver- 
gentes in mesonoto desunt. Coxae intermediae posterioribus approximatae. 
Metastei-ni furca posterior ramis parallelis. 

Petioli basis a segmento sequenti sesqui pilus distat quam a metanoto. 
Petiolus variolosis punctis. Metatarsus posterior longitudine quatuor articulis 
ceteris aequalis. Tibiae tarsique fortiter spinulosa. — Nigra. 

Affinis E. Gredleri et E. eximiae. 

Gesichtsfeld zwischen der Fühlereinlenkung und der Kieferbasis sehr wenig 
gewölbt, mit einer Längskante in der Mitte vor den Fühlern und zwei bogen- 
förmig nach vorne convergirenden Kanten, welche sich vom Innenrande der 
vorderen Netzaugenhälfte bis nahe zur Kieferbasis hinziehen, ferner mit zer- 
streuten, seichten, narbigen Punkten, dazwischen fein längsgestrichelt. Wangen 
so lang wie der Fühle rschaft. Schläfen runzelig punktirt. Die Sculptur 
verliert sich allmälig gegen die Kiefer und die seitlichen Bogenerhebuugen 
hin. Stirne und Scheitel uuregelmässig runzelig punktirt. Stirn e flach ohne 
wallartige Bogenerhebung unmittelbar vor der Fühlereinlenkung. 
Die Fühlereinlenkung liegt in einer Geraden, welche die Netz- 
augen wenig unterhalb der Mitte schneidet. Fühlerschaft so lang 
wie das zweite Geisselglied. Zweites Geisselglied ungefähr vier- 
mal so lang wie das erste. Drittes Geisselglied so lang wie das 
zweite. Zwischen den Fühlern ist ein schwacher Kiel bemerkbar. 
Innere Netzaugenränder parallel. Die hinteren Nebenaugen liegen in der Ge- 
raden, welche man sich durch den Hinterrand der Netzaugeu gezogen denkt. 
Abstand eines jeden hinteren Nebenauges von dem benachbarten Netzauge 
doppelt so gross wie die Länge des ersten Geisselgliedes. Ebenso gross ist der 
Abstand der hinteren Nebenaugen von einander. 

Dorsulum und Schildchen dicht und tief punktirt. Die zwei nach 
vorne divergir enden Linieneindrücke auf dem Mittelrücken fehlen. 
Mesopleuren nächst der Flügelbasis vollkommen glatt und stark glänzend, im 
übrigen Theile fein netzrunzelig. Metapleuren netzrunzelig, Gabeläste des 
hinteren Metasternum f ortsatz es parallel. Mittelsegment oben zwi- 
schen dem Ursprung des Pefciolus und dem Metanotum tief runzelig punktirt, 
im übrigen Theile deutlich netzartig sculpturirt. Hinterleibsstiel TSmal 
so lang wie der Abstand seines Ursprungs vom Metanotum und 
punktirt. Hinterhüfte stark glänzend, mit zerstreuten, sehr seichten Punkten. 
Der grössere Sporn der Hintertibien ist halb so lang wie das erste Fussglied. 
Metatarsus der Hinterbeine so lang wie die vier übrigen Fuss- 
glieder zusammen. Mittel- und Hinterhüften einander sehr nahe 
gerückt (kaum um die Hälfte der Länge der Hinterhüfte von ein- 



14 



Augnst Schletterer. 



ander entfernt). Füsse und Schienen der Hinterbeine stark bedornt 
(stärker als bei E. amazonica). 

Allgemeine Färbung schwarz, Beine bräunlichschwarz. Flügel angeraucht 
(Taf. I, Fig. 2). Von E. Gredleri unterschieden durch die Form der Kadial- 
zelle (Taf. I, Fig. 1) und dadurch, dass die Wangen nur so lang, nicht länger 
als der Fühlerschaft sind; von E. eximia, dem es nahe steht, durch die Form 
des Vorderrückeos (Taf. I, Fig. 5) und die viel geringere Grösse verschieden. 

Reg. VI. Subreg. 2. Australia (Novara-Expedition). 

Evania azteka n. sp. 

. Long. 3' 5 mm. Begio clypearis convexiuscula. Frons plana. Caput 
densis profundisque punctis. Genae longitudine scapi. Äntennae multum 
suhtus medium oculorum insertae. Scapus evidenter longior tribus articuUs 
sequentihus. Flagelli articulus primus et tertius longitudine aequales, secundus 
vix longior primo vel tertio. Oculorum margines interni paralleli. Ocelli 
posteriores flagelli articuli primi longitudine ab oculis, duplo plus inter sc 
distant. 

Dorsulum et scutellum profunde et densius punctata et fortiter convexa, 
sine lineis duabus impressis Caput versus divergentibus in mesonoto. Meta- 
sterni furca posterior ramis parallelis. Segmentum medianum conspicua sutura 
crenulata a metapleuris divisa. Petioli hasis a segmento sequenti fere tanto 
distat quam a mesonoto. Petiolus longitudinaliter striolatus. Metatarsus 
posterior evidenter longior quatuor articulis alteris. Tibiae tarsique non spi- 
nulosae. — Nigra; thorax rufus. 

Äffinis E. minutae. 

Gesichtstheil zwischen der Fühlereinlenkung und der Kieferbasis wenig 
gewölbt. Stirne ganz flach. Kopf dicht und tief punktirt, tiefer als bei 
E. minuta. Die wallartige Bogenerhebung unmittelbar vor den 
Fühlern fehlt. Die Fühlereinlenkung liegt in einer Geraden, welche 
die Netzaugen nahe dem Vorderr and e schneidet. Der Fühlerschaft 
ist deutlich länger als die drei ersten Geisseiglieder zusammen. 
Das erste und dritte gleich laug, das zweite sehr wenig länger als 
jedes der zwei erstgenannten. Innere Netzaugenränder parallel. Die hin- 
teren Nebenaugen liegen vor der Geraden, welche man sich durch den Hinter- 
rand der Netzaugen gezogen denkt. Jedes der hinteren Nebenaugen steht um 
die Länge des ersten Geisselgliedes von dem benachbarten Netzauge ab. Der 
gegenseitige Abstand der hinteren Nebenaugeu ist doppelt so gross. 

Dorsulum und Schildchen ziemlich dicht und tief punktirt, dabei glän- 
zend und wie bei mmwto hoch gewölbt. Die nach vorne diver girend en 
Linieneindrücke auf dem Mesonotum fehlen. Mesopleuren nächst der 
Flügelbasis glatt und glänzend, im übrigen Theile netzartig punktirt. Meta- 
pleuren netzartig punktirt und vom Mittelsegment durch eine deutliche ge- 
kerbte Rinne geschieden. Hinterer Fortsatz des Metasternum mit 



Ueber die Hymfiiiopteren-fJattnng Evavia Fuhr. 



15 



parallelen Gabeläste u. Mittelsegmeiit obeu zwischen dem Ursprung des 
Hinterleibsstieles und dem Hinterrücken dicht und tief puuktirt, im übrigen Theile 
netzrunzelig. Petiolus nahezu so lang wie der Abstand seines Ur- 
sprungs vom Mesonotum und seicht längsgestrichelt. Hiuterhüfte 
glatt und glänzend. Der grössere Schienensporen der Hinterbeine halb so 
lang wie das erste Fussglied. Das erste hintere Fussglied deutlich 
länger als die vier übrigen Fussglieder zusammen. Füsse und 
Schienen der Hinterbeine glatt. Die Mittel- und Hinterhüften um 
die halbe Länge der Hinterhüften von einander entfernt. 

Kopf schwarz und glänzend, Thorax rostroth. Fühler, Beine und Ab- 
dominalstiel braun. Flügel glashell (Taf. I, Fig. 3). 

Von der ihr nahestehenden E. minuta unterschieden durch die flache 
Stirne, die tiefere Punktirung des Kopfes und Kückens, den kürzeren Fühler- 
schaft, durch das Fehlen der divergireuden Linieneindrücke auf dem Mesonotum, 
durch das verhältnissmässig längere erste Fussglied der Hinterbeine und die 
rostrothe Färbung des Rückens. 

Reg. V. Subreg. 3. Mexico: Stadt (Bilimek). 

Evania (lirachygaster) bicolor Westw., Ann. and Mag. Nat. Hist., .536, 1841, und Trans. Ent. 

Soc. Lond., III, 246, 1841. 

„Ferruginea, nhdomint piceo-nigro, aniennis pedihusque nigris. Long. corp. lin. 2^12- Exp. 
älar. lin. B^/^- 

Syn. Coranila thoracica Leach, M. S. S. 
Hyptiam thoracicvm! Shk. 
Evania thoraci< a Blanch. 

Ferruginea, punctata, abdomine laevi nitido. Caput piceum, verfice rufescenti. Antennae in 
media crassiores, nigrae, apice articuli hasalis piceo. Thorax ferrugineus, postice pilis a,rgenteis 
vestitus. Pedunculus abdominis niger, apice piceo. Abdomen piceo -nigrum. Alae leviter tinctae, 
stigmate nigro, vena cuhitali alteraque brachiali abbreviata, cellidis destitutae. Pedes nigri, genicidis piceis."' 

Evania capensis u. sp. 

cf. Long. 5 mm. Caput laeve et nitiduin. Regio clypearis ut frons 
plana. Ante insertionem antennarum carina arcuata transversalis. Genae lon- 
gitudine flagelli articuli primi unacum secundo (et hreviores scapo). Antennae 
in medio oculorum insertae. Scapus evidenter longior duobus articulis sequen- 
tibus. Flagelli articulus secundus vix triplo longior quam secundus, tertius 
articulus longitudine secundo aequalis. Oculorum margines interni os versus 
joaululum divergentes, Ocelli posteriores ab oculis et inter se duplo plus distant 
quam longitudine flagelli articuli primi. 

Dorsulum et scutellum omnino laevia et nitida. Lineae duae impressae 
Caput versus divergentes in mesonoto valde inconspicuae. Metasterni furca 
posterior ramis parallelis. Petioli basis duplo plus distat a segmento sequenti 
quam a metanoto. Petiolus omnino laevis atque nitidus. Metatarsus evidenter 
brevior qiiatiior articulis ceteris. Tibiae tarsique absque spinulis. — Nigra. 



16 



August Sc Ii letterer. 



Kopf glatt und glänzend. Gesichtstheil zwischen der Kieferbasis und der 
Fühlereinlenkung flach. Stirne' flach, unmittelbar vor den Fühlern zu 
einer bogenförmig nach vorne gekrümmten wallartigen Erhebung 
plötzlich ansteigend. Wangen so lang wie das erste und zweite 
Geisselglied zusammen und zugleich kürzer als der Fühlerschaft. 
Schläfe in ihrem ganzen Verlaufe gleich breit. Fühlereinlenkung in einer 
Geraden, welche die Netzaugen in der Mitte schneidet. Fühler- 
schaft deutlich länger als das erste und zweite Geisselglied zu- 
sammen. Zweites Geisselglied kaum dreimal so lang als das erste, 
drittes Geisselglied so lang wie das zweite. Innere Netzaugen- 
ränder nach vorne schwach divergirend. Die hinteren Nebenaugen 
liegen in einer Geraden, welche man sich durch den Hinterrand der Netzaugen 
gezogen denkt. Abstand der hinteren Nebeuaugeu von den Netzaugen doppelt 
so gross wie die Länge des ersten Geisseigliedes. Ebenso gross ist der Abstand 
der hinteren Nebenaugen von einander. 

Dorsulum und Schildchen glatt und glänzend, die nach vorne 
divergirenden Linieneindrücke ^uf dem Mittelrücken sind sehr 
undeutlich, kaum wahrnehmbar. Mesopleuren in dem oberen der Flügel- 
basis zunächst liegenden Theile glatt und glänzend, in der unteren Hälfte seicht 
narbig punktirt. Metapleiiren gitterig punktirt. Hinterer Fortsatz des 
Metasternum mit parallelen Gabelästen. Mittelsegment durch eine sehr 
flache, undeutliche Einne von den Metapleuren geschieden. Die Sculptur des 
Mittelsegmentes ist oben zwischen dem Ursprung des Hinterleibsstieles und dem 
Hinterrücken unregelmässig runzelig, im übrigen Theile deutlich netzartig. 
Hinterleibsstiel doppelt so lang wie der Ab stand sein es Ursprungs 
vom Hinterrücken, vollkommen glatt und glänzend. Hüfte der Hinter- 
beine fein punktirt und glänzend. Der grössere Sporn der Hinterschieuen ist 
deutlich länger als die Hälfte des ersten Fussgliedes. Das erste hintere 
Fussglied ist deutlich kürzer als die vier übrigen Fussglieder 
zusammen. Füsse und Schienen der Hinterbeine nicht bedornt. 
Mittel- und Hinterhüften einander nahegerückt. Färbung schwarz, 
Flügel glashell; deren Geäder wie bei E. appendigaster. 
Reg. IL Subreg. 3. Cap d. g. H. (Coli. Winthem). 

J^vania caspia Eichwald, Zoolog. Spec. II, 214, 1831. 

„Fusca, rufescens, ahdomine securiformi complanato ; posiicis pedibus et antznnis majorihus 
dongaiis ; alae pellucidae macula marginali nigra notatae. 
Hdb. in littore maris caspii, Bakuae." 

Bvania chilensis Spin., Kev. zoolog., 189, 1842, und G a y 's Hist. fls. y polit. de Chile, VI, 552, 1851. 

„Long. 5 mm. Autennes filiformes, front et face Continus, uniformemont convexes, gra- 
duellement ponctues en avant, trou antennaire sans rebord, tete et corselet mats, ponctu^s et pu- 
bescents, points petits, nombreux et rapproches; poils courts, epais et herisses; bord anterieur du 
m^sothorax droit, aus&i large que le bord posterieur de la tete, angles anterieurs bien prononces, 
aussi eleves que le milieu da disque, metathorax reticule, vertical. Dessous du corps plus finement 
ponctue que le dos. Brauches posterieures du metisternum droites et paralleles comme daus la 



Ueber die Hyraenopteren-Gattung Evania Fabr. 



17 



minuta, mais non amicies ä leur extremite. Petiole abdominal lisse, luisant, un peu courbe, court, 
ea longeur etant a-peu-pres Ic tiers de celle du corselet. Nervmes de la region brachiale des 
deux premieres discoidales, de la premiere cubitale et de l'unique radiale, aussi fortement pro- 
nouceey que daiis l'appendigaster : toutes les autres corapletement effacees. Antennes brunes, article 
Premier noir. Tete, corselet, abdomen, pattes intermediaires et posterieures noires. Pattes ante- 
rienres brunes, buncbes et trochanter noirs. Ailes hyalines, nervures noires. Sexe incertain." 

Evania compressa Fabr., Syat. Piez., 178, 1804. 
„E. atra, abdomine brevissimo, segmentoriim marginibus albis, antennis annulo rufo. Hab. in 
America meridionali. 

Stattira omnino et magnitudo praecedentis (E. appendigaster). Antennae nigrae fascia lata 
ferruginea. Thorax niger, immacidatus. Abdomen atrum, compressum, petiolatum petiolo apice ferru- 
gineo, segmento secundo toto atro, reliquis margiite albicantibus. Pedes nigri, femoribus tibiisque basi aZ&is." 

Evania erassicornis Spin., Kev. zoolog., 189, 1842. 
,Long. 6 mm. Antennes grossissant insensiblement vers Textremite; preraier article de- 
passant le bord posterieur de latete; deuxieme article petit obconique; article trois ä douze encore 
un peu obconiques, mais sans retrecissement ä leur origine, augmentant graduellement en longueur 
et en largeur, articulations peu distinctes; treizieme et dernier article de la grandeur du prec^dent, 
extremite arrondie. Tete luisante, ponctuee; points de moyenne grandeur et clair-semes; front 
concave ; trous antennaires anterieurement rebordes ; face convexe, plus longe que large, son bord 
anterieur profondement echancre des deux cotes, lobe median etroit et arrondi. Bord anterieur 
du mesotborax arrondi; angles anterieurs, eflfaces: disque convexe, elev^, luisant comme le devant 
de la tete, ponctuation et pubescence semblables. Mesotborax reticule et coupe perpendiculaire ä 
la racine merae du petiole abdominal; prolongement posterieur du metasternum, etroit, entier, creuse 
en goutbiere, reborde des deux cot^s, extremite tronquee ou un peu echancree, mais non bifide et 
encore moins bifurquee. Dessous du corselet plus fortement ponctue que le dos ; ponctuation 
confuse et rugiforme. Petiole droit allonge, visiblement plus long que la moitie du corselet, lisse 
et luisant. Premier cellule discoidale bien circonscrite, petite, triangulaire, allongee. Autres ner- 
vures alaires comme dans la minuta. Antennes, corps et pattes noirs, poils blancs. Ailes hyalines 
ä nervures noires. Un femelle de Colombie. Male inconnu." 

Evania dimidiata Spin. ') 

, 9 • Long. 8—9 mm. Caput nitidum sparsis punctis. Genae et tem- 
pora laevia atque nitida. Regio clypearis fere plana. Genae longitudine 
flagelli articuli tertii. Frons impressa. Ante insertionem antennarum carina 
arcuata transversalis. Antennae in medio ociüoru^n insertae. Scapus longi- 
tudine trium articulorum sequentium (9), longitudine primi flagelli articuli 
unacum secundo (cf ). Flagelli articulus secundus tripjlo longior quam primus, 
tertius duplo longior quam primus (Q), secundus articulus quadruplo longior 
quam primus, tertius triplo longior quam primus (cf). Margines oculorum 
interni paralleli. Ocelli posteriores ah oculis distant longitudine flagelli articuli 
primi, inter se sesqui plus distant quam longitudine flagelli articuli primi. 

Dorsulum et scutellum sparsis evidentibus punctis. Lineae impressae 
duae Caput versus divergentes conspicuae. Furca metasterni posterior ramis 
evidenter diver gentihus. Segmentum medianum a metapleuris profunda sutura 
crenulata divisa ut in K appendigastrier . Basis petioli minus distat a metanoto 



Klug hat E. dimidiata unter dem Namen E. thoracica, so viel mir bekannt ist, nur in 
Lit. erwähnt. 

Z. B. Ges. B. XXXVI. Abb. 3 



18 



August Schletterer. 



quam a segmento sequenti. Petiolus laevis et nitidus. Metatarsus vix longi- 
tudine articulorum quatuor ceterorum. — Nigra; thorax rufus. 

Kopf glänzend und mit zerstreuten Punkten, welche gegen die Netz- 
augen, Wangen und Kiefer hin undeutlich werden. Wangen und Schläfe glatt 
und glänzend. Gesichtstheil vor der Pühlerbasis bis zu den Kiefern hin ziemlich 
flach. Wangen so lang wie das dritte Geisseiglied und hinten wenig 
schmäler als vorne. Stirne gruhig eingedrückt. Die Fühlerein- 
lenkung liegt in einer Geraden, welche die Netzaugen in der Mitte 
trifft. Unmittelbar vor den Fühlern eine quergestellte wallartige 
Bogenerhebung. Der Fühlerschaft ist bei dem so lang wie die 
zwei ersten Geisselglieder zusammen, beim 9 so lang wie die drei 
ersten Geisselglieder. Beim ist das zweite Geisseiglied viermal 
so lang wie das erste, das dritte dreimal so lang wie das erste; 
beim 9 ist das zweite Geisselglied nur dreimal so lang wie das 
erste, das dritte nur zweimal so lang wie das erste. Innere Netz- 
augenränder parallel. Die hinteren Nebenaugen liegen in der Geraden, welche 
man sich durch den Hinterrand der Netzaugen gezogen denkt. Abstand der 
hinteren Nebenaugen von einander l"5mal so gross wie ihr Abstand von den 
Netzaugen, welch' letzterer so gross wie die Länge des ersten Geisselgliedes ist. 

Dorsulum und Schildchen mit zerstreuten, rein gestochenen Punkten. 
Hinterrücken dicht punktirt. Die mittleren nach vorne divergirenden und 
seitlichen parallelen L inien ei n drücke sind deutlich sichtbar. Meso- 
pleuren nahe der Flügelbasis glatt und glänzend, nach unten ziemlich dicht 
punktirt. Metapleuren dicht punktirt. Hinterer Fortsatz des Metaste rnum 
mit stark divergirenden Gabelästen. Mittelsegment durch eine 
deutliche (tiefe) gekerbte Einne von den Metapleuren geschieden 
wie bei appendigaster. Mittelsegment deutlich netzartig sculpturirt bis auf 
den zwischen dem Ursprünge des Petiolus und dem Metanotum gelegenen Theil 
desselben, welcher dicht punktirt ist. Petiolus länger als der Abstand 
seines Ursprungs vom Hinterrücken, glatt und glänzend. Hinterhüfte 
glatt und glänzend. Die Länge des grösseren hinteren Schienenspornes' ist 
gleich einem Drittel der Länge des ersten Fussgliedes. Das erste 
hintere Fussglied ist kaum so lang wie die vier übrigen Fuss- 
glieder zusammen. Füsse und Schienen der Hinterbeine nicht be- 
dornt. Hinter- und Mittelhüften mehr als um die Länge der Hinter- 
hüften von einander entfernt. 

Kopf bräunlich schwarz ; Thorax rostroth, Fühler und Beine braun. Flügel 
glashell oder schwach angeraucht (Taf. I, Fig. 1). 

Reg. L Subreg. 2. et Reg. IL Subreg L Egypten, Abessynien. 

Evania erythrosoma n. sp. 

9 . Long. 4 mm. Begio clypearis convexa conspicue longitudinaliter 
striata. Frons im%wessa irregulariter rugosa. Tempora laevia et nitida. Genae 



üeber die Hymenopteren-Gattnng Evania Fabr. 



19 



dimidio hreviores scapo. Antennae multum subtus medium oculorum insertae. 
Ante insertionem antennarum carina arcuata transversalis. Scapus longior 
tribus articulis sequentibus. Flageiii articulus secundus sesqui longior primo, 
tertius articulus longitudine aequalis seeundo. Oculorum margines interni 
Caput versus paidum divergentes. OcelU posteriores inter se et ab oculis distant 
dimidio flagelli articuli primi. 

Dorsulum sparsis punctis inconspicuis. Scutellum magis conspicue den- 
siusque punctatum. Lineae duae impressae caput versus divergentes in meso- 
7ioto desunt. Furca metasterni posterior ramis diver gentibus. Basis petioli 
a segmento sequenti plus distat quam a scutello. Petiolus laevis et nitidus. 
— Nigra; thorax rufus. 

Similis E. azteJcae. 

Gesichtstheil zwischen der Fühlereinlenkung und der Kieferbasis gewölbt 
und deutlich längsgestreift. Stirne unregelmässig gerunzelt. Schläfe glatt und 
glänzend. Wangen halb so lang wie der Fühlerschaft. Fühlerein- 
lenkung in einer Geraden, welche dieNetzaugen bahe dem Vorder- 
rande schneidet. Fühler am Vorderrande der grubig vertieften Stirne, 
welche unmittelbar vor der Fühlereinlenkung zu einer bogenförmig nach 
vorne gekrümmten wallartigen Erhebung plötzlich ansteigt. Der 
Fühlerschaft ist länger als die drei folgenden Fühlerglieder und 
zugleich rSmal so lang als der Abstand der Netzaugen. Zweites 
Geisseiglied so lang wie das dritte und kaum TSmal so lang wie 
das erste. Innere Netzaugen ränder schwach nach vorne diver- 
girend. Am Innenrande der Netzaugen ist eine Rinne bemerkbar. Hintere 
Nebenaugen vor der Geraden, welche man sich durch den Hinterrand der Netz- 
augeo gezogen denkt. Abstand der hinteren Nebenaugen von den zusammen- 
gesetzten Augen halb so gross wie die Länge des ersten Geisseigliedes. Ebenso 
gross ist der Abstand der hinteren Nebenaugen von einander. 

Dorsulum mit zerstreuten Punkten. Auf dem Schildchen sind die Punkte 
deutlicher und dichter. Die zwei nach vorne divergirenden Linien- 
eindrücke auf dem Mittelrücken fehlen. Mesopleuren gegen die Flügel- 
basis hin glatt und glänzend, nach unten mit seichten, dichten Punkten. 
Metapleuren seicht und dicht punktirt. Hinterer Fortsatz des Meta- 
sternum mit divergirenden Gabelästen. Mittelsegment deutlich netz- 
artig sculpturirt. Abdominalstiel länger als der Abstand seines Ur- 
sprungs vom Schildchen, glatt und glänzend. Hinterhüften glatt und 
glänzend. Der grössere Schienensporn der Hinterbeine erreicht ein Drittel der 
Länge des ersten Fussgliedes. (Die übrigen Fussglieder fehlen an dem ein- 
zigen mir vorliegenden Exemplar.) Füsse und Schienen der Hinter- 
beine nicht bedornt. Mittel- und Hinterh ü ften kaum um die halbe 
Länge der Hinterhüften von einander entfernt. 

Kopf schwarz. Hinterleibsstiel braun und gegen das Mittelsegment hin 
weiss. Beine braun mit weisslichen Hüften und Schenkelringen. Hinterbeine 

3* 



20 



braun, au der Basis der Schieuen und Füsse weiss gefleckt. Thorax rostgelb. 
Flügel glashell (Taf. I, Fig. 1). 

An Statur und Färbung ähnlich der E. azteJca, jedoch von ihr ausser 
verschiedenen anderen Merkmalen schon durch die Sculptur verschieden. 

Reg. III. Subreg. 2. Ceylon (Nietner 1.). 

Evania exirnia ii. sp. 

cf. Long. 11 — 12 mm. Eegio clypearis plana subtilissime striolata et 
tenuissimis imnctis variolosis. Frons plana rugoso-2mnctata. Tempora genae- 
que variolosis punctis. Genae longitudine scapi unacum articulo sequenti. 
Antennae subtus medium oculorum insertae. Scapus paulo hrevior flagelU 
articulo secundo. FlagelU articulus secundus quadruplo longior quam primus, 
tertius articulus secundo longitudine aequalis. Margines oculorum interni pa- 
ralleli. Ocelli posteriores ab oculis et inter se duplo plus distant quam flagelU 
articuli xwimi longitudine. 

Pronotum, mesonotum et scutellum grosse rugosa et in rugis punctata. 
Duae lineae impressae in mesonoto caput versus divergentes valde inconspicuae. 

Metasterni furca posterior ramis parälleUs. Basis petioU a segmento 
sequenti aeque distat quam a mesonoto. Petiolus densis punctis variolosis. — 
Nigra, fortiter pubescens. 

Äffinis E. australi, principi et tasmanicae. 

Gesichtsgegend zwischen der Fühlereinlenkung und der Kieferbasis flach, 
fein gestrichelt und mit seichten, narbigen Punkten, ähnlich wie bei E. au~ 
stralis. Vor den Fühlern in der Mitte des Gesichtes ist eine schwache, kantige 
Längserhebung sichtbar. Zwei bogenförmige kantige Erhebungen, nach vorne 
convergirend, ziehen sich vom Innenrande der Netzaugen bis nahe zur Kiefer- 
basis hin. Die Stirne ist flach und ohne wallartige Bogenerhebung 
unmittelbar vor den B'ühlern; sie zeigt eine runzelige Punktirung. Wangen 
und Schläfe sind narbig punktirt. Wangen so lang wie der Fühlerschaft 
sammt dem ersten Geisselgliede. Zwischen den Fühlern ist ein 
schwacher Kiel bemerkbar. 

Schläfe oben und unten fast gleich breit. Die Fühlereinlenkung liegt 
in einer Geraden, welche die Netzaugen wenig unter der Mitte 
schneidet. Der Fühlerschaft ist viel kürzer als der Abstand der 
Netzaugen von einander und wenig kürzer als das zweite Geissel- 
glied. Zweites Geisselglied ungefähr viermal so lang wie das erste; 
drittes Geisselglied so lang wie das zweite. Die inneren Netzaugen- 
ränder sind parallel. Die hinteren Nebenaugen liegen in der Geraden, welche 
man sich durch den Hinterrand der Netzaugen gezogen denkt. Abstand der hin- 
teren Nebenaugen von den Netzaugen halb so gross als die Länge des zweiten 
Geisselgliedes oder doppelt so gross als die Länge des ersten Geisselgliedes. 
Abstand der hinteren Neben äugen von einander nur wenig grösser. 



üeber die Hymeiioptereii-Gattuup Evavia Fabr. 



21 



Vorderrückeu, Mittelrückeii uud Scbildcheu grobrunzelig und in den Run- 
zeln puuktirt. Die nach vorne divergireuden zwei Linieneindrücke 
auf dem Mittelrückeu sind sehr undeutlich, kaum bemerkbar. Meso- 
pleureu in der obersten Ecke nächst der Flügelbasis mit einigen parallelen 
Runzeln, in der Mitte glatt und glänzend, im grösseren unteren Theil netz- 
artig puuktirt. Metapleuren uetzrunzelig. Hinterer Fortsatz des Meta- 
sternum mit parallelen Gabelästen. Mittelsegment oben zwischen dem 
Ursprung des Petiolus und dem Metanotum tief runzelig puuktirt, im übrigen 
Theile netzartig sculpturirt. Von deu Metapleuren ist das Mittelsegment un- 
deutlich geschieden. Petiolus so lang wie der Abstand seines Ur- 
sprungs vom Schildchen und mit narbigen Punkten ziemlich dicht 
besetzt. Hinterhüften glänzend, gegen die Basis ziemlich dicht und seicht puuktirt, 
gegen den Schenkelring hin glatt. Der grössere hintere Schienensporen ist nahezu 
halb so laug wie das erste Fussglied. (Die vier folgenden Fussglieder fehlen 
dem mir vorliegenden Exemplar.) Füsse und Schienen der Hinterbeine 
stark bedornt. Mittel- und Hinterhüften knapp an einander ge- 
rückt. 

Färbung schwarz. Der ganze Körper stark pubescent. Flügel glashell 
(Taf. I, Fig. 2). 

Von E. australis durch folgende Merkmale unterschieden: Schläfe und 
Wangen narbig, nicht runzelig puuktirt. Wangen länger als der Fühlerschaft, 
dieser ein wenig kürzer als das zweite Geisselglied. Zwischen den Fühlern ein 
schwacher Kiel 

Reg. VI. Subreg. 2. Australien: Sydney (Novara-Expedition). 

Evania fascialis Spin., Rev. zoolog., 188, 1842. 
„Long. luin. Antennes, nervures, alaires, metasternum comme dans les E. appendi- 
gasfer, laevigata et dimidiata. Face n'etant ni ridee comme dans la premiere, ni glabre et im- 
ponctuöe comme dans la seconde, mais ponctuee et pubescente comme la troisieme. Bord anterieur 
de la face paraissant droit au premier abord, mais etant tres-faiblement bi-echancre, la dent 
mediane ^taut presque elFacee et sans rebord. Dans la dimidiata les deux echancrures sont plus 
ötroites et plus piofondes: le lobe median est plus arrondi et notablement reborde. Prothorax 
proportionnellemeut pIns etroit: peute posterieure du me'tathorax un peu moins abrupte et plus 
voisine de celle de la laevigata du meme sexe. Petiole abdominal un peu moius long que la moitie 
du corselet, droit, ponctue et pubescent: points clair-semes, assez apparents. Dessous du corps 
et branches du metasternum ponctues aussi comme dans la dimidiata, ä cote de laquelle il faudra 
placer la fascialis, dont les formes ne difterent d'une maniere bien trancbee que dans le contour 
du bord anterieur de la face. Les couleurs sont plus distinctes. Antennes, corps et pattes noirs 
poils blaues. Ailes hyalines, nervures noires. — Un male du Mexique. Femelle inconnue.*' 

Evania jßavescens n. sp. 

cT. Long. 6 mm. Megio clypearis plana, opaca et suhtiliter punctata. 
Frons, Vertex, genae et tempora laevia denseque punctata. Genae longitudine 
scapi. Frons plana. Äntennae in medio oculorum inserlae. Scapus longior 
duobus articulis sequentibus, hrevior tribus articulis sequentibus. Flagelli ar- 
ticulus secundus triplo longior primo, tertius longitudine secundi. Margines 



22 



August Schletterer. 



oculorum interni paralleli. Ocelli posteriores ab oculis longituäine flagelli 
articuli primi distant, inter se vix sesqui plus distant quam longitudine flagelli 
artieuli primi. 

Dorsulum valde nitidum, sparsis punctis inconspicuis. Lineae duae 
impressae caput versus divergentes in mesonoto conspicuae. Scutellum valde 
nitidum et ut metanotum evidenter atque densius punctatum. Furca meta- 
sterni posterior ramis par.allelis. Petioli basis a segmento sequenti duplo plus 
distat quam a metanoto. Petiolus longitudinaliter striolatus. — Nigra; regio 
clypearis et quatuor pedes anteriores flavescentes. 

Affinis E. dimidiatae. 

Gesichtstheil zwischen der Fühlereinlenkung und der Kieferbasis flach, 
matt und fein punktirt. Kopf hinter den Fühlern glänzend, dicht und deutlich 
punktirt. Wangen und Schläfen dicht und deutlich punktirt. Wangen so lang 
wie der Fühlerschaft. Stirne flach, ohne kantige Bogenerhebung, 
unmittelbar vor den Fühlern. Fühlereinlenkung in einer Geraden, 
welche dieNetzaugen in der Mitte schneidet. Fühlerschaft länger 
als die zwei ersten Geissei glied er, kürzer als die drei ersten Geissei- 
glieder. Zweites Geisseiglied dreimal solang als das erste, drittes 
so lang wie das zweite. Innere Netzaugenränder parallel. Die hinteren 
Nebenaugen liegen ein wenig vor der Geraden, welche man sich durch den Hinter- 
rand der Netzaugen gezogen denkt. Abstand der hinteren Nebenaugen von den 
Netzaugen so gross wie die Länge des ersten Geisseigliedes. Abstand der hinteren 
Nebenaugen von einander kaum l"5mal so gross wie das erste Geisselglied. 

Dorsulum stark glänzend, mit wenigen unrein gestochenen Punkten, die 
zwei (nach vorne) divergirenden Linieneindrücke auf dem Mittel- 
rücken deutlich sichtbar, die seitlichen parallelen Linieneindrücke mehr 
oder weniger undeutlich. Das Schildchen stark glänzend und wie das Meta- 
notum deutlich und ziemlich dicht punktirt. Mesopleuren glatt, nächst der 
Flügelbasis glänzend, nach unten fast matt. Metapleuren dicht punktirt. Hin- 
terer Fortsatz des Metasternum mit parallelen Gabelästen. Das 
Mittelsegment oben zwischen dem Ursprünge des Hinterleibsstieles und dem 
Hinterrücken tief runzelig punktirt, im übrigen Theile deutlich netzartig sculp- 
turirt. Hinterleibsstiel längsgestrichelt und ungefähr so lang wie 
der Abstand seines Ursprungs vom Mittelrücken oder doppelt so 
lang wie der Ab st and seines Ursprungs vom Hinter rücken. Die Hinter- 
hüfte dicht punktirt. (Die Hinterfüsse fehlen an dem mir vorliegenden Exem- 
plare.) Die Hinterschienen sind glatt. Die Mittel- und Hinterhüften 
sind um die Länge der Hinterhüften von einander entfernt. 

Flügel glashell (Taf. I, Fig. 3). 

Allgemeine Färbung schwarz. Gesicht fahlgelb; die vier Vorderbeine 
rostgelb; Fühler und Hinterbeine bräunlich schwarz. 

Patria? 



Ueber die Hjmenopteren-Gattttug Evania Fabr. 



23 



Evania Oayi Spin , Hisf-.. fis. y polit. de Chile, VI, 552, 1851. 

^E. antennis, capUe, ahdomineqne nigris ; thorace rnhro, petiolo saturatiori, hadio ; pedibus 
ticis nibris; posticis nigris, coxis, troclianteribus rtibro-pallidis ; alis hyalinis, nervuris nigris, 
sligmafe fusco- Long. 2 lin., lat. V2 

Hembra: largo del cuerpo, dos Hneas. Icl. del ante-cuerpo, una Unea. Id. del peciolo 
abdominal, media linea. Ancho del cuerpo en el origen de las alas, media linea. Formas: antenas 
que eugruesau iiisensiblemente liäcia la extremidad como en mi Evania crassicornis , Rev. zoolog., 
1842, p. 149. Inervacion alaria como en la Evania rninuta Fab. Cabeza y corselete, fuera del 
metatörax y del abdömen, pulidos y lucientes pareciendo lisos y glabros. Dorso del metatörax 
fuertemente puntuado, puntos hundidos, gruesos, redondos y distintos. Melasternum piano, trian- 
gulär, prolongado en punta obtusa por debajo de las caderas posteriores, teniendo estas en su faz 
inferior y muy cerca de sn origen, un surco oblicuo que puede abrazar uno de los bordes laterales 
del triängulo metasternal. Colores: antenas, cabeza y abdömen fuera del peciolo, negros. Corselete 
encarnado. Peciolo mas cargado, pardusco. Patas anteriores encarnadas. Tibias pardas. Patas 
de los dos Ultimos pares negras. Caderas y trocanteros encarnados pälidos, Alas hialinas. Ner- 
viosidades negras. Estigma pardo. De Santa Rosa, llacho desconocido." 

Evania genalis n. sp. 

9. Long. 8 mm. Caput conspicue longitudinaliter rugosum et in rugis 
punctatum. Regio clypearis convexiuscula. Genae longissimae (longitudine 
scapi). Frons impressa. Antennae miiltum suhtus medium oculorum insertae. 
Scapus longitudine flagelli articuli primi unacum secundo. Flageiii articulus 
secundus quintuplo longior primo, tertius vix brevior secundo. Oculorum mar- 
gines interni paralleli. Ocelli posteriores ah oculis et inter se evidenter longi- 
tudine flagelli articuli primi distant. 

Mesonotum et scutellum variolosis profundisque punctis. Lineae duae 
impressae caput versus divergentes in mesonoto desunt. Metasterni furca 
posterior ramis parallelis. Petioli basis a segmento sequenti sesqui plus quam 
a metanoto distat. Petiolus sparsis punctis. Metatarsus quatuor articulis 
ceteris brevior. — Nigra. 

Kopf deutlich längsrunzelig und in den Runzeln punktirt. Gesichtstheil 
zwischen der Fühlereinlenkung und der Kieferbasis schwach gewölbt. Wangen 
sehr lang, ungefähr so lang wie der Füh lerschaft. Die Schläfen werden 
nach hinten (oben) schmäler. Stirne grubig eingedrückt, ohne wall artige 
Bogenerhebung unmittelbar vor den Fühlern, scharf längsrunzelig ge- 
streift und zwischen den Streifen undeutlich punktirt. DiePühlereinlenkuug 
liegt in einer Geraden, welche die Netzaugen nahe demVorderrande 
schneidet. Fühlerschaft so lang wie das erste und zweite Geissei- 
glied zusammen. Zweites Geisseiglied ungefähr fünfmal so lang 
wie das erste, drittes Geisselglied kaum kürzer als das zweite. 
Innere Netzaugenränder parallel. Die durch den Hinterrand der Netzaugen 
gezogen gedachte Gerade berührt auch die hinteren Nebenaugen. Abstand der 
hinteren Nebenaugen von den Netzaugen reichlich so gross wie die Länge des 
ersten Geisseigliedes. Ebenso gross ist der gegenseitige Abstand der hinteren 
Neben äugen. 



24 



August Schletterer. 



Schulterecken scharf vorspringend, ungefähr rechteckig. 
Mittelrücken tief narbig punktirt wie auch das Schildchen. Die zwei nach vorne 
di vergirenden L inien eindrücke auf dem Mittelrücken fehlen. Meso- 
pleuren nächst der Flügelbasis glatt und glänzend, nach unten gitterig punktirt. 
Metapleuren netzartig sculpturirt. Gabeläste des hinteren Metasternal- 
Fortsatzes parallel. Mittelsegment oben zwischen dem Ursprung des Hinter- 
leibsstieles und dem Metanotum grob und dicht punktirt, im Uebrigen netzartig. 
Hinterleibsstiel l'ömal so lang als der Abstand seines Ursprungs 
vom Metanotum und spärlich punktirt. Hinterhüften glänzend und an der 
Basis spärlich punktirt. Der grössere hintere Schienensporn ungefähr halb so lang 
wie das erste Fussglied, diese s kürzer als die vier übrigen Fussglieder 
zusammen. Schienen und Füsse der Hinterbeine bedornt. Mittel- 
und Hinterhüften knapp an einander gerückt. Färbung schwarz; Beine 
bräunlichschwarz. Flügel schwach angeraucht (Taf. I, Fig. 2 und 10). 

Reg. VI. Subreg. 2. Australien, Eockhampton. 

Evania Gredleri n. sp. 

. Long. 6 mm. Caput dense punctatum. Regio clypearis in medio 
fortiter ,conve.xa. Genae dimidio breviores scapo. Frons plana. Scapus paulo 
longior quam articuli duo sequentes. Flagelli articulus secundus duplo longior 
primo, tertius longitudine secundi. Äntennae paululum subtus medium ocu- 
lorum insertae. Margines oculorum interni paralleli. Ocelli poste?'iores ab 
oculis distant longitudine flagelli articuli primi; inter se vix plus distant. 

Dorsulum nitidum in medio sparse punctatum, in lateribus omnino 
laeve. Lineae duae impressae in mesonoto evidentes et paulum divergentes 
(caput versus). Furca metasterni posterior ramis parallelis. Petioli basis a 
segmento sequenti evidenter duplo distat quam a metanoto. Petiolus longitudi- 
ndliter rugosus. Metatarsus posterior evidenter longior quatuor articulis ceteris. 
— Nigra. 

In honorem Directoris P. V. Gredleri, zoologi praeclari, hoc animal- 
culum gratissimo animo denominare volo. 

Kopf dicht punktirt. Gesichtstheil zwischen der Fühlereinlenkung 
und der Kieferbasis in der Mitte stark gewölbt. Vom Innenrande der 
Netzaugen ziehen sich bis zur Kieferbasis hin zwei bogenförmig sich nähernde 
kantige Erhebungen. Wangen halb so lang wie der Fühlerschaft. Stirne 
ein wenig eingedrückt ohne kantigeBogenerhebung vor den Fühlern. 
Fühlerschaft wenig länger als die ersten zwei Geisseiglieder mit- 
sammen. Zweite s Geisseiglied doppelt so lang wie das er ste, drittes 
Geisselglied gleich dem zweiten. Innere Netzaugenränder parallel. 
Fühlereinlenkung in einer Geraden, welche die Netzaugen wenig 
unterhalb der Mitte schneidet. Hintere Nebenaugen in der Geraden, welche 
man sich durch den Hinterrand der Netzaugeu gezogen denkt. Abstand der 



Ueber die Ilyincuopteieu-Gattung Evania Fabr. 



25 



hinteren Nebenaugen vou den Netzaugen gleich der Länge des ersten Geissel- 
gliedes, ihr Abstand von einander kaum grösser. 

Dorsulum stark glänzend, in der Mitte mit zerstreuten Punkten, seitlich 
vollkommen glatt. Die mittleren Linieneindrücke auf dem Mesonotum 
sind deutlich ausgeprägt und divergiren sehr wenig nach vorne. 
Mesopleuren glänzend, gegen die Flügelbasis hin glatt, nach unten sehr fein 
punktirt. Metapleuren unten mit ziemlich dichter Punktirung, welche nach rück- 
wärts in netzartige Sculptur übergeht. Der hintere Fortsatz des Meta- 
stern um mit parallelen Gabelästen. Mittelsegment durchaus netzartig 
sculpturirt. Petiolus reichlich doppelt so lang wie der Abstand seines 
Ursprungs vom Metanotiim und längsgerunzelt, an der Unter- 
seite mit einer deutlichen Längsrinne. Tarsen und Schienen der 
Hinterbeine bedornt. Mittel- und Hinterhüften nahe aneinander 
gerückt. 

Hinterhüften dicht punktirt. Der grössere Schienensporn der Hinterbeine 
reicht ein wenig über das erste Drittel des ersten Tarsalgliedes, welches letztere 
deutlich länger ist als die vier übrigen Tar salglieder zusammen. 

Schwarz ; Vorderbeine gelblichbraun. Flügel schwach angeraucht (Taf. I, 
Fig. 1). 

Reg. V. Subreg. 2. Brasilien. 

Evania Heilert n. sp. 

c^. Long. 7 mm. Regio clypearis convexiuscida teniiiter punctata et in- 
conspicue longitudinaliter striolata. Frons impressa. Vertex profundis den- 
sisqtie picnctis. Tetnpora genaeque subdense punctata. Genae paulido longiores 
scapo. Antennae fere in medio oculorum insertae. Scapus triplo longior fla- 
gelLi articido primo. Flagelli articultis secundus quadruplo longior primo, 
tertius vix brevior secundo. Ocidorum margines interni paralleli. Ocelli po- 
steriores ab ocidis et inter se duplo plus distant quam flagelli articidi primi 
longitudine. 

Dorsulum et scutellum inconspicue rugosa et in rugis punctata. Lineae 
duae impressae divergentes in mesonoto desunt. Pronotum variolose punctatum. 
Metasterni furca posterior ramis parallelis. Basis petioli a segmento sequenti 
paidulo plus distal quam a tnetanoto. Petiolus evidenter longitudinaliter 
striatus. Metatarsus paulo longior quatuor articulis ceteris. — Nigra. 

In honorem Prof. Dr. Heller i, zoologi praeclari, hoc animalculum gra- 
tissimo animo denominare volo. 

Gesichtstheil zwischen der Fühlerinsertion und Kieferbasis schwach gewölbt, 
seicht punktirt und undeutlich längsgestrichelt, fast nadelrissig. Unmittelbar 
vor den Fühlern in der Mitte des Gesichtes eine kielartige Erhebung; zwei kiel- 
artige Erhebungen ziehen sich von der Fühlergegend längs der inneren Netz- 
augenränder nach vorne, gegen die Kieferbasis hin bogenförmig convergirend. 
Scheitelgegend dicht und tief punktirt. Schläfe weniger dicht punktirt; noch 

Z. B. Ges. B. XXXVl. Abb. 4 



26 



August Schletterer. 



weniger dicht punktirt sind die Wangen. Fühlerinsertion in der Geraden, 
welche dieNetzaugen nahezu in der Mitte schneidet. Stirne grubig 
vertieft ohne wallartige Bogenerhebung vor den Fühlern. Wangen 
ein wenig länger als der Fühlerschaft. Fühlerschaft deutlich kürz er 
als das zweite Geisseiglied und zugleich dreimal so lang als das 
erste Geisselglied. Zweites Geisselglied viermal so lang als das 
erste, drittes kaum kürzer als das zweite. Innere Netzaugenränder 
parallel. Hintere Nebenaugen in der Geraden, welche man sich durch den Hinter- 
rand der Netzaugen gezogen denkt. Abstand der hinteren Nebenaugen von den 
Netzaugen doppelt so gross wie das erste Geisselglied; ebenso gross ist der gegen- 
seitige Abstand der hinteren Nebenaugen. 

Dorsulum und Schildchen undeutlich runzelig und in den Eunzeln punktirt. 
Die zwei divergir enden Linie neindrücke aufdemMeso notum fehlen. 
Pronotum mit weit vorspringenden, rechtwinkeligen Schulter- 
ecken, die narbig punktirt sind. Mesopleuren nächst der Flügelbasis runzelig, 
im mittleren Theile glatt und glänzend, im unteren Theile deutlich und mässig 
dicht punktirt. Metapleuren netzrunzelig. Hinterer Fortsatz des Meta- 
sternum mit parallelen Gabelästen. Mittelsegment oben zwischen dem 
Metanotum und dem Ursprünge des Petiolus unregelmässig runzelig, im Uebrigen 
netzrunzelig. Petiolus wenig länger als sein Abstan d vom Metanotum 
und deutlich längsgestreift. Hinterhüften glänzend, oben glatt, unten fein 
zerstreut punktirt. Der längere Schienensporn der Hinterbeine ungefähr halb 
so lang wie das erste Tarsaiglied, letzteres ein wenig länger als die vier übrigen 
Tarsalglieder zusammen. Schienen und Tarsen der Hinterbeine glatt. 
Hinterhüften von den Mittelhüften um die halbeLänge der ersten 
entfernt. 

Schwarz; Fühler und Beine braun. Flügel hyalin (Taf. I, Fig. 3). 
Eeg. VI. Subreg. 2. Ost- Australien. 

Evania tfavanica Westw., Ann. and Mag. Nat. Hist., 536, 1841, und Trans. Ent. Soc. Lond., 

III, 245, 9. 1841. 

„Tota nigra punctata, petiolo brevi, oblique striata, alarum venis cuhitali et discoidali oblite- 
ratis. Long. corp. lin. 3, exp. alar. lin. 5. 
Hab. in Insula Java. 

Tota nigra, capife mesotlioraceque punctatis, mefathorace areolata. Facies punctata, punctis 
irregularibus et plus minusve confluentibus . Scutum mesothoracis ufrinque linea oblique impressa, ex 
angulis anticis ad medium fere ducta, conjunctim litteram V fere formantihus. Furca metasterni brevis, 
fere recta. Petiolus abdominis brevis (vix tertiam partem abdominis longitudine aeqtians), paulo cur- 
vatus, oblique striatus. Abdomen trianguläre., compressissimum, segmeniis apicälibus dorso parum 
villosis, Alae Jiyalinae, stigrnate venisque nigris, liarum cubitali et discoidali (celhda) omnino obliteratis 

Evania macrostylus n. sp. 

Long. 7 mm. Begio clypearis plana tenuiter densiusque punctata. 
Tempora genaeque suhdense punctata. Frons plana et vertex conspicuis et 
densissimis punctis. Genae longitudine scapi. Äntennae paulum suhtus medium 
oculorum insertae. Scapus longitudine flagelli articuli primi unacum secundo. 



Ueber die Hymenopteren-Gattung Evania Fabr. 



27 



Flagelli articulus secundus duplo longior prinio, tertius fere longitudine scapi. 
Oculorum margines interni paralleli. Ocelli posteriores flagelli articuli primi 
longitudine ab oculis, scsqui plus quam flagelli articuli primi longitudine inter 
se distant. 

Dorsulum nitidum in medio tenuiter sparseque punctatum, antice et in 
lateribus laeve. Lineae duae impressae caput versus divergentes in mesonoto 
evidentes. Scutellum evidentius densiusque punctatum quam mesonotum. Meta- 
sterni furca posterior ramis parallelis. Petioli basis duplo plus distat a seg- 
mento sequenti quam a metanoto. Petiolus subdense atque variolose punctatus. 
Metatarsus evidenter longior quatuor articulis ceteris. — Nigra; facies, scapus 
pedesque quatuor anteriores lufescentes. 

Gesiclitstheil zwischen der Fühlerinsertion und Kieferbasis flach, mit 
seichter, ziemlich dichter Punktirung. Schläfe und Wangen mit seichter, gegen 
die Kiefer hin mit weniger dichter Punktirung. Stirne und Scheitelgegend sehr 
dicht und deutlich punktirt. Wangen so lang wie der Fühlerschaft. Die 
Fühlerinsertion liegt in einer Geraden, welche die Netz äugen wenig 
unterhalb der Mitte durchschneidet. Stirne flach. Fühlerschaft 
so lang wie das erste und das zweite Geisseiglied zusammen, das 
zweite Geisselglied doppelt so lang wie das erste, drittes Geissei- 
glied nahezu so lang wie der Schaft. Innere Netz augenrän der parallel. 
Hintere Nebenaugen vor der Geraden, welche man sich durch den Hinterraud der 
Netzaugen gezogen denkt. Abstand der hinteren Nebenaugen von den Netzaugen 
gleich der Länge des ersten Geisseigliedes, Abstand derselben von einander 
rSmal so gross wie das erste Geisselglied. 

Dorsulum stark glänzend^ mit seichten zerstreuten Punkten, seitlich und 
vorne glatt. Die divergirenden (zwei) Linieneindrücke auf dem Meso- 
notum sehr deutlich ausgeprägt. Sie biegen vorne nach auswärts um und 
laufen dann längs des Randes hin bis zum Schildchen. Schildchen dichter und 
tiefer punktirt als das Mesonotum. Mesopleuren in der gegen die Fühlerbasis hin 
gelegenen Hälfte vollkommen glatt und stark glänzend, in der unteren Hälfte 
schwach glänzend, mit wenigen zerstreuten, sehr seichten Punkten. Metapleuren 
mässig dicht punktirt. Hinterer Fortsatz des Metasternum mit paral- 
lelen Gabelästen. Abdominalstiel doppelt so lang wie der Abstand 
seines Ursprungs vom Schildchen, mit mässig dichter, narbiger 
Punktirung. Hinterhüften unten deutlich und dicht, oben undeutlich und zer- 
streut punktirt. Der längere Sporn der Hintertibien reicht ein wenig über das 
erste Drittel des ersten Tarsalgliedes, welches deutlich länger ist als die 
vier übrigen Tarsaiglieder zusammen. Tarsen und Schienen der 
Hinterbeine nicht bedornt. Mi tt el- und Hinter hü ften um die Länge 
der Hinterhüften von einander entfernt. 

Allgemeine Färbung schwarz; Gesicht in veränderlicher Ausdehnung blass- 
gelb wie der Fühlerschaft und die vier Vorderbeine. Fühlergeissel dunkelbraun. 
Flügel schwach angeraucht (Taf. I, Fig. 3). 

Reg. V. Subreg. 2. Brasilien, Blumenau (Hetschko). 

4* 



28 



August Schletterer. 



JEvania Maximiliani n. sp. 

cf. Long. 5 mm. Caput nitidulum et coriaceum. Regio clypearis plana. 
Genae duplo longiores quam flagelli articulus primus. Frons plana. Antennae 
pauUim subtus medium oculorum insertae. Scapus longitudine flagelli articuU 
primi unacum secundo. Flagelli articulus secundus triplo longior primo, tertius 
longitudine secundo aeqiidlis. Margines oculorum interni paralleli. Ocelli 
posteriores ab oculis distant flagelli articuli primi longitudine, inter se duplo 
plus distant quam longitudine flagelli articuli primi. 

Dorsulum laeve et nitidum. Lineae duae impressae divergentes in meso- 
noto conspicuae. Scutellum nitidulum et variolose punctatum. Metasterni Pro- 
cessus posterior furculam forraans ramis parallelis. Basis petioli duplo plus 
a segmento sequenti distat quam a metanoto. Meiatarsus paulo brevior quatuor 
articulis ceteris. — Nigra, 

Kopf lederartig und giäuzeüd. Der zwisclieu der Kieferbasis und der Fühler- 
insertion gelegene Gesichtstheil flach mit einer höckerigen Erhabenheit in der 
Mitte. Von der Fülilerinsertion lauft bis gegen die Kiefer hin eine deutlich sicht- 
bare bogenförmige Rinne. Wangen reichlich doppelt so lang wie das erste 
Geisseiglied. Schläfe in ihrem ganzen Verlaufe gleich breit. Stirne flach. 
Fühl erinsertion i n einer G er aden, welche die Netzaugen ein wenig 
vor der Mitte schneidet. Fühlerschaft so lang wie das erste und 
zweite Geisseiglied zusammen. Das zweite Geisseiglied dreimal 
so lang wie das erste, das dritte gleich dem zweiten. Innere Netzaugen- 
ränder parallel. Hintere Nebenaugen in der Geraden, welche man sich durch 
den Hinterrand der Netzaugen gezogen denkt. Abstand der hinteren Nebenaugen 
von den Netzaugen gleich der Länge des ersten Geisseigliedes. Der gegenseitige 
Abstand der hinteren Nebenaugen ist doppelt so gross wie das erste Geisselglied- 

Dorsulum glatt und glänzend. Die zwei divergirenden Linienein- 
drücke auf dem Mesonotum sind deutlich ausgeprägt. Schildchen 
narbig punktirt und glänzend. Mesopleuren nächst der Flügelbasis und dem 
Ursprünge der Beine glatt, in der Mitte punktirt. Metapleuren punktirt. Die 
Punktirung geht gegen das Mittelsegment in netzartige Sculptur über. Hinterer 
Fortsatz des Metasternum mit parallelen Gab elästen. Mittelsegment 
oben zwischen dem Metanotum und dem Ursprung des Petiolus tief punktirt. 
Petiolus doppelt so lang wie der Abstand seines Ursprungs vom 
Metanotum, glatt und glänzend. Hinterhüften glatt und glänzend. Der 
grössere Schienensporn der Hinterbeine reichlich so lang wie ein Drittel des 
ersten Tarsaigliedes. Letzteres ein wenig kürzer als die vier übrigen 
Tarsalglieder zusammen. Tarsen und Schienen der Hinterbeine 
nicht bedornt. Mittel- und Hinterhüften einander ziemlich nahe- 
gerückt, 

Schwarz; Fühler und Beine braun, Flügel hyalin (Taf. I, Fig. 1). 
Reg. V. Subreg. 3. Mexico, Orizaba (Bilimek). 



Ueber die Hymenopteren-Gattung Evania Fabr. 



29 



Evania minor ii. sp. 

cf. Long. 4 mm. Caput nitidim, dense et suhtiliter punctatum. Regio 
clypearis plana. Genae vix longitudine scapi. Frons impressa. Ante anten- 
narnm insertionem carina arcuata transversalis. Int er antennas carina tenuis 
longitudinalis. Antennae in medio oculorum insertae. Scapus longitudine 
flagelU articuli primi unacum secundo. Flagelli articulus secundus quintuplo 
longior primo, tertius quadruplo longior primo. Margines oculorum interni 
pardlleli. Ocelli posteriores inter se et ah ocuUs longitudine flagelli articuli 
primi distant. 

Dorsulum laeve et nitidum. Scutellum nitidum in medio laeve, in late- 
rihus rugosulum. Lineae duae impressae divergentes in mesonoto conspicuae. 
Furca metasterni posterior ramis parallelis. Basis petioli a segmento sequenti 
vix duplo plus quam a metanoto distat. Petiolus longitudinaliter striolatus. 
Metatarsus posterior evidenter hrevior quatuor articulis ceteris. — Nigra. 

Affinis E. minutae. 

Kopf glänzend, mit dichter feiner Punktirung. Gesichtstheil zwischen der 
Fühlerinsertion und Kieferbasis flach, in der Mitte mit einer schwachkantigen 
Längserhebung, welche sich als schwacher Kiel zwischen den Fühlern 
fortsetzt. Wangen kaum so lang wie der Fühl er schaft. Unmittelbar 
vor den Fühlern eine quergestellte, wallartige Bogenerhebung. 
Fühlerinsertion in einer Geraden, welche die Netzaugen in der 
Mitte schneidet. Von der Fühlerinsertion laufen nach vorne gegen die Kiefer- 
basis hin zwei bogenförmig convergirende Rinnen. Fühler schaft so lang 
Wiedas erste und zweite Geisseiglied zusammen. Zweites Geissei- 
glied ungefähr fünfmal so lang wie das erste, drittes ungefähr 
viermal so lang wie das erste. Innere Netzaugenräuder parallel. Die hinteren 
Nebenaugen liegen in der Geraden, die man sich durch den Hinterrand der Netz- 
augen gezogen denkt. Abstand der hinteren Nebenaugen von einander und von 
den Netzaugen gleich der Länge des ersten Geisseigliedes. 

Dorsulum glatt und glänzend. Schildchen glänzend und glatt, seitlich 
runzelig. Die zwei divergir enden Linieneindrücke auf dem Mesonotum 
deutlich sichtbar. Mesopleuren zunächst der Flügelbasis glatt und glänzend, 
unten mit breiten, seichten Punkten, fast netzartig. Metapleuren fein runzelig. 
Hinterer Fortsatz des Metasternum mit nahezu p arallelen Gab el- 
ästen. Mittelsegment durchaus netzartig sculpturirt. Petiolus kaum doppelt 
so lang wie der Abstand seines Ursprungs vom Metanotum und 
längsgestrichelt. Hinterhüften fein lederartig. Der längere Schienensporn der 
Hinterbeine nahezu halb so lang wie das erste Tarsalglied, welches letztere 
deutlich kürzer ist als die vier übrigen Tarsalglieder zusammen. 
Tarsen und Tibien der Hinterbeine nicht bedornt. Mittel- und 
Hiuterhüften einander nahe gerückt. 

Schwarz; Vorderbeine gelblichbraun, Fühler und die vier Hinterbeine 
dunkelbraun. Flügel schwach angeraucht (Taf. I, Fig. 1). 



30 



August Schletterer. 



Von der ihr nahestehenden E. minuta dadurch unterschieden : Stirne ein- 
gedrückt (nicht gewölbt); Fühlerschaft so lang wie die ersten zwei Geisseiglieder 
zusammen, zweites uud drittes Geisselglied viel länger als das erste (nicht gleich 
lang), hintere Nebenaugen von einander und von den Netzaugen gleich weit ent- 
fernt, Dorsulum glatt, das erste hintere Tarsalglied deutlich kürzer als die vier 
übrigen Tarsaiglieder zusammen. 

Reg. V. Subreg. 2. Brasilien, Macahe. (Coli. Winth.) 

Evania minuta Fabr. 

cf, 9. Long. 3— 4 mm. Caput evidenter denseque punctatum. Begio 
clypearis convexiuscula. Frons fortiter convexa. Genae scapi longitudine. 
Äntennae paululum subtus medium oculorum insertae. Scapus tribus articulis 
sequentibus longitudine fere aequalis. Flagelli articulus primus, secundus et 
tertius longitudine aequales. Margines oculorum interni paralleli. Oeelli po- 
steriores flagelli articuli primi longitudine ab oculis, fere longitudine articuli 
primi unacum secundo inter se distant. 

Dorsulum et seutellum fortiter convexa tenuiter et evidenter punctata. 
Lineae duae impressae divergentes in mesonoto conspicuae. Metasterni furca 
posterior ramis parallelis. Petioli basis duplo plus a segmento sequenti quam 
a metanoto distat. Petiolus subtiliter longitudinaliter striolatus. Metatarsus 
quatuor ceteris articulis longitudine aequalis. — Nigra. 

Äffinis E. minori, ruficipi et aztekae. 

Gesichtstheil zwischen der Fühlerinsertion und der Kieferbasis schwach 
gewölbt, mit zwei rinnenförmigen Vertiefungen, welche sich von der Fühler- 
insertion zur Kieferbasis hinziehen. Kopf dicht und deutlich punktirt. Wangen 
so lang wie der Fühlerschaft. Stirne deutlich gewölbt, nicht flach 
oder eingedrückt. Fühlerinsertion in einer Geraden, welche die Netz- 
augen ein wenig vor der Mitte schneidet. Fühlerschaft deutlich 
länger als die zwei ersten Geisselglied er mitsammen, fastsolangwie 
die drei ersten Geisseiglieder. Die drei ersten Geisseiglieder sind 
ungefähr gleich lang (das erste Geisselglied sehr wenig kürzer als 
das zweite). Die inneren Netzaugenränder sind parallel. Die durch den Hinter- 
rand der Netzaugen gezogen gedachte Gerade berührt auch die hinteren Neben- 
augen. Abstand der hinteren Nebenaugen von den Netzaugen so gross wie die 
Länge des ersten Geisseigliedes, der gegenseitige Abstand der hinteren Neben- 
augen nahezu so gross wie die Länge der zwei ersten Geisselglieder mitsammen. 

Dorsulum und Schildchen stark gewölbt, mit seichter, aber noch deutlicher 
Punktirung. Die zwei divergirenden Linieneindrücke auf demMeso- 
notum deutlich ausgeprägt. Die Mesopleuren fein runzelig; die Metapleuren 
gitterig punktirt. Gabeläste des hinteren Metasternalfortsatzes pa- 
rallel. Mittelsegment von den Metapleuren beiderseits durch eine 
tiefe Rinne geschieden, oben zwischen dem Ursprung des Hinterleibsstieles 
und dem Metanotum dicht punktirt. Hinterleibsstiel doppelt so lang wie 



Ueber die Hymenopteren-Gattung Evania Fabr. 



31 



der Abstand seines Ursprungs vom Metanotum und fein längsge- 
strichelt. Hinterhüften glatt. Der längere Sporn der Hinterschienen reichlich 
halb so lang als das erste Tarsalglied; dieses so lang wie die vier übrigen 
Tarsaiglieder zusammen.^) Tarsen und Schienen der Hinterbeine 
nicht bedornt. Mittel- und Hinterhüften einander nahe gerückt. 

Schwarz; Beine in allen Nuancen vom Schwarz bis zum Eostgelb. Flügel 
hyalin (Taf. I, Fig. 3). 

Von E. rnficeps dadurch unterschieden: Stirne gewölbt (nicht flach); 
die zwei divergirenden Linien auf dem Mesonotum deutlich sichtbar. Mesopleuren 
fein runzelig, nicht vollkommen glatt. Metapleuren gitterig puuktirt. Abdomiual- 
stiel länger. Kopf rostgelb. 

Reg. I. Subreg. 1. et 2. Reg. V. Subreg. 2. et 4. 

Nieder- Oesterreich (Lindkogel bei Baden, Mödling [Kollar], Hainfeld, 
Piesting [Tschek]); Westphalen, Stolberg (M ei gen); Schweden, Frankreich 
(Paris), Ligurien, England, S. Domingo, Brasilien. 

Evania Jaeviuseula Spin., Gay, Hist. fis. y polit. de Chile, VI, 554, 1851. 

„jB. omnino nigra, capiie, ihorace, metathorace exceptus laeviusculis. Long. 2 lin. ^/j. 

Esta especie enteramente negra, es muy parecida ä la E. minuta, perses una vez y media 
mas grande, es decir que tione dos lineas y media de largo, y su cabeza y el törax, excepto el 
metatörax, son tan brunidos como en la E. Gayi, mientras que en la E. minuta son mates y 
visiblemeute puntuados. Les alas son, como en esta ultima especie, transparentes, blancas y ribe- 
teadae de negro solo en la base. EI metatörax es puntuado, pero de un modo mas lijero quo en 
la E. Gayi. 

Se halla en la provincia de Concepcion." 

Evania nigricornis Fab., Syst. Piez., 179, 1804. 

„E. atra, aidomine pdiolo aj/ice testaceo. 
Hab. in Amtrica. 

Paulo minor praecedentibtts (E. appendigaster et compressa) at ejusdem staturae. Corpus 
totum atrum, peiiolo apice testaceo. Tibiae anticae iestaceae.''' 

Evania nobilis VTestw., Trans. Ent. Soc. Lond., N. ser., I, 215, 1850. 
^Ferruginea, grosse punctata; capite nigro punciato, carina tenuissima faciei, antennis e 
abdomine nigris, pedibus anticis piceo-castaneis, posticis nigris. 

Long. corp. lin. 5, exp. alar. antic. Un. 9. Hab. in Brasil. 

Clypeus laevis, linea tenui curvata impressa (e latere interno antennarum ad os ducta) e genis 
separaius. Antennae longae, crassae, 13-articulatae, articulus 3 et 4 subtus piceo-rußs. Mandibulae 
nigrae; palpi lutei. Thorax ferrtiginetis punctatus, metanoto areolato. Abdomen nigrum, lateribus 



1) Westwood 's Besclireibung von Evania Brullei (Trans. Ent. Soc. Lond., N. ser., p. 216, 
1850) passt ganz genau auf E. minuta. Dasselbe ist fast ebenso der Fall mit der Beschreibung 
von Brachygasfer Servillei in Gu er in 's Kev. zool., p. 335, 1843. Als synonym mit E. minuta be- 
trachte ich ferner Evania fulvipes, welche Curtie in Brit. Ent., VI, Taf. CCLVII, 1829, abge- 
gebildet und Stephens in III. Brit. Ent., VII, p. 119, 1835, beschrieben hat, endlich Brachy- 
gaster rufipes, Brülle, Hist. Nat. Ins. Hym., IV, p. 328, 1846, welche nur auf Grund der heller 
gefärbten Beine als von E. minuta verschiedene Arten beschrieben worden sind. Wie bei E. appen- 
digaster, so hatte ich auch bei E. minuta Gelegenheit, mich an zahlreichen Exemplaren zu über- 
zeugen, dass die Färbung der Beine von Schwarz bis zum Kostgelb durch alle Uebergänge ver- 
mittelt ist. Mit Evania rufipes Fabr., Syst. Piez., 179, Nr. 6, 1804, ist E. minuta nicht synonym. 



32 



August Schletterer. 



pedunculi rugosis; valde compressum, supra curvatum, suhfus angulatum, Pedes 2 antici lutescenii- 
ru/escenfes, coxis omnihus lutescentibus ; femoribiis iniermediis pedibusque posticis nigris. Yenaa alanim 
ut in E. principz dispositae,^ 

Evania Paraensis Spin., Mem. Accad. scienze Turin., XIII, 27, 1853. 

„E. ant&nnarum flagdlo fusiformi, capite thoraceque reiiciilaio-rugosis, nigra mesothoracis 
dorso pedibusque anierioribus rubris. 

Long. 7 mm. Lat. prope originem älarum 3 mm. 

. Aniennae corpore breviores, crassiusculae, flagello fusiforme 12-articula(o, articulis 1 — 4 
basi abrupte coarctatis, reliquis minus distindis, 5 — 8 gradatim magnitudine acutis, sequentibus contra 
sensim decrescentibus, ultimo obtuso. Caput thoracisque dorsum reticulato-rugosa, metatJiorace lafius 
reticulüto, pleuris sternoque laevigatis. Abdomen laeve, longe petiolatum et post petiolum lateralifer 
compresso ut in Evania appendigastra : petiolo, dimidiae abdominis longitudinis, recto, supra longi- 
tudinaliter trisulcato. Alae hyalinae, ncrvis fuscis, superiorum cellulis ut in Evaniis proprie dictis, 
radiali unica mediae magnitudinis semi-ovata et ab alae apice longe remota; cubitalibus adhuc discer- 
nendis at obsoletioribus, tertia incompleta. Color ut in diagnosi. 

Un male, femelle inconnue. Getto espece inödite se rapproche par la forme de ses an- 
tennes de quelques especes du G. Hyptia III. ou Brachygaster Leach., dont le type a ötö VEvania 
miniita Fab. Elle s'en eloigne beaucoup par l'innervation de ses alles supörieures qui est celle 
des Evanies proprement dites." 

Evania perfida Westw., Trans. Ent. Soc. Lond., N. ser., I, 216, 1850. 

„Nigra, punctata, metanoto valde declivi, areolato et profunde impresso ; pedibus fulvis , tarsis 
Omnibus tibiisque duabus posticis nigris. 

Long corp. lin. 2^1^. Hab. in Terra Van Diemenii. 

Tota nigra, capite et tliorace valde punctatis, metanoto areolato. Pedunculus brevis, punctatus. 
Abdomen dorso arcuato, venire recto, basi truncato, apice oblique. Antennae in medio faciei inter 
medium oculorum positae. Alae mihi desunt.^^ 

Evania jpetiolata Fab., Suppl. Ent. Syst., 242, 1798. 

„E. flavescens abdomine petiolato brevissimo dorso imposito atro. 
Hab. in Americae insulis. 

Statura et magnitudine E. minutae. Antennae nigrae. Caput flavescens, cinereo pubescens. 
Thorax flavescens scutello atro. Abdomen jjetiolatum, compressum, brevissimuvi, atrum petiolo elongato, 
flava. Pedes flavi geniculis nigris.''^ 

Evania (Hyptiani) Poeyi Guer., Rev. zool., 335, 1843. 
Long. 5 mm. 

„E. rubro-fulva; antennis longioribus capite thoraceque, rectis tenuibus; abdomine nigro, 
pediculo fulvo ; pedibus anticis fulvis, femoribiis antice, tibiis tarsisque fusco-nigricantibus, intermediis 
fuscis, femoribus ad basin fulvo tinctis ; posticis nigris, coxis in medio rubris; capite thoraceque for- 
titer punctatis, hoc postice reticulato albicante tomentoso ; abdomine nigro, laevigato, nitido."' 

Evania princeps Westw. 

9- Long. 13 mm. Regio dypearis convexiuscula et grossissime longi- 
tiidinaliter sulcata. Frons et Vertex irregularibus sulcis. Genae longitudi- 
naliter sulcatae, tempora irregulariter sulcata et fortiter puhescentia. Frons 
impressa. Genae dimidio breviores quam scapus. Antennae multum suUus 
medium oculorum insertae. Scapus longitudine flagelU articuli primi unacum 
secundo. FlagelU articulus seeundus evidenter quintuplo longior primo, tertius 
articulus quadruplo longior primo. Oculorum margines interni parallele Ocelli 



Ueber die Hymenopteren-Gattung Evania Fabr. 



33 



ah oculis vix cUstant longitudine flagelli articuli primi, inter se duplo plus 
distant quam flagelli articuli primi longitudine. 

Dorsulum, scutellum et vietanotum grossissime rugosa et in rugis vario- 
lose punctata. Lineae duae impressae divergentes in mesonoto inconspicuae. 
¥urca metasterni posterior ramis parallelis. Segmentum medianum profunda 
sutura crenulata a metapleuris divisum. Basis petioli a segmento sequenti 
duplo plus distat quam a metanoto. Petiolus omnino laevis et nitidus. Meta- 
tarsus longitudine articulorum quatuor ceterorum. — Nigra, fortiter pubescens. 

Afßnis E. eximiae. 

Gesichtstheil zwischen der Fühlerinsertion und der Kiefer"basis schwach 
gewölbt und sehr grob längsgefurcht. Die Längsfurchung geht hinter den Fühlern 
in der Gegend der Nebenaugen in unregelmässige Kanzelung über. Wangen 
längsrunzelig, Schläfe unregelmässig gerunzelt und auffallend stark pubescirt. 
Wangen und Schläfe halb so breit wie der Fühlerschaft. Vom Innen- 
rande der Netzaugen läuft nach vorne eine bogenförmige Kante bis zur Kiefer- 
basis. Stirne grubig eingedrückt. Fühlerschaft so lang wie das erste 
und zweite Geisselglied zusammen. Zweites Geisseiglied fünf- bis 
sechsmal so lang als erste, drittes Geisselglied viermal so lang wie 
das erste. Fühlerinsertion in einer Geraden, welche die Netzaugen 
nahe dem Vor derrande schneidet. Innere Netzaugenränder parallel. Die 
hinteren Nebeuaugen liegen so, dass die durch den Hinterrand der Netzaugen 
gezogen gedachte Gerade den Hinterrand der Nebenaugen berührt, nicht durch- 
schneidet, wie z. B. bei E. appendigaster, striata und dimidiata. Abstand der 
hinteren Nebenaugen von einander doppelt so gross als das erste Geisselglied. 
Abstand derselben von den Netzaugen ein wenig kleiner. 

Dorsulum, Schildchen und Metanotum sehr grobrunzelig und in den Kunzein 
narbig punktirt. Die mittleren divergir enden und seitlichen parallelen 
Linienein drücke auf dem Metanotum undeutlich, doch noch bemerkbar. 
Die Mesopleuren nächst der Flügelbasis vollkommen glatt und stark glänzend, 
nach unten mit scharf gestochenen Paukten dicht besetzt, die Metapleuren grob 
und dicht punktirt. Hinterer Fortsatz d es Metastern um mit parallelen 
Gabelästen. Mittelsegment durch eine tiefe Grube von den Meta- 
pleuren geschieden. Das Mittelsegment ist zwischen dem Metanotum und 
dem Ursprung des Abdominalstieles grob und unregelmässig gerunzelt. Ab- 
dominalstiel doppelt so lang wie der Abstand seines Ursprungs 
vom Metanotum, schwach runzelig und stark glänzend. Hüften der 
Hinterbeine vollkommen glatt und glänzend. Der längere Sporn der Hintertibien 
reicht wenig über das erste Drittel des ersten Tarsaigliedes hinaus. Erstes 
hinteres Tarsaiglied so lang wie die vier übrigen Tar salglieder 
zusammen. Tarsen und Tibien der Hinterbeine auffallend stark 
bedornt. Mittel- und Hinterhüften nur um die Hälfte der Länge 
der Hinterhüften von einander entfernt. 

Schwarz und stark pubescent. Flügel angeraucht (Taf. I, Fig. 2). 

Z. B. Ges. B. XXXVI Abb 5 



34 



August Schletterer. 



Von E. eximia verschieden durch die grobe Längsfurchung und Runzelung 
des Kopfes, die grubig eingedrückte Stirne, durch die geringere Länge der Wangen, 
durch die verhältnissmässige Länge der drei ersten Geisselglieder und den schwach 
runzeligen HinterleibstieL Ferner befindet sich die Fühlerinsertion nahe dem 
Vorderrande der Netzaugen. 

Reg. VL Subreg. 2. Neu-Holland. 

Evania pygniaea Fab., Syst. Piez , 180, 1804. 

„E. ahdominis petiolo elongato, capite thoracisque anfico rufis. 
Hah. in America meridionali. 

Minuta. Caput rufum vertice antennisque nigris. Thorax antice rufus, postice niger. Ab- 
domen breve, compressum, atrum petiolo elongato dorso tlioracis imposito, rufo. Pedes nigri.*^ 

Evania (Hyptia) retictilala Say, Journ. Nat. Eist. Soc. Boston, I, 223, 1836. 

„Black, first Joint of the antennae and anterior pairs of feet piceous. Inhab. Indiana, 

Body black, reticulate with large punctures; antennae not longer than the trunk, with 
close set subequal joints; first Joint sulclavate, piceous, longest; second Joint not longer than 
broad, shortest, about half the length of the third; punctures on the posterior face of the meta- 
thorax, more dilated than those of the thorax ; wings hyaline, nervures fascous ; petiole about as 
long as the abdomen punctured; abdomen orbicular, polished, unpunctured; feet, two anterior 
pairs, piceous. 

Length about one at fifth of an inch." 

Evania ruficaput Dewitz, Berlin. Zeitschr., XXV, 205, Taf. V, Fig. 7, 1881. 

„Kopf und vordere Hälfte der Brust rothbraun, hinterer Theil der Brust und Hinterleib 
schwarz. Länge ohne Fühler 0*006 m., Spannweite der Flügel 0*013 m. 

Kopf, Vorder- und Mittelbrust rothbraun, runzelig, Hinterbrust schwarz, netzförmig ge- 
gittert. Am vorderen Theile des nicht stark grau behaarten Gesichtes zeigt sich jederseits ein 
nach vorne zu convergirender Längseindruck und unmittelbar vor den schwarzen Fühlern ein 
kleiner Höcker. Die beiden nach hinten zu convergireuden Rinnen des Mesonotums deutlich aus- 
geprägt. Tegulae rothbraun. Flügeladern schwarz, ebenso die Beine. Unterschenkel und Fuss 
des ersten Beinpaares auf der Unterseite bräunlich. Hinterhüften runzelig quergerieft ; Hinterleib 
schwarz, ohne Sculptur; Stiel von der Länge des beilförmigen Theiles. Portorico." 

Evania ruficeps Shuck. 

9 . Long. 3 mm. Regio dypearis convexiuscula suhdense punctata. 
Frons plana. Genae et praesertim frons et Vertex magis conspicuis et pro- 
fundis punctis. Genae longitudine flagelli articuli primi. Antennae paululum 
subtus medium oculorum insertae. Scapus tribus articulis sequentibus longi- 
tudine aequalis. Flagelli articulus secundus longitudine aequalis tertio, primus 
articulus vix brevior secundo et tertio. Oculorum margines interni parälleli. 
Ocelli posteriores vix longitudine flagelli articuli primi ab oculis, sesqui plus 
quam flagelli articuli primi longitudine inter se distant. 

Dorsulum fortiter convexum conspicuis punctis et sine lineis duabus 
diver gentibus. Scutellum evidenter punctatum. Metasterni furca posterior 
ramis parallelis. Segmentum medianum sutura conspicua crenulata a meta- 
pleuris divisa. Petioli basis a segmento sequenti fere aeque distat quam a 
scutello. Petiolus striolatus. — Caput luteo-rufum; thorax niger lutescens. 



lieber die Hymenopteren-Gattung Evania Fabr. 



35 



Gesichtstheil zwischen der Fühlerinsertion und Kieferbasis massig gewölbt 
wie bei E. minuta und massig dicht punktirt. Vom Innenraude lauft parallel 
mit ihm beiderseits ein bogenförmig nach vorne convergirender Linieneindruck 
mit einer deutlichen Punktreihe. Stirne flach. Wangen und besonders Stirne 
und Scheitel deutlicher und tiefer punktirt als das Gesicht. Wangen so lang 
wie das erste Geissei gl ied. Fühlerinsertion in einer Geraden, welche 
dieNetzaugen ein wenig vor derMitte schneidet. Fühlerschaft so 
lang w ie die drei ersten Geisselglieder mitsammen. Das zweite und 
dritte Geisseiglied gleich lang, das erste kaum kürzer. Innere Netz- 
augenränder parallel. Hintere Nebenaugen vor der Geraden, welche man sich 
durch den Hinterrand der Netzaugen gezogen denkt. Abstand der hinteren 
Nebenaugen von den Netzaugen kaum so gross wie die Länge des ersten Geissei- 
gliedes. Abstand der hinteren Nebenaugen von einander 1*5 mal so gross als das 
erste Geisselglied. 

Dorsulum stark gewölbt und ohne divergirende Linieneindrücke. 
Schildchen stark gewölbt und wie das Dorsulum deutlich punktirt. Meso- 
pleuren vollkommen glatt und glänzend. Metapleuren undeutlich punktirt. 
Hinterer Fortsatz des Metasternum mit parallelen Gabelästen. 
Mittelsegment oben zwischen dem Ursprung des Abdominalstieles und dem Meta- 
notum gitterig punktirt und durch eine deutliche gekerbte Rinne von 
den Metapleuren geschieden. Hüften glatt und glänzend. Der längere 
Sporn der Hinterschienen erreicht ein Drittel des ersten Tarsalgliedes. Erstes 
hinteres Tarsalglied bedeutend länger (ungefähr Törnal so lang) 
als die vier übrigen Tarsalglieder mitsammen. Hinterleibsstiel 
nahezu so lang wie der Abstand seines Ursp rungs vom Schildchen, 
gestreift und wenig glänzend. Tarsen und Tibien der Hinterbeine 
glatt. Mittel- und Hinterhüften sehr weit von einander gerückt. 
Kopf rostgelb; Thorax schwarz mit der Neigung, sich gelb zu färben. Fühler 
und Beine rostfarben. Flügel hyalin (Taf. 1, Fig. 4). 

Reg. V. Subreg. 2. Brasilien. 

Evania ruficornis Fabr., Syst. Piez., 179, 1804. 

„2S. atra antennis thoraceque rufis. 
Eab. in America meridionali. 

Minuta. Antennae ferrugineae, apice parum nigrae. Caput nigrum. Thorax rufus, imma- 
culatus. Abdomen compressum, petiolatum, thoraci imposiium, atrum immaculatum. Pedes rufi, postici 
elongati, nigri."^ 

Myptia rufipecUis Dewitz, Berlin. Zeitschr., Bd. XXV, 205, Taf. V, Fig. 8, 1881. 

„Schwarz ; Pro- und Mesothorax oben und an den Seiten rothbraun, ebenso ein Fleck auf 
dem Metathorax an der Basis des Stieles. Länge ohne Fühler 005 m., Spannweite der Flügel 0*009 m. 

Kopf schwarz, dicht grau behaart; Pro- und Mesothorax runzelig, rothbraun, Unterseite 
schwarz, Tegulae rothbraun, Metathorax netzförmig gegittert, schwarz mit rothbraunera Fleck an 
der Basis des Stiels, Hinterleib und Stiel schwarz ; letzterer sehr fein behaart, etwas länger als 
der beilförmige Theil; Fühler und Beine schwarz, vordere theilweise bräunlich. Portorico." 

5* 



36 



August Schletterer. 



Evania rufipes Fabr., Syst. Piez, 179, 1804. 

„iE. atra thoracis dorso pedibusqiie anticis rufis. Hab. in America meridionali. 

Sfatura parva praecedentis (E. petiolata). Änfennae nigrae, articulo rufo. Caput nigrum, 
immaculatum , thorax afer dorso obscure rufo. Abdomen compressum, nitidum, atrum, petiolo obscu- 
riore. Pedes quatuor antici rufi, postici nigri.'"'' 

Evania semirtibra Cress., Proc. Ent. Soc. Philadelph.. IV, 8, 1865. 
„Rufous; antennae, four posterior legs, except coxae and the abdomen, blacks; wings hyaline. 
Q. Head rufous; ant^nae as long as the body; entirely blacks. Thorax entirely 
rofous, metathorax transversely rugose ; tegulae rufous. Wings hyaline; nervures and stigma black. 
Legs black; all the coxae and the anterior le^s, somewhat obfuscated exteriorly, rufous. Abdomen 
ovate securiform Q, very much compressed, shining, black; petiole slender, as long as the 
rest of the abdomen. Length 4 lines; expanse of wings 8 liues." 

Evania sericans Westw., Trans. Ent. Soc. Lond., N. ser., I, 215, 18.50. 

„Nigra valde sericea, thorace rufo, mesosterno in medio nigra, metasterno vix furcalo ; an- 
iennis pedibusque longis nigris, tibiis tarsisque anticis piceis. 

Long. corp. lin. 37^, exp. alar. lin. 6. King George's Sound in Australia. 

Caput nigrum, antice convexum, pro receptione scapi antennarum haud impressum, rugosum, 
facie lateribusque pone oculos serieeis, Antennae vix siibtus medium oculorum insertae, longae (fere 
longitudine totius corporis aequales), ornnino nigrae, scapo brevi. Palpi lufei. Thorax ferruginms, 
rnesosferno tantum in medio nigro, valde scaber, mefathoracis lateribus areolatis, lateribus parteqxie 
postica (pro receptione pedunculi abdominalis cahaliculafa) serieeis. Metasternum minimwn, apice 
fisso. Petiolus abdominis piceus, oblique striatus. Abdomen parvum, compressissimum, elongato-ovale, 
articulo basali subtus in angulum producta, lateribus versus dorsum serieeis. Alae hyalinae venis 
distinctis, areola marginali subsemi-ovali, apice infero eurvato nec angulato. Pedes longi, nigri; 
tibiae et tarsi antici picei."' 

Evania sericea Cameron, •) Trans. Ent. Soc. Lond., 191, 1883. 

„Black; palpi, knees, anterior tibiae, and tarsi obscurely fuscous. Head and thorax coarsely 
rugose; petiole longitudinally rugose, sraoother at the base ; mesopleura in front smooth, shining, 
impunctate, behind coarsely reticulated; breast covered with large shallow punctures. Coxae 
finely rugose, smooth at base. Posterior femora not much longer than thorax; tibiae and tarsi 
armed with short thick bristles; tarsi not much longer than tibiae, claws apparently simple. The 
head, thorax and lege at the base are closely covered with a white velvety pubescence, which is 
longest at the sides. Abdomen smooth, shining, compressed, shortly pilose at the sides. Antennae 
longer than the body; the apex of scape brownish. Wings hyaline; cubital and discoidal cellules, 
the Upper of which is not at all so broad in proportion to the lower as it is in E. laevigata; the 
trausverse humeral nervure i» interstitial. The mandibles have two short obtuse teeth besides 
the large apical one. Length 7 mm. 

This Speeles is apparently most nearly allied to E. tasmanica Westw., bat the present 
Speeles has not the face longitudinally striated. — Hab. Oahu and Hawaii." 

Evania soror n. sp. 

Q . Long. 6 mm. Regio chjpearis convexiuscula. Caput densissime punc- 
tatum. Puncta quadriseriatim temporibus insertae. Genae longitudine scapi. Frons \ 
suhimpressa. Antennae in medio oculorum insertae. Scapiis longitudine tribus 
articulis sequentibus aequalis. Flagelli articulus secundus duplo longior primo, 
tertius sesqui longior primo. Oculorum margines interni clypeum versus paii- 
lulum divergentes. Ocelli posteriores ab oculis sesqui plus distant quam flagelli 
articuli primi longitudine, inter se evidenter duplo plus distant quam flagelli 
articuli primi longitudine. 



1) Nahestehend der E. eximia n. sp. und Westwood's E. tasmanica. 



Ueber die Hymenopteren-Gattung Evania Fabr. 



37 



Dorsulum et scutellum profunde denseque punctata. Lineae duae im- 
pressae divergentes in mesonoto conspicuae. Metasterni furca posterior ramis 
parallelis. Basis pctioli a scutello paido minus distat quam a segmento se- 
quenti. Fetiolus in sulcis longitudinalibus subvariolose punctatus. — Nigrai 
dorsulum et scutellum rufa. 

Affinis E. amazonicae. 

Kopf sehr deutlich und dicht punktirt. Die Punkte werden von der Kiefer- 
gegend gegen die Nebenaugen hin tiefer und sind auf den Schläfen in vier Längs- 
reihen angeordnet. Wangen so lang wie der Fühlerschaft. Gesichtstheil 
zwischen der Kieferbasis und Fühlerinsertion mässig gewölbt. Fühle rinsertion 
in einer Geraden, welche die Netzaugen vor der Mitte schneidet. 
Stirne grubig vertieft ohne quergestellte wallartige Bogener- 
hebung unmittelbar vor den Fühlern. Fühlerschaft so lang wie 
die drei ersten Geisseiglieder zusammen. Zweites Geisselglied 
doppelt so lang wie das erste, drittes Geisselglied l*5mal so lang 
wie das erste. Innere Netzaugenränder nach unten schwach divergirend. Die 
hinteren Nebeuaugen liegen vor der Geraden, welche man sich durch den Hinter- 
rand der Netzangen gezogen denkt. Abstand der hinteren Nebenaugen von den 
Netzaugen 15 mal so gross als die Länge des ersten Geisselglied es. Abstand 
der hinteren Nebenaugen von einander reichlich doppelt so gross als die Länge 
des ersten Geisseigliedes. 

Dorsulum und Schildchen tief und dicht punktirt. Die zwei diver- 
girenden Linieneindrücke auf demMesonotum sind noch deutlich 
sichtbar. Mesopleuren gegen den Flügelursprung hin vollkommen glatt und 
glänzend, im untersten Drittel mässig dicht punktirt. Metapleuren mit grossen 
Punkten mässig dicht besetzt und vom Mittelsegment durch eine ganz flache Rinne 
geschieden. Hinterer Fortsatz des Metasternum mit parallelen Gabel- 
ästen. Mittelsegment oben zwischen dem Ursprung des Hinterleibsstieles und dem 
Metanotum mit grober dichter Punktirung. Hinterleibsstiel wenig länger 
als der Abstand seines Ursprungs vom Schildchen und mit narbiger 
Punktirung in Längs furchen. Hinterhüften unten dichter punktirt als oben. 
Mittel- und Hinterhüften mehr als um die Länge der Hinterhüften 
von einander entfernt. Tarsen und Tibien der Hinterbeine glatt. 

Schwarz; Fühlerschaft, Vorderbeine, Thorax und Schildchen rostbraun. 
Flögel hyalin (Taf. I, Fig. 4). 

Die der i/. soror nahestehende E. amazonica unterscheidet sich dadurch 
von ihr, dass sie viel grösser und stark pubescent ist, dass die zwei divergirenden 
Linieneindrücke auf dem Mesonotum fehlen ; durch den auffallend langen (grösseren) 
Sporn an den Hinterschienen und den längsgestrichelten Abdorainalstiel; dadurch, 
dass das Gesicht stärker gewölbt und runzelig punktirt ist, dass die hinteren 
Nebenaugen in der durch den Hinterrand der Netzaugen gezogen gedachten Geraden 
liegen, endlich dass der Abstand der hinteren Nebenaugen nur so gross (nicht 
15 mal so gross) ist wie die Länge des ersten Geisselgliedes. 

Reg. V. Subreg. 2. Brasilien. 



38 



August Schletterer. 



JEvania splendidula Costa Ach,, Notiz. suUa Geo-Fauna Sarda, III, 56, 1884. 

nigra, nitidula, capiie thoraceque fere glabris crebre punctatis, abdominis petiolo subti- 
lissime punctulato ; antennarum articulo tertio vix capitis longitudine ; tibiis tarsisque anferioribus fulvis ; 
alarum vtnis validis nigris, tantum cellulae cubitalis infera et externa pellueidis. Long. 5 mm." 

JEvania striata Smith. 

, 9 • Long. 8 — 10 mm. Begio clypearis välde convexa et conspicue 
striata. Frons profunde impressa striata; Vertex conspicuis densisque punctis. 
Tempora rugoso-punctata. Genae longitudine flagelli articuli primi unacwn 
secundo. Ante insertionem antennarum carina arcuata transversalis. Inter 
antennas carina longitudinalis. Scapus fere longior tribus articulis seguen- 
tibus ($), longitudine flagelli articuli secundi (c^). Flagelli articulus secundus 
evidenter triplo longior primo, tertius evidenter brevior secundo. Oculorum 
margines interni paralleli. Ocelli posteriores inter se et ah oculis duplo plus 
distant quam longitudine flagelli articuli primi. Antennarum insertio multum 
subtus medium oculorum. 

Dorsulum et scutellum profundis densisque punctis. Lineae duae im- 
pressae in mesonoto divergentes inconspicuae. Metanotum evidenter denseque 
punctatum. Furca metasterni posterior ramis divergentibus. Basis petioli 
evidenter minus distat a metanoto quam a segmento sequenti. Petiolus longi- 
tudinaliter rugoso-striatus. Metatarsus posterior longitudine quatuor articu- 
lorum ceterorum. — Nigra. 

Gesichtstheil zwischen der Fühlerinsertion und Kieferbasis ziemlich stark 
gewölbt. Kopf vor den Fühlern deutlich längsgestreift, in der Gegend der Neben- 
augen deutlich punktirt. Schläfe runzelig punktirt. Unmittelbar vor der 
Fühlerinsertion eine quergestellte bogenförmige Kante, welche 
nach vorne eine Ausbuchtung zeigt. Zwischen den Fühlern ist 
ein deutlicher Kiel bemerkbar. Wangen so lang wie die ersten 
zwei Geisseiglieder zusammen. Schläfe breiter als bei E. appendigaster. 
Innere Netzaugenränder parallel. Fühlerinsertion nahe dem Vorder- 
rande der Netzaugen. Stirne stark eingedrückt. Fühlerschaft beim 
Q fast länger als die drei ersten Geisseiglieder, beim cT n^i" so 
lang wie das zweite Geisselglied. Zweites Geisselglied reichlich 
dreimal so lang wie das erste, drittes Geiss elglied deutlich kürzer 
als das zweite. Abstand der hinteren Nebenaugen von einander und von den 
Netzaugen doppelt so gross wie die Länge des ersten Geisseigliedes. 

Dorsulum und Schildchen mit reingestochenen Punkten dicht besetzt. 

Die zwei divergirenden Linieneindrücke auf demMesonotum 
sehr undeutlich. Mesopleuren nächst der Flügelbasis schwach runzelig und 
glänzend, nach unten deutlich und dicht punktirt. Metapleuren mit rein ge- 
stochenen Punkten dicht besetzt. Metanotum dicht und deutlich punktirt. Mittel- 
segment durch eine weniger tiefe Rinne von den Metapleuren ge- 
schieden als hei E. appendigaster. Hin terer Fortsatz des Metasternum 
mit deutlich divergirenden Gabelästen. Mittelsegment oben zwischen 



Ueber die Hymenopteren-Gattung Evania Fabr. 



39 



dem Ursprung des Hinterleibsstieles und dem Metanotum mit dichter, deutlicher 
Punktirung. Hinterleibsstiel deutlich länger als der Abstand seines 
Urs pr ungs vom Metanotum und deutlich längsgerunzelt. Hinterhüfte 
deutlich und dicht punktirt. Der längere Schienensporn der Hinterbeine erreicht 
ein Drittel der Länge des ersten Tarsalgliedes, welches so lang ist wie die 
vier übrigen Tarsaiglieder zusammen. Tarsen und Schienen der 
Hinterbeine nicht bedornt. Mittel- und Hinterhüften nicht ganz 
80 weit von einander entfernt wie bei E. appendigaster. 

Schwarz; Fühlerund Beine schwärzlichbraun bis rostfarben. Flügel stärker 
angeraucht als bei E. appendigaster (Taf. I, Fig. 1). 

Von der ihr an Grösse, Gestalt und Färbung gleichen E. appendigaster' 
schon verschieden durch die Sculptur des Kopfes und Thorax. 

Reg. I, Subreg. 2. Reg. VI, Subreg. 1. 

Frankreich (Montpellier), Italien, Sicilien, Griechenland (Athen), Nauplia, 
Syrien (Gödl), Makassar. 

Evania Tasmanica Westw., Ann. and Mag. Nat. Hißt., VII, 536, 1841.») 
„Nigra punctatissima, fade tenuUer longitudinaliter striata, furca metasterni hrtvi recta petiolo 
striata ^ . 

Long. corp. lin. 4^12, exp. alar. lin 8. Hdb. in Tarra Van Diemenii. 

Tota nigra, rude punctatissima. Facies sub antennarum inserfionem leviter striata. Petiolus 
abdominis striatus. Abdomen compressissimum, trianguläre. Alae liyalinae, area raarginali subovata, 
venis cubitali et discoidali fere obsoleiis. Antennae et pedes nigri. Mandibulae intus obtuse 3-denfatae. 
PaJpi labiales articulo tertio dilatato ovato,^ 

Verzeichniss der bisher beschriebenen Evania' Arten, 

1. Evania amazonica n. sp., 9 Mus. caes. Vindob. 

Beschreibung siehe p. 9. 
Reg. V, Subreg. 2. Brasilia, Irisanga, Provinz S. Paulo (Natter er). 

2. Evania animensis Spin. 

Evania animensis Spin. : Rev. zoolog., 247 1840 

Evania animensis Westw.: Trans. Ent. Soc. Lond., III, 247 . . 1841 
Reg. II, Subreg. 2. Madagascar. 

3. Evania antennalis Westw. 

Evania antennalis Westw.: Trans. Ent. Soc. Lond., III, 244 . . 1841 
Reg. III, Subreg. 1. Bombay. 

4. Evania appendigaster Linne', cT, 9 Mus. caes. Vindob. 

Ichneumon Reaum.: Mem. Hist. Ins., VI, 332, PI. XXXI, Fig. 12 1742 

Ichneumon Appendigaster Linn.: Syst. Nat., Ed. X, T. I, 5G6 . 1758 

Sphex appendigaster Linn.: Syst. Nat., P. II, 943, 12 ... . 1767 
Ichneumon niger De Geer.: Gesch. Nat. Ins., III, Taf. XXX, Fig. 14 

und 15, 385 1773 



Nahestehend der Evania anstralis n. sp. 
*) Zngleich auch ein Verzeichniss der in den Sanimlnngen des k. k. zoologischen Hof- 
Museums in Wien (Mus. caes. Vindob.) befindlichen Arten. 



40 



August Schletterer 



Eüania appendigaster Fabr.: Syst. Ent., 345 . 1775 

Evania appendigaster Fabr.: Spec. Ins., I, 442 ....... 1781 

Evania Appendigaster Fabr.: Mant. Ins., 345 1787 

Sphex Appendigaster YiU.: Linn. Ent., III, PI. VIII, Fig. 11, 221 1789 

Evania Appendigaster Roem.: Gen. Ins., Taf. XXXV, Fig. 7, 58 1789 

Evania flavicornis Oliv.: Encycl. Meth., VI, 453 1791 

Evania appendigaster Oliv.: Encycl. Meth., VI, 453 1791 

Evania laevigata Oliv.: ICncycl. Meth., VI, 453 1791 

Evania appendigaster Fabr.: Ent. Syst., II, P. 1, 192 .... 1793 

Evania appendigaster Panz. : Faun. German., Fase. 62, Fig. 12 . 1799 

Evania flavicornis Panz.: Faun. Gernaan., Fase. 62 1799 

Evania appendigaster Fabr.: Syst. Piez., 178, Q 1804 

Evania fuscipes III.: Ross. Faun. Etrusc, II, 83 1807 

Evania laevigata Latr.: Gen. Crust. et Ins., III, 251 .... 1807 

Evania flavicornis Jur.: Nouv. Meth. Hym. et Dipt., I, 84, PI. VII 1807 

Evania appendigaster Jur. : Nouv. Meth. Hym. et Dipt., I, 84, PI. VII 1807 

Evania appendigaster Gurt.: Brit. Ent., VI, 257 1829 

Evania flavicornis Gurt. : Brit. Ent., VI, 257 1829 

Evania laevigata Gue'r.: Icon. Reg. Ann. Ins., 405, Taf. LXV, 

Fig. 102 1829-1838 (r. 1844) 

Evania appendigaster Eichw.: Zoolog. Spec, P. II, 214. . . , 1830 

Evania fuscipes Nees ab Es.: Hym. Monogr., I, 310, 9 . - . . 1834 

Evania laevigata Nees ab Es.: Hym. Monogr., I, 311 .... 1834 

Evania appendigaster Nees ab Es.: Hym. Monogr., I, 311 . . . 1834 
Evania appendigaster Gue'r.: Icon. Reg. Ann. Ins., 405, Taf. LXV, 

Fig. 1 und 2 1829—1838 (r. 1844) 

Evania flavicornis Steph.: Hl. Brit. Ent., VII, 118 1835 

Evania appendigaster Steph.: Hl. Brit. Ent., VII, 118 ... . 1835 

Evania Desjardini Blanch.: Hist. Nat. Ins., III, 299 1840 

Evania laevigata Spin.: Rev. zoolog., 246, 2 1840 

Evania appendigaster Blanch.: Hist. Nat. Ins., II, 299 .... 1840 

Eoania appendigaster Westw. : Introd. mod. Class., II, 56, Fig. 74 1840 

Evania appendigaster Westw.: Trans. Ent. Soc. Lond., III, 241 1841 

Evania affinis Le Guill.: Ann. Soc. Ent. France, X, 311, <S . • 1841 

Evania affinis Le Guill.: Rev. zoolog. Cuv., 322, cf 1841 

Evania laevigata Guer. : Rev. zoolog., 338 1843 

Evania appendigaster Westw.: Trans. Ent. Soc. Lond., N. ser., I, 213 1850 

Evania laevigata Guer.: Hist. Cubae, VII, 751 1857 

Evania unicolor Say: Ent. Nord-Amer., I, 214 1859 

Evania appendigaster Schmeltz: Verhandl. Ver. Hamburg, 33, 

1871—1874, publ 1875 

Beschreibung siehe p. 10. 
Reg. I. Subreg. 1. et 2. Europa centr. et merid. Reg. II. 
Subreg. 1. 2. et 3. Aegyptia, Suakim, Cap d. g. Hoffnung, 



Ueber die Hynienopteren-Gattung Evania Fabr. 



41 



Mozambique, S. Mauritius, Madagascar. Reg. III. Subreg. 1 
3. et 4. India, Siugap., Coromaudel, Philippinen, Siam, Ben- 
galen. Eeg. IV". Subreg. 3. Nord- Amerika, New- Orleans. 
Reg. V. Subreg. 2. 3. et 4. Brasilien, Mexico, Cuba, Guya- 
quil, Surinam. Reg. VI, Subreg. 1. et 3. Amboiua, Schiffer- 
inseln, Isle de France, Hawaii; Bord der Novara. 

5. Evania ausfralts n. sp., Mus. caes. Vindob. 

Beschreibung siehe p, 12. 
Reg. VI. Subreg. 2. Australia, 

(}. Kvania aztelia u. sp., cT Mu.s. caes. Vindob. 

, Beschreibung siehe p, 14. 
Reg. V. Subreg. 3. Mexico (Stadt). 
7. Evania hicolor Westw. ^) 

Evania (Brachy gaster) bicoloi'W esiw. : Ann. and Mag. Nat. Hist., 536 184 1 



Evania (Brachy gaster) hicolor Westw. : Trans. Ent. Soc. Lond., 

III 246 .. " 1841 

Reg. IV. Subreg. 3. Georgia, Bourke county. 

8. Evania capensis n. sp., Mu;^. caes. Vindob. 

Beschreibung siehe p. 15. 
Reg. II. Subreg. 3. Cap d. g. Hoffnung. 

9. Evania caspia. 

Evania caspia Eichw.: Zoolog. Spec, II, 214 1831 

Reg. I. Subreg. 1. Caspi-See (Baku), 

10. Evania chilensis, 

Evania chüensis Spin.: Rev. zoolog., 189 1842 

Reg. V. Subreg. 1. Chile. 

11. Evania compressa Fabr. 

Evania compressa Fabr.: Syst. Piez., 178 1804 

Reg. IV. Subreg. 3. America merid. 

12. Evania crassicornis Spin. 

Evania crassicornis Spin.: Rev. zoolog., 189 1842 

• Reg. IV. Subreg. 3. Columbia. 

13. Evenia Cubae Gu^r. 2) 

Evania Cubae Gu^r. : Icou. Reg. Anini. Ins., 405, Taf. LXV, 

Fig. 1 und 2 ... • 1829—1838 (r. 1844) 

Evania Cubae Westw.: Trans. Ent. Soc. Lond., III, 242 ... 1841 
Reg. V. Subreg. 4. Cuba. 

14. Evania dimidiata Fabr., c^, 9 Mus. caes. Vindob. 

Evania dimidiata Fabr.: Syst. Piez., 179 1804 

Evania dimidiata Spin.: Ann. Soc Ent. France, T. VII, 439, 9 1838 
Evania dimidiata Spin.: Rev. zoolog., 247 1840 

*) Wahrscheinlich synonym mit Evania rufipes Fabr. 

*) Nach Cresson synonym mit E. laevigv.fn, daher wahrscheinlich ^lei<;h mit E. appen- 

diga-tter. 

Z. B. Ges. B XXXVI. Abh 6 



42 



August Schletterer. 



Bvania Ahyssinica Westw. : Ann. and Mag. Nat. Hist., VII, 536, Q 1841 
Evania Ahyssinica Westw.: Trans. Ent. Soc. Lond., III, 242, Q 1841 

Evania thoracica Klug^) — 

? Evania thoracica Guer.: Rev. zoolog., p. 392) 3^344 

Beschreibung siehe p. 17. 
Reg. I. Subreg. 2. Reg. II. Subreg. 1. et 2. Aegyptia, 
Abyssinia. 

15. Evania erythrosoma n. sp., Q Mus. caes. Vindob. 

Beschreibung siehe p. 18. 
Reg. III. Subreg. 2. Ceylon. 

16. Evania eximia n. sp., Mus. caes. Vindob. 

Beschreibung siehe p. 20. 
Reg. VI. Subreg. 2. Australia, Sydney. 

17. Evania fascialis Spin. 

Evania fascialis Spin.: Rev. zoolog., p. 188 1842 

Reg. V. Subreg. 3. Mexico. 

18. Evania flavescens n. sp., cT- • Mus. caes. Vindob. 

Beschreibung siehe p. 21. 
Patria? 

19. Evania Gayi Spin. 

Evania Gayi Spin.: Hist. fis. y polit. Chile, VI, 551 1851 

Reg. V. Subreg. 1. Chile. 

20. Evania genalis n. sp., 9 Mus. caes. Vindob. 

Beschreibung siehe p. 23. 
Reg. VI. Subreg. 2. Australia (Rockhampton). 

21. Evania Gredleri n. sp., Mus. caes. Vindob. 

Beschreibung siehe p. 24. 
Reg. V. Subreg. 2. Brasilien. 

22. Evania Meliert n. sp., Mus. caes. Vindob. 

Beschreibung siehe p. 25. 
Reg. VI. Subreg. 2. Australia occid. 

23. Evania Javanica Westw. 

Evania Javanica Westw.: Ann. and Mag. Nat. Hist., VII, 536 . 1841 
Evania Javanica Westw.: Trans. Ent. Soc. Lond., III, 245, 9 • 1841 
Reg. III. Subreg. 4. Java. 

24. Evania laeviuscula Spin. 

Evania laeviuscula Spin.: Gay, Hist. fis. y polit. de Chile, VI, 552 1851 
Reg. V. Subreg. 1. Chile. 

25. Evania macrostylus n. sp., Mus. caes. Vindob. 

Beschreibung siehe p. 26. 
Reg. V. Subreg. 2. Brasilia (Blumenau). 

^) Meines Wiseens nur im Manuscript benannt. 

') Es ist mir nicht gelungen, Guerin'e Beschreibung von E. thoracica zu Gesicht zu 
bekommen. 



lieber die Hymenopleren- Gattung Evania Fabr. 



43 



26. Evania Maximilianl n. sp., Mus. caes. Vindob. 

Beschreibung siehe p. 28. 
Reg. V. Subreg. 3. Mexico (Orizaba). 

27. Evania minor n. sp., Mus. caes. Vindob. 

Beschreibung siehe p. 29. 
Reg. V. Subreg. 2. Brasilien (Macahe). 

28. Evania niinuta Oliv., cf, Q (siehe p. 30) ... Mus. caes. Vindob. 

Evania minuta Oliv.: Encycl. Meth., VI, 453 , 1791 

Evania minuta Fabr.: Ent. Syst., P. II, 194 1793 

Evania minuta Coqueb. : III. Icon. Ins., I, Taf. IV, Fig. 9 . . . 1799 

Evania minuta Fabr.: Syst. Piez., 179, 4 1804 

Evania minuta Latr.: Hist. Nat. Crust. et Ins., XIII, 193, CI, 1 1805 

Hyptia minuta Iiiig in Rossi, Fauna Etrusc, II, 82 1807 

Evania minuta Latr.: Gen. Crust. et Ins., III, 252 1807 

Evania fulvipes Gurt.: Brit. Ent., VI, Taf. CCLVII 1829 

Evania minuta Nees ab Es.: Hym. Monogr., I, 312 1834 

Evania miymta Steph.: III. Brit. Ent., VII, 119 1835 

Evania fulvipes Steph.: III. Brit. Eni, VII, 119 1835 

Evania minuta Blanch.: Hist. Nat. Ins., III, 299 1840 

Evania minuta Westw. : Introd. Mod. Class. Ins., II, 56 . . . . 1840 

Evania minuta Shuck. : Entomologist, I, p. 120 1841 

Evania minuta Spin.: Rev. zoolog., 247 1840 

Brachygaster Servillei Gudr.: Rev. zoolog., 335 1843 

Brachy gaster minutus Brülle: Hist. Nat. Ins. Hym., IV, 527, 1846 

Brachygaster Servillei Brülle: Hist. Nat. Ins. Hym., IV, 529, 9 1846 

Brachygaster rufipes Brülle: Hist. Nat. Ins. Hym., IV, 528, 9 . 1846 
Brachygaster Servillei Westw.: Trans. Ent. Soc. Lond., N. ser., 

I, 215 1850 

Evania Brullei Westw.: Trans. Ent. Soc. Lond,, N. ser., I, 216 . 1850 

Brachygaster minuta Taschenb. : Hym. Deutschi., 93, cT ... 1866 
Brachygaster valdiviana Philippi: Stett. Zeitung, XXXII, 289, 

Taf. III, Fig. 4-4« 1871 

Reg. I. Subreg. 1. et 2. Italien, Frankreich (Paris), England, 
Schweden, Westphalen (Stolberg), Nieder - Oesterreich 
(Baden, Mödling, Hainfeld, Piesting). Reg. V. Subreg. 2. 
et 4. S. Domingo, Brasilien. 

29. Evania nigricornis Fabr. 

Evania nigricornis Fabr. : Syst. Piez., 179 1804 

Reg.? Amerika. 

30. Evania nobilis Westw. 

Evania nohilis Westw.: Trans. Ent. Soc. Lond., N. ser. I, 215 . 1850 
Reg. V. Subreg. 2. Brasilien. 

6* 



44 



August Schletterer. 



31. Evania paraensis Spin. 

Evania paraensis Spin. : Mem. Accad. scienc. Turin., Ser. 2, XIII, 27 1853 
Reg. V. Subreg. 2. Parä. 

32. Evania perfida Westw. 

Evania perfida Westw.: Trans. Eni Soc. Lond., N. ser., I, 216 . 1850 
Reg. VI. Subreg. 2. Vandiemensland. 

33. Evania petiolata Fabr. 



Evania petiolata Fabr.: Suppl. Ent. Syst., 242, 5 1798 

Evania petiolata Fabr.: Syst. Piez., 179 1804 

Hyptia petiolata III.: Ross. Faun. Etrusc, II, 82 1807 

Hyptiam petiolatum Shuck.: Entomologist, 120 1841 

Reg. IV, Subreg. 3. Nord- Carolina (Insulae Americae). 

34. Evania JPoeyi Gu6r. 

Evania Poeyi Guer. : Rev. zoolog., 335 1843 

Evania Poeyi Westw.: Trans. Ent. Soc. Lond., N. ser., I, 214 . 1850 
Hyptiam Poeyi Guär.: Hist. Cubae, VII, 752, PI. XVIII, Fig. 3, 

3 a, 3 & 1857 

Reg. V. Subreg. 4. Cuba. 

35. Evania princeps Westw., 9 Mus. caes. Vindob. 



Evania princeps Westw.: Ann. and. Mag. Nat. Hist., VII, 535 . 1841 
Evania princeps Westw.: Trans. Ent. Soc. Lond., III, 242, cf, Q 1841 



Beschreibung siehe p. 32. 
Reg. VI. Subreg. 2. Australia. 

36. Evania pygmaea Fabr. 

Evania pygmaea Fabr.: Syst. Piez., 180, 8 1804 

Reg. IV. Subreg. 3? America merid. 

37. Evania reticiilaia Say. 

Evania reticulata Say: Journ. Nat. Hist. Soc. Boston, I, 223 . . 1836 
Reg. IV. Subreg. 3. Indiana. 

38. Evania ruficaput Dewitz. 

Evania ruficaput Dewitz: Berlin. Zeitschr., 205, Taf. V, Fig. 7 . 1881 
Reg. V. Subreg. 4. Portorico. 

39. Evania ruficeps Shuck., Q Mus. caes. Vindob. 

Hyptiam ruficeps Shuck.: Entomologist, 121, cT, 9 1841 

Beschreibung siehe p. 34. 
Reg. V. Subreg. 2. Brasilia. 

40. Evania ruficornis Fabr. 

Evania ruficornis Fabr.: Syst. Piez., 179, 7 1804 

Reg. IV. Subreg. 3. America merid. 

41. Evania rufipectiis Dewitz. 

Hyptia rufipectus Dewitz: Berlin. Zeitschr., XXV, 205, Taf. V, 

Fig. 8 1881 

Reg. V. Subreg. 4. Portorico. 



Ueber die HymeuDptoien-Gattung Evania Fabr. 45 

42. Evania rufipes Fabr. 

Evania rufipes Fabr.: Syst. Piez., 179 1804 

Evatiia thoracica Blanch. : Hist. Nat. Ins., III, 299 1840 

Hyptiam thoracicum Shuck. : Entomologist, 120, 1841 

Evania (Hyptia) rufipes Guer.: Rev. zoolog., 39^) 1844 



Evania dor salis Westw.: Trans. Ent. Soc. Lond., N. ser., I, 2162) 1350 
Reg. IV. Siibreg. 3. 
43. Evania semirubra Cress. 

Evania semirubra Cress.: Proc. Ent. Soc. Philad., IV, 8 ... 1865 
Reg. IV. Subreg. 3. aut. 4. 
14. Evania sericans Westw. 

Evania sericans Westw. : Trans. Ent. Soc. Lond., N. ser., I, 215 1850 
Reg. VI. Subreg. 2. Australia, King George's Sound. 

45. Evania sericea Cam. 

Evania sericea Canaeron: Trans. Ent. Söc. Lond., 191 .... 1883 
Reg. VI. Subreg. 2. Oabu, Hawaii. 

46. Evania soror n. sp., Q Mus. caes. Vindob. 

Beschreibung siehe p. 36. 
Reg. V. Subreg. 2. Brasilia. 

47. Evania splendidula Costa Ach. 

Evania splendidula Costa Ach.: Geo-Fauna Sarda, III, 56 . . . 1884 



Reg. I. Subreg. 2. Sardinia. 

48. Evania striata Smith, cf, Q Mus. caes. Vindob. 

Evania Äppendigaster Latr.: Hist. Nat. Crust. et Ins., XIII, 193, 

PI. CI, Fig. 1 1805 

Evania Äppendigaster Latr. : Gen. Crust. et Ins., III, 252, 2 . . 1807 

Evania punctata Brüll.: Explor. Scienc. Moree, III, P. I, See. 2, 378 1832 

Evania äppendigaster Spin.: Rev. zoolog., 334 1843 



Evania striata Smith: Journ. Proc. Linn. Soc, V, 58 .... 1861 
Beschreibung siehe p. 38. 
Reg. I. Subreg. 2. Frankreich (Montpellier), Sicilia, Graecia, 
Nauplia, Syria. Reg. VI, Subreg. 1. Malassar. 
19. Evania tasmanica Westw. 

Evania Tastnanica Westw.: Ann. and Mag. Nato Hist., VII, 536 . 1841 
Evania Tasmanica Westw.: Trans. Ent. Soc. Lond., III, 243, Q 1841 
Reg. VI. Subreg. 2. Vandiemensland. 
50. Evania xanthops Shuck. 

Brachygaster xanthops Shuck.: Entomologist, 120, . . . . 1841 
Reg. V. Subreg. 2. Brasilia. 



') BeBchreibung nicht zu Gesiebt bekommen. 

Westwood gibt der E. thoracica Blanchard'fl don Namen E. dorsalis und hält sie 
fftr verwandt mit seiner E. hicolor. Vielleicht ist auch E. hicolor synonym mit E. rufipes Fabr. 



46 



AnguBt Schletterer. Ueber die Hymenopteiea-Gattung Evania Fubr. 



Erklärung der Abbildungen. 



Tafel I. 

Fig. 1. Vorder- und Hinterflügel von Evania appendigaster. 
„ 2. Vorderflügel von JE. princeps. 
„ S. „ „ E. Heilert. 

„ 4. „ „ E. amazonica. 

„ 5. Dorsulum von E. Gredleri. 
„6' j, „ E. appendigaster. 
„ 7. i^vama -Weibchen (schematisch). 

„ 8. Ventralseite von E. minuta mit dem hinteren Metasternalfortsatze. 

Parallele Metasternaläste (halbschematisch). 
y, 9. Ventralseite von E. appendigaster. a Hinterhüften, a Mittelhüften, 

& und h' Trochanter, c hinterer Metasternalfortsatz mit diver- 

girenden Gabelästen. 
„ 10. Kopf von E. genalis (Vorderansicht). 
„ 11. Fühler eines Weibchens (E. princeps). 



47 



Beiträge zur Flechtenflora Nieder- Oesterreichs. 

Von 

Dr. Alexander Zahlbruckner, 

Volontär an der botan. Abtheilung des k. k. naturhist. Hofmuseums, 



(Vorgelegt vom Secretär Dr. G. Beck in der Versammlung am 2. December 1885.) 



Durch die ausserordentliche Güte des nunmehr verblichenen Herrn Prof. 
Dr. H. W. Reichardt wurde es mir ermöglicht, in den Sommermonaten letzten 
Jahres eine Reihe niederösterreichischer Flechten des k. k. bot. Hofcabinetes, 
gesammelt von Hildenbrand, Welwitsch, A. Pokorny und Putterlick, 
untersuchen und bestimmen zu können. Das untersuchte Material bot nicht nur 
eine Reihe neuer Standorte schon angegebener Flechten, sondern es enthielt auch 
einige Formen, welche in der kärglichen Literatur, die über die eben in Nieder- 

•) lieber die Lichenen-Literatur Nieder-Oesterreichs sind folgende Abhandlungen zu ver- 
zeichnen : 

A. Pokorny: „Vorarbeiten zu einer Kryptogamenflora Nieder-Oesterreichs", Verhandl. des 
zool.-bot. Ver. in Wien, 1854, p. 35—168. 

Idem: „üeber die Kryptogamenflora der Türkenschanze bei Wien", Verhandl. des zool.-bot. 
Ver. in Wien, II, 1853, p. 35—39. 

J. S. Pötsch: „Beitrag zur Flechtenkunde Nieder-Oesterreichs", Verhandl. des zool.-bot. 
Ver. in Wien, 1857, p. 27—34, 

Idem: Beiträge zur Kenntniss der Lebermoose und Flechten von Randegg", Verhandl. des 
zool.-bot. Ver. in Wien, 1857, p. 214—216. 

Idem: „Nene Beiträge zur Kryptogamenflora Nieder-Oesterreichs", Verhandl. des zool.-bot. 
Ver. in Wien, 1859, p. 127—133. 

Idem in „Der Oetscher und sein Gebiet" von M. A. Becker, Wien, 1859. 

Idem: „Lichenes Weltvitschiani, Aufzählung mehrerer von Dr. F. Welwitsch in Oester- 
reich gesammelten Flechten", Verhandl. des zool.-bot. Ver. in Wien, 1863, p. 581— .584. 

L. V. Heufler: „Catalog. Liehen., collegit. Wawra", Verhandl. des zool.-bot. Ver. in 
Wien, 1852. 

J. B. Holzinger: „Beitrag zur Lichenenflora Nieder-Oesterreichs", Verhandl. des zool.-bot. 
Ver. in Wien, 1863, p. 1003— 10!»K. 

H. W. Reichardt: „Lichenologische Notiz", Verhandl. des zool.-bot. Ver. in Wien, 1866. 

H. Lojka: „Kleine Beiträge zur Lichenenflora Nieder-Oesterreichs", Verhandl. des zool.-bot. 
Ver. in Wien, 1868, p. 51 7— .520. 

.1. B. Holz inger: „Notiz über fJIadonia derorfirafa Flk.", Verhandl. des zool.-bot. Ver 
in Wien, Bd. XVIII, 1868, Sitzb. p. 60. 



48 



Alexander Zahlbructner. 



Österreich durch die Mannigfaltigkeit der Unterlage bedingte, so reiche Lichenen- 
flora handelt, bis jetzt noch nicht verzeichnet wurden. Die Ueberzeugung, dass 
bei den vorhandenen knappen Angaben ein jeder, auch noch so kleiner Beitrag 
zur Kenntniss der niederösterreichischen Flechten erwünscht sein müsse, veran- 
lasst mich dazu, die Resultate meiner Untersuchungen zu veröffentlichen, welche 
später noch eine Bereicherung erhielten, indem Herr Dr. G. Beck mir auf die 
liebenswürdigste Weise sein Lichenenherbar zur Verfügung stellte, wofür ich 
demselben an dieser Stelle meinen wärmsten Dank auszusprechen mir erlaube. 

Die Bestimmung der Flechten erfolgte nach K o erb er's „Systema lichenum 
Germaniae" und „Parenga lichenologica", ferner Stein 's „Flechten" in der von 
Dr. F, Cohn herausgegebenen „Kryptogaraenflora von Schlesien", II. Bd., II. Hälfte, 
und auch die Reihenfolge der Aufzählung gebe ich entsprechend Ko erb er 's 
Systeme. Ich habe ferner in der Aufzählung noch von den Exsiccaten diejenigen 
Trevisan's^) und Anzi's^jals solche, welche in den Werken Ko er her 's nicht 
angegeben sind, citirt, weil gerade diese Sammlungen bei der Schönheit der 
einzelnen Exemplare ein vortreffliches Vergleichsraaterial bieten. 

Imhricaria diffiisa Web., Kbr., S. L. G., p. 83. Exsicc: Anzi, Lieh. Langob., 52. 

Auf trockenem Holze am Schneeberge, 1. Welwitsch. 
Parmelia stellaris L., Kbr., S. L. G., p. 85. 

Auf Rinden in den Preiner Alpen, 1. Welwitsch. 
Gyrophora cylindrica L, *f. : denudata, Stein, FL, p. 94.^) 

An Glimmerschiefer am Wechsel, 1. A. Pokorny. 



Wallner J.: „Standorte zur Kryptogamenflora Nieder-Oesterreichs", Oest. bot. Zeit , 1871, 
p. 71—76 und p. 242. 

Idem: „Kryptogaraen aus der Flora von Scbottwien", Oest. bot. Zeit., 1871, p. 316—324 
und p. 366—370. 

J. Em. Hibscb: „Beiträge zur Flora von Nieder-Oesterreich", Oest. bot. Zeit., 1877, p. 360. 
V. V. Cypers: „Eine kurze Notiz über Cetraria Oakesiana Tuck." in der Oest. bot. Zeit., 
1877, p. 180. 

J. Em. Hibscb: „Die Strauchflecbten Nieder-Oesterreichs", Verhaudl. des zool.-bot. Ver. 
in Wien, 1878, p. 407—422. 

J. B. Holzinger: „Notiz über Cladonia decorticaia Flk.", Verhandl. des zool.-bot. Ver. 
in Wien, Bd. XXIX, 1879, Sitzb. p. 28. 

Kern er A. v.: „Scbedae ad florani exsiccatam Austriaco-hungaricara", I, 1881; II, 1882; 
III, 1883. 

Dr. G. Beck in „Flora von Hernstein in Nieder-Oesterreich", 1884, p. 133—137. 

') V. Trevisan: „Liclienotheca Veneta". 

*) M. Anzi: „Lichenes rariores Longobardi exsiccati." 

Idem: „Lichenes rariores Veneti." 

Idem: „Lichenes rariores Etruriae exsiccati." 

Idem : „Lichenes exsiccati minus rari Italiae superioris." 

(Sämmtliche befinden sich in den reichen Sammlungen der botanischen Abtheilung dos 
k. k. naturhistorißchen Hofmuseums in Wien. 

3) Die mit einem dem Namen vorangesetzten Sternchen versehenen Formen sind diejenigen, 
Tvelche bis jetzt in der Literatur für Nieder-Oesterreich noch nicht angeführt wurden. 



Beiträge zur Flechtenflora Nieder-Oesterreichs. 



49 



* Gyrophora vellea L. a) spadochroa Ach., Kbr., S. L. G., p. 98. 

Auf Felsen ain Hochwechsel, 1. Dr. G. Beck. 
Placodium circinatum Pers. a) radiosum Hofifm., Kbr., S. L. G., p. 115. 
Exsicc: Anzi, Lieh. It. sup., 163. Trevis., Lth. Veneta, 35. 
Am Scbneeberge, 1. Welwitsch. 
Placodium saxicölum Poll, f.: diffractum Ach., Kbr., S. L G., p. 115. Exsicc: 
Trevis.. Lth. Veneta, 36. 

Auf Kalk in der Brühl, 1. Hildenbrand. 
y) cojnpactiwi, Kbr., S. L. G., p. 115. 

Auf Kalk in der Brühl, 1. Hildenbrand. 
Acarospora glaucocarpa Wahlbg. a) percaena Ach., Kbr., Par. lieh., p. 58. Exsicc: 
Anzi, Lieh. It. sup., 215. 
Am Wechsel, 1. Welwitsch. 
Acarospora cervina Pers. f.: depauperata, Kbr., S. L. G., p. 115. Exsicc: Anzi, 
Lieh. It. sup., 214. 

Am Scbneeberge, 1. Welwitsch. 
Callopisma cerinum Ehrh., Kbr., Par. lieh., p. 63. 

An Brettwänden bei Gutenstein, I. Welwitsch. 
Pyrenodesmia variahilis Pers., Kbr. Par. lieh., p. 131. Exsicc: Trevis., Lth. 
Venet., 181. Anzi, Lieh. Langob., 36. 
Am Schneeberge, 1. Welwitsch. 
Pyrenodesmia chalybea Duf., Kbr., S. L. G., p. 132. 

Auf Kalk, vordere Wand, 1. Dr. G. Beck. 
Lecanora atra Huds. a) vulgaris, Kbr., S. L. G., p. 140, Exsicc : Anzi, Lieh. It. 
sup., 168, Anzi, Lieh. Veneta, 31. 
Am Wechsel, 1. A. Pokorny. 
Lecanora subfusca L. ß) distans Ach. f.: chlarona Ach., Kbr., Par. lieh., p. 78. 
Exsicc: Anzi, Lieh. Langob., 105. 

Auf der Rinde von Ahornbäumen am Schneeberge, 1. Welwitsch. 
f) variolosa Fr., Kbr., Par. lieh., p. 78. 
Ebendaselbst, 1. Welwitsch. 

Lecanora badia Pers. y) *pallida Fw., Kbr., S. L. G., p. 138. Exsicc: Anzi, Lieh. 
It. sup., 167. 

Am Wechsel, 1. Welwitsch. 
Zeora sordida Kbr. a) glaucoma Ach., Kbr., S. L. G., p. 133. 

Ueber der Prein, 1. Welwitsch. Am Wechsel, 1. Welwitsch. 
Aspicilia cinerea L., Kbr., S. L. G., p. 164. 

Am Wechsel, 1. Welwitsch. 
"Aspicilia alpina Smf., Kbr., S. L. G., p. 162. 

Am Wechsel, 1. Welwitsch. 

* Aspicilia Bohemica Kbr. a) genuina, Kbr., Par. lieh., p. 98. 

Auf Sandstein bei Wien, 1. Hildenbrand. 

Z B. Ges. B. XXYVI. Abb. 7 



50 



Alexander Zahlljruckner. 



Urceolaria scruposa L. ß) cretacea Ach., Kbr., Par. lieh., p. 104. Exsicc: Anzi, 
Lieh. Langob., 333. 

Am Seheeberge, 1. Welwitsch. 
*Thelotrema lepadinum Aeh., Kbr., S. L. G., p. 330. 

An Buehenrindeii am Schneeberge, 1. Putterliek. 
Psora lurida Sw., Kbr., S. L. G., p. 176. Exsicc.: Anzi, Lieh. It. sup., 239. 

Am Schneeberge, 1. Welwitsch. 
*Blastenia ferrugmea Huds. f.: öbscurum Th. Fr. Stein, Fl., p. 183. 

Am Wechsel, 1. Welwitsch. 
Baeidia rubella Ehrh., Kbr., S. L. G., p. 186. Exsicc.: Anzi, Lieh. Etrur., 23. 

Auf Ulmen im Prater, 1. Welwitsch. Bei Dörnbach, 1. Putterliek. In 
der Brühl, 1. Hildenbrand. 
Baeidia anomala Fr., Kbr., S. L. G., p. 188. 

An Rinden am Heuberge bei Dörnbach, 1. Breidler (Hb. Beck). 
"^Biatorina pyracea Mass., Kbr., S. L. G., p. 190. 

In der Brühl, 1. Hildenbrand. 
Biatorina lenticularis Aeh. a) vulgaris, Kbr., S. L. G., p. 191. Exsicc: Anzi, Lieh. 
Langob., 120; Anzi, Lieh. Veneti, 67; Anzi, Lieh. It.- sup., 255. 

In der Brühl, 1. Hildenbrand. 
*Biatora viridescens Schrad. ß) putrida, Kbr., S. L. G., p. 201. 

Ueber abgestorbenem Moos am Heukogel, 1. Welwitsch. 
*Biatora fusca Schaer. f.: tristior Nyl., Stein, Fl, p. 197. 

Ueber abgestorbenem Moos am Wechsel, 1. Welwitsch. 
Biatora rupestris Scop. a) rufescens Lghtf., Kbr., Par. lieh., p. 153. Exsicc: 
Trevis., Lieh. Veneta, 63. Anzi, Lieh. It. sup., 252. 

Am Schneeberge, 1. Welwitsch. 
Biatora polytropa Ehrh. a) vulgaris f.: conglobata Fw., Kbr., S. L. G., p. 205. 

Am Wechsel, 1. Welwitsch. 
ß) intricata Sehrad., Kbr., S. L. G., p. 205. 

Am Wechsel, 1. Welwitsch. 
Diplotomma alboatruni Hoffm. a) corticolum Ach., Kbr., S. L. G., p. 218. 

Auf der Rinde einer Pappel im Prater, 1. Hildenbrand. 
Diplotomma venustum, Kbr., Par. lieh., p. 179. 

Bei Baden, 1. Hildenbrand. 
*Buellia ocellata Flk., Kbr., S. L. G , p. 224. Exsicc: Anzi, Lieh. Langob., 196. 

Auf Sandstein bei Wien, 1. Hildenbrand. 
Buellia punctata Flk. *f.: muscicola Hepp., Kbr., Par. lieh., p. 191. 

Ueber abgestorbenem Moos und Alpenpflanzen in den Preiner Alpen, 
1. Welwitsch. 
Lecidella goniophila Kbr., S. L. G., p. 235. 

In der Brühl, 1. Hildenbrand. 
* Lecidella dolosa Ach., Stein, Fl., p. 243. 

An der Rinde von Ahornbäumen am Schneeberge, 1. Welwitsch. 



Beiträge zur Flecbtenflora Nieder-Oesterreichs. 



51 



^Lecidella ochracea Hepp., Kbr., Par. lieh., p. 210. 

Auf Kalk in der Brühl, 1. Hildenbrand. 
Lecidella cijanea Flk., Kbr., Par. lieh., p. 209. 
Am Schneeberge, 1. Welwitseh. 
Lecidea ftimosa Hoffm. a) nitida Schaer., Kbr., S. L. G., p. 253. 

Am Weehsel, 1. A. Pokorny. 
"Lecidea vorticosa Flk., Kbr., Par. lieh., p. 220. Exsiee. : Anzi, Lieh. Langob.. 353. 

Auf Sandstein bei Wien, 1. Hildenbrand. 
Lecidea crustidata Aeh., Kbr., S. L. G., p. 249. 

Galliziuberg bei Wien, 1. Breidler (Hb. Beck). 
Tthizocarpon Montagnei Fw. a) montanum Fw., Kbr., S. L. G., p. 258. Exsicc. : 
Anzi, Lieh. It. sup., 306. 

In der Prein, 1, Welwitseh. 
Bhizocarpon geographicum L., Kbr., S. L. G., p. 263. Exsiee.: Trevis., Lth. 
Veneta, 194. 

Am Wechsel, 1. A. Pokorny. 
Sarcogyne pruinosa Sm. *f. : illuta Ach., Stein, Fl., p. 258. 

Auf Kalk, vordere Wand, 1. Dr. G. Beck. 
Sarcogyne pntinosa Sm., Kbr., S. L, G., p. 266. 

Auf Kalk, vordere Wand, 1. Dr. G. Beek. 
* Bhaphiospora viridescens Mass., Kbr., Par. lieh., p. 237. 

Ueber Moos am Sehneeberge, 1. Welwitseh. 
Opegi'apha gyrocarpa Fw. y) tesserata DC, Kbr., Par. lieh., p. 251. 
Am Schneeberg, 1. Welwitseh und A. Pokorny. 
Opegrapha bullata Pers., Kbr., S. L. G., p. 284. Exsicc.: Trevis., Lth. Veneta, 261. 
Anzi, Lieh. It. sup., 336. 

Prater bei Wien, Kauhenstein bei Baden, Heuberg bei Dornbach, Neu- 
waldegg, 1. Breidler (Hb. Beek). 
' Opegrapha herpetica Ach,, Kbr., S. L. G., p. 284. Exsicc. : Anzi, Lieh. It. sup., 
388 et 339. Trevis., Lth. Veneta, 204. 

Heuberg bei Dörnbach; Mitterberg bei Baden, 1. Breidler (Hb. Beck). 
" Zwackhia involuta Wallr., Kbr., S. L. G., p. 285. 

Heuberg bei Dörnbach, 1. Breidler (Hb. Beck). 
Pragmopora lecanactis Mass., Kbr., Par. lieh., p. 279. Exsicc: Anzi, Lieh. 
Veneta, 96. 

Prater bei Wien, 1. Breidler (Hb. Beek). 
Calyeium trahinellum Ach., Kbr., S. L. G., p, 311. 

Auf morschem Holz, vordere Wand, 1. Dr. G. Beck. 
Gyphelium phaeocepjhalum Turn., Kbr., S. L. G., p. 317. 

An Fichten am Schneeberge, 1. Welwitseh. 
Coniocybe pallida Fr. ß) xanthocephdla, Kbr., Par. lieh., p. 230. 

Auf morschem Holz, vordere Wand, 1. Dr. G. Beck. 
Pertusaria rhodocarpa, Kbr., S. L. G., p. 384. 

Am Sehneeberge Moose überziehend, 1. Welwitseh. 



52 Alexander Zahlbruckner. Beiträge zur Flechtenflora Nieder-Oeeterreichs. 

Pertusaria communis DC. ß) variolosa Wallr. f.: discoidea Pers., Kbr., S. L. G., 
p. 385. Exsicc: Anzi, Lieh. It. sup., 346, 347; Anzi, Lieh. Etrur., 43. 

Am Sehneeberge, 1. Welwitsch. 
Pertusaria leioplaca Ach., Kbr., S. L. G., p. 386. Exsicc.: Trevis., Lth. Veneta, 12. 

Am Wechsel, 1. Welwitsch. 

* Polyhlastia cupularis Mass., Kbr., Par. lieh., p. 342. 

Am Schneeberge, 1. Welwitsch und Putterlick. 
Verrucaria muralis Ach. ß) confluens Mass., Kbr., Par. lieh., p. 328. Exsicc: 
Trevis., Lth. Veneta, 189. Anzi, Lieh. Langob., 247. 
An Kalk in der Brühl, 1. Hildenbrand. 
Verrucaria rwpestris^ohrdi.A., Kbr., S.L. G., p. 346. Exsicc. : Anzi, Lieh. Langob., 365. 

Auf Kalkfelsen in der Brühl, 1. Hildenbrand; am Schneeberge, 1. 
Welwitsch. 

Lithoicea maura Wahl., Stein, Fl., p. 321. 

Auf einem Kieselstein in der Brühl, 1. Hildenbrand. 
Collema granosum Wulff., Kbr, S. L. G., p. 407. Exsicc: Anzi, Lieh. It. sup., 7. 

In den Voralpen des Schneeberges, 1. Welwitsch. 

* Collema turgidum Ach., Kbr., Par. lieh., p. 415. 

Bei Dornbach, 1. A. Pokorny. 

* Collema glaucescens Hoffm., Kbr., S. L. G., p. 403. Exsicc: Anzi, Lieh. 

Langob., 2. 

Türkenschanze bei Wien, 1. Breidler (Hb. Beck). 
Synechoblastus conglomeratus Hoffm., Kbr., S. L. G., p. 412. Exsicc: Anzi, Lieh. 
It. sup., 5. 

An alten Buchen im Höllthale beim Jägerhause (Schneeberg), 1. Wel- 
witsch. 

Tichothecium pygmaeum, Kbr., Par. lieh., p. 467. 

Parasitisch auf Haematomma ventosum L. in der Alpenregion des 
Wechsels, 1. Dr. G. Beck. 



53 



Zur Kenntniss der Aradiden. 

Von 

E, Bergroth in Helsingfors. 
(Mit Tafel II.) 

(Vorgelegt von Dr. Franz Low in der Versammlung am 2. December 1886.) 



I. Nene Arten. 

Phimophorus nov. gen. 

(9i[jLo; = Maulkorb, cpspeiv = tragen.) 

Corpus oblongo-pyri forme, subtus convexum. 

Caput cylindricum, apice late leviter emarginatum. 

Antennae in apice capitis insertae, hasi valde approximatae, suheontiguae, 
articuh primo crasso, basin et apicem versus angustato, ceteris artieulis fili- 
form ibus, tertio longissimo, quarto brevissimo. 

Rostrum basin capitis superans; sulcus rostralis linearis. 

Pronotum apicem versus angustatum, basi subtumidum. 

Prosternum antice ultra basin capitis prolongatum, receptaculum apicis 
rostri, capistri instar, profunde bifidum formans. 

Mesosternum medio planum, basi angustum, rectum. 

Metasternum medio planum, breviter conicum, apice truncatum. 

Scutellum nonnihil elevatum, elongato-triangidare, apicem versus sub- 
acuminatum. 

Abdomen subtus valde convexum, lateribus paidlo explanatis. 
Hemelytra homogena, corio haud discreto, nervis distinctis, paucis 
praedita. 

Pedes elongati; coxae anticae contiguae, mediae nonnihil, posticae muUo 
magis distantes ; femora subtus prope apicem late canalicidato-excavata; tibiae 
compressae-, tarsi brevissimi et angustissimi. 

Genus perinsigne, generi Aphlebo derrhis Stäl proximum, sed capitis, 
prosterni hemelytrorumque struetura ceterisque notis ab omnibus distinc- 
tissimum. 



54 



E. Bergroth. 



1. Ph, spissicornis n. sp. (Fig. 1 et 2). 

Opacus, (jlaber, luride fiisco-testaceus, segmentis connexivi dimidio basali 
fuscis. Caput ante oculos verticaliter ellipticos in medio laterum positos paullo 
constrictum, inter oculos transversim Impressum ; antennis extus curvatis, rigidis, 
capite plus quam duplo longioribus, articuUs secundo et tertio compressis, 
secundo primo paullo hreviore et tertio paullo crassiore, tertio primo et secundo 
simul sumptis aliquantum hreviore, quarto multo hrevissimo, secundo quadruplo 
hreviore, ceteris angustiore. Pronotum parce et perminute fusco-granulatum, 
hasi elevatum et quadricallosum, apicem basi plus quam duplo angustiorem 
versus declive, paullo ante medium transversim impressum, disco carinis duabus 
e callis inter mediis orientibus apicem versus convergentibus instructo. Sternum 
disco sat dense subfuscogranulatum. Scutellum basi foveolis duabus obliquis 
retrorsum convergentibus et angustatis, medium scutelli haud superantibus 
instructum, lateribus intus leviter curvatis. Hemelytra abdomine nonnihil an- 
gustiora et paullo breviora, nervis posterioribus nigricantibus. Abdomen superne 
intra marginem sulco parum profundo piraeditum, segmentis ventralibus punctis 
minutissimis ochraceis conspersis maculaque basali albido-ochracea medio inter 
medium segmentorum et marginem lateralem utrinque ornatis. Long. 7 mm. 

Patria: Brasilia. — Coli. Signoret. 

2. Dysodius quaternarius n. sp. (Fig. 3). 

Oblong o-ovalis, opacus, nigro-fuscus, abdomine, dimidio basali connexivi 
excepto, sordide luteo. Caput latitudine sua longius, seriebus duabus granu- 
lormn contiguorum fuscoferrugineorum percurrentibus, ad bases antennarum 
incipientibus, retrorsum convergentibus et pone tylum subparallelis praeditmn ; 
processu apicali dimidium articuli primi antennarum superante, apicem pro- 
funde incisum versus angustato, lateribus dentibus 2—3 crassiusculis armato, 
tylo nonnihil elevato jugis multo hreviore; spinis antenniferis validis, admodum 
divergentibus, apice bifidis, mucrone posteriore minore; dentibus postocularibus 
oculos parum superantibus, bifidis, mucrone anteriore validiore, posteriore mi- 
nuto; antennis capite plus quam dimidio longioribus, articulo primo sat valido, 
integro, secundo primo distinctissime hreviore, tertio primo longitudine suh- 
aequali, quarto secundo fere duplo hreviore, apice fulvo. Pronotum impressione 
transversa mediana in duos lobos divisum, parce fuscoferrugineo-granulatum, 
granulis hic illic seriatim dispositis; loho antico medio callis duabus depla- 
natis et granulis circumscriptis instructo, angulis anticis in processum semi- 
lunatum intus concavum, extus dentibus circiter quinque fuscoferrugineis 
armatum prolongatis; loho postico antico latiore, lateribus fuscoferrugineis 
nonnihil explanatis et denticulis nonnullis armatis. Prosternum medio cana- 
liculo longitudinali percurrente distinctissimo instructum, intra coxas latius 
et profundius excavatum. Scutellum basi medio supra marginem basalem 
pronoti reflexum, ad angulos basales tuber culo fuscofcrrugineo praeditum, disco 



Zur Kenntniss der Aradiden. 



55 



medio late fiiscoferrugineo-rugato et insuper apicem versus carina longitudinaU 
obtusa instructo. Hemelytra hasi extus subangulariter mnpliata et denticulis 
paucis munita; corio margine apicali intus sinuato, costis suhtilissime crenii- 
latis; memhrana fusca, nervis nigricantibus. Abdomen luteum, connexivo a 
hasi usque ad medium segmenti quarti fusconigro ; segmentis omnibus lateribus 
denticulis quaternis armatis, denticulo primo ab angulo basali segmenti non- 
nihil distanti, quarto angulum apicalem formante; venire leviter convexo, 
segmento quinto medio subtriangulariter impresso; segmento genitdli ultimo 
feminae apice bimucronato, lobis lateralibus retrorsum porrectis, apice bißdis. 
Long. Q 15 mm. 

Patria: Insula Penang. — Mus. Berol. 

Structura capitis, pronoti prosternique et armatura dbdominis quater- 
naria a D. lunato Fabr. et crenulato Stäl valde discrepans. 

Die Auffindung dieser Art ist von Interesse, da die Gattung Dysodius 
bisher nur von Amerika bekannt war; das malayische Genus Barcinus Stäl, mit 
welchem vorliegende Art gewisse Uebereinstimmungen zeigt, ist vielleicht von 
Dysodius nicht generisch verschieden. Da ich Barcinus in natura nicht kenne, 
so wage ich nicht, dies jetzt mit Sicherheit zu entscheiden. 

3. Brachyrrhynchus alaticeps n. sp. (Fig. 4). 

Elongatus, latiusculus, opacus, fuscopiceus. Caput transversum, pone 
Odilos utrinque in processum semilunatum apice obtusum, prolongatum, an- 
tennarum articulo primo sat valido, secundo hoc breviore (art. duo Ultimi de- 
sunt), processu apicali dimidium articuli primi antennarum fere super ante, 
apice levissime emarginato. Pronotum granulatum, impressione media trans- 
V er sali in duos lobos divisum, lobo antico medio callis duobus subconfluentibus 
praedito, lateribus utrinque in processuin latiusculum obtusum antice promi- 
nulum explanato, intra basin hujus Processus utrinque fovea majuscula im- 
pressa instructo, lobo postico antico angustiore, ante scutellum sinuato, late- 
ribus rectis, inter se pardllelis, haud explanatis. Scutellum subrugoso-granulatum. 
Hemelytra sat angusta, margine apicali corii subrecto, membrana obsolete parce 
granulata, subfusca. Abdomen lateribus undulatum, margine nem,pe externo 
cujusque segmenti apicem versus obtuse prominulo. Long. Q 12 mm. 

Patria: Java. — Coli. Sign. 

Ab Omnibus adhuc deseriptis structura capitis et pronoti distinctissima 
species. 

4. Brachyrrhynchus gracilicornis ii. sp. 

B. thoracocero Montr. similis et affinis, at differt antennis tenuioribus, 
spinis postocularibus falciformibus nec linearibus, corioque longiore, angulo 
apicali rotundatulo, margine apicali vix sinuato, sed retrorsum subconvexo; 
etiam B. tagalico Stäl similis, sed angustior, magis parallelus, antennis multo 
tenuioribus, lobo antico pronoti angustiore, structuraque spinarum postocu- 



56 



E. Bergroth. 



larium et corii supra descripta facile distinguendus. Long. 8V2 (Cfr. 
fig. 5 et 6, 7 et 8). 

Patria: Insulae Philippinae. — Coli. Sign. 

5. Brachyrrhynchus scrupulosus n. sp. 

Ovalis, opacus, granulatus, piceus, rostro, coxis, trochanterihus tarsisque 
dilutioribus, marginibus posticis segmentorutn connexivi rufis. Caput subqua- 
dratum, basi subtruncatum, longitudine sua paullo angustius, antennis sat 
crassis, capite plus quam dimidio longioribus, arficulo primo extus admodum 
curvato, secundo longitudine subaequdli, tertio secundo distinctissime longiore. 
quarto secundo hreviore; processu apicali apicem profunde incisum versus suh- 
dilatato; spinis postantennalibus brevibus, extus parallelis; dentibus postocu- 
laribus oculos superantibus. Pronotum apicem versus paullo angustatum, medio 
sulco transverso in duos lobos divisum, basi late sinuatum, angulis anticis et 
posticis rotundatis, lateribus leviter rotundatis paullo pone angulos anticos 
leviter sinuatis, lobo antico quadricalloso, lobo postieo antico paullo latiore. 
Hemelytra basi ultra marginem dbdominis paullo ampliata, corio area interna 
et media serie granulorum minutorum longitudinali praedito, angulo apicali 
rotundatulo, margine apicali intus levissime sinuato, membrana subopaca, 
paullo infumata, basin et marginem internum versus luteo-canescente, nervis 
vix distinctis sed granulis nigris sat confertim dispersis ornata. Segment a 
ventralia area parva media longitudinali laevigata, subexcavata, rufa notata. 
Long. Q 9 mm. 

Patria: Äustralia (D. Schultz). — Mus. Berol. 

Var. b. 3Iinor, totus niger. Long. Q 7V2 — 8 mm. 

Patria: Nova Caledonia. — Coli. Sign. 

B. scabroso Scott similis, sed imprimis articulo tertio antennarum lon- 
giore, spinis postantennalibus parallelis, basi capitis subrecta nec rotundata, 
pronoto apicem versus multo minus angustato, corio angustiore, margine apicali 
intus multo minus sinuato, structuraque membranae bene distinctus. 

6. JSrachyrrhynchus Reuteri n. sp, 

Elongatus, angustus, parallelus, opacus, minute granulatus, piceo-ferru- 
gineus. Caput latitudine sua vix longius, antennis capite plus quam dimidio 
longioribus, articulo primo clavato, processum apicalem capitis superante, se- 
cundo primo multo breviore, tertio secundo distinctissime longiore et angustiore, 
quarto tertio breviore sed secundo longiore, apicem versus paullo incrassato; 
processu apicali apice obtuso, vix inciso; spinis antenniferis subconicis, por- 
rectis, dimidium articuli primi antennarum haud vel vix attingentibus ; den- 
tibus postocularibus oculos vix superantibus. Pronotum subquadratum, apicem 
versus parum licet distincte angustatum, lateribus fere rectis haud sinuatis. 



Zur Kenntniss der Aradideu. 



57 



angulis posticis praesertimque anticis rotundatis, disco suhplano, impressione 
media tramversa vix uTla, dimidio apicali tarnen paullo inaequali. Corium 
scutello longiu^, margine apicali extus paullo rotundatulo, intus late levissime 
sinuuto. Membrana nitidiuscula, paullo infuscata, hast plus minusve palles- 
cente, nervis ohscuriorihus. Pedes sat graciles. Long, cf' ö^j-imm. 9 0^j2mm. 

Patria: Brasilia (Cassapava, D. Sellow). — Mus. Berol. 

Suhgeneris Äricti memhrum; Statur a angusta, sublineari, stracturaque 
pronoti ah Omnibus facile distinguendus. 

7. rictinus pilosiis ii. sp. 

Elongatus, opacus, piceoniger, lurido-pilosus. Caput longitudine sua 
paullo angustius, pronoto paullo brevius, sat dense pilosum, pone oculos ex- 
trorsum haud p>rominens, antennis pilosis capite duplo longioribus, articulo 
primo ceteris crassiore, secundo primo multo breviore, tertio secundo longiore, 
quarto tertio'paullo longiore, apicem versus paullo incrassato ; processu apicali 
perhrevi, obtuse subconico; tubercuUs postantennalibus admodum obtusis, haud 
prominentibus; oeulis sat magnis, modice prominulis, nitidis, glahris. Pro- 
7iotum albidogranulatum, sat dense pilosum, apicem versus admodum declive 
et angustatum, basi quam apice duplo latius, lateribus nonnihil pone apicem 
sinuatis, impressione transversali paullo ante medium sita in duos lobos divi- 
sum, lobe postico convexo, lateribus utrinque subangulariter rotundatulis, an- 
gulis posticis retrorsum obtuse prominulis, lobo antico medio callis duobus 
sulcum longitudinalem includentibus instructo. Metasternum area media sex- 
angulari impressa praeditum. Scutellu7n apice subobtusum, ruga media longi- 
tudinali albido-ochracea et puncto ad angulos basales ejusdem coloris praeditum, 
lateribus levissime sinuatis. Corium scutello multo longius, margine exlerno 
basi parce breviter piloso, margine apicali subrecto, intus obsolete sinuato. 
Membrana subopaca, fusca, basi pone angulum externum corii lineola obliqua 
albida slgnata. Abdomen apicem versus perpaullo dilatatum, marginibus quam 
in capite et pronoto parcius et multo brevius pilosis, marginibus posticis seg- 
meniorum connexivi cinereo-ochraceis ; venire glabro, convexo, latera versus 
subexplanato, segmento primo medio subsexangulariter impresso, ceteris seg- 
mentis medio area laevigata e medio retrorsum subito dilatata deplanata 
praeditis, marginibus posticis segmentorum omnium pilis paucis brevibus de- 
coloribus munitis. Valvulae genitalem (9) parce albido-setosae. Pedes pilosi. 
Long. 9 vix ß^i^mm. 

Patria: Nova Granada (D. Dr. Thieme). — Mus. Berol. 
Pilositate ceferisque notis valde insignis et a P. cinctipe de Stäl, specie 
adhuc unica hujus generis, distinctissimus. 



Aradus pubescens Walk, von Para ist nach der Beschreibung vielleicht 
eine nahe verwandte Art. 

Z. B. Ges. B. XXXVI. Abb. 8 



58 



E. Bergroth. 



II. Die neotropischen Aneurus- Arten, 

Von der neotropischen Region war bisher kein Äneurus mit Sicherheit 
bekannt, da die generische Stellung des Ä. suhdipterus Burm. wegen der unvoll- 
ständigen Beschreibung zweifelhaft war. Ich habe von der genannten Art typische 
Exemplare gesehen und darin einen echten Aneurus gefunden. Ausserdem habe 
ich Gelegenheit gehabt, einige andere südamerikanische Speeles zu untersuchen; 
ich stelle sie, mit Einschluss einer texanischen Art, in der folgenden Tabelle 
zusammen. 

1 (4). Corpus elongatum, laterihus subparallelis. 

2 (3). Nitidus, nigricans, ahdomine fuscocinnamomeo ; antennarum articulo 

secundo primo parum longiore, tertio secundo perpaullo longiore, 
quarto fusiformi secundo duplo longiore; tuberculis antenniferis oh- 
tusis; scutello longitudine sua vix latiore; segmento quinto ventrali 
apice late leviter sinuato, medio quam laterihus parum hreviore. Long. 
4:^l2mm. — Nova Granada (D. Moritz). — Mus. Berol. 

Burmeisteri n. sp. 

3 (2). Subnitidus, fusconigricans , ahdomine rufescente; antennarum ar- 

ticulis trihus primis longitudine suhaequdlihus, quarto tertio duplo 
longiore, elongato, hasin versus paullo attenuato; tuberculis antenni- 
feris obtusis; scutello longitudine sua fere duplo latiore; segmento 
quinto ventrali apice late profundius sinuato, medio quam laterihus 
distinctissime hreviore. Long. 5 mm. — Brasilia: Petropolis (Dr. F. 
Sahlherg). — Coli. J. Sahlh Sahlbergi n. sp, 

4 (1). Corpus ovatum. 

5 (8). Ärticuli antennarum duo ultimi lineares vel suhlineares. 

6 (7). Nitidus, rufoferrugineus ; antennis capite fere duplo longiorihus, 

articulo secundo primo multo longiore, tertio secundo perpaullo hre- 
viore suhlineari, quarto primo plus quam triplo longiore, lineari; 
tuberculis antenniferis extus prominulis ; pedihus longiusculis, femo- 
ribus sat rohustis, elongatis. Long. 6 mm.. — Nova Granada 
(D. Moritz). — Mus. Berol Westtvoodi n, sp. 

7 (6). Anguste ovatus, opacus, rufoferrugineus ; antennis capite sesqui lon- 

giorihus, articulis primo et secundo ellipticis, hoc illo miäto angu- 
stiore et distinctissime hreviore, articulis tertio quartoque linearibus, 
tertio secundo parum longiore, quarto duobus praecedentihus simul 
sumptis longiore; tub*erculis antenniferis extus acute prominulis; pe- 
dihus hreviusculis, femorihus incrassatis, clavatis. Long. 5^2 mm. — 
Texas (D. B elfrage). — Mus. Holm mimitus n. sp. 

8 (5). Articuli antennarum duo ultimi haud lineares. 

Subopacus, rufescens; antennarum articulo primo suhglohoso, secundo 
primo paullo longiore, tertio secundo longitudine suhaequali, hasin 
versus angustato, quarto praecedentihus duohus simul sumptis süb- 



Zur Eenutnidb der Aradideu. 



59 



aequilongo, anguste fusiformi; tuber cutis antenniferis obtusis; femo- 
ribus incrassatis, clavatis. Long. 4^/2 — 5 mm. — Brasilia, Nova 
Granada subdiptef us Burm. 

III. Bemerkungen über einzelne Arten. 

1. Die Aradideu-Gattung ^Z^/aites Stäl kann ihren Namen nicht behalten, 
da derselbe bei den Coleoptereu vergeben ist; ich schlage dafür Fhyllocra- 
spedum vor. 

2. Brachyrrhynchus membranaceus Fab. Nach Vergleichung einer grösseren 
Anzahl von Exemplaren aus verschiedenen Ländern finde ich, dass B. albipennis 
Fabr., orientalis Lap. und nasutus Stäl mit dieser Art zu vereinigen sind, denn 
sie gehen durch zahlreiche üebergänge allmälig in einander über. Zu dieser Art 
gehört auch Aradus lugubris Boisd. Die Art ist von Süd- China bis Ceylon 
verbreitet und scheint auf den Sunda-Inseln besonders häufig zu sein. 

3. Brachyrrhynchus abdominalis Stäl kommt auch in Portorico vor. 

4. Brachyrrhynchus tagalicus Stal, von den Philippinen beschrieben, kommt 
auch auf Java vor. Es variirt diese Art sehr wenig; sie ist nicht, wie Stäl sagt, 
schmäler als thoracoceras, sondern stets breiter. 

5. Brachyrrhynchus thoracoceras Montr., mit tagalicus sehr nahe ver- 
wandt, unterscheidet sich aber constant durch dünnere Fühler und schmäleren 
Vordertheil des Halsschildes. Diese Art ist über West- und Nordaustralien, Neu- 
Guinea, Neu-Caledonien und die Fidschi-Inseln verbreitet und scheint recht 
häufig zu sein. Im Gegensatz zu tagalicus ist sie sehr variabel, namentlich was 
die Structur des Hinterleibes betrifft; die Hinterwinkel der Abdominalsegmente 
sind bald gar nicht, bald nicht unbedeutend vorstehend. B. tagalicus scheint 
Stammart von thoracoceras zu sein. 

6. Brachyrrhynchus granuliger Stäl. Unter allen mir bekannten Aradiden 
findet sich keine Art, welche eine so excessive Variabilität zeigt wie diese. Nicht 
nur die Farbe und die Grösse ist sehr wechselnd, sondern auch die Körperform 
variirt von rein oval bis langgestreckt-parallel; die Spinae postantennales sind 
bald gar nicht vorhanden, bald ragen sie über die Augen weit hinaus. Ebenso 
veränderlich ist die relative Länge der Fühlerglieder. Da sich zwischen diesen 
Extremen deutliche und zahlreiche üebergäuge finden, so ist es mir unmöglich 
gewesen, in den mir vorgelegenen Exemplaren mehr als eine Art zu erblicken. 
B. centralis Berg scheint mir auch nur eine Varietät dieser Art zu sein. Da 
die Art im östlichen Theile von Süd-Amerika ziemlich verbreitet und häufig ist, 
so wird sie sich vielleicht einst unter dem Einflüsse verschiedener äusserer Lebens- 
bedingungen in mehrere diff'erenziren. — Einige Exemplare von granuliger sind 
dem verwandten B. lobotus Say sehr ähnlich. 

7. Pictinus cinctix>es Stäl, nach einem Exemplare aus Neu-Granada be- 
schrieben, kommt auch in Brasilien vor, wo ihn Dr. F. Sahiber g an verschiedenen 
Orten auff'aud. Diese Art ist sehr variabel, indem die Verlängerung des Kopfes 
bald einfach conisch, bald parallel, bald sanduhrförmig ist, mit einfacher oder 

8* 



60 



E. Bergroth. Zur Konntniss der Aradiden. 



eingekerbter Spitze. Die Vorderwinkel des Halsschildes sind mitunter gelappt, 
meist aber fast einfach. Im Stockholmer Museum stecken einige Exemplare eines 
Pictinus von Georgien in Nord- Amerika, welche von dem typischen cinctipes 
dadurch abweichen, dass das dritte Fühlerglied deutlich länger als das zweite 
ist; auch sind die Beine einfarbig rothgelb. Ich kann in dieser Form jedoch 
nur eine locale Race des cinctipes sehen. — Bei einzelnen Exemplaren dieser 
Art hat die Halbdeckenmembran schwache Andeutungen von Nerven. 

8. Äradus melaenus Germ., von Stal unter die „species Brachyrrhyn- 
chinorum incertae generis" versetzt, ist nach der Beschreibung offenbar ein echter 
Äradus. 

Indem ich diese Mittheilung abschliesse, sage ich meinen aufrichtigsten 
Dank den Herren Prof. E. v. Martens und H. J. Kolbe, durch deren Zuvor- 
kommenheit ich die exotischen Aradiden des Berliner Museums zur Durchsicht 
und Bestimmung erhalten habe. Auch die Herren Dr. V. Signoret in Paris und 
Prof. Chr. Aurivillius in Stockholm haben mich durch Zusendung von Material 
zum grössten Danke verpflichtet. 



Erklärung der Abbildungen. 



Tafel II. 

Fig. 1. Phimophorus spissicornis Bergr. 
„ 2. „ „ von unten gesehen. 

„ 3. Dysodius quafernarius Bergr. 

„ 4. Brachyrrhynchus alaticeps Bergr. 

„ 5. Kopf des Brachyrrhynchus tagalicus Stal. 
„ 6. „ „ „ gracüicornis Bergr. 

„ 7. Halbdecken des Brachyrrhynchus tagalicus. 
„ 8. „ „ „ gracilicornis. 



61 



Lielieiiologisehe Ausflüge in Tirol. 

Von 

Dr. F. Arnold. 



(Vorgelegt in der Versammlung am 13. Jänner 1886 ) 



XXII. Sulden. 

Der ganze Westrand von Tirol würde als ein lichenologiscli unbekanntes 
Gebiet betrachtet werden können, wenn nicht An zi in Como durch jahrelanges 
Bemühen über einen, wenn auch zumeist ausserhalb der Landesgrenze gelegenen 
Theil des Ortlerstocks Licht verbreitet hätte. Die Granitberge der Adamellogruppe, 
in welcher Payer seine geographischen Forschungen anstellte, sind jedoch für 
die Lichenologie noch nicht erschlossen. DaAnzi nirgends in seinen Schriften 
das Thal von Sulden erwähnt, vielmehr mit Brief vom 29. November 1880 mir 
schrieb: vallem Sulden nunquam vidi, so glaubte ich einige Tage in dieser Land- 
schaft schon zubringen zu dürfen. 

1. Der Weg von Bozen nach Sulden führt an Meran und Schlanders vor- 
über. Milde hat während seines Winteraufenthaltes in Meran (320 m.) nicht 
nur Moose, sondern auch Flechten (Botan. Zeitung, 1864) gesammelt und hiebei 
(iiiepinia polyspora Hepp c. ap. beobachtet. Ich vermag für die Flora von Meran 
nur wenige Beiträge zu bieten. Irtibric. prolixa (Ach., Nyl.) ist häufig auf den 
Feli-blöcken im Naifthale; Farm, tribacia Ach., Flora, 1884, p. 170; (Zw. 751, 
sec. Wainio in lit. etiara est Farm, tribacia) ist an den Glimmersteinen der 
Wiesenmauern am Wege nach Schloss Tirol verbreitet (specim. vidit Nylander), 
Grösseres Interesse erregt die Ruine Brunnen bürg (590 m.) nicht weit von Schloss 
Tirol. A. — Auf dem Mörtel im Innern des Tburmes der Ruine, in welchen 
Buschwerk eingedrungen ist, bemerkte ich: 

1. Heppia ruinicola'^j]., Flora, 1884, p. 388, Lojka exs. hung. 180 : der 
sterile Thallus. 

2. Callop. aurantiac. (Lghtf.). — 3. Acarospora squamulosa (Schrad.), 
Flora, 1884, p. 315: sporae speciei, 0' 009 mm. long., 0'004mm. lat. 



62 



F. Arnold. 



4. ürceol. scruposa (L.). Forma: thällo rimuloso, amylaceo, candido, 
apoth. valde immersis, sporis speciei. 

5. Toninia aromatica (Turn.); in E. Bot. 1777 Smith ipse declarat: 
„Turn. M. S. S.", nicht häufig, pl. normdlis, thallus minute glebuloso squa- 
mulosus, albescens, K—, C—, hyph. non amyl., ap. atra, nuda, ep. ohscure 
viride, ac. nitr. colorat., paraph. parte suprema articul, hym. incolor, jodo 
caerul., hyp. fuscum, K—, sporae rectae vel leviter curvulae, plus minus di- 
stincte 3 septat, 0-018— 24 mm. long., 0-004— 5 mm. lat. 

6. Büimbia coprodes Körb., Flora, 1884, p. 575. Eine in den Formenkreis 
dieser Art zu ziehende Form: thall. granulatus, sordide viridulus, K—, C—, 
hyph. non amyl., apoth. nigricantia, biatorina, intus K—, ep. sordide glaucum, 
ac. nitr. fuscoviolasc, hym. incolor, jodo caerul., paraph. conglut., apice non 
clavatae, hyp. fusc, sporae incol., 1—3 septat., 010— 15mm. long., 003mm. lat. 

7. Diplot. epipolium (Ach.). 

B. — An den Glimmersteinen einer sonnigen Mauer der Euine Brunnen- 
burg wuchsen: 1. Farm, obscura lithotea Ach.: pl. minor, sterilis, laciniis te- 
nuibus. — 2. Xanthoria ulophylla (Wallr. sec. Nyl.), Flora, 1884, p. 244, steril. 
— 3. Callop. flavovirescens (Wulf.). — 4. Placod. subcircinatum Nyl., Flora, 
1873, p. 18, Lamy, Caut., p. 50, Stizb., helv., p. 110, Flora, 1884, p. 311, sparsam: 
thallus K—. — 5. Lecan. subfusca L. f. campestris Schaer., forma apotheciis 
magis rufescentibus. — 6. Rhizoc. Montagnei (Flot.). 

2. Der im Juli 1885 gehegten Absicht, von Hafling (1335 m.) aus den 
Granit des kahlen Iffinger auf Steinflechten zu prüfen, traten mehrfache Hinder- 
nisse entgegen, so dass das kleine Unternehmen unterblieb. In den auf Sand- 
boden des Grödener Sandsteins stehenden Nadelholz wäldern bei Kafling fiel mir 
der Mangel an Cladonien auf, welche doch sonst gerne solche Gehölze bevorzugen. 
An der rissigen Binde der Föhren und Lärchen, sowie an Fichten war stellen- 
weise sterile jE/t^emm ^/iamwot^es Flot., Arn., Tirol, XXI, p. 113, welche ich von 
diesem Standorte in Arn., exs. 483 c. ausgab, zu erblicken. Am unteren Theile 
älterer Föhren bemerkte ich die beiden Cyphelia: a) chrysocephalum (Turn.), 
b) melanophaeum (Ach.). Von den oberen Aesten einzelner Fichten hingen die 
gewöhnlichen Baumbärte herab. An Buchen, welche am Waldsaume ausserhalb 
der letzten Häuser von Hafling zerstreut umherstehen, fand ich keine für Fagus 
sylvat. charakteristische Lichenen, insbesondere vermochte ich JPyrenula nitida 
(Weig.) nicht zu sehen. Nach zweitägigem Aufenthalte in Hafling kehrte ich 
nach Meran zurück. 

3. Prof. Dr. Steiner in Klagenfurt hatte mich benachrichtigt, dass er 
Äcarospora Heufleriana Kb. f. sulphurata Arn. in den Schmittkuötten bei 
Schlanders (721 m.) gefunden habe. Bei der Fahrt nach Sulden durfte daher 
dieser Standort nicht unberücksichtigt bleiben. Nördlich, unmittelbar bei Schlan- 
ders, mündet das felsige, vom Alpenbach durchrauschte Schlandernaunthal. Glim- 
merblöcke bedecken das sonnige Gehänge, auf welchem das Insect Mantis reli- 
giosa auf Beute ausgeht. Weder Strauch noch Baum mässigeu die Kraft der 
Sonnenstrahlen. Nach oben ist der Standort durch eine Wasserleitung abgegrenzt, 



Lichenologische Aueflüge in Tirol. 



63 



jenseits des Baches auf einem steilen Hügel steht eine Ruine. Die Gliramerblöcke, 
welche stellenweise als Felsen hcrausragen, gewährten mir am 9., 10. August 
1881 und am 11. August 1882 folgende Ergebnisse: 

1. 1. conspersa (Ehrh.). — 2. I. prolixa (Ach., Nyl.). — 3. Physcia ele- 
gans (Lk ). — 4. Candel. vitell. — 5. Callop. aurantiac. (L.). — 6. C. ruhel- 
Uanum (Ach. univ., p. 376), Arn., Tirol, VIII, p. 289, exs. praeterea Zw. 115, Anzi 
559, Arn. 43H^, nicht selten und von hier in Arn. exs. 431 niedergelegt. 
— 7. Blastcnia lamprocheüa (DC, Nyl.). — 8. Fsoroma fulgens (Sw.), selten 
auf Erde. — 9. Dimelaena Mougeotioiäes Nyl., Flora, 1872, p. 427, 364, 
D. oreina (non Ach.), Arn., Tirol, XXI, p. 124, exs. Lojka, hung. 151, sec. 
Nyl. in lit. planta tirolensis non est L. oreina Ach., comp. Stizenb. helv., p. 104, 
D. or. Ach. in Exsiccatis, quantum video, nondura distributa est. An den 
Glimmerblöcken in den Schmittknötten ist D. Moug. ziemlich häufig; Hoch- 
stetter sammelte sie, wie aus dem im Herb. Meyer zu Güttingen aufbewahrten 
Exemplare hervorgeht, auf dem Hügel bei Mals. — 10. Rinod. (sit. n. sp.), hie 
und da: pl. minor, B. aren. f. canae Arn., Tirol, VIII, p. 289, extus simülima, 
fted sporis diversa; thallus tenuis, areolatorimulosus, cinerascens, areolae pla- 
nae, K—, C — , hyph. non amyt; apoth. parva, nigric, planiuscula vel leviter 
urceolata, areolis insidentia, intus K — , epith. fuscesc, sporae fusc, 1 sept., Jiic 
inde cum 2. guttidis rotundatis nec cordatis, 010 — 12 mm. long., 0'007 — 8 mm. 
lat., 8 in asco. — 11. Guepinia polyspora Hepp, 1863, Flora, 1870, p. 468, 
Endoc. G. Moug. in Fries, L. E., 1831, p. 410, Heppia G. (M.) Nyl., Flora, 
1873, p. 200, Stizenb. helv., p. 84, Seh wenden er, Unters., 1862, p. 60, t. X, 
fig. 7; Dietr., t. CLXXVI in f., steril und selten. 

12. Acarosp. sidphurata Arn., Tirol, VIII, p. 290, XXI, p. 124 (pl. affines 
sunt: a) L. Maris Duf., Nyl., Scand., p. 173, Th. Fries, Sc, p. 209; h) L. Heuf- 
leriana Körb. par. 57, Arn., Tirol, XXL p. 124, quae sit vera planta Dufourei; 
c) L. microcarpa Nyl., prodr., p. 81, Wedd., Lieh, des Laves d'Agde, 1874, p. 17): 
zerstreut auf grösseren Blöcken und von diesem Standorte in Arn. exs. 885 
ausgegeben. 

13. Acarosp. fuscata (Schrad.). — 14. Sarcog. simplex (Dav.), nicht selten: 
thallus subnullus, apoth. plus minus difformia, margine crasso, crenato. — 
15. Thalloidima caeruleonigricans (Lghtf.). — 16. Thalloid. Toninianum Mass., 
ziemlich selten. — 17. Lecidea enteroleuca Ach., Nyl. ; L. goniophila Körb., 
häufig: thallus subnullus, apoth. valde convexa, epith. glauc, sporae oht, 
012— 15 mm. long., 006— 7 mm. lat. 

18. Lecid. plana Lahm, comp. Flora, 1884, p. 554, Lahm, Westf., p. 107. 
Eine Alpenform, welche von der typischen Pflanze durch stark gewölbte Apo- 
thecien abweicht, an Blöcken ober dem Bache; von dieser Stelle in Arn. exs. 
939 enthalten und von der dort vorkommenden, täuschend ähnlichen L. ente- 
roleuca, welche in einzelnen Exemplaren in Arn. 939 mitausgegeben ist, durch 
das dunkle Epithecium und die schmalen Sporen verschieden. 

19. Lecid. latypea Ach., Nyl., Flora, 1884, p. 562, L. latypiza nicht 
häufig: thallus K flavesc, C—. — 20. Buellia punctif. var. aequata Ach., 



64 



F. Arnold. 



Flora, 1884, p. 586, B. stigmatea Körb., vide Wainio, Adj., p. 114, nicht häufig. 
— 21. Mhizoc. geogr. — 22. Mhizoc. Montagnei (Flot.). — 23. Placidium ru- 
fescens Ach., Flora, 1885, p. 63, selten, aber gut ausgebildet. — 24. Catopyren. 
lecideoides Mass. var. minutum Mass. ric, p. 157, hie und da: sporae oUongae 
speciei. — 25. Psorothichia, pl. substerilis nigricans, nondum satis enucleata, 
an einigen Blöcken am Abhänge und von dieser Stelle in Zw. exs. 698 nieder- 
gelegt. — 26. Tichoth. gemmiferum T., forma apotheciis minorihus, auf dem 
Thallus von Callop. rubelUan. und hie und da in Arn. exs. 431 & mitaus- 
gegeben : spor. speciei, fusc, 1 sept., 015 mm. long., 006 mm. lat., 8 in asco ; 
ebenso auf dem Thallus der oben erwähnten JRinod. 

Das Etschthal bei Schlanders steht zu sehr unter den Einwirkungen der 
Cultur, als dass lichenologische Excursionen Erfolg versprächen. Ich erwähne 
nur noch, dass Xanthoria parietina (L.) und Callop. pyraceum Ach., C. luteo- 
alb. Mass., Körb, häufig an den Bäumen längs der Landstrasse zu finden sind. 

4. Von Spondinig führt die Strasse über Prad nach Gomagoi. Hier zweigt 
der Saumweg südlich in das Thal von Sulden ab; ich zog es aber vor, zunächst 
an Trafoi vorüber zur Passhöhe des Stilfserjoches (2756 m.) hinaufzugehen. Dort 
oben biegt die Strasse um einen Hügel, den letzten Ausläufer der Röthelspitze, 
auf dessen Glimmerfelsen verschiedene Lichenen gedeihen; ich nenne: 

1. I. lanata L. subsp. minuscula Nyl. — 2. I. encausta Sm. — 3. Gyroph. 
cylindr. f. tornata Ach. — 4. Gyroph. corrugata Ach._, Nyl., Flora, 1869, p. 389, 
Arn., Tirol, XXI, p. 121, steril, nicht häufig; die Exemplare wurden von Ny- 
1 ander eingesehen. — 5. Psora aenea (Duf.). — 6. Lecid. promiscens Nyl.: 
pl. athallina, apoth. minora, supra lapidem dispersa. — 7. Lee. lactea Fl., 
pantherina Ach., Th. Fries. — 8. Lee. confluens Fr. — 9. Lee. speirea Ach,: 
hyph. amyloid. — 10. Lee. suhterluescens Nyl. f. oxydata Anzi, Arn., Tirol, 
XXI, p. 135: thdll. ochraceoferrug., Tiyp. suhincolor. — 11. Sporast. testudinea 
Ach., morio Fr. 

5. Eine kurze Strecke von der Passhöhe des Stilfserjoches entfernt be- 
ginnen die Gletscher und Schneefelder, welche sich weithin über den Ortlerstock 
ausdehnen. Der zunächst gelegene Ebengletscher (Petermann, Geogr. Mitth., 
Erg.-Heft 23, 1868, p. 10, 13) ruht hier auf Ortlerkalk. Zahllose, mehr oder 
weniger kleine Kalksteine, zwischen welchen nur wenige Alpenpflanzen vereinzelt 
fortkommen, bedecken den unebenen Boden, aus welchem da und dort niedrige 
Felsen anstehen. Einige unscheinbare Flechten, deren Zahl auf den Felsen 
etwas zunimmt, besiedeln das Gestein. Unmittelbar am Rande des Eises bemerkt 
man auf den Kalksteinen die durch ausgefallene Apothecien angiocarper Flechten 
verursachten Hohlräume; hie und da hat sich auch das verdorbene schwarze 
Perithecium der Apothecien erhalten. Um die nähere Prüfung, ob und wie weit 
die im Gesteine verborgenen Gonidien den Einflüssen der Kälte zu widerstehen 
im Stande sind, zu ermöglichen, nahm ich am 12. August 1881 eine Anzahl 
solcher Steine mit, welche sämmtlich an einer Stelle, kaum einen Centimeter 
vom Eise des Gletscherrandes entfernt (bei 2756 m.) aufgelesen wurden; sie sind 



Lichenologische Ausflüge in Tirol. 



65 



in Arn. exs. 1134 ausgegeben. In der Nähe des Gletschers beobachtete ich fol- 
gende Flechten: 

1. Physcia elegans (Lk.), auf den niedrigen Felsen. 

2. Callop. aurantiac, einzelne Thalliisschollen. 

3. Gyalol. aurella (Hoff.) Arn., pl. alpina, Flora, 1884, p. 258, sparsam. 

4. Lecid. enteröleuca Ach. f. atrosanguinea Hepp: fipermat. arcuata, 
024 mm. long., 001mm. lat. 

5. Lecid. jurana Schaer. 

6. Lecid. mblutescens Nyl., Flora, 1875, p. 300, Arn. exs. 632, sparsam. 
Diese Art ist am gelblichen, oft schmutziggelblichen, rissig gefelderten Thallus 
gut zu erkennen und hiedurch von den verwandten jwana Sch. und i. cae- 
rulea Kplh. zu unterscheiden: hypJi. non amyl, ep. ohscure sordide caerul., ac. 
nitr. colorat., hyp. obscurius, ac. nitr. fuscopurp., K~, sporae 0'017—18mm. 
long., 0-007— 8 mm. lat. 

1. Ämphorid. Hochstetteri Fr.: pl. alpina. 

8. Lithoic. tristis Kplh.: thalluR ohscure fuscus, areolatodiffract. ; sehr 
häufig ist f. depauperata Mass.. welche ich von dieser Stelle in Arn. exs. 
6085 veröffentlichte. 

9. Polyhl. alhida Arn.: pl. alpina, apotli. immersa, spor. incol., polyhl., 
ohtusae, O'OSOmm. long., 012 — 15 mm,. lat. 

10. Tichoth. pygm. Kb., auf dem dünnen Thallus der Lee. enteröleuca. 

6. Das Gehänge, auf welchem die Strasse in vielen Windungen sich zur 
Franzenshöhe hinabsenkt, und der bald beginnende magere, arg misshandelte 
Wald rufen nicht den Eindruck hervor, dass hier lichenologische Thätigkeit 
einen Erfolg erzielen könnte; auch der Blick sowohl auf die gewaltigen Fels- 
massen, zwischen welchen die Gletscherzungen eingelagert sind, als auf die 
obersten Geröllhalden, soweit sie eisfrei erscheinen, und auf die ober ihnen auf- 
ragenden Tabarettafelsen bis zur Payerhütte gibt nur der Vermuthung Raum, 
dass die Aufgabe des Besuchers dieser eisigen Landschaften sich auf die Fest- 
stellung der wenigen Arten, welche hier noch auszudauern vermögen, zu be- 
schränken haben wird. 

7. Im Suldenthale, zu St. Gertraud in Sulden (1845 m.), verweilte ich vom 
13. bis 23. August 1881 und am 12. und 13. August 1882. Hier ebenso wie 
an anderen hochgelegenen Orten in Tirol drängte sich mir die Meinung auf, 
dass die Flechtenflora der Hochalpen ausgiebig doch nur von Solchen ermittelt 
werden kann, welche entweder den Wohnsitz vorübergehend in den obersten 
Schafhütten aufzuschlagen, oder täglich mit neuen Kräften Höhen von drei- 
bis fünftausend Fuss zu erklimmen im Stande sind. Ausserdem, und bei nur 
flüchtigen Besuchen, gewinnt es den Anschein, als ob, zunächst in Tirol, die 
Flechtenvegetation der alpinen Gebirgsstöcke unter sich noch mehr, als es im 
Wesentlichen ohnehin der Fall ist, übereinstimmte. Die verhältnissmässig 
wenigen Lichenen, welche ich in Sulden bemerkte, können in drei Gruppen 
getheilt werden. 

Z. B. Gea. P.. XXXVI. Abh. 9 



66 



F. Arnold. 



Ä. Flechten auf kieselhaltiger Unterlage. Nach der geognostischen Karte 
von Tirol (1849) treten im Suldeuthal Glimmer und Thonglimmerschiefer zu 
Tage. Nähere Aufschlüsse gibt Payer in den Geogr. Mitth., Erg.- Heft 18, 
1867, p. 4. 

1. Gegenüber Sulden am Fusse des Schöneckberges befindet sich ein grobes 
Gerölle von Glimmerblöcken, welches sich bis gegen den vorwiegend aus Lärchen 
und Zierben bestehenden Nadelholzwald fortsetzt. Unter den dort vorkommenden 
Speeles saxic. et terrestr. sind hervorzuheben: 

a) saxicölae: 

1. 1. saxat. panniformis Ach. — 2. 1. omphalodes L. — 3. 1. prolixa Ach., 
Nyl. — 4. Placod. chrysoleucum (Sm.). — 5. Placod. alphoplacum Wbg., Flora, 
1873, p. 18: thall. K. ruhescens. — 6. Pleopsidium cMorophanwn Whg., gut 
ausgebildet an der Unterfläche und an versteckten Stellen der Felsen. — 7. Lecid. 
Dicksonii Ach. — 8. Uhizoc. Montagnei (Flot.). 

h) terrestr es: 

1. Clad. uncialis L. f. ohtusata Schaer. — 2. C. coccifera L. : pl. fructif. 
— 3. C. degenerans Fl. — 4. Cornicularia aculeata Schreb. f. muricata Ach. 
f. alpina Schaer., Flora, 1881, p. 200. Sterile Exemplare dieser Alpeuform sind 
von diesem Standorte in Arn. exs. 872 enthalten. — 5. Peltig. malacea Ach., 
häufig. 

2. Oberhalb der Häuser von St. Gertraud steht noch ein Schutzwald, welcher 
jedoch, sobald thalauswärts die von den Tabarettawänden herabreichenden, unten 
mit Krummholz bestockten KalkgeröUe beginnen, ein Ende nimmt. Hier am 
Saume dieses Schutzwaldes zieht sich eine Art Hohlweg aufwärts gegen den langen 
Stein und den am Fusse des Ortler befindlichen „am Ende der Welt"- Gletscher' 
hinan. Am feuchten Gehänge des Waldsaumes liegen Giimmersteine und Blöcke 
umher und eine Strecke ober dem Walde stehen Felswände an. Ich unterscheide 
auch hier: 

aj Spec. saxicölae: 

1. Aspic. cinereorufescens Ach.: pl. normalis, thallo cinerascente, mit 
f. diamarta öfters auf dem nämlichen Steine. 

f. diamarta Ach., Anzi exs. 74A, Arn., Tirol, XXI, p. 128, an Blöcken 
des feuchten Abhanges und von hier in Arn. exs. 884 ausgegeben: thallus ochra- 
ceus, apoth. maiora. 

2. Catolechia pjulchella Schrad., Journ., I, p. 74, Tb. Fries, Sc, p. 588, 
ic. Ach., meth. 2 f. 2, Sturm, D. Fl., II, p. 28, t. XXVIII, Dietr. 134, Mass. 
ric. f. 170, Hepp 549, exs. Fries suec. 316, Ludw. 159, Stenh. 213, Hepp 549, 
Norrlin 328, Lojka, hung. 90, praeterea Arn., Tirol, XIV, p. 457, auf Erde 
an einer Glimmerwand des Abhanges rechts ober dem langen Stein. 

3. Lecid. aglaea Somft., Stizb., helv., p. 194, ßabh. exs. 366, Erb., 
er. it., I, 386 (excl. synon.), comp. Lee. subhullata Wainio, Adj., 1883, p. 81. 
Diese von der typisclien Pflanze durch den gelblichen Thallus abweichende 
Form fand ich an einer Glimmerwand rechts ober dem langen Stein: thallus 



Licheuologische Ausflüge in Tirol. 



67 



palHde stramineus, non dlbesc, K. fl,avesc., C — , hyph. non amyl., apoth. con- 
vexa, atra, epith. obseure viride, nigric. glaucum, ac. nitr. cöloratum, hyp. fus- 
cididum nec incolor, spor. 012 — 15 mm. long., 006 mm. lat., planta sit propria 
species. 

4. JRhizoc. excentricitm (Nyl.), an einer niedrigen Glinimerwand im Walde. 

5. Microthelia anthracina Anzi, anal., p. 18, Arn., Tirol, XXI, p. 149, 
an einigen Glimm erblöcken unter alten Lärchen kurz vor dem bezeichneten Ab- 
hänge und von da in Arn. exs. 900 aufgenommen. 

Die überall gewöhnlichen Arten können -hier weggelassen werden. 

b) Spec. terrestr. et muscicolae. Seitwärt.^ vom Waldsaume in der Kichtung 
gegen den langen Stein wachsen auf kleineu Erderhöhungen Bhododendron- 
Gebüsche, Vaccinium, dichte Polster von Polytrichiim, Cladouien und verschiedene 
Laub- und Krustenflechten; sie bilden jene in den Alpen öfters wiederkehrende 
Pflanzengruppe, welche aber hier weniger charakteristisch vertreten ist als am 
Eingange in das Längenthal bei Kübthei (Tirol, XIV, p. 449). 

1. Clad. sylvatica L. — 2. C. bellidißora Ach. — 3. C. deformis L. — 
4. C. coccifera L. — 5. C. cenotea Ach., steril. — 6. C. macrophylla Schaer., 
steril. — 7. C. gracilis L. f. macroceras Fl. — 8. C. ecmocyna Ach.. Nyl.! forma 
thallo foliolis exasperata. — 9. C. trachyna Ach, : pl. alpina. — 1 0. 0. cornuta 
L.: sterilis, podetia apice leprosa. — 11. Cetr. island. — 12. Sticta linita Gar., 
steril. — 13. Solor. crocea L. — 14. Einöd, mniaraea (Ach.). — 15. Secoliga 
carneonivea Anzi, über Polyti'ichum-F ohtern und von hier in Arn. exs. 7366 
enthalten. — 16. Icmad. aeruginosa Scop. — 17. Psora demissa Rust., atrorufa 
Dcks. — 18. Biatora granulosa Ehr. f. escharoides Ehr. — 19. Microglaena 
sphinctrinoides Nyl. — 20. Micr. leucothelia Nyl. 

3. Eine Stunde von Salden entfernt, am Wege zu den Tabarettawäudeu, 
tritt ober dem Lärchenwalde ein kleiner Bergvorsprung heraus, welcher mit gneiss- 
ähnlichen Felsblöcken bedeckt ist. Eine Äspicilia ist hier die vorherrschende 
Flechte, in deren Begleitung ausser den gewöhnlichsten Arten einige wenigstens 
der Erwähnung werthe Species vorkommen: 

1. Callop. cerinum Ehr. : pl. saxic-, thallo granuloso, sordide obseure viridi. 

2. Blast, lamprocheila (DC, Nyl.), von diesem Standorte in Zw. exs. 
704 ausgegeben. 

3. Binod. milvina (Whg.). 

4. Aspic. sanguinea Kplh., Arn., Tirol, XXI, p. 128. 

5. Aspic. caesiocinerea Nyl , Flora, 1872, p. 364, Lamy, Cat., p. 84, 
Stizb, helv., p. 125 (Norrlin, Fenn., exs. 242a, b, non omnino congruit), 
von hier in Arn. exs. 934 enthalten: thalliis cinereus, margine protothallo 
atro zonatus, K—, C—, hyph. non amyl, apoth. urceolata, atra, epith. viri- 
duloolivac, hym. jodo caerulesc, deinde vinosum, sporae ovales, O OlS—21 mm. 
long., 010—12 mm. lat., spermog. atra, spermatia recta, 010 —12 mm. long., 
0-001 mm. lat. 

6. Bhizoc. Montagnei (Flot.). 

9* 



68 



F. Aruold. 



7. Tichoth- macrosporum Hepp, parasit. auf dem Thallus von Mhizoc 
geogr. hie und da: apoth. minuta, spor. fusc, ohscure fuscae, 1 sept., subfusif., 
O'OlSmm. long., O'OOßmm. lat. 

4. Thalaufwärts oberhalb der anderen Seite des Schutzwaldes, an dessen 
Fusse St. Gertraud liegt, ragt ein mächtiger Bergvorsprung, der hintere Grat 
genannt, gleichsam zur Stütze der senkrechten Mauer des Ortler hervor. Der 
oberste Kamm (2700 m.) scheint mineralogisch interessant zu sein. Gentiana 
havarica und Äretia glacialis. Der Aufstieg von der linken Moräne des End 
der Welt- Gletschers aus wird den Lichenologeu, da auf den zahlreichen Glimmer- 
blöcken Sporast. testudinea und die gewöhnlichen Alpenformen überwiegen, 
kaum befriedigen. Auf den Felsen ganz oben am Grate bemerkte ich: 

I. Physc. elegans Lk. f. granulosa Schaer., En., p. 52, Flora, 1881, p. 306, 
f. compacta Arn., Flora, 1884, p. 245, steril. — 2. Cdllop. aurantiac. (parum 
evolutum). — 3. Gyropli. cyl. tornata Ach. — 4. Binod. sophodes Ach., 
Nyl., Nov. Galed., p. 44, pl. saxic. alp., exs., Anzi 45, Erb., er. it., I, 676, 
Arn. 830, a Rinod. milvina Whg. vix diversa, sparsam: thalL granulatus, 
K—, C—, apoth. discus fusconigric, viargo thallodes integer, cinerasc, ep. 
K—, spor. ohtusae, non raro cum 2 guttulis maioribus rotundatis, 018 mm. 
long., O'OlOmm. lat. — 5. Lecan. sordida (Pers.): disc. caerulesc. — <6. Lecan. 
dispersa (Pers.): pl« vulg., disco sordide lutesc, margine albido, plus minus 
crenulato. — 7. Äspic. inornata Arn., Tirol, XVII, p. 550, XXI, p. 128, comp. 
Nyl., Flora, 1881, p. 183: pl. cum Arn, exs. 669, omnino congruit, tJiall. sordide 
albesc, K — , C — , hyph. non amyl., ap. urceolata, ep. sordide olivaceoviride, 
hym. jodo caerulesc, spor. oblong., 0'027 — 30 mm. long., 0'012—15 mm. lat., 
spermatia recta, 008— 9 mm. long., O'OOl mm. lat. — 8. Lecid. armeniaca DC. : 
pl. normalis, thallo flavo. 

9. Lee. lactea Fl. f. subecrustacea Nyl. in lit. 4. Jan. 1882 (f. pseudo- 
pilati Wainio, Adj., p. 57, forsan non differt), sparsam: tlialli vestigia K 
rubesc, apoth. speciei, gregaria. 

10. Lecid. promiscens Nyl., Flora, 1872, p. 358, Wainio, Adj., p. 64, 
auf kleineren Steinen: thallus subnullus, apoth. gregaria, intus K—, epith. 
olivaceonigric, non glaucum, hym. incolor, jodo saturate caerul., hyp. sub 
lente nigric, sub microsc. supra oliv aceo fusc, sporae tenues, 0'012mm. long., 
003 mm. lat. 

II. Verruc, comp. Tirol, VI, p. 1131, Nr. 55, XXI, p. 146, Nr. 693, pl. 
alpina (species affinis, sed secund. descript. diversa est V. delita Nyl., Flora, 
1876, p. 310 cum f. subcontinua l^yl, Flora, 1881, p. 189), nicht häufig: thallus 
subnullus, tenuis, sordide albesc, apoth. dispersa, minor a, perith. dimidiat., 
spor. elongatooblongae, 0027— 30 mm. long., 0'010—12mm. lat. 

12. Thelid. pyrenoph. (Ach., Nyl.), Th. Borreri Hepp (P. verrucosa Ach., 
univ., p. 314 sec. Nyl. in Lamy, Caut., p. 109, vix speciäce differt), auf einem 
schieferigeu Kalkglimmerfelsen und von hier in Arn. exs. 899 ausgegeben: 
thallus parum evolutus. Die Pflanze variirt hier auch omnino athallina. 



Lichenologische Ausflüge in Tirol. 



69 



5. Der Weg vom hinteren Grat zum kleinen See hinab und an der Schön- 
leiteuhütte vorüber längs der steilen Gehäuge, welche sträflicher Weise ihrer 
besten Bäume beraubt wurden, zurück nach Sulden, sowie ein Gang zur Schau- 
bachhütte bei Neuschnee kommen, da hiebei lichenologische Beobachtungen 
unterbleiben mussten, nicht weiter in Betracht. 

B. — Kalkflora. 

1. Auf den Wiesen der schmalen Thalsohle vor den ersten Häusern von 
St. Gertraud (1845 m.) liegen Kalkblöcke umher, welche mit Phanerogamen, 
Moosen und Flechten bewachsen sind; unter den letzteren sind hier hervor- 
zuheben: 

a) Spec. saxicolae: 

1. Farm, caesia Hofl\ — Farm, obscura lithotea Ach. — 3. Fhysc. 
elegans (Lk.). — 4. Fhysc. pusilla Mass., Flora, 1884, p. 248: spor. 010— l^mm. 
l07ig., 004— 5 mm. lat. — 5. Fhysc. cirrhochroa Ach., steril. — 6. Callop. 
aurant. — 7. Callop. conversum Kplh. L. Bay., p. 162, comp. Flora, 1884, 
p. 256, nicht häufig; thallus cinerasc, areolato rimulosus, apath. plana, nigric, 
epith. K sanguin., spor. imlaridyblast., 009 — 15 mm. long., 005—6 mm. 
lat., 8 in asco. — 8. Gyalol. aurella (Hoff.), Arn., pl. vulg. — 9. Flacynth. 
nigrum Huds. — 10. Flacynth. subracliatum Nyl., prodr., p. 68, Wilmsia rad. 
Anzi, steril. — 11. Flacod. murale (Schreb.) f. versicolor Pers. — 12. Äcarosp. 
glaucoc. Whg. — 13. Rinod. calcarea Hepp, Arn., Flora, 1884, p. 319: thalli 
glebidae dispersae, pallide cinerasc, K—, C — , apoth. dispersa, convexa, epith. 
fuscesc, sporae speciei, 018 — 22 mm. long., 010 — 12 mm. lat., spermog. atra 
punctif., spermatia recta, 0'004—5 mm. long., 001 mm. lat. — 14. Jonasp. 
epulotica Ach., pl. normalis, Flora, 1884, p. 410. — 15. Thalloid. candidum 
(Web.). — 16. Fsora lurida Sw. — 17. Biat. rupestr. rufescens Hoff. — 
18. Siegertia Weisii (Schaer.): forma apotheciis cpruinosis. — 19. Endoc. 
miniat. L. — 20. Stigmat. clopimum Wbg. f. protuberans Schaer., nicht häufig: 
sporae binae, gonid. hymenialia pallide viridula, 0'009—12 mm. long., 0W4 mm. 
lat. — 21. Lithoic. nigresc. Pers. — 22. Lithoic. glaucina Ach. — 23. Thelid. 
Äuruntii Mass., symm., p. 77, f. detritum Arn., Tirol, XXI, p. 147; Anzi 
exs. 576 vix differt, sparsam: forma minor, thallus tenuis, fere 7nacula indi- 
catus, sordide fuscid., apoth. emersa, perith. integrum, spor. elongatoobl., incol., 
1 Sept., 027— 30 mm. long., 012 mm. lat. — 24. Collema multifidum Scop. 

— 25. Coli, cristatum L. c. ap. 

b) Spec. terrestr. et muscicolae: 

1. Clad. pyxid. f. simplex Ach. — 2. Cetr. isl. L. — 3. Feltig. rufescens 
Neck. — 4. Blast, leucoraea Ach. — 5. Lecan. subfusca f. hypnorum Wulf. 

— 6. Thalloid. caeruleonigric. — 7. Toninia syncomista FL, Th. Fries, Sc, 
p. 335. — 8. Bacidia muscorum (Sw.). — 9. Leptogium atrocaerul. (Hall.). 

2. Vom Thale aus ist ein grosser Kalkblock, der lange Stein, sichtbar, 
welcher ober dem vorhin bezeichneten Schutzwalde liegt. Der Grasboden, 
so weit er nicht von Kalkblöcken bedeckt ist, wird beim laugen Stein zur Vieh- 



70 



F. Arnold. 



weide benützt. Alpenformen sind den gewöhulichen Arten der Kalkflora bei- 
gemengt, doch vermochte ich keine hervorragende Seltenheit zu erblicken. 

1. Parm. caesia. — 2. Gyalolechia Schistidn Anzi, sparsam über Grimmia- 
Polsteru an Kalkfelsen. — 3. Gyalol. aurella (Hoff.) pl. alpina, Flora, 1884, 
p. 258, nicht selten und von diesem Standorte in Arn. exs. 881 ausgegeben. 

— 4. Lecan. dispersa Pers. (pl. norm, disco lutesc, margine albido) atque 
f. coniotropa Fr. (disco fuscorufo, margine caerulesc. integro). — 5. Thalloid. 
candid. Web. — 6. Lecid. enteroleuca Ach. Nyl. f. granuloßa Arn. exs. 411. 

— 7. Lecid. rhaetica Hepp. — 8. Lecid. jurana Schaer. — 9. Endoc. 7niniat. 

— 10. Placidium compactum Mass., Tirol, XV, p. 367, gesellig mit der fol- 
genden Art. — 11. Stigmat. clopim f. protuh. Sch., Flora, 1885, p. 66, ziemlich 
häufig. — 12. Thelid. pyrenopli. Ach., univ., p. 285, Wainio, Adj., p. 170, 
TJi. Borreri H., hie und da; an einem Kalkfelsen seitwärts vom langen Stein 
an dem vorhin bezeichneten Abhänge verbreitet und von diesem Felsen in Arn. 
exs. 899 niedergelegt. 

3. Der Steilabsturz vom Ortlergipfel (3905 m.) bis zu den Häusern von 
Salden umfasst 2060 m. und würde nahezu senkrecht sein, wenn nicht das Ge- 
birge den vorgelagerten Absatz bilden würde, auf welchem der genannte End 
der Welt-Gletscher (2120 m.) aufruht. Dieser Gletscher ist, wie so viele andere, 
in den letzten dreissig Jahren so weit zurückgegangen, dass an einem künftigen 
Vorrücken billig gezweifelt werden darf. Ein wüstes, bei Sonnenschein blen- 
dendes Kalkgerölle bedeckt weithin die Oberfläche. Erst in einiger Entfernung 
von den Stellen, an welchen das unterhalb des vegetationslosen Gerölles befind- 
liche Eis noch nicht weggeschmolzen ist, kommen einzelne Phanerogamen, 
JBiscutella, Silene inflata, Campanula pusilla, zum Vorschein, zerstreute rund- 
liche Flecke sind aus Salix, Dryas zusammengesetzt, in deren Schutz sich 
Moose, Pseudoleskea atrovirens, Ptychodium plicatum, Eäschen von Bryum 
ansiedeln; Arabis alpina und pumila finden hier ihr Fortkommen und die 
kleinen feuchten Kalksteine beherbergen eine dürftige Lichenenflora. Ausserhalb 
dieser Pflanzenoasen ist an den locker gelagerten Kalksteinen nicht eine Spur 
von Flechten zu erblicken und erst am Rande der Moränen, wo grössere Blöcke 
fest im Boden sitzen, nehmen die Lichenen wieder einigen Raum auf dem Ge- 
steine ein. 

1. Acarosp. glaueocarpa Whg.: specimina parva, thallo parum sed di- 
stincte evoluto, apoth. duplo minora, quam apitd typum. 

2. Jonasp. Prevostii Fr., sehr dürftig. 

3. Jonasp. melanocarpa Kplh., Arn., Tirol, XXI, p. 129, sparsam: epith. 
laete glauc, ac. nitr. colorat., sporae ovales, O'OlSmm. long., 0'012 mm. lat. 

4. Lecid. enterol. f. atrosanguinea Hepp exs. 252. 

5. Lecid. lithyrga Fr,, Arn., Tirol, XXT, p. 136: apoth. minora hic inde 
levissime pruinosa, hyp. K sanguin. 

6. Lithoic. tristis Kplh. f. depauperata Mass.: variat omnino athallina, 
apotheciis duplo minorihus, spor. 0'C09 — 10 mm. long., 005 — 6 mm. lat. 



Licheuologische Ausflüge in Tirol. 



71 



7. Verruc. papülosa FL, Körb., syst., p. 350, Arn., Flora, 1885, p. 143, 
eine in allen Theileu kleinere alpine Form, welche zwischen dieser Art und 
V. dolosa Hepp exs. G89 die Mitte hält: thallus minute granulosus vel sub- 
nullus, sordidus, apoth. sat parva, emersa, gregaria, perithec. dimidiat., spor. 
oblongue, simplice^'f, non raro cum l—2(jattidis, G'015 — 18 mm. long., 006 mm. 
lat., S m ascis ohlongis. 

8. Amphorid. crypticum Arn. exs. 1012, nicht häufig: thallus extus 
)ton visihilis, apoth. parva, immersa, solo apice prominentia, perith. integr., 
spor. oblong., 0'024—27 mm. long., 012—15 mm. lat. 

9. Thelid. yyrenoph., Borreri Hepp. 

10. Polybl. albida Arn., pl. alpina: thallus macida indicatus, apoth. 
immersa, apice promin., perith. integr., hym. absq_ue gonidiis, spor. incol., ob- 
tusae, 3—öseptat., septis semel vel bis divisis, 0'024 — 30 mm. long., 0-012—18 mm. 
lat., 8 in ascis latis. 

11. Polybl.: priori afßnis, sed sporae magis divisae, 7 septat., septis 2 — 3 
divisis, 0'034—36 mm. long., 018—20 mm. lat. 

11. Psorothichia recondita Arn. (1881), Forsseil, Gloeolichenen, 1885, 
p. 75, auf kleinen Steinen und von diesem Standorte in Arn. exs. 903 aus- 
gegeben: planta pusilla, lente conspicua, thallus levissime leproso gramdosus, 
gonidia lutescentia fovens, apoth. minutissima, fere punctiformia, nigricantia, 
mollia, fere angiocarpa, ep. fuscesc, hym. hyp. incol., jodo caerul., paraph. 
conglut., sporae simplices, ovales, incol., 0'007— 9 mm. long., 0'004- 5 lat., 8 in 
ascis oblongis. Diese sehr kleine Flechte ist habituell an Thelochroa Montinii 
Mass. anzureihen. 

Diese bämmtlichen Flechten wachsen unter dem Schutze der Moose und 
Phanerogamen in den erwähnten Pflanzenoasen. Längs des Randes der äusser- 
sten Moräne, links vom langen Stein, bemerkte ich auf Kalkblöcken eine eigen- 
thümliche Form der Lithoic. tristis Kplh. f. deformata Arn. exs. 898: thallus 
circulos parvidos, obscuros, plus minus irreguläres formans, apoth. sat rara, 
sporae speciei; von hier in Arn. 898 aufgenommen. 

4. Die Behauptung, dass der eigentliche Ortlerabsturz vom Gletscher 
(2120 m.) bis zum Gipfel (3905 m.) vegetationslos sei, möchte ich als eine durchaus 
nicht allzugewagte Meinung aufstellen. Der Berg wird zwar hie und da vom 
hinteren Grat aus mühselig und mit Gefahr erklettert, es ist mir jedoch nicht 
bekannt geworden, dass hiebei jemals die Frage in Betracht gezogen worden wäre, 
ob die Felsklüfte, durch welche im Sommer oft genug Schneemassen als kleine 
Lawinen abfallen, irgend eine Vegetation, von mikroskopischen Algen abge- 
sehen, besitzen. 

5. Am 20. August 1881 stieg ich von dulden zur Payerhütte (3120 m.) 
hinauf. Eine geraume Strecke unterhalb der Tabarettawände führt der Weg an 
feuchten, nasskalten Kalkfelsen vorbei, über deren Flechtenarmuth ich erstaunt 
war. Der oberste Kamm, auf welchem die Hütte steht, ist schmal und ungefähr 
80 Schritte lang; man blickt, ober der Felswand angekommen, sowohl in den 



72 



F. Arnold. 



Thalboden von Sulden, als in das Trafoier Thal hinab. An den Felsen längs 
dieses Grates bis zur Hütte bemerkte ich: 

a) Spec. saxicolae: 

1. Physc. elegans (Lk.). 

2. Lecid. rhaetica Hepp, nicht häufig : thall. K—, hyph. non amyl., epith. 
ohscure viride, ac. nitr. colorat., liyp. fusc, sp. 022 mm. long., O'009—IO mm. lat. 

3. Lecid. lithyrga Fr., forma: thall. macula indicatus, ap. minora, disco 
suhplano, ep. glauc, K—, hyp. rufesc, K fere sanguin., .fporae suhfusiformi 
oblongae, 0'012 mm. long., 006 mm. lat. 

4. Lithographa cyclocarpa Anzi: pl. omnino athallina, apoth. atra, gyro- 
.<ioplicata, mpra saxum dispersa, epith. ohscure fusc, hym. jodo caeruh, deinde 
vinosum, paraph. robust., hyp. lutesc, spor. oU., 0-004 mm. long., 002 mm. 
lat., numerosae in ascis oblongis. Die Pflanze dürfte ihre systematische Stellung 
besser neben Sarcogyne finden. 

5. Lithoic. tristis Kplh. : a) pl. norm, thallo rimoso areolato, ohscure 
fusco, spor. ovales, 0010— 12mm. long., 0'006—7 mm. lat.; h) f. depauperata 
Mass.: sola apoth. supra lapidem dispersa; c) thalli vestigiis suhcircularihus, 
apoth. raris (f. deformata Arn.). 

6. Verruc, comp. Yerr., Tirol, XVI, p. 398, Nr. 13: thallus macula alhi- 
cante effusa indicatus, apoth. parva, ewergentia, sporae late ovales, 016 — 18 mm. 
long., O'OOOmm. lat. 

7. Verruc: thallus non visibilis, apoth. sat parva, emersa, dispersa, 
sporae ovales, non raro cum guttula maiore, 0'012mm. long., 0'006mm. lat., 
8 in ascis oblongis. 

8. Amphorid. Höchst etteri Fr. 

9. Ämph. crypticum Arn. exs. 1012: thallus non visibilis, apoth. parva, 
immersa, solo apice prominentia, duplo minora quam, apud, A. dolomiticum 
Mass., perith. integr., spor. oblong., 0'027 — 30 mm. long., 0'012~-15mm. lat. 

10. Thelid. pyrenoph. (Ach., Nyl.), Borreri Hepp: pl. normalis, thallo 
evoluto, spor. 1 sept. 

11. Thelid. decipiens H. f. scrohiculare Garov.: apoth. apice prominent., 
perith. integr., spor. 1 sept., 0'030—32mm. long., 015 mm. lat. 

12. Tichoth. pygm. Kb., gesellig mit Lecid. lithyrga. 

b) Spec. terrestres et muscicolae: 

1. Solorina bispora Nyl. — 2. Psoroma gypsac Sm. (1791), comp. Arn., 
Wulfen, p. 162. — 3. Psora decipiens (Ehr.). — 4. Toninia syncomista Fl., 
Bil. Regeliana Hepp. — 5. Dacampia HooJceri Borr. — Diese fünf Arten sind 
mehr oder weniger dürftig ausgebildet. 

C. — Flechten auf organischer Unterlage. 

a) Rindenflechten. Die beiden Nadelholzwälder bei St. Gertraud bestehen 
aus Fichten, Lärchen und Zierben. Es gelang mir nicht, an diesen Bäumen eine 
besonders nennenswerthe Lichenenflora aufzufinden. Alectoria jubata (L.) ist 
häufig an den Lärchen gegenüber Sulden am Fusse des Schöneckberges und von 
hier in Arn. exs. 912a enthalten. Grosse, sterile Exemplare dieser dunkel 



Lichenologiache Ausflüge iu Tirol. 



73 



gefärbten Flechte hängen von den Zweigen herab, den Stämmen entlang bis 
gegen die Gipfel ist die Pflanze in Begleitung von Usnea verbreitet. Gegen den 
Rosimboden zu ist das Gehänge, auf welchen der Zierbeuwald steht, so trocken, 
dass an der rissigen Rinde der Bäume kaum eine Flechte zu erblicken ist. Im 
Schutzwalde oberhalb St. Gertraud fehlt zwar nicht die nothwendige Feuchtig- 
keit, lange Baumbärte, üs. flor. dasopoga Ach., Us. scabrata Nyl., sterile üs. 
microcarpa Arn., Älect. jubata und cana, Evern, divaricata, hängen von den 
Zierbenästen herab, allein ich konnte, obgleich ich von Baum zu Baum ging, 
kaum an dem von der sterilen Rinde entblössten Holze eine oder die andere 
ganz gewöhnliche Flechte bemerken. Ebenso war auf dem oben erwähnten 
Krummholz (Pinns Mughus) nicht mehr als Parmeliops. ambigua (Wulf.) zu 
erblicken, und die Gebüsche der Alpenrosen sowohl im Walde als an den sonnigen 
Gehängen waren so wenig mit Lichenen behaftet, dass ich nur: a) Usnea florida 
L., 2 — 3 cm. lang, an einer fast abgedorrten Rhodod. ferrug.-StsLude an einer 
lichten Waldstelle ober Sulden; b) Platysma pinastri (Scop.) dürftig; c) Binod. 
pyrina Ach., Flora, 1884, p. 321, als Repräsentanten der Alpeurosenflechten zu 
nennen vermag. 

b) Spec. lignicolae: 

1. Clad. corneopallida FL, vide Laurer in Sturm, D. Fl., II, 24, p. 32, 
C. carneola Fr. 

var. bacilliformis Nyl., comp. Arn., Tirol, XXI, p. 114, Flora, 1884, 
p. 82, steril auf dem morschen Holze eines Baumstrunkes im Walde ober 
St. Gertraud. 

2. Lecan. cenisia Ach., univ., p. 361, L. cenisia atque atrynea Arn., Tirol, 
- XXI, p. 126; comp. Th. Fries. Sc, p. 241, not. F., Nyl., Flora, 1883, p. 107, 

auf dem Holze eines alten Cemfem-Strunkes am oberen Waldsaume gegen den 
langen Stein. 

3. Lecan. varia (Ehr.) an Pfosten und Bretterplanken. 

4. Lecid. melancheima Tuck., Flora, 1875, p. 63, Lamy, Caut., p. 75, 
Stizb., helv., p. 211, Wainio, Adj., p. 101. 

5. Buellia punctiformis (HofFm.), gesellig mit den beiden vorigen. 

Ein vollständigeres Bild der Lichenenflora von Sulden wird entworfen 
werden können, wenn einmal die oberen Theile der dortigen Hochalpen erforscht 
sein werden. Bis auf Weiteres wird es gestattet sein, einen beträchtlichen Theil 
der von A n z i vom Stilfserjoche bis gegen Bormio hinab beobachteten Flechten 
in das Thal von Sulden gleichsam herüber zu verlegen. 

Berichtigungen und Nachträge. 
III. Rosskogel. 

1. Aspic. inornata Arn., Tirol, XXI, p. 128, comp. Nyl., Flora, 1881, p. 183. 

2. Lecid. consentiens Nyl., Flora, 1866, p. 371, Th. Fries, Sc, p. 504, 
huc pertineat Asp. pelobotrya (non Wbg.) Tirol, XXI, p. 128. 

Z. Ii. Ges. B. XXXVl. Abh. 10 



74 



F. Arnold. 



IV. Schiern. 

1. Bamal. thrausta Ach.: huc pertinet Bryop. jub. canum, Tirol, IV, 
p. 607, Nr. 1. 

2. Blast, lamprocheila DC, Nyl.; hieher gehören: a) B. ferrug. Tirol, 
IV, p. 609, Nr. 39; h) Biat. ignita Tirol, IV, p. 612, Nr. 61. 

3. Aspic. verruculosa Kplh., Tirol, IV, p. 128, comp. Nyl., Flora 1881, 

p. 183. 

4. Pertus. inquinata Ach., univ., p. 353, P. chiodect. Tirol, IV, p. 616, 
Nr. 96 (excl. synon.): epith. K violac. 

a) Bert, chiodectonoides Bagl., exs. Erb., er. it., I, 399, Venet. 162, differt 
epitJiecio K non cölorato et sporis pauUo maioribus, 042 — 45, rarius 48 mm. 
long., 0'018—21 mm. Tat. 

b) Bert, nolens Nyl., Flora, 1864, p. 489, Leight. Brit., p. 235, sec. 
Stizb., helv., p. 138, Nyl. in Brenner Hogland, 1883, p. 81, est alia species. 

5. Lecid. transitoria Arn. f. subcaerulescens Arn., Tirol, XXI, p. 136, 
an Kalksteinen und Blöcken in der Nähe des Heubades auf dem Schiern. 

6. Plectopsora condensata Arn., Tirol, IV, p. 655, XXI, p. 151, comp. 
Zukal, Flechtenstudien, 1884, p. 26, t. V, fig. 1—5. 

VI. Waldrast. 

A. — 1. Comic, acul. alp. f. obtusata Schaer., spie, p. 255, comp. Flora, 
1881, p. 200, steril auf steinigem Boden am Abhänge oberhalb Trinser Markung. 

2. Blast, lamprocheila (DC), hieher gehört B. ferrug. festiva Tirol, VI, 
p. 1106, Nr. 28. 

3. Lecan. convexula (Arn.) Nyl., Flora, 1883, p. 107, exs. Arn. 541, Tirol, 
XXI, p. 127. 

4. Lecid. lygdiniza Nyl., Flora, 1875, p. 301, auf Kalkglimmerschiefer 
am Abhänge vor der Quelle auf Trinser Markung. 

5. Lecid. subtumidula Nyl., Flora, 1885, p. 42, est Lecid. — Arn., Tirol, 
VI (XVII, p. 564, Nr. 8), XXI, p. 137. 

6. Collema multifidum Sc. var. atroprasinum Schleich.exs.il, 65, Arn., 
Flora, 1881, p. 170, 1885, p. 171, Tirol, XXI, p. 151 (pl. alp. terrestr.). 

B. Gegen Mitte August 1884 benützte Prof. Lojka auf der Rückreise aus 
Tirol die Gelegenheit, um auf der Thalsohle bei Trins (1168 m.) unweit Steinach 
einige Lichenen zu sammeln. Es befanden sich darunter folgende Arten: 

1. Bimel. Mougeotioides Nyl. — 2. Lecanora epanora Ach., prodr., p. 39, 
Schaer., En., p. 65, Nyl., Sc, p. 167, Th. Fries, Sc, p. 256; exs. Schaer. 
615, Hepp 775 (c ic), Anzi 43, Leight. 397, Arn. 539, Zw. 708, Th. Fries 35, 
(f. Gisleriana Müll, Flora, 1874, p. 185, exs. Hepp 774, comp. Stizb., 
helv., p. 115), die typische Pflanze sparsam fruchtend an Glimmerwänden 
bei Trins (leg. Lojka). — 3. Sarcog. clavus (DC.) f. macrocarpa De Not., 
Th, Fries, Sc, p. 409, Arn., Tirol, XXI, p. 140, an Felsen bei Trins 



Lichenologische Ausflüge in Tirol. 



75 



(leg. L.). — 4. Sphinctrina microcephdla Sm. {anglica Nyl.), auf Larix-Eolz 
eiaes Bretterzaunes bei Trins und von da in Zw. exs. 285 C ausgegeben 
(leg. Lojka). — 5. Sirosiphon pulvinatus Breb. in Kütz., Alg., p. 317, 
V. Kern er, Schedae, 1882, p. 171, Ephebe Kernen Zukal, 1. c, p. 172, c. ic, 
Flechtenstudien, p. 31; exs. v. Kerner, Flora Austro-Hung. 800, Arn. 1085; 
Nyl., Flora, 1885, p. 44, beide Exsiccata wurden an Glimmerfelsen bei Trins 
von Prof. V. Kern er gesammelt. 

VIII. Bozen. 

A. 1. 1. pannariiformis Nyl. in Lamy, Cal, p. 35, Stizb., helv., p. 57; 
hieher gehört I. olivac, die sterile Form mit compactem Thallus, Tirol, VIII, 
p. 294, Nr. 22. 

2. Lecan. conizaea Ach., Flora, 1884, p. 335, hieher gehört L. varia, 
Tirol, Vni (X, p. 115, Nr. 7) auf Bliodod. ferrug. in den Eislöchern. 

3. Pertus. lactescens Mudd, man., p. 272, exs. Mudd 260 (thallus K 
rubesc); comp. Leight. Brit., 1879, p. 227, hieher gehört Pert. Westringii 
Tirol, VIII, p. 297, Nr. 59. 

4. ürceol violaria Nyl., Flora, 1875, p. 299, 1876, p. 577, Lamy, Cat., 
p. 93, Arn. exs. 890, auf Porphyrfelsen am Wege nach Rungelstein (leg. P. Pius 
Strasser): thallus obscure cinerasc, obscurior quam apud Uro. scruposam, 
C saturate violaceus, non purpurasc. 

5. Bacidia rubella (Ehr.), auf morschem Holze eines alten Birnbaumes bei 
Sarntheim im Sarnthale, leg. v. Hausmann (Herb. v. Heufler-Hohenbühel); 
das von mir eingesehene Exemplar ist die normale Pflanze. 

B. Herr Prof. Kernstock in Bozen hat im Jahresberichte der k. k. ünter- 
realschule daselbst vom Jahre 1883 die Flechten von Bozen und Umgebung zu- 
sammengestellt. Es befinden sich darunter mehrere für Tirol neue Arten, deren 
Aufzählung ich daher nicht unterlasse. 1. Clad. endiviaefolia Dcks. — 2. Clad. 
alcicornis Lghtf. — 3. Lecania syringea Ach. — 4. Lecanora intumeseens 
Rbt. — 5. Gydlecta truncigena Ach. — 6. Biatora fuliginea Ach. — 7. Leca- 
nactis byssacea Weig. — 8. Pachnolepia decussata Flot. — 9. Acrocordia gem- 
mata Ach. — 10. Sagedia affinis Mass. — 11. Microthelia micula Flot. Einer 
näheren Prüfung sind noch zu empfehlen: 12. Pannaria plumhea L. und 13. 
P. rubiginosa Thbg. — 14. Ärthonia epipasta Ach. — 15. Collema byssinum 
Hoff. — 16. Coli, palmatum Sch. — 17. Coli cataclystum Kb. — 18. Syneclidbl. 
conglomeratus Hoff. — 19. Polychid. muscicolum Sw. 

IX. ßoyeredo. 

A. Im Frühjahre 1883 sammelte Herr Pius Strasser, Capitular im Bene- 
dictinerstift Seitenstetten in Nieder- Oesterreich, in der Umgebung von Bozen 
und Trient mehrere Lichenen, worunter sich folgende drei meines Wissens bisher 
noch nicht in Tirol beobachtete Arten befinden. 

10* 



76 



F. Arnold. 



1. Physcia callopisma (Ach.), Flora, 1884, p. 245, an den vom Regen 
stark ausgewaschenen Kalkblöcken an der Strasse bei Vezzano, westlich von 
Trient. 

2. Psora tabacina (Ram.), Flora, 1881, p, 176, auf Kalkhumus an der 
Strasse von Trient nach Vezzano. 

3. Poh/hlastia rugulosa Mass., mem., 1853, p. 139, fig. 171, F. amphibo- 
loides Nyl., Pyrenoc, 1858, p. 33, exs. Zw. 485, Arn. 250, 724 (Stahl, 
Beitr., I, p. 25, t. VI, fig. 7—12), Venet. 140, Hepp 951, an sonnigen Kalk- 
felsen an der Strasse bei Vezzano: thallus tenuissimus, sordide fuscesc, apoth. 
emersa, atra, dispersa, perith. integr., gonid. liymen. subincol., vix pal- 
Ude viridula, guttata, elongata, 009 mm. long., 002 mm. lat., spor. incol., 
obtusae, polybl., 0'027 — 30 mm. long., 0'015mm. lat. 

B. — Clad. endiviaefolia (Dcks.) wurde steril von Prof. Kernstock am 
See von Terlago bei Trient gefunden. Exemplare von diesem Standorte sind in 
Rehm, Clad. exs. 279 niedergelegt. 

X. Rettenstein. 

1. Pertus. isidioides (Schaer., Nat. Anz. 1821, p. 34, spie, p. 220, Arn. 
exs. 889) ; hieher gehört Pertus., X (XIV, p. 486, Nr. 6). 

2. Lecid. eliminata Arn., Tirol, XXI, p. 133, Nr. 413, Lee. marginata 
Schaer. pp., exs. Arn. 538 est species propria sec. Nyl., Flora, 1883, p. 107, 
(Arn. exs. 538, minime est L. aglaeoides Nyl., Stizb., helv., p. 195). 

XIY. Finsterthal. 

I. Verabredungsgemäss war Prof. Lojka von Budapest am 14. Juli 1884 
in Silz am Inn (679 m.) eingetroifen. Alsbald wurden von ihm einige nur wenige 
Minuten von Silz entfernte, am Fusse des Berges anstehende Phyllitwände in 
Bezug auf ihren lichenologischen Gehalt durchmustert. Etliche Tage später nach 
der Rückkehr von Kühthei wurden diese Wände gemeinschaftlich besichtigt. 
Zwischen Buschwerk und von Grasstreifen unterbrochen stehen dieselben am 
Grunde der weit und breit bewaldeten Nordseite des Berges an. Es wurde ein 
Verzeichniss der hier vorkommenden Flechten hergestellt, welches als ein weiterer 
Beitrag zur Flora der Alpenthäler von Tirol (vgl. XX, p. 388) hier Platz finden mag. 

1. Eamal. polUnaria Westr., steril. — 2. Stereocaulon corallinum (Schreb). 
— 3. St. nanum Ach., Chondrocaulon Th. Fries, Ster., 1858, p. 63, Lepro- 
caulon Nyl., Flora, 1876, p. 578 {L. quisquil. Leers, comp. Th. Fries, Ster., 
p. 65), ic. Mich. 53, 8 (Bagl, Tose, p. 253), exs. Schaer. 588, M. N. 
647, Funck 400 (Funck 100 est error typogr.), Fries, suec. 59, Reh. 
Sch. 18, Le Jolis 32, Mass. 142, Hepp 547, Malbr. 263, Th. Fries 37, 
Stenh. 86, Erb. er. it. I, 1078, Rabh. 490, Roumeg. 24, Jatta 28 (non vidi 
Desm. 48, Flot. 16), steril auf Erde an den schiefen Wänden. — 4. Piloph. 
Cereolus Ach., steril, sparsam längs der Wände. — 5. Clad. coccifera L. — 



Lichenolosrische Aupflüsre in Tirol. 



77 



6. C. fimbriata (tubaef. et prolifera). — 7. C. pyxidata {simplex et stapliylea). 

— 8. C. chlorophaea L., FL — 9. J. saxatilis L. et subspec. I. panniformis Ach. 

— 10. I. conspersa (Ehr.)- — 11. J. caperata L., steril. — 12. I. prdlixa (Ach., 
Nyl.). — 13. L sorediata Ach. — 14. Farm, caesia Hoff. — 15. Parm. pulv. 
muscigena Ach. atque f. farrea Turn., heide üher Moosen steril. — 16. Peltid. 
venosa, sparsam. — 17. Peltig. canina L. — 18. Pelt. rufescens (Neck.). — 
19. Physcia elegans Lk. — 20. Ph. miniata Hoff., Arn. — 21. Cand. vitell. — 
22. Pannaria microphylla Sw. — 23. Pann. lanuginosa Ach., Nyl., Flora, 1883, 
p. 107, thallus sterilis. — 24. Placod. murale (Schreb.) saxicol. (Poll.). 

25. Placod. demissum Flot., siles., 1850, p. 133, Körb., syst., p. 80, 
Stein, siles., p. 75, exs. Zw. 187, Körb. 155 (spec. affinis est L. casta- 
noplaca Nyl., Flora, 1881, p. 538, exs. Lojka 182), steril an einer Fels- 
wand verbreitet und von hier in Arn. exs. 1038 aufgenommen (leg. Lojka): 
thalhis orbicularis, plerumgue effusus, umbrinoolivaceus, ambitu radioso pli- 
catus, lobis rectis vel curvidis, centro plus minus crustaceus, K—, hyph. non 
amyl. 

26. Lecan. atra H. — 27. Lecan. frustulosa Dcks., Nyl., Sc, p. 166, 
Arn. exs. 927, selten. — 28. Lecan. sordida Pers. — 29. Aspic. cinerea 
L. : thallus K rubesc. — 30. Pertus. corallina (L.), steril. — 31. Pertus. 
lactea L., Wulf. — 32. Urceolaria scruposa. — 33. Sphyrid. placophyllum Whg., 
Nyl., Scand., p. 48, Th. Fries, Sc, p. 327, steril und selten. — 34. Lecidea 
tessellata FL, Flora, 1884, p. 553, pl. typica. — 35. Lecid. enteroleuca Ach., 
Nyl., gonioph. Kb. — 36. Lecid. albocaerulesc. W. f. alpina Schaer., Arn. exs. 
808, comp. Wainio, Adj., p. 76; pl. est bona varietas. — 37. Lecid. platy- 
carpa Ach. — 38. Catill chalybeia Borr., Tirol, XXI, p. 138, Flora, 1884, 
p. 569, an den Felswänden: thall. tenuiss., apoth. parva, lecideina, epith. gra- 
nulat., obscure fusc, hym. sub lente viridulum, sub microsc. subincolor, jodo 
caerul., paraph. laxae, clava capitellata, hyp. sat obscurum, parte superiore 
viride, excip. et hyp. ac. nitr. roseoviolac, spor. 009 mm. long., 0025 mm. 
lat., 8 in ascis supra truncatis. — 39. Phaphiosp. flavovirescens (Dcks.). 

40. BuelUa saxatilis Schaer., Th. Sc, p. 601, Stizb., helv., p. 207, Nyl., 
Sc, p. 237, c. ap. an einer Felswand und von hier in Arn. exs. 1058 ent- 
halten (leg. Lojka): thall. pallide stramineus, C — , K flavesc, hyph. non amyl. 

— 41. Rhizoc. geogr. — 42. Rhizoc. Montagnei Flot. — 43. Rhizoc. concentric. 
Dav., Flora, 1884, p. 593. — 44. Rhizoc. obscuratum Ach. — 45. Opegrapha 
gyrocarpa Flot., Flora, 1825, p. 345, Stizb., helv., p. 220: thall. sterilis. 

46. Äbrothallus Urceolariae Nyl., Flora,* 1873, p. 298, sub Lecid., exs. 
Norrlin 193, Lojka, hung. 89, parasitisch auf dem Thallus der Vre. scrup, 
(leg. Lojka): apoth. parva, atra, urceolata, epith. obscure fusc, K— 
hym. jodo fulvesc, hyp. lutesc, sporae fusc, 1 sept., medio leviter constrictae, 
non raro cum 2 guttulis, 015 — 17 mm. long., 0'006—7 mm. lat., 8 in asco. 

47. Bertia Solorinae Anzi, Anal., p. 26, Flora, 1874, p. 154, Melanomma 
SoL, Saccardo, syll. 2, p. 112, forma vel spec. affinis, parasit. auf dem Thallus 



78 



F. Arnold. 



von Syhyriä. placoph. : apoth. atra, punctiformia, gregaria, perithec. fusc, hym. 
jodo fulvesc, paraph. discretae, sporae fuscae, obtusae, 3 sept., saepe cum 
4 guttulis, septis leviter constrictis, juniores octonae, adidtiores 4 — 5 in asco, 
O'OM — 27— 30 mm. long., 0'006 — 7 mm. lat. asci elongati, fere cylindrici. 

48. Mycoporum perexiguum Arn. Wulfen, 1882, p. 173, exs. Arn. 
966, an den Felswänden. Dieses winzige, zur Zeit räthselhafte Gewächs 
kommt in unermesslicher Menge in ganz Europa auf Kieselsubstrat vor und 
ist in den Exsiccatis bei genauerem Nachsuchen öfters zu erblicken. Eine analoge 
Bildung ist auf Kalk bis in die obersten Hochalpen verbreitet. Minks, Beiträge, 
1876, p. 546, t. VI, hat darauf aufmerksam gemacht. Ich erinnere an die Mo- 
rioli von Norman. Auf den Felsen der Kalkalpen sind hauptsächlich über 
dem dünnen Thallus der Angiocarpen kleine schwarze, fest anhaftende Punkte 
in unglaublicher Menge zerstreut: wahrscheinlich Gloeocapsae, deren Bedeutung 
aber noch völlig in Dunkel gehüllt ist. 

II. In der Umgebung von Kühthei wurden die von mir schon früher 
besuchten Standorte nochmals durchstreift (15. bis 21. Juli 1884) und im fol- 
genden Jahre brachte ich abermals einige Tage (16. bis 20. Juli 1885) dort oben 
zu. Auf dem Mörtel eines Fenstergesimses wurde von Lojka alsbald Lecania 
Nylanderiana Mass., comp. Flora, 1884, p. 338 bemerkt. Es gelang, die bisher 
ermittelte Lichenen -Flora von Kühthei um einige Formen zu vermehren, doch 
darf daran erinnert werden, dass unter der zunehmenden Entholzung die Strauch- 
flechten leiden; vergeblich wurden Orte aufgesucht, an welchen, wie auf der 
Bergschneide ober dem Brenner (Tirol, XIII, p. 251), die auf Erde und über 
Moosen vorkommenden Arten in grösserer Fülle vereinigt gewesen wären. Nicht 
nur in Süd-Tirol, sondern auch an vielen Strecken in Nord -Tirol geht das 
Gebirge einer allmäligeu Austrocknung entgegen, welche meines Erachtens fast 
ausschliesslich jener Ausnützuug für forst- und landwirthschaftliche Zwecke zu- 
zuschreiben ist, welche dem Boden zwar nimmt, aber niemals gibt. 

a) Spec. saxicolae: 

1. I. lanata L. subspec. minuscula Nyl., c. ap. auf Glimmersteinen längs 
der Schneide östlich ober den Plendele-Seeen. 

2. Gyroph. cyJ. var. tornata Ach., Tirol, XIV, p. 438, auf einem Gneiss- 
blocke auf dem Abhänge ober Kühthei gegen die Plendele-Seeen; von hier in 
Arn. exs. 1033 enthalten (leg. Lojka). 

3. Placynth. adglutinatum Anzi, Arn., Tirol, X, p. 92 (non Tirol, XXI, 
p. 102), steril an der feuchten Glimmerwand zwischen Kühthei und den Finster- 
thaler Seeen. 

4. Lecan. acceptanda Nyl., Arn., Tirol, XXI, p. 127, Wainio, Adj., 
p. 209, steril an einer feuchten Glimmerwand zwischen Kühthei und den Finster- 
thaler Seeen. 

5. Aspicilia morioides Blomb., Arn. exs. 904, 1044, an Glimmerfelsen 
im Gerölle zwischen den Finsterthaler Seeen. 

6. Jonaspis chrysophana Kb,, von dem Tirol, XIV, p. 440 angegebenen 
Standorte in Zw. exs. 917 aufgenommen (leg. Lojka). 



Licheiiologische Ausflüge iu Tirol. 



79 



7. Lecidea contraponenda Arn. (1884) (comp. L. crustulatae forma illa 
Arn. exs. 678, Tirol, XVII, p. 567, quae non est L. musiva Kb., Arn. exs. 
1054), diese au den Formeukreis der L. cinereo-atra Ach., Th. Pries, Sc, 
p. 509, praecipue Waiuio, Adj., p. 70 sich anschliessende Flechte fand ich auf 
Steinen und kleineren Glimmerblöcken am Fusswege des Abhanges zwischen 
Kühthei und den Finsterthaler Seeen; von hier ist sie in Arn. exs. 1055 
niedergelegt: pl. L. meiosporae Nyl. extus sat siinilis; thallus alhescens, areolato- 
rimulosus, arcolis planis, K—, C — , hyph. leviter sed distincte amyloid., apoth. 
convexula, atra, nuda, hic inde levissime prumata, epith. ohscurum, sordide 
viride, ac. nitr. colorat., hyp. fusc, sporae oblong., 018—22 mm. long., 
0-006— 8 mm. lat. 

8. Lccid. hucothaUina Arn., Tirol, XXI, p. 13G, längs des Abhanges am 
Wege zu den Finsterthaler Seeen : ep. obscure viride, K — , hyp. sordide fusc, 
spor. 010— 12 mm. long., 003— 4 mm. lat. 

9. Thclid. pyrenoph. Ach., Borreri Hepp, pl. illa athallina, Tirol, XXI, 
]'. 147 memorata, an Glimmerfelsen der Wände östlich ober den Plendele Seeen: 
apoth. ernersa, non raro seriata, perith. crassum, dimidiat., sporae 1 sept., 
0024 mm. long., 010 mm. lat. 

b) Spec. terrestres et muscic; Parasitae. 

1. Stereoc. denudatum Fl., Tirol, XIV, p. 437, auf felsigem Boden des 
Abhanges zwischen Kühthei und den Seeen; von hier in Zw. exs. 909 ausgegeben 
(leg. Lojka). 

f. umbonatum Wallr., germ., p. 442, steril in kleinen, dichten Polstern 
auf Erde längs der Felswände zwischen Kühthei und den Seeen, pl. cum speci- 
minibus Wallrothii in Museo Argentorat. omnino convenit. 

2. Clad. sylvatica L., eine robuste, an f. alpestris L, sich annähernde 
Form ist in Arn. exs. 1090 aufgenommen. Am Wege von Kühthei nach 
Marlstein hinab geht bei der Mündung des Mütterthaies ein Bestand von Krumm- 
holz von der Alpe bis zum Bach herab. Die zwischen den Legföhren befind- 
lichen Glimmerblöcke sind mit Cladonien, unter welchen die Formen der syl- 
vatica vorwiegen, bedeckt. Die erwähnten Exemplare bildeten hier einen zu- 
sammenhängenden Rasen. Besonders häufig ist f. alpestris, welche eine ganz 
eigenthümliche Unterform dort entwickelt, wo der untere Theil der Rasen über 
die von Pinus Mughiis überdeckten Blöcke hinabhängt, sie ist als f. intur- 
gescens m. in Arn. exs. 1020a, b, von dieser Stelle ausgegeben: pl. sterilis, 
pars superior cymae monstroso inflata. Diese Form ist analog a) der f. por- 
tentosa Duf., rev., p. 29, exs. Coem. 165a, b, Malbr. 260 (non Hepp 822, quae 
est forma propria) und b) der f. morbida Del., bot. Gall., p. 621, welche beide 
Formen jedoch von sylvatica und nicht von alpestris abstammen. 

3. Clad. uncialis L. f. turgescens Fr., steril im Gneiss und Glimmer- 
geröUe am Eingange in das Längenthal, von hier in Arn. exs. 1022 aufge- 
nommen. 



80 



F. Arnold. 



4. C. amaurocraea Fl., steril gesellig mit Bacomitr. lanuginosum auf 
felsigem Boden oberhalb einer Glimmerwand zwischen Kühthei und den Finster- 
thaler Seeen; von hier in Rehm, Clad. exs. 247«, b enthalten. 

5. Clad. lacunosa Del., Nyl., syu., p. 215, Arn. exs. 985, steril in einem 
kleinen Rasen auf Erde des Felsengerölles am Eingange in das Längen- 
thal angetroffen und von dort in Rehm, Clad. exs. 244 niedergelegt; comp. 
Nyl., Flora, 1885, p. 44. 

6. Clad. trachyna Ach., Arn., Tirol, XXI, p. 115, Flora, 1884, p. 89, 
pl. alpina. Diese bereits in Rehm Clad., mehrfach ausgegebene Alpenform 
habe ich auch in Arn. exs. 1024 veröffentlicht: auf steinigem Boden des mit 
Ehododendron und Zierben bewachsenen Abhanges vor dem Längenthaie. 

7. C. crispata Ach. var. divulsa Del., bot. Gall., p. 625, Nyl. in Norrlin, 
Berätt., p. 320, Arn., Tirol, XXI, p. 115, auf felsigem Glimmerboden am Ein- 
gange in das Längenthal und von hier in Rehm, Clad. 256 aufgenommen. 

f. procera Arn. in Rehm, Clad. (1885) 257, auf felsigem Boden am 
Eingange in das Längenthal; von hier in Rehm Clad. 257 enthalten: pl. röbusta, 
parte inferiore squamosa (comp. Wainio, Adj., p. III). 

8. C. subfurcata Nyl. in Norrlin, Lapp., p. 320, Wainio, Adj., p. 112: 
podetia normaliter ftiscescentia , praecipue apicem versus subulata, demum 
elongata stipata, saepe breviter et sat rare fastigiata, ascypha, exs. Rehm 
144 (non Norrlin, Fenn. 438): steril, am Eingange in das Längenthal 
auf felsigem Boden und von dort in Rehm, Clad. 263 ausgegeben. Die 
Tiroler Pflanze ist vielleicht nur eine Unterart der C. furcata H. Es darf darauf 
hingewiesen werden, dass den Kennern der Cladonien, Flörke, Ach ar ins, 
Delise, die Mehrzahl der alpinen Formen unbekannt geblieben ist, weshalb 
man in deren Schriften vergeblich den gewünschten Aufschluss sucht, 

9. C. ecmocyna (Ach.) Nyl., Lapp. Or., p. 176, auf felsigem Glimmer- 
boden an einer Stelle zwischen den Finsterthaler Seeen und von hier in Rehm, 
Clad. 262 aufgenommen. 

10. C. cornuta L., Flora, 1884, p. 91, steril in dem mit Krummholz be- 
wachsenen Felsengerölle zwischen Kühthei und Marlstein, von hier in Arn. exs. 
1092a ausgegeben: podetia apice pulverulenta. Diese Flechte scheint eine Alpen- 
form der C. gracilis L. zu sein, podetiis apice morbosis. 

11. C. degenerans Fl. f. polypaea Del. sec. specimen in Terra nova col- 
lectum atque a Deliseo determinatum^ auf felsigem Boden des Gneiss- und 
Glimmergerölles am Eingange in des Längenthal und von dieser Stelle in Rehm, 
Clad. 265 enthalten: pl. caespitosa, podetia glabra, apice in ramulos perbreves 
divisa. 

12. C. lepidota (Ach.), Nyl, Lapp. Gr., p. 176, exs. Rehm, Clad. 69, 
70, 121 {C. gracilescens FL, comm. p. 48, exs. Flörke, D. L. III, sec. spe- 
cimina a me visa satis diftert; comp. Wainio, Adj., p. 107), auf felsigem 
Glimmerboden einen Rasen bildend in einer Felskluft zwischen den Finsterthaler 

Seeen und von hier in Rehm, Clad. 266 veröffentlicht. 



Lichenologiaclie Ausflüge in Tirol. 



81 



13. 0. macrophyllodes Nyl., Flora, 1875, p. 447, exs. Lojka hung. 14, 
steril von der Arn., Tirol, XVIII p. 282 erwähnten Stelle in Rehm, Clad. 
277 ausgegeben. 

14. Platysma nivale und 15. P. cucullafum B. : beide Arten c. ap. auf 
Erde der Felsgruppe am vorderen Finsterthaler See von Lojka beobachtet (comp. 
Tirol, XX, p. 385). 

16. Stieta linita G., Tirol, XIV p. 454, steril auf felsigem Boden zwischen 
Kühthei und den Seeen (Zw. exs. 524, leg. Lojka). 

17. Gyalolechia nivalis Kb., von dem Tirol, XIV p. 455 angeführten 
Standorte in Zw. exs. 578 aufgenommen. 

18. Secoliga carneonivea Anzi, parasitisch auf dem Thallus der Peltid. 
aphthosa am Eingange in das Längenthal. 

19. Thelocarpon epibolnm Nyl., Flora, 1885, p. 45, parasitisch auf den 
Thaiinsschuppen von Normand. laetevirens im Glimmergerölle am Eingange 
in das Läugenthal (leg. Lojka), von Nyl. in lit. bestätigt. 

20. Phacopsis vulpina Tul., Arn., Tirol, XXI p. 152, auf Evernia vulp. 
au einem Zierbenstrunke vor dem Längenthaie von Lojka beobachtet. 

21. Endococcus complanatae Arn.,. Tirol, XXI, p. 158, parasitisch auf den 
Thallusschollen der Lecan. complan. Kb. an der Felswand zwischen Kühthei 
und den Seeen, von diesem, Tirol, XIV p. 440 erwähnten Staudorte in Arn. 
exs. 1141 ausgegeben. 

22. Leptosphaeria Stereocaidorum Arn., Tirol, XIII p. 282, XXI p. 154, 
parasitisch auf Stereoc. denudat. an feuchten Felswänden östlich ober dem 
Plendele-See von Lojka beobachtet. 

Var, vel subspecies affinis, selten parasitisch auf veraltetem Thallus der 
Solorina crocea auf felsigem Boden zwischen den Plendele- und Finsterthaler 
Seeen: apoth. atra punctiformia, e thallo prommpentia, perithec. dimidiat., 
obscure viride, K—, hym. ahsque paraph. distinctis, jodo fulvescens, sporae 
incot., fusiformes, 5 septat., O-OlS—21 mm. long., O'OOS — 4 mm. tat., 8 in asco 
uniseriatae. 

c) Liehen en auf Rhodod. ferrugineum (comp. Tirol, XIV p. 461, XVIII 
p. 281). 

1. Platysma yiivale (L.), steril am Grunde eines abgedorrten Stämmchens. 

2. Ochrolechia geminipara Th. Fries, L. leprothelia Nyl., Wainio, Adj., 
p- 175, selten und steril an alten Stämmchen. 

3. Lecan. subf. chlarona Ach., von dem Tirol, XIV p. 461 erwähnten 
Standorte in Zw. exs. 915 ausgegeben (leg. Lojka). 

4. Lecid. neglecta Nyl., Tirol, XXI p. 138, der sterile Thallus an älteren 
Stämmchen nahe am Boden. 

5. Buellia paras. Ach. f. saprophila Ach., Körb., selten an alten Stämmchen. 

d) Speeles cortic. et lignicolae: Tirol, XIV p. 460, 465, XVIII p. 281. 

1. Usnea harh. florida L. : pl. minuta, thallo compacto, saepe pulvinulos 
formans, an Pfosten der Einfassung einer Wiese unweit Marlstein am Wege 
nach Kühthei, von hier in Arn. exs. 1017 enthalten. 

Z. B. Ges. B. XXXVI. Abh. 11 



82 



F. Arnold. 



2. Evernia furfuracea L. c. ap., hie und da an Zierbenästen. 

3. Comic, aculeata f. muric. älpina Schaer., steril am Holze eines alten 
Zierbenstrunkes am Eingange in das Längenthal. 

4. Plat. fahlunense (L.) c. ap. auf dem Holze eines alten Zierbenstrunkes 
am Abhänge zwischen Kühthei und Marlstein. 

5. Biatora einndbarina Smft., an der Rinde von Pinns Mughus im Felsen- 
gerölle zwischen Kühthei und Marlstein. 

6. Biatora Tornoensis Nyl., Herb. Fenn., 1859, p. 110, Sc. p. 195, Arn. 
Tirol, XXI p. 132, Th. Fries, Sc, p. 465, am Holze eines alten Zierbenstrunkes 
am Eingange in das Längenthal : thallus subnuUus, apoth. biatorina, atrofusca, 
convexa, epith. fusc, Jiym. hyp. incol., jodo caeruh, sporae ovales, limbatae, 
0-018-22 mm. long., 010— 12 mm. lat. 

7. Sphinctrina microcephala (Sm.), anglica Nyl., auf dem Holze abgedorrter 
Zierbenäste im Längenthaie (leg. Lojka). 

XV. Giirgl. 

1. Stereoc. denudatum Fl. f. umbonatum Wallr., germ., 1831, p. 442 
(sec. specim. Wallr. in Museo Argentorat. asservat.), auf steinigem Boden neben 
Moospolstern an felsigen Stellen : pl. sterilis, compacta, pulvinata, ramuli ab- 
breviati, depressi. 

2. Blast, lamproeheila (DC, Nyl.); hieher gehörte, ferrug. aus der Um- 
gebung von Gurgl, Tirol, XVm p. 286, Nr. 11, XXI p. 98, Nr. 5, var. 

3. Placod. murale Schb. subsp. Garovaglii Körb., par. 54, Nyl., Armor., 
p. 379, Stizb., helv. p. 88, nicht häufig auf Blöcken des Gerölles gegenüber Gurgl. 

4. Callop. exsecutum Nyl., Flora, 1880, p. 388 sub Lecanora, C. diphyes 
Arn., Tirol, XX p. 381, excl. synon., auf Glimmersteinen längs der Gipfelschneide 
des Festkogels und von hier in Zw. exs. 576 ausgegeben: hyp. fuscidulum. 

5. Lecid. latypea Ach., Nyl.; die Tirol, XXI, p. 99, Nr. 15, p. 137 erwähnte 
Form dieser Art von der Gipfelschneide des Festkogels ist in Zw. exs. 604 enthalten. 

6. Lecidea modicula Nyl., Flora, 1885, p. 41, ziemlich selten an Glimmer- 
felsen einer Felskluft am Nordabhange der hohen Mut. 

7. Buellia aethalea Ach., Th. Fries; die Arn., Tirol, XXI p. 99, 140 
erwähnte Form mit etwas grösseren Sporen ist in Zw. exs. 610 veröffentlicht. 

8. Bhizoe. petraeizum (Nyl.) Arn., Tirol, XXI p. 142, Arn. exs. 721, 
comp. Wainio, Adj., p. 135. 

9. Stigmat. cloimnumW. f. porphyriuvi Meyer, Stizb., helv. p. 232; diese 
Flechte ist von der Arn,, Tirol, XV p. 367, Nr. 21 bezeichneten Stelle in Zw. 
exs. 619^, B (specimina juniora) ausgegeben. 

XVI. Ampezzo. 

A. — Aufenthalt in Schluderbach vom 15. bis 21. Juli 1882. 
I. Nachträge zur Flora der Kalkflechten: 

1. Acarosp. glaucocarpa Wbg. f. conspersa Fr., comp. Flora, 1884, p. 314, 
pruinosa Kplh., auf Kalksteinen eines Gerölles am Fusswege von Schluderbach 



Lichenologische Ausflüge in Tirol. 



83 



zum Val foudü unter Finus Mughus von diesem Standorte in Arn. exs. 925 auf- 
genommen. 

2. Jo}i. Prevostii Fr. f. tuviulosa Arn. in Zw. exs. 716, an Kalkfelsen 
des Abhanges vor der Schlucht unterhalb des Griesthalgletschers (Zw. 716): 
apothecia tlidlli tuhcrculis hiantibus innata. 

f. 2^ateUula Arn. exs. 936, auf einigen Kalksteinen am Abhänge oher 
den Plätzenwieson und von hier in Arn. 936 enthalten: a ti'po differt apo- 
theciis crassioribus, planis, margine non vel parum inflexo (comp. L piatellula 
Arn. exs. 624, Flora, 1874 p. 381, Tirol, XVI p. 395). 

3. Jonasp. heteromorplia Kplh., Arn. exs. 498, Flora, 1874, p. 376, längs 
der Spalten der wenig vorragenden Kalkblöcke ober den Plätzenwiesen. 

4. Catül. subnitiäa Hellb., comp. Arn., Tirol, XVI p. 390, an niedrigen 
Kalkfelsen des Abhanges ober den Plätzenwiesen: thallus crassiusculus, tenuiter 
rinmloHUS, pullide cervinulus, apoth. atra, ep. hyp. ac. nitr. saturate violacea, 
K autem non colorata, ep. obscure glauc, hyp. nigric. viride, non rufum, 
spor. 1 Sept., incol., 009 — 12 mm. long., 0'004mm. lat. 

5. Thelid. dominans Arn., Tirol, XXI p. 148, XVI p. 396, am Grunde 
eioer Kalkwand am Bachufer beim Eingänge in das Val fondo unweit Schluder- 
bach, von hier in Arn. exs. 953 ausgegeben: f. tliallo hie inde parum decussato, 
(ipothcciis magis immersis, extus parum visib., sporis speciei. 

6. Pol. cupularis (Mass.), Arn. f. microcarpa Arn., Tirol, XXI p. 148, diese 
schon Tirol, XVI p, 399 erwähnte kleinfrüchtige Form ist von diesem Standorte 
unterhalb des Griesthalgletschers in Lojka, Lieh. univ. exs. 100 ausgegeben, 

7. Polybl. dermatodes Mass. f. exesa Arn. (1882), am kahlen Abhänge 
ober den Plätzenwiesen auf i)latten, wenig aus dem begrasten Boden hervor- 
ragenden Felsen; von je einem solchen Felsen in Arn. exs. 956, 957, ver- 
öffentlicht: thallus cinerasc, apoth. valde immer sa, plantae habitus dilutus vel 
exesus, sporae speciei. 

8. Microthelia cartilaginosa Arn., von dem Tirol, XVI p. 399, Nr. 17 
angeführten Standorte am Aufstiege zum Griesthalgletscher in Arn. exs. 958 
aufgenommen. 

II. Rinden- und Holzflechten. 

A. — An Sorbus aucup. an der Strasse zwischen Höhlenstein und Schlu- 
derbach: 1. Parm. tenella (Scop.). — 2. Mallotium saturn. (Dicks.), toment. 
Hoff-, steril. 

B. — An Salix caprea bei Schluderbach: 1. Blast, ferruginea (Hds.): 
thallus subnullus, apoth. dispersa, sporae speciei. — 2. Buellia parasema (Ach.). 

C. — Nachträge zu den Tirol, XVI p. 405 erwähnten Spec. cortic et lignic. 
1. Usnea barb. hirtella Arn. exs. 911, Flora, 1884, p. 68, vereinzelt an 

Fichtenzweigen: pendula, tenuis, parum ramosa, th. crebre et minute fibril- 
losus, fibrillis patentibus, brevibus. 

11* 



84 



F. Arnold. 



2. U. scabrata Nyl., Flora, 1875, p. 103: a) an den Aesten einiger Fichten 
am Waldsaume der Strasse zwischen Schluderbach und Ospidale; von hier in 
Arn. exs. 907« ausgegeben: pl. procera, pendula, stricta, ahsque ramulis 
paientibus. b) häufig au den Zierbenstämmen im Nadelwalde zwischen Schluder- 
bach und Ospidale und von hier in Arn. exs. 007 6 aufgenommen: pl. minus 
stricta quam Arn. 907«, potius U. plieatam Fr. (non Schrad.) repräsentans. 

3. Älect. cana Ach. f. fuscidula Arn. (1882), steril, an den Zweigen einer 
Fichte unweit des Wegmacherhauses bei Schluderbach (Arn. exs. 914Ö: thall. 
fuscidulus, K flav). 

4. Alect. bicolor Ehr., steril an einem Fichtenaste bei Schluderbach. 

5. Alect. ochroleiica Ehr., steril an einem Fichtenaste zwischen Schluder- 
bach und Ospidale. 

6. Oclirol upsaliensis (L.), comp. Flora, 1882, p. 136, Nyl., Flora, 1881, 
p. 454, an dünnen Fichtenzweigen an der Strasse gegen Ospidale: tota planta C — . 

7. Lecan. Hageni Ach. var. Bormiensis Nyl. Die Tirol, XVI p. 413, Nr. 9, 
XXI, p. 127 erwähnte Flechte vom Bretterzaune bei Schluderbach ist in Arn. 
exs. 996« ausgegeben. 

8. L. mughicola Nyl. Exemplare von den Zierbenästen ober den Plätzen- 
wiesen, Tirol, XVI p. 410, XXI p. 99 sind in Arn. exs. 930 niedergelegt. 

B. Am Dürrenstein (Tirol, XVI, p. 399) hat auch v. Wulfen Flechten 
gesammelt. Vom Bade Prags aus, welches er wiederholt besuchte, wurden bo- 
tanische Streifzüge auf die benachbarten Alpenberge unternommen. Unter 108 
von V. Wulfen an Sehr eher in Erlangen gerichteten, in die Zeit vom 16. Juli 
1781 bis 27. December 1804 fallenden Briefen, welche in der k. Universitäts- 
bibliothek daselbst aufbewahrt sind und deren Einsicht mir durch Vermittlung 
von Herrn Prof. Dr. Reess ermöglicht wurde, befinden sich zwei Briefe aus 

Prags. Am 8. Juli 1790 schreibt v. Wulfen: „ ein Paar Schuhe ist bereits 

auf den scharfen Kalkfelsen weg. — In meinem Leben habe ich eueren Lieh, 
pinastri nicht so häufig gesehen, als er hier schier auf allen Bäumen vorkommt, 
und nur hier habe ich ihn fünf- bis sechsmal mit seiner Fructification gefunden. 
— Ein kurzes Register der aufgefundenen Gewächse will ich niederschreiben: 
Lieh, resupinatus, saccatus, pulchellus, miniatus, crispus, pinastri, islandicus, 
tartareus, calcareus, parellus; quidam ex pulmonario genere mihi hactenus 
nondum visus ; furfuraeeus ; Lieh. Botrytes Hagenii, quem is cum Dillenii sub- 
ramoso nicht hätte vermengen sollen, denn sie sind unterschieden; Lieh, vul- 
pinus. Ich kann mich in der Synonymie so gut als Andere betrügen, aber für 
meine Beschreibungen und deren Richtigkeit stehe ich gut." 

Von Klagenfurt aus schreibt sodann v. Wulfen am 21. Juli 1790: „ — Nun 
bin ich wieder zu Hause. Den 14. d. M. verliess ich die Braxer Alpen, doch 
nicht ehevor ich von dort aus noch viel höhere Alpen bestiegen hatte. Ich will 
sagen die Sarialpe und jene des sogenannten Landkogels. Um 12 Uhr stand 
ich auf der Spitze des Landkogels mit einem alten Pusterthaler Jäger. Ich sam- 



Lichenologischö Ausflüge in Tirol. 



85 



Hielte Lieh, nivalis, tauricus und Island.; sagen Sie mir doch Ihre Meinung 

in Betreff des beigeschlossenen Liehen, den ich gleichfalls auf diesen Alpen fand. 
Wenn Sie ihn in Wasser legen werden, werden Sie seine wunderliche Fructifi- 
cation sehen, suntquc bullae sphaeroidice inflatae, glaucovirescentes, rainusculis 
fruticosis quandoque oruatae, superficiei superae in medio aut versus latereni 
niarginis insideutes peltarum scutellarumvo loco. Glaucus Linnaei vel Dillenn 
wird er doch wohl schwerlich sein." 

Im zweiten Briefe, Prax, 14. Heuinonates 1794 schreibt v. Wulfen: 

„ Soeben komme ich nach einem beschwerlichen Herumklettern vom Geisl. 

Der Geisl ist das höchste Alpengebirg um die Praxer Alpen. Ich hoffte weiss 
nicht was für Schcätze zu finden, fand mich jedoch betrogen. Entweder ist auf 
diesem Kalkgebirge nichts zu suchen, oder, was viel wahrscheinlicher ist, erst 
nach einem Monate. — Unter Allem, was ich gefunden, hat mich am Meisten 
gefreut. Lieh, vulpinum in der Blüthe zu finden. Weder Dillen, noch sonst 
ein Anderer, ja nicht einmal ich habe ihn seither mit einer Fructification ge- 
sehen. Hier überschicke ich Ihnen ein Stück davon." 

Soweit meine Wissenschaft reicht, hat v. Wulfen in der Umgebung des 
am Fusse des Dürreustein gelegenen Bades Prags 24 Lichenen beobachtet: 

1. Älect. ochroleuca (Ehrh.), Lieh, melanoceros W. in Rom., Archiv, III, 
1805, p. 424, comp. Arn., Wulf., p. 166. Im Briefe vom 26. August 1795 schreibt 
V. Wulfen an Schreber: ,,L. melanoc. (den Ehrhart ochroleucum nennt)." 

2. Ev. vulp., Rom., Arch., III, 1805, p. 425; Briefe vom 8. Juli 1790 und 
14. Juni 1794. 

3. JSv. furfuraeea L. ; Brief vom 8. Juli 1790 (siehe oben). 

4. Stereoe. incrustatum FI, comp. Arn., Wulf., p. 161. Im k. k. bota- 
nischen Hofcabinete in Wien werden die vom Maler Meiling, welchen v. Wulfen 
wiederholt in seinen Briefen an Schreber erwähnt,') gefertigten Originalab- 
bildungen der in Jacq. Coli. 2—4 beschriebenen und abgebildeten Lichenen, 
sowie nahezu 50 Abbildungen aufbewahrt, welche v. Wulfen durch Meiling 
hatte anfertigen lassen und welche, da die Fortsetzung der Collectanea unter- 
blieb, nicht im Druck erschienen sind. Die Einsicht dieser Tafeln und des 
Manuscriptes von v. Wulfen 's Flora norica, Abthlg. Lieh, (ein in III Octav- 
blättern bestehendes Fragment), wurde mir durch die Güte des Herrn Prof. Dr. 
Reichardt in Wien ermöglicht. Auf einer dieser Tafeln ist Ste?-. incrust. 
unter dem Namen Lieh, solstitialis sehr gut colorirt abgebildet und von dem 
auf der nämlichen Tafel a—d abgebildeten „L. pasehalis L.* wohl unterschieden. 
Allem Vermuthen nach wurde Ster. inerust. von v. Wulfen bei Niederndorf 
aufgefunden. 

5. Clad. Botrytes H., Jacq. Coli. 4, p. 238; Brief vom 8. Juli 1790 
(siehe oben). 

6. Tham. vermic. L. Im Briefe vom 7. Jänner 1792 sagt v. Wulfen: 
„quare subuliformem vocant? nec vermicularem? Als ich ihn herausgegeben 



*) Brief yom 7. Juni 1795: „mein Meiling ist todt." 



86 



F. Arnold. 



sub iioniiue Taurici, hatte ich Amoenit. acad., t. X noch nicht, wo ich erst sah, 
dass er vermicularis heisst;" und im Briefe vom 12. November 1794 hebt 
V. Wulfen hervor, dass er den Lieh, tauricus im Jahre 1786 gefunden habe. 

7. Cetr. Island.; Briefe vom 8. und 21. Juli 1790 (siehe oben). 

8. Fiat, nivale (L.); Brief vom 21. Juli 1790, Coli. 4, p. 252. Die Flechte 
mit deutlich erkennbaren Spermogonien ist auf einer der bezeichneten Tafeln 
abgebildet. 

9. Plat. junip. L., Coli. 4, p. 249. 

10. Plat. pinastri (Scop.); Brief vom 8. Juli 1790, Coli. 4, p. 250. v. Wulfen 
hielt diese beiden Pflanzen für eine Art. Auf der in Wien befindlichen Tafel 
ist unter h P. pinastri, unter c P. junip. abgebildet; Fig. a, „prima aetate", 
stellt ein kleines Exemplar der sterilen Pflanze vor; Fig. h, „florescentia tem- 
pore et cum fructificatione", ist P. pinastri c. ap.; v, Wulfen schickte mit 
Brief vom 21. August 1790 („ich weiss, dass Sie den sogenannten Lieh, pinastri 
mit seiner Fructification kaum erwarten können, daher überschicke ich ihn 
sogleich hier eingeschlossen") ein Exemplar an Schreber; dasselbe ist jedoch, 
wie so viele andere, in dessen Herbarium in München nicht mehr vorhanden. 
Die Abbildung Fig. c, „ultima aetate undique sese elevans, a multis perperam 
pro lichenis varietate lutea habitus", ist P. junip., steril. 

11. Plat. glauc. L.; Briefe vom 8. und 21. Juli 1790. Nachdem Schreber, 
wie anzunehmen ist, die ihm überschickte Form (f. ampullacea Wallr., Arn., 
Wulf., p. 165) sofort als den L. glaucus L. erkannt hatte, antwortet v, Wulfen 
im Briefe vom 21. August 1790: „Der letztlich überschickte jCic/i. e pulmonar. 
genere ist also der wahre L. glauc. Liiinaei. Wie freut es mich, dass wir hierin 
einer Meinung sind, denn wirklich habe ich ihn als den L. glauc. L. malen 
lassen"; vgl. Jacq. Coli. 4, p. 276, t. XIX, fig. 2. 

12. Nephr. resupin. L. ; Brief vom 8. Juli 1790, Coli. 4, p. 257, Arn., 
Wulf., p. 163. 

13. Solor. saceata L. ; Brief vom 8. Juli 1790, Coli. 4, p. 270. Auf einer 
der in Wien aufbewahrten Tafeln ist die normale Pflanze abgebildet; comp. 
Arn., Wulf., p. 165. 

14. Parm. eaesia HolF., Lieh, pulch. im Briefe vom 8. Juli 1790. Die 
von V. Wulfen gefundene Flechte dürfte die Alpenform PI. caesitia "Njl., Arn., 
Tirol, XXI, p. 118 sein. Möglicherweise gehört hieher die Abbildung einer 
Parm. mit braunen Apothecien, welche auf einer der Wiener Tafeln (Lieh, 
crassus) seitwärts angebracht ist. 

15. Physc. elegans Lk. „Lieh, candelaris L." ist auf einer der Wiener 
Tafeln dreimal abgebildet und im Blatte 67 des Manuscriptes der Flora norica 
scheint auf diese Abbildungen Bezug genommen zu sein. Die Abbildung a 
kommt hier nicht weiter in Betracht. Abbild. Fig. h: „Lieh. eand. Linnaei 
in alpe Dürrenstein prope Prax" (Tafel); „&: Dürrenstein cum Lieh, confltientc" 
(Mscpt.) stellt eine kleinere Form der Physc. elegans dar. 



Lichenologische Ansflüge in Tirol. 



87 



16. Ph. cirrhochroa (Ach.). Hieher gehört Abbild, c: „L. candel. Linn., 
zu Prax" (Tafel); „c: prope balnemn Praxcnse, minutissime descissum" (Mscpt.). 
Der auf dunklem Kalk vorkommende sterile Thallus ist hier gut abgebildet. 

17. Psoroma gypsaceum (Sm.); Brief vom 8. Juli 1700 (L. tart.); Coli. 4, 
p. 241, Arn., Wulf., p. 162. 

18. Ochroh upsalicnsis L., videtur; Brief vom 8. Juli 1790 (parelhis). 
Auf einer der Wiener Tafeln ist unter Fig. f eine Flechte abgebildet, welche 
unbedenklich als 0. ups. aufgefasst werden darf. 

19. Lecan. snbf. hypnor., Coli. 4, p. 233. Die Sarialpe liegt zwischen 
Prags und dem Toblacher See. 

20. Äspic. calcarea L.; Brief vom 8. Juli 1700. Auf einer der Wiener 
Tafeln ist die var. contorta HoflF. gut abgebildet; der Standort ist nicht an- 
gegeben. 

21. Thalloid. caeruleonigric. Lghtf. (und die verwandten Arten Th. candid. 
W., ahitac. et rosulat. Anzi, Arn., Tirol, XVI, p. 402). Im Briefe vom 3. Mai 1794 
schreibt v. Wulfen: „Sie haben mich einmal gefragt, ob ich Scopoli's Lieh, 
setifolium kenne? Ich kenne ihn, fand ihn häufig auf den Praxer Alpen und 
Hess ihn malen; er ist ebenderselbe, den Weber Licli. candidum genannt hat." 
Auf zwei der im k. k. Hofcabinete aufbewahrten Tafeln finden sich in der That 
gute Abbildungen von Th. cand. und caer., daneben aber auch unter Fig. c, d 
Collema-¥ oimm; aus dem beigesetzten kurzen Text ist nicht ersichtlich, ob die 
am Dürrenstein gesammelten Exemplare abgebildet wurden; doch darf diese 
Annahme als wahrscheinlich gelten. 

22. Lecidea. Neben der Physc elegans Lk., Fig. b ist eine alpine Kalk- 
Lecidea abgebildet, welche v. Wulfen als LicJi. confluens betrachtete. 

23. Endoc. miniat. L.; Brief vom 8. Juli 1790. Hieher gehört auch 
L. deustus W. in J a c q. Coli. 3, p. 98, prope Niederndorf. 

24. Collema pulposum, multifid. Hds. und verwandte Arten. L. crispus 
Brief vom 8. Juli 1790, Jacq. Coli. 3, p. 130 (Dirschnbach in Tirol). 

Nach brieflicher Mittheilung von Herrn Prof. Eeichardt sind im Her- 
bare Wulfe n's keine Lichenen mehr enthalten. Aus der Correspondenz mit 
Schreber ist nicht ersichtlich, dass v, Wulfen einen Verlust an Lichenen zu 
beklagen hatte. Im Briefe vom 24. Februar 1796 ist bemerkt: „Ich wollte soeben 
für Schwarzen meine Fontinalis capillacea a^nisuchen und einschliessen, und nun 
sehe ich, dass man mir aus meinem Vorzimmer das ganze Paquet, worinnen alle 
meine Lycopodia, Polytr., Sphagna, Phasca, Splachna et Fontinal. beisammen 
waren, gestohlen hat. Blosse Bosheit muss dahinter sein." Im nächsten Briefe 
vom 24. April 1796 sind die entwendeten Moose näher bezeichnet, Flechten sind 
jedoch nicht angeführt. Auch in dem Briefe an Frölich vom 11. April 1798 
(Verhandl. d. k. k. zool.-botan. Gesellsch., 1867, p. 40, Flora, 1867, p. 191) ist 
nicht bemerkt, dass v. Wulfen Lichenen vermisst habe. Das Herbar von 
V Wulfen kam, wie aus Fenzl und Graf, p. XI zu entnehmen ist, an 



88 



P. Arnold. Lichenologiscbe Ausflüge in Tirol. 



Schreber nach Erlangen und nacli dessen im Jahre 1810 erfolgtem Tode 
nach Wien. Wohin jedoch die Flechten gekommen sind, vermochte ich nicht 
zu ermitteln. Einzelne Exemplare wurden, wie aus der Correspondenz mit 
Schreber ersichtlich ist, von v. Wulfen an Swartz, Schräder, Hoff- 
mann, Roth in Vegesak gesendet und könnten in den Herbarien derselben 
aufgesucht werden. 



89 



Beiträge zur Brombeerenflora der Kleinen Karpathen. 

Von 

Heinrich Siibransky. 



(Vorgelegt in der Versammlung am 13. Jänner 1886.) 



Ein eben nicht zu umfangreiches, aber desto interessanteres batographisches 
Materiale, welches ich seit mehreren Jahren in dem südlichsten Waldgebiete 
der Kleinen Karpathen zusammengebracht, gab Anlass, nachfolgend einige Be- 
merkungen über die Brombeerenflora West-Ungarns niederzulegen. Dieselben 
schliessen sich als ergänzende Beiträge jenen Mittheilungen an, welche J. L. 
Holuby über die JRuhus-Florsb des mittleren, das Trentschiuer Comitat durch- 
ziehenden Theiles der Gebirgskette verölfentlicht hat. Auch waren es ganz ins- 
besondere die glücklichen Funde jenes emsigen Forschers, welche mich anregten, 
die Pressburger Brombeeren einer näheren Revision zu unterziehen. Meine Hoff- 
nungen jedoch, die Endemformen des Podhrägyer Florengebietes, wie JR. moestus 
Hol, coriaceus Hol.,') mollis Hol., 2) luxurians Hol., polyacanthus Hol. 3) und 
andere mehrere auch um Pressburg aufzufinden, blieben ohne Erfolg. Ich con- 
statirte ausser gewöhnlichen mitteleuropäischen Arten überhaupt wenig, was als 
Analogismus zwischen den beiden Verbreitungsgebieten gedeutet werden könnte; 
es erscheinen vielmehr die einem und demselben Bergzuge ange- 
hörenden Brombeer floren in auf fallender Weisedi ff er enzirt. Während 
die oben erwähnten Eigenformen der Trentschiuer Kalkzone im Granitgebirge um 
Pressburg gänzlich fehlen, treten hier nicht minder eigenthümliche, als neu an- 
zusprechende Typen auf, und andererseits wieder Formen, wie JR. swZ^ereciws Anders., 
jR. silesiacuf{ Whe., J?. Caflischii Focke, R. Badula Whe., JR. tliyrsiflorus Whe. 
et N., R. hijpoleucus Focke etc., im letzteren Gebiete nicht selten, kommen um 
Nemcs-Podhvägy durchaus nicht vor. Es scheinen übrigens diese Verhältnisse auch 
mit der Verschiedenheit der geognostischen Unterlagen im Einklänge zu stehen. 

Auf Kalk fand ich um Pressburg nnr eine sehr spärliche Brombeerflora vor, 
was den Beobachtungen einiger deutschen Batographen zu widersprechen scheint. *) 

Dieser Name ist übrigens zn ändern, da Toiret sclion längst eine pernaniscli-andiiie 
Art (aus der Gruppe der Stipulares) R. coriaceus nannte, 
*) Npc Whe. nec Presl ! 
') Neu Gremli. 

*) Siebe Focke, Synopsis Ruborum Gerraaniae, p. 211 
Z. B. Ges B. XXXVI. Abb. 12 



90 



Heinrich Sabransky. 



Die Bearbeitung der Pressburger Buhi bot nicht wenig Schwierigkeiten 
dar, indem Arbeiten über osteuropäische Brombeerflora bisher bekanntlich zu 
den piis desideratis zu zählen sind. Ich hatte übrigens zahlreiches deutsches 
Vergleichsmateriale vorliegen und bin in dieser Hinsicht ganz besonders Herrn 
Prof. Dr. A. Kerner Ritter v. Marilaun zu Danke verpflichtet, der mir mit 
bekannter Liebenswürdigkeit die Benützung seines reichen Herbars gestattete. 

Jßuhus JPosoniensis m. 

Turiones e basi sat alte arcuata scandentes teretes apice subangulati 
epruinosi pilis hrevibus glandulisque stipitatis subcrebris obtecti. Aculei 
difformes: maiores temies turionis diametrum superantes rectissimi reclinati, 
minores crebri setiformes. Folia magna speciosa quinato - pedata utrinque 
vivide viridia sparseque pilosa supra nitida, petiolis turioni similiter vestitis 
supra planis, stipulis alte adnatis filiformibus. Foliola omnia longe cau- 
dato-acuminata inaequaliter argute serrata, terminale e basi levissime cor- 
data ovale s. subdeltoideum, lateralia angustata, infima sublanceolata mani- 
feste petiolulata. Inflorescentia elongata magna inferne foliosa e ramulis 
aequalibus patentibus eomposita. jRhachis aculeolis longis tenuibus armata, 
cum pedunculis pilis densis glandulisque vestita. Flor es albi, stamina stylis 
viridescentibus longiora. 

Crescit in silvaticis montanis ad Posonium locis multis. 

Strauch von mittlerer Höhe mit ziemlich hochbogigen, später im Gebüsche 
kletternden Schösslingeii. Letztere unten rundlich, sonst stumpf fünfkantig, un- 
bereift, 3 — 5 mm. im Durchmesser, spärlich behaart und mit etwa 1 mm. laugen 
Stieldrüsen besetzt, mit verschiedenartigen Stacheln bewehrt, von denen die 
zahlreichen kleinen kurze, steife Nädelchen sind und die grösseren, 6 — 12 im luter- 
folium, bis 6 mm. laug werden; üebergänge sind sparsam. Blätter der Schöss- 
linge fussförmig- fünf zählig, sehr elegant gezeichnet, mit dem Schösslinge ähn- 
lich bekleideten, oberseits flachen Blattstieleu. Theilblättchen etwas wellig 
gefaltet, beiderseits lebhaft grün, oben glänzend, mit schimmernden Striegelhaaren 
zerstreut bewachsen. Mittleres Blättchen aus gerundeter oder sehr schwach herz- 
förmiger Basis, rhombisch- eiförmig mit sehr lang vorgezogener Schweifspitze, 
12 — 15cm. lang, 6— 8 cm. breit, Lateralblättchen schmallänglich mit ebenso 
langer Spitze, 10— 12cm. lang, 3*5— 5cm. breit. Die untersten Blättchen meist lan- 
zettlich, 6—8 cm. lang, 3 cm. breit; Blättchen am Eande unregelmässig und 
eingerissen gesägt. Nebenblätter lineal-fädlich und drüsig gewimpert. Blüthen- 
zweige oberwärts fünfkantig, ziemlich dicht behaart, kurzdrüsig und zerstreut 
bestachelt, mit dreizähligen, lang zugespitzten Blättern versehen. Inflorescenz 
meist 15 — 20 cm. lang und umfangreich, bis in die Mitte mit Laubblättern 
durchsetzt, aus traubig gestellten Cymen gebildet; Cymeiiäste aufrecht-abstehend, 
ziemlich robust, die untersten oft sechs- bis achtblüthig, die oberen wenig ge- 
nähert, vier- bis dreiblüthig; die Blüthenstiele, sowie die Spindel von kurzen 
abstehenden Haaren besetzt und mit den Haarfilz wenig überragenden, das 



Beiträge zur Brombeereiiflora der Kleinen Karpathen. 



91 



Colorit des Blüthenstaudes nicht eutscheideiideii Stieldrüseu versehen; die Spindel 
mit mehr zerstreuten, strohgelben, bis 5 mm. langen Stacheln bewehrt. Kelch- 
zipfel graufilzig, aussen dicht behaart und mit kurzen, gelblichen Nädelchen 
bewaffnet. Krononblätter weiss. Staubfäden weiss, die grünlichen Griffel weit 
überragend; Fruchtknoten kahl. 

Eine überaus interessante, durch ihre Hochwüchsigkeit (die Schösslinge 
erreiclien oft über 1 ni. Bogenhöhe) genug seltsame, sonst typische Glandulose 
aus der Pocke 'sehen Gruppe der „Irritantes'^. Die Blätter sind nicht wenig 
eigenthümlich gezeichnet und erinnern entfernt an i?. Lirifjua Aut. oder B. rudis 
der britischen Batographeu. sowie an manche Siibcrecti. Dem B. Bellardü Whe. 
et N., dem sie nach Focke zunächst käme, ist diese Art ebenso wenig verwandt 
wie dem B. fereticaulis F. und unterscheidet sich vom ersteren durch die immer 
fünfzähligen , anders geformten Blätter und die grandiose Inflorescenz, vom 
letzteren ebenfalls durch die Gestalt des Blattes und den Blüthenstand. B. Boso- 
niensis steht überhaupt unter den europäischen Glandulosen ziemlich isolirtda; 
die nächstverwaudte Form ist wohl der kaukasische B. platyphyllos C. Koch 
in Linnaea, XVI (1842), p. 348 (non Whe.), der sich nur durch stärkere Drüsen- 
bekleidung zu unterscheiden scheint. 

serpetisyV\\Q., Focke, Syn., p. 365! Sehr charakteristisch in Wald- 
schlägen des Gebirges zwischen Paulenstein und Ratzersdorf. — Stimmt mit 
westphälischen, von Dr. Utsch gesammelten Exemplaren gut überein. 

jB. laetevirens Progel, VIII. Bericht des botan. Ver. zu Landshut (1882), 
p. 95; G. Braun, Herb. Rub, Germ., Nr. 204! Verbreitet in schattigen Laub- 
walduugen des Gemsenberges ausserhalb des Eisenbrünneis, gegen Mariathal 
u. s. w. — Fällt mit den bisher nur aus dem Böhmerwald beschriebenen Ori- 
ginalexemplaren ganz zusammen. Wie die vorige Art für Oesterreich-Ungarn neu. 

jB. hirtus W. K. In der Waldregion des ganzen Comitates verbreitet und 
sehr formenreich. — Es ist dies jene Pflanze, welche von deutschen und öster- 
reichischen Autoren gewöhnlich für B. hirtus genommen wird, ob dieselbe je- 
doch mit der Art Kita ib el's wirklich identisch ist, kann ich nicht behaupten, 
da die Abbildung in den Icones Plant, rar. Hung. durchaus nicht zu den besten 
des Werkes gehört und andererseits eine Bubus-Yorm nach der Beschreibung 
allein meines Dafürhaltens nicht erkannt werden kann. 

JJ. Güntheri Wh. et N. var. erythrostachys m. 

Turiones arcuato- de flexi seit scandentes teretes leviter pruinosi dense 
vülosi, glandulis stipitatis longis aculeisque gracilibus creherrimis armati; 
folia ternata coriacea concolora supra nitida sparse pilosa, foliolis omnibus 
manifeste petiolulatis, terminali e basi leviter cordata ovata acuminata; in- 
florescentia flexuoso-composita ampla effusa et foliosa, pedunculis longius- 
cidis tomentosis, glandulis atropurpureis setisqiie 5 mm. longis rubentibus den- 
sissime obsita; flores e minoribus, petala fugacia virescentia late ovata in 

12* 



92 



Heinricli Sabransky. 



unguem sensim contracta; sepala post anthesin porrecta tomentosa; stamina 
stylis suhviridibus breviora. 

In exstirpaturis montis „Gemsenherg" ad Posonium. 

Den hier beschriebenen Eubus zog ich nur mit Widerstreben zu R. Gün- 
tlieri Whe. et N., der sich durch die nicht bereiften Axen, bei weitem nicht so 
horride Bestachelung und die mehr hervortretende Behaarung der Blütheurispe, 
rothe Grifleln und einreihige Staubgefässe leicht unterscheidet. Doch entfernen 
sich andere brachyandrische Glandulosen noch weit mehr und sind Tl. Bayeri F. 
und J?. brachyandrus Gremli primo aspectu durch viel schmälere Inflores- 
cenz, nichts weniger als „schwarzpurpurne* Bewehrung der Blüthenspindel, 
sowie total verschiedene Bestachelung des Schösslings difFerenzirt. Näher verwandt 
erscheinen gewisse Arten der Serpens-GtYU^^Q, wie ü. erythrocomus G. Br., B. echi- 
naceus A. Kern., dasyacanthus G. Br., doch sind diese sämmtlich macrandrisch. 

Wächst in Waldschlägen des Gemsenberges bei Pressburg in grosser Menge. 

jK. Bayeri Focke in Oesterr. botan. Zeitschr., 1868, p. 99! In höheren 
Laubwäldern des Gebietes sehr häufig (Gemsenberg, Mariathal etc.). Ich zähle 
zu dieser Art eine Pflanze, welche von der Focke 'sehen Beschreibung durch 
meist tiefherzförmiges Endblättchen und ziemlich dicht behaarten Schössling 
abweicht. Da dieselbe jed'bch von der folgenden Art durch viel stärkere Bestache- 
lung und zusammengesetzte, stark rothdrüsige Inflorescenz gut difFerirt, ziehe 
ich es vor, sie als var. cordifrons Borb. in lit. zu I{. Bayeri zu ziehen. 

H, brachyandrus Gremli! In ßuchenforsten der Pressburger Waldberge 
ungemein verbreitet und mit Schweizer Originalien, die ich besitze, vollkommen 
zusammenfallend. 

MAnsolalus Ph. J. Müll. Syu. B. subaculeatus Borb. in Oest. bot. Zeitschr., 
1883, p. 151 nomen solum! — In Waldschlägen des Gemsenberges mit B. Güntheri 
erythrostachys sehr zahlreich. 

R. pilocarpus Gremli! An quelligen Waldstellen zwischen Pressburg 
und Ratzersdorf, gegen Paulenstein und die Visoka, nicht gemein. Mit niederöster- 
reichischen Exemplaren, von Dr. Haläcsy niitgetheilt, übereinstimmend. 

JK. Ebneri A. Kern.! In schattigen Buchenwäldern verbreitet: so im 
Steurergrund, ausserhalb des Eisenbrünneis u. a. 0. — Die Originaldiagnose (K e r n e r, 
Nov. plant, spec. Dec, III, p. 46—50) betont ausdrücklich, dass die Schösslinge nicht 
von Haaren bekleidet seien; es kommen jedoch in West-Üngarn sowohl, als in 
Nieder- Oesterreich Pflanzen vor, die entschieden zu B. Ebneri Kern, gehören und 
behaarte Axen besitzen. Von H o lub y wurden solche theils als B. Ebneri, theils als 
B. pygmaeus und später ?ds B. pulchellus Hol. versendet, während sie von Haläcsy 
als B. pseudopsis verschickt werden; letztere Brombeere weicht von Gremli 's 
Originalpflanze durch die nicht rhombischen Centralblättchen und nicht sitzenden 
Lateralblättchen weit mehr ab als von den tirolischen Originalien des B. Ebneri. 

JR. Carpaticus Borb. et Sabr. n. sp. 

Turiones arcuato-scandentes angulati leviter glauco-pruinosi glabrati, 
glanduUs brevibus crebrioribus aculeisque maioribus subconformibus rectissimis 



Beiträge zur Brombeerentlorii der Kleinen Karpatheu. 



93 



tenuibus muniti; folia ternata tantum in apice turionis pedato-quinata, foliola 
omnia petiolulata suhtus canescentia s. albotomentosa utrinque pilis sparsis 
micantibus obsita, terminale e rotundata basi late ovatum saepe subrhom- 
boideiim acutum; inflorescentiac perbrevis confcrtae ramidi cymigeri tomen- 
tosohirti glandulis tomcntum vix aequantibus aculeolisqiie sparsis muniti; sepala 
albotomentosa in ßore et post anthesin rcflexa; flores cum staminibus stylos 
sat longe superantibus albidi; germina glabra. 

Hab. in quercetis montium ad Posonium, locis pluribus. 

Niederes, 4—5 dm. hohes Sträuchlein mit bogig-kletterndeii Schösslingen. 
Diese 3 — 4 mm. im Durchmesser, stumpf- fünf kantig mit streifigen Flächen, von 
einem leicht abwischbaren Wachsüberzuge dünn hechtblau bereift, mit zahl- 
reichen kurzen Stieldrüsen, steifen Borsten und ziemlich gleich gestalteten, 
8 mm, langen, geraden, strohgelben Stacheln besetzt. Blätter der Schösslinge 
dreizählig, nur an der Spitze fussförmig-fünfzählig. Blattstiel oberseits etwas 
eingedrückt-gerinnelt, spärlich behaart, sonst wie der Schössling bekleidet; Theil- 
blättchen oberseits hellgrün, mit zerstreuten Striegelhaaren besetzt, unterseits 
grau und im obersten Schösslingstheile, sowie an überwinternden Sprossen weiss- 
filzig, am Rande mit grossen, meist unregelmässigen Zähnen besetzt; Mittel- 
blättchen aus gerundeter Basis sehr breit eirhombisch, spitz, 9 — 10 cm. lang, 
7— 8 cm. breit; Nebenblätter lanzettlich-liueal, auf schattigem humosem Boden 
oft blattartig verbreitert. Blüthenzweige mit grossen dreizähligen, unterseits 
grauen Blättern versehen. Blüthenstand mit wenigen, axillären Cymenästen be- 
ginnend, sehr kurz und gedrungen, zwischen hochstehenden Laubblättern ver- 
borgen; Blüthenästchen kurz verwoben behaart, mit den Haarfilz nicht über- 
ragenden Stieldrüsen und zerstreuten, bis 3 mm. langen, geraden, gelblichen 
Nadelstacheln besetzt. Kelchzipfel beiderseits, weissfilzig, unbewehrt, während 
und nach der Anthese zurückgeschlagen, Kronblätter und Staubfäden weiss, letztere 
die grünlichen Grifi'el überragend. 

Die systematische Stellung der hier beschriebenen Brombeere ward mir 
lange nicht klar. Herr Prof. Borbäs, der seit Neuerem auch den ungarischen 
Rubis seine Aufmerksamkeit zuwendet, stellte sie in die Nähe des R. Ebneri 
Kern. ; habituell demselben wohl ähnlich, weicht R. Carpaticus durch die nach 
der Anthese herabgeschlagenen Kelche bedeutend ab und steht dem R. thyrsi- 
florus Whe. et N. am nächsten, von dem er jedoch durch die bereiften Schöss- 
linge, die discoloren, unterseits oft kreideweissen Blätter, die sparsamere und 
kürzere Bestachelung der Inflorescenz und die kürzereu, den Haarfilz nicht über- 
ragenden Drüsen der Blüthenstielchen genügend abweicht. 

R. Carpaticus var. brevicusjns Borb. et Sabr.! 

Praecedenti simillimus differt turione epruinoso, virescentia paginae 
foliorum inferioris foliisque rami florentis subtus viridibus, latissimis, sub- 
orbicularibus , acumine fere obtusatis et glandulis inflorescentiae paululum 
longioribus. 



94 



Heinrich Sabraneky. 



Von der oben beschriebenen Art specifisch nicht verschieden; weicht 
jedoch durch den unbereiften Schössling, die unterseits grünen, blos von schim- 
mernden Haaren überzogenen Blätter, die stark vergrösserten Blätter des Blüthen- 
zweiges, die meist so breit als lang eine sehr stumpfwinkelige Spitze besitzen, sowie 
durch die den Haarfilz etwas überragenden Drüsen ab. jR. thyrsiflorus Whe. et N. 
ist durch fünfzählige Blätter, tief herzförmiges Endblättchen und eine dichter be- 
wehrte und länger drüsige Rispe verschieden. Der etwa noch ähnliche J?. chloro- 
phyUtis Gremli (G. Br. Herb. Rub. Germ. Nr. 115) differirt durch runde Schösslinge, 
kurzgestielte Lateralblättchen und mehr zu den Corylifolien sich hinneigenden 
Habitus. 

In Eichenwalduugen des Gemsenberges nächst dem Viaduct grosse Horste 
bildend. 

R, thyrsiflorus Whe. et N. Rub. Germ. t. XXXIV! An Bächen in 
schattigen Laubwaldungen zwischen Pressburg und Ratzersdorf (Ried Katzen- 
jäger). — E. thyrsiflorus ist bislang nur aus Hannover und dem nordwestlichsten 
Deutschland bekannt, daher dieser für die ganze Monarchie neue Standort inter- 
essiren dürfte. Ich bemerke, dass unsere Pflanze sowohl mit der citirten Ab- 
bildung (abgesehen von dem abnormen Blüthenstande derselben, welcher — 
wie schon Focke berichtet — einem grundständigen Blüthenzweige entnommen 
ist), als auch mit Exemplaren aus Weihe'schem Gebiete (leg. G. Braun) gut 
übereinstimmt. Die Blüthen jedoch sindrosenroth und nicht weiss, wie die Diagnosen 
angeben. Das Verdienst, diese Art richtig erkannt zu haben, gebührt einzig und 
allein Herrn Dr. Haläcsy! 

H» Hadula Whe. Rub. Germ., t. XXXIX! In Waldschlägen zwischen 
Ratzersdorf und Paulenstein sehr zahlreich. — Da Holuby vier bis fünf ver- 
schiedene Ädenophori, sowie einige Glandulosen als R. Badula bezeichnete, ist 
es wohl nöthig, zu bemerken, dass meine Pflanze mit der norddeutschen Form 
völlig identisch ist und mit authentischen Exsiccaten (Focke, Rub. select., Nr. 20; 
Bänitz, Herb. Europ., Nr. 4811 u. 4812, etc.) ganz zusammenfällt. Es ist übrigens 
diese Art bisher weder in Ungarn, noch in Nieder-Oesterreich constatirt, wohl 
aber in Mähren, Böhmen, Schlesien, Ober- Oesterreich und Tirol. 

M. SahrausTiyi Borb. in sched. ! Schösslinge dünn, bereift, mit kleinen 
kurzen Stachelchen, Borsten und Drüsen nicht besonders dicht besetzt. Blätter 
gross, beiderseits grün. Blättchen oval, mit gerundetem Grunde, jene der Blüthen- 
sprosse schmäler mit stark keilförmiger Basis an die des M. tomentosus Borkh. 
erinnernd, unten filziggrau bis weiss. Stacheln der Blüthenspindel sehr lang, dünn 
und gerade. Infiorescens mit schmallanzettlichen, keiligen Laubblättern durch- 
schossen. Kronenblätter weiss. — Eine seltsame, zwischen R. scaber Whe. et N. und 
R. Radula Whe. stehende Form, die jedoch von beiden Arten nicht wenig abweicht. 

In Hecken und Gebüschen bei Modern (nächst der „Harmonie"). 

jK. Caflischii Focke, Syn. Rub. Germ., p. 278! In Bergwäldern um 
Pressburg weit verbreitet: Kramerwald, Gemsenberg, Szidinawald und von hier 
bis Ratzersdorf und Paulenstein, auf Kalk in der Waldregion des Thebner Kogels 
u. s. w. — Eine schöne, bislang nur aus Baiern und Tirol (Innsbruck) bekannte 



Beitrüge zur Brombeerenflora der Kleineu Karpathen. 



95 



Form, deren Vorkommen in den Kleinen Karpathen ein Analogon zu dem des 
B. Ebneri Kern, bildet. Zahlreiche Origiualexemplare aus Focke's Hand, ge- 
sammelt von Caf lisch im Siebeutischwald bei Augsburg, stimmen mit der 
Pressburger Pflanze aufs Genaueste überein. 

Ii, silesiacusV^\iQ.., Focke I.e. p. 251! Mit anderen Brombeerformen 
an den Abhängen des Gemsenberges nächst dem Eisenbrüunel verworrene Horste 
bildend, — Der erste ungarische Standort, denn jR. silesiacus Hol. Oesterr. bot. 
Zeitschr. 1873, p. 378, gehört, wie schon Focke a. a. 0, richtig bemerkt, nicht 
in den Formenkreis der Weihe'schen Pflanze und weicht durch viel dichtere 
und längere Bestachelung und reichlichere Bedrüsung der Blüthenaxe, sowie 
durch andere Form und stark lederige Consistenz der Laubblätter ab. Es scheint 
diese Pflanze dem JR. iiyramidalis Kaltenb. verwandt zu sein. Die Pressburger 
Form stimmt mit den von Focke in den Rub. select. als Nr. 13 edirten schle- 
sischen Exemplaren vollkommen überein. 

JB. Gremlii Focke 1. c. p. 260; Haläcsy in Kern er, Sched. ad Fl. 
exs. Austro-Hung., Nr. 850! — An Waldrändern, Lichtungen der Biichenforste des 
Gemsenberges u. s. w. um Pressburg häufig und mit der Wiener Pflanze zu- 
sammenfallend. 

R. fiy^wleucus Focke 1. c. p. 218! In lichten Wäldern der Bergregion 
um Pressburg weit verbreitet und meist den R. Caflischii F. begleitend. Kramer, 
Gemsenberg, Katzenjäger etc. 

Jt. macrostemon Focke 1. c. p. 193! Syn. R. discolor Whe. et N. pp. 
(ein von den meisten Autoren verschieden aufgefasster, nichts weniger als klarer 
Name), Haläcsy in Kerner, Sched. Fl. Austro-Hung., Nr. 450. — An sonnigen 
Orten, Gebirgswegen, Weingartenrändern etc. geraein und meist undurchdringliche 
Hecken bildend. Wodurch sich R. Ärmeniacus Focke, Batogr. Abb., p. 183, dem 
die Trentschiner Pflanze nahestehen soll, von R. macrostemon unterscheidet, wird 
aus der Originaldiagnose nicht ersichtlich. 

JB. tomentosus Borckh. (Willd.). Sehr gemein, trockene, sonnige Staud- 
orte liebend; var. glahratus G. G., die fast diüsenlose Form mit oberseits kahlen, 
glänzenden Blättern herrscht vor, doch ist auch var. canescens Wirtg. mit oben 
graufilzigen Blättchen nicht selten; eine im Waldesschatten entstandene Form 
ist die um Pressburg verbreitete var. Lloydianus G. Genev. q. sp. (Syn. R. reti- 
culatus Hol. exs. non Kerner!!}, deren Schössling von zahlreichen Stieldrüseu 
und dichten, hakigen Stacheln völlig starrt, wozu noch meist fünfzählige Blätter 
und ein oft sehr verbreiterter, ästeliger Blüthenstand kommt, was der Pflanze 
einen seltsamen Charakter verleiht: Gemsenberg, Ratzersdorfer Bergwälder; die 
var. setosoglandulosus Wirtg. (zerstreut drüsig mit oberseits sammtigen Blättern) 
wächst zerstreut an Weingartenrändern. 

R, caesius X tornentosus 0. Kuntze! Sehr polymorph und leicht mit 
orthacanthen Corylifolien zu verwechseln. Ich besitze Formen von deutlicher 
Mittelstellung, mit unten kreideweissen und oberseits sammtig schimmernden 
Blättchen (Thebner Kogel), ferner mit verkahlten, unterseits weissfilzigen Foliolen 
(/?. uUheaefolius Host, Fischer- Ooster etc.), sowie dem R. Fossicola Hol. und 



96 Heinrich Sabransky. Beiträge zur Brombeerenflora der Kleinen Karpathen. 



B. chlorophyllos Gremli sehr ähnelnde Pflanzen mit fast concoloren Blättern, die 
ich früher als jR. Borhäsianus m. versendet habe. Auch gehört hieher R. pachy- 
phyllus Borb., Temes megye vegetatiöja, p. 70 und wahrscheinlich auch B. semi- 
tomentosus Borb. etc. 

R, candicans Whe. Syc. B. thyrsoideus Aut. plur., Wimm. p. p., jß. thyr- 
santhus Focke! Eine der häufigsten Formen des Gebietes. Die Pflanze mit 
breitem Terminalblättchen und derbem, starrem Charakter liebt warme, sonnige 
Standorte; im Waldesschatten wird sie schlank und die Endblättchen ver- 
schmälern sich, die Eispe wird gross und umfangreich {B. coarctatus P. J, 
Müll.? B. Podhradiensis Hol.), die Blüthenfarbe variirt in allen Nuancen zwi- 
schen gelblichweiss und blutroth. Die Axen sind oft stärker behaart und ge- 
mahnen an B. elatior Focke. 

JB. Vesta Focke 1. c. p. 155! In schattigen Laubwäldern um Pressburg: 
nächst dem Viaducte, hinter dem Eisenbrünnel, um Mariathal, Ratzersdorf. 

JB. sulcatus Vest.! Im Gebirge zwischen Pressburg und Ratzersdorf, 
massenhaft in den Waldungen ausser dem Eisenbrünnel u. s. w. Durch die 
grossen, weithin leuchtenden Blüthen eine Zierde des Laubwaldes! 

M. suberectus Anders.! Schön und überaus typisch an Waldbächen 
der Gebirgsregion um Pressburg, selten. Ausserhalb des Eisenbrünneis (beim 
zweiten Teiche) und von hier zerstreut gegen Mariathal. In Ungarn, so viel 
ich weiss, bisher nur aus der Mätra bekannt! 

R» corylifolius Sm. Syn. B. dumetorum Aut. Im Gebiete eine der 
gemeinsten Brombeeren; von erkennbaren Formen nenne ich var. camptostachys 
G. Br., sehr häufig; var. tomentosa Whe. et N. = B. semicinereus Borb., Fl. com. 
castri ferr. 1884 inedit., sehr typisch und namentlich in Führenwaldungen massen- 
haft das Haupteontingent des Unterholzes bildend (mit deutschen Exemplaren 
identisch !) ; var. grandifrons Borb. 1. c, durch die grossen, fussförmig-fünfzähligen, 
beiderseits hellgrünen Blätter, ziemlich langgestielten Seitenblättchen und sehr 
eigenartigen Habitus ausgezeichnet; var. Wahlbergii Anh., zwischen Weingärten, 
nächst dem Eisenbrünnel etc. und stimmt mit zahlreichen nordischen Typen 
meines Herbars ganz überein; es wird letztere Form überhaupt ganz irrthümlich 
für eine baltisch- skandinavische Art erklärt; Pflanzen von Borosjenö (Ofen, leg. 
Borb äs), von Innsbruck (leg. Benz als B. persicinus Kern.!!) und aus dem 
Rheingebiete (Braeucker) stimmen ganz mit dem dänisch-schwedischen B.Walü- 
hergii überein. 

jB. caesius L. Ueberall gemein und für die Auenwälder der Donau- 
inseln sogar ein integrirender Bestandtheil. Die Varietäten entfernen sich nur 
wenig vom Arttypus; var. aquaticusy^\\Q^ etN., var. glandulosa F., var. armataF. 
sind überall zu finden, var. arvensis Wallr. auf Stoppelfeldern, var. dunensis Noeld. 
in annähernden Formen (= B. saxatilis var. petraeus Clus. Hist., I, p. 118) auf 
Kalkklippeu des Pfaff'enberges bei Deutsch-Altenburg. 

R, Idaeus L. An feuchten, schattigen Stellen der Gebirgsregion ge- 
mein und durch die ganze Bergkette verbreitet. 



97 



r 

Cecidiologische Notizen. 

Von 

Dr. Franz Low in Wien. 



(Vorgelegt in der VerBammlung am 13. Jänner 1886.) 



I. Ueber die Entwicklung der Galle der Hormomyia pillgera H, Lw. 

Im Frühlinge, wenn die Blätter der Rothbuche [Fagus silvatica L.) schon 
ganz entfaltet sind, sieht man zuweilen auf der oberen Fläche derselben, und 
zwar stets in einem Nervenwinkel oder doch sehr nahe einem solchen, sehr kleine, 
kreisrunde, etwa 1 mm. im Durchmesser haltende Stellen, welche mit einem 
dünnen, weisslichgrauen Häutchen bedeckt sind und denen an der unteren Blatt- 
fläche eine schwach convexe Erhabenheit entspricht, an deren höchsten! Punkte 
sich ein winzig kleines Wärzchen von bräunlicher Farbe befindet. 

Führt man durch die Mitte einer solchen Blattstelle einen zur Blattfläche 
senkrechten Schnitt, so zeigt sich auf der Schnittfläche Folgendes : Das obbezeich- 
nete kreisrunde Häntchen ist die obere Epidermis des Blattes, von welcher sich das 
Mesophyll im Umfange einer etwa 1 mm. im Durchmesser haltenden Kreisfläche 
losgelöst und nach unten in der Weise ausgebogen hat, dass eine kreisrunde, 
grubige Vertiefung entsteht, deren Grund eben das Mesophyll bildet, und welche 
oben von der losgelösten oberen Epidermis des Blattes überbrückt wird. Auf 
dem Grunde dieser Depression erhebt sich ein sehr kleiner und sehr stumpfer 
Kegel, welcher aus dem Mesophyll herauswächst, in seinem Innern an der Basis 
eine kleine rundliche Höhlung zeigt und auf seiner Oberfläche dicht mit rost- 
rothen Haaren besetzt ist, welche, da die grubige Vertiefung oben von der Epi- 
dermis des Blattes geschlossen ist, sich nicht strecken können und daher vom 
Rande dieses Grübchens gegen die Mitte desselben hin umgebogen sind. Die 

Z. B. Geb. B. XXXVl. Abli. 13 



98 



Franz Low. 



schwach convexe Erhabenheit an der unteren Seite des Blattes ist theils durch 
die Verdickung des Mesophylls, theils durch die Biegung desselben nach unten 
entstanden und besitzt auf ihrem höchsten Punkte eine sehr kleine Oeffnung, 
welche die äussere Mündung eines sehr feinen Kanals ist, welcher sich in das 
Mesophyll hineinerstreckt. Da die Haare, welche die Oberfläche des oben erwähnten 
aus dem Mesophyll herauswachsenden Kegels bedecken, sich wegen Mangel an 
Raum nicht entfalten können, so liegen sie so dicht gedrängt aneinander, dass sie 
für das blos mit einer Lupe bewaffnete Auge sowohl auf dem eben beschriebenen 
Durchschnitte, als auch nach Wegnahme des eingangs erwähnten Häutchens von 
oben betrachtet als eine homogene Masse von rostrother Färbung erscheinen. 

Aus diesem Befunde ergibt sich nun Folgendes : Der kleine stumpfe Kegel, 
welcher sich aus der grubigen Vertiefung an der oberen Fläche des Mesophylls 
erhebt, ist die im Entstehen begriffene Galle der Hormomyia piligera H. Lw., 
welche schon in diesem frühen Entwickhmgsstadium mit einem aus rostrothen 
Haaren bestehenden Trichome bekleidet ist; die kleine, rundliche Höhlung im 
Innern dieses Kegels ist die Larvenkammer, und die feine Oeffnung an der 
unteren Blattseite ist die Stelle, an welcher die junge Larve der genannten 
Gallmücke in das Blatt eingedrungen ist. ^) 

Von der Richtigkeit dieser Deutung kann man sich leicht überzeugen, 
wenn man die allmälige Entwicklung der Galle der genannten Cecidomyide von 
diesem frühen Stadium an bis zu ihrer Vollendung durch mehrere Entwick- 
lungszustände hindurch verfolgt. Man findet auch häufig, wenn auch nicht 
immer auf einem und demselben Blatte, so doch auf einem und demselben 
Strauche oder Baume von Fagus silvatica L. gleichzeitig mehrere Entwicklungs- 
stadien des genannten Cecidiums. Nicht selten kommt es auch vor, dass, wahr- 

1) Herr Dr. H. Molisch, welclier die Freuadliclikeit hatte, die Galle iti dem ohen be- 
schriehenen Entwicklungsstadinm histologisch zu untersuchen, theilte mir hierüber Folgendes mit: 
An den erwähnten Blattstellen ist nur die obere und untere Epidermis normal geblieben, an die 
Stelle des Mesophylls hingegen, welches im normalen Zustande aus einem Palissaden- und einem 
Schwaramgewebe besteht, ist, und zwar in einem viel grösseren Umfange, als die kreisrunde, von 
dem Mesophyll losgetrennte Stelle der oberen Epidermis einnimmt, ein neues, abnormes (patho- 
logisches) Zellgewebe getreten, Avelches voluminöser ist als das normale Mesophyll und daher an 
dieser Stelle eine Verdickung des Blattes bewirkt und durch stärkeres Wachsthum der Zell- 
schichten an der unteren Blattseite sich etwas nach unten ausbiegt, wodurch es sich eben von der 
oberen Epidermis loslöst und auf seiner Oberseite ein kleiner Hohlraum gebildet wird, auf dessen 
Grund die Galle entsteht. Dieses neu gebildete Zellgewebe ist nicht durchaus gleichförmig. Der 
die Larvenkamnier oben und an den Seiten umgebende Tiieil desselben ist ein dünnwandiges 
Parenchym, während dei^ untere Theil, von welchem sich die junge Galle erhebt, bis zur unteren 
Epidermis hin, sowie auch die die Larvenkammer auskleidende innerste Zellschicht von einem 
Sclerenchym gebildet wird, welches bei der mittelst Phloroglucin und Salzsäure vorgenommenen 
Prüfung auf Lignin eine sehr schöne Holzreaction zeigt. 



Cecidiologischc Notizen. 



99 



bcheinlich in Folge Absterbens der Gallmückenlarve, die Galle auf dem oben 
beschriebeueu Stadium stehen bleibt, in welchem Falle man dann auf einem 
Blatte neben vollständig ausgebildeten Gallen auch jene kreisrunden, von der 
oberen Epidermis wie mit einem Häutchen überzogenen Stellen wahrnehmen kann. 

Wenn nun die Galle nicht auf diesem Stadium stehen bleibt, sondern 
grösser wird, durchreisst sie die t^bere Epidermis des Blattes, erhebt sich über 
das Niveau der Blattfläche und erscheint dann zunächst, da die sie bedeckenden 
Haare nunmehr Raum zur Entfaltung haben, als ein auf der oberen Fläche des 
Blattes sitzender Büschel rostroth gefärbter Haare. Die Fragmente der durch- 
rissenen oberen Epidermis rollen sich auf die Blattfläche zurück, bleiben am 
Rande jenes Grübchens haften, aus welchem die Galle herausgewachsen ist, und 
sind daselbst auch dann noch zu bemerken, wenn die Galle bereits abgefallen ist. 

Wenn die Galle ihre vollständige Reife erlangt hat, trennt sie sich spontan 
von dem Blatte und fällt ab. Dieser Vorgang ist das Endresultat eines Diffe- 
renzirungsprocesses, welcher in dem an Stelle des normalen Mesophylls neu- 
gebildeten Zellgewebe allmälig vor sich geht und schliesslich zur Trennung 
eines eigentlichen Gallenkörpers von dem übrigen Theile jenes Zellgewebes führt, 
welcl^er in Gestalt eines napf- oder schüsseiförmigen Gebildes in dem Blatte 
zurückbleibt. Dieses Näpfchen hat einen etwas verdickten Rand, in der Mitte 
eine kleine, ringförmige Erhabenheit und zwischen dieser und dem Rande eine 
kreisförmige Rinne, in welche eine entsprechende ringförmige Erhabenheit am 
unteren Ende des eigentlichen Gallenkörpers genau hineinpasst. ^) 

Ganz analoge Beispiele von allmäliger Scheidung des durch den Reiz eines 
Cecidozoons in einem Blatte neugebildeten pathologischen Zellgewebes in einen 
eigentlichen, die Larvenkammer in sich schliessenden, zuletzt sich vom Blatte 
spontan lostrennenden Gallenkörper und in einen gewissermassen den Behälter 
dieses letzteren bildenden, im Blatte verbleibenden Theil finden wir in den 
benfalls auf den Blättern von Fagus silvatica L. durch Hormomyia fcuji Hart. 



1) J. N. Vallot, dieser fleissige und aufmerksame Beobachter der Natur, kannte schon 
diesen Vorgang. Er schreibt darüber in den M^moires de l'academie de üijon, 1828—1829, p. 109—110 
Folgendes: „Cette galle se detache facileineut de la fenille sur laquelle eile laisse une impression 
circulaire de la forme d'une cupule, dont Ic centre öftre une saillio, au moyen de laquelle la galle 
adhere ä la feuille : les bords de cette cupule döpondent de l'epaississement du parenchyrae, et 
laissent apercevoir des fragments renverses de la page superieure. La base de la galle presente 
nn rebord assez large, au centre duquel est uuo saillie qui s'engage dans la cupule; eile iraite 
la forme de la base des pointes d'oursin." Man ersieht aus dieser Schilderung, dass Vallot auch 
die zurückgeschlagenen Fragmente der von der jungen Galle durchrissenen oberen Epidermis, 
welche am Räude des Grübchens haften bleiben, in welchem die Galle steckt, wahrgenommen hat, 

13* 



100 



Franz Low. 



erzeugten Gallen und in jenen Cecidien, welche die Hormomyia JReaumuriana 
F. Lw. in den Blättern von Tilia platyphyllos Scop. verursacht. 

Die Galle der Hormomyia piligera H. Lw. ist in jenem Stadium ihrer 
Entwicklung, in welchem sie noch von der oberen Epidermis des Blattes ver- 
deckt ist, sowohl von G. Kunze als von A. L. A. Fde irrthümlicher Weise für ein 
Erineum angesehen und von Letzterem auch in seinem Memoire sur le groupe 
des Phyllerie'es et notamment sur le genre Erineum, 1834, p. 30 als solches unter 
dem Namen Erineum inclusum Kunze in litt, beschrieben und Taf. V, Fig. 4 
abgebildet worden. 

Fee beschreibt es (1. c.) mit folgenden Worten: „Epiphyllum; caespitibus 
sparsis, rotundis a memhranula glarico-albidula tectis; floccis longissimis, intense 
ferrugineis. Habitat in foliis Fagi silvaticae L., Europae" und fügt dann 
noch hinzu: „On trouve au-dessous de la petite membrane blanche, mince et 
papyracöe, un groupe de filaments tres-longs, meles. fort d^lies et d'une couleur 
de rouille tres-prononcee. — Cette espece est anomale." 

II. Zur Literatur der Galle der Cecidomyia taxi Iiiclib. 

In meiner Abhandlung „Beiträge zur Naturgeschichte der gallenerzeugenden 
Cecidomyiden" (Verhandl. d. k. k. zool.-bot. Gesellsch. in Wien, Bd. XXXV, 1885, 
p. 483—510) habe ich p. 494 bemerkt, dass Andrew Murray in Gard. Chron., 
n. ser., vol. III, 1875, p. 659, fig. 135, eine unrichtige Abbildung der Galle der 
Cecidomyia taxi Inchb. gebracht hat. ^) Zu dieser Notiz habe ich noch Folgendes 
hinzuzufügen: 

Die citirte Abbildung ist keine Originalzeichnung des erwähnten Autors, 
sondern nur ein Wiederabdruck einer Darstellung der genannten Galle, welche 
Albert Müller, zwei Jahre vorher, ebenfalls in Gard. Chron., 1873, p. 1110, 
fig. 236 als Illustration seines daselbst erschienenen Artikels „The Gall Midge 
of the Yew {Cecidomyia taxi Inchb.)" gegeben hat. 

Es existirt aber noch eine Abbildung dieser Cecidomyiden-Galle. M. T 
Masters führt nämlich in seiner im Jahre 1869 in London erschienenen rVege 
table Teratology" die durch die Larve der Cecidomyia taxi verursachte Trieb 
Spitzendeformation unter seinen „Displacements of leaves", p. 90 als „Alter' 



*) Der oben citirte Artikel von Andrew Murray, in welchem die besprochene Abbildung 
der Galle der Cecidomyia taxi Inchb. vorkommt, hat den Titel ^Tefranychus taxi?^ und behandelt 
die durch Gallmilben deformirten Knospen von Taxus haccata L. Die Cecidomyiden-Galle dieser 
Pflanze ist nur des Vergleiches wegen in Fig. 135 abgebildet. 



Cecidiologiache Notixen. 



101 



arrangement of leaves of yew, Taxm baccata" anf und gibt von derselben (1. c. 
fig. 42) eine Abbildung, 

Diese scheint der von A. Müller gebrachten Darstellung desselben Ceci- 
diums zum Vorwurfe gedient zu haben, denn erstens hat dieser Autor die von 
Masters gegebene Abbildung gekannt, weil er in seinem oben citirten Artikel 
die Bemerkung macht, dass Masters in seiner „Vegetable Teratology" bereits der 
Triebspitzendeformation von Taxus haccata L. erwähnt, und zweitens weicht 
seine Darstellung dieser Deformation von der von Masters gegebenen Abbildung 
nur unbedeutend ab. 

Aber auch diese letztere ist nicht im Stande, eine richtige Vorstellung 
von der durch Cecidomyia taxi Inchb. an Taxus haccata L. verursachten Galle 
zu geben, ich kann daher nur wiederholen, was ich bereits in meiner eingangs 
citirten Abhandlung gesagt habe, dass die von Prof. J. Mik (Wien, entom. Zeitg., 
IV, 1885, Taf. I, Fig. 1) gegebene Abbildung die erste richtige des genannten 
Cecidiums ist. 

J. N. Vallot beschreibt in den Memoires de Tacademie de Dijon, 1828— 
1829, p. 110 in dem Abschnitte „Galles et fausses galles" neben mehreren Ceci- 
domyiden-Gallen auch eine Knospengalle von Taxus haccata L., von welcher 
er Folgendes sagt: „On en a de nouvelles preuves dans les galles axillaires de 
l'if, Taxus haccata, tres-visibles au mois de mai, et d'oü, en juin, sorteut de 
tres-petits Cynips noirs ä pattes jaunätres. Oes galles, formees d'^cailles em- 
briquöes, occupent Femplacement des boutons ä fleurs, et meme des boutons ä 
branches, dont le developpement est alors empeche." 

Aus dieser, wenn auch kurzen Beschreibung kann man mit ziemlicher 
Sicherheit den Schluss ziehen, dass Vallot nicht die Gallen der Cecidomyia 
taxi Inchb., sondern die durch eine Phytoptus-Avt verursachten Deformationen 
der Blüthen- und Blattknospen von Taxus haccata L. gemeint hat, wofür na- 
mentlich die Ausdrücke „galles axillaires" und „occupent Femplacement des 
boutons ä fleurs" sprechen ;2) denn der Umstand, dass er aus seinen Taxus- 
Gallen kleine Hymenopteren erhalten hat, widerstreitet nicht der Annahme, 
dass er Fhytoptus-GdWm vor sich gehabt habe, da solche sehr häufig von Larven 

') M. T. Masters sagt I.e. p. 90 von der in Rede stehenden Triebspitzendeformation 
Folgendes: „In the yew (Taxus) the leaves at the ends of the shoots not nnfrequently lose their 
usnal distichons arrangement and hecome arranged in a close spiral manner, the elongation of the 
shoot being arrested. This appears to be the result of the injury eifected by some insect." 

*) Siehe meine Abhandlung „Beiträge zur Kenntniss der Milbengallen (Phytoptocecidien)" 
(Verhandl. d. k, k. zool.-bot. Gesellsch. Wien, Bd. XXVIII, 1878, p. 145). 



102 



Franz Low. Cecidiologische Notizen. 



auderer lusecten, namentlich von Cecidomyiden - Larven bewohnt werden, in 
welchen nicht selten parasitische Hymenopteren leben. 

Uebrigens ist die Cecidomyiden-Galle von Taxus baccata L. schon durch 
andere Autoren aus Frankreich bekannt geworden, und zwar durch J. Macquart 
(s. Les arbres et arbrisseaux d'Europe et leurs insectes in den Mem. soc. sc. 
agric. et arts, Lille, 1851, p. 489) und in neuerer Zeit durch H. Gadeau de 
Eerville, welcher sie in Nord-Frankreich gefunden hat (s. Enumeration et 
Description des Galles observe'es jusqu'alors en Normandie. Seconde memoire, 
im Bull. soc. d. amis sc nat. Ronen, annäe 1884, p. 351 — 352). 

Zur Vervollständigung der Literaturangaben über Cecidomyia taxi Inchb. 
sei hier noch erwähnt, dass diese Art auch in Albert Müller 's „British Gall- 
Insects" (The Entomologist's Annual for 1872, London, 1872, p. 18) und in des- 
selben Autors „British Gall-Insects", Basle, 1876, p. 14 aufgeführt ist. 



103 



Studien zur Teratologie der Gewächse. 

Von 

M. Kronfeld. 



(Mit Tafel III und 1 Abbildung im Texte.) 



(Vorgelegt in der VerKammluiig am 13. Jänner 1886.) 



Vorwort. 

Die folgenden vier mit einander nicht unmittelbar zusammenhängenden 
Aufsätze behandeln mehrere Bildungsabweichungen der Pflanzen, die nach meinem 
Dafürhalten einer eingehenden Besprechung würdig waren. 

Die Natur des Gegenstandes möge die Casuistik in der Darstellung recht- 
fertigen. Da so ausgezeichnete pragmatische Werke, wie Frank's „Krankheiten der 
Pflanzen", Masters' „Vegetable Teratology" und Moquin-Tandon's „Pflanzen- 
Teratologie* über das Gesammtgebiet der Disciplin vorliegen, wird sich die terato- 
logische Forschung bis auf Weiteres mit der Untersuchung einzelner ausgewählter 
Fälle zu beschäftigen haben. 

Die Güte des Herrn Directors v. Kern er gestattete mir, die üniversitäts- 
Sammlung zu benützen und dem botanischen Garten frische Objecte zu ent- 
nehmen. Das übrige „Material" stammt aus der kleinen Collection meines Besitzes. 

Sollten diese Blätter einigen Anwerth finden, so würde ich dadurch zu 
fortgesetzter Thätigkeit auf dem betretenen Gebiete ermuthigt werden und binnen 
Jahresfrist das zweite Heft meiner „Studien" der Oeff'entlichkeit zuführen. 

Wien, am 7. December 1885. M. K. 

Inhalt dieses (ersten) Heftes: 

Seite 

1. Ueber die Füllung der /S'apowana-Blume. (Hiezu Fig. 1 — 18, Taf. III) 104 

2. Ueber dreiklappige L?/wana-Schötchen. (Hiezu Fig. 22 a, h, Taf. III) . HO 

3. Ueber die Pleophyllie fingerförmig zusammengesetzter Blätter. (Hiezu 

Fig. 23-28, Taf. III) III 

4. Ueber eine Fasciation von Lycopod.clavatum. (Hiezu Fig. 19-21, Taf. III) 115 
Erklärung der Abbildungen 120 



104 



M. Kronfeld. 



1. lieber die Füllung der Saponaria-Blume, 

Wie die anderen Caryophylleen mit augenfälliger Corolle, so hat auch 
Saponaria officinalis eine grosse Neigung zur Füllung. Ueber das Ergebnis 
einer im letzten Sommer angestellten Untersuchung, welche sich auf zahlreiche 
gefüllte Blumen der genannten Pflanze bezog, sollen die nachstehenden Zeilen 
berichten. 

Denn gewiss ist die gefüllte Blume auch eine Bildungsabweichung, und 
selbst die volle Rose bleibt eine solche, mag man sie immerhin — wie Cohn 2) 
will — „von dem ästhetischen Gefühl geleitet" als die „vollkommenere" ansehen. 

Die normale Saponaria -Blnme ist gemäss der Formel: $ * K{5) Cs 
G(5-n) aufgebaut. Die fünf freien Blumenblätter sind „genagelt" und scheiden 
sich in einen unteren stielförmigen „Nagel", ferner eine obere unregelmässig 
dreieckige „Platte"; an der Grenze beider Abschnitte befindet sich ein zwei- 
zipfliger Anhang, die sogenannte Ligula oder Nebenkrone (Bart, Corona, Coro- 
nula, Paracorolla der Autoren). Der Corollaicyklus ist sammt den Staminen 
durch ein kurzes Zwischenstück der Achse emporgehoben. Das Gynaeceum 
besteht aus einem oberständigen eiförmigen und syncarpen Ovar mit „freier 
Central- oder Basilarplacenta" — wie wenigstens die systematischen Bücher 
lehren — und zwei fadenförmigen, unmittelbar in die Narben fortgesetzten Griffeln. 
Aus diesem fertigen Baue erschliesst man, dass die Anzahl der zum Germen 
zusammentretenden Carpide zwei betrage. Der reife Fruchtknoten gestaltet 
sich zu einer Kapsel um, die an der Spitze in vier Zähnen aufspringt, an der 
Mittelsäule zahlreiche Samen trägt und allseits, wie von einem weiteren Be- 
hälter, durch den trockenhäutig gewordenen gamosepalen Kelch umfangen wird. 

Die gefüllte Blume fällt vor Allem durch die Ueberzahl der Petala auf. 
Der Kelch vermag die Fülle nicht zu fassen; er wird einerseits zum grossen 
Theile oder seiner ganzen Länge nach aufgesprengt, und nach Art eines Feder- 
busches hängen nun die Blumenblätter über (Fig. 6, 7). Greifen wir einige 
gefüllte Blumen heraus, so hatte: 



Petala Stamina 

A 2h 3 

B 21 8 

C 30 7 

2) 26 9 



woraus erhellt, dass die gefüllten 6'aponana-Blumen nicht blos eine Umwand- 
lung von Staub- in Blumenblätter, sondern eine absolute Vermehrung dieser 
letzteren aufweisen. 

Wie kommt diese zu Stande? 



1) Ich erhielt dieselben im frischen Zustande aus dem Wiener botanischen Garten. 
Cohn: Die Pflanze, Breslau, 1882, p. 336. 



Studien zur Teratologie der Gewächse. 



105 



Nach Göbel's^) Erfahrung erfolgt die Vermehrung der Blumenblätter 
von Dianihus und Silcne durch Spaltung der zehn Staubblätter, respective 
ihrer Aulagen. Für Saponaria wird die Annahme einer solchen schon un- 
wahrscheinlich, wenn wir den Fall Z) vornehmen, in dem sich die Anzahl der 
Staubblätter nur um eines vermindert und gleichwohl an Stelle der fünf fünf- 
undzwanzig Petala vorfinden. In der That ergibt sich bei näherem Zu- 
sehen, dass die Petala selbst gespalten und durch eben diese Spal- 
tung vervielfältigt werden. Auf einem Nagel sieht man in der gefüllten 
Blüthe öfters zwei völlig ausgebildete Platten im scharfen Winkel aneinauder- 
stossen. Entsprechend den zwei Platten sind auch schon zwei, als vier kleine, 
dicht nebeneinander gestellte Zipfel erkennbare Coronen oder Bärte sichtbar 
(Fig. 1, 3). Im frühen Zustande der Petalumsanlage muss an ihrem oberen Ende 
eine Theilung erfolgt sein, die so weit eben reichte, dass die flächenförmige 
Ausbreitung des Blattgebildes in zwei Partien gesondert wurde. Diese Incisur 
erstreckt sich bald auch in den Nagel (Fig. 2), und die Trennung geht endlich 
so weit nach abwärts, dass zwei congruente, wohl ausgebildete und nur durch 
ein kurzes, gemeinsames Fussstück ihre Zusammengehörigkeit verrathende Petala 
entstehen (Fig. 4). Von diesem Paare kann jedes Glied für sich der gleichen 
Spaltung oder Chorise unterliegen, und wir erhalten vier Blumenblätter auf 
einem kurzen Stielchen (Fig. 5). Sie sind nicht minder aus einem Primor- 
dium hervorgegangen, wie etwa die adelphischen Staminen von Hypericum.'^) 
Wenn diese Theilung — die füglich als Dichotomie aufgefasst werden kann, 
da sie zur paarweisen Entstehung durchaus gleichwerthiger Glieder führt — 
die Anlagen mehrerer Petala begreift, dann kann und muss eine Vermehrung 
der Blumenblätter in der gefüllten /S'apowarm-Blüthe erfolgen. Oft begegnen 
uns weiters in einer solchen durch Sprossung aus dem ^wischen Kelch und 
Krone befindlichen Zwischenstücke hervorgegangene kleinere Adventivblüthen, 
die nebst einigen ausgebildeten Petalis vergrünte Blättchen, verkümmerte Stamina 
und geöffnete Carpide besitzen, auf welche wir noch zurückkommen werden. 
Die Vermehrung der Petala in der gefüllten Blume erfolgt also 1. durch wieder- 
holte Spaltung vorhandener Anlagen, 2. durch Aussprossung von Adventiv- 
blüthen, deren jede etliche Blumenblätter zubringt. Fig. 8 zeigt eine, Fig. 9 
mehrere dicht unter einem normalen Ovarium aus der Achse hervorgesprosste 
Blüthen, welche nach Entfernung der übrigen Blumentheile sichtbar wurden 
[h bedeutet in beiden Abbildungen das freie Achsenglied, a den nach unten 
umgekrenipten Kelchrest, c die Adventivblüthen). 

In den meisten gefüllten ^S'ajponana- Blumen findet man ferner jene Um- 
wandlungen von Staub- in Blumenblätter, welche in den vollen Blumen über- 
haupt {Rosa, Fuchsia etc ) zu den gewöhnlichen Vorkommnissen gehören. Einiger 
selteneren Formen sei ausführlicher gedacht. So sehen wir in Fig. 10 auf einem 

1) Göbel: Vergleichende Entwicklungsgeschichte der Pflanzenorgane in Schenk 's Hand- 
buch der Botanik, III. Bd., p. 332. 

Vgl. Drude: Die Morphologie der Phanerogamen in Schenk 's Handbuch, I. Bd., 

p. 723, 724. 

Z. B. Ges. B. XXXVI. Abh. 14 



106 



M. Kronfeld. 



normalen Filament eine röthlich gefärbte, vergrösserte und ausgebuchtete Anthere, 
welche dem Anscheine nach aus drei, wie die halbmondförmigen Herzl-lappen 
in der Figur eines Y zusammengestellten Staubbeuteln besteht, in der That aber 
einen blumenblattartig colorirten, stark erweiterten und — wie sich unter dem 
Vergrösserungsglase nachweisen liess — mit Pollen erfüllten Behälter darstellt. 
In Fig. 11 ist wieder ein Gebilde dargestellt, das auf langem, fadenförmigen Stiel 
eine petaloide Verbreiterung und am Ursprünge derselben eine eingeschrumpfte 
Anthere aufweist, die mit spärlichem Pollen begabt war. Unwillkührlich drängte 
sich mir die Analogie des Stieles mit dem Nagel, der blumenblattartigen Aus- 
breitung mit der Platte eines gewöhnlichen Petalums auf, und ich musste be- 
harrlicher Weise vermuthen, dass jene Anthere dem zweizipfligen Barte oder der 
Nebenkrone des normalen Blumenblattes entspreche. Weitere Funde gaben völ- 
lige Gewissheit. 

In der ungefüllten Saponaria-Blume sind bekanntlich die Platten der fünf 
Petala im rechten Winkel gegen die Nägel abgebogen und über den Kelchrand 
gelegt. Die beiden an der Abbiegungsstelle jedes Petalums vorfindlichen Zipfel 
zeigen häufig verschiedene Länge, einer ist wie fadenförmig ausgezogen. In der 
gefüllten Blüthe bleiben dem beschränkten Räume gemäss die dem Centrum 
näher gestellten Petala geradegestreckt, so dass sie mit ihrer oberen Ausbreitung 
einem Spatel oder einem Löffel gleichen, in dessen Concavität der Bart hinein- 
reicht. Von den zwei Zipfeln desselben war in einigen Fällen einer zu einem 
längeren Faden — oder sagen wir gleich — einem Filamente ausgewachsen, welches 
an der Spitze eine kleine, normalen Pollen bergende Anthere trug. Der andere 
Zipfel hatte die gewöhnliche Kürze behalten (vgl. Fig. 12). 

Somit vermag ein Zipfel der Nebenkrone von Saponaria in ein Stamen 
auszuwachsen, und könnte man ihn aus diesem Beweggrunde einem Staubblatte 
morphologisch gleichartig betrachten, so würde die ganze Nebenkrone von Sa- 
ponaria einem Staminodien-Kreise entsprechen. Nach einer kurzen Angabe bei 
Master s^) trugen die Coronen, wie von Saponaria officinalis, so auch von 
Narcissus, Nerium Oleander und Silene gelegentlich Antheren. Vielleicht gilt 
auch für sie die für den Bart von Saponaria aufgestellte morphologische Deutung. 
Durch die allgemeinen Ausdrücke „Ligulargebilde'', „ligulare Auswüchse" und 
durch die Vergleichung der Nebenkronen mit den an manchen Laubblättern — 
wie denen von Aralia — auftretenden, schräg aufwärts, von der Lamina weg, 
divergirenden Sprossungen, 2) ist nämlich für die Dignität der betreffenden Or- 
gane eigentlich noch nichts ausgesagt. 

H. Müll er 3) führt Saponaria officinalis unter den Gewächsen auf, deren 
Blumen durch die lauggestreckte Kelchröhre den Schmetterlingen angepasst sind. 
Und es ist klar, dass die nach Art einer Reuse um die Blüthenapertur herum- 



') Masters: Vegetable Teratology, London, 1869, p. 301. 

2) Vgl. Hofmeister: Allgemeine Morphologie der Gewächse, Leipzig, 1868, p. .52G, und 
Sachs: Lehrbuch der Botanik, 4. Aufl., p. 217. 

H. Müller: Die Wechselbeziehungen zwischen den Blumen und Insecten in Schenk 's 
Handbuch, I. Bd., p. 59 und 61. 



stildien zur Teratologie der Gewfichse. 



107 



gestellten Zipfel der Nebeiikroiio zur Abwehr auf kriechender lusecten dienen, 
biologisch luifgefasst also ein „Schutzmittel der Blüthe gegen unberufene Gäste" 
iui vSinne Kern er 's darstellen. Die Vorfahren der Saponaria mögen auf epi- 
petalen Staminen den Pollen dem Winde ausgeboten haben. Als die Blüthe sich 
dem Insectenbesuche anschmiegte, mussten die vorhin frei exponirten Autheren 
durch im Innern der Blume versteckte ersetzt werden. Die Zipfel der Neben- 
krone, die wir vorhin für Staminodien erkannten, sind genauer gesagt reducirte 
(nicht rudimentäre) Staubblätter. 

Fast nie zeigte sich das Gjnaeceum der gefüllten Blüthe verändert. In einem 
von vierzig Fällen war eine Narbe petaloid afficirt, etwas verbreitert und röth- 
llch gefärbt; eine ähnliche Beobachtung an Saponaria hat Moquin-Tandon ^) 
gemacht. Dagegen zeigten die Carpide in den kleinen Adventivblüthen die 
mannigfachsten Unregelmässigkeiten. 

Sie erreichten selten mehr als 1 cm. Länge und waren fast immer der 
ganzen Länge nach auf einer Seite geöffnet. Die freien Bänder waren gewnistet, 
nach einwärts gekehrt, das ganze Carpid gewöhnlich mehr oder minder deutlich 
eingedreht. In Fig. L5 haben wir ein solches Carpid vor uns, das nach oben 
in einen spitzigen Kegel ausgezogen ist und im Ganzen an eine Kapuze erinnert. 
(Die am natürlichen Objecte in Folge der Eindrehung des ganzen Fruchtblattes 
dicht aneinander geschlossenen Bänder des Längsspaltes sind zur besseren An- 
sicht mit den Nadeln auseinander gedrängt, und das ganze Carpid erscheint hier, 
wie im Folgenden, in gestreckter Lage gezeichnet). Wo Ovula vorhanden waren, 
standen sie auf den freien, einwärts gekehrten Rändern der Spalte. Die der Dialysis 
verfallenen Carpide wiesen also eine parietale Placentation auf. 

Bei der Betrachtung eines kaum 3 mm. langen Carpides fiel mir, als ich 
die Spalte lüftete, an dem einen Rande ein ovoides, etwas gestrecktes Körperchen 
auf, das seiner Stellung und der glänzend weissen Farbe nach ein Ovulum zu 
sein schien. Unter dem Mikroskope offenbarte sich aber dieses vermeintliche 
Ovulum als ein prall mit Pollen gefülltes Bläschen, das nach geschehenem Ein- 
risse seinen Inhalt hervorquellen Hess. Der andere Rand war in der Mitte mit 
einer Kerbe versehen, und in dieser Kerbe erkannte ich bei stärkerer Vergrösserung 
mehrere Meristem-Hügel, aus denen wahrscheinlich Ovula hervorgehen sollten. 
Fig. 16a stellt das kleine Carpid mit den Pollen haltenden Bläschen an dem 
einen, der Kerbe an dem anderen Rande dar, in Fig. 16?) ist diese Kerbe bei 
stärkerer Vergrösserung heransgezeichnet. 

Bald war mir klar, dass hier der seltene Fall eines antheroiden Ovulums, 
jenes überaus merkwürdigen Zwischeudinges von Eichen und Pollonsack vorlag, 
das bisher blos an Passiflora coerulea und palmata durch Salter, ferner au 
Rosa arvensis von Masters beobachtet wurde. Dieser Autor berichtet im Ca- 
pitel: „Formation of pollen within the ovules"^) über unseren Gegenstand. 
Antheroide Ovula traf ich noch öfters am Rande geöffneter Carpide. Sie nahmen 



1) Mo quin-Tandon: Pflanzen-Teratologie, überaetzt von S chauer, Berlin, 1842, p. 203. 
') Masters 1, c. p, 185 a. f. Daselbst wird auch Salt er citirt. 

14* 



108 



M. Kronfeld. 



ihre Seite immer ganz in Anspruch; es kam beispielsweise nie vor, dass in einer 
Linie Ovula und antheroide Eichen abwechselten. Dagegen trugen mehrere Car- 
pide an dem einen Rande der Spalte normale, an dem anderen Rande antheroide 
Ovula. So sehen wir in Fig. 14 an dem einen Rande des offenen Fruchtblattes 
eine Reihe von Eichen, an dem anderen Rande zwei langgezogene antheroide Ovula.^) 

„Jedes Pollenfach der Angiospermen ist homolog einer randständigen 
Längsreihe von Eichen, ebenso wie eine Reihe der kaum ausgegliederten Sporan- 
gien von Ophioglossum homolog ist einer Reihe von wohlausgegliederten Sporan- 
gien von BotrycMum."' Für diese seine Ansicht hat Celakovsky-) neuerdings 
eine Lanze eingelegt, und ich glaube, dass das Vorkommen der antheroiden Ovula 
überhaupt, namentlich aber ihr Auftreten in Gemeinschaft mit normalen Eichen 
auf ein und demselben Blattgebilde, sehr zu seinen Gunsten spricht. 

Waren die besprocheneu Carpide, welche mit ihrer nach oben zunehmenden 
Verjüngung je ein Ovar mit dem dazu gehörigen Griffel repräsentirten, in der 
Regel einseitig eröffnet, so fand sich einmal auch in einer Adventivblüthe ein 
Fruchtknoten, der ein ganz anderes Aussehen darbot. An der Basis war das 
Ovar kugelig aufgetrieben und ringsum geschlossen, an dem oberen Pole com- 
municirte es mit einer petaloideu Röhre, die ihrerseits an der trichterförmigen 
Mündung in mehrere unregelmässige Lacinien ausgieug. Das ganze Gebilde er- 
innerte an die Form gewisser Perigone, z. B. von Aristolochia.^) Als ich die 
Höhlung durch einen Längsschlitz öffuete, zeigte sich im kugelig erweiterten 
Basaltheile von unten nach oben eine mit zwei Reihen normaler Eichen besetzte 
Schnur ausgespannt. Der obere Ansatz derselben war gegabelt, und die beiden 
Aeste fanden an deutlich distanten Punkten ihren Ansatz (Fig. 17). Eine ganz 
gleiche Anordnung der Ovula sah ich übrigens auch in einem einseitig offenen, 
oben zugespitzten Carpid. Der obere Ansatz des Eichenträgers war gleichfalls 
in zwei Arme getrennt (Fig. 13). Hier wie dort war also eine „Placenta cen- 
tralis libera" vorhanden. 

Seltener giengen in den accessorischen Blüthen benachbarte Carpide 
Verwachsungen ein. In Fig. 18 a und b haben wir zwei mit ihren Rückseiten 
verwachsene, an den Bauchseiten der ganzen Länge nach offene Carpide vor 
uns. Wie sich aus den beiden Abbildungen ergibt, gieng das eine mit einer cen- 
tralen, oben wiederum zweitheiligen Eichenschnur versehene Carpid nach Art 
einer Narrenmütze in zwei Zipfel aus, das andere trug die Ovula an dem ein- 
wärts gekehrten verdickten Rande und endete in eine lange Spitze. 

De Candolle'') zeigte bereits, wie die Central-Placenta der Caryophyl- 
leen auf die parietale zurückzuführen wäre. Wir haben uns seinen Ausführungen 

1; Mit Kücksicht auf dieses Vorkommen wurden die Meristem-Hügel von Fig. Ißt als Ovula- 
Anlagen angesprochen. 

Celakovsky: Untersuchungen über die Homologie der generativen Producte etc. in 
Pringsheim'ö Jahrhüchern für wisseuschaftlicho Botanik, 1884, p. 375. 

3) Aehuliche Gestalten hat Peyritsch an normal oheiständigen, einfächerigeo Frucht- 
knoten beobachtet (Zur Teratologie der Ovula, Wien, 1876, p. 8). 

*) De CandoUe; Organographie der Gewächse, übersetzt von M e i b u er, Stuttgart, 1828, 
n. Bd., p. 24 und 25. 



Studien zur Teratologie der Gew&chse. 



109 



gemäss vorzustellen, dass die ursprüiiiilicli an der Umrandung der Bauchnaht 
angebrachten Eichenträger durch Eiuwärtskehrung der freien Carpidränder bis 
gegen die Verticahichse vorgeschoben und die falschen Dissepimente hernach 
unterdrückt werden. Ausnahmsweise — nach Godron') bei Silene longiflora 
Boiss. und swertiaefolia Boiss. — erhalten sich jedoch die Scheidewände selbst 
in der reifen Kapsel bis zu einer grossen Höhe. 

Die frei ausgespannte Eichenschuur von Fig. 17, Fig. 13 und Fig. 18a 
fanden wir an dem oberen Ende in zwei Arme geschieden und der ganzen Länge 
nach mit zwei Eichenzeilen besetzt. Wir können annehmen, dass dieselbe aus 
zwei Fäden zusammengewachsen ist, und jeder Faden würde einem vorhin am 
freien Carpidrande angebrachten Eichenträger entsprechen, welcher auf die ange- 
deutete Weise später centralwärts vorgerückt wurde. Erinnern wir uns ferner 
der zwei vom Rücken her verwachsenen Carpide (Fig. 18), denken wir uns jedes 
derselben mit einem zwei Eichenreiheu tragenden Strange versehen, so stossen, 
wenn die Verwachsuiigswand resorbirt ist, die beiden aus vier Fäden (Eichen- 
trägern) hervorgegangenen Stränge zusammen; es entsteht, anders gesagt, in dem 
unilocularen Ovar eine „placeuta centralis libera" mit vier Reihen von Eichen. 2) 

Zu gleicher Ansicht über die Natur der mittelständigeu Caryophylleen- 
Placenta ist Rohrbach 3) bei der Untersuchung der Gattung Silene gelangt. 
Er thut überzeugend dar, „dass die centrale Placenta sammt den Scheidewänden 
kein Achsen-, sondern ein Fruchtblattgebilde ist". 



Resumiren wir das Vorstehende, so ergibt sich: 

1. Die Füllung der Blüthe von Saponaria erfolgt: a) durch 
Umwandlung von Stam inen inPetala (relative Vermehrung derPe- 
tala); hj durch Spaltung der Petalumsanlagen und durch das Her- 
vorsprossen kleine rAdventivblüthen aus dem Achsenstück zwischen 
Kelch und Krone (absolute Vermeh ru ng der Petala), welche zum Auf- 
sprengen des Kelches führt. 

2. Die Zipfel des Bartes oder der Ligula (Corona, Coronula) 
an der Grenze von Nagel und Platte können auf dem Petalum zu 
Staminen auswachsen, sind also diesen gleichwerthig. 

3 DasGynaeceumdergefülltenBlüthebleibtfastausnahmslos 
intact. Dagegen zeigen die meist in der Mehrzahl auftretenden 
Carpide der Ad ventivblüth en mannigfache Veränderungen. Sie 



S Godron: Melangcs de Teratologie vegdtale dans les M^m. soe. des sc. nat. de Cher- 
bonrg, 1871—1872. p. 12 t 

*) In dem jungen Ovarium der normalen Saponaria-hlnme gelingt es ganz leicht, einzelne 
der die Mittulsäule zusammensetzenden Fäden mit den anhaftenden Eichen in grösserer Lauge 
darzustellen. 

») Rohrhach: Monographie der Gattung Silene, Lei;)zig, 1868, p 32. — Ve^I, zu dieser 
Frage auch Eichler, Blüthendiag ramme, II, p. 113, 



110 



M. Kronfeld. 



sind gewöhnlich geöffnet, in eine Spitze ausgezogen und haben: 
a) bald parietale, h) bald f rei-centrale Placentation, zuweilen auch 
c) antheroide Ovula. 

4. Die V orstellung von der Zurückführbarkeit der freien Cen- 
tral-Placenta auf parietale Eichenträger wird durch die Verhält- 
nisse der Eichenstellung in den offenen ^'a^JOwaria-Carpiden im 
hohen Grade erleichtert. 

3. lieber dreiklappige Xtt^aWa-Schötchen. 

Nach einer Zusammenstellung von Pey ritsch') wurde eine Vermehrung 
der Carpide, beziehungsweise der Klappen, an der reifen Frucht bisher bei den 
Cruciferen Ärabis dlpina, Barharea, Brassica oleracea, Capsella Bursa pastoris, 
Cheiranthus Cheiri, JDiplotaxis muralis, Erysimum cheirifolium , Lepidium 
sativum, Lunaria rediviva, Tlüaspi arvense beobachtet. (Vgl. Nachtrag, p. 122). 

Lunaria biennis Mönch, die sich durch Selbstaussaat in den Bauern- 
gärten von Kritzendorf bei Wien seit längerer Zeit erhält, bietet nun gleich- 
falls, und nicht gerade selten, die Erscheinung überzähliger Klappen an den 
Schötchen dar. 

Normal sind die stumpf-ovalen, circa 3 cm. langen und P/4 cm, breiten 
Schötchen dieser Pflanze blattartig plattgedrückt und von einem schmalen Eichen- 
träger dicht umrandet, in dessen Lichtung sich die häutige, an ihren beiden 
Flächen schimmernde Scheidewand einschaltet. Die Nabelschnüre, welche bei 
der Mehrzahl der Cruciferen frei von der Eichenleiste abzweigen und ganz kurz 
bleiben, erreichen bei Lunaria mehr als 5 mm. Länge und wachsen, zumeist 
senkrecht gegen die grosse Achse der Ellipse gerichtet, welche der reifenförmige 
Eichenträger darstellt, innig der Scheidewand an. 2) Die Samen sind im Um- 
risse nierenförmig, ebenfalls plattgedrückt und mit einer häutigen Einfassung 
versehen. 

Treten drei Carpide auf, so ist das Aussehen der Frucht ein völlig ver- 
schiedenes. Auf die ursprüngliche, von der reifenförmigen Eichenleiste begrenzte 
Scheidewand ist, der Längsachse des Ovals entsprechend, ein weiteres Septum- 
stück aufgesetzt, das etwa die Hälfte der primären Scheidewand ausmacht und 
seinerseits an dem freien Rande von einer Eichenleiste eingesäumt erscheint. 
Da zugleich die primäre Scheidewand mit ihren seitlichen Partien sich auswärts 
krümmt, ergeben sich drei Fächer. Von diesen wird das erste durch die Con- 
cavität des Primärseptums präformirt, die beiden anderen Abtheilungen liegen 
aber auf der entgegengesetzten Seite und werden durch je eine Hälfte des 
Primärseptums und dem accessorischen Halbseptum erzielt. Jede Abtheilung 

1) Peyritsch: Ueber Bildungsabweichungen bei Cruciferea in Frings heim's Jahr- 
büchern, VIII. Bd., p. 121 und 122. 

*) Diese Thatsache war schon De Candolle betannt (1. c. II. Bd., p. 54), der das gleiche 
Vorkommen auch für Petroeallis angibt. 



Stadien zur Teratologie der Gewächse. 



III 




wird nach aussen durch eine eigene Klappe — eines der drei Carpide — ab- 
geschlossen, so zwar, dass auf dem Querschnitte jedes Fruchtblatt von Eichen- 
träger zu Eichenträger gleich einer Sehne im Kreise herübergespannt ist. (Vgl. das 
beistehende Schema: 3 sind die Klappen, S bezeichnet das Haupt-, Si das 
accessorische Halbseptum, G die Eichenleisten, i die 
Samen). Fig. 22 a zeigt eine solche dreiklappige Lu- 
naria- Frucht in äusserer Ansicht, wobei dem Be- 
schauer zwei Fächer zugewendet sind, Fig. 22h die 
Septen und Eicheuträger desselben Schötchens nach 
Entfernung der Klappen. Wir sehen das Priniärseptum 
an einer Stelle durchlöchert, das Halbseptum nur im Basaltheile erhalten. Ueber- 
haupt waren die Scheidewände in den trivalven Schötchen fast immer mehr oder 
weniger defect. Ja, in einem Falle waren sie völlig geschwunden, und die Samen 
hiengen frei in der Frucht herab. Dem weiteren Räume gemäss sind diese in 
den dreiklappigen Schötchen weniger abgeplattet als in der normalen Frucht. 

Es muss bemerkt werden, dass die Pflanzen, von denen die eben be- 
schriebenen Früchte herrührten, völlig gesund waren, durchaus keine „Ver- 
grünungs"- Anwandlungen darboten und noch zahlreiche Schötchen erzeugten, 
die in Nichts von der Regel abwichen. 



3. lieber die Pleophyllie fingerförmig -zusammengesetzter 

Blätter. 

Als Pleophyllie („Pleiophylly") ist nach Masters^) die normwidrige Ver- 
mehrung der Componenten eines zusammengesetzten Blattes und das Auftreten 
kleiner Adventivblättchen an der Basis einfacher Blätter (Ulmus, Corylus) zu 
bezeichnen. An dieser Stelle soll nur die Pleophyllie fingerförmig zusammen- 
gesetzter Blätter zur Sprache kommen. 

Das Folium ternatum von Trifolium zeigt häufig eine Vermehrung seiner 
Glieder. „Vierblätteriger Klee" ist ja geradezu volksthümlich und ein Tropus 
des Sprichwörterschatzes geworden. 2) Frühzeitig wandten sich auch gelehrte 

') Masters 1. c. p. 353. 

^) In eigenen Versen gedenkt seiner Hücker t („Kinderjahre") : 

„Wie viel Zeit ich damals hatte, 

Als ich stundenlang am See 

Suchte nach dem vierten Blatte 

An dem dreiblätterigen Klee." 
Und an einer anderen Stelle: 

„Am Tage vor Bartholomee 

Sprach ich: Nun blüht mir nimmer Klee! 

Da fand ich an der Statt 

Noch ein vierblätt'rig Blatt." 
Des Wunderblattes bemächtigte sich auch unsere indut^triöse Zeit. In den Schauläden der 
Juweliere bekommt man niedliche „Porte- bonheura" zu sehen, die unter geischliffenem Glase ein 
vierblätterigea Kleeblatt einschliessen. 



112 



M. Kronfeld. 



Augen demselben zu. Nach Sclilechtendal') findet sich schon aus dem 
Jahre 1570 ein vierblätteriger Klee beschrieben, und Bauhin sagt von Tri- 
folium: „Foliis quaternis, quinif^, aliqimndo septenis donatur." Hier wie dort 
ist ein Erzeugnis der Cultur, Trifolium rej ens var. fusco-nigris foliolis, ge- 
meint. Trifolium repens und pratense bieten auch im Freien am häufigsten 
die Erscheinung der Pleophyllie. 

Wie sich in den meisten Fällen noch deutlich feststellen lässt, entsteht 
das vierte (überzählige) Blättchen durch Abzweigung, bald vom terminalen, bald 
von einem der Seiteublättchen. Dem Blättchen, von dem es seinen Urs^prung 
genommen, ist es in der Regel ganz enge beigesellt und mit ihm auf einem 
gemeinsamen Stielchen befestigt. Dabei gleicht es dem ursprünglichen Blättchen 
in Grösse und Form oder bleibt hinter diesem bedeutend zurück. So ist in 
einem mir vorliegenden Beispiele von Trifolium repens die Lamina des End- 
blättchens einerseits an der Basis stark abgestutzt, und gleichsam zum Ersätze 
des Defectes entspringt hier ein Blättchen, kaum halb so gross als das Foliolum 
terminale, zu dem es gehört. Auch bei einem jPra^arm-Blatte der Universitäts- 
Sammlung (Fig. 28) mit vier Foliolis ist das accessorische Blättchen (A) sicht- 
lich durch Abtrennung von der Lamina eines Foliolum — in diesem speciellen 
Falle eines Foliolum laterale — entstanden. Das Seitenblättchen zeigt einen 
Ausschnitt, der den untersten der craspedodrom angeordneten Secondärnerven 
einbegreift, und dieser Secundärnerv wird zum Medianus des accessorischen 
Blättchens, das an Grösse ein wenig gegen das Mutterblättchen zurücksteht. 2) 
Sind bei einem Trifolium-B^2^.\,Q mit vier Foliolen diese durchaus gleich gross, 
und dieses Vorkommen ist sogar das häufigere, so verräth sich das Adventiv- 
blättchen fast immer durch die Störung der Symmetrie im ganzen Blattgebilde. 
Beim Kleeblatte in seiner gewöhnlichen Form durchschneidet die auf dem Me- 
dianus des Foliolum terminale senkrechte Ebene (die Medianebene) die Median- 
ebenen der Seitenblättchen im rechten Winkel, und da der Mittelnerv des End- 
blättchens die unmittelbare Fortsetzung des Petiolus communis darstellt, erinnert 
das ganze Blatt an die Gestalt des Hochkreuzes (f). So viele TW/bZmm-Blätter 
mit vier Blättchen mir auch vorkamen, ich konnte das accessorische Foliolum 
daran erkennen, dass es in den Winkel zwischen zwei normale Blättchen ein- 
geschoben war. Ein Foliolum quaternum des Klees von der Regelmässigkeit 
des ilfarsiZea-Laubes ist mir niemals begegnet. Das für die Symmetrie vor- 
züglich massgebende Endblättchen war, mochte es auch ein wenig abgedrückt 
erscheinen, deutlich dadurch charakterisirt, dass sein Medianus die directe Fort- 
setzung des Petiolus communis bildete. 

Die Zugabe eines vierten Blättchens erfolgt auch nicht selten an den 
normaler Weise ternaten Blättern von Phaseolus multiflorus Willd. Hier jedoch 
kann es zu Blattgebilden kommen, die den Regeln der Symmetrie in Nichts 

Scblecliteudal: Botan. Zeitung, 1856, p. 71. 

Analog selie ich die Endfieder eines von befreundeter Seite mir mitgetheilten Juglans- 
Blattes an der einen Basis stark ausgeschnitten und den entfallenden Secundärnerv als Träger 
eines eigenen kleinen Blättchens fuiictionirend. 



Studien zur Teratologie der Gewächse. 



113 



zuwiderlaufen, die durch eine auf den Petiolus communis senkrechte Ebene in zwei 
congruente Hälften zerlegt werden. 

Das Blatt von Phaseolus ist mit Stipellen versehen. Im Ganzen sind zwei 
Paare vorhanden, von denen das eine an der Abgangsstelle der Seitenblättchen 
aus dem gemeinsamen Stiele entspringt, das andere aber in einigem Abstände 
von der Basis des langgestielten Foliolum terminale. Die pleophyllischen Blätter 
(Fig. 26) zeigen nun öfters an der Stelle des Foliolum terminale zwei Foliola 
{F, F'), die ganz gleich an Grösse und Form erscheinen und mit je einem 
eigenen Stipellen-Paar (st, st') versehen sind: Es ist hier offenbar eine 
Verdoppelung des En dblättchens, ein Dedoublement im streng mor- 
phologischen Sinne eingetreten. 

Frank^) zufolge würde die Pleophyllie von Trifolium „auf Dedoublement 
eines Foliolums, bald des terminalen, bald eines seitlichen beruhen". Nach 
unserer Darstellung ist aber das accessorische Blättchen als abgezweigt von der 
Lamina eines normalen Foliolums zu denken, und dasselbe würde auf Fragaria 
(Fig. 28), allgemeiner gesagt, ternate Blätter überhaupt Anwendung finden. Nur 
in dem besonderen Falle von Phaseolus (Fig. 26) vermochten wir das Dedou- 
blement des Foliolum terminale deutlich zu erkennen. Und wir werden weiter 
sehen, dass eine Mehrzähligkeit des Phaseohis-Blsittes dort, wo die Verdoppelung 
des Endgliedes nicht nachzuweisen ist, in analoger Weise wie die Pleophyllie 
von Trifolium erklärt werden kann. 

Trennt sich von beiden Seitenblättchen des Kleeblattes ebenmässig ein 
neues Blättchen ab, so erhalten wir ein pentameres Kleeblatt, Die Asymmetrie, 
welche ein viertes Blättchen hervorrief, erscheint ausgeglichen, indem das End- 
blättchen in die directe Fortsetzung des Petiolus communis fällt und unter ihm 
jederseits ein Blättchenpaar zu stehen kommt. Gewöhnlich sind die zwei Glieder 
des Paares noch auf einem gemeinsamen Pedicellus; aber die Trennung setzt 
sich nicht selten auch in die Stielchen fort, und aus dem Folium ternatum wird 
ein Folium quinatum. Ich besitze solche Beispiele auch von Cytisus Lahurnum^) 
und Cytisus alpinus Mill.^) Asymmetrische viergliedrige Blätter finden sich ge- 
legentlich bei beiden Arten. In Fig. 24 sehen wir die Abtrennung an der Basis 
eines Blattes von Cytisus alpinus erst theilweise vollzogen, Fig. 25 stellt ein 
tetrameres Blatt desselben Strauches dar. Fig. 23 zeigt uns endlich ein völlig 
regelmässiges fünfgliedriges Blatt. Nicht minder beobachtete ich bis zur Fünf- 
zahl vorschreitende Pleophyllie bei dem schon oben erwähnten Phaseolus multi- 
florus. An Stelle jedes Seitenblättchens findet sich ein Paar von Blättchen, die 
übrigen Verhältnisse sind aber nicht verändert, das Foliolum terminale gibt nach 
wie vor die Symmetrie an, hat seine zwei Stipellen und das untere Paar der- 



') Frank: Die Krankheiten der Pflanzen, Breslau, 1880, p. 268. 
*) Aus den Anlagen des Wiener allgemeinen Krankenhauses. 

Aus dem Wiener botanischen Garten. — Vier- und fünfzählige Blätter von Cytisus 
Ldburnum finden sich bei S chlechtendal (Botan. Zeitung, 1844, p, 457) und Pluskal (Oesterr. 
botan. Zeitßchr., 1854, p. 124) gleichfalls erwähnt. 

Z.B. Ges. B. XXXVI. Abh. 15 



114 



M. Kronfeld. 



selben steht, wie vorhin am Ursprünge der zwei, so jetzt an der Abzweigungs- 
stelle der vier Seitenblättchen. 

Was bei den besprochenen Arten als normwidriger Zufall, das tritt bei 
anderen Papilionaceen als Regel auf. Das öfters vorkommende Folium quinatum 
können wir uns aus einem Folium ternatum durch Abgliederung an den Seiten- 
blättchen hervorgegangen denken. Und es wird erlaubt sein, dieses Schema auch 
auf andere Familien mit gefingert zusammengesetzten Blättern zu übertragen. 
Desmodium canadense De Cand. — im Wiener botanischen Garten cultivirt 
— trägt auf einem Stocke, nebst drei-, fünfzählige Blätter, die jenen von 
Phaseolus um so eher gleichgestellt werden können, als dasselbe Verhältniss 
der Stipellen obwaltet. JDorycnium pentapJiyllum Scop. — auf den Kalkhügeln 
der Wiener Gegend gemein — hat wiederum fünfzählige Blätter, die bei dem 
Fehlen der Stipellen mit den angeführten von Cytisus in eine Reihe gestellt 
werden können. Um auf eine weitere Familie sprechen zu kommen, Buhus- 
Blätter treffen wir sowohl drei- als auch fünfzählig an. Au einem Blatte von 
Bubus Idaeus finde ich erst einerseits von dem Blättchen des Paares ein neues 
abgezweigt, auf der anderen Seite ist die Trennung (ähnlich wie in Fig. 24) 
noch nicht ganz ausgeführt. Dreigliedrige Blätter von Bubus caesius L. a. um- 
hrosus (seltener B. Idaeus) haben ferner am unteren Rande der Seitenblättchen 
jederseits einen Einschnitt, welcher die nur angefangene Abtrennung anzeigt. 

Wenn zur Zeit, da die Abzweigung von den Seitenblättchen erfolgt, das 
Foliolum terminale des JSw&ws-Blattes noch fortwächst, dann liegt ein Mono- 
podium vor. Hat es aber bereits sein Wachsthum eingestellt, dann ist die Ver- 
zweigungsform eine sympodiale, wie im Gegensatze zu Sachs') GoebeP) be- 
hauptet. Durch Betrachtung der fertigen Gebilde lässt sich in diese Frage keine 
Entscheidung bringen; jedoch sei beiläufig bemerkt, dass die jungen Blätter von 
Aegopodium Podagraria, welche — wie die Umbelliferenblätter überhaupt 3) — 
durch monopodiale Auszweigung entstanden sind, häufig dreigliederig erscheinen 
(Fig. 27) und durch die Einschnitte am unteren Rande der Seitenblättchen un- 
bedingt an die erwähnten Bubus caesius- und B. Idaeus-BlUter erinnern.'*) 

Trifolium-BVäiteT, die mehr als fünfgliederig gewesen wären, habe ich selbst 
zwar nie gefunden, gewiss jedoch kommen hexamere und heptamere vor, wie 
aus den übereinstimmenden Angaben Frank's,^) Jäger's,^) Masters',"^) Mo- 
quin-Tandon's^) und Anderer hervorgeht. Auch das Citat Bau hin 's spricht 
hiefür. PluskaP) will selbst dekamere Kleeblätter beobachtet haben. Er 



1) Saclis 1. c. p. 187. 

2) Goebel 1. c. p. 227, Anm. 

3) Vgl. die klare Darstellung bei Sachs 1. c. p. 186 und Fig. 140. 

*) Es sei liier bemerkt, dass schon Goethe Aegopodium Podagraria zum Studium der Blatt- 
formen empfiehlt. Vgl. Goethe 's Sämmtliche Werke (Cotta), XXXVI. Bd., p. 130. 
5) Frank 1. c. 

«) Jäger: Ueber die Missbildungen der Gewächse, Stuttgart, 1814, p. 35. 
') Masters 1. c. p. 350. 

8) Moquin-Tandonl. c. p. 331. 

9) Pluskal in Oesterr. botan. Zeitschr., 1854, p. 125. 



Stadien znr Teratologie der Gewächse. 



115 



erwähnt aber nur die Thatsache, und ich vermuthe, dass in seinem Falle schon 
ein Uebergang des gefingerten in ein gefiedertes Blatt vorlag. Gerade bei Tn- 
/bZmwsindja solche Uebergänge von Schlechtendal (und Walpers ^) beob- 
achtet worden. Weiteres über diesen Punkt soll bei einer anderen Gelegenheit 
vorgebracht werden. 

Ein sechszähliges Kleeblatt wird aus einem fünfzähligen hervorgehen, 
wenn die beiden Foliola lateralia je ein neues Blättchen und zugleich das Fo- 
lium terminale einerseits ein solches abzweigen. Kommt die Abtrennung auf 
beiden Seiten des Endblättchens, also symmetrisch zu Staude, so wird sich ein 
heptameres Tn'/b?mm-Blatt ergeben. Die Ebenmässigkeit eines solchen ist be- 
reits in Jäger 's 2) Worten ausgedrückt: „Die Blättchen sind so gestellt, dass 
zu jedem Paare derselben ein einzelnes als Foliolum impar gedacht werden 
kann." 

4. Ueber eiue Fasciation von Lycopodium clavatum. 

So gross ist die Zahl der Pflanzen, bei welchen die Fasciation oder Ver- 
bänderung vegetativer Sprosse beobachtet wurde, dass man diese seltsame Bil- 
dungsabweichung, dem Vorkommen nach, als eine der häufigsten bezeichnen 
könnte. 

Die ältere Literatur über den Gegenstand findet sich bei Moquin- 
Tandon^) zusammengestellt. Auf Schau er 's Zeugniss hin sei nur hervorge- 
hoben, dass schon im Jahre 1590 die Bäuderung der Beta vulgaris abgebildet, 
beschrieben und zum Aulasse einer moralischen Betrachtung genommen wurde 
(Hoff'artslaster, an einem Wundergewächs etc., gewiesen durch J. Cunonem, 
Wittenberg, 1590). 

In einer eigenen Dissertation stellt Schiewek^) (1867) 179 Fälle von 
Fasciationen zusammen. Unabhängig von Schiewek — denn dieser findet sich 
nirgends citirt — zählt Masters^) (1869) etwa 150 Verbänderungen auf. Und 
Godron^) sagt aus, dass er innerhalb zwanzig Jahren selbst 43 verbänderte 
Stengel gefunden habe. 

Hat man einen Ueberblick über die Verzeichnisse der Genannten gewonnen, 
so wird Eines klar: Wie zahlreich auch die Beispiele von Fasciationen 
bei den Phanerogamen sind, so spärlich sind andererseits die unan- 
gezweifelten Verbänderungen kryptogamer Gewächse. 

Moquin-Tandon gibt an, dass nach De Candolle Farrenkräuter der 
Verbänderung unterworfen seien, jedoch ohne Hinweisung auf eine bestimmte 

») Schlechtendal 1. c. p. 72. 
*) Jäger 1. c. 

*) Moquin-Tandon 1. c. p. 132 u. iF. 

4) Schiewek: Ueber Pflanzenverbänderung, Breslauer Inaugural - Dissertation aus dem 
Jahre 1867. 

*) Masters 1. c. p. 20, 21. 
^) Godron 1. c. p. 95. 

15* 



116 



M, Kronfeld. 



Stelle des genannten Autors. (Nur in der „Organographie" [II. Bd., p. 173] 
treffe ich die vage Bemerkung, dass bandartige Ausbreitungen auch bei einigen 
Farnen beobachtet wurden). Ausser dem Worte „Filices" in der Aufzählung 
der fasciirt vorgekommenen Gewächse bringt Masters keinerlei einschlägige 
Aeusserung. Godron^) scheint keine Pasciation eines kiyptogamen Gewächses 
unterlaufen zu sein. Auch Frank 2) berichtet nichts von einer solchen. Bios 
Schiewek^) gedenkt einiger Fasciationen der Kryptogamen. 

Das Vorkommen der Fasciation bei den „Musci^ belangend beruft sich 
Schiewek auf De Candolle, Organographie ve'göt., Tom. II, p. 145. Aber 
a. a. 0. findet sich ebensowenig wie im ganzen, den Moosen gewidmeten Ab- 
schnitte auch nur ein Wort, welches jene Berufung motivirt erscheinen Hesse. 
Darum weiss ich nicht, was mit Schiewek's Angabe beginnen. Denn da eine 
Fasciation, in dem jetzt geläufigen Sinne des Wortes, wesentlich durch eine 
Abplattung des normal centrischen Gefässbündels im Stengel — oder seinen 
gleichwerthigen Auszweigungen^) — sich äussert und höher organisirte Laub- 
moose, wie Polytrichum, die unverkennbaren Anfänge eines Gefässbündels be- 
sitzeu, so wäre in der That auch die Fasciation eines Mooses denkbar, das sich 
im Baue den Gefässpflanzen annähert. Als Fasciation deutet ferner Schiewek 
eine Verbreiterung des Wedelendes von Polypodium vulgare. (Hiezu vergleiche 
man die Anmerkung ^) auf dieser Seite). Fasciirte Lycopodium-S>pi'Osse betreffend 
bezieht er sich schliesslich auf Kunze (Analecta Pteridographica, Lipsiae, 1857, 
p. 1, Tab. I, Fig. 2) und Marti us (Icones plant. Cryptogam., Tab. XX, Fig. 1, p. 38). 

Der erstgenannte Autor gibt a. a. 0. die ausführliche Schilderung eines 
aus Russland stammenden „Lycopodium clavatum L. caule fasciato*'. Dem 
lateinischen Originale entnehmen wir Folgendes: Ein am Boden hinkriechender 
Spross wird in seinem frei aufsteigenden Theile zunehmends breiter und endet 
schliesslich mit einem breitgezogenen Firste. Durch vier tiefe Einschnitte ist 
dieser First in Lappen geschieden. Die Fasciation ist dicht mit Blättern be- 
setzt, die Kunze „ab illis Lycopodii clavati L. neutiquam . . . diversa" nennt; 
aus der Beschreibung und Abbildung derselben geht aber das Gegentheil hervor. 
Der Spross ist unfruchtbar. Kunze glaubt den ersten Fall eines fasciirten 
Lycopodium vor sich zu haben und ist geneigt, auch in Martins' Lycopodium 
contextum (a. a. 0.) einen verbänderten Bärlapp zu erkennen. 

Mir ist eine weitere Schilderung der Fasciation von Lycopodium clavatum 
nicht bekannt geworden, darum halte ich es für gut, das morphologisch und 



*) Vgl. Godron 1. c, Observations sur les fascies, p. 95—115. 

Frank 1. c. p. 231 n. ff. 
8) Schiewek 1. c. p. 9, 10. 

4) Diese sind die Zweige. Die Blätter dagegen sind Anhangegebilde des Stengels, die 
durcb die Ausbreitung in der Fläche an sich charakterisirt, nach unserer Vorstellung nie fasciirt sein 
können. Was man als Fasciation eines Blattes ansprach, deuten wir als fortgesetzte Sprossung der 
Lamina in der Ebene des vorzüglichen Wachsthums und können darum auch die cultivirten Spiel- 
arten von Scolopendrium, Pteris cretica und anderen Farnen, deren Blätter spitzenwärts breit- 
gezogen (meistens uuch uniegelmässig gelappt) erscheinen, nicht Fasciationen nennen. 



Studien zur Teratologie der Gewächse. 



117 



teratologisch interessante Object — welches mir in zwei Exemplaren zur Unter- 
suchaug vorlag ^) — neuerdings einer eingehenden Besprechung zu unterwerfen. 

A. — Ein afertiler Spross von Lycopodium clavatum ist an einer Stelle 
der dem Boden anliegenden und bewurzelten Partie massig verflacht ; verschmä- 
lert sich wieder zur normalen Form bei Abgabe zweier Seitenäste, um abermals 
in dem frei aufgerichteten Ende breit zu werden. Doch überschreitet die Ver- 
breiterung nirgends den doppelten Durchmesser eines gewöhnlichen Sprosses. 
Die verflachten Stücke richten eine Schmalkante bodenwärts, die andere zenith- 
wärts, erscheinen also vertical aufgestellt. 

B. — Fasciation von Lycopodium clavatum aus Steiermark (Maria-Zell). 
Das in einem steilen Bogen aufgerichtete Ende eines unfruchtbaren Ausläufers 
ist sehr stark und nach aufwärts zunehmend verbreitert (Fig. 19). Während der 
noch normale Stengel kaum 4 mm. Durchmesser hat, ist der in seichter Krüm- 
mung abgeschnittene First der Verbänderung zwei volle Centimeter breit. Die 
Seitenäste sind in die Fasciation einbezogen. Am Beginne derselben noch in 
ihrer ganzen Länge frei sichtbar, zeigen sie weiter oben nur mehr ihre Enden, 
und auch diese liegen dicht den Schmalseiten des fasciirteu Sprosses an. Die 
Spitzen der zwei obersten Seitenzweige kommen mit dem Ende der Fasciation 
in eine Ebene zu stehen, lassen also dieses noch breiter erscheinen. Die Kanten 
der Verbänderung fallen wie bei A in die Verticalebeue, und die breiten Planken 
kann man als rechte und linke Seite unterscheiden. Als innere Kante wollen 
wir diejenige bezeichnen, welche dem übrigen Sprosssysteme zugewendet und 
reichlicher mit Seitenzweigen versehen ist, die äussere Kaute ist continuirlich 
begrenzt und bodenwärts gerichtet. Steigen wir an der inneren Kante herab, 
so gelangen wir an die Oberseite, verfolgen wir aber im gleichen Sinne die 
äussere Kante, so kommen wir auf die untere (bewurzelte) Seite des noch un- 
verbildeten Sprosses. Die Verbänderung von Lycopodium clavatum erfolgt also 
von den Flanken des Stengels her, nicht von dessen Oberseite gegen die Unter- 
seite. Dies ist um so bemerkenswerther, als das typisch mit verflachten Sprossen 
ausgerüstete Lycopodium complanatum, ganz besonders aber die Bärlapp- 
Gattung Bernhardia, einen den Flanken des Stengels gemäss breitgezogenen 
Querschnitt aufweisen. — Beiderseits ist unsere Fasciation mit dichtgescheitelten 
Blättern versehen. Nach aufwärts werden dieselben zusehends schmäler und 
ihre Spitzen erscheinen endlich zu Haaren ausgezogen. So kommt es, dass dem 
Firste ein förmlicher Haarkamm aufgesetzt ist, und weil die frei vorragenden 
Haare der inneren Kante gemäss gestrichen, sowie eingekrümmt erscheinen, wird 
man unwillkürlich an junge, in der Vernatio circinnalis befindliche Wedelenden 
eines Farnes erinnert. Die Haarspitze eines aus dem Kamme herausgenommenen 
Blattes ist oft doppelt so lang als die sehr verschmälerte Lamina desselben. 
An Blättern von Sprossenden eines normalen Lycopodium erreicht dagegen die 



Beide befinden sich in der Wiener Universitäts-Sammlung. A, das ältere Specimen, 
rührt von Herrn Director v. Kerner her; B, das weitaus schönere Beispiel, stellte Herr Dr. v. 
Wettstein bei. 



118 



M. Kronfeld. 



haarförmige Zuspitzung kaum die einfache Länge der Lamina. Von der „mem- 
brana tenuissima pellucida", die Kunze zwischen den Laminarrändern und Haar- 
spitzen der Blätter seiner Fasciation ausgespannt beobachtete und die er (Tab. I, 
Fig. 2& a. a. 0.) durch eine Abbildung kenntlich macht, konnte ich an zahl- 
reichen durchsuchten Blättern nichts bemerken. Kam sie aber wirklich vor, so 
verstehe ich nicht recht die Angabe, dass die Blätter der Fasciation durchaus 
nicht von jenen eines gewöhnlichen Lycopodium clavatum verschieden waren 
(vgl. p. 116). 

Bekanntlich wird der Stamm der Lycopodien — im engeren Sinne — 
von einem centralen, stammeigenen Gefässbündel durchzogen {G in Fig. 21, 
welche einen Stengelquerschnitt von Lycopodium complanatum darstellt). Das 
Xylem desselben bildet nebeneinandergestellte, häufig auch anastomosirende 
Bänder oder Streifen. Den Raum zwischen denselben, sowie ihre nächste Um- 
gebung nimmt das Phloem ein. An dieses schliessen sich centrifugalwärts 
einige Reihen parenchymatischer Zellen, die durch die dichte innere Partie des 
Rindengewebes (B) in einem deutlich hervortretenden Kreise begrenzt werden. 
Stellvertretend für die bei den Farnen mächtig und mannigfaltig ausgebildete 
Schutzscheide functioniren die an das Gefässbündelfeld unmittelbar anschlies- 
senden englumigen Zellen der Rinde (S). Nach aussen gewinnen die Rinden- 
elemente eine weitere Lichtung und passen sich so dem Oberhautgewebe (0) 
an. Ausserdem findet man im Rindenantheile zerstreut kleine Bündel (B), die 
den Blättern und Wurzeln zugehöreu. Entsprechend dem bei den meisten 
Lycopodium- Arten stielrunden, cylindrischen Stengel ist der Querschnitt eine 
centrische Scheibe, deren Mittelfeld der Pibrovasalstrang ausfüllt, während der 
übrige Raum von der Rinde eingenommen wird. Bei dem abgebildeten Lyco- 
podium complanatum jedoch ist die Rinde zu einer breiten Ellipse ausgezogen. 
Aber dadurch, dass in beiden Fällen die Xylemstreifen sich krümmen und ihre 
Convexität gleichsinnig der unteren (bewurzelten) Seite des Stammes die beiden 
Enden weiters den Flanken zuwenden, kommt, wie Hegelmaie r nachwies, die 
Dorsiventralität im anatomischen Baue zu Stande. Sie bleibt im gleichen Sinne 
erhalten, wenn bei Lycopodium complanatum ein flacher Stengel vorliegt. Wie 
bei den cylindrischen Stengeln erscheint (Fig. 21) hier das Gefässbündelfeld von 
den inneren Partien der Rinde kreisförmig eingeschlossen: die äussere Rinde 
allein ist form gebend für den Querschnitt. Aus diesem Grunde wird man die 
flachen Sprosse des letztgenannten Bärlapps nie mit einer Fasciation verwech- 
seln dürfen. Wir haben als Postulat einer solchen schon oben (p. 116) die Mit- 
alFection des Gefässbündelsystems hingestellt. 

Fig. 20 zeigt einen Durchschnitt durch die Fasciation von Lycopodium 
clavatum in der Höhe a — a' der Fig. 19; die Bedeutung der Buchstaben ist 
dieselbe wie in Fig. 21. Statt des kreisförmigen Umrisses, den die Sprosse des 



») Zur Anatomie von Lycopodium vgl. man: Sachs 1. c. p. 460; Hegelm aier, Zur Morpho- 
logie der Gattung Lycopodium, Botan. Zeitung, 1872; Sadebeck, Die Gefässkryptogamen in 
Schenk 's Handbuch, I. Bd., p. 297. 



Studien zur Teratologie der Gewächse. 



119 



gemeinen Bärlapp annäherungsweise besitzen, sehen wir einen un regelmässig 
rechteckigen, in die Breite verzogenen Contour. Das Gefässbündelfeld (G) ist 
entsprechend ausgedehnt. Die auf dessen Breitseiten vorwiegend senkrecht auf- 
gestellten Xylemstreifen bilden mit ihren mannigfachen Verschlingungen eine 
überaus zierliche Zeichnung, die an ein feines Mäanderornament erinnern 
könnte. Wenn man bedenkt, dass ein normaler X^/copodmm- Spross 6 — 10 Xylem- 
platten aufweist, so wird die Vermehrung der Siebstreifen in der Fasciation 
sofort klar. Es ist, als ob eine ganze Serie von Bärlappstengeln in senkrechter 
Flucht aufgeschichtet, nachträglich innig verschmolzen wäre. Und dies scheint 
um so plausibler, als, wie wir oben hörten, die ganze Bänderung vertical auf- 
gerichtet ist. 

Mit Recht ist die Vorbildung von Lycopodkim clavatum von vorneherein 
eine Fasciation genannt worden: nicht blos die groben äusseren Formverhält- 
nisse, sondern auch der innere Bau, die Betheiligung des Fibrovasalstranges 
sprechen deutlich für eine solche. 

Die ältere Vorstellung über die Fasciationen war die, dass sie alle durch 
Verwachsen mehrerer Stengel hervorgingen: „Fasciata dici solet planta, cum 
plures caules connascuntur, ut unus ex plurimis instar fasciae evadat et com- 
pressus." ^) Mo quin- Tandon^) wandte sich mit Eifer gegen diese Ansicht, 
ohne aber etwas Triftigeres aufzustellen. Schiewek^) wiederum meinte, dass 
„eine Verhinderung des Längenwachsthums durch partielles Absterben des Vege- 
tationskegels den bandförmigen Zustand der Achsenorgane" bedinge. Masters^) 
huldigte abermals der Verwachsungstheorie. Godron^) schloss sich wieder 
Moquin-Tandon an. In dieses Gewirre brachte erst Frank^) die nöthige 
Klarheit. 

Nach seinen Bemerkungen sind die Fasciationen : A (in der Mehrzahl der 
Fälle) durch Verbreiterung des Stammscheitels, B durch Verwachsen mehrerer 
Achsen entstanden zu denken. Aber auch im letzteren Falle ist nicht etwa eine 
Verwachsung ursprünglich getrennter Theile vorzustellen, sondern ein vereinigtes 
Auftreten nahe bei einander angelegter Vegetationspunkte mehrerer Sprosse. 
Auf dem Querschnitte lassen sich im letzteren Falle einige getrennte Gefäss- 
bündelkreise unterscheiden, die ein einheitliches Rindengewebe umschliesst. 

Ohne Frage kann die untersuchte Fasciation von Lyeopodium clavatum 
auf eine frühzeitige Verbreiterung des Sprossscheitels zurückgeführt und also 
in die erste von Frank's Kategorien gebracht werden. 

Wir sind am Schlüsse unserer Betrachtung angelangt. Und in einem Satze 
zusammengefasst kann als Resultat des Gesagten hingestellt werden : dass die 



Linnö: Philosophia botanica 274. — Noch Hofmeister, der deutsche Brown, stand 
im Banne dieser Anschauung. — Vgl. 1. c. p. 548. 
*) Moquin-Tandon 1. c. p. 137 u. ff. 
') Schiewek 1. c. p. .53. 
■4) Masters 1. c. p. 11 u. ff. 
=■) Godron 1, c. p. III u. ff. 
<"■) Frank 1. c. 



120 



M. Kronfeld. 



höchst organisirten Kryptogamen die Fasciation darzubieten ver- 
mögen, eine teratologische Erscheinung, welche, von den Archi- 
spermen angefangen, 1) an den Phanerogamen häufig zu beob- 
achten ist. 



Erklärung der Abbildungen. 



Tafel III. 

Saponaria off, L. fl. pl., Fig. 1—18. 
Fig. 1, 3. Petala mit einfachem Nagel, doppelter Platte und doppeltem Barte. 
Nat. Grösse. 

„ 2. Petalum mit doppelter Platte und oben gespaltenem Nagel. Nat. Grösse. 
„ 4. Doppel-Petalum, durch Spaltung aus einem Primordium hervorgegangen. 
Nat. Grösse. 

„ 5. Vierlings- Petalum, desselben Ursprunges. Nat. Grösse. 

„ 6, 7. Gefüllte Blüthen mit einseitig aufgesprengtem Kelche. Die meisten 
Petala sind abgeschnitten. Nat. Grösse. 

„ 8, 9. Aussprossung von Adventivblüthen innerhalb einer gefüllten Sapo- 
naria-Blume, c die Adventivblüthen, b das kurze, zwischen Kelch und 
Krone eingeschaltete Achsenstück, a der nach unten umgestülpte Kelch- 
rest. Nat. Grösse. 

„ 10a, h. Petaloides Staubblatt mit eigenthümlich ausgebuchteter Anthere. 
a von der Vorder-, b von der Rückseite. Vergr. Vi- 

„ 11. Zwischenform von Staubblatt und Petalum. Ein filamentartiger Stiel 
trägt eine petaloide, nach Art eines Löffels ausgehöhlte Erweiterung. An 
der Grenze beider Theile ist eine verschrumpfte, Pollen bergende Anthere 
angefügt. Nat. Grösse. 

„ 12 a, b. Petala mit je einem stielartig verlängerten und einem anderen, in 
ein Stamen umgewandelten Bartzipfel. Nat. Grösse. 

„13. Offenes, in den Griffel zugespitztes Carpid (einer Adventivblüthe) mit 
oben gegabelter Eichenschnur. Vergr. Vi- 

„ 14. Offenes, in den Griffel zugespitzes Carpid (einer Adventivblüthe) mit einer 
Eichenreihe an dem einen und zwei antheroiden Ovulis an dem anderen 
Rande der Bauchnaht. Die am frischen Objecte in Folge der Eindrehung 
des ganzen Fruchtblattes dicht aneinandergeschlossenen Ränder sind zur 
besseren Ansicht mit den Nadeln auseinandergedrängt und das Carpid 



1) Vgl. Gramer 's Zusammenstellung für die Coniferen : Bildungsatweichungen bei einigen 
wichtigeren Pflanzenfamilien, Zürich, 1864, p. 1 u. ff. 



Studien zur Teratologie der Gewächse. 



121 



erscheint hier, wie in den folgenden Fällen, in gestreckter Lage ge- 
zeichnet. Vergr. ^Vi- 
Fig. 15. Offenes und leeres in den Griffel zugespitztes Carpid (aus einer Adventiv- 
blüthe). Vergr. V 

„ 16 a. Offenes, nach oben abgestumpftes Carpid (einer Adventivblüthe) mit 
einem grossen antheroiden Ovulum an dem einen und einer vorsprin- 
genden Kerbe an dem anderen Eande. Vergr. ^Vi- — Diese Kerbe ist in 

„ 16 & bei der Vergr. ^^o/j und einigen Einstellungen herausgezeichnet. Man 
erkennt mehrere Meristemhügel. 

„ 17. Der p. 108 beschriebene Fruchtknoten (aus einer Adventivblüthe) in der 
Seitenlinie eröffnet. Im unteren, weiteren Theile gelangt eine oben 
gegabelte, frei ausgespannte Eichenschnur zur Ansicht, Vergr. ^Vi« 
18a, b. Carpiden-Zwilling (aus einer Adventivblüthe). Das erste Fruchtblatt 
trägt seine Eichen einerseits am Eande der geöffneten Bauchnaht und 
spitzt sich in den Griffel zu; das zweite enthält eine oben gegabelte 
Eichenschnur und geht in zwei Spitzen aus. Vergr. 

„ 19. ^) Fasciirtes Ende eines unfruchtbaren Sprosses von Lycopodium da- 
vatum L. Va nat. Grösse. Vgl. den Text p. 117. 

„ 20. Durchschnitt dieser Fasciation in der Höhe aa von Fig. 19. Bedeutung 
der Buchstaben wie in Fig. 21. Halb schematisch. Vergr. ^Y,. 

„ 21. Durchschnitt eines unfruchtbaren Sprosses von Lycopodium compla- 
natum L. G das centrale, stammeigene Gefässbündel, S der als Schutz- 
scheide functionirende innerste Ring der Rinde, R die in eine dichtere 
innere und weitzelligere äussere Partie gesonderte Rinde, die Ober- 
haut, B Blattbündel. Halbschematisch. Vergr. ^s/j. 

„ 22a. 2) Trivalves Lunaria-Schötchen. Gesammtansicht in V2 der nat. Grösse. 

„ 22 &. Septen und Eichenleisten dieses Schötchens. Das Hauptseptum durch- 
löchert, das accessorische Halbseptum oben defect. V2 der nat. Grösse. 

Cytisus alpinus Mill., Fig. 23—25. 

„ 23. Fünfzähliges, durchaus symmetrisches Blatt. Unterseite, Ve der nat. 
Grösse, 

„ 24, Asymmetrisches Blatt mit beginnender Abtrennung eines überzähligen 
Blättchens von einem Foliolum laterale, Unterseite. Ve der nat. Grösse. 

„ 25. Asymmetrisches vierzähliges Blatt. Unterseite, Ve der nat. Grösse. 

„ 26. Phaseollis multiflorus Willd. Vierzähliges, völlig ebenmässiges Blatt, 
entstanden durch Dedoublement des Foliolum terminale C2^jF"j- die 



1) Herr Dr. v. Wetti«tein unterzog sich der Mühe, die Fig. 19—28 zum Zwecke des Ab- 
druckes im verkleinerten Massstahe umzuzeichnen, und es ist mir angenehme Pflicht, meinen ver- 
bindlichen Dank auszusprechen. 

') Die Zeichnung für diese und die nächstfolgende Figur stellte (unter meiner Anleitung) 
Herr Fritz B o m b a c h her. 

Z. R. Ges. B. XXXVI. Abh. 16 



122 



M. Kronfeld. Studien zur Teratologie der Gewächöe. 



dem unteren Paare, st' die dem Foliolum terminale entsprechenden 
Stipellen. Va der nat. Grösse. 
Fig. 27. Aegopodium Fodagraria L. Grundständiges Blatt einer jungen, 
vor der Blüthe befindlichen Pflanze. Dreizählig, mit symmetrischen Ein- 
schnitten am unteren Eande. Oberseite. ^3 ^^^.t. Grösse. Vgl. den 
Text p. 114. 

„ 28. Fragaria sp. Vierzähliges Blatt. Das Adventivblättchen (A) ist durch 
Abtrennung an der Basis eines Foliolum laterale entstanden. Unterseite. 
2/3 der nat. Grösse. Vgl. den Text p. 112. 



Nachtrag zu p. 110. 



Als Cruciferen, bei denen überzählige Carpide angetroffen werden, führt 
Godron (Nouveaux melanges de Terat. vegät. dans les Mdm. soc. des sc. nat. de 
Cherbourg, 1874, p. 340) weiters JDraba verna, Oetodenia lybica K. Br., Ricotia 
aegyptiaca L. auf und bemerkt, dass Tetrapoma barharaefolia Turcz. sogar 
häufig drei- oder vierblätterige Schötchen aufweise. 



123 



Untersuchimgen über den biologischen und morpho- 
logischen Werth der Pilzbulbillen. 

Von 

Hugo Zukal. 

(Mit Tafel IV.) 

(Vorgelegt in der Versammlung am 3. Fetruar 1886.) 



Eidam beschreibt in seiner Arbeit „Zur Kenntniss der Entwicklung bei * 
den Ascomyceten" in Cohn's Biologie, HI. Bd., 3. Heft bei Helicosporium para- 
siticum Karsten und Papulaspora aspergilliformis Eidam eigenthümliche scle- 
rotieuartige Gebilde, welche aus verschiedenen Gründen die Aufmerksamkeit der 
Mycologen verdienen. Diese Gebilde unterscheiden sich abgesehen von ihrer ge- 
ringen Grösse (die grössten überschreiten nicht den Durchmesser von 2 mm.) 
auch noch durch ihre Structur von den echten Sclerotien. 

Diese letzteren stellen bekanntlich knollenähnliche Körper dar, an denen 
deutlich ein gleichartiges, ungefärbtes und mit Reservestoffen angefülltes Mark 
und eine dunkelgefärbte Rinde unterschieden werden kann. Die sclerotienartigen 
Körper, mit denen wir es hier zu thun haben, zeigen einen anderen Bau. Bei 
Helicosporangium erinnert ihre Structur an gewisse berindete Brandpilzsporen 
der Gattungen ürocystis und Sorosporium; sie besitzen auch jene braunrothe 
Färbung, die bei den genannten Gattungen häufig auftritt. 

Bei Papulaspora kommen zweierlei sclerotienartige Körperchen vor, näm- 
lich kleinere und grössere. Die ersteren gleichen vollkommen denen von Helico- 
sporangium. Die grösseren jedoch stellen braungelbe oder braunrothe Knöll- 
chen dar, die aus einem vollkommen gleichartigen Pseudoparenchym aufgebaut 
sind, so dass ein Unterschied zwischen Rinde und Mark nicht gemacht werden 
kann. Cultivirt man diese sclerotienartigen Körperchen, so entstehen aus ihnen 
nach Eidam nicht Fruchtkörper wie aus den echten Scelerotien, sondern Hyphen, 
welche später entweder Conidien oder wieder Brutknöllchen produciren. Das 
Interessanteste an diesen sclerotienartigen Gebilden ist aber ihre Entstehungs- 

16* 



124 



Üugo Zukal. 



hungsweise, welche lebhaft an die Entwicklung der Primordien gewisser Asco- 
myceten erinnert. 

Sie geschieht auf folgende Weise: 

Ein Hjphenzweig des Mycels rollt sich mit seinem oberen Ende uhrfeder- 
artig ein, so dass eine lockere Spirale entsteht, deren Windungen in einer Ebene 
liegen. Später schmiegen sich die Windungen dicht an einander und aus ihren 
Seiten wachsen Ausstülpungen hervor, welche die Spirale überwachsen und nach 
und nach gänzlich einhüllen. 

Da sich auch die Spirale septirt, so entsteht zuletzt ein rundlicher pseudo- 
parenchymatischer Körper, in dessen Innern man eine oder einige grosse, 
rothbraune, stark verdickte und mit Reservestoffen reichlich erfüllte „Centrai- 
zellen" bemerkt. — Nicht immer verläuft die Anlage der sclerotienartigen Zell- 
körper in der geschilderten Weise. Zuweilen unterbleibt die Einrollung gänzlich 
und die Anlage entsteht aus den Zellen des Zweigendes lediglich durch Spros- 
sung und Theilung. Ja bei Papulaspora werden die kleineren der sclerotien- 
artigen Gebilde durch die Verflechtung mehrerer, gleichartiger Hyphenzweige 
gebildet, während die Entwicklung der grösseren stets mit der Bildung einer 
Spirale beginnt. 

Eidam nennt diese Körperchen zum Unterschiede von den echten Scle- 
rotien „Bulbillen" und hält sie für physiologisch gleichwerthig mit den gleich- 
namigen Gebilden bei den Algen, Moosen und Phanerogamen. Karsten da- 
gegen, der Entdecker des Helicosporangium parasiticum, spricht die Centralzelle 
der genannten Speeles als Ascus an und behauptet das Vorhandensein von acht 
elliptischen Sporen. 

Aus dem Mitgetheilten erhellt, dass die beschriebenen Bulbillen haupt- 
sächlich durch ihre Entwicklungsgeschichte an gewisse typische Ascorayceten- 
früchte erinnern, während sie anderseits wieder durch mannigfache Analogien 
mit den echten Sclerotien verbunden werden. 

Da die Auffindung der Bulbillen erst in allerjüngster Zeit erfolgt ist und 
die Kenntniss derselben noch manche Lücke aufweist, so dürften auch die nach- 
folgenden fragmentarischen Mittheiluugen nicht unwillkommen sein. 

Dendryphium bulbiferum n, sp. 
(Tafel IV, Fig. la-f.) 

Ich zog diese sehr elegante Conidienform auf feucht gehaltenen Buchen - 
zweigcheu. Der von dem Mycel sich senkrecht erhebende Hauptstamm des 
baumartigen Pflänzchens wird von einer einzigen, dunkel gefärbten, septirten 
Hyphe gebildet, welche sich erst hoch oben nach dem monopodialen, racemösen 
Systeme verzweigt. Die Zweige letzter Ordnung bestehen aus ellipsoidischen, 
anfangs hyalinen Zellchen, die kettenförmig aneinandergereiht sind (Fig. 1 a). 
Zur Zeit der Reife färben sich diese Zellchen bräunlich und bilden dann, indem 
sie sich von einander trennen, eine staubige Sporenmasse. Es lösen sich somit 
die Zweige letzter Ordnung durch das Zerfallen ihrer Zellreihen direct in die 



Untersuchungen über den biologischen u. morphologischen Werth der Pilzbulbillen. 



Sporen -auf. Die elliptischen Sporen sind etwa 2 (x lang und 1 [a breit und werden 
von einem glatten, bräunlichen Episporium umschlossen (Fig. If). 

An den älteren Dendryphiiiin-VMüzchQü. bemerkte ich (und zwar merk- 
würdiger Weise hauptsächlich an solchen Stelleu, die von einer Milbe beschädigt 
worden waren) zahlreiche gelbliche oder gelblichbräunliche Zellkörper, die in 
ihrem ganzen Aussehen lebhaft an die berindeten Sporen von Urocystis erinnerten. 
Diese Körperchen sitzen au kurzen Stielen, gewöhnlich in der Mitte des ganzen 
Verzweiguugssystemes an solchen Aestcheu, deren Zellen sich nicht zu Sporen 
umwandeln (Fig. la). In jedem dieser circa 20 [j- grossen Körperchen kann man 
eine grosse, isodiametrische Ceutralzelle von polyedrischer Form wahrnehmen, 
die von einer einzigen Lage viel kleinerer Zellen wie von einer Rinde umschlossen 
wird. Während jedoch die Mittelzelle eine stark verdickte Membran und einen 
reichen Inhalt von Protoplasma besitzt, erweisen sich die Riudenzellen als in- 
haltsleer, dünnwandig und nur schwach gefärbt. Nur jene Wände der Rinden- 
zellen, welche unmittelbar und senkrecht auf der Ceutralzelle aufsitzen, zeigen 
ebenfalls eine Neigung zu einer stärkeren Verdickung und intensiveren Färbung. 

Da das vorhandene Material die beschriebenen Körperchen in allen mög- 
lichen Stadien der Entwicklung zur Anschauung brachte, so war das Studium 
der Entwicklungsgeschichte derselben nicht eben schwer. Diese ist, mit kurzen 
Worten zusammengefasst, folgende: 

Irgend ein etwas stärkerer Zweig des Dendryphium verzweigt sich im . 
Gegensatze zu den übrigen nicht. Dafür vergrössern sich seine Zellen durch 
Wachsthum und Streckung und füllen sich reichlich mit plastischen Stoffen. 
Vor allen anderen vergrössert sich aber die Zelle an dem freien Zweigende, 
welch' letzteres sich gleichzeitig bischofstabförmig einzurollen beginnt (Fig. lö). 
Indem diese (durch ein einseitiges Längenwachsthum der convexen Membran- 
theile bedingte) Bewegung des Einrollens längere Zeit fortdauert, entsteht eine 
in einer Ebene aufgewickelte Spirale von 1 — 1 V2 Windungen, welche sich dicht 
aneinander schmiegen. In dieser Spirale bildet die grosse Endzelle der Hyphe 
den Mittelpunkt; sie ist es auch, welche sich später zu der derb wandigen Ceu- 
tralzelle umwandelt, während die Rinde durch Aussprossung der unteren Zellen, 
also der zweiten, dritten u. s. w. zu Stande kommt. Besondere Abweichuugen 
von diesem Modus der Entwicklung habe ich nicht bemerkt. 

Nach der Feststellung der Entwicklungsgeschichte unserer Dendryphium- 
Bulbillen wäre es allerdings wünschenswerth gewesen, durch Culturversuche das 
weitere Schicksal derselben zu erforschen. Da aber die Bulbillen in der Sporen- 
masse ganz eingebettet lagen und eine Isolirung beider bei der Kleinheit der 
Objecte ausgeschlossen war, so wurde der Gedanke eines Culturversuches als 
vollkommen aussichtslos aufgegeben. Dagegen musste alle Sorgfalt der Unter- 
suchung auf einen Punkt concentrirt werden, nämlich auf die Beantwortung der 
Frage, ob die beschriebenen Bulbillen auch wirklich zu dem Dendryphium ge- 
hören und nicht etwa zu einem auf dieser Conidienform lebenden Parasiten. 

Eine wiederholte sorgfältige Untersuchung des ausgepinselten Materials 
unter starken Objectivsystemeu löste jedoch jeden Zweifel über die Zusammen- 



126 



Hugo Znkal. 



gehörigkeit beider Formen, denn ich sah wiederholt sowohldie beschriebenen Körper, 
sowie auch Sporenzweigchen als Seitensprosse an ein und derselben Hyphe sitzen. 

Als ich die beschriebenen Urocystis-ürtigen Gebilde an dem Dendryphium 
zum ersten Male sah, hielt ich sie für die Primordien einer Askenfrucht. Da sich 
diese Körper aber selbst nach monatlanger Cultur des Dendryphium morpho- 
logisch nicht veränderten, so musste ich sie schliesslich als „Bulbillen" im 
Sinne Eid am 's ansprechen. 

Ich kann es übrigens nicht unerwähnt lassen, dass diese Bulbillen während 
der fortgesetzten Cultur der Dendryphium-VMiLzchen endlich abstarben, ohne 
ein Mycel entwickelt zu haben. 



Vergleicht man die Bulbillen des D. bulbiferum mit jenen des Helico- 
sporangium, so fällt die Aehnlichkeit beider sofort in die Augen, doch ergeben 
sich auch einige Unterschiede, die ich im Folgenden hervorheben will. Bei H. para- 
siticum ist die Rinde in der Regel das Product der Spitze der eingerollten 
Hyphe, und nur ausnahmsweise entsteht sie aus den hinteren Zellen derselben. 
Bei D. bulbiferum hingegen wandelt sich die freie Endzelle der Hyphe zur Cen- 
tralzelle um, und die Rinde geht nur aus den Ausstülpungen der hinteren Zellen 
der Spirale hervor. Ferner war bei unserem Dendryphium die Initialhyphe 
bereits septirt, ehe sie sich einzurollen begann, während bei H. parasiticum 
zuerst die Spirale gebildet wird und dann die Septirung auftritt. Endlich konnte 
ich auch bei meinem Dendryphium nicht so grosse Schwankungen in dem Ent- 
wicklungsmodus und in der Structur der Bulbillen constatiren wie Eidam bei 
jenen des JET. parasiticum, welcher Umstand wahrscheinlich daher rührt, dass 
mein ganzes Material sich unter gleichen Bedingungen entwickelt hatte, während 
Eidam seine ausgedehnten Untersuchungen mit Pflänzchen durchführte, die 
auf verschiedenen Substraten gezüchtet und heterogenen Ernährungsbedingungen 
unterworfen worden waren. 

Helicosporangium coprophilum n. sp. 
(Tafel IV, Fig. Sa—i.) 

Ich fand diesen schönen Pilz auf altem Pferdemist in Gesellschaft mit 
Stysanus Stemonitis Cd. und theilweise auf letzterem. 

Der ganze Pilz besteht nur aus einer einzigen, kurzen, gelblich oder 
schwach bräunlich gefärbten, torulösen Hyphe, die selten über 100 lang wird, 
gewöhnlich aber viel kürzer ist. Diese Hyphe kriecht entweder auf dem Sub- 
strat (hier halbverdautes Pflanzengewebe oder die Stiele des Stysanus), sich 
demselben fest anschmiegend, dahin, oder sie richtet sich auf demselben unter 
allen möglichen Winkeln in die Höhe, wobei sie die Tendenz zu einer halb- 
mondförmigen Krümmung zeigt (Fig. Sb). Die an den Stielen des Stysanus 
sitzenden Exemplare erinnern an manche Formen von Gyroceras und Helico- 
myces. Häufig schwillt die letzte Zelle an dem freien Hyphenende bedeutend 



Untersnclmngen über den biologisclien u. morphologischen Werth der Pilzbulbillen. 127 

an und erreicht einen Durchmesser von 15 h-, während die anderen Zellen der 
Hyphe nur etwa 6—8 [j. messen. Die vergrösserte Endzelle füllt sich sodann 
mit einem dichten, stark lichtbrechenden Inhalt und zeigt häufig am Scheitel 
ein kurzes Spitzchen. Ihre Membran ist jedoch auf dieser Entwicklungsstufe 
nur wenig verdickt. 

Fast gleichzeitig mit der VergrÖsserung der Endzelle beginnt die Ein- 
rollung der ganzen Hyphe in einer Ebene um die Endzelle als Mittelpunkt 
(Fig. Bb, c, d). 

Kurz darauf entwickeln sich aus der ersten Zelle unter der Endzelle durch 
Sprossung zuerst zwei, dann vier (selten sechs) Tochterzellen, welche sich seit- 
lich dicht an die Endzelle anlegen {J^'ig. Be, f, g). Diese zuletzt entstandenen 
Zellen vergrössern sich rasch, verdicken ihre Wände und füllen sich mit einem 
körnigen, gelblichen Inhalt. Sie bilden nun im Vereine mit der Endzelle die 
Mitte eines Zellballens, dessen Einde von einer Lage viel kleinerer, dünnerer 
und inhaltsarmer Zellen zusammengesetzt wird. Die Kindenzellen stammen von 
den unteren, respective hinteren Zellen der Spirale und vervielfältigen sich durch 
Sprossung in ähnlicher Weise wie die Centraizellen. Indem die neu ausspros- 
senden Zellen im Vereine mit den alten einen immer grösseren Flächenraum 
bedecken, entsteht eine geschlossene, pseudoparenchymatische Einde, die übrigens 
nicht selten deutliche Lücken aufweist, durch welche die grossen Centralzellen 
sichtbar werden. 

Während der Bildung der Einde erfahren die vier bis acht Centralzellen 
noch eine weitere Verdickung und Ausweitung und erlangen zuletzt durch gegen- 
seitigen Druck eine mehr oder minder polyedrische Gestalt. 

Das Eesultat des ganzen Wachsthumprocesses ist ein sphärischer Zell- 
haufen von 40—60 [/. im Durchmesser. Derselbe besteht aus zwei bis acht 
grossen polyedrischen Centralzellen, deren stark verdickte Wände prachtvoll 
dunkelroth gefärbt sind, und aus viel kleineren gelblichen oder bräunlichen 
Aussenzellen, welche um die Mittelzellen herum eine Art von Einde bilden. 

Während die Eindenzellen fast durchsichtig und leer sind, erscheinen die 
Centralzellen dicht mit Keservestoffen erfüllt, die zuletzt eine hochgelbe Fär- 
bung annehmen, welcher Umstand im Vereine mit den lebhaft roth gefärbten 
Zellwänden viel dazu beiträgt, die geschilderten Zellcomplexe zu höchst auf- 
fallenden Gebilden zu machen. 

Von dem beschriebenen Entwicklungsgange weichen jedoch viele Indi- 
viduen des H. coprophilum weit ab. So wird z. B. häufig an dem Hyphenende 
eine grosse Terminalzelle ausgebildet, aber die Einrollung der Hyphe und die 
Anlage der Bulbille unterbleibt vollständig. Statt dessen verdickt die Endzelle 
ihre Membran und trennt sich dann wie eine Conidie von der Hyphe. Ihre 
Stützzelle kann nun ihrerseits wieder blasenartig anschwellen und zur Conidie 
werden. Durch Wiederholung dieses Vorganges wird zuletzt die ganze kurze 
Hyphe in gemmenartige Zellen aufgelöst. Zuweilen bleiben aber die succedan 
gebildeten Endzeilen beisammen und bilden dann kleine, torulöse Ketten (Fig. 3a), 



128 



Hugo Zukal. 



Was die entwickelten Bulbillen selbst betrifft, so weichen auch diese viel- 
fach von der typischen Form ab, ja man trifft kaum zwei, die einander voll- 
kommen ähnlich sind. Besonders schwankt die Zahl, Grösse, Form und gegen- 
seitige Lage der Centraizellen; doch erleidet auch die ßerindung gewisse 
Modificationen. 

Nicht dasselbe lässt sich von der Anlage und Ausbildung der Bulbillen 
behaupten. In dem Materiale wenigstens, das mir zur Verfügung stand, ent- 
wickelten sich dieselben stets in der gleichen oben näher geschilderten Weise. 
Immer rollte sich die Hyphe uhrfederartig in einer Ebene auf, immer bildete 
die kugelige Endzelle den Mittelpunkt der Spirale, immer ging die Berindung 
von den hinteren Zellen der Hyphe aus. — Eine Conidienbildung ausserhalb 
der geschilderten Fortpflanzungsweise konnte nicht constatirt werden. 

Ich habe den beschriebenen Pilz mit Rücksicht auf die Entstehungsweise 
seiner Bulbillen einstweilen zu der Gattung „Helicosporangium" gestellt. Die 
ganze Gattung kann aber offenbar nur eine provisorische Geltung in Anspruch 
nehmen, so lange nämlich, bis nicht durch eine aufgefundene Askenfrucht die 
wahre Verwandtschaft ihrer Speeles festgestellt wird.^) 

Haplotrichum roseum Link, 
Vgl. Link, Spec, I, p. 52; Cor da, Prachtflora, p. 23; Icones fungorum, III, p. 11. 
(Tafel IV, Fig. 2 a— g.) 

Im Winter 1883/84 wurden im Laboratorium des Herrn Prof. Kornhube r 
an der technischen Hochschule in Wien Pilze in Krystallisirschalen gezüchtet, 
die als Demonstrationsmaterial für die Vorträge zu dienen hatten. Unter An- 
derem trat auch auf der faulen Frucht von Lycopersicum esculentum Mill. das 
Haplotrichum roseum in üppigster Vegetation auf. Dieser zierliche Pilz, von 
dem bis jetzt nur die Conidienform bekannt war, besteht im Wesentlichen aus 
einem septirten, reich verzweigten, auf dem Substrate dahinkriechenden Mycel, 
von dem aus sich einzelne Hyphen senkrecht erheben und zu Conidienträgern 
umwandeln. 

Die oberste Zelle des aus einer einzigen Zellreihe bestehenden, circa 
300—400 [JL hohen Conidienträgers schwillt blasenartig an und treibt in regel- 
mässigen Abständen zahlreiche kurze Sterigmen, die von je einem grossen, eiför- 
migen Sporne gekrönt werden (Fig. 2 a und 1). Die verkehrt eiförmigen, doppelt 
continuirten Sporen erreichen eine durchschnittliche Länge von 25 [i. und eine 
Breite von 8 [x. Das ganze Pflänzchen ist rosenroth gefärbt, welcher Umstand 
von einem Farbstoff herrührt, der vollkommen in dem Zellsafte gelöst ist. Von 
Aspergillus unterscheidet sich das Haplotrichum hauptsächlich dadurch, dass 



') Die Keimnng der Bnlbillen des H. coprophilum wurde nicht beobachtet. 



üntersuchnngeu über ilon biologischen u. morphologischen Werth der Pilzbnlhillen. 129 



bei letzterem jedes Sterigma immer nur eine Spore erzeugt, während bei Asper- 
gillus eine ganze Reihe von Sporen in succedaner Folge abgeschnürt wird. 

Nachdem die üppigste Vegetation des Haiilotrichum beendet war, ent- 
* wickelten sich an verschiedenen Stellen seines Mycels rüthlich gefärbte Bul- 
billen, deren Entwicklung auch von dem Herrn Assistenten Heimerl verfolgt 
wurde. Da dieselbe aber in ganz ähnlicher Weise erfolgt wie bei Bendrypliium 
bulbiferum und Helicosporangium copropliilum, so kann ich füglich auf das 
bereits dort Gesagte verweisen. Nur muss hervorgehoben werden, dass die Ent- 
wicklung der Haplotriclium-Eu\V\\\QT\ viel grösseren Variationen und Unregel- 
mässigkeiten ausgesetzt ist als die der eben erwähnten Pilze. Dies erhellt schon 
aus dem Verhalten der Endzelle des sich einrollenden Hyphenastes. 

Während sich nämlich bei D. bulbiferum und H. copropliilum diese 
Endzelle immer zu einer Centraizelle umwandelt, entstehen bei Haplotrichum 
roseum die Centralzellen oft aus der zweiten und dritten Zelle der Spirale, 
indess sich die Endzelle durch Aussprossung an der Rindenbildung betheiligt. 
Zuweilen unterbleibt übrigens die Rindenbildung ganz, und die Bulbille besteht 
dann aus ziemlich gleichartigen, polyedrischen, rothbraun gefärbten Zellen, die 
sich weder durch ihren Inhalt, noch durch ihre Form oder durch die Dicke 
ihrer Zellwände von einander unterscheiden. In anderen Fällen sind wohl die 
Zellen der Mitte etwas grösser, sonst aber bezüglich des Inhaltes und der 
Membranstärke von den äusseren kaum unterschieden. Indessen muss zugegeben 
werden, dass die Zahl derjenigen Bulbillen, welche eine deutlich kleinzellige 
Rinde und grosse, verdickte, reservestolfhältige Mittelzellen besitzen, die der 
anders Gestalteten bedeutend überwiegt (Fig. 2/,^). 

Behufs Feststellung des weiteren Schicksals der Bulbillen wurde ein Theil 
derselben unter dem Präparirmikroskope isolirt, durch Pinseln und Rollen von 
den anhaftenden Conidien und Hyphentheilen befreit und auf feuchtem, weissem 
Löschpapier unter der Glasglocke cultivirt. Sie keimten sofort, und schon am 
zweiten Tage nach der Aussaat hatten sie ansehnliche, reich verzweigte Hyphen- 
stücke getrieben. Bei den unberindeten Formen waren die ersten Hyphen 
durch Aussprossung der peripherischen Zellen entstanden, bei den berindeten 
dagegen entwickelten sich die Keimschläuche aus den Centralzellen. Am fünften 
Tage nach der Aussaat traten an dem neugebildeten Mycel abermals Bulbillen- 
anlagen auf; deshalb unterbrach ich durch Austrocknung die Cultur und nahm 
dieselbe erst nach Monaten, im Sommer, wieder auf. Inzwischen waren die 
Bulbillen trocken, in Briefpapier eingeschlossen, aufbewahrt worden. Bei dem 
zweiten Culturversuche keimten die Bulbillen auf dem Objectträger im sterili- 
sirten Pflaumendecoct. Das neuentwickelte Mycel bildete aber diesmal nicht 
wieder Bulbillen, sondern, trotz der massenhaft vorhandenen Bakterien, die 
Conidienträger des Haplotrichum roseum Corda. 

Durch diese Thatsache wurde eigentlich erst der genetische Zusammen- 
hang zwischen den Bulbillen und dem genannten Haplotrichum, der bisher nur 
aus Präparationsbefunden supponirt worden war, exact bewiesen. 

Z. B. Gee. B. XXXVI. Abb. 17 



130 



Hugo Zukal. 



Die Bulbillen der Peziza- Speele», 
(Tafel IV, Fig. ia-e). 

Im Sommer 1884 stellte sich in meinen Culturen auf einem mit verdünntem 
Lieb ig 'sehen Fleischextract getränkten Saugdeckel spontan ein dickfädiges, 
weisses, flockiges Lnftmycel ein, das sich mit grosser Eegelmässigkeit von einem 
Punkte aus in radialer Eichtung ausbreitete. In der Mitte des ganzen Hyphen- 
complexes stand das Wachsthum bald still, während es sich an der Peripherie, 
in einer circa IV2 cm. breiten Zone, lebhaft und in einer Weise entwickelte, 
dass eine Art von Miniatur-Hexenring entstand, der zur Zeit seiner grössten 
Entwicklung einen Durchmesser von circa 5 cm. besass. 

Die horizontal auf den Boden dahinkriechenden primären Myceltheile er- 
hoben einen Theil ihrer Aeste nach aufwärts, welche sich rasch baumartig ver- 
zweigten und zuletzt reichlich Conidien abschnürten. Letztere sind farblos, 
ellipsoidisch, glatt, etwa 6—7 \>.. lang und 3 — 4 (j.. breit und stehen in Trauben 
oder traubigen Köpfchen an den Enden ihrer Träger (Fig. 4e). Jede einzelne 
Conidie ruht auf einem Stielchen, das beiläufig halb so lang ist wie sie selbst. 
Mit diesen Conidien wurden sofort Keimungsversuche in verschiedenen Nähr- 
lösungen angestellt, ohne dass es gelang, auch nur eine derselben zum Keimen 
zu bringen. Es scheint daher, dass die Keimungsart dieser Conidien an gewisse 
Bedingungen geknüpft ist, denen in den angestellten Versuchen nicht Genüge 
geleistet wurde. 

Während in der Zone des Miniatur-Hexenringes ein lebhaftes Wachsthum 
mit reichlicher Zweig- und Conidienbildung stattfand, bildeten sich an verschie- 
denen Stellen innerhalb desselben einzelne Gruppen von Fruchtkörpern einer 
kleinen, röthlichen, gallertig-fleischigen JPeziza. Da ich aber diese Fruchtkörper 
und ihre Entwicklung bereits an einem anderen Orte detaillirt geschildert habe, 
so begnüge ich mich hier mit ihrer Erwähnung. (Siehe Mycologische Unter- 
suchungen von H. Zukal, LI. Band der Denkschriften der k. Akademie der 
Wissenschaften.) Gleichzeitig mit dem Auftreten der Fruchtkörper beobachtete 
ich schon mit dem unbewaffneten Auge an den älteren Myceltheilen kleine, weisse 
Knötchen, welche in dem Masse immer häufiger auftraten, als die Conidienbildung 
spärlicher wurde. Unter dem Mikroskope erwiesen sich diese Knötchen als Ge- 
bilde, die dadurch zu Stande gekommen waren, dass sich einige stark an- 
geschwollene und mit plastischen Stoffen reichlich erfüllte Mycel- 
zweige locker mit einander verwebt hatten (Fig. 4a). 

An der ersten Anlage dieser Knötchen betheiligen sich, wie ich mit leichter 
Mühe constatiren konnte, immer mehrere gleichartige Hyphenzweige, welche von 
verschiedenen Mycelästen herstammen. Indem diese Zweige von verschiedenen 
Eichtungen her ziemlich geradlinig nach einem gemeinsamen Mittelpunkt und 
über diesen hinaus wachsen, durchschneiden sie sich in den verschiedensten 
Winkeln, ohne sich jedoch umeinander zu schlingen. Dabei besitzen 



tJntersuchnngeu über den biologischen u. morphologischen Werth der Pilzbulbillen. 131 



die sich kreuzenden Aaste dieselbe Structur, denselben Inhalt und ähnliche 
Dimensionen. Niemals sieht man auch nur einen Ansatz einer sich bildenden 
Spirale oder Schraube. 

Im Verlaufe der weiteren Entwicklung treiben die beschriebenen Initial- 
hyphen kurze Seitenäste, welche sich sowohl um einander, als um die Hauptäste 
schlingen und dicht an einander schmiegen (Fig. 4b). Durch Septirung der 
Hyphen, durch Streckung und Verdickung der Zellen entsteht zuletzt der röth- 
lichbräunliche, pseudoparenchymatische Zellkörper einer Bulbille. Dieselbe be- 
steht, wie die Durchschnitte lehren, aus einer grossen Anzahl schwach ver- 
dickter, bräunlicher, polyedrischer Centraizellen und aus einer kleinzelligen, 
farblosen, fast durchsichtigen Einde. Ihre Grösse schwankt zwischen 100 und 160 [l. 

Ausser diesen grossen Bulbillen kommen auch bei unserer Peziza kleinere, 
höchstens 30—40 [x. messende vor, welche besonders durch die Art ihrer Ent- 
wicklung interessant sind. Ich fand nämlich, dass die erste Anlage der Zwerg- 
bulbillen nicht von mehreren sich kreuzenden Hyphen gebildet wird, sondern 
dass sie einProduct vonzwei und drei Mycelzweigchen ist, welche 
sich schrauben- oder schlangenartig um einander winden (Fig. 4f). 

Das auf diese Weise entstandene Knäuelchen bildet sich nach und nach 
durch Querfächerung und Aussprossung seiner Oberflächenzellen, durch Verdickung 
und Bräunung seiner Zellwände zu einem Körper um, der sich nur durch seine 
geringere Grösse von den typischen Bulbillen unterscheidet. 

Die Fortentwicklung des kleinen Hexenringes und seiner Fruchtkörper 
und Bulbillen erlitt jedoch eine plötzliche Störung durch das Eindringen eines 
kleinen, weissen Verticillium. Das Mycel dieses Eindringlings entwickelte sich 
besonders üppig auf den Fruchtkörpern der Peziza und auf einzelnen Bulbillen 
und bildete daselbst massenhaft derbe, dunkelgefärbte, interculare Conidien oder 
Gemmen. 

Da die befallenen Stellen der Fruchtbecher und BrutknöUchen missfarbig 
wurden und eine Zerstörung der ganzen Pezizen -Vegetation zu befürchten war, 
so unterbrach ich, um wenigstens einen Theil der Bulbillen zu retten, die Cultur, 
indem ich sie dem directen Sonnenlichte aussetzte. Dann wurden die grössten 
der noch intacten Bulbillen durch Waschen und Rollen von den Myceltheilen 
und etwa anhaftenden Conidien und Sporen befreit, von Neuem getrocknet und 
endlich in einem Glasröhrchen aufbewahrt. Nach circa einem halben Jahre 
wurden diese getrockneten Bulbillen durch vierundzwanzig Stunden im Wasser 
aufgeweicht und dann behufs einer weiteren Cultur auf sechs Objectträger so 
vertheilt, dass auf jedem derselben nur ein Brutkörper zu liegen kam. 

Sämmtliche Bulbillen trieben im reinen Wasser Keimschläuche binnen 
achtundvierzig Stunden. Vor dem Auskeimen ging jedoch mit dem Inhalte der 
Centraizellen eine Veränderung vor sich. Der Inhalt dieser Zellen hatte nämlich 
nach dem Aufweichen ein körniges, trübes Aussehen angenommen. In den 
nächsten vierundzwanzig Stunden bildeten sich aber in den Centralzellen kleine 
Fetttröpfchen, die später zu einem einzigen grossen Tropfen zusammenflössen. 

17* 



132 



Hugo Zukal. 



Dadurch gewannen die früher ziemlich undurchsichtigen Brutkörper ein trans- 
parentes Aussehen, indem die Centraizellen mit ihren Oeltropfen durch die 
zarte Rindenschichte wie glänzende Perlen durch ein Gazegeflecht hindurch- 
schimmerten. 

Einzelne dieser glänzenden Zellen bauchten sich an irgend einer Stelle 
nach aussen aus und trieben, die Rindenzellen auseinanderdrängend, einen ge- 
raden, dicken Keimschlauch. Dieser verlängerte sich durch Spitz enwachsthum 
äusserst rasch, wobei er aber immer dünner wurde. Während die Spitze in einer 
auffallend geraden Richtung weiterwuchs, trieb der Schlauch auch in ziemlich 
regelmässiger, acropetaler Folge laterale Seitenzweige erster und zweiter Ordnung. 

Da gewöhnlich mehrere Centraizellen der Brutkörper Keimschläuche treiben, 
die sich ihrerseits wieder lebhaft verzweigen, so entsteht binnen zwei bis drei 
Tagen ein reichlich septirtes Mycel, das den ganzen Wassertropfen erfüllt und 
auch über den Rand desselben hinauswächst. 

In demselben Masse aber, als das Mycel sich entwickelt, schwindet die 
Masse der Bulbille, offenbar weil die Reservestoffe aus demselben in das Mycel 
einwandern. Zuletzt bleibt von dem ganzen Brutkörper nur ein undeutliches, 
häutiges Gebilde zurück, dessen Contouren in der Regel von einer Unmasse von 
Bakterien oder Amöben undeutlich gemacht werden. 

An den älteren Theilen des aus den Bulbillen hervorgegangenen Mycels 
entwickeln sich vom fünften oder sechsten Tage an entweder wieder Bulbillen 
in der bereits oben geschilderten Weise, oder (bei reichlicher Ernährung durch 
verdünnten Liebig'schen Fleischextract) die Fruchtbecher der Pesiza. 

Dabei konnte ich einehöchstwichtigeThatsacheconstatiren, 
nämlich, dass sich die grösseren Bulbillen allmäligin Fruchtkörper 
umwandelten, indem die Rinde vergallertete und aus der Oberseite der Bul- 
billen sich eine Paraphysenschichte ganz in ähnlicher Weise entwickelte, wie 
ich dies in meinen „Mycologischen Untersuchungen" für die jungen Fruchtkörper 
der Pema-Species beschrieben habe. 

Da sich die grösseren Bulbillen genau so entwickeln wie die Primordien 
der Fruchtkörper, nämlich durch eine eigenthümliche Verstrickung einiger an- 
geschwollenen Hyphen, da ferner die Anlagen beider Vegetationskörper so ähn- 
lich sind, dass man vollkommen ausser Stande ist zu beurtheilen, ob aus einer 
vorliegenden Anlage sich eine Bulbille oder ein Fruchtkörper entwickeln werde, 
da endlich ferner durch eine reichliche Ernährung die grösseren Bulbillen that- 
sächlich in Fruchtkörper übergeführt werden können und diese grösseren Bul- 
billen durch alle möglichen Zwischenglieder mit den kleinen verbunden sind, 
so gelangt man zudem Schlüsse, dass sämmtliche Bulbillen der Pe^i^a- 
Species den Fruchtkörpern morphologisch homolog sind und als 
Entwicklungshemmungen gedeutet werden müssen. 

Ich darf aber hier den Umstand nicht verschweigen, dass nicht alle grossen 
Bulbillen in Frvichtkörper verwandelt werden konnten; viele derselben trieben, 



UnterBUchungeu über den biologischen u. morphologischen Werth der Tilzbulbillen. 133 



trotz der reichlichsten Ernährung, nur Mycelfäden aus. Ich erkläre mir aber 
diesen Umstand durch die Annahme, dass in solchen steril bleibenden Bulbillen 
wahrscheinlich nicht die zur Entwicklung des Fruchtkörpers nothwendige Menge 
von „Idioplasma" (im Sinne Nägeli's) vorhanden war. (Siehe Nägeli's mecha- 
nisch-physiologische Theorie der Abstammungslehre.) 



R, e s 11 m e. 



Wie aus dem bisher Gesagten erhellt, haben meine Untersuchungen die 
Angaben Ei dam 's im grossen Ganzen bestätigt, namentlich die Thatsache, 
dass es auch bei den Pilzen Vegetationskörper gibt, die sich biologiscb wie die 
Brutkörper der höheren Gewächse verhalten, dabei aber in ihrer Structur von 
den Sclerotien bedeutend abweichen. 

Wenn aber Eidam weiter behauptet, dass aus diesen Bulbillen niemals 
Fruchtkörper hervorgehen, so muss ich dieser Behauptung auf Grund meiner 
Wahrnehmungen bei Pema-Species widersprechen. 

Auch bezüglich der theoretischen Werthschätzung der Bulbillen weichen 
meine Ansichten von denen des genannten Autors wesentlich ab. 

Eidam hält die Bulbillen für ganz normale Bildungen, für „Sporen- 
knäuel", die als eine bestimmte Fortpflanzungsform zu dem Entwickluugskreise 
des Pilzes gehören, bei dem sie auftreten. Meine Wahrnehmungen bestimmen 
mich dagegen zu der Ansicht, dass die sogenannten Bulbillen nicht als nor- 
male Bildungen, sondern als mehr oder minder unentwickelte Fruchtkörper 
angesprochen werden sollen, die sich in Folge von Störungen (Milben, para- 
sitischen Pilzen, Kälte, Hitze, Trockenheit) auf eine heterogene Weise ausge- 
bildet haben. 

Ich halte daher auch die Mittheilung Karsten's (siehe H. Karsten, 
Bot. Untersuchungen a. d. phys. Laboratorium in Berlin, 1. Heft, 1865, citirt von 
Eidam), nach welcher es zuweilen vorkommen soll, dass sich eine Centralzelle 
der Bulbille von Helicosporangium parasiticum in einen Ascus verwandle, der 
acht elliptische Sporen enthalte, für vollkommen richtig. Karsten hat eben 
ein verkümmertes Perithecium gesehen, das acht verkümmerte Sporen enthielt. 

Consequenter Weise kann ich auch solchen Formen wie Papulaspora 
asper gilliformis und Helicosporangium parasiticum nur so lange den Werth 
selbstständiger Pilze zuschreiben, bis die eventuell dazugehörigen entwickelten 
Fruchtformen aufgefunden sind; dies gilt selbstverständlich auch für meine in 
dieser Abhandlung neu aufgestellten Arten. 



134 



Hugo Zukal. 



Anhang. 

Die vorliegende Arbeit lag beinahe ein Jahr in meinem Schreibtische, 
ehe ich zu ihrer Publication schritt. 

Während dieser Zeit habe ich zwei Beobachtungen gemacht, die mit der 
Bulbillenfrage in Beziehung stehen. 

Die erste dieser Beobachtungen ergab sich bei dem Studium der Melano- 
spora fimicola Hansen. Die detaillirte Schilderung der verschiedenen Ent- 
wicklungszustände dieses Pilzes wird an einem anderen Orte gegeben werden. 
Hier begnüge ich mich zu constatiren, dass die normalen jungen Perithecien 
der Melanosjßora fimicola auf einer gewissen Entwicklungsstufe den Bulbillen 
so ähnlich sehen, dass sie von diesen nicht unterschieden werden können. Ich 
constatire ferner, dass sich bei diesem Pilze nicht alle bulbillenartigen Peri- 
thecialanlagen wirklich zu Perithecien entwickeln, sondern dass viele auf der 
Entwicklungsstufe der Bulbille stehen bleiben. Zwischen den normal ent- 
wickelten Perithecien und den auf der Bulbillenstufe stehen gebliebenen Kör- 
pern gibt es insofern Uebergänge, als man nicht selten winzige, missgebildete 
Perithecien antrifft, die nur einen bis drei Schläuche mit reifen Sporen, aber 
kein Ostiolum besitzen, dagegen in ihrem Aeusseren noch ganz die Form der 
Bulbillen bewahrt haben. 

Durch diese Beobachtung erwächst meiner Ansicht von der 
Homologie der Pi Izbulbillen und der Fr uchtkörper unstreitig eine 
starke Stütze. Wahrscheinlich bildet die Bulbillenform ein häu- 
figes, normales Entwicklungsstadium vieler Fruchtkörper. 

ManchePilze werden die Gewohnheit erlangt haben, auf der 
Entwicklungsstufe der Bulbille längere Zeit zu verharren, wenn 
diese Gewohnheit mit einem Nutzen verbunden war. 

Von diesem Standpunkte aus erscheinen die sogenannten 
Sclerotien des Penicillium glaucum in einem neuen, interessanten 
Lichte. Wir haben in diesen Sclerotien wahrscheinlich modificirte 
Bulbillen vor uns, die sich von den gewöhnlichen nur durch ihre 
grosse Härte unterscheiden. 

Es wird aber auch zu untersuchen sein, ob nicht gewisse ürocystis- Arten 
nahe Verwandte unter den Ascomyceten besitzen. 

Die zweite nachträgliche Beobachtung bezieht sich auf einen Punkt secun- 
därer Natur. Ich erhielt nämlich von befreundeter Seite einige Speisezwiebeln, 



^) Ich. verdanke diese Zwiebeln, wie so manchen anderen interessanten Fund, unserem 
Mitgliede, Herrn Moria Heeg in Wien, der mit einem merkwürdig scharfen Blick für die organische 
Form begabt ist. 



üntersnchnngon über den biologischen u. morphologischen Werth der Pilzbulbillen. 135 



welche mit den Rasen einer Botrytis- Art ^) dicht überzogen waren. An dem 
horizontal verlaufenden Mycel dieser Botrytis (also nicht an den aufgerichteten 
Botrytis-Stä^mmchen) hatten sich zahlreiche Bulbillen gebildet. Dabei konnte 
ich mit leichter Mühe feststellen, dass sich die Bulbillen hauptsächlich an jenen 
Stellen vorfanden, die von Milben durchnagt worden waren. Die Entwicklung 
mancher Bulbillen scheint daher durch die Thätigkeit der Milben in irgend 
einer Weise begünstigt zu werden. Die Klarlegung der näheren Umstände dieser 
Begünstigung ist mir bis jetzt noch nicht gelungen. 



Schlussbemerkung. 



Während der wenigen Wochen, welche zwischen dem Vortrage dieser Ab- 
handluDg und der Drucklegung derselben verflossen sind, haben sich etwa zwölf 
Bulbillen der eben erwähnten Botrytis in die Fruchtkörper der Melanospora 
Zohelii Corda verwandelt. 

Viele hundert andere Individuen derselben Brutkörper sind dagegen auf 
dem Entwicklungsstadium der Bulbille stehen geblieben. Der ausführliche Bericht- 
über die Entwicklung der beiden Melanospora -Arten wird an einem anderen 
Orte gegeben werden. 



*) Diese Botrytis ähnelt bis zu einem gewissen Grade der anf faulenden Weintrauben 
häufigen Botnjtis acinorum Pers. Allein die Sporen sind viel länglicher und nur halb so gross 
als die der B. acinorum. 



136 H. Zukal. lieber den biologischen u. morphologiechen Werth der Pilzbulbillen. 



Erklärung der Abbildungen. 
Tafel IV. 

Fig. 1. Dendryphium bulbiferum u. sp. a einzelnes Stämmeben (400); h, c, d, e 

Entwicklungsstadien der Bulbille (800); f reife Conidien (800). 
„ 2. Haplotrichum roseum Link. <i reifer Conidienträger (400); h Endblase 

mit den Sterigmen (400) ; c, d, e f Entwicklungsstadien der Bulbille 

(800); g reife Bulbille (400). 
„ 3. Helicosporangium coprophilum n. sp. a ein mit dem Pilze bedecktes 

Mistfragment (400); b, c, d, e, f, g, h Entwicklungsstadien der Bulbille 

(400); i reife Bulbille (400). 
„ 4. Pema-Species. b, c Eutwicklungsstadien der Bulbille (200); d reife 

Bulbille, unmittelbar vor der Keimung im Wasser (200); e Conidien 

der Pema-Species (400). 



137 



Beiträge zur Orthopteren -Kunde. 

Von 

Dr. Hermanii Krauss 

in Tütingen. 

(Mit Tafel V.) 



(Vorgelegt in der Versaramlnng ara 3. Februar 1886.) 



]. Die Forficula des Vesuvs, F, maryinella 0. (if. Costa. 

Oronzio Gabriele Costa verdankeu wir die Kenntniss des überaus inter- 
essanten Vorkommens von Insecten im Bereiche intensivster vulcanischer Thätig- 
keit im Krater des Vesuvs. Er legte seine im April und Mai 1826 gemachten 
Beobachtungen in der Sitzung vom 11. Juli desselben Jahres der k. Akademie 
in Neapel vor^) und führte neben vierzehn daselbst aufgefundenen Käferarten 
und einer Scutigera {vesuviana n. sp. = coleoptrata L.) auch eine neue Forfi- 
cula an, die er mit den genannten auf dem durch heisse Dämpfe erwärmten 
Boden neben der Ausbruchstelle der Lave des Jahres 1822 unter Steinen und 
in Spalten antraf. Er beschrieb dieselbe als Forficula marginella 2) und bildete 
auf Taf. I, Fig. 1 und 2 ein , sowie eine Nymphe ab. 

Diese Art, die von ihrem Entdecker mit F. gigantea L. verglichen wurde, 
blieb sämmtlichen späteren Autoren unbekannt und wurde als eigene, aber un- 
sicliere Art aufgeführt, so von Fischer, 2) der Costa's Beschreibung und Ab- 
bildungen reproducirte, von Scudder,^) der sie als Labidura marginella citirt, 
von Brunner, ^) der gleichfalls die Beschreibung Costa's wiedergibt und sie 
nach der Zeichnung, wegen der „an der Basis breiten Zangen", ein Umstand, 
der übrigens nur an der ungenauen Zeichnung Fischer's, nicht aber an der 

^) 0. G. Costa, Fauna Vesuviana ossia descrizione degl' Insetti che vivono ne' fumajoli 
del cratere del Vesnvio. Atti Accad. Scionz. Napoli, Vol. III, 1839, p. 41— 53, Tav. I, II. 
1. c. p. 50. 

*) L. H. Fischer, Orthoptera europaea, Lipsiae, 1853, p. G6, Tab. VJ, Fig. 2 (uTigenau, 
naraentlicli was die Form der Zange anbelangt), 2a. 

4) S. H. Scudder, Critical and historical notes on Forficiilariae. etc., Entomolog. Notes, V, 
P.oston, 1876, p. 63 (Reprinted frora Proc. Boston Soc. Nat. Hist., Vol. XVIIl). 

*) C. Brunner v. W., Prodromus d. europ. Orthopteren, Leipzig, 1882, p. 6. 
Z.B. Ges. B. XXXVI. Abh. 18 



138 



Hermann Kraus 8. 



Costa's vorhanden ist, für verschieden von Lahidura riparia Pall. {gigantea 
aut.) hält. Dohrn^) citirt sie nur nach Fischer und bringt sie als fraglich 
bei Lahidura riparia Pall. var. a. 2 unter. 

Der Wunsch, diese Unsicherheit zu beseitigen, veranlasste mich, bei einer 
am 20. Mai vorigen Jahres unternommenen Besteigung des Vesuvs genannter 
Art ganz besonders nachzuspüren, und es gelang mir denn auch, sie in der so 
unheimlichen Localität, die sie sich zur Wohnstätte auserkoren, im eigentlichen 
Krater des Vulcans aufzufinden. 

Die Räthsel waren nun alsbald gelöst, indem die Untersuchung ergab, 
dass es sich um eine kleine Form von Lahidura riparia Pall. (gigantea aut.) 
handelt, welche zu Dohr n 's var. h. 3 gehört und durch das ganzrandige letzte 
Segment des ausgezeichnet ist. Brunn er beschrieb sie als var. inermis 
nach Exemplaren von Bruck a. d. Leitha und Serbien. 

Die von mir gesammelten Exemplare beiderlei Geschlechts sind durch ihre 
dunkle Färbung ausgezeichnet: Kopf, Pronotum, Elytra, Kückenfläche des Ab- 
domens mit Ausnahme des Analsegmentes dunkel kastanienbraun; Elytra ent- 
weder einfarbig kastanienbraun oder mit rothgelbem Innenrande; Flügellappen 
ragen unter derselben ziemlich weit hervor und sind entweder weisslich oder 
gleichfalls kastanienbraun gefärbt; Füsse fahlgelb, Schenkel ungeringelt; Anal- 
segment beim meist röthlichgelb gefärbt mit ungezahntem Hinterrande; 2) 
Zauge stimmt bei beiden Geschlechtern nach Form und Färbung vollkommen 
mit der typischen Form überein, bei den kleineren ist der Mittelzahn am 
inneren Zangenrande nur schwach entwickelt. 

2 

Länge des Körpers . . . . 14 — 15 mm. 14 mm. 

„ Pronotums 2 — 2*3 „ 2'5 „ 

„ der Elytra 3*5 „ 3 „ 

„ Zange .... 4-5— 6 „ 5 „ 

Breite des Analsegmentes . . 3 — 4 „ 3 „ 

Die Nymphen sind, was Kopf, Pronotum, Flügelrudimente, Rückenfläche 
des Abdomens betrifft, gleichfalls durch dunkelbraune Färbung ausgezeichnet, 
ihre Schenkel sind graugelb, mit verwischtem braunen Ring um die Mitte. 

Im schroffen Gegensatze zu ihrem sonstigen Vorkommen am Strande des 
Meeres und im Binnenlande an Flussufern unter Steinen, Sand und vegetabi- 
lischen Auswurfstoffen (Pflanzen detritus, Algen) hat sich hier Lahidura riparia 
auf dem Gipfel eines Berges ca. 1290 Meter über Meer angesiedelt, weil sie ähnliche 
Lebensbedingungen vorfand wie in der Niederung, nämlich Feuchtigkeit und 
Wärme des Bodens. 

Sie kommt nur im Krater selbst vor, und zwar überall da, wo heisse 
Wasserdämpfe dem Sand- oder Aschenboden entströmen, denselben durchfeuchten 



1) H, Dolirn, Versuch einer Monographie der Dermapteren, Entom. Zeitung, Stettin, 
24. Jahrg., 1863, p. 315. 

2) Ein todtes, halbzerfresseues wurde von mir mit den übrigen gefunden, dessen Anal- 
segraent zwei Zälinchen trägt! 



Beiträge zur Orthopteren-Knnde. 



139 



und erwärmen, und lebt hier in Gesellschaft kleiner Carabiden*) und Staphy- 
liniden, 2) eines Geophilus^) unter Lavastücken und Auswürflingen (Lapilli) des 
Vülcans. •*) Am 20. Mai traf ich sie in allen Stadien von der kleinsten, 4 mm. 
langen Larve bis zum ausgewachsenen Insecte. Larven und Nymphen waren 
jedoch weit zahlreicher als die fertigen Thiere. Costa fand sie schon am 
23. April im letzten Nymphenstadium und ausgewachsen, ebenso im August und 
sogar in auffallender Menge noch am 14. October,^) woraus zu schliessen, dass 
sie bei der constanten bedeutenden Bodenwärme, die nach Costa 45 — 69° R. 
beträgt, wohl fast das ganze Jahr hindurch zu finden sein wird. In Folge dieser 
Wärme besitzt sie eine ausserordentliche Behendigkeit, so dass ihr Fang bei den 
zahlreichen Schlupfwinkeln, die ihr zu Gebote stehen, ziemlich schwierig ist, 
abgesehen davon, dass die Finger auf dem heissen Boden schmerzen und die aus 
demselben aufsteigenden Wasserdämpfe das Sehen hindern. 

Ihre Nahrung besteht wohl ausschliesslich aus den oben genannten, im 
Krater einheimischen und anderen zufällig in denselben gerathenen Insecten 
(so traf ich mehrere von ihr halbzerfressene weissgraue Schaben, eine kleine 
Chrysopa, eine Wanze unter den Lavabrocken), da Vegetabilien vollständig fehlen. 
Als einziger Feind aus der Thierwelt wurde von mir die Mauereidechse beob- 
achtet, die selbst in diese unwirthliche Region vordringt. Weit verhängnissvoller 
dürften ihr und den übrigen Genossen aber vulcanische Vorgänge werden, die 
ihren Wohnort beständig bedrohen und wohl häufig ihre Schaaren lichten. 

An trockenen Stellen im Krater ist sie nicht zu finden und fehlt auch 
an den Abhängen des Berges, in dessen niedrigeren Regionen nur Forficula deci- 
piens Gene von mir unter Lavastücken aufgefunden wurde. 

2. Eine neue Chelidura aus TiroL 

In den Publicationen Heller's^) und Dalla TorrG's"^) über die Ortho- 
pteren-Fauna Tirols ist eine Chelidura vom Monte Baldo erwähnt und nach 

^) Notiophilus quadripundatiis Dej., Bembidion quadrigutiaüm F., beide schon von Costa 
aufgeführt (ersterer als A''. mdallicus n. sp.)- Costa fand ausser diesen noch: Harpalus (Ptero- 
stichus) vulgaris L. uud H. (Poeciliis) coerulescms L. 

*) Nach der gütigen Bestimmung des Herrn Dr. E. Eppelsheim iu Grünstadt: Homalota 
aordida Marsh., muscorum Bris., Quedius fulgidus F., scintillans Grav., smiaoiews Steph., Philonthus 
concinnus GrsLV.y nigriiulus Gr&v., varius Gyl\., varians Payk., Ofhius laeviusculus Steph, Sämmtlich 
von Costa nicht erwähnt, der dagegen Staphylimis (AUochara) sanguineus Ii., (Oxytelus) piceus L., 
(Tachinus) marginellus F., mefallicus n. sp. — aeneocejjhalus Deg. verzeichnet. 

*) G. ferrugmeus C. Koch, wie mir Herr Prof. R. Latzel in Wien freundlichst mittheilt. 

«) Costa fand an genannten Orten noch: Sphacridinm (Cercyon) haemorrhoidale F., Apho- 
dius merdarius F., scyhalarius F., granarius L., Macri n. sp. — quadriguttatus Herbst, (Äegialia) 
arenarius F. 

*) 0. G. Costa, Kapporto suU' escursioni fatte al Vesuvio in Agosto, Ottobre— Dicembre, 
1827. Atti Accad. Scienz. Napoli, Vol. III, 1839, p. 57 und 58. Hier wird noch nachträglich Stenns 
Monficelli n. sp. = cordatus Grav. als im Krater vorkommend aufgeführt (p. 59). 

*) C. Heller, Ueber die Verbreitung der Thierwelt im Tiroler Hochgebirge, II, Sitzber. d, 
Akad. Wien, LXXXVI. Bd., 1882, p. 9 und 11. 

') K.W. V. Dalla Torre, Beiträge zar Arthropoden-Fauna Tirols, I, Ber. naturw.-med. 
Ver. Innsbruck, 12 Jahrg., 1882, p. 34. 

18* 



140 



Hermann Krausi 



meiner nach dem einzigen vorliegenden Exemplare gegebenen Bestimmung als 
Ch. paupercula Gene aufgeführt. Dass diese Bestimmung, die übrigens als frag- 
lich gegeben wurde, eine unrichtige war, geht aus Dubrony's^) Bearbeitung 
des Genus Chelidura hervor, wo nach Einsicht der Originalexemplare Gene's 
im Turiner Museum nachgewiesen wird, dass dessen paupercula aus den Alpen 
Savoyens mit Ch. sinuata Germ, identisch ist. Auch Brunn er 2) bringt dieselbe 
als fragliches Synonym bei Ch. sinuata Germ, unter, spricht aber mit Fisch er 3) 
die Ansicht aus, dass sie eine Larve sei und ebensogut zu Ch. aptera Charp. 
gestellt werden könne. 

Wie dem nun auch sei, so viel ist sicher, dass genannte Chelidura vom 
Monte Baldo weder zu sinuata Germ, gehört, noch die Larve einer andern Art 
ist, sondern, wie ich mich nach Empfang einer Anzahl Exemplare, die ich der 
Güte des Herrn Dr. K. Co belli in Roveredo verdanke, überzeugt habe, als eine 
bisher nicht beschriebene, am nächsten mit Ch. acanthopygia Gene verwandte 
Art zu betrachten ist. 

Chelidura mutica n. sp. 

Castanea. Caput, pedes et forceps pallidiora vel rufescentia. Äntennae 
13-articulatae. Pronotum quadratum, lateribus pallidioribus. Elytra trans- 
versa, cum mesonoto connata, antice scutellum magnum liberantia. Mae invo- 
lucrum sinuatum formantes. Abdomen depressum, pone medium latissimum, 
subtus parce pilosum, segmentis 3 et 4 pliciferis. 

segmento anali media parum depresso, utrinque ohtuse tuberculato, 
margine postico subemarginato ; cruribus forcipis valde arcuatis, basi inter se 
remotis, apice convergentibus, crassiusculis, simplieibus basi haud tuberculatis, 
teretibus; lamina subanali tuberculiformi, brevissima, apice attenuata, leviter 
emarginata. 

9 segmento anali medio vix depresso; cruribus forcipis contiguis, bre- 
vissimis, subrectis, apice decussatis; lamina subanali brevi, porrecta, utrinque 
rotundatim emarginata, margine postico bituberculato. 

& 9 

Long, corporis 8 — 11'5 mm. 8-5—11 mm. 

„ pronoti 1'5 — 2 „ 1'5 „ 

„ elytrorum .... 12—l'5mm. 

„ forcipis 3 — 4 5 mm. 2'2—2'5 „ 

Steht der Ch. acanthopygia Gend, was Form und Grösse anbelangt, am 
nächsten, unterscheidet sich aber von ihr leicht durch die dunklere Färbung, durch 
welche sie der Ch. aptera Charp. ähnelt. Charakteristisch für das cf ist die ziem- 
lich kurze, dicke und stark gebogene Zange, die an ihrer Basis keinen Höcker trägt, 
sodann die kurze, höckerförmige, nicht aufgebogene Subanalplatte, deren Spitze 

1) A. Dubrony, Essai sur le genre Chelidura, Ann. Mus. Civ. Genova, Vol. XII, 1878, p. 440. 
») 1. c. p. 23. 
») 1. c. p. 83. 



Beiträge zur Orthopteren-Kunde. 



141 



abgestutzt und leicht ausgerandet ist. Die Zange des Q stimmt mit der von 
acantliopygia übereiu, dagegen zeigt sich in der Bildung der Subanalplatte ein 
constanter Unterschied, indem diese etwas breiter und von unten gesehen zu 
beiden Seiten und am Hinterrande stärker ausgerandet ist, wodurch ihre Hinter- 
ecken als spitze Höckerchen scharf hervortreten. 

Vorkommen: Monte Baldo (Heller), Valle Lagarina (Cobelli). 

3. StenobotJums higuttulas Linne und hicolor Charpeutier. 

Diese durch Fieber^) unter dem Namen St. variahilis vereinigten Arten, 
eine Ansicht, der auch Fis eher 2) beitrat, sind von Brunner 3) nach dem Vor- 
gange von Yersin, Brisout mit vollem Kechte wiederum getrennt worden und 
sind wir hiedurch auf den Standpunkt Charpentier's zurückgekehrt, der im 
Jahre 1825 neben der Linne 'sehen Art seine neue Art, hicolor, charakterisirte.*) 

Wie schon Charpentier hervorhob, ist die Unterscheidung der beiden 
durch Form und Grösse, Behaarung und Färbung mit einander so sehr über- 
einstimmenden Arten im männlichen Geschlechte nicht schwierig, indem die 
Elytra hier constante Unterschiede darbieten. Er bezeichnet dieselben bei higut- 
tulus als von der Basis an bis zum letzten Drittel stark verbreitert und am 
Vorderrand mit zwei stark erweiterten, glänzenden Zellenreihen versehen {„mares 

— distinguuntur seriebus cellularum seu conclavibus elytrorum primis duobiis 
ad marginem anticwn: haec celhdas habent caeteris longe majores et nitentes, 
cum reliquae minores sint et non nitentes. Cellulae ipsae conclavium pri- 
morum aequales magnitudine sunt"), bei bicolor dagegen als lang und schmal, 
am Vorderrande wenig verbreitert, in der Form ähnlich der von Gryllus ( Steno- 
bothrus) mridulus, ausserdem als fuliginös und dunkelnervig. Zur Unterscheidung 
des weiblichen Geschlechtes beider Arten bringt er nichts Wesentliches bei und 
beschränkt sich auf die Mittheilung, dass er grüne oder rothe Färbung, wie sie 
bei biguttulus Q vorkommt, bei bicolor 9 nie beobachtet habe. 

Fischer unterschied anfänglich^) beide Arten genau und hebt als Unter- 
schied neben der Form der Oberflügel und der Grösse der Zellreihen am Vorder- 
rande zum ersten Male die ganz verschiedene Stridulation hervor. Trotzdem 
vereinigte er später, der Ansicht Fi eher 's folgend, beide Arten, so dass seit 
dieser Zeit (1853) die grosse Mehrzahl der Autoren nur noch von einem Steno- 
bothrus variahilis Fieb. sprachen und St. (Gryllus) biguttulus und bicolor in 
Vergessenheit geriethen. Yersin und Brisout sind die einzigen, die dieser 
Ansicht nicht beitraten, und insbesondere der erstere^) unterschied beide Arten 

^) F, X. Fieber in Kelch, Grundlage zur Keuntniss der Orthopteren Ober-Schlesiens etc. 

— Gymnasialprogramm, Katibor, 1852, p. 1. 

») 1. c. p. 342. ») 1. c. p. 121. 

•j) F. de Charpentier, Horae entomologicae, Wratislaviae, 1825, p. 161. 

L. H. Fischer, Beiträge zur lusecten-Fauna Freiburgs, Orthopteren, 15, Jahresber., 
Mannheimer Ver. f. Naturk., 1849, p. 4t und 45, 

*) A, Yersin, Memoire sur la stridulation des Orthopteres, Bull. Soc. Vaudoise, Tom. IIL 
1853, p. 240, et Memoire sur quelques faita relatifs ä la stridulation des Orthopteres et ä leur 
(listribution gei-graphique on Europe, ibid. Tom. TV, 18.54, p. 121 et 122. 



142 



Hermann Kraus er. 



scharf nach ihrer Stridulation, die er sogar durch Noten versinnlichte. Brisout^) 
sagt: „Je partage pleinement l'opinion de M. Yersin: Le St. hicolor Charp. 
est bien certainement une espece distincte du St. biguttulus Lin., dont le cf" 
est caracterise en particulier par une stridulation differente, ainsi que je l'ai 
bien constatd aux environs de Paris oü le St. bicolor est commun." 

Nichts desto weniger blieben die Ansichten Fieber 's und Fisch er 's mass- 
gebend bis auf Brunn er, der das Verdienst hat, den Bann gebrochen und beide 
Arten wiederum in ihre Rechte eingesetzt zu haben. Er unterscheidet die beider- 
seitigen durch die Formation der Elytra scharf von einander und ist der 
erste, der auch für den weiblichen Oberflügel ein Unterscheidungsmerkmal bei- 
bringt, nämlich bezüglich des Verlaufes der Venulae transversae der Area scapu- 
laris, die er bei biguttulus als „flexuosae, haud confluentes", bei bicolor als 
„undulatae et confluentes, hoc modo venam longitudinalem spuriam formantes" 
bezeichnet. Ausserdem sind nach ihm beide Arten durch ihr Vorkommen streng 
von einander geschieden: biguttulus findet sich nur in Wäldern und fehlt süd- 
lich der Alpen vollständig, bicolor dagegen nur auf Wiesen und ist über ganz 
Europa von Scandinavien bis Spanien und Griechenland verbreitet. 

Bei Bestimmung eines grossen Materiales beider Arten, von den verschie- 
densten Localitäten zusammengebracht, stiess ich nun trotz der von ihm an- 
gegebenen Unterscheidungsmerkmale bei den 9 ^^^^ grosse Schwierigkeiten und 
kam zur Ueberzeugung, dass diese Merkmale zur Unterscheidung nicht genügend 
und ferner, dass die Angabe in Betreff des getrennten Vorkommens der einen 
Art in Wäldern, der anderen auf Wiesen für Mittel-Europa durchaus nicht stich- 
haltig sei, Aehnlich wie mir, scheint es Finot^) ergangen zu sein, welcher 
sagt: „II m'est impossible de faire la Separation d'un maniere certaine." 

Es war daher seit längerer Zeit mein Bestreben, insbesondere zur Bestim- 
mung der 9 sicherere Merkmale beizubringen, und ging ich dabei von der sorg- 
fältigen Beobachtung der Arten im Freien aus, indem ich zunächst nur solche 
Pärchen untersuchte, die ich in copula oder doch beim Zirpen mit einander 
antraf. Auf diese Weise gelangte ich zu typischen Exemplaren, mit deren Hilfe 
mir die Bestimmung des in früheren Jahren gesammelten Materiales möglich 
wurde. 

Ich theile im Folgenden die Resultate dieser Untersuchungen mit, wobei 
ich den Hauptwerth auf die beigegebenen genauen Abbildungen der Oberflügel 
lege, mit deren Hilfe die sichere Bestimmung ermöglicht werden wird. Denn 
trotz genauester Vergleichung der verschiedenen Körpertheile ist es auch mir 
nicht gelungen, anderswo als an diesen Unterschiede zu entdecken, insbesondere 
bieten auch die äusseren Geschlechtsorgane kein unterscheidendes Merkmal dar. 

Stenohothrus biguttulus Die Oberflügel sind, wie schon Char- 
pentier hervorhob, durch die Verbreiterung der beiden, zunächst dem Vorder- 



L. Brisout in Yersin, Extraits d'une lettre adressee ä M. L. Brisout sur les Or- 
tbopteres d'Hyeres etc., Ann, Soc. ent. France (3), Tom. IV, 1856, p. 748, note. 
») A. Finot, Les Ortliopteres de la France, Paris, 1883, p. 60. 



Beiträge zur Orthopteren - Kunde. 



143 



rande gelegenen Flügelfelder, der Area scapularis und ganz besonders der Area 
externomedia charakterisirt. Sie erreicht ihr Maximum in der Mitte oder etwas 
jenseits derselben und bedingt die auffallende Vorbauchuug des Vorderrandes, 
die im letzten Drittel rasch abnimmt und so eine Art Einbiegung verursacht, 
die gleichfalls als charakteristisch anzusehen ist. Die beiden Felder sind glän- 
zend und durchsichtig, wodurch die regelmässig verlaufenden Queradern scharf 
hervortreten. Dieselben sind entweder gerade oder schwach gebogen und haben, 
was auch für die der anderen Flügelfelder gilt, keine Neigung sich durch Quer- 
ästchen mit einander zu verbinden, wodurch die Reticulation den Charakter des 
Regelmässigen annimmt. Die Vena radialis anterior und media verlaufen meist 
etwas hin und her gebogen. 

Die von Brunn er besonders hervorgehobene scharfe Ausprägung der 
Vena marginalis erkenne ich nicht als charakteristisch an, ebensowenig den an 
ihrer Endstelle befindlichen kleinen dunklen Flecken, da beides sich mehr oder 
weniger auch bei bicolor cT vorfindet, so wie ich auch bezüglich der dichteren 
Reticulation der Area externomedia bei biguttulus, die er gleichfalls hervorhebt, 
keinen wesentlichen Unterschied finde. 

Stenobothtnis bicolor cT: Die Oberflügel sind beträchtlich schmäler 
als bei voriger Art, was durch die geringere Verbreiterung der Area scapularis, 
sowie ganz besonders durch das Schmalbleiben der Area externomedia bedingt 
ist. In Folge dessen wölbt sich im mittleren Drittel der Vorderrand nur schwach 
vor und die Einbiegung an der Grenze des mittleren und letzten Drittels ist 
kaum vorhanden. Die Vena radialis anterior und media verlaufen ganz gerade. 

Für die aus Nord- und Mittel-Europa stammenden Exemplare ist ferner 
charakteristisch, dass die Queradern in den genannten ebenso wie in den übrigen 
Feldern unregelmässiger verlaufen und eine Tendenz haben, durch Querästchen 
mit einander in Verbindung zu treten, wodurch ab und zu Andeutungen von 
Venae spuriae zu Stande kommen. Die Reticulation nimmt hiedurch den Charakter 
des Unregelmässigen an. Endlich ist der mehr oder weniger stark auftretende 
fuliginöse Beleg hervorzuheben, in Folge dessen die Flügel undurchsichtiger und 
weniger glänzend sind und die Reticulation undeutlich wird. 

Die Exemplare aus dem Mittelmeergebiet zeichnen sich dagegen durch 
eine regelraässigere Reticulation aus und ihre Queradern verbinden sich nicht, 
der Fuligo fehlt und die Flügel erscheinen glänzender und durchsichtig, wodurch 
sie mit biguttulus auffallend übereinstimmen. Immer aber hält sich die Area 
externomedia schmal, wodurch die charakteristische Flügelform erhalten bleibt. 

Stenobothrus biguttulus Q : Wie beim erscheint auch hier der 
Oberflügel relativ breit, was hauptsächlich durch die Verbreiterung der Area 
scapularis zu Staude kommt, deren grösste Breite auf das mittlere Drittel fällt, 
die Area externomedia bleibt dagegen schmal. Der Vorderrand ist deutlich bogen- 
förmig. Die Queradern verlaufen häufig unregelmässig und treten ab und zu 
durch Querästchen mit einander in Verbindung, wodurch namentlich in der Area 
scapularis und bisweilen in der Area interulnaris Vena spuria zu Stande kommen, 



144 



Hermann Krau 



die Area discoidalis bleibt dagegen ziemlich frei davon. Der Flügel hat mit dem 
von hicolor cf eine gewisse Aehnlichkeit. 

Das von Brunn er hervorgehobene Merkmal, dass die Queradern in der 
Area scapularis getrennt bleiben, trifft, wie ich mich an zahlreichen Beispielen 
überzeugt habe, nicht zu, indem sie hier gar oft durch eine mehr oder weniger 
deutliche Vena spuria verbunden werden (vergl. Fig. 4 e, 4 ci), ebenso wenig ist 
der Verlauf dieser Queradern charakteristisch, die nach seiner Dispositio spe- 
cierum bei higuttulus bogig („venulae transversae valde flexuosae"), bei hicolor 
dagegen gerade sein sollen („venulae transverse rectae"), was allerdings in der 
Diagnose von hicolor (p. 120) wieder aufgehoben wird, wo dieselben als „undu- 
latae" bezeichnet werden. 

Stenohothrus hicolor Q : Die Oberflügel sind auffallend schmal. Die 
Area scapularis ist nicht verbreitert. Der Vorderrand verläuft annähernd gerade 
und zum Hinterrande parallel. Die Reticulation ist dicht gedrängt und unregel- 
mässig in Folge des Auftretens von sehr deutlich ausgebildeten Venae spuriae in 
der Area scapularis, discoidalis und interulnaris. 

Auch hier zeigt sich wieder ein Untisrschied zwischen den nord- und mittel- 
europäischen Exemplaren einer- und den südeuropäischen andererseits, indem bei 
letzteren die Reticulation regelmässiger wird, dadurch, dass die Venae spuriae 
mehr oder weniger schwinden und namentlich in der Area discoidalis ganz fehlen 
(vergl. Fig. 5e). Doch finden sich auch im Süden einzelne Exemplare, die mit 
den nordischen bezüglich des Vorhandenseins von Venae spuriae übereinstimmen 
(vergl. Fig. bd). 

Brunner bezeichnet für hicolor 9 das Zusammenfliessen der Queradern 
zu einer Vena spuria in der Area scapularis als wichtigsten Charakter, doch ist 
auch dieser unsicher, indem bei den südlichen Exemplaren eine solche falsche 
Ader ab und zu fehlen kann (vergl. Fig. bd), während sie wie oben gezeigt wurde, 
bei higuttulus 9 wiederum häufig vorhanden ist (vergl. Fig. 4d, 4e). 

Es muss daher zur Unterscheidung der beiden Arten im weiblichen Ge- 
schlecht das Hauptgewicht auf die Form der Area scapularis gelegt werden, die 
bei higuttidus verbreitert, bei hicolor auffallend verschmälert ist, womit zusam- 
menhängt, dass der ganze Flügel bei ersterer breiter, bei letzterer schmäler 
erscheint. Erst in zweiter Linie kommt dann bei hicolor Q von Nord- und Mittel- 
europa das Auftreten von deutlichen Venae spuriae in der Area scapularis, dis- 
coidalis, interulnaris, wie sie in so ausgesprochener Weise bei higuttulus von 
denselben Gegenden nicht vorkom-men, was jedoch, wie wir gesehen haben, wegen 
der südlichen Formen dennoch nicht als charakteristisch bezeichnet werden kann. 

Die Dispositio specierum würde lauten: 

Stenohothrus higuttulus Linne: elytra valde dilatata, margine 
antico arcuato-producto, area scaimlaris et externomedia ampliatae, nitentes, 
pellucidae, venae radiales prima et secunda suhflexuosae. Q elytra paululum 
dilatata, margine antico arcuato, area scapularis leviter ampliafa. 

Stenohothrus hicolor Charpentier: cT elytra parum dilatata, margine 
antico arcuato, liaud producto, area scapidaris partim, area externomedia haud 



Beiträge zur Orthopteren - Kunde. 



145 



ampUata, venae radiales prima et secunda reetissimae. 9 elytra valde atte- 
nuata, margine antico suhrecto, vi argine postico parcdMo, area scapiilaris haud 
ampliata, ayigusta. 

Die Färbung ist bei beiden Arten zur Unterscheidung gänzlich unbrauchbar, 
im Allgemeinen ist zwar hicolor im Norden dunkler gefärbt und mehr einfarbig, 
im Süden dagegen nimmt er dieselbe bunte Färbung an, wie higuttidus sie so 
häufig zeigt. 

Die von Charpentier^) aufgestellte, von fei^fwi^wZ«*« hauptsächlich durch 
ihre grüne oder grüngelbe Färbung und geringere Grösse unterschiedene Art: 
Gryllus mollis betrachte ich als eine in Folge ihres Vorkommens auf sterilem 
Sandboden (Sandhaiden, sandigen Wiesen und Bergabhängen) verkümmerte Varietät 
desselben, die, was Form und Geäder des Oberflügels anbelangt, vollkommen 
mit der typischen Form übereinstimmt. Yersin^) erklärte sie wegen ihres Zir- 
pens als eigene Art, doch ist dasselbe seiner Beschreibung nach dem von higut- 
tulus so ähnlich, dass darauf hin die Aufstellung einer besonderen Art nicht 
gerechtfertigt erscheint. 

Was die Grösse unserer Arten anbelangt, so sind die Dimensionen von 
hicolor im Allgemeinen und namentlich im Süden etwas grösser als die von 
biguttulus, doch zeigt sich auch hierin durchaus keine Beständigkeit. 

Anders verhält es sich dagegen mit ihrem Zirpen, das als ein sehr wich- 
tiges Unterscheidungsmerkmal zu bezeichnen ist und dessen Intensität urid 
Timbre mit der Bildung des Oberflügels im innigsten Zusammenhang steht. 

Am meisten charakteristisch ist der Zirpton von biguttulus cT, den man 
als laut schmetternd und metallisch klingend bezeichnen kann und der durch 
ein Vibriren beider Hinterschenkel an den Oberflügeln zu Stande kommt. Fischer 
ist der erste, der ihn beschreibt. Er sagt 3): „Das cf zirpt mit beiden Schen- 
keln zugleich und am meisten musikalisch. Durch die dünngespannte Membran 
der vorderen Zellenreihen des Flügels wird der Ton gleichsam schmetternd, 
so dass man von Weitem schon diese Art erkennen kann." Eine sehr ausführ- 
liche Darstellung des Zirpens gibt Yersin;^) auch er sagt: „la stridulation a 
le timbre le plus brillant et le plus mötallique" und bezeichnet den Ton mit 
„vrrriii". Seine Beobachtung, dass, wenn ein cf in der Nähe des 9 zirpt, auch 
das letztere durch eine vibrirende Bewegung der Hinterschenkel an den Ober- 
flügeln antwortet, ohne jedoch einen Ton hervorzubringen, vermag ich dahin 
zu ergänzen, dass hiebei ein kurzer leiser Ton hervorgebracht wird, den ich 
wiederholt vernahm. 

Der Zirpton von hicolor cT zeichnet sich, wie schon Yersin beobachtete, 
durch seine Kürze aus; er besteht aus einem einfachen, nicht metallischen Ton, 
der beim Aufwärtsreiben beider Hinterschenkel an den Oberflügel erzeugt und 



1) 1. c. p. 164. 

») 1. c. Tom. III, p. 240, et Tom. IV, p. 122. 
') L. H. Fischer, Beiträge etc., p. 44. 
4) 1. c. Tom. IV, 1854, p. 121. 
Z. B. Ges. B. XXXVI. Ahh. 19 



146 



Hermann Kranss. 



erst nach einer Pause wiederholt wird. Beim Q beobachtete ich keine Stridu- 
lationsbewegung, und auch Y er sin sagt nichts darüber. Häufig sitzen und 
Q an vegetationslosen Plätzen in Mehrzahl beisammen, oft bis zu zehn und 
zwanzig an einer Stelle, wobei die abwechselnd striduliren. 

Bezüglich des Vorkommens beider Arten wurde schon oben bemerkt, dass 
Brunner's Angabe, biguttulus finde sich nur in Wäldern, bicolor nur auf 
Wiesen, nicht der Wirklichkeit entspricht. Nach meinen Beobachtungen lebt 
biguttulus auf Wiesen im Thal und in der Höhe, in Gärten auf Grasplätzen, 
an Rainen, Wegrändern, auf Haideland, ferner sehr häufig auf Brachäckern und 
Stoppelfeldern und endlich vereinzelt auch auf Grasplätzen in Wäldern, bicolor 
an Waldrändern, an Bergabhängen mit oft spärlicher Vegetation, wo er sich 
oft an ganz vegetationslosen Plätzen zahlreich zusammenfindet, auf Grasplätzen 
in Wäldern, Haideland, an Wegrändern und Rainen. In den Mittelmeerländern 
wurde er von mir auf trockenen, sonnigen Grasplätzen, unbebauten Stellen, 
Brachäckern, in Weinbergen beobachtet, so in Istrien und besonders auf Sicilien, 
an dessen Südküste (Licata, Terranova) er in Gesellschaft von Tryxalis ungui- 
culata Ramb., Stauronotus maroccanus Thunb., Oedipoda gratiosa Serv., Ocne- 
rodes canonicus Fisch, schon Anfangs Mai die mit der Zwergpalme [Chamae- 
rops humilis L.) bedeckten Bergabhänge zahlreich bevölkert. 

In Nord- und Mittel-Europa finden sich nach Brun ner beide Arten, da- 
gegen jenseits der Alpen in den Mittelmeerländern nur bicolor. Das ist im 
Allgemeinen richtig, doch traf Ter sin biguttulus noch bei Hy eres in der Pro- 
vence und ich auf dem Gipfel des Monte Maggiore in Istrien, so dass er also 
wenigstens da und dort ins Mittelmeergebiet reicht. Im tieferen Süden findet 
sich bicolor allein. 

Nach Brunner ist bicolor viel häufiger, was für die hiesige Gegend nicht 
stimmt. Hier findet sich biguttulus so ziemlich überall und in grosser Zahl, 
während bicolor dazwischen nur spärlich vorkommt oder an einzelnen Localitäten 
colonienweise. Aehnlich scheint das Verhältnis im Canton Waadt in der Schweiz 
zu sein, wo biguttulus nach Yersin häufig ist, dagegen bicolor selten. Auch 
aus den Angaben Kollar's wäre zu schliessen, dass in Nieder-Oesterreich das 
Verhältniss ein ähnliches ist. indem er^) von biguttulus sagt: „eine der alier- 
häufigsten Arten, überall auf Wiesen und Grasplätzen", während er bei bicolor 
nur angibt „auf Aeckern". Ich selbst sammelte um Wien im Verlaufe einer 
Reihe von Jahren fast nur biguttulus, doch ist dies deshalb nicht massgebend, 
weil ich beide Arten damals nicht unterschied und vielleicht die Fundplätze von 
bicolor eben nicht besuchte. Endlich bezeichnet auch Philipp i^) biguttulus 
in der Umgebung Berlins als äusserst häufig „in pratis siccioribus frequentis- 
simus", führt dagegen bei bicolor als Fundort nur die „Jungfernhaide" an. 



V. Kollar, Systematisches VerzeichniRS der im Erzherzogthume Oesterreich vorkom- 
menden geradflügeligen Insecten, Beiträge zur Landeskunde Oesterreichs unter der Enns, III. Bd., 
Wien, 1833, p. 85 und 86. 

^) R. A. Philippi, Orthoptera berolinensia, Dissert. inaug., Berolini, 1830, p. 36 uud 37. 



Beiträge zur Orthopteren- Kunde. 



147 



Was die verticale Verbreitung betriflft, so muss dieselbe künftigen Unter- 
suchungen überlassen bleiben ; nach meinen wenigen Beobachtungen ist übrigens 
anzunehmen, dass biguttulus im Gebirge höher steigt als hicolor. So traf ich 
auf dem Gipfel des Monte Maggiore nur ersteren, während am Fusse desselben 
in Abazzia und um den Golf von Fiume nur hicolor vorkam, ebenso fand ich 
auf dem Gipfel des Domogled (Mehadia) in Süd-Ungarn nur biguttulus. 

4. Crryllus campestris L. var. nov. caudata* 

Während bei den übrigen europäischen Grillen mit verkümmerten Unter- 
flügeln Individuen mit ausgebildeten, den Hinterleib im zusammengefalteten 
Zustande schwanzförmig weit überragenden Unterflügeln längst bekannt sind 
und zum Theile deshalb als eigene Arten beschrieben wurden, ist dies bei un- 
serer gemeinen, weit verbreiteten und vielfach untersuchten Feldgrille bisher 
nicht der Fall gewesen, und einer Varietät mit völlig entwickelten Unterflügeln 
geschieht nirgends Erwähnung. Saussure ^) beschreibt zwar eine Varietät der- 
selben aus Nordafrika, bei welcher die Unterflügel etwas länger sind als gewöhnlich, 
jedoch die Oberflügel und den Hinterleib nicht überragen (var. elytris abdominis 
longitudine, alis in requiete elytris aequilongis) und also bei geschlossenen Flü- 
geln unsichtbar sind. Dies veranlasst mich, eine vor Jahren in hiesiger Umge- 
bung gesammelte Grille zu beschreiben und abzubilden, bei der die zusammen- 
gelegten Unterflügel die Oberflügel und die Spitze des Abdomens weit überragen 
und die somit als var. caudata zu bezeichnen ist. 

Ich traf das betreffende Exemplar (Q) Ende Mai auf einer Wiese des 
Neckarthales, wobei mir sofort auffiel, dass sich dasselbe mehrmals fliegend etwa 
einen Fuss hoch vom Boden erhob. Nach kurzem Fluge am Boden angelangt, 
hatte es Mühe, die Flügel wieder zu falten, und blieb namentlich der linke häufig 
kurze Zeit ausgespannt, was dann ein eigenthümliches Flattern zur Folge hatte, 
bis die Faltung wiederum zu Stande gebracht war. In der Gefangenschaft im 
Terrarium machte es keinen Gebrauch von seinen Flugorganen. Während des 
Monats Juni legte es seine Eier in die Erde, aus denen im Juli eine grosse Zahl 
Larven ausschlüpften, die jedoch im Laufe des Winters zu Grunde gingen, so 
dass leider eine Beobachtung der Nachkommenschaft bezüglich ihrer Flugorgane 
nicht möglich wurde. 

Was den Habitus anbelangt, so stimmt unser Thier vollkommen mit der 
gewöhnlichen Form überein. Die Färbung ist glänzend schwarz, am Grunde 
der fast schwarzen, glänzenden Oberflügel findet sich je ein rundlicher, ziemlich 
scharf umschriebener gelbbrauner Fleck. Die Oberflügel sind kürzer als der 
Hinterleib, die Unterflügel überragen ihn dagegen um 4 mm. In Form und 
Färbung gleichen sie denen von Gr. bimaculatus de Geer sehr, doch sind sie kürzer 
als bei dieser Art. Im Uebrigen unterscheidet Kopf- und Thoraxform beide Arten 



1) H. deSauBBure, Melangee oithopterologiques, Tom. II, Fase. V, Gryllides, 1877, p. 306. 

19* 



148 



Hermann Kraus s, Beiträge zur Orthopteren -Kunde. 



leicht, so dass trotz der ausgebildeten ünterflügel eine Verwechslung nicht mög- 



lich ist. 

Die Dimensionen sind: Q 

Long, corporis 18 mm. 

„ pronoti 4*5 „ 

„ elytrorum 17 „ 

„ alarum 22 „ 

„ femor. post 12 „ 

„ ovipositoris 13 „ 



Erklärung der Abbildungen. 



Tafel V. 

Fig. 1. Lahidura riparia. 1. vom Vesuv (vergr.) 1 Ä. Hinterleibsende 
von oben (vergr.). 

„ 2. Chelidura mutica. 2. vom Monte Baldo. 2 Ä. Hinterleibsende von 
oben. 2B. Q ebendaher. 2 C. Hinterleibsende Q schräg von unten. 
(Sämmtliche Figuren vergr.) 

„ 3. Chelidura acanthopygia. Hinterleibsende Q schräg von unten (vergr.). 

„ 4. Stenobothrus biguttulus. Oberflügel. 4,4 J.. (^(^ von Tübingen. AB. cf vom 
Domogled (Mehadia). 4 0, 4Z). 9 9 von Tübingen. 4E. Q vom Domogled 
(Mehadia). (Sämmtliche Fig. vergr.) 

„ 5. Stenobothrus bicolor. Oberflügel. 5. cf von Tübingen, b Ä. von 
Völs (Süd-Tirol). 5j5. cT von Terranova (Sicilien). 50. 9 von Tü- 
bingen. hD, h E. 9 9 von Terranova (Sicilien). (Sämmtliche Figuren 
vergr.) 

„ 6. Gryllus campestris var. caudata. 9 von Tübingen (nat. Grösse). 



149 



Neue Beiträge zur Kenntniss der Psylliden. 

Von 

Dr. Franz Low in Wien. 
(Mit Tafel VI.) 

(Vorgelegt in der Versammlung am 3. Februar 1886.) 



Subfamilie A'phalarina. 

Aphalara calthae Lin. 

Diese Art, von welcher Linnä (Fauna suec, edit. alt. 1761, Nr. 1005) an- 
gibt: „Habitat in Calthae palustris floribus", hat Prof. 0. M. Reuter im Früh- 
linge 1880 in Finnland wieder in den Blüthen von Caltha palustris L. aufgefunden ^) 
und war so freundlich, mir einige Exemplare davon zuzusenden. Da die von 
mir vorgenommene Untersuchung derselben ergeben hatte, dass sie sich von den 
typischen Exemplaren der Aphalara polygoni Fstr. nur in der Färbung und 
Grösse ein wenig, in den plastischen Merkmalen aber nicht im Mindesten unter- 
scheiden, so erklärte ich die Aph. polygoni für identisch mit Aph. calthae. 
Prof. Reuter bezweifelt (1. c.) wohl nicht die Identität dieser zwei Arten, meint 
aber, dass hierüber erst dann richtig entschieden werden kann, wenn erforscht 
sein wird, ob die in den CaZiÄa-Blüthen im Frühlinge so zahlreich auftretenden 
J.pÄaZam-Imagines sich auf dieser Pflanze entwickelt haben, oder ob sie nur 
überwinterte Individuen sind, welche zu der an demselben Orte auf Polygonum 
lebenden Art gehören und sich nur vorübergehend in den Caltha-Blüthen auf- 
halten. 2) 

Ich hatte wohl seither nicht Gelegenheit, in dieser Richtung Beobach- 
tungen zu machen, kam aber dagegen in die Lage, zahlreiche Individuen, welche 
auf Polygonum und Mumex in verschiedenen Gegenden von Europa gesammelt 

0. M. Reuter, Nya bidrag tili Abo och Alands skärgSirds Hemipterfauna (Meddel. Soc, 
pro F. et Fl. fenn., V, 1880, p. 231, Nr. 243). 

*) Idem, Till kännedomen af Sveriges Psylloder (Entom. Tidskrift, 1. Arg. 1880, p. 150). 



150 



Franz Low. 



wurden, mit denjenigen, welche Prof. Reuter in den Caltha-Blüthen gefunden 
hat, zu vergleichen und konnte mir auf diesem Wege neuerdings die Ueber- 
zeugung verschaffen, dass die Namen Äph. calthae und polygoni eine und die- 
selbe Art bezeichnen, indem diese Vergleichung ergab, dass auch auf Polygonum 
und Bumex viele Individuen, und zwar schon im August und September vor- 
kommen, welche sowohl in der Grösse und Färbung, als in allen übrigen Merk- 
malen mit den von Prof. Reuter im Frühlinge in den Caltha-Blüthen gefun- 
denen genau übereinstimmen. 

Die Aph. calthae L. ist nicht nur in der Färbung des Leibes, der Beine 
und der Flügel, sondern auch in der Grösse ziemlich variabel. Der Kopf und 
Thorax sind entweder gelblichroth, oder roth oder braunroth, oben mit undeut- 
lichen oder sehr deutlichen, lichtgelben oder weisslichen Flecken und Striemen, 
unten und letzterer auch an den Seiten entweder gelb oder roth, ungefleckt oder 
in grösserer oder geringerer Ausdehnung braun- bis schwarzgefleckt; das Ab- 
domen ist entweder einfarbig gelb oder roth, oder mit bräunlichen bis schwarzen, 
mehr oder weniger breiten Querbinden auf den Segmenten; die Beine sind ent- 
weder einfarbig gelb, oder in der Mitte der Schenkel mehr oder weniger aus- 
gebreitet roth, braun oder schwarzbraun ; die Vorderflügel sind entweder durchaus 
glashell, gelblich oder bräunlichgelb, oder blos in der Basalhälfte glashell und 
nach der Spitze hin gelblich, bräunlich oder rauchgrau; die Nerven sind ent- 
weder durchaus gelb, oder blos an der Basis gelb und nach ihren Enden hin 
mehr oder weniger dunkelbraun. 

Da alle diese Färbungen vielfach vermischt auftreten und ineinander über- 
gehen, so ist es nicht möglich, scharf begrenzte Varietäten aufzustellen. Eine 
Varietät indessen, welche ich im Thale des Mödlingbaches (Nieder-Oesterreich) 
auf Polygonum aviculare L. gleichzeitig mit mehreren normal gefärbten Individuen 
fand, und welche auch von Prof. F. Theu bei Levico in Süd-Tirol gefunden 
wurde, ist durch ihre gefleckten Vorderflügel so ausgezeichnet, dass ich es für 
zweckmässig halte, sie hier besonders aufzuführen und zu benennen. 

Aphalara calthae L. var. macuUpennis m. — Vorderflügel (Taf. VI, 
Fig. 1) glashell; von der Mitte der ersten Randzelle zieht sich über die Basis 
der zweiten Randzelle in etwas schiefer Richtung eine aus dunkelbraunen Flecken 
gebildete Binde bis zum Vorderrande; zwischen dieser Binde und dem Apical- 
rande sind kleine, dunkelbraune Fleckchen und Punkte unregelmässig zerstreut; 
am Hinterrande des Clavus nahe seiner Spitze ein kurzes schwarzes Strichel; 
die erste Zinke beiderseits ziemlich breit dunkelbraun gesäumt; alle Nerven gelb, 
an ihren Einmündungssteilen in den Randnerv schwarz. 

Aphalara picta Zett. 

Prof. 0. M. Reuter fand im August 1880 im südwestlichen Finnland 
auf den Blüthenköpfen und Stengeln von Chrysanthemum leucanthemum L. 
mehrere Imagines einer Aphalara-Ait (sieh 1. c, p. 151), welche ich schon da- 
mals für keine neue Art, sondern nur für eine Varietät der Aph. picta Zett. 



Nene Beiträge zur Kenntniss der Psylliden. 



151 



hielt, weil die Untersuchung derselben ergab, das«? sie weder in der Grösse, noch 
im Verlaufe des Flügel geäders, noch in der Form der Genitalien, sondern nur 
in der Färbung von der typischen Form der Aph. picta Zett. abweicht. 

Ihr Kopf und Thorax ist grün oder gelbgrün und hat oben mehr oder 
weniger deutliche, gelbe Flecken und Striemen in der gewöhnlichen Anordnung; 
ihr Abdomen ist einfarbig grün oder gelbgrün ; ihre Vorderflügel sind fast glas- 
hell und haben gelbe Nerven, welche beiderseits mit einer braunen Linie ge- 
säumt sind und dadurch viel dicker erscheinen, als sie thatsächlich sind; der 
Spitzentheil dieser Flügel ist in grösserer oder geringerer Ausdehnung ver- 
waschen braungesprenkelt. 

Seither traf ich selbst Individuen von solcher Färbung in der subalpinen 
Region Nieder- Oesterreichs und erhielt solche auch aus den Sudeten und aus 
dem Riesengebirge. Sie stimmen in allen plastischen Merkmalen mit Aph. picta 
Zett. vollständig überein und sind somit nur abweichend gefärbte Individuen 
dieser Art, bilden aber keine constante Varietät, weil zwischen ihrer Färbung 
und der typischen Färbung der Art keine scharfe Grenze besteht, sondern viele 
üebergangsfärbungen auftreten. Wie sehr die Aph. picta sowohl in der Färbung 
als in der Grösse variirt, ist übrigens auch schon aus der ausführlichen Beschrei- 
bung ersichtlich, welche Dr. Flor (Rhynch. Livl., II, 1861, p. 539) von dieser Art 
gegeben hat, und aus welcher unzweifelhaft zu erkennen ist, dass dieser Autor 
auch solche Individuen kannte, wie die, welche Prof. Reuter auf Chrysanthe- 
mum fand. 



Ich glaube hier darauf aufmerksam machen zu sollen, dass das gleich- 
zeitige Auftreten von verschieden gefärbten Imagines einer Psylliden-Art nicht 
immer aus der gleichen Ursache entspringt. Bei vielen Arten erleiden die Ima- 
gines eine stufenweise Aenderung in ihrer Färbung, welche sich während ihrer 
Lebensdauer nach und nach vollzieht, und welcher alle Imagines derselben Art 
in ganz gleicher Weise unterworfen sind. Bei diesen Arten hängt also die Fär- 
bung von dem Alter der Imagines ab, und es wird mithin eine schon im Mai 
ausgeschlüpfte Imago im August viel intensiver ausgefärbt und dunkler sein 
als eine andere derselben Art, welche erst im Juni, also einen Monat später aus- 
geschlüpft ist. Einer solchen allraäligen Fävbungsänderung unterliegen die mei- 
sten Arten der Subfamilie PsylUna, besonders die Arten der Gattung Psylla und 
auch viele TVio^a-Arten. Da die Imagines aller dieser Arten erst kurze Zeit vor 
ihrem Lebensende eine constante Färbung annehmen, vorher aber ganz gleichen, 
stufenweisen Veränderungen in ihrem Farbenkleide unterworfen sind, so kann 
man die gleichzeitig vorhandenen, verschieden gefärbten Individuen einer solchen 
Art nicht als Varietäten auffassen, weil sie nicht wirkliche Abweichungen von 
der normalen Färbung, sondern nur gesetzmässige Abstufungen derselben dar- 
stellen. 

Bei anderen Arten dagegen, namentlich bei den Aphalarinen sind die 
Imagines in der Regel schon wenige Tage nach ihrem Ausschlüpfen vollständig 



152 



Franz Low. 



ausgefärbt und erleiden später entweder keine oder nur sehr geringfügige Ver- 
änderungen in ihrem Farbenkleide. Treten nun verschieden gefärbte Imagines 
einer solchen Art gleichzeitig auf, so hat diese Verschiedenheit eine andere Ur- 
sache als bei den oben genannten Arten und dürfte wahrscheinlich darin ihren 
Grund haben, dass die Larven, aus denen diese Imagines hervorgegangen sind, 
sich von verschiedenen Pflanzen genährt haben. 

Subfamilie Psyllina. 
Fsylla alhipes Flor. 

Diese Art, welche Dr. Flor (Bull. Soc. Imp. Nat. Moscou, T. XXXIV, 1861, 
p. 364) nach einem einzigen in Gemenos bei Marseille gefangenen Männchen 
beschrieben hat, lernte ich zuerst nach einem Exemplare kennen, welches sich 
in G. V. Frauenfeld's Sammlung befand und von Meyer -Dür in der Schweiz 
gefunden wurde, jetzt aber ebenso wenig mehr vorhanden ist wie jenes typische 
Männchen, von dessen Verlust Dr. Flor mir in einem Briefe vom 18. November 
1877 Mittheilung machte. In den zwei letzten Jahren war ich so glücklich, diese 
Art hier in Nieder-Oesterreich wiederzufinden, wo ich sie in den Monaten März, 
April und Juli in der Nähe von Baden und Piesting von Pinns nigra Arn., 
P. silvestris L. und Ähies Picea L. klopfte. Sie ist eine von denjenigen Arten, 
deren Imagines überwintern und nach der Ueberwinterung ein viel dunkleres 
Farbenkleid besitzen als vorher. Da Dr. Flor, welcher sein Exemplar Ende Mai 
fing, nur ihre sommerliche Färbung beschrieben hat, diese sich aber im Laufe des 
Sommers und Herbstes allmälig ändert, so halte ich es für nöthig, hier eine 
Beschreibung derjenigen Färbung zu geben, welche die Imagines nach ihrer 
Ueberwinterung zeigen, weil diese Färbung keiner weiteren Veränderung mehr 
unterworfen ist, und zugleich auch die Merkmale des Weibchens, welches Dr. Flor 
nicht kannte, anzugeben. 

Kopf und Thorax dunkel rothbraun, ersterer unten schwarz; Scheitel 
am Innenrande der Augen mit einer gelben Längsstrieme, die beiden Scheitel- 
felder ringsum schmal gelb gesäumt; Stirnfortsätze schwarz, oben mit einem 
grossen, gelben Flecken in der Mitte. Pronotum gelb, in der Mitte und an beiden 
Seiten desselben ein schwarzer Punkt und neben dem mittleren beiderseits ein 
röthlichbrauner. Dorsulum mit gelber oder röthlichgelber Längslinie in der 
Mitte, an den Seiten mehr oder weniger breit gelb oder röthlichgelb gesäumt. 
Mesonotum in der Mitte mit einer feinen, 0-förmigen, gelben Linie, welche 
zwei vorn etwas nach aussen gebogene, gelbe oder röthlichgelbe Striemen ein- 
schliesst, welche sich an die lichte Zeichnung der Dorsulumseiten anschliessen 
und gewissermassen deren Fortsetzung sind. Schildchen schwarz, dessen Seiten- 
ecken gelb. Pro- und Mesothorax unten schwarz, an den Seiten und Hüften 
mit rothen Flecken. Metathorax oben schwarz, unten und an den Seiten roth 
oder gelblichroth, in der Mitte der Seiten etwas gebräunt. Abdomen schwarz, 
dessen Segmente am Seiten- und Hinterrande schmal (9) oder sehr schmal (cf) 



Nene Beiträge znr Kenntniss der Psylliden. 



153 



gelb oder weisslich gesäumt; das Genitalsegment und die Genitalplatte des 
schwarz, die Zange braun; die Genitalplatten des 9 schwarz, die untere an der 
Basis mehr oder weniger breit schmutziggelb. Beine schmutziggelb oder licht- 
braun; die Schenkel in der Mitte bis nahe an die Kniee und Hüften schwarz; 
die Schienen in der Mitte mehr oder weniger ausgebreitet braun; an den Vorder- 
und Mittelbeinen das erste Tarsenglied an der Spitze, das zweite ganz schwarz, 
an den Hinterbeinen blos das zweite schwarz. Die Nerven der Vorderflügel 
braun, gegen ihre Enden hin allmälig dunkler, fast schwarz; im Clavus nahe seiner 
Spitze ein schwarzer, strichförmiger Flecken und an der Einmündungsstelle der 
ersten Zinke ein kleiner, dreieckiger, schwärzlicher Flecken, welcher halb so lang als 
die erste Zinke ist und von dieser in eine grössere, äussere und eine kleinere, innere 
Hälfte getheilt wird. Das 9 in der Regel nur wenig lichter als das , dessen 
Genitalplatten allmälig zugespitzt, die untere P^iual so lang als das vorher- 
gehende Banchsegment, unten etwas ausgebogen, die obere gerade, ein wenig 
länger als die untere. — Länge bis zur Flügelspitze 3*3— 3'5, 9 3"5— 3'7 mm. 

Psylla chJorostigma u. sp. 
(Taf. VI, Fig. 11.) 

Flava- viridis; dorsulum duabus, mesonotum quinque striis longitudi- 
nalihiis olivaceo-brunneis. Processus frontales conici, paulo divergentes, long'i- 
tudine verticis. Antennae longitudine capitis et thoracis simul sumptorum, 
flavae, articulis 4- 7 apice, 8 — 10 totis nigrofuscis. Elytra hyalina, margine 
anteriore recto, nervis fuscis, costa et pterostigmate viridibus. Forceps recta, 
latitudine sua circiter duplo longior, apice bidens, dente anteriore recto, trigono, 
dente posteriore lineari, nigro, anteriore longior e et angustiore, introrsum paulo 
curvato. — Long, usqiie ad apicem elytrorum 3 2mm. 

Femina ignota. 

Habitat in Fennia (0. M. Reuter). 

cf. Gelblichgrün; das Pronotum an beiden Seiten mit einem -schwarzen, 
eingedrückten Punkte und in der Mitte mit drei bräunlichen Fleckchen in glei- 
chen Abständen von einander und von den beiden schwarzen Punkten; das Dor- 
sulum mit zwei und das Mesonotum mit fünf grünlichbraunen Längsstriemen. 
Ocellen röthlichgelb. Fühler gelb; die Glieder 4—7 an der Spitze braun, 
8— 10 ganz schwarzbraun. Beine grün; die Schenkel schwach gebräunt. Vorder- 
flügel glashell, mit braunen Nerven, welche an der Basis heller und gegen ihre 
Enden hin schwarzbraun sind; der Vorderrandnerv bis zur Spitze des Pterostigma 
und dieses selbst grün. 

Scheitel halb so lang als breit, hinten flach ausgeschnitten, vorn recht- 
winkelig. Stirnfortsätze kegelförmig, so lang als der Scheitel und eben so 
lang als an der Basis breit, etwas divergirend, bis über die Mitte rasch ver- 
schmälert und von da an nur allmälig zugespitzt. Fühler so lang als der Kopf 
und Thorax zusammen. Vorder flügel in der Mitte des Vorderrandes gerade, 
die zweite Zinke in der Mitte stark gebogen, an der Basis mit der ersten einen 

Z. B. Ges. B. XXXVI. Abb. 20 



154 



Franz Low. 



rechten Winkel bildend. Genitalplatte des cT ungefähr so lang als das 
Genitalsegment, ohne Fortsätze oder Erweiterungen. Zange (Fig. 11) ungefähr 
zweimal so lang als breit, 2/3 so lang als die Genitalplatte, nach oben ein 
wenig verbreitert, am Ende zweizähnig; der vordere Zahn dreieckig, dessen Spitze 
am Ende des geraden Vorderrandes der Zange liegend ; der hintere schwarz, linear, 
schmal, gleichbreit, etwas länger als der vordere und etwas nach innen gebogen. 

Prof. 0. M. Reuter entdeckte diese Art bei Abo in Finnland und war 
so freundlich, sie mir zur Beschreibung zu übersenden. Er fand sie am 3. März 
1885 auf Äbies, also zu einer Zeit, in welcher wenigstens in Central- und Nord- 
Europa nur überwinterte Imagines anzutreffen sind. Da solche Imagines aber 
stets die dunkelste Färbung, welche die bezügliche Art überhaupt erlangt, be- 
sitzen, so wird auch die oben beschriebene grüne Färbung der Psylla cliloro- 
stigma m. wahrscheinlich die dunkelste sein, welche diese Art erreicht. Ueber- 
winterte Imagines mit grüner Färbung sind bis jetzt noch von keiner anderen 
Psylla- Alt bekannt geworden. Die Psylla chlorostigma m. steht der Ps. eostalis Fl. 
am nächsten, unterscheidet sich von dieser aber genügend durch die anders ge- 
formte männliche Zange, welche nach Dr. Flor bei letzterer Art „niedrig, nur 
etwa zweimal so hoch als breit, gegen die Spitze nicht merklich verschmälert" ist. 

Die I*sylla - Jirten des Birnbaumes. 

In den meisten Werken, welche von denjenigen Thieren handeln, die den 
vom Menschen cultivirten Bäumen und anderen Gewächsen schädlich sind, er- 
scheint unter den Schädlingen des Birnbaumes auch die Psylla pyri L. aufge- 
führt. Da jedoch die Angaben, welche daselbst über die Lebensweise und das 
Auftreten derselben gemacht werden, mit den Beobachtungen, welche in dieser 
Hinsicht über Ps. pyri L. bis jetzt gesammelt wurden, nicht übereinstimmen, 
so ist es augenscheinlich, dass die Aufführung dieser Art unter den birnbaum- 
schädlichen Insecten auf einem Irrthum, auf einer Verwechslung beruht. Dieser 
Irrthum hat sich leider dadurch, dass die Autoren solcher Werke in der Regel 
ihre Vorgänger auf demselben Gebiete nur abschreiben, ohne deren Angaben zu 
prüfen, bis in die neueste Zeit erhalten. 

So viel man bis jetzt weiss, ist Pyrus communis L. die Nährpflanze ^) 
von drei Psylla-Aiien, nämlich von Psylla pyrisuga Fstr., pyri L, und pyricola 
Fstr., von welchen die letztere auch auf Pyrus Malus L. vorkommt. Die Ima- 
gines dieser drei Arten entwickeln sich je nach dem Klima ihres Aufenthalts- 
ortes entweder schon im Juni oder erst im Juli oder August und sind um diese 
Zeit am lichtesten gefärbt, erhalten aber mit dem Fortschreiten der Jahreszeit 
nach und nach eine dunklere Färbung. Sie überwintern und legen erst im 

*) Da die Imagines vieler Psylliden ihre Nälirpflanze zeitweilig verlassen und sich auf 
anderen Pflanzen herumtreiben, so ist diejenige Pflanze, auf welcher sie gelegentlich angetroffen 
werden, nicht immer ihre Nährpflanze. Mit diesem Namen kann nur diejenige Pflanze bezeichnet 
werden, auf welcher auch die Jugendformen der bezüglichen Psyllide leben. 



Nene Beiträge zur Kenntniss der Psylliden. 



155 



Frühlinge, zu welcher Zeit sie ihre dunkelste Färbung zeigen, ihre Eier auf 
die Knospen, Triebe oder Blätter des Birnbaumes. 

Die Larven der PsyUa pijrisuga Fstr. leben, so lange sie noch jung und 
klein sind, auf den jungen Blättern, hauptsächlich auf denen der Langtriebe; 
nach ihrer zweiten Häutung versammeln sie sich zuerst auf dem neuen, noch 
grünen Theile dieser Triebe, ziehen sich aber später auf den schon im vorher- 
gehenden Jahre gewachsenen, daher bereits verholzten Theil derselben zurück, 
wo sie dann, dicht aneinander gedrängt, den Zweig ringsum in grösserer oder 
geringerer Ausdehnung bedecken. 

Die Larven von Psylla pyri L. und pyricola Fstr. halten sich dagegen 
immer nur auf den Kurz- oder Fruchttrieben auf und sitzen daselbst entweder 
an den Knospen oder in den Blattachseln, oder manchmal auch an der Unter- 
seite der Blätter. 

Ist nun in einem der eingangs erwähnten Werke von den Larven der 
daselbst unter dem Namen Psylla pyri aufgeführten Art dasjenige angegeben, 
was ich über die Lebensweise der Larven von Ps. pyrisuga mitgetheilt habe, 
so ist jener Name unrichtig und muss statt seiner Ps. pyrisuga Fstr. gesetzt 
werden. Dies hat zum Beispiele zu geschehen in den bezüglichen Publicationen 
von Schmidberger, ') Kollar,^) E. Taschenberg, 3) Künstler.*) Die 
Ps. pyrisuga kommt in Mittel-Europa beinahe allenthalben vor und tritt fast 
alle Jahre zahlreich auf, weshalb sie auch allgemein für schädlich gehalten wird. 

Aber auch in dem Falle, als der Autor eines der genannten Werke von 
einer von ihm unter dem Namen Psylla pyri aufgeführten Art eine Lebens- 
weise angibt, welche der Ps. pyri wirklich eigen ist, bleibt die Eichtigkeit des 
gebrauchten Artnamens fraglich, weil einerseits die Ps. pyricola dieselbe Le- 
bensweise führt und andererseits die Ps. pyri eine verhältnissmässig seltene 
Art ist, welche wohl eine grosse Verbreitung hat, aber überall bisher nur in 
geringer Individuenzahl beobachtet wurde, während die Ps. pyricola schon in 
einigen Gegenden, besonders auf den Zwerg- und den au Spalieren gezogenen 
Birnbäumen in sehr grosser Zahl aufgetreten ist und in Folge dessen auch Schaden 
verursacht hat. In einem solchen Falle kann wohl nur nach der Beschreibung, 
welche der betreffende Autor von der Imago seiner angeblichen Ps. pyri gibt, 
beurtheilt werden, welche Art er eigentlich meint. So konnte zum Beispiele 
aus den Angaben, welche Curtis^) und Barnard^) über die von ihnen als 
Birnbaumschädling aufgeführte Ps. pyri gemacht haben, entnommen werden, 



Beiträge zur Obstbaumzucht und zur Naturgeschichte der den Obstbäumen schädlichen 
Insecten, Heft I, Linz, 1827, p. 179. 

*) Naturgeschichte der* schädlichen Insecten in Bezug auf Landwirthschaft und Forstcultur, 
Wien, 18.37, p. 282. 

') Entomologie für Gärtner und Gartenfreunde, Leipzig, 1871, p. 475. 

4) Die unseren Culturpflanzen schädlichen Insecten, Wien, 1871, p. 67. 

*j The Pear-tree Chermes (Gardener's Chronicle, II, 1842, p. 156). 

•) The Bud-blight Insect (Proc. Amer. Ass. for the Adv. of Sc. 28. Meeting Saratoga Springs 
N. Y., Aug. 1879, Salem, 1880, Vol. XXVITI, p. 478). 

20* 



156 



Franz Low. 



dass beide Autoren nicht diese Art, sondern die Ps. pyricola Pstr. vor sich 
gehabt, sie aber irrthümlich für jene gehalten haben. 

Bei der Bestimmung der drei hier in Rede stehenden Birnbaum-Psylliden 
ist hauptsächlich auf folgende Merkmale zu achten: 

1. (2.) Länge bei geschlossenen Flügeln bis zur Flügelspitze cT mindestens 

3"7 mm., Q mindestens 4 mm. Vorder- und Hinterflügel glashell, ohne 
Flecken, nur das Pterostigma manchmal etwas röthlich oder bräun- 
lich. Zange des cf (von der Seite gesehen) gerade, 74™al so lang als 
die Genitalplatte, ebenso breit oder beinahe noch etwas breiter als 
diese, bis zur Spitze fast gleichbreit und dann kurz zugespitzt, 

Psylla pyrisuga Fstr. 

2. (1.) Länge bei geschlossenen Flügeln bis zur Flügelspitze cf höchstens 

3*5 mm., 9 höchstens 3-7 mm. Vorderflügel entweder blass weingelb 
oder glashell und in der Mitte der Zellen mit mehr oder weniger deut- 
lichen, gelblichen, bräunlichen oder schwärzlichen Schatten besonders 
nach dem Spitzenrande hin; Spitze des Clavus schwarz, vor derselben 
(d. i. in der hinteren Basalzelle) meist ein schwärzlicher, kleiner Flecken 
oder Wisch. Im Hiuterflügel die Clavusspitze ebenfalls schwarz, manch- 
mal der ganze Clavus schwärzlich. 

3. (4.) Stirnfortsätze (bei licht gefärbten Exemplaren) entweder ganz weiss, 

gelblich- oder grünlichweiss, oder vor der Spitze mit einem bräun- , 
liehen Ringe, oder (bei dunkel gefärbten Exemplaren) rothbraun oder 
schwarzbraun, oben in der Mitte mit einem grossen, gelben oder röth- 
lichgelben Flecken und nur an der äussersten Spitze punktförmig weiss 
oder gelb. Vorderflügel (bei licht gefärbten Exemplaren) mit gelb- 
lichem Schimmer in den Zellen, namentlich gegen die Flügelspitze 
hin, und mit gelben oder sehr blassbräunlichen Nerven, (bei dunkel 
gefärbten Exemplaren) mit bräunlichen, grauen oder schwärzlichen 
Schatten in den Zellen und mit braunen oder schwarzbraunen Nerven. 
Zange des cf (von der Seite gesehen) fast so lang als die Genital- 
platte, schmal, scharf zugespitzt, sichelförmig, mit der Spitze nach 
vorn gebogen, vorn an der Basis mit einer vorspringenden Ecke, 

JPsylla pyri Liu. 

4. (3.) Stirnfortsätze an der Spitze bis fast zu Vs ihrer Länge weiss oder 

gelb, an der Basis rothbrauu, welche Farbe nach vornehin allmälig 
in Roth übergeht. Vorderflügel sammt ihren Nerven (auch bei den 
sehr dunkel gefärbten Individuen) blass weingelb, an der Basis etwas 
heller als an der Spitze, ohne bräunliche oder schwärzliche Schatten 
in den Zellen. Zange des (von der Seite gesehen) 2/3 mal so lang, 
aber deutlich schmäler als die Genitalplatte, gerade, bis zur Mitte 
nahezu gleichbreit, dann allmälig scharf zugespitzt, 

Psylla jyyricola Fstr. 



Neue Beiträge zur Kenntniss der Psylliden. 



157 



Nach J. Scott soll auch Psylla simulans Fstr. auf dem Birnbäume vor- 
kommen. Ich fand diese Art bisher nur auf dem Apfelbaume zugleich mit 
Ps. pyricola. Sie scheint noch seltener als Ps. injri L. zu sein und ist bis jetzt 
überhaupt nur bei Aachen in Rheinpreussen, bei Pressbaum in Nieder- Oester- 
reich und bei Lee in England gefunden worden. Die wesentlichsten Merkmale, 
durch welche sie sich von Ps. pyri, der sie am nächsten steht, unterscheidet, 
sind folgende: Vorderflügel glashell, nicht gelblich, selbst bei den noch ganz 
licht gefärbten Individuen mit bräunlichen oder schwärzlichen Schatten in den 
Zellen; die Clavusspitze in grösserer Ausdehnung schwarz und in der hinteren 
Basalzelle längs der ganzen Clavusnaht ein bräunlicher oder schwärzlicher Wisch. 
Zange des wie bei Ps. x>yricola, nur ein wenig breiter. In der Grösse, Länge 
der Fühler, Färbung der Flügelnerven und der Stirnfortsätze stimmt sie mit 
Ps. pyri überein. Sie hat auch eine ähnliche Körperfärb iing, erscheint aber 
bunter, weil die lichten Linien und Säume, welche die dunklen, braunen oder 
schwarzen, roth eingefassten Flecken und Striemen der Oberseite des Kopfes 
und des Thorax von einander trennen, viel heller sind als bei Ps. pyri. 

Psylla ledi Flor. 

Da Dr. Flor (Rhynch. Livl., II, 1861, p. 473) von dieser Art nur das 
Weibchen beschrieben hat, so mache ich hier die Merkmale des Männchens 
bekannt: 

Die Genitalplatte gerade, an der Spitze etwas nach hinten geneigt, ohne 
seitliche Fortsätze oder Erweiterungen. Zange (von der Seite gesehen) gerade, 
^' 4 mal so lang, aber nur halb so breit als die Genitalplatte, fünfmal so lang 
als breit, an der Basis kaum breiter als an der Spitze. 

Amhlyrhina maculata u. sp. 
(Taf. VI, Fig. 2-3.) 

Caput et thorax supra sordide flava, %)unctis et striis brunneis, infra 
nigra, metathorax infra et lateribus rufescenti-flavus; ubdomen totum nigrmn, 
segmentis rubro-marginatis. Processus frontales nigri, in summo apice flavi, 
conici apice obtuso, vertice Ys hreviores. Antennae capite et thorace simul 
sumptis paulo longiores, flavae, articulis 5 et 6 apice, 7 — 10 totis nigris. Elytra 
fere hyalina, nervis pdllide brmineis, apicem versus nigris; margine posteriore 
inter ramos furcales maculis tribus et in cellula discoidali vitta lata flavo- 
hrunneis. Forceps flava, apice nigra, aeque lata, dimidia longitudine laminae 
genitalis, vix retrorsum curvaia, apice oblique truncata. Valvulae genitales 9 
robustiores, abdomine breviores. — Long, usque ad apicem elytrorum 
2 8 mm., 9 3 2 mm. 

Habitat in Hungaria (G, v. Horvätji). 

Kopf und Thorax oben schmutziggelb; ersterer mit feiner, schwarzer 
Längsfurche in der Mitte und mit braunen Flecken auf den zwei Eindrücken. 



158 



Franz Low. 



Pronotum mit sechs braunen Punkten in gleichen Abständen von einander. 
Dorsulum mit zwei braunen Längsstriemen und schwarzen Seitenecken. Me so- 
tt otum mit fünf braunen Längsstriemen. Die Unterseite des Kopfes, des Pro- 
und Mesothorax sammt den Hüften der Vorder- und Mittelbeine schwarz und 
schwach weisslich bereift. Metathorax unten und an den Seiten, sowie die 
Hüften der Hinterbeine gelb oder röthlichgelb, die beiden Hüftendorne schwarz. 
Stirnfortsätze schwarz, an der äussersten Spitze gelb. Fühler gelb; die 
Glieder 5 und 6 an der Spitze, 7—10 ganz schwarz. Beine gelb; die Schenkel 
und Schienen in der Mitte mehr oder weniger ausgebreitet braun oder schwarz; 
die Tarsen schwach geröthet. Abdomen schwarz; die Seiten und Hinterränder 
der Segmente beim cT sehr schmal, beim 9 etwas breiter roth gesäumt; Geni- 
talsegment und Genitalplatte des cf schwarz; Zange gelb mit schwarzer Spitze; 
Genitalplatten des Q braun, an der Basis und Spitze schwarz. Vorderflügel 
massig derb, beinahe glashell, mit blassbraunen, nach ihren Enden hin schwarzen 
Nerven; am Hinterrande zwischen den vier Zinken drei gelbbraune, länglich- 
dreieckige Flecken und in der Discoidalzelle ein gelbbrauner Wisch, welcher fast 
so lang und breit als diese Zelle ist; an der Clavusspitze ein schwarzer Strich. 
Hinter flügel glashell mit farblosen Nerven. 

Kopf etwas breiter als der Thorax; dieser oben sehr flach convex. Scheitel 
flach, halb so lang als breit, hinten sehr schwach ausgeschnitten, vorn stumpf- 
winkelig. Stirnfortsätze kegelförmig, mit stumpf abgerundeter Spitze, unge- 
fähr 2/3 mal so lang als der Scheitel, gerade nach vorn gerichtet. Fühler sehr 
dünn, etwas länger als Kopf und Thorax zusammen. Pronotum und Dorsulum 
gleichlang, zusammen kaum länger als der Scheitel; ersteres vorn etwas aus- 
gebogen, hinten fast gerade. Vorderflügel fast dreimal so lang als an der 
breitesten Stelle breit, in der Basalhälfte am breitesten, nach der Spitze hin 
allmälig etwas verschmälert ; der Eadius reicht bis nahe an die Flügelspitze, in 
welche die vierte Zinke mündet; der Stiel der Cubitalzelle nur V3 mal so lang 
als das Discoidalstück der Subcosta; die beiden Randzellen ziemlich klein und 
von nahezu gleicher Grösse. Hinterflügel nur wenig kürzer als die Vorderflügel. 
Genitalplatte des etwas länger als das Genitalsegment, ohne Fortsätze 
oder Erweiterungen, mit der Spitze etwas nach hinten geneigt. Zange ungefähr 
halb so lang als die Genitalplatte und ungefähr zweimal so lang als breit, durchaus 
gleichbreit, vorn schwach ausgebogen, hinten dem entsprechend ausgeschnitten, 
an der Spitze derart schief abgestutzt, dass ihr Vorderrand ein wenig länger als 
ihr Hinterrand ist. Genitalplatten des 9 ungefähr Vs mal so lang als die 
vorhergehenden Abdominalsegmente zusammen, ziemlich kräftig. 

Diese ausgezeichnete Art, welche besonders in der Form und Nervation 
der Flügel der ÄmUyrhina cognata F. Lw. am nächsten steht, sich von dieser aber 
durch eine andere Färbung, längere Stirufortsätze und auch in der Körpergrösse 
unterscheidet, verdanke ich dem Herrn Dr. G. v. Horväth, welcher sie am 
31. März 1884 in der Nähe von Budapest auf den Sandhaiden von Rakös-Palota j 
fand. Ihre Nährpflanze ist noch unbekannt. In der Färbung der Flügel ist siel 
der Ärytaina genistae Latr. sehr ähnlich, aber nicht in der Flügelform. 1 



Neue Beiträge znr Kenntniss der Psylliden. 



159 



Flavia vicina n. sp. 

Viridis vel flava; caput et tliorax supra rubro- vel hrunneo- vel rufo- 
variegata, infra punctis et lineölis nigrescentihus ; dbdomen supra et nonnun- 
quam infra fasciis transversis fiiscis vel fere nigris. Processus frontales conici, 
apicem versus parum attenuati, ohtusi, vertice paulo breviores. Elytra pallide 
flavo-brunnescentia, basi pallidiora, apice paulo obscuriora, nervis concoloribus; 
cellulae marginales angustae, basi acutangulares, petiolus secundae perparum 
curvatus; ramus furcalis primus valde obliquus, secundus fere rectus. Forceps 
angusta, fere recta, lamina genitali angustior et paulo brevior, latitudine sua 
fere quinquies longior, apicem versus vix attenuata. — Long, usque ad apicem 
elytrorum <^ 3 mm., Q 3'26mm. 

Habitat in Cytiso radiato in Carinthia (F. Then). 

Grün oder gelb; auf dem Kopfe und Pronotum und auch an den Seiten 
des Thorax meist mit grauem Anfluge. Scheitel in der Mitte und manchmal 
auch an den Seiten röthlich. Stirnfortsätze gelb, grün oder bräunlichgelb. 
Pronotum an den Seiten mit zwei röthlichen oder braunen Punkten. Dor- 
sulum und Mesonotum grün, gelb oder röthlichgelb, ersteres mit zwei Flecken, 
letzteres mit vier breiten Striemen, welche entweder roth, oder braun, oder röth- 
lichbraun sind. Unterseite vom Kopf und Thorax grün oder gelb, in den Ein- 
schnitten mit schwärzlichen Linien und Fleckchen. Abdomen grün oder gelt, 
entweder blos oben, oder manchmal auch unten mit mehr oder weniger breiten, 
braunen oder fast schwarzen Querbinden auf den Segmeuten. Augen rothbraun. 
Ocellen roth. Fühler in der Endhälfte schwarz; die beiden Basalglieder gelb; 
die drei ersten Geisseiglieder bräunlichgelb, an der Spitze schwarz, Beine gelb^ 
die Tarsen schwach gebräunt. Vorderflügel und deren Nerven durchaus gelb- 
bräunlich gefärbt, an der Basis lichter, nach der Spitze hin allmälig dunkler. 

Kopf ein wenig breiter als der Thorax. Scheitel nicht ganz halb so 
lang als hinten breit, vorn in der Mitte stumpfwinkelig, IV2 iiial so lang als 
das Pronotum. Stirnfortsätze konisch, ein wenig kürzer als der Scheitel, 
nach ihrem Ende hin wenig verschmälert und daselbst stumpf abgerundet. 
Fühler ^/^uidA so lang als die Vorderflügel. Dorsulum kaum länger als das 
Pronotum, 2/4 mal so lang als das Mesonotum. Vorderflü gel beinahe dreimal 
so lang als breit, von der Mitte der vorderen Basalzelle an gleichbreit, mit fast 
halbkreisförmig abgerundeter Spitze ; der Stiel der zweiten Randzelle sehr wenig 
gebogen, l'/jmal so lang als diese Zelle, welche sehr schmal ist; die erste Zinke 
sehr schief, die zweite kaum gebogen; auch die erste Kandzelle schmal und an 
der Basis sehr spitzwinkelig. Genital platte des ohne Fortsätze oder Er- 
weiterungen, nur wenig länger als das Gunitalsegment, fast gerade, nur mit ihrer 
Spitze ein wenig nach hinten geneigt. Zange schmäler und ein wenig kürzer 
als die Genitalplatte, beinahe fünfmal so lang als breit, an der Spitze wenig 
schmäler als an der Basis, sehr schwach nach hinten gekrümmt. Genital- 
platten des 9 so lang als die vorhergehenden Abdominalsegmente zusammen, 
scharf zugespitzt, sehr kräftig; die obere nur wenig länger als die untere. 



160 



Franz Low. 



Diese durch ihre schmalen Randzellen der Vorderflügel und durch die 
sehr schiefe erste Zinke ausgezeichnete Art erhielt ich durch die Güte des Herrn 
Prof. F. Theu, welcher sie bei Raibl in Kärnten gleichzeitig mit Floria vitti- 
pennella Reut, auf Cytisus radiatus Koch fing. 

Subfamilie Prionocnemina. 
Carsidara Diigesii n. sp. 
(Taf. VI, Fig. 4—10.) 

Flava; thorax supra hrunneus, striis ßavis ornatus; ahdomen flavum, 
supra vel fasciis transversis vel maculis lateralibus hrunneis. Caput thorace 
angustius, infra torulis duöbus longitudinalibus, deplanatis ; Vertex horizon- 
talis, medio hrevior quam lateribus; clypeiis hemisphaericus; antennae capite 
et thorace simul sumptis dimidio longiores, flavae, articulis 3—8 apice, 9 et 10 
totis nigris. Pedeslongi, flavi; femora antice vitta longitudinali fusca; tibiae 
posticae basi externe denticiüo paulo curvato armatae. Elytra membranacea, 
hyalina, oblongo - ovata, apice fere rectangulariter acuminata, ad marginem 
posteriorem inter ramos furcales 2, 3 et 4 lineolis dudbus abbreviatis, fuscis, 
nervis flavescentibus, apicem versus brunnescentibus vel fuscis; cellula margi- 
nalis secunda prima multo major; ejus petiolus rectus; petiolus cellulae cubi- 
talis parte discoidali subcosfae brevior; inter radium et basin cellulae margi- 
nalis secundae nervus transversus subtilissimus ; pterostigma nullum. Laminae 
genitalis cf pars basalis postice dilatata; forceps recta, apice obtusa et paulo 
dilatata; in w argine superiore segmenti genitalis inter laminam genitalem et 
forcipem utrinque Processus dentiformis anfror sum paulo curvatus. Valvulae 
genitales Q fere longitudine abdominis, dimidio basali fere aeque latae, dimidio 
apicali angustae, sensim acuminatae et paulo sursum curvatae; superior in 
medio gibbo pilis longis curvatis instructo. — Long, usque ad apicem elytrorum 
4-4-3 mm., Q 4-4— 4-6 mm. 

Eabitat in Mexico in planta malvacea (A. Duges). 

Gelb; die zwei dreieckigen Eindrücke des Scheitels und das Pronotum 
der Quere nach, in der Mitte brauu; das Dorsulum und Mesonotum braun; auf 
ersterem der Hinterrand schmal gelb gesäumt, in der Mitte eine schmale, gerade 
Längsstrieme und an jeder Seite eine hinten abgekürzte, schief nach innen laufende 
Strieme gelb; auf dem Mesonotum der Vorder- und Seitenrand gelb gesäumt, 
in der Mitte fünf schmale, gelbe Längsstriemen, von welchen die mittlere ganz 
durchlaufend ist, die beiden äusseren vorn und die beiden dazwischen liegenden 
hinten abgekürzt sind. Schildchen in der Mitte brann. Augen braunroth; 
Ocellen hellroth. Fühler gelb; die Geisseiglieder 1 — 8 an der Spitze schwarz, 
welche Färbung sich an jedem folgenden Gliede mehr ausbreitet als am vorher- 
gehenden, die beiden Endglieder ganz schwarz. Schnabel gelb, an der äussersten 
Spitze schwarz. Beine gelb; die Schenkel an der vorderen Seite mit einer 
braunen oder schwarzbraunen, schmalen Längsstrierae; die Schienen der Vorder- 



Neue Beiträge znr Kenntniss der Psylliden. 



161 



und Mittelbeine au der Spitze mehr oder weniger stark gebräunt; die Tarsen- 
glieder entweder nur an der Spitze oder ganz braun. Vorder flügel glashell; 
deren Nerven gelb, nach ihren Enden hin mehr oder minder dunkelbraun. 
Hinterflügel glashell, mit sehr zarten, kaum sichtbaren Nerven. Abdomen 
gelb, oben entweder mit braunen, breiten Querbinden oder nur mit braunen 
Flecken an den Seiten der Segmente; beim die Spitzen der Zange, beim Q 
die Spitzen der Genitalplatten braun. Den Individuen, welche noch nicht aus- 
gefärbt sind, fehlt die braune Zeichnung des Thoraxrückens entweder ganz oder 
zum Theile. 

Kopf etwas schmäler als der Thorax, von der Seite gesehen beinahe vier- 
eckig, vorn wenig niedriger als hinten. Scheitel horizontal, mit zwei drei- 
eckigen Eindrücken ; jedes der beiden Scheitelfelder hat die Form eines Kreis- 
abschnittes, dessen Seitenecken schief (in der Richtung nach dem Mittelpunkte 
des Kreises) abgestutzt sind; sie stossen in der Mitte des Kopfes mit einer ihrer 
kürzeren Seiten derart zusammen, dass ihre krummen Seiten den Hinter- und 
Seitenrand des Scheitels bilden; der Scheitel ist deshalb an den Seiten länger 
als in der Mitte, wodurch die vordere Ocelle sehr nahe an die zwei hinteren 
Ocellen gerückt ist. Augen von gewöhnlicher Grösse, über die Seiten des Kopfes 
vorstehend, hinten von Nackenstücken gestützt, welche oben trapezoidförmig, 
unten nach vorn rundlich erweitert sind und mit dieser Erweiterung in einen 
Ausschnitt der Augen passen. Stirn forts ätze fehlen; die Unterseite des Kopfes 
hat blos zwei flache, fein behaarte Läugswülste und ist zwischen diesen von der 
vorderen Ocelle bis zum Clypeus flach rinnenförmig vertieft. Clypeus halb- 
kugelförmig über das Gesicht vorragend. Schnabel lang; der aus der Brust 
vorragende Theil desselben ein wenig länger als die Hälfte der Vorderschienen ; 
sein Endglied sehr lang und schlank, an der Spitze etwas verdickt. Fühler 
ungefähr V/2Tai&\ so lang als der Kopf und Thorax zusammen, sehr fein und kurz 
behaart; das zweite Basalglied zweimal so dick als die Geisseiglieder, das erste 
noch etwas dicker, jedes etwa zweimal so lang als dick, beide zusammen so lang 
oder etwas länger als das zweite Geisselglied; das erste V/^ma.], die zwei letzten 
zusammen ^/^ mal und die übrigen Geisseiglieder eben so lang als das zweite. 
Thorax oben der Länge nach sehr wenig, quer ziemlich stark convex, Pro- 
notum beinahe horizontal, in der Mitte so lang als die mittlere Länge des 
Scheitels, an den Seiten etwas länger. Dorsulura ungefähr dreimal so lang 
als das Pronotum, nach vorn eben so weit als nach hinten ausgebogen, so dass 
eine Linie, welche die beiden Seitenecken desselben verbindet, gerade in der 
Mitte liegt. Beine fein behaart, verhältnissmässig lang; die Schienen derVorder- 
und Mittelbeine durchaus gleich dick, die der Hinterbeine nach dem Ende hin 
allmälig verdickt, daselbst mit einem Kranze von kleinen, schwarzen Dörnchen 
und an der Basis au?sen mit einem kurzen spitzen, etwas gekrümmten Zahne. 
Vorderflügel häutig, 2^/im&\ so lang als breit, länglich-eiförmig, am Ende 
beinahe rechtwinkelig zuge.-pitzt; die Subcosta ist etwas wellig gebogen, läuft 
an ihrem Ende eine kurze Strecke sehr nahe am Vorderrande und mit diesem 
parallel und mündet in denselben etwas ausserhalb seiner Mitte; der Stiel der 

Z. B. Ges. B. XXXVI. Abb. 21 



162 



Franz Low. 



Cubitalzelle kürzer als das Discoidalstück der Subcosta; der Stiel der zweiten 
Randzelle ganz gerade, beinahe in der Mittellinie des Flügels liegend; der Radius 
von seiner Basis bis zur Basis der zweiten Randzelle gerade und fast parallel 
mit dem Stiele dieser Zelle, dann unter sehr stumpfem Winkel nach vorn ge- 
brochen und beinahe in der Mitte zwischen der Flügel- und der Subcosta-Spitze 
in den Rand mündend; die vierte Zinke ist schwach gebogen und erreicht ein 
wenig hinter der Flügelspitze den Rand; die dritte gerade und I74 — Vl2^^^ so 
lang als der Rand der zweiten Randzelle; diese viel (3— 4 mal) grösser als die 
erste; von der Basis der zweiten Randzelle zieht sich in gleicher Richtung mit 
der dritten Zinke eine sehr feine, nur bei einer gewissen Beleuchtung sichtbare 
Querader zum Radius ; am Hinterrande des Flügels befindet sich in der Cubital- 
und in der zweiten Randzelle je ein Nervenstrichel. Genitalplatte des ^ 
etwas kürzer als das Genitalsegment, gerade, in der oberen Hälfte (von der Seite 
gesehen) gleichbreit und nicht viel breiter als die Zange, in der Basalhälfte nach 
hinten in einen viereckigen, an den Ecken abgerundeten Lappen beiderseits 
erweitert. Zange "^/^m^A so lang als die Genitalplatte, fast gerade, an der Basis 
und Spitze etwas breiter als in der Mitte, mit etwas schief nach vorn hin ab- 
gerundeter Spitze; zwischen der Genitalplatte und der Zange erhebt sich vom 
Rande des Genitalsegmentes beiderseits ein dreieckiger, kleiner Fortsatz, dessen 
Spitze etwas nach vorn gebogen, und dessen Höhe ungefähr gleich der des 
Fortsatzes der Genitalplatte ist. Genitalplatten des 9 beinahe so lang als 
alle vorhergehenden Abdominalsegmente zusammen, beide bis ungefähr zur Mitte 
fast gleichbreit, dann plötzlich verschmälert und allmälig zugespitzt, deren 
Spitzen etwas aufwärts gebogen; die obere in der Mitte mit einem rundlichen, 
langbehaarten Höcker; die untere durchaus fein behaart und mit einigen län- 
geren Haaren besetzt. 

Nymphe gelb, linsenförmig niedergedrückt, oben und unten flach convex, 
am Rande abgerundet. Ihr Kopf nicht breiter als der der Imago. Augen über 
die Seiten des Kopfes vorspringend, braunroth. Fühler zehngliederig, am Vor- 
derrande des Kopfes neben den Augen sitzend, Vs^^l so lang als der Leib, gelb; 
alle Geisseiglieder an der Spitze schwarz. Beine ziemlich lang, gelb ; die Schienen 
und die Tarsenglieder an der Spitze braun. Flügelscheiden fast bis zum Hinter- 
rande des zweiten Abdominalsegmentes reichend, schmal, stumpf zugespitzt, 
bleich, etwas transparent, in der Mitte mit einer braunen, zackigen Querbinde. 
Thoraxrücken vorn zwischen den Scheiden der Vorderflügel mit zwei braunen, 
dreieckigen Punkten und hinter der Basis der Flügelscheiden mit zwei halb- 
mondförmigen braunen Flecken. Abdomen länglichrund, auf den drei letzten 
Segmenten oben mit hakenförmigen braunen Zeichnungen; über die Mitte der 
Oberseite des Abdomens zieht sich fast bis zur Mitte des Thoraxrückens eine 
Längsreihe kleiner, hellrother Flecken, welche aus Punkten zusammengesetzt 
sind. — Diese Nymphe ist den Nymphen der Psylla-Avten sehr ähnlich, hat 
aber einen viel schmäleren Kopf und schmälere Flügelscheiden. 

Diese Psyllide ist in Mexico zu Hause, wo sie auf einer Malvacee lebt. 
Sie wurde dort von Herrn Dr. Alfred Duges entdeckt, welchem zu Ehren ich 



Neue Beiträge zur Kenntniss der Psylliden. 



163 



sie Carsidara Dugesii benannt habe. ^) Bisher war von der Gattung Carsidara 
Wik. nur eine Art bekannt, nämlich C. marginalis Wik. von Celebes, welche 
von der oben beschriebenen in der Färbung, in der Nervation der Flügel und 
in der Form der Genitalien verschieden ist. 



Subfamilie Triozina. 

Trioza trisignata F. Lpr, 

Im Jahre 1877 wurde von mir in den Verhandl. d. k. k. zool.-botan. 
Gesellsch., Bd. XXVII, p. 150—151, Taf. VI, Fig. 14a— & unter dem Namen 
Trioza tripimctata eine neue europäische Art veröflFentlicht, welche sich nicht 
nur durch ihre Flügelform, die einem Kreisabschnitte nahekommt, sondern auch 
durch die Kleinheit und Form ihrer Randzellen auszeichnet. Im Jahre 1883 
erhielt ich durch die Güte des Herrn Prof. C. V. Riley einige Exemplare der- 
jenigen Psyllide, welche Asa Fitch in Fourth Report of the State Cabinet of 
Natural History, Albany, 1851, p. 64 unter dem Namen Psylla tripunctata 
beschrieben hatte. 

Die Untersuchung ergab nun, dasg diese amerikanische Art ebenfalls eine 
Trioza ist und fast genau dieselben plastischen Merkmale an sich trägt W'ie 
die, welche ich oben von meiner Art angegeben habe, und auch sonst dieser 
sehr nahe steht, dass sie aber in der Färbung des Leibes und der Flügel von 
ihr sehr verschieden und daher mit ihr nicht identisch ist. 

Da zwei gleiche Speciesuamen in einer Gattung nicht zulässig sind und 
der von Asa Fitch gegebene in diesem Falle die Priorität hat, so ändere ich 
den Namen meiner Art und nenne sie Trioza trisignata. Die Synonymie dieser 
beiden Arten ist nun folgende: 

Trioza tripunctata A. Fitch (1851). 

Psylla rubi Walsh et Riley, Amer. Entom., I, 1868, p. 225.2) 
Trioza trisignata F. Low. 

Trioza tripunctata F. Low (1877) nec A. Fitch. 

Neue Fundorte der letzteren Art sind: Charente und Lamalou in Frank- 
reich (Coli. Puton), Insel Lesina in Dalmatien (Coli. Horväth), Strazzano in 
Ligurien (Ferrari). 

Die obgenannteu zwei Trioza- krto^n sind ein neuer Beweis für die nahe 
Verwandtschaft der nordamerikanischen Insectenfauna mit der europäischen. 
Beide leben auf Rubus und gleichen sich sehr in den plastischen Merkmalen. 

') Ich verdanke diese Art dem Herrn J. Lichte nstein in Montpellier, welcher so freund- 
lich war, mir mehrere Exemplare davon zur Beschreibung zu überlassen. 

*) Vergl. C. V. Riley, Notes on North American PsylUdae (Procced. Biolog. See. Washington, 
Vol. II, 1882—1884, p. 67). 

21* 



164 



f r a n z L Ö w. 



Trioza centranthi ValJ. 
(Taf. VI, Fig. 12.) 

Am 31. Mai 1885 fand Herr M. Müll n er in der Nähe von Marchegg 
in Nieder- Oesterreich mehrere missbildete Exemplare von Valerianella ölitoria 
Poll, und war so freundlich, sie mir zu übergeben. Einige dieser Pflanzen waren 
ganz, andere dagegen nur zum Theile in rundliche Knäuel von gelbgrünen, 
missbildeten Blättern und Blüthen umgewandelt, welche von den Erzeugern 
dieser Deformation, den Larven der Trioza centranthi Vall., reichlich besetzt 
waren. Aus diesen Larven entwickelten sich vom 4. Juni an die Imagines, 
welche schon nach wenigen Tagen in Copula traten und hierauf auch Eier 
legten, welche weiss waren und von den Weibchen meist reihenweise und senk- 
recht an die Blätter geklebt wurden. Dieselbe Beobachtung machte ich an einem 
Zweigleiü von Centranthus ruher DC, welches ich am 12. Juli v. J. von Herrn 
P. M. Ferrari aus Genua erhielt, und an welchem die Blätter durch die ob- 
genannte Trioza missbildet waren. Die Imagines entwickelten sich auf diesem 
Zweiglein vom 13. bis 21. Juli und legten in den letzten Tagen desselben 
Monates ihre Eier ab. 

Aus diesen Thatsachen könnte man wohl die Vermuthung schöpfen, dass 
die Trioza centranthi in demselben Jahre noch eine zweite Generation haben 
müsse. Da das oberwähnte Eierlegen sich aber unter ganz unnatürlichen Ver- 
hältnissen, in dem engen Eaume eines Glascylinders, in abgeschlossener Luft 
und bei ungenügender Nahrung vollzog, so bleibt die Richtigkeit einer solchen 
Vermuthung immerhin fraglich. Ja, ich bezweifle sie sogar, wenigstens in so 
weit, als Central-Europa dabei in Betracht kommt; denn zu derselben Zeit, als 
ich die Larven auf dem erwähnten Cen^ran^/ms-Zweiglein in Zucht hatte, erzog 
ich diese Trioza- Art auch auf deformirten Exemplaren von Valerianella dentata 
Poll., welche ich bei Gloggnitz in Nieder- Oesterreich fand und sammt der Erde, 
in welcher sie wuchsen, in Blumentöpfe setzte, wo sie ohne Störung weiter 
gediehen, konnte aber auf diesen frischen, grünenden Pflanzen, welche ich in 
der freien Luft stehen Hess, weder eine Copula, noch ein Eierlegen dieser Thiere 
beobachten, trotzdem und 9 zahlreich darauf vorhanden waren. 

In Süd-Europa, wo die Imagines der Trioza centranthi sich schon An- 
fangs Mai entwickeln und die kalte Jahreszeit viel später eintritt als in unseren 
Gegenden, könnte diese Trioza eher zwei Generationen in einem Jahre haben, 
da auch die Pflanze ( Centranthus ruher), welche sie dort bewohnt, perennirend 
ist und von den ersten Frühlingstagen an bis zum Eintritt der kalten Jahres- 
zeit fortwährend grünt und neue Stengel treibt, und auch Vallot's Angabe,') 
dass die Larven dieser Trioza bei Dijon in Frankreich vom Mai bis September 
auf Centranthus angustifolius DC. anzutreffen sind, spricht für mehr als eine 
Generation. In Mittel Europa dagegen, wo sie auf die Valerianella- Arten, also 



■) Memoires acad. sc. artb et bellet-lettres de Dijon, 1828—1829, p. 106. 
\ 



Nene beitrage zur Keuntniss der Psylliden. 



165 



auf einjährige Pflanzen angewiesen ist, die nur eine kurze Vegetationsperiode 
haben, erscheint die Entwicklung einer zweiten Generation in demselben Jahre 
fast unmöglich. Da von den noch im Herbste aus Samen hervorgehenden Vale- 
r ianella- Vü&uzchen über den Winter alle oberirdischen Theile absterben, so 
müssen die Imagines dieser Trioza hier überwintern, weil sie erst wieder im 
Frühliuge neue Triebe und Blätter von Valerianella finden, welche zur Ablage 
ihrer Eier geeignet sind; sie müssen aber auch in Süd-Europa überwintern, denn 
auch bei Centranthus sterben während der kalten Jahreszeit die grünen, ober- 
irdischen Theile ab und kommen erst im Frühlinge wieder neue Triebe aus der 
Wurzel. 

Da ich bei der Aufzucht der Trioza centrantlü in Gläsern auf abge- 
schnittenen Theilen ihrer Nährpflanzen immer nur lichtgefärbte Imagines erhielt, 
bei welchen höchstens der Thorax eine röthlichbraune, mehr oder weniger dunkle 
Färbung zeigte und auch die vorhandenen Typen von Trioza Neilreichii Frfld. 
(= centranthi Vall.) sehr licht gefärbt sind, so war ich bisher der Meinung, 
dass diese Trioza überhaupt keine ganz dunkle Färbung annimmt. Diese An- 
sicht erwies sich jedoch als eine irrige; denn alle Imagines, welche sich auf 
den oben erwähnten, von mir in Blumentöpfen gepflanzten Exemplaren von 
Valerianella dentata Poll, entwickelt und während ihres Larvenstadiums auf 
diesen in voller Vegetation befindlichen Pflanzen reichliche und stets frische 
Nahrung gefunden hatten, nahmen nach und nach, aber schon nach Verlaiif 
von kaum einer Woche, eine fast ganz schwarze Färbung an. 

Ich habe nun diese Individuen mit allen übrigen schwarz gefärbten Triozen 
verglichen und gefunden, dass sie mit den typischen Exemplaren von Trioza acuti- 
pennis Fstr. (= angulipennis Put.) in allen Merkmalen übereinstimmen. Die 
Synonymie dieser Art ist demnach folgende: 

^Trioza centranthi Vallot (1829). 

acutipennis Förster (1848) nec Zett., nec Flor. 
Neilreichii Frauenfeld (1864). 
fediae (Fstr.) Kaltenbach (1874). 
angulipennis Puton (1875). 

Edm. Andre hat (Ann. soc. ent. France [5], T. VIII, 1878, p. 77—83, pl. 1) 
von ihr wohl eine ausführliche Beschreibung, aber keine guten Abbildungen 
gegeben, namentlich sind die Larve und die Details der Iraago von ihm nicht 
naturgetreu gezeichnet worden. 

Diese Trioza lebt auf verschiedenen Valerianeen, deren Blätter und Blüthen 
durch ihre Larven deformirt werden. Die von diesen besetzten Blätter wachsen 
mehr in die Breite als in die Länge, krümmen sich oder rollen sich ganz oder 
zum Theile ein und verändern ihre Consistenz und Farbe. Bei den Blüthen 
hingegen tritt Vergrünung aller Theile ein, und ist es vornehmlich der Kelch, 
welcher durch diese Larven die stärkste Deformation erfährt; es wachsen näm- 
lich die Zipfel desselben, welche bei diesen Pflanzen im normalen Zustande nur 
klein und unansehnlich sind, in breite, blattartige Gebilde aus. Da zugleich 



166 



Franz Low. 



auch meist alle Achsen eines befallenen Blüthenstandes sehr kurz bleiben, so 
sind die missbildeten Blüthen zu Knäueln oder Schöpfen mehr oder weniger 
dicht zusammengedrängt. 

Diese Deformationen waren schon viel früher bekannt als die Psyllide, 
welche sie hervorruft. C. Bau hin führt sie schon 1623 in seinem „Pinax", 
Lib. IV, Sect. VI, p. 165, XIX & unter dem Namen „Valeriana abortiva, floris 
explicatione ah insectis prohibita^' auf, und Schrank erwähnt sie von Valeriana 
locusta L., ^) unter welchem Namen aber bekanntlich mehrere Valerianella- 
Arten, wie V. olitoria Poll., dentata Poll. u. a. vermengt sind. J. N. Vallot, 
welcher den Erzeuger derselben zuerst beschrieb, fand sie auf Centranthus an- 
gustifolius DC. und wusste bereits (1. c. p. 107), dass auch Valerianella olitoria 
Poll, von derselben Trio^a- Axt in gleicher Weise deformirt wird. G- v. Frauen- 
feld führt solche Deformationen (Verhandl. d, k. k. zool.-botan. Gesellsch. Wien, 
Bd. XIV, 1864, p. 689) von Valerianella dentata Poll, an, und L. Nicotra 
beschreibt sie (Nuova Giorn. botan. ital, Vol. XII, 1880, p. 49) von Fedia cornu- 
copiae L. aus Messina. 

Prof. A. Kerner hatte die Güte, mir mitzutheileu, dass er bei Trins im 
Gschnitzthale in Tirol in 1300 m. Seehöhe solche Deformationen auch auf Vale- 
rianella carinata Lois. fand und dabei die interessante Beobachtung machte, 
dass dieselben einen Baldrian-Geruch hatten, welcher aber beim Trocknen ver- 
schwand. Es ist dies der erste beobachtete Fall, dass durch den Einfluss eines 
Cecidozoons der Geruch einer Pflanze verändert wird. 

Das Vorkommen der Trioza centranthi Vall. wurde beobachtet in Frank- 
reich : Cöte d'Or (V a 1 1 o t, A n d r e), Bourgogne ( A n d r e), Nizza, Monaco (Lichten- 
stein), in Italien: Genua (Ferrari), Messina (Nicotra), in Deutschland : Aachen 
(Förster, Kalt enbach), Westphalen (Westhoff), in Oesterreich: Marchegg 
(Müll n er), Gloggnitz (Löw), Fundort? (v. Frauen feld), in Tirol: Bozen 
(Gredler), Riva (Peyritsch, Kerner), Gschnifczthal (Kerner), in Ungarn: 
Karpathen (v. Horväth). 

Trioza alacris Flor, 

Im März und im Juni 1877 sandte mir Herr Jul. Lichtenstein aus 
Montpellier Blätter von Laurus noMlis L., welche eingerollt, etwas verdickt 
bleicher gefärbt als d;e normalen und innen mit Psyllidenlarven besetzt waren. 
Die Psyllide, welche diese Deformation verursachte, erwies sich jedesmal als die 
Trioza alacris Flor. In gleicher Weise deform irte Lorbeerblätter erhielt ich im 
Juni 1880 auch vom Herrn Prof. P. M. Ferrari aus Genua und 1884 vom Herrn 
E. Hofmann aus Stuttgart und auch in diesen zwei Fällen war Trioza alacris Fl. 
die Erzeugerin der Deformation. Aus diesen Thatsachen geht hervor, ddi.ss Laurus 
nobilis L. die Nährpflanze der genannten Trioza ist. Es hat demnach Dr. G. Flor, 

>) F. de P. Schrank (Enumeratio Insectorum Austriae, 1781, p. 320, Nr. 644) sagt hieron: 
Cynips locusfae, Feldsalatschlupfwespe. Habitat ia Valerianae locustm capitulis globosis. Insectum 
q^uidem non vidi, fortasse Chermes. 



Neue Peitiägp zur Kenntniss der Psylliden. 



167 



welcher der Beschreibung dieser Art^) beifügte: „Mitte Juni zahlreich an den 
jungen, hellgrünen Blättern von Prunus Laurocerasus . . .; durch den Stich 
der Larven und Nymphen rollen sich die Blätter an den Seitenrändern der Länge 
nach auf", höchst wahrscheinlich eine unrichtige Nährpflanze angegeben, was 
auch noch aus dem Umstände zu entnehmen ist, dass seither auf Prunus Lauro- 
cerasus L. noch nirgends eine Psyllide beobachtet wurde, während mau die oben 
erwähnte Deformation von Laurus nobilis L. schon an mehreren Orten aufge- 
funden hat. 

Der Erste, welcher diese Deformation beschrieb, war Lacaze-Duthiers.^) 
Er bezeichnete sie als „Recroquevillement des feuilles du Laurier {Laurus no- 
bilis)'^ und gibt von ihr an: „II est £res-frequent de voir les feuilles du Laurier 
se tordre, se reployer ou se rouler sur elles-memes, en perdant la teinte verte 
foncde qui les caracterise, et en passant ä un blanc jaunätre lave de vert, qui 
les fait bien vite reconnaitre sur un arbre attaque par les Psylles, cause de cette 
maladie." Und Prof. A. Targioni-Tozzetti, welcher die hier in Rede stehende 
Psyllide (Resoconti Soc. Ent. Ital. 1879, p. 19) ihres Vorkommens wegen Trioza 
lauri nannte,^) hat beobachtet, dass die Imagines derselben sich im Frühlinge 
auf dem Lorbeer einfinden, sobald dieser seine Knospen öflFnet, ihre Eier an die 
jungen, zarten Blätter längs dem Rande ablegen und sich dieser nach unten 
einrollt. Er spricht sich aber nicht näher darüber aus, ob die Einrollung der 
Blätter erst durch das Saugen der aus diesen Eiern schlüpfenden Larven bewirkt 
wird, oder ob sie schon in Folge der Deponirung der Eier längs der Blattränder 
erfolgt. Es ist jedoch sehr wahrscheinlich, dass das Letztere der Fall ist; denn 
bei den meisten Psylliden, welche an ihrer Nährpflanze Missbildungen (Cecidien) 
hervorrufen, hat man beobachtet, dass zur Entstehung derselben das Weibchen 
durch das Eierlegen schon den Anstoss gibt.*) 

Die Trioza alacris Fl. wurde bis jetzt beobachtet in Frankreich : Marseille 
(Flor), Montpellier (Lichtenstein), Landes (Signoret), in Spanien (Chicote), 
in Italien: Genua (Ferrari). Florenz (Targioni, Beccari), Insel Sardinien 
(Costa), inDalmatien: Ragusa, Pridworje(Re Itter), inlstrien: Abbazia(Kerner). 
Sie ist demnach eine südeuropäische Art, wurde mit Lorbeerbäumen aber auch 

») Zur Kenntniss der Rhyuchoten (Bullet. Soc. Imp. Nat. de Moscou, T. XXXIV, 1861, 
p. 398-400). 

») RecliercliPs pour servir ä Thistoire des Galles (Ann. Sc, Nat. Botanique, Sör. T. XIX, 
1853, p. 345— 34r,). 

3) Ich habe in meiner „Revision der paläai ktischen Psylloden in Hinsicht auf Systematik 
und Synonymie" (Verhandl. d. k. k. zool -botan. Gesellsch., XXXII. Bd., 1882, p. 241) schon bemerkt, 
dass der Name Trioza lauri ein werthloser Name ist, weil das bezügliche Insect noch nirgends 
unter diesem Namen beschrieben worden ist. Aber selbst in dem Falle, dass ihm eine Beschreibung 
beigegeben worden wäre, könnte er nicht in Anwendung kommen, weil diese Art schon viel früher 
von Dr. Flor unter dem Namen Trioza alacris beschrieben wurde und dieser folglich die Priorität hat. 

4) Vergleiche in dieser Hinsicht: Friedr. Thomas, Durch Psylloden erzeugte Cecidien an 
Aegopodium und anderen Pflanzen (Zeitschr. f. d. ges. Naturwiss., Bd. XLVI, 1875, p. 438—446) und 
F, Low, Beiträge zur Biologie und Synonymie der Psylloden (Verhandl, d. k, k. zool. -botan. 
Gesellsch., Bd. XXXI, 1881, p. l.">7-170), Artikel Rhinorola speciosa Flor, p. 165—167. 



168 



F r a u z Low. 



weiter nach Norden verschleppt, wie z. B. nach Stuttgart, wo sie nach einer 
brieflichen Mittheilung des Herrn E. Hof mann 1884 in mehreren Gärten auf 
Lorbeerbäumen die Blätter deforrairte. 

Trioza cirsii F. Lw. 

Diese Art, welche 1866 von G. v. Fraueufeld (Verhandl. der k. k. zooL- 
botan. Gesellsch. Wien, XVI. Bd., p. 980) auf dem niederösterreichischen Schnee- 
berge an der Unterseite der Blätter von Cirsium erisithales Scop. entdeckt und 
von mir 1881 (ibid., XXXI. Bd., p. 264) beschrieben wurde, fand ich nunmehr 
auch an der Unterseite der Wurzelblätter von Cirsium oleraceum L. ziemlich 
häufig im Stubaithale in Tirol und bei Gloggnitz in Nieder-Oesterreich. Ihre 
Larven gleichen denen der Trioza viridula Zett. und senecionis Scop., sind aber 
bläulichgrün. Die Verwandlung derselben zu Imagines fällt in die Zeit von Ende 
August bis Ende September. 

Trioza viridula Zett. 
(Taf. VI, Fig. 13.) 

Bei Weissenbach nächst Gloggnitz in Nieder-Oesterreich traf ich an vielen 
Exemplaren von Daucus Carofa L. die Unterseite ihrer untersten Blätter mit 
Tno,2^a-Larven besetzt, aus welchen sich vom 21. Juli an die Imagines, die sich 
als zu Trioza viridula Zett. gehörend erwiesen, entwickelten. Diese Larven standen 
auf sehr verschiedenen Stufen der Entwicklung, so dass neben völlig verwachsenen 
noch sehr junge, kleine und alle Zwischenformen vorhanden waren, deren Ver- 
wandlung zur Imago erst im August und September erfolgte. 

Die ausgewachsene Larve ist 2 mm. lang, 1—1 V2 breit, länglich -ellip- 
tisch, sehr flach, schmutzig gelbgrün, gegen den scharfen Körperrand hin blässer- 
Kopf und Thorax sind zusammen fast V/^ma] so laug als das fast kreisrunde 
Abdomen. Ueber die Mitte der Oberseite zieht sich ein blasser, gelblicher, sehr 
schwacher Längskiel, welcher vom Kopfe bis fast zur Abdomenspitze reicht. 
Die Augen sind dunkel rothbraun. Der den ganzen Körper am Rande ringsum 
umgebende Franseusaum ist farblos, seidenglänzend, sehr kurz, nur am Vorder- 
rande des Kopfes und am Hinterrande des Abdomen etwas länger als am Seiten- 
rande. Die jüngeren Larven sind schlanker, oft mehr als IV2 ^aal so lang als breit. 

Daucus Carota L. ist aber nicht die einzige und ausschliessliche Nähr- 
pflanze dieser Trioza-kvi, was ich aus einem Briefe ersehe, welchen Herr Prof. 
0. M. Reuter am 2. Juni 1885 aus Abo in Finnland schrieb und worin er die 
Mittheilung machte, dass er die Nährpflanze von Trioza viridula Zett. entdeckt 
hat, und dass diese Cerefolium silvestre ist» Diese Trioza- Art kommt vielleicht 
noch aufjmehreren anderen Umbelliferen vor; da aber auf diesen Pflanzen noch 
andere, ihr sehr ähnliche, grüne Arten leben, so ist beim Auffinden einer grünen 
Trioza auf einer Urabellifere umsomehr eine genaue Untersuchung und Verglei 
chung nöthig, als alle diese kleinen, grünen Triozen einander sehr ähnlich sind 



Neue Beiträge zur Kenntniss der Psylliden. 



169 



und fast nur durch die Form der miinnlicben Zange sicher unterschieden werden 
können. Ich gehe zu diesem Behufe auf der beigefügten Tafel eine Abbildung 
der Zange des Männchens von Trioza viridula Zett. 

Trioza rumieis F. Lw. 

Die äusserst charakteristischen Blüthen- und Fruchtdeformationen, welche 
diese Art an Bumex scutatus L. hervorruft, wurden von Prof. J. Peyritsch 
zuerst 1872 in den Jahrbüchern für wissenschaftliche Botanik, VIII. Bd., p. 127, 
Taf. IX, Fig. 11—14 abgebildet und kurz besprochen, später aber in der Fest- 
schrift der k. k. zool.-botan. Gesellsch., Wien, 187G, in einer Abhandlung, welche 
den Titel führt: „Zur Teratologie der Ovula", p. 135-13G, Taf. III, Fig. 45—63 
ausführlich beschrieben und in vielen Abbildungen dargestellt. Genau dieselben 
Deformationen hat Ed. Strassburger im Macugnaga-Thale am Fusse des Monte 
Rosa in grosser Menge gefunden und in einer Arbeit mit dem Titel: „Die Angio- 
spermen und die Gymnospermen", Jena, 1879, p. 37—4?), Taf. VII, Fig. 1 — 35, von 
denselben Beschreibung und Abbildungen gegeben. Wahrscheinlich rühren von der 
Trioza rumieis auch diejenigen Blüthendeformationen her, welche C. Massalungo 
in den Friaulischen Alpen bei Pontebba auf Rumex arifolius All. gefunden hat, 
und welche von ihm in einer „Monstruosita osservate nel fiore pistillifero del 
Rumex arifolius^ betitelten Abhandlung im Nuovo Giorn. bot. ital., Vol. XIII, 
1881, Nr. 3, p. 229—234 beschrieben und auf einer Tafel abgebildet wurden. 
Sie sind denen von Rumex scutatus L. sehr ähnlich. 

Trioza munda Fstr. (nee Flor). 

In der Beschreibung, welche G. v. Frauenfeld (Verhandl. d. k. k. zool.- 
botan. Gesellsch., Bd. XVI, 1866, p. 979) von der Larve dieser Art gegeben hat, 
heisst es: „Rücken, Kopf und Flügelscheiden sehr blass lehmfarbig." Eine solche 
Färbung haben nach meinen Beobachtungen nur diejenigen Larven, welche von 
parasitischen Hymenopteren befallen und daher krank sind. Die gesunden, 
normal entwickelten, sind mit Ausnahme des Abdomens, welches eine blassgrüne 
Farbe hat, in allen Theilen ihres Körpers trüb weisslich, fast farblos, ungefähr 
2mm. lang, lV2mal so lang als breit, sehr flach und kahl; sie haben dunkel- 
braune Augen und die Fühler- und Tarsenspitzen bräunlich oder braun gefärbt. 
Der Fransensaum, welcher ihren L^b am Rande rings umgibt, ist farblos, 
seidenglänzend, sehr kurz, am Hinterrande des Abdomens etwas länger als an 
den Seiten. Die Larven leben an der Unterseite der Blätter von Knautia sil- 
vatica Dub. und verwandeln sich von Mitte September an zu Imagines, welche 
überwintern. 

Diese Art kommt in Nieder- Oesterreich nur im höheren Gebirge vor. Sie 
wurde daselbst in der sogenannten „Eng" bei Reichenau (v. Frauenfeld), am 
„Hals" bei Pernitz und im Kaltbachgraben bei Gloggnitz (Low) gefunden. 



Z. B. Ges. B. XXXVI. Abb. 



22 



170 



Franz Low, Neue Beiträge zur Kenntaiss der Psylliden 



Erklärung der Abbildungen, i) 



Tafel VI. 



Fig. 1. 

. 2. 

„ 3. 

. 4. 

. 5. 

„ 6. 

^• 7. 

. 8. 

„ 9. 

„ 10. 

„ n. 

„ 12. 

„ 13. 



von Amhlyrhina maculata F. Lw. 



Vorderflügel von Aphalara calthae L. var. maculipennis F. Lw. 
Vorderflügel | 
Genitalien des cT J 
Kopf und Thorax (obere Ansicht) 
Kopf und Prothorax (Seiteuansicht) 
Hinterbein sammt Hüfte 
Genitalien des (Seitenansicht) 
Genitalien des 9 (Seitenansicht) 
Vorderflügel 

Nymphe (obere Ansicht) 
Genitalien des (Seitenansicht) von Psylla chlorostigma F. Lw. 

„ » » » Trioza centrantJii Vall. 

„ „ „ „ Trioza viridula Zett. 



von Carsidara Dugesii F. Lw. 



1) Alle Figuren eind sehr vergrössert. 



171 



Dritter Beitrag zur Naturgeschichte (Metamorphose) 
verschiedener Arten aus der Familie der Tipuhden.^) 

Von 

Theodor Beling, 

Forstmeihter in Seesen am Harz. 
(Vorgelegt in der Versammlung am 3. Februar 1886.) 



1. Btychoptera lacustris Meig. 

Larve: 12mm. lang, 2mm. dick, wenn ganz ausgestreckt bis 20 mm. 
und darüber lang, stielrund, zarthäutig, gelblichgrau, mit sehr deutlich dunkel 
durchscheinendem Darminhalte; die kriechende, ganz ausgestreckte Larve nach 
vorne hin etwas und nach hinten hin stark verdünnt. Kiefernkapsel klein, 
linsenförmig, stark gewölbt, vorne gerundet, hinten abgestutzt und daselbst mit 
vier breiten, kurzen, gerundeten, zahnförmigen Erweiterungen, schwarzbraun mit 
bräunlichgelben Wangen und am Vorderende jede Wange mit einem schwarz- 
braunen, punktförmigen Fleck. Die Leibessegraente in seichte Querwülste ge- 
theilt und die vorderen Segmente nicht deutlich von einander unterscheidbar, 
im Uebrigen von den vorderen zu den hinteren an Länge zunehmend; das zehnte 
Segment das längste von allen, nach hinten hin kegelig stark verdünnt, an der 
Unterseite ziemlich lang und in der Regel auch an der Oberseite, hier aber 
kürzer borstig behaart; eilftes oder vorletztes Segment stielrund, dünn, an der 
Basis etwas dicker als an seinem Ende, kaum von der halben Länge des vorher- 
gehenden Segmentes. Letztes Segment etwas länger als das vorhergehende, 
dünn, stielrund, nach seinem Ende hin allraälig keulig verdickt, am Ende selbst 
abgerundet, ein wenig eingestülpt und mit einem stielrunden, einziehbaren, ab- 
gestutzten, scbwarzlinig durchscheinenden, etwa 2 mm. langen Stigmenträger, 
an dessen Basis sich zwei nach unten gerichtete, walzenförmige, fleischige oder 



Erster und zweiter Beitrag in den Jahrgängen '^1873, p. 575—592, und 1878, p. 21—56 der 
Abhandlungen der k. k. zoologiBch-botanischen GesellBchaft. 

22* 



172 



Theodor Beling. 



häutige Zäpfchen von etwa der halben Länge des Stigmenträgers befinden. An 
der Bauchseite des fünften bis einschliesslich zehnten Segmentes Kriechschwielen. 
Die beiden letzten Segmente, namentlich das zwölfte, wie ein Tubus stark, 
respective ganz, in das vorhergehende einziehbar. — Der Umstand, dass die 
letzten drei Segmente stark verdünnt sind, und dass der Körper mit einem 
dünnen, verhältnissmässig langen Stigmenträger endet, lässt die kriechende, 
beziehungsweise ganz ausgestreckte Larve lang geschwänzt erscheinen. 

Von fünf Larven, die ich am 23. Mai in dem klaren Wasser eines kleinen 
Wiesenbaches, da, wo dieser aus dem anliegenden Walde tritt, fand, kam nur 
eine einzige zur weiteren Entwicklung und lieferte am 20. Juni eine Imago Q. 

2. Pachyrhina analis Schum. 

Larve: Bis 13 mm. lang, 3 3 mm. dick, zwölfgliederig, stielrund, schwärz- 
lich aschgrau, an den ersten Segmenten stark rostfarbig gebräunt, seidenglän- 
zend, die späteren Segmente glanzlos, den Rücken entlang mit zwei hellen 
Tracheen. Behaarung braun, Kiefernkapsel schwarzbraun. Von den vier Haut- 
zapfen am Oberrande des Stigmenfeldes die äusseren beiden lang, kegelig spitz, 
sehr kräftig, die inneren beiden, nahe beisammen stehenden weit kleiner, alle 
vier an der Innenseite mit der Aussenseite gleich gefärbt. Die beiden breit- 
basigen, sehr kurzen, weit von einander entfernten Unterzähne des Stigmen- 
feldes an der Spitze der Innenseite mit schwarzbraunem Punkte. Die beiden 
grossen, kreisrunden, schwarzbraunen Hinterstigmen mit dunklerer Scheibe und 
hellerem Rande, um etwa den Durchmesser des einen von einander entfernt. 
Unterhalb jedes Stigma zwei grosse, schwarzbraune, unregelmässige Punkte, 
in Horizontalreihe und höher zwei ähnliche, meist kleinere Punkte in Schräg- 
reihe dergestalt, dass die von den letztgedachten Punkten gebildeten beiden 

® ® 

Schrägreihen nach oben hin convergiren, etwa in folgender Weise: . ' ' . 
Die schwarzbraunen Punkte des Stigmenfeldes sind übrigens in Grösse, dunk- 
lerer oder hellerer Färbung und selbst in der Zahl ziemlich variabel. An der 
Basis der Innenseite eines jeden der beiden mittleren Hautzapfen des Oberrandes 
des Stigmenfeldes zwei nahe beisammen stehende kleine, meist blasse schwärz- 
lichbraune Punkte. After der ein Q liefernden Larve mit dicken, stumpfen, 
kegelförmigen Seitenzacken. — Die Larve unterscheidet sich von der ähnlichen 
Larve der Pachyrhina lunulicornis sogleich durch weit dunklere Körperfarbe, 
die rostrothe, seidenglänzende Bräunung der vorderen Leibesglieder und merk- 
lich grössere, näher beisammen stehende Hinterstigmen. 

Puppe: cT bis 15 mm. lang, 2*5 mm. dick, 9 bis 19 mm. lang, 3 mm. 
dick, gleichmässig schmutzig graugelblich, später schmutzig rostbräunlich mit 
dunklen Hinterleibseinschnitten. Die beiden Stirnhörnchen kurz und ziemlich 
kräftig, abwärts gebogen, hell bräunlichgelb mit spateiförmig oder knopfförmig 
erweiterter Spitze, an der Basis etwas gebräunt oder geschwärzt. Der neun- 
gliederige Hinterleib mit zusammengedrückten scharfen Seitenkanten und auf 



Zur Naturgeschichte verschiedener Arten aus der Familie der Tipuliden. III, 173 

denselben mit kleinen, zum Theile in ein kurzes, helles Haar endenden Dornen- 
zähnen. Oberseite der ersten acht Hinterleibssegmente mit je einer Querreihe 
ungleich grosser und meist ungleich vertheilten Dornenzähuchen, deren Anzahl 
sich bis auf je zwölf beläuft und die an den hinteren Segmenten in der Regel 
zahlreicher und kräftiger als an den vorderen, auch öfter an ihrer Spitze eben- 
falls mit einem hellen Borstenhaare besetzt sind. Bauchseite der vorletzten 
drei Hinterleibssegmente mit je einer Querreihe von vier bis sechs kräftigen, 
ungleich grossen, zum Theile doppelspitzigen Dornenzähnen. Bauchseite des 
fünften Hinterleibssegmentes mit zwei dergleichen Zähnen, von denen je einer 
zu jeder Seite der Scheiden steht. Endsegment der Puppe an der Oberseite 
mit vier Dornenzähnen in Querreihe, von denen die beiden äusseren weit dicker 
und länger sind als die beiden mittleren; weiter nach hinten zwei dickbasige, 
kürzere, stumpfe, durch weiten Zwischenraum getrennte Dornenzähne in Quer- 
reihe. Unterseite des Endsegraentes vorne mit fünf kräftigen und spitzen Dornen- 
zähnen in Querreihe und weiter nach hinten hin mit zwei wenig kleineren der- 
gleichen Zähnen in Querreihe. Eudsegment der 9 Puppe mit zwei Paar von 
einander abstehenden Legeröhrscheiden, deren oberes Paar merklich länger als 
das untere ist, endend. An der Basis der oberen Legeröhrscheiden zwei grosse, 
kräftige, und in deren Zwischenraum zwei genäherte, dünnere und kürzere, spitze, 
etwas weiter nach vorne gerückte Dornenzähne; Unterseite des Endsegmentes rnit 
vier in Querreihe stehenden grossen Dornenzähnen. Flügelscheiden bis Ende des 
dritten. Fussscheiden bis fast zum Ende des fünften Hinterleibssegmentes reichend. 

Larven und Pappen fand ich in sandiger, feuchter Erde in der Nähe 
eines kleinen, ein lichtes Erlengehölz durchziehenden Waldbaches. Die Ver- 
puppung geschah zu Ende Juni und Anfang Juli; nach acht- bis zwölftägiger 
Puppenruhe erschienen die Imagines. 

3. Pachyrhina aunulicornis Meig. 

Larve: Bis 17 mm. lang, 3 mm. dick, zwölfgliederig, stielrund, blass- 
gelblich oder auch mitunter schmutzigweiss , ziemlich zarthäutig, kahl, mit 
schwarzbrauner, stark glänzender Xiefernkapsel und gleich gefärbten, dünnen 
Fühlern. Hinterende der Kiefernkapsel dreizackig durchscheinend, der mittlere 
Zacken dünn und spitz, durch eine sehr feine, helle Längslinie getheilt. Seiten 
der Kiefernkapsel mit rundlichem, meist etwas ovalem, hellen Wangenfleck. 
Stigmenfeld am Endsegmente mit sechs Hautzähnen, von denen vier auf den 
Oberrand und zwei auf den Unterrand entfallen. Von den vier an ihrer Basis 
mit einander verwachsenen Oberzähnen des Stigmenfeldes die beiden mittleren 
merklich kräftiger als die beiden äusseren, mit abgerundeter Spitze, breit, dünn, 
an der Innenseite schwarzbraun, stark glänzend oder in der Weise schwarz- 
braun gezeichnet, dass die an der Spitze die ganze Zahnfläche einnehmende 
Färbung nach unten hin sich stielförmig verschmälert, indem sie den Aussen- 
rand des Zahnes frei lässt. Die beiden äusseren Zähne des Oberrandes des 
Stigmenfeldes an der Innenseite gleichfalls schwarzbraun glänzend, aber etwas 



174 



Theodor Beling. 



heller oder nicht so gleichmässig als die beiden mittleren Zähne gefärbt, an 
der gerundeten Spitze mit kurzen, hellen Wimperhaaren besetzt. Mitunter sind 
sämmtliche vier Zähne des Oberrandes des Stigmenfeldes an der Innenseite 
gleichmässig glänzend schwarzbraun. Die beiden weit von einander entfernten 
ünterzähne des Stigmenfeldes an ihrer Basis mit breitem, schwarzbraunen, 
glänzenden Querstrich, an der Spitze mit nach unten hin verwaschenem, schwarz- 
braunen Fleck, der sich mitunter, und bald eine kürzere, bald eine längere 
Strecke weit, an den Eändern dergestalt hinunterzieht, dass die Innenseite des 
Zahnes ein helles, schwarzbraun umrandetes Feld zeigt. An der äussersten 
Spitze der Innenseite der Unterzähne des Stigmenfeldes mitunter ein heller 
Punkt, im Uebrigen die Spitze gleich derjenigen der beiden Aussenzähne des 
Oberrandes mit feinen, hellen Wimperhaaren besetzt. Die beiden um etwa den 
zwei- bis dreifachen Durchmesser des einen von einander entfernten Hinter- 
stigmen kreisrund, stark glänzend, mit kleiner, schwarzbrauner Scheibe und 
etwas hellerem Rande. Die Larve ist au ihrer hellen Färbung im Vereine mit 
Form und Zeichnung der das Stigmenfeld umgebenden Hautzähne, respective 
Zapfen, leicht kenntlich und von allen anderen mir bislang bekannt gewordenen 
Pachyrhina-LMven sogleich unterscheidbar. 

Puppe: Bis 16mm. lang^ 3mm. am quer gerillten Thorax dick, gelb- 
lichgrau, mit scharf abgesetzter, zusammengedrückter Kante an jeder Leibes- 
seite. Stirnhörnchen kurz, schwarzbraun, an der Basis und an der Spitze dunkler 
und an letzterer etwas spateiförmig erweitert. Die gewöhnliche Bedornung des 
Hinterleibes kurz und spitz, im oberen Theile geschwärzt. Flügelscheiden bis 
Ende des dritten, Fussscheiden bis Ende des fünften Hinterleibssegmentes rei- 
chend. Endsegment der Puppe dick, etwas aufwärts gekehrt, an der Ober- 
seite mit vier in einem Viereck stehenden, ziemlich grossen Zähnen, von denen 
die hinteren beiden ungleich zweispitzig sind. Unterseite des Endsegmentes mit 
einer grossen, kegelförmigen, an der Spitze zweizähnigen, nach hinten gerich- 
teten Erweiterung, welche dieser Puppe vor anderen PacÄyrÄma-Puppen eigen- 
thümlich ist und sie leicht kenntlich macht. Ende des letzten Segmentes mit 
vier stumpf liehen, höckerförmigen Zähneu in einem Viereck, dergestalt, ' dass die 
oberen beiden Zähne näher beisammen stehen als die beiden unteren; vor diesem 
Zahnviereck zwei spitze, im oberen Theile geschwärzte Dornenzähne. End- 
segment der 9 Puppe an der Basis der Unterseite mit vier in Querreihe ste- 
llenden kräftigen Dornenzähnen, an der Oberseite mit vier plumpen, dickbasigen, 
in einem Viereck stehenden Dornenzähnen mit abgesetzter dünner Spitze, und 
nahe vor den beiden vorderen Zähnen dieses Zahnvierecks zwei erheblich kleinere, 
ziemlich nahe beisammen stehende Dornenzähne. Die Legeröhrscheiden aus 
zwei mit den Spitzen klaffenden und nur an der Basis verwachsenen kegel- 
förmigen, quergerillteu Klappenpaaren bestehend. 

Die Larven fand ich an feuchten oder nassen Waldesstellen, insbesondere 
in der Nähe kleiner Bachrinnen innerhalb der oberen Erdschichte. Die Ver- 
puppung geschah in der ersten Hälfte des Monats Mai, und nach durchschnitt- 
lich zweiwöchiger Puppenruhe erschienen die Imagines. 



Zur Naturgeschichte verschiedener Arten aus der Familie der Tipuliden. III. 175 



4. Pachyrhina pratensis L. 

Larve: Bis 20 mm. lang und bis 4, 5 mm. dick, stielnmd,. gelblich asch- 
grau mit dunkel durchscheinendem Darminhalte. Kiefernkapsel schwarzbraun, 
Fühler kastanienbraun. Die gewöhnliche Behaarung schwarzbraun, derb, steif, 
massig lang. Oberrand des Stigmenfeldes am Endsegmente mit vier langen, spitzen, 
durch ziemlich gleiche Zwischenräume getrennten Hautzapfen, von denen die 
beiden äusseren erheblich länger und dicker als die beiden inneren sind. Alle 
jene vier Zapfen an der Innenseite mit der Aussenseite gleich gefärbt. Die beiden 
Hautzapfen am Unterrande des Stigmenfeldes ganz kurz, breitbasig, wasserhell, 
an der Spitze der Innenseite mit kleinem runden, schwarzbraunen, in der Mitte 
Iiellera Punkt. Die beiden grossen kreisrunden, schwarzbraunen, heller umrandeten 
Hinterstigmen um etwa zwei Durchmesser des einen von einander entfernt. 
Unterhalb jedes Stigma ein schwarzbrauner linienförmiger Querfleck und in der 
Mitte zwischen den beiden Querflecken, aber nicht mit denselben in gerader 
Linie, vielmehr etwas höher gelegen, zwei kleine schwarzbraune, neben einander 
stehende, etwa den dreifachen Durchmesser des einen von einander entfernte 
Punkte, oder auch unter dem Stigma zwei schwarzbraune kurze Querstriche, so 
dass unter jedem Stigma zusammengenommen mit dem Punkte an der Spitze des 
entsprechenden Unterrandzapfens des Stigmenfeldes drei schwarzbraune Punkte 
oder kleine Flecken zu stehen scheinen, After wulstig stark vortretend, an jeder 
Seite mit einem wasserhellen kurzen, plumpen, kegelförmigen, stumpflichen Haut- 
zapfen. 

Puppe: 20 mm. lang, 3 mm. dick, etwas zusammengedrückt mit scharfen 
Seitenkanten, schmutzigbräunlich oder gelblich mit breit schwärzlich gesäumten 
Endrändern der Hinterleibssegmente. Kopf, die bis Ende des dritten Hinterleibs- 
segmentes reichenden Flügelscheiden und die bis Mitte des fünften Hinterleibs- 
segmentes sich erstreckenden Fussscheiden gelbbraun glänzend. Stirnhörnchen 
kurz, licht bräunlichgelb, am knopfförmig erweiterten Ende etwas dunkler. Ober- 
seite des fünften bis einschliesslich achten Hinterleibssegmentes in der Nähe 
des Hinterrandes mit einer Querreihe von fünf bis acht ziemlich langen, schmalen, 
spitzen Dornenzähnen. Unterseite des vierten und fünften Hinterleibssegmentes 
neben den Fussscheiden jederseits mit einem Dornenzahne; Unterseite des sechsten, 
siebenten und achten Hinterleibssegmentes mit je vier Dornenzähnen in Quer- 
reihe. Endsegment an der Oberseite mit vier Dornenzähnen, von denen die zwei 
vorderen kleineren genähert stehen, die anderen beiden weiter nach hinten hin 
befindlichen dicker, länger und kräftiger sind. Unterseite des Endsegmentes mit 
vier gleich grossen, dickbasigen, kräftigen Dornenzähnen in Querreihe und da- 
hinter mit einem ganz wenig gewölbten vierseitigen, an jeder der beiden Ecken 
des Unterrandes mit einem ziemlich langen, spitzen, aufwärts gekrümmten Dornen- 
zahne, an jeder der beiden Ecken des Oberrandes dagegen mit einem kurzen, 
dicken Zahnhöcker versehenen Felde. 

Eine Larve wurde am 28. März in einem im Laufe des vorangegangenen 
Winters auf einem Weideanger in der Nähe eines Baches entstandenen Maulwurfs- 



176 



Theodor Bei in g. 



hügel gefunden; es ging daraus die vorstehend beschriebene Puppe und am 
11. Mai eine Imago cf hervor. 

5. Tipula dilatata Schum. 

Larve; Bis 17 mm. lang, 3 mm. dick, stielrund, schlank, gelblich asch- 
grau mit kurzem unbedeutenden Haarbesatze, im vorderen Theile dunkler gefärbt, 
schwärzlich. Endsegment schmäler als das vorhergehende, an der Oberseite grubig 
verunebnet. Die vier Hautzapfen am Oberrande des Stigmenfeldes an der Innen- 
seite schwarzbraun glänzend, im Uebrigen breitbasig, massig lang, spitz; die 
zwei äusseren etwas länger als die beiden etwas breiteren inneren ; letztere ein- 
ander nahe gerückt, so dass der Zwischenraum zwischen denselben geringer ist 
als der Zwischenraum zwischen dem äusseren und dem diesem zunächst stehenden, 
mittleren Zapfen. Die unteren beiden Hautzapfen des Stigmenfeldes kurz, breit- 
basig, an der Innenseite mit unregelmässig keilförmigen, schwarzbraunen, glän- 
zenden Flecken. Die Larve ist derjenigen der T. ochracea sehr ähnlich, im 
Ganzen aber etwas heller gefärbt und ausserdem durch die abweichende Färbung 
der Innenseite der beiden Hautzapfen am Unterrande des Stigmenfeldes unter- 
schieden. 

Puppe: 15 mm, lang, bis 3 mm. am Thorax dick, gelbbraun, am Rücken 
kastanienbraun verwaschen gefleckt, der Hinterleib mit schmalen, dunklen Quer- 
binden und mit abgesetzten, scharfen Seitenkanten, die mit kurzen, dünnen, spitzen 
Dornenzähnen besetzt sind. Der gewöhnliche Zahnbesatz des Rückens der Hinter- 
leibssegmente klein und unbedeutend, aus je sechs bis acht ungleich grossen 
Zähnen bestehend, in der Mitte die Querreihen breit unterbrochen, so dass ein 
breites Längenband auf der Rückenmitte zahnfrei ist. Der Zahnbesatz der Bauch- 
seite des sechsten, siebenten und achten Hinterleibssegmentes in der Regel aus 
vier, mitunter aber auch aus fünf oder nur aus drei starken Dornenzähnen be- 
stehend. Endsegment der Puppe dick und plump, unfern der Basis von einem 
aus acht kräftigen Zähnen bestehenden Kranze umgeben und mit einem etwas 
gewölbten, vierseitigen Felde endend, dessen obere Seite mitunter etwas kürzer 
ist als die ausgerandete untere Seitenlinie und an dessen Ecken je ein kräftiger, 
mit seiner Spitze aufwärts gekrümmter Dornenzahn steht. Endsegment der Q 
Puppe mit zwei Paar ganz kurzen und nicht dicken, verwachsenen, mit ihren 
Spitzen aufwärts gebogenen Legeröhrklappen endend, deren oberes Paar länger 
als das untere ist. Flügelscheiden bis Ende des dritten, Fussscheiden bis Mitte 
des fünften Hinterleibssegmentes reichend. Die beiden Stirnhörnchen kurz, auf- 
wärts gerichtet, wenig gebogen, gleichmässig gelbbraun oder lichtbraun. Auf 
der Rückenmitte des Thorax zwei ziemlich nahe beisammen stehende, höckerartige 
Zähnchen mit breiter Basis. 

Die Larven fand ich im Walde in Erde auf alten Fahrwegen, auch in 
kleinen, mit Moosen überzogenen Bodenerhöhungen. Die Verpuppung geschah 
bei den von mir beobachteten Individuen im Monat Mai, und nach acht bis zwölf- 
tägiger Puppenruhe erschienen zu Anfang Juni die Imagines. 



Zur Naturgeschichte verschiedener Arten aus der Familie der Tipuliden. III. 



177 



6. Tipnla gigantea Schrank. 

Larve: Bis 30mm. lang und bis 10mm. dick, schmutzig gelbgrau ins 
Bräunliche, stielrund, derb-, respective lederhäutig, chagrinirt oder gekörnelt, statt 
des sonst gewöhnlichen Haarbesatzes am letzten Wulste eines jeden der ersten eilf 
Leibessegmente eine Querreihe sehr kleiner schwarzbrauner, ganz kurzer Dornen- 
zähne oder dornenförraiger Höcker, neben deren jedem mitunter ein kurzes 
schwarzes, steifes Haar oder mehrere kleine, ungleich lange schwarze Borsten- 
haare befindlich. Kiefernkapsel klein, schwarzbraun, glänzend, mit breitem 
helleren Längenbande in der Mitte, an der Oberseite mit drei seichten Längen- 
rillen; Wangen mit langovalem hellen Längenflecke. Fühler cylindrisch, dünn, am 
Ende abgestutzt, verhältnissmässig ziemlich lang, kastanienbraun. Die ersten beiden 
Leibessegmente mitunter ganz oder theilweise bräunlich, seiden glänzend, tomentos. 
Letztes oder zwölftes Leibessegment etwas plattgedrückt, an der Oberseite un- 
regelmässig grubig vertieft, merklich dünner als das vorhergehende Segment, 
mit sechs kurzen, plumpen, platten, zapfenförmigen, an der Spitze gerundeten, 
unter sich ziemlich gleichen, das kleine, zarthäutige, helle Stigmenfeld umgebenden 
Hautzähnen, die an ihren Bändern mit feinen, hellen, nach auswärts, respective 
hinten gekrümmten Wimperhaaren besetzt sind. Die vier Zähne des Oberrandes 
des Stigmenfeldes an der Innenseite bräunlich gerandet, so dass an jedem Zahne 
zwei Parallelstriche sichtbar sind, mitunter jedoch die beiden Aussenzähne nur 
einseitig bräunlich gerandet, indem der innere Eandstrich fehlt oder sehr un- 
scheinbar ist. Die beiden Hautzähne am Unterrande des Stigmenfeldes an der 
Spitze der Innenseite mit schwarzbraunem, glänzenden Punkt oder kurzem Strich. 
Die kreisrunden grossen, um IV2 his 2 Durchmesser des einen von einander ent- 
fernten Hinterstigmen mit schwarzbraunem Kern und lichtbraunem, breiten 
Rande. Unterhalb eines jeden Stigma an der Basis des correspondirenden Unter- 
zahnes ein blasser bräunlicher Wisch und zwischen den beiden Stigmen zwei 
blasse bräunliche, neben einander stehende," bald grössere, bald kleinere, vier- 
seitige Flecken. Unterseite des Endsegmentes mit sechs grossen, hellen, zart- 
häutigen, unregelmässig geringelten, bald grösseren und plumpen, bald kleineren, 
fleischigen Zapfen, von denen zwei Paare mit der Basis gegen einander und mit 
der Spitze seitwärts nach aussen gerichtet sind, das dritte, zwischen jenen be- 
festigte kleinere Paar mit den stumpflichen Spitzen abwärts gekehrt ist; mit- 
unter befindet sich an der Basis der vorderen beiden Zapfen noch je ein kleinerer, 
abwärts gerichteter Hautzapfeu, so däss dann zwei mit ihren Spitzen seitwärts 
und zwei abwärts gerichtete Zapfenpaare vorhanden sind. 

Puppe: Bis 40mm. lang und bis 9mm. dick, lichtröthlich gelbbraun 
mit verdunkeltem Thorax und dunklem Längenbande an der Rücken- und an der 
Bauchseite. Die beiden Stirnhörnchen kurz, abwärts gekrümmt, nach oben hin 
etwas erweitert, stark quer gerillt, an der Basis geschwärzt, am Ende licht gelb- 
braun. Thorax im vorderen Dritttheil mit vier höckerartigen Erhabenheiten in 
Querreihe, von denen die beiden äusseren dick und plump, die beiden mittleren 

Z. B. Ges. B. XXXVI. Abb. 23 



178 



Theodor Beling. 



klein, dünn, zahnförmig sind ; dahinter zwei flache Höcker in Querreihe, welche 
etwas weiter von einander entfernt stehen als die beiden mittleren Höcker der 
vorderen Reihe. Der neunringelige Hinterleib etwas platt mit scharf zusammenge- 
drückten Seitenkanten. Die gewöhnliche Bedornung des Rückens der ersten acht 
Hinterleibssegmente sehr klein, die ungleich grossen, höckerförmigen Zähnchen 
der Querreihen nicht regelmässig und nicht immer in gerader Linie stehend. Der 
Besatz der Bauchseite des fünften bis einschliesslich achten Hinterleibssegmentes 
aus sieben bis zehn kräftigen, spitzen, nicht immer ganz gleich grossen Dornen- 
zähnen in Querreihe bestehend; hinter einer jeden solchen Dornenreihe zwei 
durch weiten Zwischenraum getrennte Zähne, die etwas kleiner sind als die in 
der nächsthinteren Querreihe stehenden Dornenzähne. Endsegment der kleineren, 
bis 34 mm. langen und bis 5 "5 mm. dicken cT Puppe an der Oberseite mit sechs 
in einem regelmässigen Sechseck stehenden starken Dornenzähnen, von denen 
zwei auf die beiden Seitenkanten des Segmentes entfallen. Am abgestumpften 
Endsegment zwei obere dicke, stumpfe, plumpe, durch weiten Zwischenraum ge- 
trennte und zwei untere, nahe beisammen stehende kleinere, mit den stumpfen 
Enden gegen einander gerichtete, zapfenförmige Höcker; au der Aussenseite der 
beiden grossen oberen Höcker je ein spitzer Dornenzahn. Plügelscheiden der 
Puppe bis Ende des dritten, Pussscheiden bis etwas über das vierte Hinter- 
leibssegment hinaus reichend. Endsegment der 9 Pnppe an der Unterseite mit 
sechs kräftigen Dornenzähnen in Querreihe, von denen zwei auf die beiden 
Seitenkanten entfallen, an der Oberseite mit sechs in einem ungleichseitigen 
Sechseck stehenden Dornenzähnen und am Ende mit zwei kurzen kegeligen, ver- 
wachsenen, oben etwas klaffenden Legeröhrscheidenpaaren, von denen das obere 
Paar etwas länger als das untere ist. Plügelscheiden der Q Puppe bis Ende des 
dritten, Pussscheiden bis Ende des vierten Hinterleibssegmentes reichend. 

Larven und Puppen fand ich in der Nähe kleiner Waldbäche in feuchter 
und in nasser Erde, die Verpuppung geschah gegen Ende des Monats April und 
im Mai; die Imagines erschienen nach zehn- bis vierzehntägiger Puppenruhe. 
Aus vier, am 19. April 1881 mit nach Hause genommenen Larven ging am 30. April 
ein cf hervor. Bei der am 1. Juni vorgenommenen Untersuchung des Züchtungs- 
glases fanden sich acht Tonnenpuppen und diese lieferten am 20. Juni drei Si- 
phona cristata Pabr., wohingegen die übrigen fünf Pliegenpuppen nicht zu 
weiterer Entwicklung gediehen. Am 26. Juni züchtete ich dann noch zwei 
Siphona cristata aus einer anderen, früher eingezwingerten Tipula-Lä.vYe. 

7. Tipula hortulana Meig. 

Larve: Bis 16 mm. lang, 4*5 mm. dick, gelblich aschgrau mit schwärz- 
lichem Schimmer und mit kurzen, schwärzlichen Borstenhaaren in der gewöhn- 
licben Vertheilung besetzt. Kiefernkapsel schwarzbraun, mit gelbbräunlichem 
verwaschenen Längenbande in der Mitte und mit einem solchen elliptischen, 
verwaschenen Pieck an jeder Wange. Die vier Oberzapfen am Stigmenfelde des 
letzten Leibessegmentes kurz und kaum halb so lang als jenes Segment, die 



Zur Naturgeschichte verechiedener Arten ans der Familie der Tipuliden. III. 



beiden äusseren spitz, die beiden mittleren erheblich kleiner, stumpflich und 
mitunter höckerförmig, an der Innenseite mit breitem schwarzbraunen Längen- 
strich oder auch an der ganzen Innenfläche schwarzbraun glänzend, während die 
beiden äusseren Zapfen nur einen so gefärbten, schmalen und meist kurzen 
Längensti'ich zeigen. Die durch weiten Zwischenraum getrennten beiden unteren 
Stigmenfeldzapfen verhältnissmässig gross, breitbasig, stumpflich, an der Spitze 
der Innenseite mit grösserem schwarzbraunen Fleck und an der Basis der Innen- 
seite mit einem oder mehreren neben einander stehenden blassen, schwarzbraunen 
Punkten oder auch an der ganzen Innenseite schwarzbraun glänzend. Die kreis- 
runden, um den ein- bis anderthalbfachen Durchmesser des einen von einander 
entfernten Hinterstigmen mit dunklerer Scheibe und hellerem Rande. In der 
Mitte zwischen diesen beiden Stigmen ein bräunlicher verwaschener Punkt. After 
der ein 9 vorgebildet enthaltenden Larve mit dickem, längsgefurchten, wasser- 
hellen Wulste. Die mitunter der Larve der TipuJa ochracea sehr ähnliche Larve 
unterscheidet sich von jener durch zartere Haut und meist hellere Körperfärbung, 
die aber durch bald mehr, bald minder intensive schwärzliche Körnelung ge- 
deckt wird. 

Puppe. cT bis 17mm., 9 bis 20mm. laug, bis 3 mm. dick, blass rost- 
bräunlich, an den kantig zusammengedrückten und an jeder Segmentseite mit 
einem kurzen spitzen Zähnchen besetzten Hinterleibsseiteu unregelmässig schwarz- 
braun gepunktet. Stirnhöruchen kurz, quergerieft, an der Oberseite mit einer 
Längenrille, an der Basis schwarzbraun, dann abgesetzt rostgelblich, an der 
Spitze wieder dunkler. Hinterleib mit einer Querreihe kleiner, ungleich langer 
Dornenzähncheu auf der Oberseite der dem letzten vorangehenden Segmente; 
Unterseite des sechsten bis einschliesslich achten Segmentes mit je vier kräftigen 
Dornenzähnen in Querreihe. Endsegment an der Basis von acht Dornenzähnen 
umgeben, von denen vier auf den Rücken, zwei auf die beiden Seitenkanten 
und zwei etwas schwächere auf die Unterseite entfallen, beim am Ende abge- 
wölbt vierseitig, an jeder Oberecke mit einem aufwärts gerichteten, krummen, 
ziemlich plumpen, an jeder Unterecke mit einem dünneren, schlankeren Dornen- 
zahne, beim 9 mit zwei Paar verwachsenen, gleich langen, aufwärts gerichteten 
stumpfen Genitalienscheiden, an deren Basis zwei grosse, kräftige Dornenzähne in 
Querreihe stehen. Flügelscheiden bis Ende des dritten. Fussscheiden bis Ende 
des vierten oder Mitte des fünften Hinterleibssegmentes reichend. 

Die Larven leben unter Laub, Geniste und besonders gern unter Moos- 
polstern am Fusse alter Bäume etc. im Walde und verpuppen sich zeitig im 
Frühjahre, bei günstiger Witterung schon vom Beginne des Monats April an. 

8. Tipula longicornis Schümm. 

Larve: Bis IG mm. lang, 3*5 mm. dick, ganz ausgestreckt bis 25 mm. 
lang und entsprechend dünner, bald blass hellgelblich aschgrau, bald, und na- 
mentlich die an trockenen Stellen lebende Larve, schmutzigbräunlich und dunklen 

23* 



180 



Theodor Beling. 



Ansehens. Den Rücken entlang zwei scharf sich markirende, helle, durchschei- 
nende Tracheen. Der gewöhnliche Haarbesatz ganz kurz, sparsam, schwarzbraun. 
Kiefernkapsel und Fühler schwarzbraun. Von den vier fleischigen, nicht langen, 
schmalen, spitzen, gekrümmten Oberzapfen des Stigmenfeldes die beiden äusseren 
länger, an der Basis der Innenseite mit einem schwarzbraunen, unregelmässig 
spitzwinkeligen, dreiseitigen, in die Breite gedehnten glänzenden Fleck, die beiden 
merklich kleineren, genähert stehenden mittleren Zapfen an der Innenseite mit 
einem bald die ganze Zapfenbreite einnehmenden, bald schmäleren, nach oben 
hin jenseits der Mitte abgebrochenen, schwarzbraunen, glänzenden Strich. Die 
beiden Unterzapfen des Stigmenfeldes meist kurz und stumpf, mitunter höcker- 
förmig, klein, an der Innenseite mit einer breiten, halbmondförmigen, zuweilen 
fast ringförmigen schwarzbraunen Zeichnung, an deren Basis, der Bogenwöl- 
bung gegenüber, zwei kleine, schwarzbraune, nebeneinanderstehende Punkte be- 
findlich. Die mässig grossen, um IV2 t)is 2 Durchmesser des einen von ein- 
ander entfernten Hinterstigmen schwarzbraun, nicht sehr intensiv gefärbt, mit 
dunklerem Kern und hellerem Rande. Der wulstig verdickte After wasserhell, 
zu jeder Seite mit einem seitwärts gespreizten, verhältnissmässig grossen, kege- 
ligen, spitzen, zuweilen hornspitzigen Fleischzapfen. 

Puppe: Bis 20 mm. lang, 2'5 mm. dick, etwas abgeplattet, bis zum Ende 
ziemlich gleichbreit, mit scharfen Seitenkanten, schmutzig bräunlichgelb. Die 
beiden Stirnhörnchen sehr kurz, breit, ohrförmig, stark quer gerillt, an der 
Basis hell, an der gerundeten Spitze zuweilen dunkler gefärbt. Die Dornen- 
zähne in den Rückenquerreihen des neunringeligen Hinterleibes sehr kurz und 
spitz, ungleich gross und mit ungleichen Zwischenräumen, die an der Unter- 
seite des sechsten, siebenten und achten Hinterleibssegmentes schwarzbraun- 
gespitzt, grösser, gleichförmiger und regelmässiger vertheilt als die der Ober- 
seite, bis zu zehn Stück in jeder Querreihe. Flügelscheiden bis Ende des dritten. 
Fussscheiden bis Anfang oder Mitte des fünften Hinterleibsgliedes reichend. 
Endsegment der ^ Puppe laug und dick, au der Unterseite mit vier in einem 
Viereck stehenden kräftigen Dornenzähnen und dahinter mit zwei nebeneinander- 
gestellten dicken, stumpfen, durch Querriefung verunebueten Höckern, tiefer nach 
unten mit zwei kleineren, ähnlichen, nahe beisammenstehenden Höckern, und 
seitwärts von diesen beiden Höckerpaaren, ziemlich weit davon entfernt und 
etwa in der Mitte des Seitenzwischenraumes derselben, je ein grosser, schwarz- 
gespitzter Dornenzahn. Unterseite des Endsegmentes, ziemlich nahe an der 
Basis, mit sechs starken, schwarzgespitzten Dornenzähnen in Querreihe. End- 
segment der 9 Puppe mit zwei Paar ziemlich gleichlangen, quergerillten, ver- 
wachsenen Legeröhrscheideu, an der Basis der Oberseite mit vier plumpen, 
schwarzspitzigen, quergerillten, nach hinterwärts gerichteten, in einem Viereck 
stehenden Dornenzähnen. 

Die Puppe wird an den kurzen, breiten, ohrförmigen Stirnhörnchen im 
Vereine mit dem abgeschnürten, plumpen, nach hinten hin etwas erweiterten 
Endsegmente beim erkannt, respective dadurch von anderen verwandten Puppen 
unterschieden. 



Znr Naturgeschichttj verschiedener Arten aus der Familie der Tipuliden, III. 131 



Die Larve lebt iu Erde au feuchten Waldesstellen, auch unter Moos- 
polstern, gern in der Nähe kleiner Bäche; die von mir seither gefundenen ver- 
wandelten sich mehrentheils im Juni, einige auch zu Anfang Juli in die Imago, 

9. Tipula luteipennis Meig. 

Larve: 15 mm. laug, 3 d mm. dick, ziemlich zarthäutig, rostbräunlich, 
mit zwei hell durchscheinenden Tracheen den Rücken entlang und mit dunkel 
durchscheinendem Darminhalte, an den vorderen Segmenten dunkel schwärzlich- 
braun, im hinteren Theile kurz und dicht borstig tomentos, namentlich an den 
letzten drei bis vier Segmenten. Statt des sonst bei den Tipula-L&vYen ge- 
wöhnlich vorhandenen Haarbesatzes mit ganz unbedeutenden, knotenförmigen 
Höckerchen. Kieferukapsel schwarzbraun, mit langem und breitem, ovalen, gelb- 
lichbräunlichen Wangenfleck an jeder Seite und mit gleich gefärbtem, nach hinten 
sich ausspitzendem Läugenfleck in der Mitte. Der letzte Leibesabschnitt ebenso 
lang wie ein jeder der nächst vorhergehenden, mit fünf verhältnissmässig langen, 
platten, ziemlich gleich grossen, hellborstig bewimperten, an dem gerundeten 
Ende mit längeren, hellen, rechtwinkelig abstehenden Haaren besetzten Haut- 
zähneu, von denen die vier oberen au den Seitenrändern der Innenseite ver- 
waschen bräunlich und deren mittlere beiden etwas breiter, gegen das Ende hin 
bald mehr, bald weniger intensiv schwärzlichbraun und etwas glänzend sind. 
Die beiden unteren Stigmenfeldzähne an der Spitze der Innenseite mit ge- 
bräuntem Punkt und in der Regel mit schmalem, braunen Längenstrich in der 
Mitte. Die beiden kreisrunden Hinterstigmen verhältnissmässig sehr gross, blass, 
mit schwärzlichbraunem Kern und lichtem, bräunlichgelben Rande, um etwa 
den Durchmesser des einen von einander entfernt. Unterhalb eines jeden dieser 
beiden Stigmen ein schmaler, gebräunter Horizontalstrich. Zwischen den beiden 
Stigmen ein unregelmässiger, bräunlicher, verwaschener Fleck. Unterseite des 
letzten Leibessegmentes in der Längenmitte mit zwei oder drei Paar anliegenden, 
nach unten richtbaren, dünnen, quergerillten, meist ungleich langen, die Kriech- 
bewegungen der Larve unterstützenden Fleischzapfen. 

Puppe: Bis 16 mm. lang, o mm. dick, lichtbraun, mit zusammenge- 
drückten, scharfen, hellen Seitenkanten des Hinterleibes, auch helleren, bis Ende 
des dritten Hinterleibssegmentes reichenden Flügelscheiden und bis Ende des 
vierten Hinterleibssegmentes reichenden Fussscheiden. Die beiden Stirnhörnchen 
kurz und breit, platt, fein quergerieft, nach oben hin dunkler gefärbt und ganz 
wenig verbreitert. Oberseite des fünften bis einschliesslich achten Hinterleibs- 
segmentes mit je einer Querreihe ganz kleiner, braunspitziger Zähnchen, von 
denen nicht selten das eine oder andere fehlt, so dass Lücken in den Reihen 
vorhanden sind. Die Unterseite jener Segmente mit einer Querreihe ähnlicher, 
aber kräftigerer, mehrentheils nicht gleichgrosser Dornenzähne, und in einiger 
Entfernung von solcher Querreihe zwei durch weiten Zwischenraum getrennte 
gleiche Dornenzähne. Endsegment der Puppe stumpf kolbig, an der Ober- 
fläche jederseits mit einer Längenreihe von drei Dornenzähnen, von denen die 



182 



Theodor Beling. 



vorderen beiden aufwärts gerichtet sind, der letzte längere mehr nach hinten 
anliegt und nur mit seinem Ende aufwärts gekrümmt ist; hinter diesen Zähnen 
zwei plumpe, quergeriefte, zangenförmig mit den Spitzen gegen einander ge- 
richtete Genitalienscheiden; Unterseite des Segmentes mit vier kräftigen, braun- 
spitzigen Dornenzähnen in Querreihe und weiter nach hinten hin an jeder 
Seite ein grosser, breitbasiger, spitzer Zahn; zwischen diesen Zähnen vier 
rundliche, knotenförmige, quergeriefte Wulste in einem Viereck, von denen je 
zwei und zwei hinter einander unterhalb der Genitalienscheiden stehen. End- 
segment der 9 Puppe an der Oberseite ähnlich wie beim 0^, mit zwei Längen- 
reihen von je drei Dornenzähnen, aber es sind die Zahnreihen in der Regel 
mehr bogig, nicht gerade, der vordere Zahn ist hier wie dort der kleinere, der 
mittlere der breiteste; Unterseite des Segmentes mit nur zwei braunspitzigen 
Zähnen; von den zwei Paar verwachsenen, quergerieften Legeröhrscheiden das 
obere Paar weit länger und kräftiger als das untere. Die Zähne auf den zu- 
sammengedrückten Seitenkanten des Hinterleibes der Puppe sehr klein. 

Die Larven leben in der Erde sumpfiger Wiesen und Aenger. Die Er- 
scheinungszeit der von mir aus solchen wiederholt gezüchteten Mücken fiel immer 
in das letzte Dritttheil des Monats September. 

10. Tipula mafmorata Meig. 

Larve: Bis 15 mm. laug, 2'7 mm. dick, stielrund, gelblich aschgrau, zart- 
häutig, glänzend, mit stark durchscheinendem dunklen Darminhalte, die vorderen 
Segmente schwärzlich chagrinirt. Kiefernkapsel schwarzbraun mit hellem, ovalen, 
grossen Wangenfleck. Die vier häutigen Oberzähne des Stigmenfeldes kurz, 
schmal und spitz, mitunter höckerförmig, die mittleren beiden in der Regel 
etwas kürzer als die beiden äusseren und genähert stehend, an der Innenseite 
mit kurzem, ganz schmalen, schwarzbraunen Läugenstrich, während die äusseren 
beiden Zähne an ihrer Innenseite einen dicken, schwarzbraunen Längenstrich 
zeigen. Die beiden Hautzapfen am Unterrande des Stigmenfeldes kurz, ziemlich 
dick, an der Innenseite entweder ohne abweichende Färbung oder breit ver- 
waschen bräunlich gesäumt, an der Basis mit intensiv schwarzbraunem Quer- 
fleck. Stigmenfeld sehr zarthäutig, hell, glänzend, mit zwei kreisrunden, um 
den drei bis vierfachen Durchmesser des einen von einander entfernten schwarz- 
braunen, heller umrandeten Stigmen. After wenig wulstig vortretend, die beiden, 
den Rücken entlang ziehenden Tracheen sehr klar durchscheinend. 

Puppe: Bis 15 mm. lang, 3 mm. dick, schmutzig blassbräunlich, an den 
scharfkantig zusammengedrückten Seiten des Hinterleibes breit heller gefärbt. 
Stirnkante an jeder Seite in einen dickbasigen, spitzen, abwärts gebogenen Zahn 
erweitert. Die beiden Stirnhörnchen lang, bogig seitwärts, respective nach unten 
gekrümmt, an der Basis schwarzbraun, weiter nach oben hin heller gefärbt, 
quergerieft, an der Oberseite mit seichter Längenrinne, an der Spitze spatel- 
oder knopfförmig etwas erweitert. Thoraxrücken quergerillt, mit grossem, grün- 
lichen, ringsum verwaschenem Fleck. Hinterleib neuugliederig. Oberseite des 



Zur Naturgeecbichte veischiedeuer Arten aus der Familie der Tipulideii. III. 183 

fünften bis einschliesslich achten Hinterleibsgliedes mit einer Querreihe von etwa 
zwölf kleinen, ungleichen, schwarzspitzigen Dornenzähnen, von denen indessen 
in der Regel der eine oder andere fehlt, so dass selten mehr als neun oder zehn 
Stück in einer Reihe vorhanden sind; auf den späteren Hinterleibssegmenten 
werden diese Dornenzähne allraälig länger, respective kräftiger als auf den vor- 
hergehenden Segmenten. Bauchseite des sechsten bis einschliesslich achten 
Hinterleibssegmentes mit einer Querreihe von je fünf bis acht oder zehn kräf- 
tigen, schwarzspitzigen Dornenzähnen. Endsegment der Puppe an der Unter- 
seite mit vier grossen, schwarzspitzigen Dornenzähnen in Querreihe, endend 
mit einem von vier, mit der schwarzbraunen Spitze aufwärts gekrümmten starken 
Dornenzähnen umgebenen, fast quadratischen Felde, in dessen unterem Rande 
sich in der Mitte zwei nahe beisammenstehende, flache Höcker markiren. End- 
segment der Q Puppe mit zwei kurzen, kegeligen, verwachsenen Klappen- 
paaren endend, deren oberes Paar wenig kürzer als das untere ist; letzteres an 
seiner Basis jederseits mit einem grossen, seitwärts gespreizten Dornenzahne 
und ausserdem daselbst mit einer Querreihe kräftiger, spitzer Dornenzähne an 
der Unterseite und mit vier in einem Viereck stehenden stärkeren, schwarz- 
spitzigen Dornenzähnen an der Oberseite. Flügelscheiden bis Ende des dritten, 
Fussscheiden bis Ende des fünften Hinterleibssegmentes reichend. 

Die Larven leben gleich denen der Tipula signata Staeg. unter Laub- 
moospolstern {Dicranum, Hypnum etc.) im Walde und verwandeln sich wie jene 
im August und September in die Puppe, respective in die Imago. 

11. Tipula micans Zetterst. 

Larve: 16 mm. lang, 3 mm. dick, stielrund, gelblichgrau ins Bräunliche, 
der gewöhnliche Haarbesatz der Segmente sehr kurz und fein. Kiefernkapsel 
schwarzbraun. Die vier Oberzähne des Stigmenfeldes massig lang, spitz, die 
beiden mittleren genähert und gerade, die äusseren beiden mit eingekrümmten 
Spitzen, alle diese vier Zähne an der Innenseite mit einem schwarzbraunen, 
glänzenden Fleck in der Nähe der Basis, welcher bei den mittleren beiden 
Zähnen bald mehr, bald weniger in die Länge gedehnt und oval ist. Die beiden 
verhältnissraässig grossen, plumpen, am Ende mit feinen, kurzen und dichten, 
zurückgeschlagenen Wimperhaaren besetzten Unterzähne des Stigmenfeldes an 
der Spitze der Innenseite breit bogig schwarzbraun gesäumt und dem ent- 
sprechend mit einer Winkelzeichnung versehen, an ihrer Basis mit kleinem, 
schwarzbraunen Punkt. Die beiden Hinterstigmen gross, kreisrund, schwarz- 
braun mit dunklerem Kern und hellerer Scheibe, um den ein- bis anderthalb- 
fachen Durchmesser des einen von einander entfernt. 9 Larve an jeder Seite 
des letzten Leibessegmentes mit einem steil abstehenden, dicken, bald spitzen, 
bald stumpfen Hautzapfen. 

Puppe: Bis 17 mm. lang, 22 mm. dick, gerundet, mit scharf zusammen- 
gedrückten Seitenkanten, bräunlichgeib, der gebräunte Hinterleib an den Seiten- 
kanten dunkler. Oberseite der ersten acht Hinterleibsscgmente fast glatt, die 



184 



Theodor Beling. 



sonst in der Regel auf jedem Hinterleibssegmente in einer Querreihe vorhan- 
denen Dornenzähne sehr klein, dünn, spitz und nicht vollzählig. Unterseite des 
fünften bis einschliesslich achten Hinterleibssegmentes mit je einer Querreihe 
ganz schmaler, spitzer, geschwärzter Zähnchen auf kiel förmiger Erhabenheit. 
Endsegment der Q Puppe an der Oberseite mit vier verhältnissmässig sehr 
kräftigen, braunspitzigen, quergerieften, zapfenförmigen, die Ecken eines Vier- 
ecks bildenden Dornenzähnen, an der Unterseite mit einer Querreihe von sechs 
ähnlichen Zähnen. Die zwei Paar mit einander verwachsenen, quergerillten 
Legeröhrscheiden ziemlich gleichlang, das untere Paar wenig kürzer als das 
obere. Flügelscheiden bis Ende des dritten, Fussscheiden bis Mitte des fünften 
Hinterleibsgliedes reichend. Stirnhörnchen ganz kurz, fein quergerieft, etwas 
eingebogen oder gekrümmt, an der nicht erweiterten, vielmehr fast verdünnten 
Spitze intensiver als an der Basis rostbraun gefärbt. 

Eine Larve fand ich am 31. Mai im Rande eines Laubholzbestandes in 
feuchter Erde und erzielte daraus am 21. Juni die Imago Q. 

12. Tipula pruinosa Wiedem. 

Larve: Bis 16 mm. lang, 4mm. dick, hellgelblich aschgrau, respective 
schmutziggelblich, die vorderen Segmente meist etwas dunkler gefärbt, sehr fein 
schwärzlich gekörnelt, etwas abgeplattet, an den Leibesseiten mit einem dornen- 
förmigen Hautzapfen am Ende eines jeden Segmentes, diese Hautzapfen an den 
hinteren Segmenten kräftiger als an den vorderen. Der gewöhnliche Haarbesatz 
meist vollständig vorhanden, kurz, steif, schwarzbraun. Endsegment kürzer und 
etwas schmäler als die vorhergehenden Leibesabschnitte, an der Oberfläche platt, 
an den Seiten wulstig gerandet. Die vier oberen Hautzapfen des Stigmenfeldes 
lang, dünn, spitz, bogenförmig zurückgekrümmt, die beiden äusseren fast von 
gleicher Länge mit dem letzten Leibessegment, woran sie befindlich; die beiden 
mittleren Zapfen merklich kürzer, durch weiten Zwischenraum getrennt; die 
Innenseite aller vier Zapfen mit der Aussenseite gleich gefärbt, jedoch an der 
Basis eines jeden der beiden mittleren Zapfen ein kleiner, öfter aus zwei ver- 
waschenen schwarzbraunen Punkten zusammengesetzter Querstrich oder Fleck. 
Die beiden unteren Hautzapfen des Stigmenfeldes ganz kurz, höckerförmig, sturapf- 
lich, an der Basis der Innenseite mit einem verhältnissmässig grossen, breiten, 
schwarzbraunen Querstrich oder Fleck. Die kreisrunden, hell schwarzbraunen, 
wenig heller gerandeten, um etwa IV2 Durchmesser des einen von einander ent- 
fernten Hinterstigmen verhältnissmässig blass. Unter jedem Hinterstigma ein 
schwarzbrauner Punkt und ein ähnlicher dritter Punkt inmitten des Zwischen- 
raumes zwischen den beiden Stigmen, so dass drei Punkte in Querreihe sich 
bemerkbar machen. 

Die Larve lebt in Erde im Walde und am Rande desselben, gern in be- 
rasetem oder mit Moosen überzogenem, trockenen Boden, wurde jedoch auch in 
Saatbeeten eines Forstgartens im Walde gefunden. 

Die Puppe wurde im zweiten Beitrage, Jahrgang 1878 der Gesellschafts- 
verhandlungen, von mir beschrieben. 



Zur Naturgeschichte verschiedener Arteu aus der Familie der Tipulideii. III. 



185 



13. Tipulu subnodicornis Zetterst. 

Larve: 17 mm. laug, 2 5 mm. dick, gelblich aschgrau, mit hellerem Bauche 
uud dunklerem Rücken, letzterer mit drei schwärzlichen Längenlinien, an jedem 
Segmente mit vier bis sechs Querreihen kurzer, breiter, schuppen- oder auch 
höekerförmiger, mit ihren Spitzen nach dem Leibesende gerichteter horniger 
Zähnchen, von denen das je letzte an der Seite des Segmentes das relativ 
stärkste ist. Kieferukapsel schwarzbraun. Von den vier oberen Hautzapfen des 
Stigmenfeldes die beiden mittleren kurz, an der Spitze abgerundet, zuweilen 
beide mit einander verwachsen, die beiden äusseren stumpfer und weit breiter, 
am Ende abgestutzt gerundet, an der Spitze der Innenseite gebräunt; an der 
Basis der Innenseite eines jeden der beiden mittleren Oberzapfen des Stigmen- 
feldes zwei kurze bräunliche Parallelstriche, die zuweilen nach oben hin etwas 
convergiren. Unterhalb der oberen Zapfenreihe an jeder Seite des Stigmenfeldes 
ein langer schmaler Hautzapfeu mit geschwärzter, horniger Spitze und an dessen 
innerer Basis zwei kurze bräunliche Parallelstriche, wie au den mittleren beiden 
Stigmenfeldzapfen des Oberrandes. Die beiden Hautzapfen am Unterrande des 
Stigmenfeldes ganz kurz, stumpf, durch weiten Zwischenraum getrennt, an der 
Spitze der Innenseite mit schwarzbraunem Punkt. Die beiden rundlichen, licht 
schwarzbraunen, glanzlosen Hinterstigmen um zwei Durchmesser des einen 'von 
einander entfernt, an der Basis, respective unterhalb eines jeden ein schwärz- 
licher, kommaförmiger, mit seiner Spitze nach unten gerichteter Strich und 
unterhalb dieses Striches zuweilen ein grosser bräunlicher, verwaschener Fleck. 
Unterseite des letzten Leibessegmeutes mit vier langen, spitzen, kegeligen Haut- 
oder Fleischzapfen in Querreihe, von denen die beiden äusseren die längsten 
uud seitwärts gespreizt sind. 

Die Larve ist leicht kenntlich uud von anderen ähnlichen Larven unter- 
scheidbar durch die schuppenförmige Bedornung der Oberseite der Leibesseg- 
mente, ihre dunkle, drei Längenbänder zeigende Oberseite und dadurch, dass ausser 
den sonst vorhandenen vier Oberzapfen und zwei Unterzapfen des Stigmenfeldes 
an jeder Seite des letzteren ein überzähliger, langer, spitzer Hautzapfen vor- 
handen ist. 

Puppe: 13 mm. lang, 2 2 mm. dick, etwas abgeplattet, mit scharfen Seiten- 
kanten des Hinterleibes, bräunlichgelb, an den Seitenkanten heller, mit ver- 
hältnissmässig schwacher Bedornung. Oberseite der Hinterleibssegmente mit je 
vier bis fünf Dornenzähnen in Querreihe, welche auf den vorderen Segmenten 
sehr klein und unbedeutend sind, auf den späteren Segmenten immer etwas 
kräftiger werden. Unterseite des sechsten, siebenten und achten Hinterleibsseg- 
mentes mit je einer Querreihe von vier bis fünf etwas kräftigeren Dornenzähnen 
und vor jeder solchen Querreihe zwei ähnliche, durch ziemlich weiten Zwischen- 
raum getrennte Dornenzähue. Flügelscheiden bis Ende des dritten. Fussscheiden 
bis Mitte des fünften Hinterleibssegmentes reichend. Die beiden abwärts ge- 
richteten, quergerillten, verhältnissmässig ziemlich kräftigen Stirnhörnchen 

Z. B. Ges. B. XXXVI. Abh. 24 



186 



Theodor Beling. 



schmutzig bräunlichgelb, an der Basis breit schwärzlich, an der wenig erwei- 
terten Spitze intensiver als unterhalb derselben gebräunt. Letztes Segment der 
9 Puppe an der Oberseite mit vier dicken, plumpen, brauuspitzigen Dornen- 
zähnen in einem Viereck vor den zwei Paar verwachsenen, kegeligen, querge- 
rillten, etwas aufwärts gebogenen Legeröhrscheiden; Unterseite mit sechs dick- 
basigen, braunspitzigen, kräftigen Dornenzähnen in Querreihe. 

Gegen die Mitte des Monates Mai wurden auf einer feuchten Wiese an 
einer Stelle, wo vor Jahren der Basen weggestochen worden, fünf Larven und 
daselbst am 3. Juni nochmals zwei Larven und einige Puppen in der oberen 
Erdschichte gefunden. Aus den Larven gingen bis zum 30. Juni zwei weibliche 
Imagines hervor. 

14. Tipula varipennis Meig. 

Larve: 12mm. lang, 35 mm. dick, schmutzig gelbgrau ins Bräunliche, 
schwärzlich, sehr fein gekörnelt, mit schwarzbraunem, feinen Haarbesatze in der 
gewöhnlichen Querreihe auf den einzelnen Segmenten. Die vier Hautzapfen am 
Oberrande des Stigmenfeldes kurz, spitz ; die beiden inneren sehr genähert stehend, 
etwas kürzer als die äusseren beiden und letztere an der Innenseite mit schmalem 
schwarzbraunen Längsstrich, die vom Stigmenfelde abwärts nach vorne hin über- 
gebogenen mittleren beiden Zapfen dagegen an ihrer Innenseite mit breitem, 
oben bogenförmig nach aussen gewendetem, schon etwa in der Längenmitte des 
Zapfens endendem Längenstrich. Die beiden unteren Stigmenfeldzapfen kurz, 
breit, stumpflich, an der Innenseite im oberen Theile geschwärzt und unterhalb 
der Schwärzung mit zwei kleinen, schwarzbraunen, neben einander stehenden 
Punkten. Die beiden schwarzbraunen, heller umrandeten Hinterstigmen um einen 
bis anderthalb Durchmesser des einen von einander entfernt, in der Mitte zwischen 
denselben ein kleiner, schwarzbrauner Punkt. Der vortretende, wasserhelle After 
der eine 9 liefernden Larve mässig dick, ohne Seitenzapfen. 

Aus einer am 29. April in feuchter Erde neben einem kleinen Bache im 
Waldsaume gefundenen Larve wurde am 24. Mai die Imago gezogen. 

Die Beschreibung der Puppe s. Beitrag I, p. 580. 

15. Tipula vittata Meig. 

Larve: Bis 22 mm. lang, 6'5 bis 7 mm. dick, zarthäutig, bräunlich, auch 
schmutzigbräunlich, lichtere bräunlichgelbe Partien mit dunkleren verschwommen 
wechselnd, der Darminhalt meist dunkel durchscheinend. Kiefernkapsel schwarz- 
braun, Fühler lang, stielrund, dunkel rothbraun. Der gewöhnliche Haarbesatz 
sehr kurz, schwarzbraun, mangelhaft; auf den ersten vier oder fünf Leibes- 
abschnitten je eine Querreihe kurzer, schwarzbrauner Dornenzähnchen statt der 
bei anderen Larvenspecies vorhandenen Haare. Die vier Oberzapfen des Stigmen- 
feldes kurz, spitz, ziemlich gleichgross und gleichweit von einander entfernt, 
mit kurzen, schwarzbraunen, hornigen Enden, an der Innenseite mit je zwei 
nach oben hin sich nähernden und bald mehr, bald weniger weit unterhalb der 



Zur Naturgeschichte verschiedener Arten aus der Familie der Tipuliden. III. 



187 



Spitze zu einem Winkel sich vereinigenden schwärzlichbraunen Randlinien, die 
in der Regel an den mittleren beiden Zapfen intensiver gefärbt sind als an den 
beiden äusseren, an welch' letzteren nicht selten auch der innere Randstrich 
nur blass und undeutlich ist oder auch wohl ganz fehlt. Die beiden unteren 
Zapfen des Stigraenfeldes stumpflich, mit den oberen von ziemlich gleicher 
Grösse, an der Spitze der Innenseite mit einem schwarzbraunen, glänzenden, 
bald kleineren, bald grösseren langgedehnten Fleck und innerhalb dieses mit 
einem hellen Punkt. An dem Beginne jedes unteren Zapfens unterhalb des 
Stigma drei ungleichbreite, die drei Seiten eines nach der Spitze des Zapfens 
hin offenen Vierecks bildende, oder in anderen Fällen zwei nach dem Stigma 
hin convergirende breite, eine plumpe Winkelzeichnung darstellende schwarz- 
braune, glänzende Striche. Die beiden um den anderthalb bis zweifachen Durch- 
messer des einen von einander entfernten Hinterstigmen wenig intensiv schwarz- 
braun, mit hellerem, schmutzig gelbbraunem Rande und dunklerem schwarzbraunen 
Kerne. Zwischen den beiden Hinterstigmen ein bald mehr, bald weniger deutlich aus- 
geprägter vierseitiger, bräunlicher Fleck von geringerer Höhe als Breite, welcher 
mitunter nur durch zwei von einander entfernte matte, kleine Flecke oder dunkle 
Punkte vertreten ist, zuweilen auch ganz fehlt. Unterseite des Endsegmentes 
mit drei Paar seitwärts gespreizten, verwachsenen, fleischigen Zapfen, von denen 
das hintere quergeriefte Paar das stärkste, das mittlere Paar dagegen das 
schwächste zu sein pflegt. 

Die der Larve der Tipula lutescens ähnelnde Larve unterscheidet sich 
von jener, abgesehen von geringerer Grösse, insbesondere Dicke, sogleich durch 
die unterhalb des Endes spitzwinkelig sich vereinigenden und meist bald mehr, 
bald weniger parallelen Randstriche an der Innenseite der oberen Stigmenfeld- 
zapfen, durch die hornigen Spitzen dieser Zapfen und durch die winkelige, schwarz- 
braune, glänzende Zeichnung am Beginne der Unterzapfen des Stigmenfeldes. 

Puppe: Bis 28 mm. lang, 4 mm. am Thorax dick, rostbraun, nicht glän- 
zend, mit stark zusammengedrückten hellen Seitenkanten. Thorax verwaschen 
schwarzbraun gefleckt. Stirnhörnchen kurz, zusammengedrückt, schwärzlich- 
braun, an der kolbig ganz wenig erweiterten Spitze lichtbraun, glänzend, abwärts 
gebogen. Hinterleib braungelb mit schwarzbraunen Einschnitten. Oberseite der 
fünf bis sechs vorderen Hinterleibssegmente fast ganz ohne Dornenbesatz; sie- 
bentes und achtes Hinterleibssegment am Hintersaume mit je einer Querreihe 
kleiner, höckerförmiger, ungleichgrosser Dornenzähne, und zuweilen auch das 
fünfte und sechste Hinterleibsglied mit einer unvollständigen Querreihe kleiner 
Dornenzähnchen. Bauchseite des sechsten, siebenten und achten Hinterleibs- 
gliedes mit je einer Querreihe von vier bis acht ungleichgrossen Dornenzähnen 
in der Nähe des Hintersauraes, und vor dieser Querreihe zwei ziemlich weit von 
einander entfernte, neben einander gestellte Dornenzähne. Flügelscheiden bis 
Ende des dritten. Fussscheiden bis Ende des vierten, respective Mitte des fünften 
Hinterleibssegmentes reichend. Endsegment der Puppe an der Oberseite nahe 
der Basis mit vier kräftigen, nahe beisammenstehenden Dornenzähnen in Quer- 
reihe, dahinter in einiger Entfernung zwei durch weiten Zwischenraum getrennte, 

24* 



188 



Theodor ßeling. 



fein doppelspitzige Dornenzähne in Querreihe; Unterseite des Endsegmentes 
zunächst der Basis mit vier kräftigen Dornenzähnen in Querreihe durch weiten 
Zwischenraum getrennt und der Raum zwischen den beiden mittleren Zähneu 
der relativ weiteste; das gerundete Ende des Segmentes an der Oberseite mit 
zwei plumpen, breitbasigen, höckerförmigen Zähnen, an der Unterseite mit zwei 
kleinen, dünnen, spitzen, seitwärts gerichteten, weit von einander entfernten 
Dornenzähnen. Endsegment der 9 Puppe an der Bauchseite mit sechs kräftigen 
Dornenzähnen in Querreihe, an der Oberseite gleichfalls mit sechs dergleichen 
Zähnen, von denen vier in einem Quadrat stehende dick, lang und krummspitzig, 
zwei innerhalb des Zwischenraumes der beiden vorderen, mitunter jedoch weiter 
nach vorne hin gestellte, aber merklich kleiner sind. Die Legeröhrscheiden aus 
einem Doppelpaare gleichgrosser, quergerillter, verwachsener Hüllen bestehend. 

Die im Vergleich mit vielen anderen T^p^^Za-Larven durch dunkle Färbung 
gekennzeichneten Larven leben unter Laub, Geniste und in feuchter Erde an 
nassen Waldesstellen, gern in der Nähe von kleinen Bächen und von Quellen. 
Die Verwandlung geschieht zeitig im Frühjahre und die Imagines erscheinen 
und schwärmen zum Theile schon im Monate April, andere im Mai. 

16. Tipula Winnertzii Egger. 

Larve: Bis 15 mm. lang, 3 5 mm. dick, ganz ausgestreckt um die Hälfte 
länger und dann am vorderen Ende etwas spindelig verdünnt, lederhäutig, gelb- 
lich aschgrau, schwärzlich tomentos, respective gekörnelt und demzufolge schwärz- 
lichen, verhältnissmässig dunklen Ansehens. Erstes und zweites Leibessegment 
zarthäutig, hell, das dritte an der Oberseite dunkler als die übrigen. Alle Seg- 
mente, mit Ausnahme des letzten, an den zusammengedrückten Seitenkanten 
mit je einem kleinen, warzenförmigen, an seiner Spitze mit einem kurzen, schräg, 
auch wohl hakenförmig nach hinten gerichteten, steifen, schwarzen Haar be- 
setzten Höcker und diese Seitenhöcker an den hinteren Segmenten an Stärke 
dergestalt zunehmend, dass die am neunten bis einschliesslich eilften Segmente 
befindlichen zapfenförmig vorragen. Die gewöhnliche Querreihebehaarung der 
Oberseite der Segmente kurz, steif, borstenförmig, schwarzbraun. Die vier Haut- 
zapfen am Oberrande des Stigmenfeldes des Endsegmentes pfriemenf örmig kegelig, 
spitz, am Ende häufig hornig und geschwärzt; die beiden mittleren merklich 
kürzer und dünner als die beiden äusseren, an der Basis der Innenseite der 
beiden mittleren Zapfen je ein, mitunter auch zwei schwärzliche, kleine Punkte, 
die bald dunklor, bald blässer sind, mitunter auch ganz fehlen. Die beiden 
unteren Stigmenfeldzapfen zarthäutig, kurz, breit, stumpflich, ein jeder der- 
selben an der Aussenseite mit einem abstehenden, gebräunten, borstenförmigen 
Haar. Die beiden Hinterstigmen massig gross, kreisrund, schwarzbraun, mit 
dunklerer Scheibe und wenig hellerer Umrandung, um etwa den anderthalb- 
fachen Durchmesser des einen von einander entfernt. Unterhalb eines jeden 
Stigma am Beginne des unteren Stigmenfeldzapfens ein liegender, schwarz- 
brauner, breiter, nach der Aussenseite hin sich spitzender Strich von der Länge 



Zur Natargeschiclite verschiedener Arten aus der Familie der Tipuliden. III. 



189 



des Stigraendurchmessers. Der stark wulstig vortretende After der ein 9 vor- 
gebildet eutbaltenden Larve zarthäutig, wasserbell. Kiefernkapsel scbwarzbraun, an 
der Oberseite in der Mitte mit breitem, hell gelblicbbrauneu, verwaschenen Fleck. 

Die Larve fand ich in Erde auf Aengern und auch an und in moderndem Holze. 

Die Beschreibung der Puppe s. Beitrag I, p. 585. 

17. Dolichopeza sylvicola Curt. 

Larve: Bis 12 mm. lang, 2*3 mm. dick, ziemlich stielrund, wenig abge- 
plattet, zwölfringelig, derbhäutig, sehr contractil, wenn ganz ausgestreckt um 
die Hälfte länger und dann nach beiden Leibesenden hin etwas verdünnt, ziem- 
lich lebhaft grün, die ersten drei Segmente bräunlichgelb, schwärzlich gekörnelt, 
an der Oberseite mit zahlreichen, scharf erhabenen Querlinien; den Rücken ent- 
lang zwei weit von einander entfernte, durchscheinende Tracheen, und dem Laufe 
einer jeden derselben ein ziemlich breites, schwärzlichbraunes, winkelig oder 
zickzackförmig hin und her gebogenes, an den Segmentgrenzen unterbrochenes 
Längeuband folgend, welches dadurch gebildet wird, dass auf dem Rücken eines 
jeden Segmentes zwei schwarzbraune, mit den verdickten Spitzen nach innen, 
respective gegen einander geneigte Winkelbänder stehen. Der Rücken eines jeden 
Leibessegmentes, vom zweiten an, mit einer Querreihe kurzer, steifer, weiss- 
spitziger Borstenhaare, die besonders auf dem zweiten, dritten und vierten Seg- 
mente zahlreich und kräftig sind. Endsegment am Hinterende gleich den vor- 
dersten drei Segmenten bräunlichgelb, mit stark vortretendem, zarthäutigen 
Afterwulste. Oberrand des Stigmenfeldes mit drei langen, schmalen, rundlichen, 
bis oben hin ziemlich gleichbreiten, nach vorne hin zurücklegbaren Hautzähuen; 
es sind mithin von den sonst bei vielen Tipuliden-Larven vorkommenden vier 
Oberzähnen des Stigmenfeldes die mittleren beiden hier miteinander verwachsen. 
An der Liuenbasis eines jeden der beiden Aussenzähne am Oberrande des Stigmen- 
feldes ein kleiner, schwärzlicher Querstrich. Die beiden ünterzähue des Stigmen- 
feldes ganz kurz, höckerförmig, an der Innenspitze mit einem kleinen, schwarz- 
braunen, dreizackigen Fleck, innerhalb welchen ein kleiner, kreisrunder, weisser 
Punkt befindlich. Die beiden Hinterstigmen klein, kreisrund, schwarzbraun, um 
etwa den anderthalbfachen Durchmesser des einen von einander entfernt, unter- 
halb eines jeden derselben ein ziemlich grosser, schwarzbrauner, unregelmässiger 
Fleck. Kiefernkapsel schwarzbraun mit breitem, scharf begrenzten, im vorderen 
Theile erweiterten, hinten schmäler auslaufenden Längeubande in seiner Mitte. 
Fühler kastanienbraun. — An ihrer frischgrünen Färbung und den beiden 
winkelig gebogenen, schwärzlichen Längenbändern des Rückens ist die Larve 
leicht erkennbar. 

Puppe: Im zweiten Beitrage zur Naturgeschichte verschiedener Arten 
aus der Familie der Tipuliden p. 44 beschrieb ich die Puppe. Die $ Puppe 
fand ich 14-5 mm. lang, 2*5 mm. dick. Die beiden Stirnhörnchen wie bei der 
Puppe, gerade aufwärts gerichtet und dann etwas zur Seite, respectivo ab- 
wärts gebogen. Endsegment mit zwei Paar verwachsenen Legeröhrschei^en ab- 



190 



Theodor Beling. 



schliessend, deren oberes Paar erheblich länger als das untere, an der Basis 
mit einem Kranze von zehn starken, fein doppelspitzigen Dornenzähnen, von 
denen vier auf die Oberseite, vier auf die Unterseite und zwei auf die beiden 
Seitenkanten entfallen und die äusseren beiden der Oberseite von allen die 
kräftigsten sind, umgeben; an der Basis des oberen Legeröhrscheidenpaares 
zwei dickbasige, aufwärts gerichtete, mit der ungetheilten Spitze nach vorne 
übergekrümmte Dornenzähne. 

Die schwärzlichen, winkelig gebogenen Längeubänder der Kückenseite 
markiren sich wie bei der Larve, so auch bei der frisch entstandenen grünen 
Puppe am Thorax und am Hinterleibsrücken. Später wird die Puppe allmälig 
dunkler und nimmt ein schwärzlichbraunes Totalansehen an. 

Die an der vorhin citirten Stelle der Puppe von mir zugeeignete 
Bajonettform der Stirnhörnchen habe ich später nicht wieder gefunden, weshalb 
ich jetzt annehmen muss, dass jene Form eine Abnormität gewesen. 

In den hiesigen Waldungen finden sich viele theils kleine, wenige Ar 
umfassende, theils grössere, mit Jahrhunderte alten Kupfererzschlacken bedeckte 
oder durchsetzte Bodenstellen, welche aus jener frühen Vorzeit herrühren, in 
der die Erze des Harzes noch nicht in geregelter Weise verhüttet wurden, viel- 
mehr in den sehr holzreichen Waldungen da ausgeschmolzen zu werden pflegten, 
wo es am reichlichsten passendes Brennmaterial gab, Diese in der Regel eine 
ärmliche Vegetation von wenigen ganz bestimmten und sich immer wieder- 
holenden Phanerogamen-Species aufweisenden und von Moospolstern in bald 
geringerer, bald grösserer Ausdehnung überzogenen, fast immer in der Nähe 
einer Wasserrinne belegenen sogenannten Schlackenstellen haben einen sich 
stets frisch oder feucht erhaltenden Boden und dienen verschiedenerlei Insecten- 
larven zum Aufenthalte. Auf einer solchen Schlackenstelle fand ich nicht nur 
die im zweiten Beitrage 1. c. beschriebene Puppe, sondern später am 11. Juni 1878 
eine Larve, drei Puppen, darunter eine frische, und drei Puppenexuvien unter, 
respective in von einer Jungermannie , Alicularia Scolaris Corda, gebildeten 
Moospolstern. Ausserdem schwärmten vier weibliche Imagines über der Schlacken- 
stelle. Die mit zu Haus genommene Larve hatte sich am 27. Juni Morgens 
verpuppt und die Puppe steckte den Kopf aus dem im Züchtungsglase liegenden 
Moospolster hervor; am folgenden Tage kam dieselbe mit etwa einem Dritt- 
theile ihrer Länge zum Vorschein, am darauffolgenden Tage hatte sie sich 
wieder etwas mehr zurückgezogen und erst am 2. Juli Abends erschien eine 
Imago 9- 13. Juni desselben Jahres beobachtete ich auf einer anderen 

Schlackenstelle im Walde mehrere Weibchen, die daselbst in Polster der ge- 
nannten Moosart ihre Eier ablegten; eine andere 9> welche das Eierableguugs- 
geschäft bereits vollendet zu haben schien, lag todt auf dem Moospolster. Am 
29. Juni 1878 Morgens wurden auf wiederum anderem Schlackenplatze zwei 
Exuvien weiblicher Puppen, aus Alicularia -Vol^t^xn hervorragend, gefunden; 
eine Larve war eben im Begriffe, sich in ein solches noch thaufeuchtes Moos- 
polster zurückzuziehen und ragte nur noch mit der hinteren Körperhälfte daraus 
hervor, woraus mir hervorzugehen schien, dass sich die Larven Nachts oder 



Zur Naturgefchichte verschiedener Arten aus der Familie der Tipnliden. III. 191 



vielleicht auch zu anderer geeigneter Zeit an die Oberseite der ÄUcularia-F olster 
zu begeben pflegen, um sich von den zarten grünen Blättern zu nähren, woraiw 
sich dann auch die lebhaft giüne Färbung der Larve erklären würde. Aus den 
fortgesetzten Beobachtungen der späteren Jahre ist nur noch anzuführen, dass 
ich einmal, am 2. Mai 1882, auch eine Larve in Erde auf einem mit Gräsern 
bewachsenen Fahrwege innerhalb eines Fichtenbestandes antraf, woraus zu ent- 
nehmen, dass das Leben der Larve nicht allein durch Alicularia oder andere 
Moosarten bedingt zu sein scheint. 

18. Dasyptera haemorrhoidalis Zetterst. 

Larve: Bis 10 mm. lang, l'4:mm. dick, zwölfringelig, stielrund, glatt, 
schmutzig, respective schwärzlich olivenbraun, schwärzlich gekörnelt, seidenartig 
glänzend. Kiefernkapsel klein, braun, hinter derselben drei verhältnissmässig 
grosse Hornplatten durchscheinend, von denen die mittlere, die breiteste, in der 
Mitte etwas erweitert, an beiden Aussenseiten schwärzlich gesäumt ist und 
schwärzlich endet, in der Mitte aber einen gelbbraunen Längenwisch (Blässe) 
hat. Die beiden seitlichen Hornplatten ebenso lang wie die mittlere, aber schmäler, 
beiderseits intensiv schwärzlich gesäumt, nahe vor dem Ende mit einem kreis- 
runden, schwarzbraunen Fleck. Taster dick, braungelb. Die Leibessegmente bis 
zum eilften an Länge allmälig etwas wachsend. Endsegment stielrund, merkMch 
dünner als das vorhergehende und nur etwa halb so lang, in fünf verhältniss- 
mässig lange, gespreizt stehende, breite, platte, gleich gi-osse, an der gerundeten 
Spitze mit zahlreichen langen, schwärzlichen, im oberen Theile hellen Wimper- 
haaren büschel- oder pinselförmig besetzte, an der Innenseite glänzend schwarz- 
braun gefärbte Hautzapfen auslaufend, von denen drei auf den Oberrand und 
zwei auf den Unterrand des Stigmenfeldes entfallen. Die eben gedachten Haare 
der Stigmenfeldzapfen kleben nicht selten zusammen, und es scheinen dann die 
Hautzapfen in eine oder in mehrere gespreizt stehende, lange Spitzen auszulaufen. 
Die an der Innenbasis der beiden Aussenzähne des letzten Leibessegmentes be- 
findlichen beiden Hinterstigmen queroval, schwarzbraun, um mindestens den 
vierfachen Durchmesser des einen von einander entfernt, wenig in die Augen 
fallend. 

Die Q Puppe unterscheidet sich von der in meinem zweiten Beitrage, 
p. 48 beschriebenen männlichen durch Folgendes: Die auf dem Thorax oberhalb 
der Stirn befindlichen beiden aufrechtstehenden Plättchen schwarzbraun, respec- 
tive geschwärzt, am Oberrande mit einer nicht immer gleichen Anzahl — zwei 
bis fünf Stück — ganz kleiner, spitzer Dornenzähnchen besetzt. Flügelscheiden 
bis Ende des dritten, Fussscheiden bis Ende des sechsten Hinterkibssegmentes 
reichend. Letztes Leibessegment an der Oberseite mit vier grossen, gebräunten 
oder geschwärzten, zu je zwei und zwei neben einander stehenden, kräftigen 
Dornenzähnen im Viereck, von denen die vorderen beiden erheblich dünner als 
die dickbasigen, plumpen und mehr genähert stehenden hinteren zwei sind. 
Die Legerohrscheiden aus zwfi verwachsenen Klappenpaaren bestehend, von denen 



192 



Theodor Beling. 



das untere, dem oberen dicht anliegende Paar kurz und am Ende stumpflich, 
das obere Paar lang, kegelförmig und an der etwas klaffenden Spitze jederseits 
mit einem seitwärts gerichteten, spitzen Dornenzahn besetzt ist, so dass jede 
Klappe an ihrem Ende zweispitzig erscheint. 

Die Larven fand ich an feuchten Waldesstellen unter vermoderndem Streu- 
laub theils im Mai, theils im September und züchtete daraus in beiden genannten 
Monaten Imagines, wonach sich eine zweifache Generation als wahrscheinlich 
annehmen lässt. 

19. Trichosticha icterica Egger. 

Larve: 11mm. lang, 1*5 mm. dick, stielrund, an den vorderen vier durch 
starke Einschnürungen gesonderten Leibessegmenten merklich verdickt, nach 
hinten hin verdünnt, schmutzig blass bräunlichgelb mit schwärzlich durchschei- 
nendem Darminhalte. Kiefernkapsel klein, gelbbraun, hinter derselben an beiden 
Leibesseiten drei mit den Enden einander zugeneigte, dünne, lange, braune Gräten 
und hinter diesen zwei kurze, breite, bräunliche, ganz nahe beisammen stehende 
Plättchen durchscheinend. Endsegment merklich dünner und kürzer als das 
vorangehende, mit fünf ziemlich gleich grossen, gespreizt stehenden, stumpflichen 
Hautzähnen — drei am Oberrande und zwei am Unterrande des Stigmenfeldes 
— welche sämmtlich an ihrer Innenfläche sehr breit schwarzbraun der Länge 
nach gesäumt sind, so dass an jedem Zahne nur ein ganz schmaler Längenstrich 
in der Mitte hell, respective ungefärbt bleibt. 

Puppe: 8 mm. lang, 15 mm. am Thorax dick, stielrund, nach hinten hin 
kegelig verdünnt, bräunlichgelb, glatt, glänzend, mit zwei verhältnissmässig 
grossen, wie eine Ohrmuschel oder die Hälfte eines flachen Napfes gestalteten, 
mit der OefFnung nach vorne gerichteten, am oberen, sowie an einem Theile 
des unteren Randes, und zwar hier am intensivsten, bräunlich gesäumten Stirn- 
hörnchen, respective Erweiterungen am Kopfende. Das etwas dunkler gefärbte 
Ende des neunringeligen Hinterleibes mit zwei kräftigen, seitwärts gespreizten, 
braunspitzigen, abwärts gebogenen Zähnen. Fussscheiden bis fast zum Hinter- 
leibsende reichend, Flügelscheiden merklich kürzer. 

In einem in Vermoderung begriffenen Buchenstocke im Laubholzwalde 
wurden am 27. April einige Larven gefunden und mit zu Haus genommen ; am 
6. Juni erschien im Züchtungsglase eine Image cT. 

20. Trichosticha lutea Meig. 

Larve: Bis 8 mm. lang, 0"8 mm. dick, schmutzig bräunlichgelb, stielrund, 
an den vorderen vier durch starke Einschnürungen gesonderten Segmenten stark 
verdickt, nach hinten hin verdünnt, der Darminhalt schwärzlich durchscheinend. 
Kiefernkapsel sehr klein, kurz, gelbbraun, hinter derselben sechs dünne, lange, 
braune, bogenförmig gespreizte Gräten durchscheinend, die zuweilen mit ihren 
Hinterenden in einem grossen, dunklen, verwaschenen Fleck zu stehen scheinen 
und von denen die beiden mittleren, respective oberen am Hinterende sich all- 



Zur Natnrgppchichte verschiedener Arten aus der Familie der Tipnliden. TTI. 



193 



mäiig etwas verdicken; im Uebrigen das obere Grätenpaav in der Mitte bogen- 
förniig auseinauder tretend, die darunter folgenden beiden Paare mehr genähert, 
nach hinten hin etwas divergirend. Das letzte oder zwölfte Leibessegment stiel- 
rund, merklich dünner und nur etwa halb so lang wie das vorhergehende Seg- 
ment, mit fünf ziemlich gleich grossen, gespreizt stehenden, stumpf liehen Haut- 
zähnen endend, von denen drei auf den Oberrand und zwei auf den Unterrand, 
des Stigmenfeldes entfallen; die säniratlichen fünf Zähne an der Innenseite mit 
zwei intensiv schwarzbraunen, breiten, parallelen Längenlinien, welche den Seiten- 
rändern der Hautzähne folgen. An der Basis der beiden äusseren Hautzähne 
des Oberrandes des Stigmenfeldes je ein kleines schwarzbraunes, punktförmiges 
Stigma zwischen den vorhin gedachten beiden schwarzbraunen Parallellinien. 

Puppe: 65mm. lang, 1mm. am Thorax dick, schmutzigweiss mit ge- 
bräuntem Thorax und ebenso gefärbten Flügel- und Fussscheiden. Stirnkante 
mit zwei kleinen, braunen, kurzen, stumpflichen, nahe beisammen stehenden 
Zähnchen. Oberhalb der ovalen, grossen, braun durchscheinenden Augen zwei 
verhältnissmässig lange, helle, breitgedrückte, mit den Spitzen divergirende nnd 
nach unten gerichtete Hörnchen. Prothorax am Vorderrande stark abschüssig 
und daselbst mit vier kleinen, spitzen, braunen Zähnchen in Querreihe, von denen 
die beiden mittleren in der Regel weit kräftiger sind als die beiden äusseren, 
mitunter nur höckerartigen; im Uebrigen der Thorax stark buckelig erhoben, 
glänzend. Der neunringelige Hinterleib stielrund, nach hinten hin kegelig ver- 
dünnt; am Rücken des dritten bis achten und am Bauche des vierten bis ein- 
schliesslich achten Segmentes je eine Querreihe äusserst kleiner, nahe beisammen 
stehender, schwärzlicher Zähnchen. Endsegment der Puppe kolbig stumpf, 
an der Oberseite nahe vor dem Ende mit zwei kleinen, braunen, spitzen, ziem- 
lich nahe beisammen stehenden Zähnchen. Endsegment der Q Puppe mit zwei 
verwachsenen, gebräunten, aufwärts gerichteten, die Legeröhre umgebenden, 
kegelförmigen Scheiden-, respective Klappenpaaren, deren oberes Paar lang und 
spitz, das untere dagegen ganz kurz ist. Flügelscheiden bis Ende des dritten. 
Fussscheiden bei bis Ende des sechsten, bei Q bis Ende des fünften Hinterleibs- 
gliedes reichend. 

Die Larven fand ich im Walde an feuchten Stellen auf alten Fahrwegen 
und an Bachrändern in der oberen Erdschichte unterhalb der Laubdecke des 
Bodens. Die Imagines wurden mehrentheils im Monat Mai, einzelne aber auch 
im Juni und Juli gezüchtet. 

21. Erioptera ochracea Meig. 

Larve: Bis 8mm. lang, O'Smm. am Kopfende dick, stielrund, zwölf- 
ringelig, wurmförmig, schlank, die kriechende Larve am dritten Segment stark 
verdickt und von demselben ab nach vorne hin ziemlich stark, nach hinten hin 
bis zum Leibesende ganz allmälig verdünnt, blassgelb ins schmutzig Rostgelb- 
liche, am Kopfende dunkler als im übrigen Theile. Kiefernkapsel klein, gelbbraun, 
mit zwei oberen schmalen, langen, schwarzen, in der Mitte bald mehr, bald 

Z. Ii. Ges. B. XXXVI. Abb. 25 



194 



Theodor Beling. 



weniger bauchig auseinander tretenden und einen ovalen Raum einschliessenden, 
nahe vor dem Ende durch einen gleich gefärbten und gleich dicken Querriegel 
verbundenen Gräten; unterhalb dieser zwei armförmige, weit aus einander tre- 
tende und dann Avieder genäherte, an ihren Enden etwas spateiförmig erweiterte 
und etwas kürzere Gräten und unter diesen ein Paar gleich lange und gleich 
gestaltete, an den Hinterenden einander genäherte Gräten; es markiren sich dem- 
nach hinter der kleinen Kiefernkapsel an jeder Kopfseite drei Gräten, eine kürzere 
obere, respective innere und zwei längere, an ihren Enden etwas erweiterte untere, 
respective äussere Gräten. Hinter den oberen beiden Kieferokapselgräten zwei 
grosse, rundliche, rostbräunliche oder schwärzliche Hornplättchen durchscheinend. 
Endsegment stark verdünnt, etwa halb so lang als das vorhergehende, mit fünf 
stumpflichen Hautzähnen endend, von denen drei auf den Oberrand und zwei 
auf den Unterrand des Stigmenfeldes entfallen, der mittlere der drei Oberrand- 
zähne merklich kleiner als die vier übrigen, unter sich ziemlich gleich grossen 
Stigmenfeldzähne und letztere an der Innenseite mit je zwei schwarzen, breiten, 
fast parallelen Längenstreifeu. Der Mittelzahn am Oberrande des Stigmenfeldes 
an der Innenseite öfters ganz geschwärzt und die beiden äusseren Zähne gewöhn- 
lich mit dünneren oder minder kräftigen schwarzen Längenstrichen als die beiden 
Unterzähne, deren schwarze Färbung nur einen ganz schmalen, hellen Längen- 
strich zwischen sich lässt. Zwischen den beiden Parallelstrichen an der Basis 
der beiden äusseren Oberrandzähne des Stigmenfeldes je ein ganz kleines, ovales 
schwarzbraunes Stigma. 

Puppe: Bis 6 mm. lang, 0-7 mm. dick, stielrund, nach hinten hin kegelig 
verdünnt, schmutzigweiss, am Kopf, Thorax, den Flügelscheiden und den Geni- 
talienscheiden der Q gebräunt glänzend. Stirnkante leistenförmig, unterhalb 
derselben die Augen als zwei grosse, ovale Flecke durchscheinend, oberhalb der- 
selben zwei ziemlich lange, helle, dünne, meist gerade und nach oben hin wenig 
divergirende Hörnchen. Prothorax vorne steil abfallend, der Abfall mit vier bis 
sechs braunen, spitzen, nach hinten gekrümmten, hornigen Zähnchen, von denen 
die mittleren beiden die kräftigsten sind, in Querreihe. Eudsegment der Puppe 
mit zwei gerundeten, zangenförmig gegen einander fassenden, verwachsenen 
Klappen endend. Fussscheiden bei derselben bis Ende des sechsten Hinterleibs- 
segmentes reichend. Genitalienscheiden der 9 Puppe zwei verwachsene, ein Avenig 
aufwärts gebogene Klappenpaare, von denen das obere Paar das untere an Länge 
überrag't; Fussscheiden bei derselben bis Mitte des fünften, Flügelscheideu 
bei beiden Geschlechtern bis Ende des dritten Hinterleibssegmentes reichend. 

Die Larven fand ich in nasser Erde neben einem kleinen Bache in schat- 
tigem Buchenwalde und züchtete daraus im Juni und Juli die Imagines. 

Aus einer ähnlichen, wie der vorstehend beschriebenen, am 18. Mai in 
feuchter Erde neben einem kleinen Wassergraben, zwischen Acker und Anger 
gefundenen Larve ging schon am 28. desselben Monates, also zehn Tage später 
eine Erioytera ohscura Meig. 9 hervor. 



Znr Naturgeschichte verschiedener Arten ans der Familie der Tipuliden. ITI. 195 



22. Gotiomyia schistacea Schümm. 

Larve: (5 mm. lang, 0*8 mm. dick, stielrund, im vorderen Theile stark 
verdickt, nach hinten hin allmälig sich verdünnend, intensiv bräunlicbgelb, die 
vorderen Segmente deutlich abgeschnürt, der hintere Körpertheil mit zahlreichen 
Einschnitten wurmförmig geringelt. Kiefernkapsel gelbbraun, sehr klein. Kiefern- 
kapselgräten sehr schmal, braun, blass durchscheinend, am Hinterende durch 
feine Querbalken verbunden. Endsegment kurz, stumpflich kolbenförmig, mit 
vier ganz kleinen, höckerförmigen Zähuchen endend, von denen die oberen beiden 
weiter nach vorne hin und etwas mehr von einander entfernt stehen als die 
etwas kräftigeren unteren beiden und zwei kleine, kreisrunde, gelbbraune, um den 
vierfachen Durchmesser des einen entfernte Stigmen zwischen sich haben. 

Puppe: Bis 5 mm. lang, 0*8 mm. dick, stielrund, nach hinten hin kegelig 
verdünnt, weiss, dünn und fein lang behaart. Kopf senkrecht, schnauzenförmig, 
stumpflich etwas erweitert und an der Erweiterung unregelmässig dicht braun 
gezähnelt. Augen klein, rundlich, braun durchscheinend. Vorderkante des steil 
ansteigenden Prothorax mit einer in der Mitte unterbrochenen Querreihe kleiner, 
ungleicher brauner, nicht regelmässig gestellter Zäbnchen am Beginne des steilen 
Abfalles, Hinterleib neunringelig, Flügelscheiden bis Mitte des dritten Hinter- 
leibssegmentes reichend. Letztes Segment der cf Puppe am Ende gebräunt, 
an der Oberseite mit vier braunen Zähnchen in Querreihe jenseits der Mitte 
und mit zwei spitzen, nach unten gerichteten Dorne nzähnchen endend; Fuss- 
scheiden bis Mitte des achten Hinterleibssegmentes reichend. Letztes Segment 
der etwas grösseren 9 Puppe mit zwei Querreihen kleiner, brauner Dornenzähnchen 
an der Oberseite und mit aufwärts gebogener, rothbrauner, jederseits mit zwei 
kleinen, braunen Dornenzähnchen besetzter Endspitze ; Fussscheiden bis Anfang 
des sechsten Hinterleibssegmentes reichend. 

Einige Larven und Puppen, aus welch letzteren bald nachher die Ima- 
gines hervorgingen, wurden am 6. Mai in schmierig nasser Erde neben einer 
Wasserrinne in einem Buchenbestande gefunden. 

23. Poecilostola punctata Meig. 

Larve: Bis 15 mm. lang, 2 mm. dick, stielrund, wenn ganz ausgestreckt 
bis zur Hälfte länger und dann nach beiden Leibesenden hin verdünnt, schmutzig 
gelbgrau ins Aschgraue mit schwärzlich durchscheinendem Darminhalte, fein 
schwärzlich gekörnelt, ohne Haarbesatz, zwölfriugelig. Kiefernkapsel schmal, 
langoval, schwarzbraun; Kiefernkapselgräten hornig, das obere Paar lang und 
breit, unmittelbar hinter den Mandibeln beginnend, schwarzbraun wie die Kiefern- 
kapsel gefärbt, im zweiten Dritttheil gelbbraun, im letzten Dritttheil wieder 
schwarzbraun und daselbst parallel in unmittelbarem Anschlüsse an einander 
hinlaufend, am Ende entweder gerade oder schräg abgestutzt. Die unteren beiden 
Kiefernkapselgräten breit, lanzettförmig, etwas kürzer als die oberen, mit stumpf- 

25* 



196 



Theodor Beling. 



lichem Ende, licht gelbbraun, schmal schwarzbraun gerandet, nahe über der 
Basis, innerhalb des lichter gefärbten Feldes mit einem kleinen, schwarzbraunen, 
punktförmigen Fleck. Zwischen den oberen und unteren Kiefernkapselgräten 
jederseits ein verhältnissmässig sehr lang gedehntes, gespitztes, schmutzig gelb- 
braunes oder auch schwärzlichbraunes Horriplättchen. Mandibeln gelbbraun, 
schmal, lang, sehr spitz, sichelförmig gebogen, an der Innenseite etwas oberhalb 
der Mitte mit zwei kleinen, breiten, stumpflichen Sägezähnen. Fühler sehr kurz 
und dünn, pfriemenförmig. Maxillen lang und dick, an der Basis plump, nach 
oben gespitzt und daselbst aufwärts gebogen. Letztes Leibessegment stark ver- 
dünnt, nur etwa halb so dick, auch etwas kürzer als das vorhergehende Seg- 
ment, stielrund, mit fünf zapfenförmigen, das Stigmeufeld umgebenden Haut- 
zähnen endend, von denen drei auf den Oberraud und zwei auf den Unterrand 
entfallen. Von den drei Hautzähnen am Oberrande des Stigmenfeldes ist der 
mittlere weit kleiner als die beiden äusseren, zuweilen nur höckerförmig und 
dann wenig ins Auge fallend; die übrigen vier Hautzähne sind unter sich von 
ziemlich gleicher Grösse, mit stumpflicher, an der Innenseite verwaschen ge- 
bräunter oder geschwärzter Spitze, in einen pinselförmigen Büschel heller, langer 
Haare endend, die öfter zusammen kleben und dann wie ein einziges, dickes 
Haar an je einer Zahuspitze erscheinen. An der Basis der Innenseite eines jeden 
der beiden Unterzähne des Stigmenfeldes ein kleiner, schwarzbrauner, punkt- 
förmiger Fleck. Die beiden kreisrunden, schwarzbraunen Hinterstigmen um etwa 
den dreifachen Durchmesser des einen von einander entfernt. 

Puppe: Bis 16 mm. lang und bis 2-5 mm. am Thorax dick, dunkel 
und schmutzig gelblichbraun bis schwarzbraun, stielrund, an jeder Hinterleibs- 
seite mit einer abgesetzten, schmalen, wulstigen, mit kleinen unregelmässigen, 
zahnförmigen Höckern versehenen Längenkante. Die beiden Stirnhörnchen ganz 
kurz, gleichmässig breit, an der dunkleren Spitze gerundet, äusserst fein und 
dicht kerbzähuig, blass gelblichbraun oder schwärzlich. Hinterleib neungliederig; 
Oberseite des vierten bis achten Hinterleibssegmentes mit je drei bis sechs un- 
regelmässigen und häufig unvollständigen Querreihen kleiner, ungleicher, höcker- 
artiger, stumpfer Zähnchen, von welchen Querreihen die letzte in der Nähe des 
Hinterrandes des Segmentes in Beziehung auf Zahl und Ausbilduug der Zähnchen 
die vollständigste zu sein püegt. Bauchseite des fünften bis achten Hinterleibs- 
segmentes in der Nähe des Hinterrandes mit je einer Querreihe kräftigerer und 
spitzerer Zähnchen als an der Oberseite des Segmentes, vor der Mitte eines jeden 
dieser Segmente eine durch weiten Mittenzwischenraum unterbrochene, von vier 
kleinen Zähuchen gebildete Querreihe, in weicher je zwei und zwei Zähnchen 
ganz nahe bei einander stehen. Flügelscheiden bis Ende des dritten. Fussscheiden 
bis Ende des vierten Hinterleibssegmentes reichend. Endsegment der Puppe 
aufwärts gebogen, an der Oberseite mit zwei Längenreihen starker Dornenzähne, 
eine jede dieser Längenreihen aus drei Stücken bestehend, von denen die zu 
hinterst etwas gespreizt stehenden die kräftigsten sind. Das bogig aufwärts 
gekrümmte Endsegment der 9 Puppe an der Oberseite mit vier in einem Viereck 
stehenden, mässig starken Dornenzähnen und mit hornförmigen, verwachseneu, 



Zur Nuturgeschichte verschiedener Arteu aus der Familie der Tipuliden. III. 197 



um Ende zuweilen etwas von einander abstehenden und dann zweispitzig er- 
scheinenden Legeröhrscheideu. 

Die Larven leben in schmierig nasser Erde der Rcäuder von Wassergräben 
und Bächen in Fluren und Gefilden. Sie verpuppen sich mehrentheils in der 
ersten Hälfte des Monats April, mitunter auch schon gegen Ende des März und 
nach etwa zweiwöchiger Puppenruhe erscheinen die Imagines. — Die Puppen 
sind gewöhnlich mit eiuer anhaftenden Schmiererdeschicht überzogen, und die 
Puppenexuvien sieht man da, wo die Larven lebten, in der Regel in Mehrzahl 
nahe bei einander aus Schlamm und vegetationsleerem Boden hervorragen. 

24. JLimnophila fuscipennis Meig. 

Larve: Bis 12 mm. lang, 2 mm. dick, zarthäutig, bräunlichgelblich, glatt, 
matt seidenglänzend, stielrund, nach hinten hin verdickt, die Leibessegmente bis 
zum zehnten einschliesslich an Länge allmälig zunehmend, das neunte, zehnte 
und eilfte Glied unter einander von ziemlich gleicher Länge, das eilfte das dickste 
und bei der kriechenden Larve in der Regel noch weit dicker als sonst erscheinend, 
insbesondere am hinteren Ende. Darmiuhalt im hinteren Theile der Larve schwarz- 
braun, fadenförmig in unregelmässiger Windung durchscheinend. Letztes Leibes- 
segment braun, halb so lang und weit dünner als das vorletzte, abgestumpft, 
kegelig, stielrund, kurz und hell zottig behaart, an der Unterseite in der Mitte 
mit einer behaarten Querfurche und dahinter mit drei langen, spitzen, steil nach 
unterwärts abstehenden Haarpinseln in Querreihe oder — an einer anderen Larve 
— mit vier kurzen, hellen, quergereiften Fleischzapfen, zwei und zwei an jeder 
Seite; an seinem Ende mit zwei breiten und verhältnissmässig langen, spitzen, 
an der Innenseite glänzend schwarzbraun gefärbten, quergerieften Hautzähnen, 
die an ihren Enden einen laugen, schwarzbraunen, der kriechenden Larve nach- 
schleppenden Haarbesatz tragen. Oberhalb dieser beiden Hautzähue zwei weit 
kleinere, mit ähnlichen, aber kürzeren schwarzbraunen Haaren pinseiförmig be- 
setzte, weiter von einander entfernt stehende, hellere, häutige Zähnchen und 
zwischen diesen zwei gerundete, kleine, blasse, bräunliche, um den vier bis sechs- 
fachen Durchmesser des einen von einander entfernte Hinterstigmen. Kiefern- 
kapsel klein, gelbbraun, hinter derselben eine vorn breite schwärzlichbrauue, nach 
hinten hin sich verschmälernde, am Ende aber wieder knopfförmig erweiterte Chitin- 
platte mit einem breiten, helleren Längenstrich in der vorderen Hälfte durch- 
scheinend und in einiger Entfernung hinter dieser Platte mitunter zwei nahe 
neben einander stehende, bräunliche Punkte. Tiefer liegend zu beiden Seiten 
der Platte je zwei ganz schmale, kurze, über einander liegende, schwärzliche 
Gräten durchscheinend. Taster kurz, hell. 

Puppe: 9 llnim. lang, 2mm. am Thorax dick, geschwärzt bräunlich, 
nach hinten hin stark verdünnt, kegelig mit zusammengedrückten, scharfen 
Seitenkauten des Hinterleibes, an der Oberseite mit zum Theile in abgebrochenen 
Querreihen, mehrentheils aber unregelmässig oder zerstreut stehenden, kleinen, 
zahnartigen Höckern; an der Unterseite sehr fein, quergerieft, fast glatt, mit 



198 



Theodor Beling. 



seichten Wülsten und einigen zerstreuten, höckerförmigen Erhabenheiten. Die 
beiden Stirnhörnchen verhältnissmässig sehr lang, quergerillt, an der Basis 
schwarzbraun, nach oben hin schmutzig bräunlichgelb, an der stärker gebräunten 
Spitze schwach spateiförmig erweitert. Thorax an jeder Seite in der Längenmitte 
mit zwei kleinen, schwarzbraunen, hinter einander stehenden Höckerchen. Die 
zwei Paar mit einander verwachsenen Legeröhrscheiden lang und spitz, das obere 
Paar etwas länger als das an seinem Ende zweizähnige untere Paar, an der Basis 
der Legeröhrscheiden jederseits ein starker Dornenzahn und weiter nach unten 
zwei weit kleinere Dornen. Die stark längsgerieften Flügel scheiden bis Ende 
des dritten, die Fussscheiden bis Ende des vierten Hinterleibssegmentes reichend. 

Drei Larven wurden am 26. Juni im Schlamme eines in Austrocknung 
begriffenen, einen Garten durchziehenden und an der einen Seite von Bäumen 
und Gebüsch eingefassten Wassergrabens gefunden und aus denselben am 5., respec- 
tive 7. Juli zwei Imagines, eine Q und ein c^, gezüchtet. 

25. Limnophila hyalipennis Zetterst. 

Larve: Bis 8 mm. lang, 0*8 — 1 mm. dick, schmutzig bräunlichgelb, bräun- 
lich oder schwärzlich sehr fein gekörnelt, zarthäutig, stielrund, kahl, an den 
drei Thoraxsegmenten merklich verdickt, insbesondere am mittleren, welches 
doppelt so lang ist wie das dritte, nach dem Leibesende hin allmälig dünner 
werdend. Kiefernkapsel oval, klein, schwarzbraun, nach hinten hin in zwei nahe 
beisammen stehende, breite, gespitzte Gabelzinken auslaufend. Kriechschwielen 
nicht bemerkbar. Das letzte Leibessegment nur etwa zwei Dritttheile des vor- 
hergehenden Segmentes lang und etwas dünner, am Ende gerundet, ohne Zahn- 
oder Zapfenbesatz, an der nach unten hin etwas abgeschrägten Rundung mit 
einem grossen, schwärzlichbraunen oder auch kastanienbraunen, scheibenför- 
migen, etwas eingedrückten Hornfleck und in diesem Flecke in der Nähe des 
Oberrandes zwei kleine, punktförmige, dunklere, um vier bis sechs, mitunter acht 
Durchmesser des einen von einander entfernte Hinterstigmen. 

Puppe: Bis 9 mm. lang, 1*5 mm. am. Thorax dick, kegelförmig nach hinten 
hin verdünnt, glatt, etwas glänzend, citronengelb mit etwas dunkleren Scheiden. 
Der stark buckelig erhobene Thorax stärker glänzend, sehr fein quergerillt, am 
Vorderende oben steil, fast rechtwinkelig abfallend, unten in eine kurze, stumpfe, 
mit kleinen Zähnchen besetzte, schnauzenförmige, gebräunte Verlängerung aus- 
laufend. Stiruhörnchen nicht vorhanden. Augen gross, braun durchscheinend. 
Der lauggestreckte, kegelige, neungliedrige Hinterleib an der Oberseite des vierten 
bis einschliesslich achten Segmentes in der Nähe des Hinterrandes mit einer 
Querreihe sehr dicht gestellter, ganz kurzer, brauner Zähnchen, welche sich am 
Kfchsten, siebenten und achten Segmente auch über die Bauchseite erstrecken. 
Flügelscheiden bis Mitte oder Ende des vierten. Fussscheiden bei bis Ende des 
achten, bei 9 Mitte oder Ende des sechsten Hinterleibssegmentes reichend. 
Die kleinere, nur 5 mm. lange, 1 mm. dicke cf Puppe am Hinterende stumpf 
abgerundet und daselbst mit kleinen, höcker- oder warzenförmigen Zähnchen 



Zur Naturgeschichte verschiedener Arten aus der Familie der Tipuliden. III. 



199 



besetzt. Endsegment der Q Puppe an jeder Seite der Basis mit einer abgebrochenen 
Querreihe ähnlicher Zähuchen, wie solche am Kücken der vorhergehenden Seg- 
mente sich belinden, mit kegelig aufwärts gebogener, gelbbrauner, aus zwei ver- 
wachseneu, die Legeröhre umgebenden Scheidenpaaren bestehender Spitze in der 
Weise endend, dass das obere Scheidenpaar in der Regel das untere au Länge 
merklich überragt. 

Die Larven, respective Puppen fand ich im Walde theils auf und an Fahr- 
wegen, in der schon seit längerer Zeit von den Rädern seitwärts gedrängten 
Erde, theils und vorzugsweise aber in einstmals von Ameisen zusammengetragenen, 
von diesen jedoch längst verlassenen grösseren Erdhügeln in dreissig- bis fünf- 
zigjährigen Fichtenbeständen, seltener in Buchenbeständen. Die Verpuppung 
beginnt schon mit Aufaug des Monats April, bei Weitem weniger fand ich Puppen 
noch im Mai oder gar im Juni. 

26. Limnophila lineola Meig. 

Larve: Bis 12mm. laug, 2mm. dick, stielrund, zwölfringelig, glatt, 
schmutzig gelblich oder bräunlich, seidenglänzend, ziemlich zarthäutig. Die ein- 
zelnen Leibessegmente vom dritten an ziemlich scharf, respective deutlich ge- 
sondert, bis zum vorletzten an Länge allmälig etwas zunehmend, mit ganz wenigen, 
sehr kurzen, steifen, schwarzen Borstenhaaren in unterbrochener Querreibe be- 
setzt. Kiefernkapsel klein, schmal, schwarzbraun, mit kleinen, schmalen, sichel- 
förmig gebogenen, sehr spitzen, braunen Mandibeln und weit vortretenden, hellen, 
plumpen Tastern, deren erstes Glied walzenförmig, dick und lang ist. Hinter 
der Kiefernkapsel zwei Paar Gräten schwarzbraun durchscheinend, das obere 
Paar laug, nur durch schmaleu Zwischenraum getrennt, zu Anfang etwas bogig 
auseinander tretend, dann parallel, nach hinten hin sich allmälig verdickend 
und am Ende spateiförmig erweitert; die unteren beiden Kiefernkapselgräteu 
kürzer und dünner als die oberen und zu diesen bogenförmig aufsteigend, an 
ihrem Ende in der Regel kurz und breit spateiförmig erweitert. Endsegment 
btielrund, kaum halb so lang und halb so dick als das vorhergehende Segment, 
mit vier kurzen, breiten, respective dicken und plumpen, im Viereck stehenden, 
das Stigmenfeld umgebenden Hautzähnen endend, von denen die beiden unteren 
etwas länger als die beiden oberen zu sein pflegen. Im Uebrigen diese vier 
Stigmenfeldzähne an der dem Stigmenfelde zugekehrten Fläche dergestalt ein- 
seitig schwarzbraun gerandet, dass sowohl an den oberen, wie an den unteren 
beiden Zähnen die einander entgegengesetzten Längenränder geschwärzt sind. 
Alle vier Stigmenfeldzähne sind an ihren Spitzen mit einem Büschel sehr feiner, 
lauger Haare besetzt, die an den unteren beiden Zähnen zahlreicher und länger 
als an den oberen beiden zu sein pflegen und bei der im Schlamm kriechenden 
Larve wie ein nachschleppender Schwanz, bei der mehr im Trockenen befindlichen 
Larve dagegen wie ein einziges, sehr langes, an der Basis dickes, dunkles Haar 
an je einem Hautzahne erscheinen. Die beiden Hinterstigmen schwarzbraun, 
oval, etwas schräggestellt, um etwa den doppelten Durchmesser des einen von 



200 



Theodor Beling. 



einander entfernt, unterhalb derselben zwei ziemlich gleich grosse, schwarzbraune, 
etwas weiter von einander entfernte, rundliche Punkte, die mit den beiden Hiuter- 
stigmen in nicht ganz gleichseitigem Viereck stehen. 

Bei der kriechenden Larve pflegt sich das vorletzte Leibessegment ähnlich 
wie bei den Larven von JPedicia rivosa und Tricyphona immaculata zeitweise 
erbeblich zu verdicken. 

Eine kleine Anzahl Larven fand ich in einem Buchenbestande in schmierig 
nasser Erde des Randes einer Bachriune am 31. Mai, aus denen vom 14. bis 16. Juni 
einige Imagines hervorgingen. 

Die Beschreibung der Puppe siehe im zweiten Beitrage. 

27. Limnophila nemoralis Meig. 

Larve: Bis 10mm. lang, TS mm. dick, schmutzig bräunlichgelblich, 
seidenglänzend, im vorderen Theile in der Regel dunkler gefärbt, stielrund und 
wenn ganz ausgestreckt, nach beiden Leibesenden, namentlich nach hinten hin, 
etwas verdünnt. Kiefernkapsel schwarzbraun, glänzend, schmal, im vorderen 
Theile gelbbraun, nach hinten hin in ein durch die ersten Leibessegmente bräun- 
lichgelb hindurchscheinendes breites, längliches Hornplättchen verlängert. Kiefern- 
kapselgräten lang, das obere Paar zweiarmig, die oberen Arme lang, fein, schwarz- 
braun, in der Mitte etwas auseinandertretend, am Ende mit einem schwärzlichen 
oder schwärzlich gerandeten rundlichen Hornplättchen, so dass am Hinterende 
des oberen Kiefernkapselgrätenpaares zwei schwärzliche, mitunter auch gelb- 
braune Flecke durchscheinen. Die unteren Arme des oberen Kiefernkapsel- 
grätenpaares nach hinten, respective unten hin, divergirend, fein, schwarzbraun, 
hinten sich ausspitzend, etwas über halb so lang als die oberen Arme. Das untere 
Kiefernkapselgrätenpaar einfach, fein, schwarzbraun, von ziemlich gleicher Länge 
mit den oberen Armen des oberen Grätenpaares. Mandibeln plump, lang, mit 
seitwärts gekrümmten Spitzen. Fühler kegelig, lang, weit vortretend. Den Rücken 
der Larve entlang zwei durchscheinende Tracheen ziehend. Das letzte oder zwölfte 
Leibessegment an der Basis stark verdünnt, kaum halb so lang wie das vorher- 
gehende Segment, stielrund, an dem in der Regel etwas dickeren Ende mit fünf 
gespreizt stehenden, breitbasigen, verhältnissmässig grossen Hautzähnen, von denen 
drei auf den Oberrand und zwei auf den Unterrand des Stigmenfeldes fallen. 
Von den drei Zähnen des Oberrandes der mittlere ganz kurz und erheblich 
kleiner als die übrigen beiden unter sich und auch mit den beiden Zähnen des 
Unterrandes ziemlich gleich grossen, mitunter nur einen kleinen Höcker bildend, 
an der Innenseite in der Regel nicht abweichend gefärbt, während die übrigen 
vier Hautzähne an der Innenseite mit schwarzbraunen, je eine nach der Basis des 
Zahnes hin offene Winkelzeichnung bildenden Säumen versehen sind. Alle Stig- 
menfeldzähne an der Spitze mit hellen, zurück, respective nach auswärts ge- 
krümmten, kurzen Wimperhaaren kammförmig besetzt und die Spitze eines jeden 
der unteren beiden Stigmenfeldzähne mit einem langen, steifen, mehr oder weniger 
rechtwinkelig abstehenden Haare. Die beiden au der Basis der äusseren Zähne 



Zur Naturgeschichte verschiedeuer Arten aus der Familie der Tipuliden. III. 201 



des Oberrandes des Stigmenfeldes stehenden Hinterstigmen um den zwei- bis 
dreifachen Durchmesser des einen von einander entfernt, fast kreisrund, mit 
kleiner, schwarzbrauner Scheibe und breitem, helleren Rande, in der Mitte zu- 
weilen weiss gepunktet. Unterseite des Endsegmentes der 9 Larve mit vier licht- 
bräunlichen, in einem Viereck stehenden, zahnförmigen Höckern, von denen die 
vorderen zwei mit der ziemlich scharfen Spitze nach vorwärts gerichtet sind. 
Bauchseite der letzten Leibessegmeute mit seichten Kriechschwielen. 

Puppe: Bis 7'5 mm. lang, 1*5 mm. am Thorax dick, etwas abgeplattet, 
nach hinten hin kegelförmig verdünnt; Hinterleib mit zusammengedrückten, 
scharf abgesetzten Seiteukanteu, schmutzigbraun. Stirnhörnchen kurz, schwarz- 
braun, an der Spitze hell, bogig nach unten gerichtet. Hinterleib neunriugelig, 
die Segmente vom zweiten bis einschliesslich achten an der Oberseite mit je zwei 
Querreihen kurzer, nahe beisammen stehender Dornenzähnchen, welche am fünften 
bis einschliesslich achten Segraeute auch bauchseitig, aber kleiner und mehr in 
Höckerform vorhanden sind. Endsegment der Puppe stumpf, an der Basis der 
Oberseite mit vier in einem Viereck stehenden Dorueuzähnen, am Ende der Ober- 
seite mit zwei starken, divergirend aufwärts gerichteten Dorueuzähnen. Eud- 
segment der 9 Puppe schnabelförmig aufwärts gebogen, aus zwei mit einander 
verwachsenen, die Legeröhrscheiden bildenden Klappenpaaren bestehend, an der 
Basis der Oberseite mit vier kräftigen, im Viereck stehenden, mit ihren Spitzen 
nach hinten gerichteten Dorneuzähnen. Flügelscheiden bis Ende des dritten, 
Fussscheiden bis Ende des vierten Hinterleibssegmentes reichend. 

Larven wurden zu verschiedenen Zeiten im Walde in schmierig nasser 
Erde an Bachrändern, in und an Gräben und Vertiefungen etc. gefunden. Ima- 
gines züchtete ich aus den mit zu Hause genommenen Larven in den Monaten 
Mai, Juni und Juli. 

28. Limnobia dumetorum Meig. 

Larve: Bis 15 mm. lang, TS mm. dick, stielrund, wurmförmig, zarthäutig, 
glatt, glänzend, wasserhell, mit sehr intensiv schwarzbraun durchscheinendem 
Darminhalte. Kiefernkapsel mit gelbbraunem Vorderrande, dahinter ein mond- 
sichelförmiger, heller Fleck, dann ein breites, gelbbraunes Querband und hinter 
diesem wieder ein helles vierseitiges, nach hinten hin erheblich verschmälertes, 
an seinen Seiten und am Hinterende schmal schwarzbraun gesäumtes, in zwei 
kurze, schwarze, nadeiförmige Spitzen oder Zinken auslaufendes Feld. Wangen 
mit grossem, glänzend schwarzbraunem, mehr in die Breite als in die Länge ge- 
dehntem viereckigen, an der inneren Hinterecke in eine schwärzlichgraue Feder- 
fahne oder verwaschen fransenförmige, breite Spitze ausgezogenem Flecke. Unter- 
seite des ersten Leibessegmentes mit zwei durchscheinenden, schwarzbraunen, 
etwas divergirenden Langenlinien. Den Rücken entlang zwei sehr deutliche Tra- 
cheen. Endsegment lang und bald mehr, bald weniger verdünnt, am gerundeten 
Hinterende schwach umwulstet und innerhalb der von dem Wulste umgebenen 
Vertiefung oder Einstülpung mit zwei länglichen, blassen, bräunlichen, mit ihren 

Z. B, Ges. B. XXXVI. Abh. 26 



202 



Theodor Beling. 



oberen Enden schräg gegen einander gerichteten und daselbst um den ein bis 
anderthalbfachen Längendurchmesser des einen von einander entfernten, schwärz- 
lichbraunen, in ihrer Mitte dunkler gepunkteten Hinterstigmen. Unterhalb der 
Mitte des Zwischenraumes der beiden Hinterstigmen mitunter zwei schmale, 
bräunliche Verticalstriche nahe bei einander. 

Eine kleine Anzahl solcher, wie L. tripunctata und L. nigropunctata in 
häutigen Säcken steckender Larven wurde am 5. März in einem Buchenwalde 
in der Faulstelle eines Stammes etwa 1 Meter hoch über dem Boden gefunden 
und daraus am 3. und 5. Mai einige Imagines 9 9 gezüchtet. 

29. Limnobia flavipes Fabr. 

Larve: Bis 16 mm. lang, 1-5 mm. dick, stielrund, wurmförmig, zarthäutig, 
glänzend, gelblichweiss mit schwarzbraun stark durchscheinendem Darminhalte. 
Kieferukapsel schwarzbraun am Hinterende ausgezogen gerundet, ganz breit und 
stumpf, dreizackig, verwaschen dunkler; in der Mitte der Oberseite mit einem 
breiten, hellen Längenwisch und an jeder Seite mit einem breiten, hellen, hinten 
gerundeten und daselbst ziemlich breit verwaschen schwärzlich gesäumten Wangen- 
üeck. Unterseite der Kiefernkapsel spitzwinkelig ausgeschnitten, mit zwei neben 
einander stehenden, kurzen, schwärzlichen, fadenförmigen Zäpfchen. Die kurzen 
Fühler licht kastanienbraun. Endsegment merklich dünner, aber etwas länger 
als das vorhergehende, mit nach hinten hin abgeschrägtem, schwach wulstig 
vierseitig umrandetem Stigmenfelde und in diesem mit zwei zu einander schräg 
gestellten, nach unten hin divergirenden, ovalen, schwarzbraunen, oben etwas 
mehr als den Längendurchmesser des einen entfernten Hiuterstigmen, After der 
eine 2 liefernden Larve dick wulstig vortretend. 

Einige Larven fand ich am 27. Februar an feuchter Stelle in einem meist 
aus jüngeren Eschen zusammengesetzten Laubholzbestande unter Laub und Ge- 
niste und zog daraus am 30. April eine Imago 9- 



Ausser den vorstehend aufgeführten Tipuliden züchtete ich noch: 

Dasyptera nodulosa Macq. und Dasyptera lineata Meig. aus in schlammiger 
Erde am Waldesrande gefundenen, nicht näher untersuchten Puppen im April, 
respective Mai. 

Limnophüa ochracea Meig. in einem Exemplar am 1. August aus nasser 
Erde, mit welcher einige Zeit zuvor Larven von Tipula lutescens von einer quelligen 
Waldstelle eingeholt waren. 

Limnobia macrostigma Schümm, aus faulem, der Anbruchsteile einer Buche 
im Walde entnommenen Holze in je einem am 29. und 30. Mai und in sieben 
9 9 vom 1. bis 26. Juni. 



Zur Naturgeschichte verschiedener Arten aus der Familie der Tipuliden. III. 203 



Zum Bestimmen der von mir untersuchten Tipuliden-Larven sind 

die uaelistehenden beiden Tabellen entworfen, von denen die erste sich vorzugs- 
weise über Gattuneren, die andere über Arten des umfangreichen Genus Tipula 
erstreckt. Beide Tabellen gründen sich in erster Linie auf die Beschaffenheit 
des letzten Leibessegmentes, da dieses, abgesehen von den allerdings nicht immer 
ganz sich gleich bleibenden, aber dennoch wesentlich mit in Betracht zu ziehen 
gewesenen, farbigen Punkten, Strichen und Flecken an dem das Stigmenfeld um- 
gebenden Hautzapfen etc., ziemlich beständige und leicht ins Auge fallende 
Unterscheidungsniomente bot und es mir vor Allem darauf ankam, solche Merk- 
zeichen hinzustellen, welche sich ersehen lassen, ohne dass es nöthig wird, die 
Larven bei der Untersuchung zu beschädigen oder gar zu tödten. 

Es liegt auf der Hand, dass diese Tabellen der Ergänzung und Abänderung 
um so bedürftiger erscheinen werden, je mehr die noch mangelhafte Kenntniss 
der betreffenden Larven wächst; ich gebe sie deshalb auch nur als einen ersten 
Versuch zur sicheren Bestimmung eines immerhin nicht ganz unbedeutenden 
Theiles der deutschen Tipuliden-Larven und zur Grundlage für weitere Forschung. 

Wegen des allgemeinen Charakters dieser Larven nehme ich Bezug auf 
die Einleitung zu meinem zweiten Beitrage. 

I. TabeUe zum Bestimmen von Gattungen und einigen Arten dfer 
Tipuliden-Larven. 

l. Das letzte Leibessegment an seinem Ende mit häutigen oder fleischigen 
Zapfen, oder mit Zähnen, oder mit einem die Hinterstigmen umgebenden 



wulstigen Rande 2 

Das letzte Leibessegment am Hinterende abgerundet oder abgeflacht, oder 
in einen einziehbaren Stigmenträger verlängert 16 

2. Das letzte Leibessegment mit häutigen Zapfen oder dergleichen Zähnen 

endend, welche, sofern es mehr als zwei sind, in der Regel das Stig- 
menfeld umgeben 3 

Das letzte Leibessegment mit einem wulstigen, nur schwach oder gar 
nicht gezähnten, das Stigmenfeld umgebenden Rande endend. Larven 
wurmförmig, stielrund, zarthäutig 15 

3. Das letzte Leibessegment mit acht Hautzapfen endend, von denen vier 

auf den Oberrand, zwei auf den Unterrand und zwei auf die beiden 



Seiten fallen. Larve in Erde . . Tipula suhnodicornis Zetterst. 
Das letzte Leibessegmeut mit sechs oder weniger häutigen Zapfen endend 4 
4. Endsegment mit sechs das Stigmenfeld umgebenden Zapfen oder Zähnen, 
von denen vier am Obenande, zwei am Unterrande befindlich 

Tipula (excl. T. Selene) Ctenophora, Pachyrhina. 



Endsegment mit weniger als sechs Zapfen oder Zähnen endend ... 5 
5. Endsegment mit fünf das Stigmenfeld umgebenden häutigen Zähnen, 

von denen drei am Oberrande befindlich 6 

26* 



204 



Theodor Beling. 



Endsegment mit vier oder weniger häutigen Zähnen oder Spitzen . . 11 

6. Der mittlere von den drei Zähnen am Oberrande des Stigmenfeldes von 

ziemlich gleicher Grösse wie die beiden Aussenzähne 7 

Jener mittlere Oberrandzahn des Stigmenfeldes merklich kleiner als ein 
jeder der beiden Aussenzähne ^) 10 

7. Larve grün mit zwei breiten, braunen, winkelig hin und her gebogenen 

Längenbändern des Eückens. In feuchter Erde . . . Dolichopeza» 
Larve schmutzigweiss oder gelblichgrau, oder bräunlich 8 

8. Sämmtliche Hautzähne des Stigmenfeldes an der Innenseite ungefärbt. 

In faulenden Stöcken, Stämmen und Aesten von Laubhölzern 

Epiphragma, 

Jene Hautzähne sämmtlich oder zumTheile au der Innenseite mit schwarz- 
brauner Färbung oder Zeichnung 9 

9. Jeder Hautzahn an der Innenseite mit zwei parallelen, bald mehr, bald 

weniger intensiv schwarzbraunen und mehr oder weniger breiten Längs- 
säumen. Mehrentheils in nasser oder feuchter Erde 

Trichosticha, Erioptera. 

Jeder der drei Hautzähne des Oberrandes des Stigmenfeldes an der ganzen 
Innenseite schwarzbraun, glänzend; die beiden Zähne des Unterrandes 
des Stigmenfeldes an der Innenseite bräunlich gerandet. In nasser 
Erde Symplecta* 

Jeder der ganz platten fünf Hautzähne des Stigmenfeldes an der ganzen 
Innenseite schwarzbraun, glänzend, an der Spitze mit langen, hellen 
Wimperhaaren. Larve dunkel, schmutzig olivenbräunlich Dasyptera, 

10. Die Hautzähne des Stigmenfeldes sämmtlich oder zum Theile au der 

Spitze der Innenseite glänzend schwarzbraun gefleckt, respective punk- 
tirt, nach unten hin verwaschen gebräunt, an ihrem Ende mit einem 
kleinen pinselförmigen Büschel brauner, steifer, nach aussen gespreizter 
Haare, von denen sich eines oder einige durch Länge und Stärke vor 
den übrigen auszuzeichnen pflegen. Oefter kleben diese Haare je eines 
Hautzahues dergestalt zusammen, dass sie wie ein einziges dickes, nach 
oben hin lang gespitztes Haar erscheinen. In nasser Erde 

JPoecilostola, 

Die Hautzähne des Stigmenfeldes, mit Ausschluss des kleineren mittleren 
des Oberrandes, an der Innenseite mit schwarzbraun gesäumten Rändern, 
so dass je eine winkelige Figur sich zeigt. In nasser Erde im Walde 

Limnophila tieynoralis Meig. 

11. Endsegment mit vier Zähnen 12 

Endsegment mit zwei neben einander stehenden, schwanzförmigen Spitzen, 

an deren oberer Basis die beiden Hinterstigmen befindlich sind . . 18 



1) Zuweilen fehlt der kleinere mittlere Stigmenfeldzahn oder ist sehr unscheinbar kleine 
in welchem Falle sich dann ein weiter Zwischenraum zwischen den beiden übrigen, respectiv, 
äusseren Zähnen zeigt. 



Zur Naturgeschichte verschiedener Arten aus der Familie der Tipnliden. III. 205 



12. Die vier Zähne des Endsegmentes stehen je zwei und zwei über einander 

und die oberen beiden, erbeblich kleineren und weiter von einander 
entfernten haben die beiden kleinen, blassen, bräunlichen Hinterstigmen 
zwischen sich. Larven in schlammiger Erde 

Limnophila fuscipennis Meig. 
Die vier Zähne des Endsegmentes umgeben das Stigmenfeld .... 13 

13. Die vier das Stigmenfeld umgebenden Hautzähne verhältnissmässig gross 14 
Jene Hautzähne klein, höckerförmig, die oberen zwei weiter von einander 

entfernt als die etwas kräftigeren unteren beiden. In nasser Erde an 
Waldbächen Gonomyia schistacea Schümm. 

14. Die vier in einem Viereck stehenden Hautzähne des Stigmenfeldes ganz 

stumpf und kurz, an der Innenseite mit der Aussenseite gleich gefärbt. 

In Baumpilzen Limnobia amiulus Meig. 

Jene vier Hautzähue kurz, plump, an der Spitze stumpflich und daselbst 
mit einem Büschel verhältnissmässig sehr langer, feiner, zum Theile 
schwarzbrauner Haare besetzt, an der Innenfläche einseitig schwarz- 
braun gerandet. In nasser Erde im Walde 

Limnophila lineola Meig. 

Die vier das Stigmenfeld umgebenden Zähne verhältnissmässig sehr laug, 
hornig, kastanienbraun, an ihren Enden geschwärzt. In Waldhumus ^ 
unter der Laubdecke des Bodens Tipula Selene Meig. 

15. Hinterstigmen kreisrund. In humoser Erde in Wald und Gebüsch unter 

Laub Limnobia nigroj)unctata Schümm., i. tripunctata Fabr. 
Hinterstigmen oval, schräg gegen einander gerichtet, oben weniger weit 
als unten von einander entfernt. Theils in faulem Holz, insbesondere 
Laubholz: Limnobia diimetorumMe'ig., L, obscuricornis Bei., 
RJiipidia uniseriata Schiner, theils in altem Kuhdünger: Mhi- 
piclia maciilata Meig., theils unter Laub und Geniste im Walde 

Limnobia flavipes Fabr. 

16. Endsegment dünn, stielruud, nach hinten hin allmälig keulenförmig ver- 

dickt, mit einem stielrunden, einziehbaren, an seinem Ende abgestutzten 
Stigmenträger. In Waldbächen . . . JPtychoptera lacustris Meig. 
Eudsegment am Hinterende abgerundet oder abgeflacht 17 

17. Endsegment an der Oberseite hinten abgerundet, an der Kundung mit 

einem grossen, scheibenförmigen, schwärzlichbraunen Horufleck und 
innerhalb dieses Fleckes nahe am Oberrande zwei kleine punktförmige, 
dunklere, von einander entfernte Stigmen. In Erde im Walde, gerne 
in kleinen festen, einstmals von Ameisen zusammen getragenen Erd- 
hügeln Limnophila hyalipennis Zetterst. 

Endsegment schräg von vorne nach hinten abgeflacht, an der Abflachung 
mit zwei kreisrunden, schwarzbraunen Stigmen und unterhalb eines 
jeden derselben ein etwa ebenso grosser, schwarzbrauner, dreieckiger 
Fleck mit convexer Aussenseite; oberhalb der beiden Hinterstigmen 



206 



Theodor Beling. 



ein kleines langgedehntes, elliptisches, braunes Hornfleckchen. In faulem 
Laubholze Limnophila pallida Bei. 

18. Larve sehr zarthäutig, weiss, ansehnlich, mindestens 20mm. lang, 

5 mm. dick, mit je zwei dicken Fussstununeln am achten bis ein- 
schliesslich eilften Segmente. Im Walde im Schlamme von Bächen 

und QuelleD, auch in nasser Erde Pedicia rivosa L. 

Larve weit kleiner, bis höchstens 15 mm. lang und 2 mm. dick, gelblich 
oder bräunlich 19 

19. Larve bräunlichgelb, ohne Fussstummel. In und an Waldbächen in 

schlammiger Erde Tricyphona immaculata Meig. 

Larve schmutzig gelblichgrau, an der Unterseite des siebenten bis ein- 
schliesslich eilften Segmentes je ein Paar cylindrischer Fussstummel, 
von denen die bis zum neunten Segment verhältnissmässig stark, die 
der übrigen beiden Segmente erheblich schwächer sind. Im Schlamme 
eines im Austrocknen begriffenen Baches einmal gefunden 

Gnophomyia pilipes Fabr. 



II. Tabelle zum Bestimmen Yon Arten der Gattung Tipula, 

1. Die Seiten der Leibessegmente am Hinterende zahnförmig oder zapfen- 

förmig erweitert 2 

Die Seiten der Leibessegmente ohne zahn- oder zapfenförmige Erwei- 
terungen, nur mit wenigen am Rücken je eines Segmentes in Quer- 
reihen geordneten, kurzen, steifen, in der Regel gebräunten oder ge- 
schwärzten Haaren, seltener mit warzen- oder schuppenförmigen Dornen 
(T. subnodicornis) besetzt 5 

2. Auch der Rücken der Leibessegmente mit zapfen- oder dornenförmigen 

Erweiterungen in Querreihe 3 

Rücken der Leibessegmente ohne dergleichen Erweiterungen, vielmehr 
nur mit Querreihen entfernt stehender, kurzer, steifer, schwarzbrauner 
Haare. Die vier oberen Stigmenfeldzapfen lang, dünn und spitz . . 4 

3. Larve schwärzlich gekörnelt, die Zapfen des Oberrandes des Stigmen- 

feldes an der Innenseite mit der Aussenseite gleich gefärbt, Basis der 
unteren beiden Stigmenfeldzapfen an der Innenseite mehrentheils mit 
einem keilförmigen Querstrich. In Erde von Aengern, auch in und 

an moderndem Holze T. Winnertzii Egger. 

Larve nicht schwärzlich gekörnelt, Basis der mittleren beiden Zapfen 
des Oberrandes des Stigmenfeldes an der Innenseite mit einem kurzen, 
öfters aus zwei verwaschenen, schwarzbraunen Punkten bestehenden 
Querstrich, der indessen zuweilen auch fehlt oder nur als je ein Punkt 
vorhanden ist. Die stumpflichen Unterzapfen des Stigmenfeldes an 
der Basis der Innenseite mit verhältnissmässig grossem, breiten, schwarz- 



Zur Naturgeschichte verschiedener Arten aus der Familie der Tipuliden. III. 207 



brauDen Querfleck oder Querstrich. In trockener, beraseter oder be- 
mooster Erde im oder am Walde T. prumosa Wiedem. 

4. Rücken der dunkel gefärbten, bräunlichen oder schwarzbräunlichen Larve 

mit zwei bogig geschlängelten oder hin und her geknickten, nahe bei- 
sammen stehenden, die beiden mittleren Rückendornen der Leibesseg- 
mente in sich fassenden, dunkleren Längenbändern. Basis der Innenseite 
eines jedender beiden Unterzäbne des Stigmenfeldes mit einem grösseren 
unregelmässigen, schwarzbraunen Fleck und in der Regel auch die 
Basis der Innenseite der beiden mittleren Oberzähne des Stigmenfeldes 
mit einem kleinen, schwarzbraunen Fleck oder Punkt. Endsegment 
oben platt abgeflacht. Im Walde in Erde unter verwesenden vegeta- 
bilischen Substanzen, unter Moosen etc., seltener in morschen Baura- 

stöcken T. pabulma Meig. 

Rücken der heller gefärbten, gelblich aschgrauen, mit schwächeren Dornen- 
zähnen besetzten Larve ohne abweichend gefärbte Längeubänder. Die 
sechs Hautzapfen des Stigmenfeldes an der Innenseite mit der Aussen- 
seite gleich gefärbt, zuweilen jedoch die beiden mittleren Oberrandzapfen 
an der Basis der Innenseite mit je einem schwarzbraunen Punkt. Unter- 
halb eines jeden Hinterstigma ein liegender, mit seiner Spitze nach 
der Anssenseite gerichteter, keilförmiger, schwarzbrauner Wisch oder 
Strich. In Erde in Wald und Flur T. truficorum Meig. 

5. Larve rein weiss, sehr zarthäutig, stark glänzend mit klar durchschei- 

nendem, dunklen Darminhalte. Die oberen vier Hautzapfen des Stig- 
menfeldes an der Innenseite mit der Aussenseite gleich gefärbt, die 
unteren beiden an der Spitze der Innenseite mit kurzem dicken, bald 
mehr, bald weniger intensiv schwarzbraunen Querstrich oder Punkt. 
In morschen Stämmen, Aesten und Stöcken verschiedener Laubholz- 
arten T. flavo-lineafa Meig. 

Larve schmutziggelblich, aschgi-au, bräunlich oder schwärzlich, meist 
derb- oder lederhäutig, glanzlos, seltener schwach glänzend .... 6 

6. Das Stigmenfeld am Ende des letzten Leibessegmentes von vier langen, 

schmalen, gekrümmten, kastanienbraunen, hornigen Zähnen umgeben. 
In Waldhumus unter der Laubdecke des Bodens . . T* Helene Meig. 
Das Stigmenfeld von sechs oder acht Hautzapfen umgeben 7 

7. Das Stigmenfeld mit acht Hautzapfen von denen vier am Oberrande, 

zwei am Unterrande und zwei seitwärts zwischen Ober- und Unterrand 
stehen. Rücken schuppenförmig bedornt mit drei dunkleren Längen- 
bändern. In Erde am Rande einer Wiese einmal gefunden 

T\ siihnodicomis Zetterst. 
Das Stigmenfeld mit sechs Hautzapfen, von denen vier am Oberrande, 
zwei am Unterrande befindlich , 8 

8. Die vier Hautzapfen am Oberrande des Stigmenfeldes ziemlich gleich 

gross, mehr stumpflich als spitz, nicht oder kaum halb so lang wie 



208 



Theodor Beling. 



der letzte Leibesabschnitt an welchen sie befindlich, oder, sofern sie 

länger sind, breit, platt und am Ende gerundet 21 

Jene vier Hautzapfen spitz. Die äusseren beiden in der Eegel merklich 
länger als die inneren und fast immer länger als die Hälfte des letzten 

Leibesabschnittes 9 

9. Sämmtliche sechs Hautzapfen des Stigmenfeldes an der Innenseite ent- 
weder ganz geschwärzt oder mit einem schwarzbraunen Längenstrich, 
oder mit geschwärztem grösseren Fleck an der Basis und an der Spitze 10 



Wenigstens ein Theil jener Hautzapfen au der Innenseite mit der Aussen- 
seite gleich gefärbt, abgesehen von einem zuweilen vorhandenen 
kleinen, schwarzbraunen Punkt an der Spitze und einem dreieckigen 
Fleck an der Basis der beiden ünterzähne oder Zapfen 17 

10. Die vier Oberzapfen des Stigmenfeldes an der Innenseite mit schwarz- 

braunem, glänzenden Fleck oder Strich 11 

Jene vier Zapfen oder doch die beiden mittleren an der ganzen Innen- 
seite schwarzbraun, glänzend 12 

11. Die vier Oberzapfen des Stigmenfeldes an der Basis der Innenseite mit 

einem schwarzbraunen, glänzenden Fleck. Die an ihrem Ende bewim- 
perten beiden Unterzapfen an der Spitze der Innenseite breit bogig 
schwarzbraun gesäumt, so dass eine Wiukelzeichnuug vorhanden ist, 
an der Basis dagegen mit kleinem schwarzbraunen Punkt. Im Walde 
in feuchter Erde unter der Laubdecke des Bodens T. micans Zetterst. 

Von den vier fleischigen Oberzapfen des Stigmenfeldes die beiden äusseren 
an der Basis der Innenseite mit einem schwarzbraunen, unregelmässig 
spitzwinkeligen, dreieckigen, in die Breite gedehnten, schwarzbraunen 
Fleck; die beiden merklich kleineren, genähert stehenden, mittleren 
Zapfen an ihrer Innenseite mit einem die ganze Zapfenbreite ein- 
nehmenden, nach oben hin abgebrochenen, schwarzbraunen Strich. 
Die beiden unteren, meist kurzen und stumpfen, höckerförmigen Stig- 
menfeldzapfen an der Innenseite mit einem breiten bogenförmigen, 
schwarzbraunen Fleck und unterhalb dieses Fleckes mit zwei neben 
einander stehenden, kleinen, schwarzbraunen Punkten. Larve meist 
intensiv gelbbräunlich. Im Walde in feuchter Erde neben Bächen etc. 

T. longicornis Schümm. 

Von den kurzen, spitzen vier Oberzapfen des Stigmenfeldes die beiden 
mittleren sehr genähert stehenden etwas kürzer als die an ihrer Innen- 
seite mit schmalem, schwarzbraunen Längenstrich versehenen äusseren 
beiden, nach vorne hin stark übergebogen, an der Innenseite mit 
breitem, oben bogenförmig nach aussen gewendetem, schon etwa in 
der Längenmitte der Zapfen endendem Längenstrich. Die beiden 
unteren Stigmenfeldzapfen kurz, breit, stumpflich, an der Innenseite 
im oberen Theile geschwärzt und unterhalb der Schwärzung mit zwei 
kleinen, schwarzbraunen, neben einander stehenden Punkten. In Erde 
im Wald und im Gebüsche T. varipennis Meig. 



Zur Naturgeschichte verschiedener Arten aus der Familie der Tipuliden. III. 



209 



12. Sämmtliche vier Oberzapfen des Stigmenfeldes an der ganzen Innenseite 

schwarzbraun glänzend 13 

Die beiden mittleren Zapfen am Oberrande des Stigmenfeldes an der 
Innenseite ebenso, die beiden äusseren Zapfen dagegen an der Innen- 
seite nur mit schmalem, schwarzbraunen Längenstrich 15 

13. Die unteren beiden Stigmenfeldzapfen kurz, breitbasig, ihre Innenseite 

an der Basis mit schwarzbraunem, keilförmigen, glänzenden Fleck und 
an der Spitze mit kleinem, schwarzbraunen Punkt. Im Walde in be- 
berasetem, respective bemoostem Boden ... T. dilatata Schümm. 
Die unteren beiden Stigmenfeldzapfen an der ganzen Innenfläche schwarz- 
braun glänzend 14 

14. Larve sehr zarthäutig, glänzend, mehrentheils bläulich aschgrau, mit einem 

Stich ins Fleisch- oder Regenwurmfarbige. Sämmtliche sechs Stigmen- 
feldzapfen an der ganzen Innenseite schwarzbraun glänzend. In und 
an vermoderndem Holze, gern unter dem Moosüberzuge alter, in Ver- 
wesung begriffener Baumstöcke, insbesondere Eichen, seltener unter 
der Laubdecke des Bodens oder in trockenen Erdhügeln im Walde 

T. pictipennis Staeg. 
Larve derb- oder lederhäutig, wenig oder kaum glänzend, gelblich aschgrau, 
auch wohl mehr oder weniger intensiv bräunlich, mitunter die beiden 
Aussenzapfen am Oberrande des Stigmenfeldes an der Innenfläche nur 
mit einem langen, breiten, schwarzbraunen Längenstrich. In Erde 
unter Moospolstern, Laub, Geniste etc., in Wald und Feld 

T. ochracea Meig. 

15. Die beiden unteren Hautzapfen des Stigmenfeldes an der Innenfläche 

schwärzlichbraun, nach der Spitze hin dunkler, stark glänzend. Larve 
graugelblich ins Bräunliche, in Erde in' Wiesen und Aengern 

T. vernalis Meig. 

Die beiden Unterzapfen des Stigmenfeldes an der Spitze der Innenseite 
mit schwarzbraunem, glänzenden Fleck, selten ganz schwarzbraun. 
Larve schwärzlich gekörnelt 16 

16. Die unteren beiden Stigmenfeldzapfen an der Basis der Innenseite mit 

blassem, schwarzbraunen Punkt, an der Spitze dagegen mit grösserem, 



^) ZuweDen hahen die beiden mittleren Zapfen des Oberrandes des Stigmenfeldes an der 
Innenseite eine notenförmige schwarzbraune Zeichnung in der Weise, dass die Notenköpfe einander 
zugeneigt, die Stiele nach unten gerichtet sind. Ich fand solches einige Male bei in Erde im Walde 
lebenden, minder zarthäutigen und mehr gelblich aschgrau gefärbten Larven. In anderen Fällen 
stimmt die Färbung der Innenseite der Stigmenfeldzapfen bei dieser Larve und der von T. dilafaia 
dergestalt überein, dass beiderlei Larven leicht miteinander verwechselt werden können, und in 
wieder anderen Fällen, insbesondere bei allerdings seltener vorkommender br äunl i ch ge 1 b e r 
Körperfärbnng, unterscheidet sich die Larve von derjenigen der T. ochracea kaum durch etwas 
Anderes als durch geringere Grösse. Larven dieser Art fand ich einmal unter Moospolstern am 
Fusse alter Eichen im Walde. 

Z. B. Ges. B. XXXVL Abh. 27 



210 



Theodor Beling. 



schwarzbraunen Fleck, zuweilen an der ganzen Innenseite schwarz- 
braun glänzend. Im Walde unter Moospolstern, Streulaub etc. 

T. hortulana Meig. 
Die unteren beiden Stigmenfeldzapfen au der Spitze der Innenseite mit 
kleinem, schwarzbraunen, glänzenden Fleck, die mittleren beiden des 
Oberrandes meist an der ganzen Innenseite schwarzbraun glänzend, 
die äusseren beiden daselbst mit schmalem und zuweilen nur ganz 
kurzem Längenstrich. Unter jedem Stigma ein bräunlicher, verwaschener, 
zuweilen aus mehreren blassen, bräunlichen Punkten bestehender Quer- 
strich, der indessen mitunter auch fehlt. In Ei'de im Walde unter 
Moosen, Laub, Nadeln und sonstigen in Zersetzung begriffenen, pflanz- 
lichen Substanzen T, scripta Meig. 

17. Sämmtliche Hautzapfen des Stigmenfeldes an der Innenfläche ohne ab- 

weichende Färbung, an der Basis der Innenseite eines jeden der mitt- 
leren beiden Zapfen des Oberrandes ein schwarzbrauner Punkt. In 

mooriger Erde von Wiesen T. nigra L. 

Ein Theil der Hautzapfen des Stigmenfeldes an der Innenseite geschwärzt, 
oder mit schwarzbraunem Längenstrich, oder mit gebräunten Seiten- 
rändern 18 

18. Die beiden Zapfen am Unterrande des Stigmenfeldes an der ganzen Innen- 

seite schwarzbraun glänzend oder bogig breit schwarzbraun gesäumt; 
die vier Oberzähne des Stigmenfeldes öfter mit einem bald grösseren, 
bald kleineren, schwarzbraunen, glänzenden Fleck, der an den mitt- 
leren beiden Zapfen mehr in die Länge gedehnt ist. Unter Streulaub 

und Geniste in Wäldern T. hortensis Meig. 

Unterzapfen des Stigmenfeldes an der Innenseite mit der Aussenseite 
gleich gefärbt oder höchstens mit schwarzbraunem Punkt an der Spitze, 
respective mit schwarzbraunem, eckigen Fleck an der Basis, zuweilen 
verwaschen bräunlich gesäumt 19 

19. Unterzapfen des Stigmenfeldes ohne schwarzbraunen Punkt an der Spitze, 

die beiden mittleren der vier Oberzapfen an der Innenseite mit kurzem, 
ganz schmalem, die beiden äusseren dagegen mit dickem, schwarz- 
braunen Längenstrich. Larve zarthäutig, glänzend, stark durch- 
scheinend, bis 15 mm. lang, im Walde unter Moospolstern 

T. marmorata Meig. 
Unterzapfen des Stigmenfeldes an der Spitze der Innenseite mit schwarz- 
braunem Punkt 20] 

20. An der Basis der Innenseite eines jeden der beiden unteren Hautzapfen 

des Stigmenfeldes ein langer, keilförmiger oder dreiseitiger, verhältniss- 
mässig grosser, schwarzbrauner Fleck mit lang ausgezogenen, spitzen 
Ecken. Der schwarzbraune Punkt an der Spitze der beiden Zapfen 
des Unterrandes des Stigmenfeldes mitunter fehlend. Die beiden äusseren 
Zapfen des Oberrandes des Stigmenfeldes an der Innenseite mit schwarz- 



Zur Naturgeschichte verschiedener Arten aus der Familie der Tipuliden. III. 211 



braunem, bald breiterem, bald schmälerem Längenstrich. Im Walde 

in Erde, gern unter Moosen T. peliostigma Schümm. 

Kein solcher Fleck an der Basis der Innenseite der beiden unteren Stig- 
menfeldzapfen. Unterhalb eines jeden Hinterstigma ein blasser, bräun- 
licher, unterbrochener Querstrich oder statt dessen eine Querreihe von 
zwei bis drei kleinen, bräunlichen Punkten. Der schwarzbraune Punkt 
an der Spitze der beiden Unterzapfen des Stigmeufeldes steht seitwärts 
an den einander zugekehrten Zapfenkanten. Hinterstigmen massig 
gross und ziemlich blass gefärbt. Die vorderen Leibessegmente in der 
Eegel sehr kurz rostbraun seidenglänzend tomentos. Im Walde in 
Erde, unter Laub, Nadeln und Geniste . . . . T. nubeculosa Meig. 

21. Die sämmtlichen Hautzapfen des Stigmenfeldes platt, lang und breit, 

am Ende gerundet, alle von ziemlich gleicher Grösse. In nasser Erde 

von Wiesen und Aengern T. luteipennis Meig. 

Die Hautzapfeu des Stigmenfeldes kurz, dick, stumpflich und ziemlich 
plump 22 

22. Die vier Zapfen des Oberrandes des Stigmenfeldes an der Innenseite 

bräunlich in Winkelform oder auch parallel gerandet 23 

Von jenen vier Hautzapfen nur die beiden mittleren an der Innenseite 
winkelförmig oder parallel gerandet oder auch mit einfachem Längen- 
strich, seltener mit der Aussenseite gleich gefärbt * 26 

23. Die dunkle Randung an der Innenseite der vier Oberzapfen des Stigmen- 

feldes zwei Parallelstriche bildend; die beiden unteren Stigmenfeld zapfen 
an der Spitze der Innenseite mit schwarzbraunem, glänzenden Punkt 24 
Die dunkle Randung an der Innenseite der vier Oberzähne des Stigmen- 
feldes wie vorhin, aber ausserdem jeder Zahn an der Spitze intensiv 
schwarzbraun glänzend. Bauch und Rücken der Larve mit einem sich 
deutlich markirenden, schwarzbraunen Längenbande und innerhalb des- 
selben an jedem der ersten acht Leibessegmente eine oder mehrere 
Querreihen kleiner spitzer, zum Theile höckerförmiger Zähnchen. In 
feuchter, nasser, auch schlammiger Erde an Bachrändern etc. 

T. lateralis Meig. 

24. Sämmtliche sechs Hautzapfen des Stigmenfeldes an ihren Seitenrändern 

dicht borstig bewimpert, die Innenseite derselben nicht oder nur schwach 
abweichend gefärbt. Das erste und auch wohl das zweite Segment 
seidenhaarig braun, etwas glänzend. In nasser Erde an Bachrändern 

etc. im Walde T. gigantea Schrank. 

Jene sechs Hautzapfen an der Aussenseite und an den Rändern nicht oder 
nur ganz schwach borstig bewimpert, respective behaart 25 

25. Die vier kurzen, spitzen, ziemlich gleich grossen Oberzapfen des Stigmen- 

feldes an der Innenseite geschwärzt, mit zwei nach oben hin conver- 
girenden oder unterhalb der Spitze zu einem Winkel sich vereinigenden, 
schwarzbraunen Randlinien, welche an den mittleren beiden Zapfen 
intensiver als an den beiden äusseren gefärbt sind. Die beiden Unter- 

27* 



212 



Theodor Beling. 



zapfen des Stigmenfeldes an der Spitze der Innenseite mit bald mehr, 
bald weniger langgezogenem, glänzenden, schwarzbraunen Fleck und 
innerharlb desselben mit kleinem, hellen Punkt. An der Basis der Innen- 
seite eines jeden der beiden Unterzapfen des Stigmenfeldes drei breite, 
ungleich dicke, die drei Seiten eines nach der Spitze des Zapfens hin 
offenen Viereckes bildende, oder auch wohl zwei, nach unten hin zu 
einer plumpen Winkelzeichnung convergirende, schwarzbraune Striche. 
In nassem Boden im Walde unter Laub und Geniste, gern in der Nähe 

von Bächen T. vittata Meig. 

Die vier kurzen, stumpflichen Hautzapfen des Oberrandes des Stigmen- 
feldes an der Innenseite nur mit gebräunten, nach oben hin weniger 
convergirenden, öfter fast parallelen, blasseren, schwärzlichbraunen 
Rändern. Larve derjenigen der T. gigantea im äusseren Ansehen sehr 
ähnlich, in der Regel jedoch etwas kleiner und meist heller gefärbt, 
dahingegen grösser als die der T. vittata. Zwischen Laub und Geniste 
in und an Waldbächen und Wassergräben, auch in der Erde morastiger 
und feuchter Waldesstellen T. lutescens Fahr 

26. Die vier Hautzapfen des Oberrandes des Stigmenfeldes an der Innenseite 

nur mit schwachen Spuren von dunklen Strichen oder farbigen Rändern 
oder die beiden mittleren jener Zapfen mit je zwei bräunlichen, blassen 
Randlinien, die beiden äusseren dagegen in der Regel nur mit einem 
bald mehr, bald weniger intensiv bräunlichen Längenstrich am Aussen- 
. rande ; alle jene vier Zapfen an der Spitze öfters schwärzlich. Die 
beiden Unterzapfen des Stigmenfeldes an der Basis der Innenseite mit 
langem, bräunlichen Querstrich, der mitunter aus zwei bis drei bald 
mehr, bald weniger verwaschenen Punkten besteht, an der Spitze mit 
einem schwarzbraunen, glänzenden, an seinem oberen Ende einen 
kleinen, hellen Punkt zeigenden Fleck. Zwischen den beiden Hinter- 
stigmen ein Paar bräunliche, verwaschene Punkte oder zwei kurze, 
nach oben hin convergirende Längenstriche. In berasetem Boden von 
Wiesen und Feldrainen, seltener in Ackerland . . . T. oleracea L. 
Die vier Hautzapfen des Oberrandes des Stigmenfeldes an der Innenseite 
entweder sämmtlich oder doch ein Theil derselben mit einfachem, 
schwarzbraunen Längenstrich 27 

27. Von den vier Hautzapfen am Oberrande des Stigmenfeldes die beiden 

äusseren an der Innenfläche mit breitem, schwarzbraunen Längenstrich, 
weicher mit dem darunter liegenden Stigma zusammenzuhängen scheint ; 
die mittleren beiden jener Zapfen an der Innenseite entweder ohne 
abweichende Färbung oder nur an der Basis mit schwarzbraunem, ver- 
waschenen Fleck. Die beiden Unterzapfen des Stigmenfeldes dick und 
plump, meist grösser als die Oberzähne, an der ganzen Innenseite 
schwarzbraun glänzend. Unter Moospolstern im Walde mit Verwandlung 
im Spätherbst T. signata Staeg. 



Zur Naturgeschichte verschiedener Arten aus der Familie der Tipuliden. III. 213 



Von den vier Hautzapfen am Oberrande des Stigmenfeldes die beiden 
äusseren an der Innenseite mit schwarzbraunem, nach beiden Enden 
hin verschmälertem Längenstrich, die beiden mittleren an der Innen- 
seite ohne abweichende Färbung. Die beiden Hautzapfen des Unter- 
randes des Stigmenfeldes an der Basis der Innenseite mit einem ver- 
hältnissmässig grossen, schwarzbraunen, glänzenden, meist dreieckigen 
Flecke. In feuchter Erde an beraseten und bemoosten Stellen im Walde, 
mit Verwandlung im Herbst T. pagana Meig. 



Verzeichniss der Tipuliden, 

deren Metamorphose in Vorstehendem und in den beiden früheren Beiträgen 



erörtert worden ist. 

I. II. III. 

Beitrag Beitrag Beitrag 

Seite Seite Seite 

Amalopis Schineri Kolen — 47 — 

Ctenophora himaculata L 575 — — 

Dasyptera haemorrlioidalis Zetterst — 48 191 

„ lineata Meig — — 202 

„ nodulosa Macq — — 202 

Dolichopeza sylvicola Curtis — 44 189 

Epiphragma picta Fahr 589 — — 

Erioptera obscura Meig — 56 — 

„ ochracea Meig — — 193 

Gnophomyia pilipes Fahr — 48 — 

(ronomyia schistacea Schümm — — 195 

„ teyiella Meig — 56 — 

Limnohia mmulus Meig 590 — — 

y, dumetorum Meig — 56 201 

„ flavipes Fabr — — 202 

„ macrostigma Schümm — — 202 

„ nigropunctata Schümm — 54 — 

„ nubeculosa Meig — 56 — 

„ obscuricornis Bei — 55 — 

„ tripunctata Fabr 591 — — 

lAmnophila fuscipennis Meig — — 197 

„ hyalipennis Zetterst — — 198 

„ lineola Meig — 54 199 

„ nemoralis Meig — — 200 

„ nubeculosa Meig — 56 — 

„ ochracea Meig — — 202 

„ pallida Bei — — — 

Pachyrhina analis Schumnj — — 172 

r, annulicornis Meig — — 173 

„ crocata L — 40 — 

„ histrio Fabr — 42 — 



*) Cf. Verhandlangen der k. k. zoologiech-botanischen Gesellschaft, Jahrgang 1873, p. 558. 



214 Th. B eling. Zur Naturgesch. verBcli. Arten a. d. Familie d. Tipuliden. III. 



I. II. III. 

Beitrag Beitrag Beitrag 

Seite Seite Seite 

Pachyrhina iridicolor Schümm — 39 — 

„ lunulicornis Schümm — 41 — 

„ maculosa Meig — 36 — 

„ pratensis L — ~ 175 

„ quadrifaria Meig — 37 — 

Pedicia rivosa L — 45 — 

Poecilostola pictipennis Meig — 51 — 

„ punctata Meig — — 195 

Ptychoptera lacustris Meig — — 171 

Bhipidia maculata Meig 592 52 — 

„ uniseriata Schiner — 53 — 

Symplecta punctipennis Meig — 50 — 

Tipula düatata Schümm — — 176 

„ flavolineata Meig 581 — ' — 

„ gigantea Schrank — — 177 

„ hortensis Meig 578 — — 

„ hortulana Meig — 25 178 

„ irr or ata Macq 586 — — 

y, lateralis Meig — 26 — 

„ longicornis Schümm — — 179 

„ luteipennis Meig — — 181 

„ lutescens Fahr — 22 — 

„ marmorata Meig — — 182 

„ micans Zetterst — — 183 

„ nigra L — 28 — 

„ nubeculosa Meig 575 — — 

„ ochracea Meig 582 — — 

„ pabulina Meig 579 — — 

„ pagana Meig — 29 — 

„ paludosa Meig. rectius T. oleracea L.') . . . 583 — — 

„ peliostigma Schümm — 33 — 

„ pruinosa Wiedem — 31 184 

„ scripta Meig 577 — — 

„ Selene Meig — 34 — 

„ signata Staeg — 32 — 

„ subnodicornis Zetterst — — 185 

„ truncorum Meig — 24 — 

„ varipennis Meig 580 — 186 

„ vernalis Meig — 25 — 

„ vittata Meig — — 186 

„ Winnertzii Egger 585 — 188 

Trichosticha flavescens Meig. — 50 — 

„ icterica Egger ......... — — 192 

„ lutea Meig — ~ 192 

, maculata Meig — 49 — 

„ sordida Zetterst — 56 — 

Tricyphona immaculata Meig — 47 — 



Cf. Wiener entoiuologische Zeitung, III. Jahrgang, 1884, p. 229. 



215 



Was ist Airagene Wenderothü Sehleehtend.? 

Eine kritische Notiz 

von 

Dr. Karl Richter. 



(Vorgfilegt in der Jahres -Vereamralung am 7. April 1886.) 



In Koch's Synopsis Florae Germanicae et Helveticae, III. Aufl., p. 2 findet 
sich die Bemerkung, dass Atr. Wenderothü Schlechtend. in Linnaea, XI, p. 648 
nach We n der oth's Angahe in der Schweiz vorkomme, jedoch von keinem Schweizer 
Floristen dieses Vorkommens Erwähnung gemacht werde. In der That fand ich 
hei genauerem Studium der einschlägigen Literatur die fragliche Pflanze nur in 
SteudeTs Nomenciator botanicus, II. Aufl., I. Bd., p. 380 überhaupt erwähnt. 
An dieser Stelle wird sie als Clematis Wenderothü Steud. mit der Notiz: Helvet. 
Aiistr.? und den zugehörigen Synonymen Atr. cordata et austriaca Wend. und 
Atr. Wenderothü Schlechtend. angeführt. Nach der Originaldiagnose Wende- 
roth 's, auf Grund welcher dieselbe 1. c. von Schlechtendal mit obigem Namen 
belegt wurde, unterscheidet sie sich von unserer gewöhnlichen Atr. dlpina L. 
durch einfach dreizählige Blätter, deren Blättchen herzförmig und schwach ge- 
zähnt sind, während die Blüthenstiele kürzer als das sie stützende Blatt und 
die Blumenblätter spit2 sind. 

Ich suchte nunmehr in den mir zu Gebote stehenden Herbarien längere 
Zeit vergeblich nach einem Exemplare der fraglichen Pflanze, bis ich endlich im 
Herbare des k. k. naturhistorischen Hof-Museums ein Wender oth'sches Original- 
exemplar auffand, das vollkommen mit Atr. americana Sims, übereinstimmt und 
in der That ganze Blättchen zeigt, so dass der Blattzuschnitt nicht die geringste 
Aehnlichkeit mit dem unserer ^ir. alpina zeigt. Nachdem nach Wende roth's 
eigener Bemerkung seine Beschreibung nach einem cultivirten, aus der Schweiz (?) 
stammenden Exemplare aus dem Garten des Dr. Wild in Kassel angefertigt ist, 
so erklärt sich der Umstand, warum ausser Wenderoth Niemand das Vorkommen 

Z. B. Ges. B. XXXVI. Abh. 28 



216 



Karl Richter. Was ist Afragene Wenderothii Sclilechtend. ? 



der fraglichen Pflanze in Oesterreich und der Schweiz erwähnt, höchst einfach 
dahin, dass eben jenes cultivirte Exemplar nicht aus der Schweiz, sondern aus 
Amerika stammte. 

Trotzdem sehe ich mich aus einem ganz besonderen Grunde dazu veran- 
lasst, ausdrücklich auf diesen Punkt aufmerksam zu machen. 0. Kuntze erwähnt 
nämlich in seiner Monographie der Gattung Glematis,^) p. 161, abermals Atr. 
Wenderothii als Bürger der Tiroler und Schweizer Flora, bemerkt jedoch, die- 
selbe habe „folia ternata, foliolis lobatis", während Wender oth's Pflanze „folia 
obsolete dentata" haben soll. Der Irrthum, welcher dieser Angabe zu Grunde liegt, 
erhellt nun aus der zu der fraglichen Pflanze citirten Abbildung in Loddiges, 
Bot. Cat., t. CCL. Die genannte Tafel zeigt nämlich unsere gewöhnliche Atr. 
alpina L., wie dies auf den ersten Blick aus den breiten, stumpfen Petalen, 
die ja bei Atr. Wenderothii spitz sind, zu erkennen ist. Die Blätter sind nun 
allerdings etwas weniger getheilt, als dies bei Atr. alpina gewöhnlich der Fall 
ist, doch kommen Blätter von der Form, wie sie die genannte Figur zeigt, an 
zahlreichen Exemplaren vor, welche der Mehrzahl nach normal geformte Blätter 
zeigen. 

Ziehen wir alle diese Umstände in Betracht, so braucht mau gar nicht 
mehr zu berücksichtigen, dass die Zeichnung der Blätter an der genannten 
Figur überhaupt nicht allzu sorgfältig durchgeführt ist, ebenso dass die abge- 
bildete Pflanze ausdrücklich als Atr. austriaca Scop., also mit einem Namen, 
der zweifellos unsere gewöhnliche Atr. alpina L. bezeichnet, angegeben wird, 
um mit voller Sicherheit annehmen zu können, Kuntze habe überhaupt kein 
Originalexemplar der Atr. Wenderothii Schlechtend. gesehen, sondern er habe 
sich durch ein vermeintliches Zutreff'en der Wenderoth'scheu Diagnose auf die 
oben citirte Figur zu der irrthümlichen Ansicht verleiten lassen, diese Pflanze sei 
mit der allerdings auch in unseren Alpen vorkommenden Form der Atr. alpina L., 
deren Seiteublättchen entweder ungetheilt oder nur in zwei, jedoch stets lappig 
gezähnte Zipfel gespalten sind, identisch, und habe dieselbe aus demselben Grunde 
irrthümlich als in der Schweiz und in Tirol einheimisch angeführt. 

Die echte Atr. Wenderothii Schlechtend. hingegen stimmt, wie bereits 
erwähnt, nach Originalexemplaren aus Wen der oth's eigener Hand vollkommen 
mit Atr. americana Sims, überein, und man wird wohl daran thun, die Prove- 
nienz des oben erwähnten Exemplares des Dr. Wild in Kassel aus Amerika her- 
zuleiten, mag es auch immerhin auf seiner Wanderung den Umweg durch einige 
Schweizer Gärten genommen haben. 

Der wichtigste Punkt, welcher durch vorliegende Untersuchung klargestellt 
werden sollte, ist jedoch der, dass Atr. Wenderothii endgiltig aus der Liste der 
europäischen Pflanzen zu streichen ist; der Umstand, dass es sich um einen an- 
geblichen Bürger unserer heimischen Flora handelte, mag es entschuldigen, wenn 
obiger Nachweis vielleicht ein Bischen zu weitläufig und eingehend geführt wurde. 



^) In den Verhandlungen des hotanischen Vereines der Provinz Brandenhurg, XXVI, 1885. 



217 



lieber Mentha foniana Weihe. 

Kin Beitrag zur Kenntniss mehrerer Formen aus der Gruppe der 
Mentha arvensis L. 

Von 

Heinrich Hraun. 

(Mit Tafel VII.) 

(Vorgelegt in der Jahres -Versammlung am 7. April 1886.) 



Unter den Menthen aus der Gruppe der Mentha arvensis L., welche deutlich 
gestielte oblonge oder eilanzettliche Blätter besitzen, ist Mentha fontana Weihe 
eine der auffallendsten und hervorragendsten Formen. Von Belgien und den Rhein- 
landen ist diese Form, obwohl nicht gerade häufig, über die Pfalz, Baden, Württem- 
berg, die Schweiz bis in die Thäler Tirols verbreitet. Da diese Form bislang 
noch wenig bekannt ist und in den Arbeiten von Strail in den Bulletins de la 
Societe royale de Botanique de Belgique, tome III, p. 124 (1864), wo diese Art 
zuerst besprochen wurde, und in Perard, Monographie des Menthes d. 1. Fr. 
in Societe bot. d. 1. Fr., p. 343 (1870) nur flüchtig berührt wurde, so will ich 
diese Mentha, welche mir in mehreren hundert prachtvollen Exemplaren von 
Herrn Prof. Dr. A. Kern er Ritter v. Marilaun in der Umgebung von Trins 
im Gschnitzthale Tirols in einer Höhe von circa 1250 m. gesammelt vorliegt, 
nachfolgend ausführlicher besprechen und ihre Verwandtschaftsverhältnisse dar- 
legen, was ich für um so erspriesslicher erachte, als in Oesterreich-Ungarn in jüng- 
ster Zeit über 3f(?n^/m überhaupt nicht viel oder vielmehr fast gar nichts geschrieben 
wurde. Die Gruppe der Mentha arvensis L.. welche Perard 1. c, p. 342 nach der 
Form der Kelchröhre als Campanocalyces bezeichnet, kann man nach der Länge der 
Bracteen in zwei Gruppen theilen, und zwar in Subsectio a) Pseudoarvenses Strail, 
bei welcher die Bracteen die oberen Quirlen an Länge überragen, und h) in J.r- 
renses Perard, bei welchen die oberen Deckblätter viel kürzer sind als die Quirlen. 
Die Gruppe der Ärvenses zerfällt dann nach der Form der Kelchzähne in zwei 
wohlcharakterisirte Rotten, und zwar 1. Intermediae H. Braun, bei welcher die 

28* 



218 



Heinrich Braun. 



Kelchzähne spitz und schmal sind, und 2. Euarvenses H. Braun, bei welcher 
die Kelchzcähne stumpflich und breit dreieckig erscheinen. Beide Rotten lassen 
sich dann nach der Form der Blätter leicht je in zwei Unterrotten theileu, 
und zwar I. bei welcher die Blätter säramtlich eine eilanzettliche oder oblonge 
Form besitzen und die Spreite zum Blattstiele verschmälert erscheint, und II. bei 
welcher die Blätter sämmtlich eine eiförmige, breit eiförmige bis fast kreis- 
rundliche Form haben und die Spreite zum Blattstiel verbreitert oder breit ab- 
gerundet erscheint. Selbstverständlich sind diese Gruppen nicht strenge abge- 
schlossen und mannigfache Uebergangsformen schieben sich zwischen dieselben 
ein, wie es ja bei einer Gattung, deren Formen noch zu keiner Constanz gelaugt 
sind, nicht anders zu erwarten ist; allein nach strenger Prüfung habe ich doch 
noch diese Eintheilung als die bewährteste gefunden, und als die einzige, nach 
welcher es möglich ist, einige Ordnung in das Formengewirre zu bringen. In 
die Rotte der Intermediae gehört nun Mentha fontana Weihe ex Strail 1. c, 
p. 124 (1864), und zwar in die Unterrotte mit lanzettlichen oder oval-lauzettlicheu 
Blättern, welche ich „Fontanae" nenne. Der Uebersicht wegen will ich hier eine 
genaue Diagnose der Mentha fontana Weihe folgen lassen. 

Bhizoma repens. Gaulis erectus simplex vel hiyic inde paulo 
r amosus, praecipue in angulis pilis alhidis rigidiusculis ohtectis in fasci- 
culum sterilium foliolorum abeu n s. Fo l i a superiora hre viter, i n fi m a 
pl us minus longe petiolata, supra pilis hrevibus obtecta, suhtus praecipiie 
in nervo primario dense pilosa; elliptico-lanceolata vel lanceolata, 
apicem versus acuta in pedunculum attenuata, serrata vel remote 
serrata his-his et semissi longiora quam latiora, viridia vel flavescenti-viridia. 
Florum fasciculi verticillati, verticillis axillarihus remotis. Brac- 
teae lineares vel suhlanceolatae, verticillos super ior es aequantes vel exce- 
dentes verticillos infimos exiiuie et saepe fere duplo excedentes, 
pilis alhidis obtectae. Flor es breviter pedicellati; pedicellis calycibus bre- 
vioribus vel iis aequantibtts, hirsutis. Calyx camp anulatus dense pilis 
albidis tectus, tubus virescens vel subpurpurascens, dentibus anguste trian- 
gulär ibus acutis vel acuminatis, tubum aequantibus. Corolla pallide 
violacea extus et intus ad faucem pilosa. Ovariaovoidea,glaberrima. 
Nuculi brunnei nitidi, laeves. 

Dimensiones: Gaulis 14—Mc7n. longus. Folia 30 — 46 mm. longa, 13 a 
18 mm. lata. Bracteae in verticillis infimis 10 — 12 mm. longae. Pedicelli 1 a 
Pl2mm. longi. Calyces 2 — S^j^mm. langt, 1 — Pj-imm. lati. 

Die nächste Verwandte dieser Mentha ist M. origanifolia Host f. pseud- 
origanifolia Perard 1. c, p. 343 (1870); diese Form unterscheidet sich aber 
durch völlig kahle Pedicellen, kürzere Kelchzähne, kurz gestielte, elliptische 
Blätter, die zusammengefalteten oberen Blätter, den vielverästelten Stengel und 
die dadurch bedingte andere Tracht wesentlich von M. fontana Weihe. Nahe 
verwandt sind ferner, durch die Form der Blätter, mehrere Meuthen, welche 
Wirt gen in seiner III. Edition der rheinischen Menthen herausgab, und zwar 
1. Nr. 90, Ed. III, Mentha arvensis L., Ä. Pedicellis glabris var. macrantha 



üeber Mentha fontana Weihe. 



219 



„fol. ovalis ohtusis, ohtxise-crenatis, stam. excert. stylo aeqmiUbus; auf Feldern 
bei Coblenz, Aug. ISoi", allein durch kürzere Kelclizäline, kahle Pedicellen, die 
seichte, obsolete Serratur der Blätter unterscheidet sich diese Pflanze in genügender 
Weise von M. fontana Weihe, obwohl die Form der Blätter so ziemlich über- 
einstimmt. 2. Nr. 97, Ed. III, i,Mentlia arvensis L., B. pedicellis hirsutis vel 
setosis", mit der Bemerkung: „M. Bothii Nees ab Es., nicht ganz, aber nahe 
verwandt, Gräben im Coblenzer Walde, Aug. 1862 und 18G3"; diese Form, welche 
eine Varietät der Mentha praticola Opiz Sezn., p. 65 (1852) nach Originalien 
des Prager Musealherbars darstellt, unterscheidet sich durch kürzer gestielte 
Blätter, kürzere, breit dreieckige Kelchzähne, dichtere Behaarung aller Axentheile, 
mehr rhombischen Zuschnitt der Blättchen, und ist der M. Austriaca Jacq. 
verwandt, unterscheidet sich aber auch von dieser durch rauhhaarige Pedicellen, 
dichtere Behaarung aller Theile, die langen Bracteen der unteren Quirle. 3. Nr. 95Z>, 
Ed. III, „Mentha arvensis L. Caul. erectis, stam. et styl. long, exsertis, Felder 
bei Coblenz, Aug. 1863" ; diese Form unterscheidet sich von M. fontana Weihe 
durch breitere Blätter von mehr rhombischem oder breit eiförmig lanzettlichem 
Zuschnitte, kurze, breit dreieckige Kelchzähne, den wenig rigiden, meist der Erde 
anliegenden Stengel, viel grössere Blüthen etc. 4. Nr. 55, Ed. III, Mentha ar- 
vensis L. forma legitima hirsuta, stam. inclusis, mit der Bemerkung: „Früchte 
ganz kahl, glatt. Auf Kartoffeläckern bei Neuwied, 22. Aug. 1861"; diese Form, 
welche durch die breiten, die unteren Blüthenquirlen überragenden Bracteen sehr 
an die Mentha fontana'W^ih^i erinnert, unterscheidet sich sofort durch die kurzen, 
breiten Kelchzähne, die nach oben zu bedeutend abnehmende Grösse der Blätter, 
wodurch diese Mentha vornehmlich an die Formen der ili. verticillata L. erinnert; 
diese Pflanze steht dev 31. jndchella Host sehr nahe. Was endlich die Opiz 'sehen, 
H ost 'sehen Menthen und die Mentha Austriaca J'dcc[. heiuM, so bin ich in der 
angenehmen Lage, durch Vergleich mit den Originalexemplaren die Unterschiede 
gegenüber der Mentha fontana Weihe genau und mit Sicherheit anzugeben. 
Natürlich beschränke ich mich, wie schon einmal erwähnt, nur auf die Formen 
mit glockiger Form der Kelche und mit in dem Blattstiele verschmälerten Blättern. 
Zuerst will ich mich der Mentha Austriaca Jacq. in Fl. Austr., V, p. 14, tab. CDXXX 
(1778) zuwenden. Kaum eine andere Mentha dürfte so vielfach verwechselt und 
so falsch commentirt worden sein wie M. Austriaca Jacq. Jacquin in der Fl. 
Austr., V, p. 14 beschreibt die Mentha Austriaca mit: „Haec nova, uti arhitror, 
Menthae species crescit in insulis Danubialihus et aliis in locis udis, Menthae 
arvensis maxivie similis, ut pro eadem prima intuito haheri posset, constanter 
diversissima statura minore, odore, hrevitate staminim, majore hirsutie, aliisque 
momentis. Ex radice repente et perenni cauJes gignit annuos semipedales et 
ultra, erectos fere simp)Uces", ferner „folia sunt hreviter petiolata, inßma ovata, 
reliqiia lanceolata, acuta, serridata, nervo medio subtus piloso. Calycis denti- 
culi aequales^ etc. 

Wenn man die Originalexemplare im Herbare des k. k. Hofmuseums in 
Wien mit der Beschreibung und der Abbildung vergleicht, so bemerkt man die 
völlige Uebereinstiramuug aller dieser Factoren, was sich gerade nicht von vielen 



220 



Heinrich Braun. 



Arten älterer Autoren behaupten lässt. Ergänzend zur Diagnose wäre etwa hier 
noch zu bemerken, dass die Blätter oberseits wenig behaart sind, die Pedicellen 
sind kahl, die Form der Blätter ist kurz eiförmig-lanzettlich, die Bracteen kurz, 
die Kelche weit weniger behaart wie bei Mentha fontana Weihe, die Kelch- 
zähne kürzer, breit dreieckig. Ich habe vor einigen Jahren die typische Mentha 
Austriaca Jacq. am klassischen Standorte auf den Donauinseln bei Wien wieder 
aufgefunden und dieselbe in mehreren Hunderten von Exemplaren für die Flora 
exsiccata Austro-hungarica gesammelt; die Exemplare stimmen minutiös mit den 
Ja cqu in 'sehen Originalexemplaren überein und unterscheiden sich schon ha- 
bituell auf den ersten Blick von Mentha arvensis L. sowohl, als auch von 
M. fontana Weihe; die Vereinigung der Mentha Austriaca Jacq. mit der Mentha 
arvensis L. aber ist eine ganz unstatthafte und willkürliche, da diese beiden 
Formen einfach keine Aehnlichkeit besitzen. Mentha Austriaca Jacq. ist in 
Niederösterreich weit verbreitet, sowohl in der typischen Form, als auch in den 
später zu besprechenden Varietäten, so auf den Donauinseln bei Wien (Jacquin)^ 
im Längapiestingthale und bei Gutenstein (Beck), bei Baden undVöslau (Braun), 
bei Moosbrunn (Braun), an der niederösterreichisch-mährischen Grenze in der 
Thayaniederung (Oborny). Eine Parallelform mit M. Austriaca Jacq. istilf. parvi- 
flora Host, Fl. Austr., II, p. 152 (1831), allein diese Form, welche in den sub- 
alpinen Gegenden Nieder- und Ober-Oesterreichs und der angrenzenden Steiermark 
wächst, unterscheidet sich von M. Austriaca Jacq. durch die dünne Consistenz 
der Blätter, die durchaus oblong-lanzettlichen, viel länger gestielten Blätter, 
obwohl nur wenig von M. Austriaca Jacq. und kann letzterer als Varietät an- 
gereiht werden; von M. fontana Weihe unterscheidet sie sich, ausser der Con- 
sistenz der Blätter, noch durch die stumpfere Form der Kelchzähne, durch die 
kurzen, fast pfriemlichen Bracteen, die kahlen Pedicellen etc. Mentha nemorosa 
Host, Fl. Austr., II, p. 144 (1831) unterscheidet sich ebenso wie Mentha parvi- 
flora Host durch die dünne Consistenz der Blätter, die kurzen Bracteen und 
Kelchzähne, die kurz glockigen Kelche, die breite, eiförmige Form der Blätter, 
von Mentha fontana Weihe, von beiden vorhergehenden Formen überdies durch 
kurz glockige Kelche, behaarte Pedicellen, breitere, nach der Spitze zu etwas 
stumpfe Blätter, oberseits mit ziemlich dicht stehenden, weisslichen Haaren 
bedeckte Blattspreite. Mentha stachyoides Host, Fl. Austr., II, p. 146 (1831) 
unterscheidet sich durch lanzettliche oder eilanzettliche, viel schmälere und 
kleinere Blätter mit sehr dichter, anliegender Behaarung, oberseits genäherte 
Blüthenquirle und nach obenzu abnehmende Grösse der Blätter. Host beschreibt 
1. c, p. 146, die Kelchröhre als „tubulosus" aber an den mir vorliegenden zwei 
Originalexemplaren, welche in den übrigen Merkmalen vortrefflich mit der Diagnose 
übereinstimmen, sind die Kelchröhren „campanulati" ; die Blüthenquirlen sind 
fast weisswollig, die Kelchzähne kurz, die Pedicellen dicht behaart, die Stengel 
rundum dicht behaart. Diese Form ist höchst auffällig und wurde in Nieder- 
Oesterreich, ausser an dem von Host bei Weinzierl angegebenen Standorte, noch 
von Dr. G. Beck bei Kekawinkel und im Längapiestingthale gesammelt. Mentha 
grata Host, Fl. Austr., II, p. 152, unterscheidet sich durch die kurze Kelchröhre, 



üebor Mentha fontana Weiho. 



221 



kable Pedicelleu, kurze Bracteen, meist cästigeu Steugel mit eiförmig- elliptischen 
Blättern, wesentlich von M. fontana Weihe, und steht diese Form, welche ich 
bei Doruaii nächst Leobersdorf in Nieder-Oesterreich, also am klassischen Staud- 
orte sammelte, und welche mit den Origiualexemplaren trefflich übereinstimmt, der 
Mentha Austriaca ^Q.Q,(^[^. ausserordentlich nahe, so dass nur die stärkere Verästelung 
des Stengels, die stärkere Behaarung des Kelches, einen kleinen und unbedeutenden 
Unterschied gegenüber letzterer Art darstellt und wohl dieser als Varietät an- 
gereiht werden kann. Mentha yolymorpha Host, Fl. Austr., II, p. 152 (1831), 
pp. oder Mentha intermedia Nees in Bluff et Fingerhut, Compend. Fl. Germ., 
Sect. I, p. 20 (1825), unterscheidet sich durch die kürzer glockigen Kelchröhren, 
die minder spitzen Kelchzähne, ferner durch die lanzettlicheu, schmäleren Blätter 
und die nach oben zu abnehmende Grösse der Blätter; diese Pflanze wird von 
Nees V. Esenb. 1. c, p. 20 mit den Worten: „Foliis ovato-lanceolatis hasin 
versus valde angustatis, in medio serratis, pilis adspersis, verticillis aequo spatio 
remotis densis, siihsessilibus, calycihus itndique villosis, pedicellis glahriusculis, 
purpureis, staminibus indusis. Caidis a basin ramosus, subdiffusus, folia fere 
ut in M. acutifolia;" und in dieser Diagnose sind zugleich die unterscheidenden 
Merkmale gegenüber der M. fontana Weihe enthalten. Die Bracteen sind überdies 
sehr kurz und der Habitus der ganzen Pflanze ähnelt im Ganzen sehr der M. sta- 
chyoides Host. Uebrigens kommen gyno- und andro-dynamische Formen neben 
einander vor, letztere haben viel grössere CoroUen. Die Mentha intermedia 
Nees (non Becker, Fl. Frankf., p. 224, 1828) ist eine in Nieder-Oesterreich weit 
verbreitete Form von ausgezeichneter Tracht; sie kommt auf den Wiesen der 
Sandsteinzone bei Neuwaldegg, Hütteldorf, Purkersdorf und Mauerbach vor (H o st)> 
ferner im Poligraben zwischen Parendorf und Neusiedl am See in Ungarn (Beck); 
aus Tirol liegen mir Exemplare im Herbare A. Kern er vor, welche Au ss er- 
dorfer bei Taufers im Pusterthale sammelte und unter dem Namen „M. gen- 
tilis L. ß. acutifolia Koch" versandte, ebenso aus der Bacbleithen bei Ober-Mieders 
im Stubaithale 1869 von A. Kerner gesammelt. Zum Schlüsse will ich eine 
möglichst kurze Zusammenstellung der nächstverwandten Formen der Gruppe 
r,Fontanae" und der Gruppe „Parietariaefoliae'' geben. 

Ä) Kelchzähne spitz, nicht kurz dreieckig stumpflich {Fontanae H. Br.). 
a) Blätter elliptisch-lanzettlich, 2— 2V2inal länger als breit, nach dem 
oberen Ende lang verschmälert, spitz {Eufontanae H. Braun). 
1. Blätter ziemlich schmal lanzettlich, spitz, mittelgross oder 
klein, die obersten am Stengel an Grösse meist bedeutend 
abnehmend. 

I. M. Stachyoides Host, Fl. Austr., II, p. 146 (1831). Blätter dicht 
rauhhaarig, besonders die oberen am Stengel, kurz gestielt, elliptisch- 
lanzettlich, spitz. Stengel meist vom Grunde an verzweigt, die oberen 
Blätter allmälig kleiner werdend. Kelchzähne spitz oder zugespitzt, 
Kelchröhre glockig. Quirle dicht weisszottig, besonders die oberen Pedi- 



222 



Heinrich Braun. 



cellen dicht behaart. Originalexemplare im Herbare der k. k, zool.-bot. 
Gesellschaft und im Herbare des k. k. naturhistorischen Hof-Museums. 
An Waldrändern bei Weinzierl in Nieder-Oesterreich (Host), bei Keka- 
winkel und im Längapiestingthale (Dr. G. Beck). 

II. M. intermedia Nees v. Esenb. in Bluff et Fingerhut, Compend. 

Fl. Germ., I, p. 20 (1825), non Becker, Fl. Frankf., p. 225 (1828). Blätter 
ziemlich klein, 18—24 mm. lang, 9 — 12 mm. breit; nach dem oberen Ende 
spitzlich, lanzettlich, kurz gestielt, ziemlich dicht behaart. Pedicellen 
kahl oder mit wenigen weisslichen Haaren bekleidet. Kelche weniger 
weisszottig wie bei vorgehender Art, so dass die grüne Oberfläche der- 
selben noch deutlich sichtbar ist, Kelchzähne spitz, kurz. Stengel meist 
schon vom Grunde an verzweigt. Der M. stachyoides Host ähnlich, aber 
in allen Theilen schwächer behaart, kleiner. Baiern, Hessen, Tirol, Nieder- 
Oesterreich , Ungarn (Poligraben zwischen Parendorf und Neusiedl am 
See, Beck). 

2. Blätter lanzettlich oder elliptisch-lanzettlich, spitz, die ober- 
sten am Stengel den mittleren und unteren gleichgross 
oder fast gleichgross, nicht auffallend kleiner, 25 — 50 mm. 
lang, 10— 20 mm. breit. 
*Bracteen der unteren Blüthenquirle länger wie die 
Quirle, Blättchen von ziemlich derber Consistenz. 

III. j}f. fontmia Weihe ex Strail in Bulletin de la Societe royale de 
Belgique, HI, p. 124 (1864). Stengel meist einfach, Kelchzähne sehr spitz, 
Kelchröhre glockig; die unteren Blätter ziemlich lange gestielt, länger 
wie die Quirle, behaart. Pedicellen behaart. Belgien, Limburg, Luxem- 
burg, Frankreich, Eheinprovinz, Hessen, Baden, Würtemberg, Tirol. 

**Bracteen so lang oder kürzer wie die unteren Blüthen- 
quirle, sehr selten letztere kurz überragend, Blätter 
von dünner, papierartiger Consistenz. 

IV. M. parviflora Host, Fl. Austr., II, p. 152 (1831). Blätter von dünner 

Consistenz wie bei M. parietariaefolia Becker. Kelcbzähne ziemlich spitz. 
Blätter oblong - lanzettlich , 35 mm. lang, 15 — 16 mm. breit, beiderseits 
schwach behaart. Blattstiele so lang oder kürzer wie die Quirlen, be- 
wimpert oder ziemlich stark behaart. Blüthenstiele purpurn, kahl. Eine 
Form, welche zwischen M. Austriaca Jacq. und M. parietariaefolia Becker 
die Mitte hält. Voralpen in Nieder-Oesterreich und Steiermark. 

V. Jff. varians Host, Fl. Austr., II, p. 150 (1831). Stengel vom Grunde 

an verzweigt. Blätter sehr dünn und zart, lanzettlich, ziemlich sta,rk 
behaart. Pedicellen mehr minder, meist aber schwach behaart. Kelch- 
zipfel spitz oder zugespitzt, spitzer als bei vorhergehender Form, untere 
Deckblätter so lang oder wenig länger wie die Blüthenquirle. Blätter 



üeber Mentha fontana Weihe. 



223 



dunkelgrün, ziemlich klein, 26— 32 mm. lang, 10— 15 mm. breit; der 
MentlwL fontana Weihe sehr ähnlich, aber durch die schmal glocken- 
förmige, fast walzliche Form der Kelchröhre, geringere Behaarung aller 
Theile und die Verzweigung des Stengels sofort zu unterscheiden. Nieder- 
Oesterreich. 

h) Blätter breit elliptisch-lanzettlich, IV2— 2 mal so lang als breit, am 
oberen Ende nicht auffallend spitz vorgezogen, die untersten am 
Stengel stumpf lieh. {Origanifoliae H. Braun.) 

1. Serratur der Blätter sehr tief eingeschnitten (IV2— 2 mm.). 

VI. M. galeopsifolia Opiz in Steudel, Nomencl. bot., II, p. 126 (1841) 
s. descr. Blätter eiförmig lanzettlich, ziemlich breit, am oberen Ende 
spitz, 42 — 57 mm. lang, 20—32 mm. breit, die oberen sehr kurz gestielt, 
meist kleiner, die unteren ziemlich lauge gestielt, oberseits ziemlich reich- 
lich mit weisslichen Haaren bekleidet, unterseits fast kahl, nur an den 
Nerven stärker behaart. Stengel schon von der Basis an verzweigt, be- 
sonders an den Kanten behaart. Pedicellen kahl. Kelchröhren der oberen 
Quirle walzlich, die der unteren aber glockenförmig, ziemlich dicht be- 
haart. Kelchzähne kurz, spitz. Gehört eigentlich der Form der Kelch- 
röhre zufolge mehr der Section der „Sativae" an. Böhmen. Original- 
exemplare im Herbare des böhmischen Landesmuseums zu Prag. 

2. Serratur der Blätter nicht tief und scharf eingeschnitten. 

*Alle Pedicellen deutlich behaart. 

XI. a. M. praticola Opiz var. fossicola H. Braun. Blätter lanzett- 
lich, spitz oder am oberen Ende etwas stumpf lieh; die oberen Blätter 
kleiner wie die mittleren und unteren, dicht behaart, die unteren Blätter 
wenig behaart. Bracteeu der unteren Quirle so lang oder etwas länger 
wie diese. Kelchröhren glockig-walzlich. Kelchzähne kurz, spitz. Pedi- 
cellen dicht behaart. Von M. Austriaca Jacq. durch die zottigen Pedi- 
cellen, die walzlich-glockigen Kelchröhren, von M. origanifolia Host durch 
viel breitere und stumpfere Kelchzähne und die unteren ziemlich lang 
gestielten Blätter deutlich verschieden. Rheinprovinz, an Gräben im 
Coblenzer Walde. Wirtgen, Herb. Meuthar. rhenan., Ed. III, Nr. 97. 

YIl. M. origanifolia Host, Fl. Austr., II, p. 142 (1831). Stengel meist 
verzweigt, aufrecht. Blätter elliptisch, am oberen Ende spitz oder die 
untersten am Stengel meist stumpf lich, zum Blattstiel theils etwas ver- 
schmälert, theils, besonders die unteren, ziemlich breit abgerundet, kurz 
gestielt, ziemlich dicht behaart, 22—35 mm. lang, 10—22 mm. breit, die 
oberen nach der Mittelrippe meist zusammengefaltet. Bracteen theils 
kürzer, theils bei der f. PseudoriganifoUa P^rard 1. c, p. 3 (1870) so lang 
oder länger wie die unteren Blüthenquirle. Pedicellen ziemlich dicht 
behaart, violett. Kelchzähne kurz, sehr spitz. Kelchröhre gegen die 

Z. B. Ges. B. XXXVI. Ath. 29 



224 



Heinrich Braun. 



Basis zu etwas verschmälert, glockenförmig. Eine weit verbreitete Form, 
welche mir aus Frankreich, England, Deutschland, Oesterreich, der 
Schweiz etc. vorliegt. Diese Form unterscheidet sich von M. Austriaca 
Jacq. vornehmlich durch die sehr spitzen Kelchzähne, die Form des 
Kelches, die behaarten Pedicellen, die Verzweigung des Stengels, die oberen 
zusammengefalteten, etwas kleineren Blätter. In den Herbaren trifft 
man diese Form meist unter dem unrichtigen Namen „M. sativa L." an. 

VIII. M. ocymoides Host, Fl. Austr., II, p. 148 (1831). Stengel schlaff, 
niederliegend, wurzelnd. Blätter gelblichgrün, ziemlich klein, deutlich 
gestielt, Blattstiele so lang wie die Quirle; beiderseits ziemlich dichtbe- 
haart, elliptisch. Kelchzähne weniger spitz als bei vorhergehender Form. 
Blüthenquirle am oberen Theile des Stengels genähert, ähnlich wie bei 
M. pulchella Host, aber minder dicht. Kelchröhre kurzglockig. Von 
M. origanifoUa Host durch kleinere gelblichgrüne Blätter, längere Blatt- 
stiele, den schlaffen, hingeworfenen Stengel, die weniger spitzen Kelch- 
zähne, endlich die kurzglockigen Kelchröhren deutlich verschieden. Nieder- 
Oesterreich bei Weinzierl an der Erlaf (Host), Donauinseln bei Wien 
(Braun), häufig in Sümpfen bei Vöslau (Braun). 

** Pedicellen alle kahl oder wenigstens die der unteren 
Quirle kahl, die der oberen Quirle kahl oder unter 
der Kelchröhre etwas behaart, 
o Blätter breit eiförmig-elliptisch, von dünner Consistenz. 

IX. M» nemorum Boreau, Fl. d. 1. centre d. 1. France, Ed. III, p. 511, 

Nr. 1942 (1857). Synonym. : M. nemorosa Host, Fl. Austr., II, p. 144 (1831) 
non Willd. Blätter von dünner Consistenz, breit eiförmig-elliptisch, meist 
wenig behaart, kurz gestielt, die unteren so lang gestielt wie die Blüthen- 
quirle, 33— 60 mm. lang, 15— 26 mm. breit; Kelchzähne spitzlich-dreieckig. 
Blüthenstiele kahl, purpurn oder grünlich. Vielleicht Wald- und Schatten- 
form der M. Austriaca Jacq. 

oo Blätter elliptisch oder elliptisch-lanzettlich, von ziemlich derber 
Consistenz, ungefähr 25— 35 mm. lang, 10 — 17 mm. breit, 

X. M. Austriaca Jacq., Fl. Austr., V, p. 14, tab. CDXXX (1778). Blätter 

elliptisch, 25—30 mm. lang, 10—17 mm. breit, von ziemlich derber Con- 
sistenz; nach dem oberen Ende spitz oder, besonders die unteren, 
stumpf lich, satt- oder etwas gelblichgrün, öfter unterseits röthlich über- 
laufen. Blattstiele so lang wie die Blüthenquirle oder etwas kürzer, Kelche 
kurz glockenförmig, Kelchzähne spitz. 

Aendert ab: 

a) genuina» Blätter oberseits zerstreut behaart, unterseits, besonders am 
Mittelnerv, dichter behaart. Pedicellen kahl, purpurn oder grünlich, 
Kelchröhre kurzglockig. Stengel einfach oder mehr minder verzweigt. 



Ueber Mentha fonfana Weib( 



225 



b) gi'ata Host, Fl. Austr., II, p. 152 (1831) pro specie. Blätter oberseits 

wenig behaart, ziemlich klein. Pedicollen kahl, purpurn, Kelchröhre etwas 
länglich-glockig, Kelchzähue sehr spitz, Stengel meist schon von der Basis 
an reich verzweigt. Es soll hier noch bemerkt werden, dass Host unter 
dem Namen M. grata Host Mentheu aus verschiedenen Gruppen Ver- 
sandte ; so gehört das Host'sche Exemplar im Herbare Tausch zur 
M. rubra Sm. 

c) Slichovensis Opiz, Seznam, p. 65 (1852). Blätter wie bei der var. a), nur 

beiderseits ziemlich dicht behaart, untere Bracteen so lang wie die Blüthen- 
quirlen oder etwas länger, Stengel aufrecht. Pedicellen unter der Basis 
der Kelchröhren schwach behaart, oder die der unteren Quirle kahl. Stengel 
meist von der Mitte an verzweigt. Die Varietät a) sehr häufig in Mittel- 
Europa und Ungarn; in Nieder-Oesterreich auf der südöstlichen Niederung, 
auf den Donauinseln; die var. h) häufig auf der südöstlichen Niederung, 
so bei Dornau nächst Leobersdorf in Nieder-Oesterreich (Host), in Mähren, 
Böhmen etc.; die var. c) die häufigste von allen, so in den subalpinen 
Thälern Nieder-Oesterreichs an der Längapiesting (Beck), überall auf 
der südöstlichen Niederung; in Mähren, Böhmen, Deutschland etc., in 
Ungarn gemein und von hier öfter unter der unrichtigen Bezeichnung 
„M. verticülata L." aufliegend. 

XI. M. praticola Opiz, Seznam, p. 65 (1852), conf. D^sdglise Menthae 
Opizianae in Bulletin de la Societe royale de botanique de Belgique XXV, 
II, p. 117 (1882), extr., p. 16. Stengel schlank, meist unverzweigt, hauptsäch- 
lich an den Kanten behaart. Blätter 30—55 mm. lang, 12—23 mm. breit, 
1-5— 2*25 mal länger als breit, nach dem oberen Ende etwas spitzlich oder 
besonders die unteren am Stengel stumpf lieh ; beiderseits zerstreut behaart, 
die obersten am Stengel etwas dichter behaart und kleiner, am Grunde 
ganzrandig, von der Mitte an seicht gesägt. Die Pedicellen sind an den 
unteren Quirlen kahl, weinroth, an den oberen schwach rauhhaarig. Kelch- 
röhren glockig, Kelchzähne kurz (kürzer wie bei M. Austriaca), spitz oder 
etwas stumpf lieh. Die unteren Bracteen sind so lang oder länger wie die 
Blüthenquirle, die unteren Blätter sind deutlich gestielt, Blattstiele meist 
länger wie die Blüthenquirle, auch die oberen Blätter sind deutlich gestielt. 
Eine Mittelform zwischen M. fontana Weihe und 31. parietariaefoUa 
Becker. Von M. fontana Weihe, mit der sie zufolge der langen und breiten 
Bracteen und die langgestielten Blätter Aehnlichkeit besitzt, leicht durch 
geringere Behaarung aller Theile, nicht auffallend vorgezogene Blattenden, 
die viel kürzeren, breiteren und weniger spitzen Kelchzähne zu unter- 
scheiden. Böhmen, z. B. auf der Kaiserwiese bei Prag. Originalexemplare 
im Herbar des böhmischen Landesmuseums zu Prag. 

B) Kelchzähne stumpflicli dreieckig oder breit dreieckig, nicht spitz vor- 
gezogen {Parietariaefoliae H. Braun). 

29* 



226 



Heinrich Braun. 



a) Blätter nicht tief gesägt, Sägezähne nicht scharf-spitz. 

* Blattstiele länger wie die Blüthenquirle, die unteren 
Blattstiele die Blüthenquirle oft um die doppelte Länge 
überragend. 

XII. M. parietariaefolia Becker, Fl. v. Prankfurt, p. 225 (1828), 
pro varietate Menthae arvensis L. Blätter von dünner Consistenz, oblong- 
lanzettlich oder oblong- elliptisch, nicht dicht behaart, 50—65 mm. lang, 
16 — 26 mm. breit, satt- oder dunkelgrün. Pedicellen kahl oder nur mit 
einigen weisslichen Härchen bekleidet. Kelchröhre dicht behaart. Blatt- 
stiele meist doppelt so lang wie die Quirle. Häufig im mittleren Europa. 
Nach Exemplaren, welche Wirtgen mit den Originalien verglichen hatte. 

b) longibracteata, untere Deckblätter länger wie die Blüthenquirle. So 

z. B. bei Bisenz in Mähren (Bubela), Ostpreussen, Brandenburg. 

c) tenuifoUa Host, Fl. Austr., II, p. 147 (1831), pro specie, wie die typische 

Form, nur die Blätter auf der Oberfläche stärker behaart, die Blattstiele 
etwas kürzer, die Blätter kleiner. Häufig in Nieder- Oesterreich, so im Wald- 
viertel, bei Purkersdorf etc. 

XI. JIT. praticola Opiz. Kelchzähne spitzer wie bei vorhergehender Form, 
die Blätter von derberer Consistenz und von mehr eilanzettlichem Zu- 
schnitte; die oberen Blätter an Grösse abnehmend, dicht behaart, die 
Kelchröhre mehr länglich-glockig, Pedicellen behaart oder kahl. Synonyma 
dieser Form mit mehr stumpfen Kelchzähnen sind: M. arvensis L. var. 
pulegioides Wirtgen non Lejeune et var. macrantha Wirtgen, Herb, Menthar. 
rhenan. III, Nr. 90 et Nr. 86. Auf Feldern bei Coblenz. 

IV. W. parviflora Host, Blätter von dünner Consistenz, oblong-lanzett- 
lich, 35 mm. lang, 15 — 16 mm. breit, ober- und unterseits schwach behaart 
Blattstiele so lang oder etwas länger wie die Blüthenquirle. Von M. 'parie- 
tariaefolia Becker durch kürzere Blüthenstiele, die etwas walzliche Kelch- 
röhre und die spitzeren Kelchzähne verschieden. 

** Blattstiele so lang oder kürzer wie die Quirle, Con- 
sistenz der Blätter ziemlich derb, 
o Obere Blüthenquirle einander sehr genähert, fast eine Aehre bildend, 
Blätter meist klein. 

II. Jf. intermedia Nees. Blätter klein, graugrün, am oberen Ende 
schmal und spitz, lanzettlich, 18— 24 mm. lang, 9— 12 mm. breit, 2—272" 
mal länger als breit, kurz gestielt, ziemlich dicht behaart, Stengel meist 
von der Basis an verzweigt. Pedicellen kahl oder mit wenigen weisslichen 
Härchen bekleidet, ganze Pflanze der 31. stacliyoides Host ähnlich, Stengel 
von der Basis an vielfach verästelt. 



Ueber Mentha foniann Weihe. 



227 



XIII. M. pulchella Host, Fl. Austr., II, p. 148 (1831). Blätter klein, 
gelblichgrün, seltener etwas graugrün und mittelgross (bei var. Ii), eiförmig- 
elliptisch oder elliptisch-lanzettlich, 20 — 25 mm. lang, 12 — 14 mm. breit, 
rS — 2 mal länger als breit, am oberen Ende nicht auffallend verschmälert. 
Kelchzähne breit und stumpflich dreieckig, kurz, Kelchröhre kurz glocken- 
förmig. Pedicellen purpurn, seltener grünlich, kahl oder mit wenigen 
weisslichen Härchen bekleidet. Durch die genäherten, compacten Quirlen 
am oberen Theile des Stengels, welche dieser Pflanze eine gewisse Aehn- 
lichkeit mit M. Pulegium L. verleihen, und die kurz glockenförmigen 
Kelche sehr ausgezeichnet. Znaim in Mähren (Oborny), Donauinseln bei 
Wien (Braun), Wieselburg in Nieder- Oesterreich (Host) etc. Schöne 
Originalexemplare im Herbare des naturhistorischen Hofmuseums zu Wien. 

Aendert ab: 

b) campicola H. Branu, Kelchzähne stumpf, kurz, obere Blüthenquirle ge- 

nähert, Pedicellen behaart, Blätter etwas grösser wie bei der typischen 
Form, Behaarung aller Theile ziemlich dicht, untere Bracteen länger wie 
die Blüthenquirle. M. arvensis Wirtgen (non L.) forma legitima hirsiita ; 
Wirtgen,Herb.Menthar.rhenan.,Ed.III,Nr.55. Kartoffeläcker bei Neuwied. 

c) approximata Wirtgen, Herb. Menthar. rhenan., Ed. III, Nr. 91, mit der 

Etiquette: „Mentha arvensis L., A. Pedicellis glahris. var. approximata; 
verticillis approximatis, starrt, exsert. caul. erectis." Kelchzähne stumpf, 
obere Blüthenquirle genähert. Blätter klein, ziemlich dicht behaart, von 
der typischen Form nur durch etwas grössere, mehr graugrüne Blätter und 
die am oberen Theile des Stengels etwas abnehmende Grösse derselben 
verschieden. Felder bei Coblenz. 

oo Blüthenquirle am oberen Theile des Stengels von einander ent- 
fernt, Blätter klein oder mittelgross und nicht auffallend gelb- 
grün gefärbt. 

XIY. M. lanceolata Becker, Fl. v. Frankfurt, p. 225 (1828) sub varie- 
tate Menthae arvensis L. non Bentham Labiatae, p. 181 (1832). Rchb., 
Icon., tab. MCCLXXXIX. Blätter ziemlich klein, schmal elliptisch-lanzett- 
lich, nach beiden Enden lange verschmälert, Kelchzähne stumpf und breit 
dreieckig, Pedicellen dicht rauhhaarig. Eine Form von auffallender Tracht 
und weiter Verbreitung. Frankreich, Rheinpreussen (Wirtgen), Hessen 
(Frankf. a/Main), Baiern, Nieder-Oesterreich (Pressbaum, H. Braun). 

X. Jff. Austriaca Jacq. Formen mit mehr breit dreieckigen, stumpf- 
lichen Kelchzähnen. Blätter elliptisch, 25 — 30 mm. lang, 10—17 mm. breit, 
am oberen Ende spitz oder, besonders die unteren, stumpflich. Blattstiele 
so lang wie die Blüthenquirlen ; Stengel unverzweigt oder mehr weniger 
verzweigt. Pedicellen kahl oder behaart. 



228 



He iurich Brau 



XV. M* foliicoma Opiz ined. Blätter elliptisch-lanzettlich, nach dem 
oberen Ende spitz oder die unteren am Stengel stumpflich, 24 —45 mm. 
lang, 14—19 mm. breit, von ziemlich dünner Consistenz und am oberen 
Theile des Stengels nicht auffallend an Grösse abnehmend, beiderseits 
behaart, am Kande seicht gesägt. Pedicellen kahl oder behaart. Kelch- 
röhre glockenförmig, Kelchzähne kurz, stumpf- dreieckig. Bracteen kürzer, 
oder die unteren etwa so lang wie die Blüthenquirle, bewimpert. Stengel 
meist schon von unten an reich verzweigt mit schlaffen Seitenzweigen. 
Der M. Austriaca Jacq. ähnlich, aber durch grössere Blätter, stumpfere 
Kelchzähne, lanzettlich-elliptische Form der Blätter, endlich durch den 
mehr weniger, gewöhnlich aber reichverzweigten Stengel gut und sicher 
von letzterer zu sondern. Böhmen, Jacku 29. August 1852 (Opiz). Mähren, 
Nieder-Oesterreich auf den Donauinseln bei Wien (Braun) und wohl noch 
anderwärts verbreitet. 

h) Blätter tief gesägt, Sägezähne spitz und scharf. 

XVI. M. argiltissima Borbas ined. Stengel aufrecht oder am Grunde 
niederliegend und dann aufsteigend, einfach oder vom Grunde an verzweigt; 
dicht mit ziemlich langen, weisslichen Haaren bekleidet. Blätter ziemlich 
lang gestielt, Blattstiel meist an Länge den Blüthenquirlen gleich, eiförmig- 
lanzettlich oder fast rhombisch lanzettlich, am oberen Ende spitz, zum 
Blattstiel verschmälert, satt- oder dunkelgrün, beiderseits mit langen, weiss- 
lichen Haaren bekleidet, am Bande von der Mitte gegen die Spitze zu tief 
und scharf gesägt, mit spitzen Sägezähnen, die oberen am Stengel an 
Grösse abnehmend, 20— 45 mm. lang, 12— 22 mm. breit. Blüthenquirle 
zahlreich, von einander entfernt. Pedicellen purpurn weinroth, dicht 
weisszottig. Kelche kurz glockenförmig, dichtbehaart; Kelchzähne stumpf 
und breit dreieckig, kurz. Bracteen so lang wie die Quirle oder kürzer, 
linealisch, behaart. In der Tracht der M. galeopsifolia Opiz ähnlich, aber 
durch die Form der Kelchröhre und der Kelchzähne auf den ersten Blick 
zu unterscheiden. In humidis planioribus et ad fossarura ripis, Semper in 
umbra Salicum aut herbarum altiorum ad Chrysium velocem (schnelle 
Körös) prope Puszta Iräz territorii Komädi comit. Bihar. (Hungaria), rara. 
Aug. 1884. Von meinem Freunde Prof. Borbäs in mehreren Hunderten 
von Exemplaren gesammelt. Eine Art von auffälliger Tracht und durch 
die tiefe Serratur der Blätter sehr ausgezeichnet. 

Vorstehende üebersicht kann bei der Mangelhaftigkeit der Durchforschung 
Mitteleuropas hinsichtlich der Formen der Gattung Mentha keinen Anspruch 
auf Vollständigkeit machen, allein die typischen, allgemein verbreiteten Formen 
dürften wohl daselbst vertreten sein. Selbstredend wurden nur solche Formen 
aufgenommen, welche durch den elliptischen oder elliptisch-lanzettlichen, zum 
Blattstiel verschmälerten Zuschnitt der Blätter eine gewisse Aehnlichkeit mit 
M. fontana Weihe zeigen. Ferner soll hier noch bemerkt werden, dass Boreau 



üeber Mentha jontana AVeihe. 



229 



seinerzeit die M. /bnta/ia Weihe, welche ihm von Prof. v. Kern er im Tausch- 
wege zugesandt wurde, mit dem Namen „M. viridula Host" bezeichnete. In der 
That weisen auch die spitzen Kelchzähne und der oval-lanzettliche Zuschnitt der 
Blätter eine gewisse Aehnlichkeit mit M. viridula Host auf. Allein die typische 
Mentha viridula Host, von der schöne Originalexemplare im Herbare des 
k. k. naturhistorischen Hofmuseums aufliegen, hat lang zugespitzte Kelchzähne 
und eine walzliche, nicht glockenförmige Kelchröhre, am oberen Theile des 
Stengels kleine, deckblattartige Blätter, ähnlich wie bei M. subspicata Weihe, und 
gehört diese Form, sowohl den Originalexemplaren, als auch der Beschreibung 
nach {r,calycis dentcs acuminati") in Host, Fl. Austr., II, p. 147 (1831) zu den 
Formen der Mentha sativa L., obwohl Host 1. c, p. 147, im Widerspruche mit 
den Originalexemplaren, die Form des Kelches als „campanulatus^ bezeichnete. 



230 



Heinrich Braun. Ueber Mentha fontana Weihe. 



Erklärung der Abbildungen. 



Tafel VII. 

a) Mentha fontana Weihe, ein Theil der Pflanze. Natürl. Grösse. 

b) Corolle der M. fontana Whe. Vergr. 4V2Öial der natürl. Grösse. 

c) Kelch der M. fontana Whe. Vergr. 6 mal der natürl. Grösse. 

d) Corolle mit Kelch der M. fontana Weihe. Vergr. 4 mal der natürl. Grösse. 

e) Unterer Theil des Stengels mit einem Theile des Ehizomes der M. fontana 

Whe. Natürl. Grösse. 

f) Ein Blatt der M. fontana Whe. Vergr. lV2nial der natürl. Grösse. 

g) Blatt der M. arvensis L. Vergr. IVsHal der natürl. Grösse. 

h) Kelch der M. arvensis L. Vergr. 5 mal der natürl. Grösse. 



231 



Zwei neue Arten der Hymenopteren-Gattuüg Evania. 
Angnst Schletterer 

in Wien. 



(Vorgelegt in der Versammlung am 5. Mai 1886.) 



Seit Veröffentlichung meiner letzten Arbeit über Evania in den Verhand- 
lungen der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft in Wien (Jahrg. 1886, p. 3) 
sind mir zwei neue Arten untergekommen, deren Beschreibung hier folgt. 

Evania dinarica n. sp. 

9 . Long. 5 mm. Caput nitidum punctis majoribus minorihusque. Vertex 
fortius convexus. Frons plana antica parte impressa. Genae longitudine 
flagelli articuli tertii. Tempora crassa, sparsis punctis. Inter antennas carina 
longitudinalis tenuis. Antennae multum subtus medium oculorum insertae. 
Scapus longitudine flagelli articidi primi unacum secundo. Flagelli articulus 
secundus longitudine tertii unacum primo, tertius articulus duplo longior primo. 
Margines oculorum interni paralleli. Ocelli posteriores ab oculis distant longi- 
tudine flagelli articuli primi, inter se sesqui plus distant longitudine flagelli 
articuli primi. 

Mesonotum nitidum, sparsis punctis, inconspicuis. Scutellum subtiliter 
coriaceum tenuiter sparseque punctatum. Lineae duae impressae divergentes 
in mesonoto conspicuae. Metasterni furca ramis diver gentibus. Petiolus sub- 
tiliter longitudinaliter striolatus. Metatarsus pedum posterioren brevior qua- 
tuor ceteris articulis. — Nigra. 

Z. B. Ges. B. XXXVI. Abb. 30 



232 



August Schletterer. 



Kopf glänzend, mit grösseren und kleineren Punkten. Scheitel massig 
stark gewölbt. Das Gesicht tritt hart unter der Fühlereinlenkung ausserordentlich 
stark (wie aufgequollen) hervor, wie ich es bei keiner der mir bekannten Evania- 
Arten gefunden habe, und fällt einerseits in der jäachen, nach vorne seicht 
eingedrückten Stirne gegen den Scheitel hin, andererseits in leichter Wölbung 
gegen den Mund hin ab. Wangen bedeutend kürzer als das zweite und ungefähr 
so lang wie das dritte Geisseiglied. Schläfe sehr breit, nach oben sich ver- 
schmälernd, sehr fein und zerstreut punktirt und stark glänzend. Fühlerschaft 
deutlich länger als der Abstand der Netzaugen von einander und ungefähr so 
lang wie die zwei ersten Geisseiglieder mitsammen. Zweites Geisselglied reichlich 
so lang als das dritte und erste mitsammen, drittes doppelt so lang wie das 
erste. Die Fühlereinlenkung liegt in einer Geraden, welche die Netzaugen nahe 
am ünterrande schneidet. Die inneren Netzaugenränder sind fast parallel (nach 
oben sehr leicht convergent). Die hinteren Nebenaugen liegen vor der Geraden, 
welche man sich durch den Hinterrand der Netzaugen gezogen denkt. Der Ab- 
stand der hinteren Nebenaugen von den Netzaugen ist gleich der Länge des ersten, 
ihr gegenseitiger Abstand 1*5 mal so gross wie die Länge des ersten Geisseigliedes. 

Mittelrücken glänzend, mit wenigen sehr seichten, undeutlichen Punkten 
und durch zwei nach vorne divergirende, deutliche Linieneindrücke in einen 
grösseren mittleren (dreieckigen) und zwei seitliche kleinere Theile geschieden. 
Schildchen sehr fein lederartig mit zerstreuten feinen, doch deutlichen Punkten. 
Mesopleuren oben nahe dem Flügelursprunge seicht gestreift, im unteren grösseren 
Theile punktirt bis netzrunzelig, Metapleuren regelmässig netzrunzelig. Mittel- 
segment nur durch eine sehr seichte Rinne von den Metapleuren geschieden. 
Hinterleibsstiel fein längsgestrichelt. Der hintere Fortsatz des Metasternum 
mit divergirenden Gabelästen. Mittelsegment seicht aetzrunzelig, zwischen dem 
Ursprung des Hinterleibsstieles und dem Schildchen fein runzelig. Mittel- und 
Hinterhüften von einander mässig weit entfernt ; letztere sehr fein und ziemlich 
dicht punktirt. Füsse und Schienen der Hinterbeine fast unmerklich bedornt. 
Erstes Fussglied der Hinterbeine kürzer als die vier übrigen Fussglieder, reichlich 
so lang als das zweite und dritte mitsammen. Der grössere hintere Schienensporn 
erreicht zwei Drittel der Länge des ersten Fussgliedes, 

Flügelgeäder wie bei Evania appendigaster ; jedoch erscheint — ob zufällig 
oder für diese Art normal, ist, da mir nur ein Stück vorliegt, nicht zu entscheiden 
— das Stück der Basalader, welches sich vom Ursprünge der Cubitalader zum 
Randmal erstreckt, in beiden Flügeln spurlos erloschen. Färbung schwarz, an 
den Beinen stellenweise lehmgelb. 



Zwei ueue Arten der Hymeuoptereu-Gattuxig Evania. 



233 



Vou Evania minuta, mit welcher man diese Art in Folge ihrer geringen 
Grösse etwa verwechseln könnte, auffallend verschieden durch die Sculptur und 
die Form des Flügelgeäders. — Dalmatien. 

Evania ocellaria n. sp. 

cT- Long. 4 mm. Begio clypearis convexiuscula rugoso-punctata, Frons 
convexiuscula densis profundisque punctis. Tempora rugis longitudinalihus 
punctatis. Genae longiUidine scapi. Antennae crassiusculae paulum suhtus 
medium oculorum insertae. Scapus longitudine articuli secundi unacum tertio. 
Flagelli articulus secundus sesqui longior primo, tertius secundo aequalis. 
Oculorum margines interni paralleU. Ocelli posteriores vix longitudine flagelli 
articuli primi ab oculis, duplo plus inter se distant. 

Dorsulum atque scutellum convexa profundis punctis et sine lineis 
duabus Caput versus divergentibus (iinpressis) . Metast erni furca posterior 
ramis parallelis. Segmentum medianum lata sutura crenulata a metapleuris 
punctatis divisa. Petioli basis a segmento sequenti sesqui plus distat quam a 
scutello. Fetiolus subtiliter punctatus. Metatarsus pedum posteriorum longi- 
tudine quatuor articulis ceteris aequalis. 

Nigra; thorax rufescens. 

Gesichtstheil zwischen der Fühlerinsertion und der Kieferbasis massig 
gewölbt, etwa wie bei Evania minuta und tief und dicht punktirt. Stirne sehr 
schwach gewölbt, fast flach, mit ziemlich dicht stehenden tiefen Punkten. Schläfe 
mit punktirten Längsruozeln. Wangen ungefähr so lang wie der Fühlerschaft. 
FühlerurspruDg in einer Geraden, welche die Netzaugen wenig unter der Mitte 
schneidet. Fühlerschaft so lang wie das zweite und dritte Geisselglied mitsammen. 
Zweites Geisselglied 15 mal so lang wie das erste, das dritte gleich dem zweiten. 
Innere Netzaugenränder parallel. Die Gerade, welche man sich durch den Hinter- 
rand der Netzaugen gezogen denkt, berührt auch den Hinterrand der hinteren 
Nebenaugen. Abstand der hinteren Nebenaugen von den Netzaugen kaum so 
gross wie die Länge des ersten Geisseigliedes; ihr Abstand von einander doppelt 
so gross wie ihr Abstand von den Netzaugen. 

Rücken und Schildchen ziemlich stark gewölbt und ziemlich grob punk- 
tirt, ohne divergirende Linieneindrücke. Mesopleuren vollkommen glatt und 
gläozend. Metapleuren mit zerstreuten, deutlichen Punkten. Hinterer Fortsatz 
des Metasternum mit parallelen Gabelästen. Mittelsegment oben wie der Mittel- 
rücken tief, doch ein wenig feiner punktirt und von den punktirten Metapleuren 

30* 



234 August Schletterer. Zwei neue Arten der Hymenopteren-Gattung Evania. 



durch ein breites, gekerbtes, rinnenförmiges Feld geschieden. Der längere Sporn 
der dicken Hinterbeine erreicht ungefähr die Hälfte des ersten Fussgliedes. Erstes 
hinteres Fussglied reichlich so laug wie die vier übrigen Fussglieder mitsammen. 
Hinterleibsstiel fast 1*5 mal so lang wie der Abstand seines Ursprunges vom 
Schildchen und seicht, doch merkbar deutlich punktirt. Schienen und Füsse der 
Hinterbeine glatt (unbedornt). Mittel- und Hinterhüften sehr weit von einander 
entfernt. 

Vom Geäder der Vorderflügel ist nur die Costa und Subcosta sichtbar wie 
bei Evania ruficeps. 

Färbung wohl veränderlich. An dem mir vorliegenden Stücke ist die all- 
gemeine Färbung schwarz, der Rücken und die Mesopleuren sind rostroth. 

Von der ihr am nächsten stehenden Evania ruficeps und Evania Azteka 
leicht zu unterscheiden durch die bedeutendere Grösse und dadurch, dass alle 
Geisseiglieder nahezu doppelt so lang wie breit sind, während diese beiden 
zwei eben genannten Arten gleich lang wie breit sind; von der mexicanischen 
Evania Azteka überdies durch den kürzeren Sporn der Hinterschienen verschieden. 
— Mexico (Orizaba — Bilimek leg.). 



235 



Die Metamorphose zweier Arten der GattuDg 
Aiiacharis Dalm. 

Ein hymenopterologischer Beitrag 

von 

Anton Handlirsch 

in Wien. 

(Mit Tafel VIII, Fig. 1-4.) 



(Torgelegt in der Vereammlung am 2. Juni 1886.) 



Da über die Metamorphose der parasitisch lebenden Cynipiden (der 
Figitiden) noch sehr wenig, von der Gattung Anacharis gar nichts bekannt 
ist, dürfte eine Beobachtung, welche ich in den ersten Monaten des Jahres 1884 
zu machen Gelegenheit hatte, von einigem Interesse sein, zumal die bisherigen 
Angaben sich fast ausschliesslich auf die Anführung von Wirten aus der Ord- 
nung der Dipteren und Rhynchoten beschränken und die Beschreibungen 
der ersten Stände aus einigen lückenhaften Bemerkungen über die Larve be- 
stehen. ^) 

Allerdings wird meine Beobachtung noch in vielen Punkten der Ergänzung 
bedürfen, da mir ein verhältnissmässig spärliches Materiale zur Verfügung stand. 

Ich fand in den ersten Tagen des Februar 1884 im fürstlich Schwarzen- 
berg'schen Garten in Wien unter der Rinde einer alten Platane einige Cocons, 
aus denen im Zimmer nach wenigen Tagen mehrere Exemplare eines Neuropte- 
rons, Hemerobius nervosus Fabr. (teste Prof. Brauer), und eme Anacharis 
ensifera Walk, hervorkamen. Da von keinem der beiden Insecten die Metamor- 

*) Cf. Bouche, Naturgeschichte der Insecten etc., Berlin, 1834. 
Giraud, in diesen Verhandlungen, Bd. X, 1860, p. 123. 
Kirchner, Catalogus Hyraenopterorura Europae, Wien, 1867. 
Reinhard, Berliner entom. Zeitung, Bd. IV, 1860, p. 2ü4. 



236 



Anton Uandlirsch. 



phose bekannt war, suchte ich alsbald an denselben Fundstellen weiter, und es 
gelang mir, noch eine Anzahl Cocons zu finden, welche grösstentheils Larven 
des Hemerobius enthielten. In einzelnen befanden sich jedoch Larven der Äna- 
charis. Zugleich hatte ich Gelegenheit, eine Änacharis-LdLive beim Verlassen 
ihres Wirtes zu beobachten; es glückte mir, dieses Exemplar in seiner Ent- 
wicklung bis zur Tmago zu verfolgen, was bei der Beschaffenheit des 
Cocons, welcher sehr grobmaschig und ganz durchsichtig ist, ohne Störung des 
Thieres möglich war. 

Die Anacharis-liSii'Y e verlässt ihren Wirt zwischen den Beinen, 
saugt ihn dann vollkommen aus und verzehrt zum Schlüsse noch die 
sämmt liehen Ueberreste. Dadurch nimmt sie merklich an Grösse zu und 
verändert auch ihre Farbe, indem die früher ganz gelblichweisse Larve durch 
den dunkel durchscheinenden Darminhalt grau erscheint. Hierauf bleibt sie 
wenige Tage (in meinem Falle zwei) unbeweglich liegen, streckt dann ihr Hinter- 
ende durch die Maschen des Cocons heraus und entleert einen dunkel gefärbten, 
breiigen Kot, in welchem sich noch erkennbare Reste der Chitintheile des 
Wirtes vorfanden. Die Larve gewinnt dadurch wieder ihr früheres Aussehen und 
verpuppt sich nach mehreren Tagen (in meinem Falle fünf) im Cocon des 
Hemerobius, ohne selbst einen eigenen innerhalb desselben anzufertigen. 

Die Puppen ruhe dauerte fünfzehn Tage, die Imago blieb jedoch noch 
zwei Tage nach Abstreifung der Nymphenhaut im Cocon. 

Dieses Exemplar gehörte der Art An. typica Walk. (Reinhard) an; es 
gelaog mir, von dieser Art, sowie von der obgenannten ews^■/em Walk. (Rein- 
hard) je zwei Exemplare zu erziehen; von An. ensifera cf und Q. 

Mein verehrter Freund Kolazy erhielt eine Anacharis aus Gallen von 
Cecidomyia rosaria H. Lö w, aus denen er gleichzeitig denselben Hemerobius erzog. 

Die Larve, welche ich näher untersuchte, ist madenförmig, zeigt zwölf 
sichtbare Leibes ringe und ist im Allgemeinen spindelförmig mit dem 
grössten Durchmesser am sechsten, siebenten und achten Ringe. In ihrer nor- 
malen Stellung während des Lebens ist sie vom fünften Leibesringe an nach 
vorne gekrümmt. — Der Kopf steht senkrecht auf der Längsaxe des Körpers, 
d. h. er ist h y p g n a t h ; von vorne gesehen erscheint er fast kreisrund, ist ziemlich 
flach und sehr wenig über den bedeutend breiteren ersten Leibesring vorragend. 
An den Seiten zeigt er je einen bogenförmigen, schwach tingirten Streifen, 
welcher der Grenze der zukünftigen Facettaugen entspricht. Die kräftigen, theil- 
weise hinter der durchscheinenden Oberlippe verborgenen Oberkiefer, welche 
von hornartiger Beschaffenheit sind, haben eine fast gleichseitig dreieckige Ge- 



Die Metamorphose zweier Arten der Gattung Anacharis Dalm. 



237 



stalt und sind mit einem längeren Zahne an der Spitze und zwei neben einander 
stehenden kürzeren an der Innenseite versehen. Ausserdem zieht von der Spitze 
aus eine Furche gegen die Mitte des Kiefers. Oberhalb der Mandibeln sind die 
Fühler durch unscheinbare bräunliche Fleckchen, von denen ich mich aber 
nicht überzeugen konnte, ob sie erhaben waren, angedeutet. — Der erste 
Leibesring zeigt an der Oberseite zwei abgerundete Höcker, der zweite bis 
neunte trägt am Rücken je zwei fleischige, spitz -kegelförmige Zapfen, 
eine Auszeichnung, wie sie keiner mir bekannten Hymenopteren-Larve 
zukommt. Der zehnte, eilfte und zwölfte Ring sind unbewehrt, nach hinten 
zu stark verjüngt; der letz te trägt den ziemlich grossen, nierenförmigen After. 
— Stigmen konnte ich auf dem zweiten bis zehnten Leibesringe nachweisen, 
sie liegen in der Seitenlinie näher dem Vorderrande der Segmente. 

Die Larve ist mit Ausnahme der Oberkiefer, der oberwähnten Stellen am 
Kopfe und der Stigmen ganz beinweiss und. durchscheinend. 

Die Länge des gemessenen Exemplares betrug 3mm. im Leben. 
Die freie, freigliedrige Nymphe zeigt im Allgemeinen die Formen der 
Imago, nur ist der Hinterleibsstiel nicht ausgestreckt, sondern nach abwärts 
gerichtet und den Coxen der Hinterbeine anliegend. — Die Beine und Flügel 
sind gefaltet, dem Körper anliegend. — Die Fühler liegen frei über ihnen. — 
Die Nymphenhaut ist ungemein zart und vollkommen durchsichtig. — 
Die Länge der Nymphe betrug 2 9 mm.; ihre Farbe ist anfangs weiss und geht 
später allmälig in die Farbe des vollkommenen Insectes über. 

Ich halte obige detaillirte Beschreibung der Larve nicht für überflüssig, 
da mir, wie gesagt, von keiner Figitide eine genaue Beschreibung der ersten 
Stände bekanntwurde, ausserdem aber die beschriebene Larvenform in Bezug 
auf ihre Gestalt so sehr ausgezeichnet ist, und behalte mir vor, so bald als 
möglich die Beschreibung der mir unbekannt gebliebenen Theile (besonders der 
Mundtheile) nachzutragen. 



238 A. Handlirsch. Die Metamorphose zweier Arten der Gattung Anacharis Dalm. 



Erklärung der Abbildungen. 



Tafel VIII. 

Fig. 1. Larve von Anacharis, von der Seite gesehen. 
„ 2. „ „ „ „ „ Bauchseite gesehen- 

„ 3. Nymphe von „ „ „ Seite gesehen. 

„ 4 Oberkiefer der Larve von Anacharis. 



239 



Isoetes HeldreichiL 
Dr. R. V. Wettstein, 

(Mit Tafel VIII.) 



(Vorgelegt in der Versammlang am 2. Juni 1886.) 



Planta aquatica, siibmersa. 

Ithizoma perennans, tuheriforme, ad latus suleis tribus aequidistantibus 
praeditum, Semper indivisum nec proinde profunde trilohum, intus album, 
extus fuscum, e parte inferiore inprimis e suleis radices tenues fuscas, sim- 
plices vel parce dichotome ramosas, 2— 4 cm. longas edens, 3 — 6 mm. longum, 
■1—7 mm. latum. Folia 3—8, tenuia, flexibilia, peUucida, viridia, glabra, 
10— 25 cm. longa in apicem tenuem abeuntia, circa 1mm,. diametro, parte 
hasilari membranacea foveamque cochleariformem magis minusve late mem- 
branaceo dlatam exhibentia; peripherica basi late ovata, 6— 9 mm. lata, interiora 
basi angustiora, 4 — 6 mm. lata, omnia in parte exteriore vaginae laevia, pdllide 
fusca. Sectio transversalis in parte inferiore foliorum praebet circuitum ro- 
tundato-triangularem, in parte superiore ovalem; folia omnia intus lacunosa 
pari duplici lacunarum, dissepimentis quatuor tenuihus, parietibus exterioribus 
(inclusa epidermide) e 2 — 3 cellularum stratis compositis, fasciculo centrali 
fibroso, ad insertionem dissepimentorum longit^idinalium sine fasciculis fibrosis, 
rarius uno alterove tenui, stomatibus destituta. Phyllades et phyllopodia nulla. 
Ligida obovato- acuta, tenuissime et irregulariter serrata. Sporocarpia in 
axillis foliorum et fovea cochleariformi baseos eorundem excepta, circumcirca 
libera, nuda, dorso adnata, 4 — 6 mm. longa, membrana laevi tenui, macrospori- 
fera ad foliorum cyclorum periphericorum basin, maiora, subpeltaeformia, dorso, 
quo folio adliaerent convexa, cinerascentia, super ficie macrosporis ipsis torulosa; 
microsporif era minor a ad foliorum interiorum basin, exteriora macrosporiferis 
svmilia, intima sensim elongata et oblongo-ovata. Macrosporael4—36,circa'^/:^mm. 
diametro aequantes, globosae, obsolete trigonae, albo-flavescentes, angulis tribus 
prominulis verruculosis, ceterum exosporio fragili, verruculoso. Microsporae innu- 
merae, pulveris ad instar, triquetrae, fade dorsali latiore, elliptico, angulis an- 
guste marginatis, spinis brevibus obtectis, episporio ceterum, subpellucido, echinato. 

Graecia: Submersa in pallude prope Palaeokortion planitiei Thessaliae; 
legit Dr. Th. de Hei dr eich Mio 1885. 

Z. B. Ges. B. XXXVI. Abb. 31 



240 



R. V. Wettstein. Iso'ifes Heldreichii. 



Diese schöne Isoetes-kii stammt aus der reichen Ausbeute, die Herr 
Prof. V. Held reich als Ergebniss seiner im vergangenen Sommer unternom- 
menen Reisen versendete, und ich benenne diese Pflanze zu Ehren ihres hoch- 
verdienten Entdeckers. 

I. Heldreichii gehört in die Sectio der „Isoetes aquaticae'' A. Br.^); im Sinne 
Motelay's und Vendryes'2) in die Section der „Submersae^ aus der Gruppe 
der „Äquaticae'^. Sie gehört dahin in Folge des anatomischen Baues der Blatt- 
wandung, die aus zwei bis drei Zelllagen besteht und weder Spaltöffnungen noch 
Bastbündel aufweist. Nur höchst selten tritt an der Rückenseite des Blattes 
ein secundäres Bastbündel auf. Ausgezeichnet überdies durch den vollkommenen 
Mangel eines Velums kann unsere Pflanze überhaupt nur mit wenigen anderen 
Arten in Vergleich gezogen werden, und es sollen im Folgenden die Unter- 
scheidungsmerkmale der anderen Isoetes-Arten ohne Velum angegeben werden. 

I. triquetra A. Br. ist von I. Heldreichii leicht zu unterscheiden durch das 
zweifurchige Rhizom, während das der letzteren dreifurchig, also dreitheilig ist. 

1. Malinverniana Ges. et De Not. ist eine viel grössere, kräftigere Pflanze 
mit über 60 cm. langen und in der Zahl von 70—80 vorhandenen Blättern, zwei- 
spitziger Ligula und grob warzigen Macrosporen. 

Von I. Gunnii A. Br. unterscheidet sich unsere Pflanze durch ihre dünnen, 
langen, zarten und biegsamen Blätter, während die der 1. Gunnii kurz, dick und 
starr sind, ferner durch grössere Macrosporen und die stacheligen Microsporen; 
von I. elatior F. Müll., abgesehen von anderen Merkmalen, schon durch die 
stacheligen lichten Microsporen; von 1. Gardneriana Kuze. endlich durch die 
geringe Anzahl und die Form der Blätter, durch den Mangel der secundären 
Bastbündel in denselben, sowie durch die Form und Farbe der Macrosporeu. 



Erklärung der Abbildungen. 



Vergl. Tafel VIII. 

Fig. 1. Isoetes Heldreichii, etwas verkleinert. 

„ 2. Querschnitt durch ein Blatt im obersten Theile desselben. Vergr. ^'^/V 

„ 3., Querschnitt durch ein Blatt nahe der Basis. Vergr. so/j. 

„ 4. Oberhaut des Blattes. Vergr. ^"/j. 

„ 5. Basis eines äusseren Blattes mit einem Macrosporaugium. Verg. 

„ 6. Dieselbe im Längsschnitte. Vergr. 

„ 7. Ligula. Vergr. 

„ 8. Macrospore, Bedeutend vergr. 

„ 9. Microspore. Bedeutend vergr. 

„ 10. Basis eines inneren Blattes mit einem Microsporangium. Vergr. 

») Monatster. d. kgl. Akad. d. Wissenscliaften zu Berlin, 1863, p. 598. 
=«) Motelay et Vendryes, Mouogr. d. Jsoeteae in Act. Soc. Linn. d. Bord., Ser. 4. Tora. V. 
p. 317 S8. (1882). 



241 



Goniolimon Helclreichn ii. sp. (Stalice Heldreichii), 

Eine neue Goniolimon- S.xt der thessalischen Ebene. 

Beschrieben von 

Dr. E. V. Haläcsy. 

(Mit Tafel IX.) 

(Vorgelegt in der Versammlung am 2. Juni 1886.) 



Als Heldreich, der rastloseste und erfolgreichste Erforscher der grie- 
chischen Flora, auf seiner behufs einer botanischen Erforschung des Pindus- 
Gebirges unternommenen Reise die thessalische Ebene durchquerte, fand er auf 
sonnigen felsigen Hügeln bei Tyrnovo in nur wenigen Exemplaren ein Gonio- 
limon, welches von allen übrigen osteuropäisch-asiatischen Arten dieser Gattung 
sowohl in der Tracht, als auch in seinen Merkmalen so sehr abweicht, das« es 
als eine selbstständige neue Art aufgefasst werden muss. 

Durch die freundliche Zusendung eines instructiven Exemplars von Seite 
des Entdeckers bin ich in der Lage, im Einverständnisse mit demselben hier diese 
ausgezeichnete Art zu beschreiben, mich hiebei der Uebersichtlichkeit halber an 
die Diagnosen der Goniolimon- k.xi%n in Boissier's Flora Orientalis haltend. 

Goniolimon Heldreichii , glaucescens, foliis obovatis vel oblongo- 
><pathulatis, inpetiolum brevem attenuatis, albo-tuberculatis, aristato-mucronatis, 
margine anguste- et crispide-membranaceis ; scapis humilibus, paulo supra basin 
divaricatim dichotomis, corymboso-paniculatis ; ramis tenuibus angulatis apteris, 
iiatido-recurvis ; spiculis unißoris distantibus, spicas laxas unilaterales forman- 
Ubiis; bracteis herbaceis coriaceis, carinatis, late rufeHCenti-membranaceo-margi- 
natis, interiore tridentala, dentibus rectis intermedia longiore, calycis tubo breviter 
iniberulo rufescenti, limbi albidi tubo multo breviore lobis breviter triangidaribus. 

Habitat in coUibus apricis saxosis prope Tyrnovo ad Hagios- Elias 
planitiei Thessaliae (Velasgiotis, nunc JRevenia) , ubi die 30 Jidii 1885 detexit 
Th. de Heldrcich. 

Wurzelstock absteigend, oben verdickt, mehrköpfig, mehrere Schäfte trei- 
bend. Stengel aufrecht, 10— 15 cm. hoch, stielrundlich, bald über dem Grunde 
verästelt, Aeste kantig, ungeflügelt, kahl, gespreitzt, zurückgekrümmt, die unteren 
Internodien etwa 3 cm. lang, die oberen allinälig kürzer werdend. Blätter grund- 
ständig, rosettig, verkehrt- eiförmig oder länglich- spateiförmig, in den Blattstiel 
verlaufend, sammt diesem 4—6 cm. lang, 2 — 3 cm. breit, fünfnervig, stachel- 
.^pitzig, beiderseits kahl, seegrün, mit zahlreichen weissen Knötchen besetzt und 

31* 



242 



E. V. Haläcsy. Goniolimon Heldreichii n. sp. (Stattet Heldreichii). 



mit einem schmalen röthlichen, etwas krausen, selir fein gewimperten Hautrande 
eingefasst; Schuppen des Stengels 2— 3 mm. lang, dreieckig-eiförmig, stachel- 
spitzig, weissrandhäutig , umfassend, allmälig in die Deckblätter übergehend. 
Blüthen entfernt, in Rispen, deren Aeste Wickel sind. Deckblätter krautig, mit 
breitem braunröthlichem Hautraude, das äussere fein zugespitzt, das innere drei- 
zähnig mit geraden Zähnen, der mittlere Zahn länger. Kelch 5—6 mm. lang, roth- 
braun, gegen den Grund zerstreut kurzhaarig, Saum weisshäutig, fünfzähnig, Zähne 
dreieckig-eiförmig, stumpfiich, viel kürzer als der Kelch. Kronblätter hellviolett, 
am Grunde verwachsen. Staubfäden an die Nägel der Kronblätter angewachsen. 
Fruchtknoten kahl, Griffel ihrer ganzen Länge nach warzig-rauh, Narben kopfig. 

Obwohl G. Heldreichii, wie erwähnt, von allen übrigen orientalischen 
Goniolimon- Alten für den ersten Blick als grundverschieden sich präsentirt 
und mit diesen daher auch keineswegs verwechselt werden kann, so will ich doch 
nachfolgend die Hauptunterscheidungsmerkmale dieser anführen. — G. tatari- 
cum (L.) und G. Besserianum (ß. et Sch.) unterscheiden sich durch längere, 
relativ schmälere Blätter, kantig-geflügelte Aeste, dichtstehende Blüthen, grüne 
weissrandhäutige Deckblätter, grünlich-weisse violett gestreifte, viel tiefer ge- 
theilte Kelche. G. desertorum (Trautv.) und G. gr amini folium (Ait.), die mit 
unserer Art die entfernt stehenden Blüthen gemein haben, unterscheiden sich 
durch die lanzettlicheu, beziehungsweise schmallinealen Blätter und die tiefge- 
theilten Kelche. G. dalmaticum (Presl.) und G. collinum (Griseb.) unterscheiden 
sich durch relativ schmälere Blätter, dichtstehende Blüthen, tiefer getheilte, 
anders gefärbte Kelche, letzteres ausserdem noch durch die zurückgekrümmten 
äusseren Deckblätter. Das diesen nahestehende G. serhium Vis. et Panc. ist durch 
dieselben Merkmale und durch flaumhaarige Deckblätter abweichend. G. calli- 
comitm (C. A. Mey.) und G. speciosum (L.) sind ebenfalls durch die dicht ge- 
büschelten Blüthen, tiefer getheilte Kelche und durch das meist zweizähnige 
innere Deckblatt, G. eximium (Schrenk) durch flaumhaarige Aeste und dicht 
gebüschelte Blüthen verschieden. G. Sartorii Boiss. endlich unterscheidet 
sich, ausser anderen wesentlichen Merkmalen, durch den holzigen Wurzelstock. 
G. elatum (Fisch.) kommt des ungetheilten inneren Deckblattes wegen gar nicht 
in Betracht, 



Erklärung der Abbildungen. 



Tafel IX. 

Fig. 1. Ganze Pflanze, natürliche Grösse. 

„ 2. Biumenkrone und Kelch, 5 mal vergrössert. 

„ 3. Kelch, 6 mal vergrössert. 

„ 4. Grifi'el und Narbe, 15 mal vergrössert. 

„ 5. Fruchtknoten mit Narbe, 10 mal vergrössert. 

„ 6. Inneres Deckblatt, 3V2iii^l vergrössert. 

„ 7. Aeusseres Deckblatt, 3V2i^al vergrössert. 



243 



Systematische üebersieht der Flechten Gahziens. 

Zusammengestellt auf Grundlage eigener und fremder Forschungen 

von 

Prof. Ladislaus Boberski, 

k. k. Schulinspector der Stadt Lemberg. 



(Vorgelegt in der Verbammluug ara 2. Juni 1886.) 



Eifrige Bestrebungen, welche zahlreiche Sammler, sei es aus eigenem An- 
triebe, sei es auf Veranlassung der physiographischen Commission in Krakau, 
bis in die jüngste Zeit au den Tag legten, machten es möglich, dass die Pha- 
nerogamen- Flora Galiziens ziemlich erschöpfend behandelt wurde. Die grosse 
Abtheilung der Kryptogamen bietet hingegen ein weites Feld dar, welches noch 
einer fleissigen Hand harrt, und es ist allerdings lohnend, dasselbe näher zu er- 
forschen. Wenngleich in dieser Hinsicht schon Manches geleistet wurde, wie es 
die trefflichen Arbeiten von Dr. Eostafiuski, Dr. Szyszytowicz, Dr. C h alu- 
bin ski und Anderer beweisen, so sind es vorzüglich die Pilze und die grosse 
Abtheilung der Flechten, denen verhältnissmässig weniger Aufmerksamkeit ge- 
widmet wurde. Wir haben hier blos eine geringe Anzahl von Namen fremder 
Forscher zu verzeichnen, weil auf dem eben erwähnten Gebiete noch eigene 
Fluren reiche Ausbeute liefern, es wurde daher die Lichenen-Flora Galiziens den 
heimischen Kräften überlassen. So befassteu sich mit dem Sammeln der gali- 
zischen Flechten Director Jabloiiski, der in den Verhandlungen der physio- 
graphischen Commission in Krakau 1868 die Flechten aus der Umgegend von 
Krakau und Lezajsk, sowie die von H. Lojka, Professor in Pest, in West-Galizien 
gesammelten Flechtenformen augegeben hatte; Dr. Reh man durchforschte zu 
wiederholten Malen die Umgegend von Krakau und Zegestöw, besuchte sodann 
im Jahre 1877 die hohe Tatra, welche auch im folgenden Jahre das Ziel seiner 
Untersuchungen bildete. In demselben Jahre begab sich Dr. Reh man nach 
Szczawnica, von wo aus er lichenologische Ausflüge in die malerischen Pieniuen 
machte, und bearbeitete das in den genannten Gegenden gesammelte Material in den 
Verhandlungen der physiographischen Commission vom Jahre 1879. Das Substrat 
dieser systematischen Uebersicht der Flechten von West-Galizien bildeten sowohl 



244 



Ladislaus Boberßki, 



Dr. Rehman's eigene Untersuchungen, wie auch fremde Forschungen, die eben 
bis zu dieser Zeit auf dem Gebiete der Lichenologie Galiziens bereits gemacht 
wurden. 

Ausser den erwähnten Forschern, die sich um die Kenntniss der licheno- 
logischen Flora unseres Landes verdient gemacht haben, sind noch andere zu 
nennen, welche dasselbe lichenologisch untersucht haben oder die au Galizien 
grenzenden Gegenden durchforschten. So besuchte schon im Jahre 1812 Wahlen- 
berg das Tatragebirge und zählt in seiner ,,Flora Carpathorum" 113 gut be- 
stimmte Flechtenformen auf. Hierauf begegnen wir dem Pester Gymnasial- 
Professor H. Lojka, der im Jahre 1868 die Liptauer und Zipser Karpathen 
bereist und die diesbezügliche Abhandlung, in der sich gegen hundert für Ungarn 
neue Formen finden, von welchen die Hälfte den Zipser Karpathen entstammt, 
in den Verhandlungen der k. k. zool.-botan. Gesellschaft in Wien 1869 veröffent- 
licht. Schon in demselben Jahre besucht H. Lojka die malerischen Kalkstein- 
felsen der Pieninen, aber über das hier erbrachte Materiale finden wir aus 
unbekannten Gründen keine Erwähnung in den Verhandlungen der physiogra- 
phischen Commission, sondern erblicken blos etliche Formen, die von Lojka in 
den Pieninen gesammelt wurden, in der Exsiccaten-Sammlung des Directors 
Jablonski, und finden dieselben in der Abhandlung Dr. Rehman's vom Jahre 
1879 wieder. Im Jahre 1872 besucht H. Lojka zum zweiten Male die hohe 
Tatra und veröffentlicht die überaus reiche Ausbeute seines Ausfluges im 
XL Bande der Verhandlungen der Pester Akademie, und liefert hiemit auch 
einen unstreitig wichtigen Beitrag zur Kenntniss der lichenologischen Verhältnisse 
Galiziens. 

Ausser H. Lojka hat sich ein anderer ungarischer Lichenologe, F. Hasz- 
linsky, um die Hebung der Lichenologie Galiziens verdient gemacht. 

Schon im Jahre 1859 veröffentlichte Haszlinsky in den Jahrbüchern 
der k. k. zool.-botan. Gesellschaft gegen 300 Flechten, von denen die grössere 
Hälfte der hohen Tatra entstammt, nicht minder finden wir in seiner Abhand- 
lung, welche im Jahrbuche der Pester Akademie im Jahre 1870 erschienen ist, 
eine grosse Anzahl von Flechtenformen, die in den an Galizien grenzenden 
Theilen des Karpathenzuges gesammelt wurden und somit für uns insoferne von 
Interesse sind, als sich dieselben Formen hinter den Grenzmarken wiederfinden. 

Die Lichenen der Tatra fanden überdies in ß. Fritze, Apotheker aus 
Rybnik, einen eifrigen Sammler, der im Vereine mit Dr. Ilse im Jahre 1870 
seine trefflichen Beobachtungen in den Jahrbüchern der k. k. zool.-botan. Gesell- 
schaft in Wien veröffentlichte. 

Im Jahre 1872 besucht B. Stein die im westlichen Gebirgszuge der Kar- 
pathen gelegene Babia Gora und zählt die 87 Flechtenformen im Jahrbuche der 
botau. brandenburgischen Gesellschaft auf, wie auch in seinem schönen Werke 
„Die Flechten", IL Band der Kryptogamen-Flora von Schlesien 1879. 

Nicht minder wichtig sind lichenologische Untersuchungen von Prof. 
F. Berdau, welcher im Jahre 1876 über die Flechten des Warschauer Gouver- 
nements eine Broschüre erscheinen liess, in der vorzüglich die um die knapp 



Systematische üebersicht der Flechten Galiziens. 



245 



an der Grenze des Krakauer Gebietes liegende Ortschaft Ojcow gesammelten 
Flechten für uns von Bedeutung erscheinen, indem wir hier dieselben floristischen 
Verhältnisse erblicken, wie sie überhaupt im Krakauer Gebiet anzutreffen sind. 
Aus eben derselben malerischen Gegend stammen auch die Lichenen. welche 
Dr. Filipowicz, ein eifriger Forscher der Lichenologie Polens, in lit. an Dr. Reh- 
man zusammenstellte, und durch seine trefflichen Bemerkungen trug er viel zur 
Auffindung mancher Lichenen-Formen in Galizien bei. 

Ausser den genannten Lichenologen ist noch Dr. Chaiubinski aus War- 
schau zu erwähnen. Seine seit zwei Jahrzehnten sich jahraus jahrein wieder- 
holenden Ausflüge in die hohe Tatra waren für die Kryptogamen-Kunde Galiziens 
von erspriesslichen Folgen, denn es verdankte ihm nicht blos die galizische 
Brjologie Fortschritte, sondern es trug sein unermüdlicher Fleiss sehr viel zur 
genaueren Erforschung der Flechten der Tatra bei. 

Schon aus dieser flüchtigen Darstellung ist zu entnehmen, dass alle 
Forschungen auf dem Gebiete der Lichenologie hauptsächlich den westlichen 
Theil Galiziens im Auge hatten, ja selbst sich blos auf die Umgegend von 
Krakau, einen Theil der Beskiden und die hohe Tatra beschränkten. Ost-Galizien 
war in dieser, wie auch in mancher anderen Hinsicht eine Terra incognita. Ich 
beschloss daher, da sich mir eine günstige Gelegenheit darbot, auch diesen Theil 
des Landes in den Kreis meiner Beobachtungen zu ziehen und mich grössten- 
theils auf die Zusammenstellung der Flechtenformen Podoliens zu verlegen, -wenn 
ich auch andere lichenologisch theils erforschte, theils unberührte Gegenden 
Galiziens, wie aus der nächstfolgenden systematischen Zusammenstellung er- 
sichtlich sein wird, durchstreift habe. Es schien mir daher zweckmässig, das 
bis zum Jahre 1886 gesammelte Material systematisch zu bearbeiten, um damit 
ein Bild der lichenologiscuen Flora Galiziens zu liefern. 

Von Lemberg aus durchschneidet in südöstlicher Richtung die Karl Ludwig- 
Bahn die weite Ebene des Bugflusses, die nach der Ansicht der Wiener Geologen 
(Dr. V. Hilber, Geol. Studien im ostgalizischen Miocängebiete, Jahrb. d. k. k. 
geolog. Reichsanstalt, 1882, p. 315) ihre Entstehung der Erosion der fliessenden 
Gewässer, oder, wie es Prof. M. Lomnicki (Kosmos, 1884, Heft VIII und IX) 
dargethan hat, der Wirkung der Gletscher zu verdanken hat. Hinter der Stadt 
Zloczow macht die Bahn einen tiefen Einschnitt in den Rand des podolischen 
Plateaus und erhebt sich langsam gegen P^uchow hin, bis zu einer Höhe von 
400 m. über der Meeresfläche. Diese benachbarten Theile des Landes, nämlich 
die Tiefebene des Bugflusses und das podolische Plateau, unterscheiden sich 
wesentlich nicht blos in geologischer Hinsicht, denn wir finden hier recht mar- 
kante klimatische Verhältnisse, die, gepaart mit ganz verschiedener Boden- 
beschaff'enheit, auf die Flora Podoliens nicht ohne namhaften Einfluss bleiben 
konnten, wie dies Dr. Reh man in seiner erschöpfenden Arbeit im Jahrbuche der 
physiographischen Commission in Krakau, Bd. IV und V, 1870 und 1871, dargethan 
hat. In dieser Abhandlung gibt Dr. Rehman die Demarcationslinie genau an, 
welche das Stromgebiet des San- und Bugflusses scheidet und zugleich von der 
Tanne nicht überschritten wird, wogegen die Buche und die Fichte sich bis an 



246 



Ladislaus Bobereki. 



den Fuss des podolischen Plateaus erstrecken, dessen Ränder zwar noch von 
der Buche begrenzt werden, aber die eigentlichen Waldstände Podoliens blos 
aus Weissbuche und Eiche bestehen, von deren dunklem Laub hie und da lichte 
Birkenhaine abstechen. — Wenn wir aber heute noch kaum von einer geogra- 
phischen Vertheilung der Flechten Galiziens sprechen können, so könnten doch 
gewichtige Umstände, wie die namhafte Erhebung Podoliens, seine windige 
Lage, abweichende Feuchtigkeitsverhältnisse und Bodenbeschaffenheit, wie auch 
Verschiedenheit der Wälder nicht ohne erheblichen Einfluss auf manche wähle- 
rische Flechtenformen bleiben, was leicht bei der Vergleichung der ost- und west- 
galizischen Flechten-Flora zu beurtheilen ist. — Es ist wohl richtig, dass manche 
Flechten wahre Kosmopoliten sind, die von den eisigen Gegenden Lapplands bis 
in die warme Mediterranzone reichen, aber es ist nicht minder wahr, dass viele 
Flechtenformen, welche den westlichen Theil Galiziens bewohnen, dem podolischen 
Plateau fremd sind, ja selbst die knapp angrenzende Bugebene andere Formen 
beherbergt als das sich über derselben erhebende Podolien. 

So erwähnt z. B. Rehman in seiner „Systematischen üebersicht der 
westgalizischen Flechten", dass Caloplam citrinum Ach. sich im benachbarten 
Polen befindet, im Krakauer Gebiet übersehen wurde, somit entweder sehr selten 
ist, oder gar mangelt, wogegen dieselbe Flechte in Tarnopol (Podolien) in so 
ausserordentlicher Schönheit sich entfaltet, dass Dr. Körb er in lit. mir berichtet, 
solch schöne Exemplare nicht gesehen zu haben. Ebenso verhält es sich mit 
Dimerospora dimera'Njl., welche ich nicht bei Rehman vorfinde, wogegen sie 
in Tarnopol reichlich die Espenbäume umwächst, die doch nicht minder im 
Krakauer Gebiet reich vertreten sind. 

Aber es mangeln dem podolischen Plateau gewisse Flechtenformen, die 
auf Buchen und Tannen heimisch sind, da diese Bäume hier entweder gar 
nicht vorkommen, oder nur künstliche junge Waldstände bilden. So z. B. konnte 
man kein einziges schön entwickeltes Exemplar des Pseudolichen Variolaria 
discoidea in den podolischen Wäldern auftreiben, wogegen mehrere Quadrat- 
decimeter messende Exemplare dieser Flechte die Buchen von Koi'töw und Sassöw 
(bei ZJoczöw) bedeckten, nicht minder finden wir in den Wäldern Podoliens ganz 
kleine Formen von Peltigera canina, welche in obgenannten Wäldern der Bug- 
ebene colossale Dimensionen erreichen, dagegen erscheinen am podolischen 
Plateau Flechten, die nur ausschliesslich demselben eigen sind, ja sogar für die 
Lichenen -Flora Europas eine Neuheit darstellen. Diese markante Sonderstellung 
Podoliens war der Grund, der mich bewogen, seine Lichenenwelt näher zu be- 
trachten und während der letzten Jahre eine planmässige Erforschung der Flechten 
vorzunehmen. Ich besuchte daher im Jahre 1884—1885 das Gebiet, das von der 
durch die Städte Brzezany, Tarnopol, Trembowla, GrzymaJow, SkaJat, Podwolo- 
czyska bis Zl'oczöw laufenden Linie begrenzt wird. Ausser dem erwähnten Ge- 
biete erhielt ich aus zwei weit im Süden Podoliens liegenden Ortschaften, nämlich 
Borszczow und Sinköw, einem am Ufer des Dniesterflusses gelegenen Dorfe, einige 
bemerkenswerthe Flechtenformen. Die vom letztgenannten Orte stammenden 
Flechten, und vornehmlich die riesenhaften Formen des Endocarpon miniatum L., 



Systematische üebersicht der Flechten Galiziens. 



247 



das bei Tarnopol nicht zu finden war, zeigen deutlich, dass in diesen Gegenden, 
wo die aus schwärzlichen Schiefern und Kalksteinen zusammengesetzte Silur- 
formation meist schroffe, sonnverbrannte Felsen bildet, man auf einen seltenen 
floristischen Fund rechnen kann, wie dies auch H. Lojka in einem an mich 
gerichteten Briefe hervorhebt. 

Ausser den gedachten Gegenden habe ich es nicht unterlassen, bei Gelegen- 
heit auch andere Ortschaften Galiziens lichenologisch zu untersuchen, wie dies z. B. 
im Jahre 1883 geschehen, als ich die Umgegend von Przemysl, sonach längs 
der Przemysl-IiUpkower Bahn gelegene Flecken, wie Ustrzyki und Kulaszne, bis 
nach Homonna in Ungarn besuchte und die Ueberzeugung gewonnen hatte, dass 
diese Gegenden eine reich ausgebildete Lichenen-Flora in ihren Nadelholzwal- 
dungen bergen. Im Jahre 1884 verweilte ich in den Gegenden des Curortes 
von Zegestöw und Krynica, von wo ich manchen Ausflug auf das ungarische 
Gebiet über Lipnik bis Lublö machte, während der Ferienzeit des verflossenen 
Jahres hingegen verweilte ich einige Zeit im Curorte özczawnica und besuchte 
von hier aus die benachbarten Pieninen bis zum Rothen Kloster (auf der un- 
garischen Seite), sodann den Trachytkegel Bryjarka, der sich über Szczawnica 
erhebt, und untersuchte neuerdings die Lichenen-Flora der Pieninen, welche, 
wie früher erwähnt, von Dr. R e h m a n und Prof. Lojka theilweise untersucht wurde. 

Die Correspondeuz, die ich mit bekannten Lichenologen, wie Dr. Körber^) 
und B. Stein aus Breslau, wie auch mit H. Lojka unterhielt, machten es 
möglich, manche Dubia zu beseitigen, und der wahrhaft freundschaftliche Bei- 
stand Dr. Körber's hatte es zur Folge, dass einige für Galizien neue Flechten- 
formen, wie z. B. Imhricaria revoluta Körb., Parmelia orbicularis Neck, Callo- 
pisma ferrugineum Huds. var. genuinum Kbr. und obscurum Th. Fr., Lecanora 
subfusca L., gangalea Stein., Biatora Silvana u. A., ja selbst manche floristische 
Neuheiten, welche nächstfolgend namhaft gemacht werden, gefunden wurden. 

Dem Stande der bisherigen Forschungen gemäss ist es noch nicht mög- 
hch, eine genaue Statistik der galizischen Flechten zu liefern, ja wir sind noch 
weit entfernt, alle die Formen aufzählen zu können, die aller Wahrscheinlichkeit 
nach sich in Galizien vorfinden. Wenn wir aber die Anzahl der in Galizien be- 
kannten mit der Anzahl der im benachbarten Schlesien gefundenen Flechten 
vergleichen, so ergibt es sich, dass wir in Galizien kaum 421 Arten zählen, wo- 
gegen B. Stein schon im Jahre 1879 (Kryptogamen-Flora von Schlesien, IL Bd., 
die Flechten) bereits 705 Arten aufweist. 

Zuletzt sei erwähnt, dass ich den grössten Theil meiner Flechtensamm- 
lung im reichhaltigen Museum Sr. Excelleuz des Grafen Vladimir Dzieduszycki 
in Lemberg niederlegte. 

Verzeichniss der Abkürzungen. 

1. Körb. Pg. = Parerga lichenologica, 1865. 

2. Körb. S. = Systema lichenum Germaniae, 1855. 



GeHtorbeü am 27. Juli 1885. 
Z.B. Ges. B. XXXVI. Abh. 



32 



248 



Ladislaus Boberski. 



3. Th. Fr. Lieh. Sc. = Th. Fries, Lichenographia Scandinavica, 1871—1874. 

4. Stein, Krpt.-Fl. = Das früher erwähnte Werk von Stein. 

5. Rhm. = Systematyczny przeglad porostöw u. s. w., 1879 (Systematische 

üebersicht der Flechten von West-Galizien u. s. w., 1879). 

6. Körb, in lit. = Die Flechten, welche in Briefen Dr. Körber's erwähnt 

werden, 1883—1885. 

7. Lojk. Korn. fiz. = Spis porostöw zebranych przez Lojke przygotowany do 

druku przez dyr. J ablonskiego. Komisya fizyograficzna, 1868 (Ver- 
zeichniss der von Lojka gesammelten Flechten, zum Drucke vorbereitet 
von Director Jabionski. Physiographische Commission, Krakau, 1868). 

8. Ilse und Fritze, Karp. = Karpathenreise, gemeinschaftlich ausgeführt im 

Juli und August 1868 von Dr. Ilse und Fritze, Jahrb. d. k. k. zooL- 
botan. Gesellsch., Wien 1870. 

9. Lojk., Ad. == Adatok Magyarhon zuzmoviräuyähoz etc. 

10. Lojk., Z. B. = Bericht über eine lichenologische Eeise in das nördliche 

Ungarn, unternommen von H. Lojka im Sommer 1868, Jahrb. d. k. k. 
zool.-botan. Gesellsch. Wien. 

11. B. Stein = Flechten von Babia Gora von B. Stein, Jahrb. d. branden- 

burg. botan. Gesellsch., 1873. 

12. Berd., Lisz. = F. Berdau, Die Flechten des Warschauer Gouvernements, 

russisch, 1876. 

13. Bob. = Diese Abkürzung meines Namens wurde benützt zur Bezeichnung, 

dass die Pflanze von mir gefunden wurde. 

14. Haszl., Fl. = Beiträge zur Kenntniss der Karpathenflora im Jahrb. d. k. k. 

zooL-bot. Gesellsch. Wien, 1859. 



I. Lichenes Heteromerici Wallr. 
A, Thamnoblasti Kbr. 
1. Usneaceae. 
Usnea Dill. 

1. Usnea barbata L., Körb., S. 3, Pg. 1, Stein, Krpt.-Fl. 38. 

a) florida L. Sehr schön in Zegestow an Nadelholz, Bob., und in den 
Wäldern von Ojcöw, knapp an der Grenze des Krakauer Gebietes, Rhm. 
f. hii^ta Ach., gemein in ganz Galizien, an alten Brettern in Tarnopol 
bildet sie kleine Quasten, Bob. 

b) pendula Körb., sowie Abart: 

Dasopoga Ach. befindet sich nach Rhm. in Gebirgsgegenden. 

2. U. plicata L., Körb., S. 3, Pg. 1, Stein, Krpt.-Fl. 33. Nach Fries ist 

die Flechte in Scandinavien häufig, nach Stein in Schlesien selten und 
steril; Rhm. kennt sie aus Tatrawaldungen; ich fand sehr schöne, aber 
sterile Exemplare auf Nadelholz der Höhen um Zegestöw, Bob. 



System iltische Uebersicht der Flechten Galiziene. 



249 



3. U. longissima Ach., Körb., S. 4, Pg. 3, Stein, Krpt-Fl. 33. Im Thale 

Bialka (Tatra) nach Ehm.; Babia Gora nach Stein B. 94; schöne 
Exemplare in der Umgegend von Skole, Bob. 

Bryopogon Lk. 

4. B. jubatum L., Körb., S. 5, Pg. 4, Stein, Krpt.-Fl. 35. Kommt nach Stein 

(B. 94) am Abhänge von Babia Gora, Tatra und Karpathen, selten in 
Podolien vor. Ich erhielt ein einziges zwergiges Exemplar aus Kopeczyrice, 
wo die Flechte an Eichen gefunden wurde, Bob. 
a) prolixum Ach. als capillare Ach. und canum Ach. 
implexum Hoffm. 

c) chalyhei forme L. Nach Haszlinsky (Haszl., Fl. 8) in Tatra; ich fand 
es auf Drei Krohnen in Pieniny, Bob. 

5. B. bicolor Ehrh., Stein, Krpt.-Fl. 35. Rhm. gibt die Pflanze aus Tatra 

an; Stein, von Babia Gora; ich fand sie auf Tannen in der Umgegend 
von üstrzyki (Przemysl-tiUpkower Bahn), Bob. 

Alectoria Ach. 

ü. A. sarmentosa Ach., Körb., Pg. 5, S. 7, Stein, Krpt.-Fl. 36. Nach Stein 

auf Babia Gora; nach Lojka (Ad, 92) auf Feigsblösse in Tatra. 
7. A. ochroleuca Ehrh., Körb., S. 6, Pg. 5. Bryopogon ochroleucus. Babia 

Gora in der Krummholzzone auf Felsen, Rhm. 
. A. Thidensis Th. Fr. , AI. och?', var. nigricans Körb., Pg. 5, Stein, Krpt.- 
Fl. 37; Rhm. fand die Flechte zusammen mit Sphaerophorus fragilis 
bei ZamarzJe in Tatra; auf Babia Gora nach Stein, (B. 94). 

Cornicularia Ach. 
9. C. aculeata Schreb., Körb., S. 7, Pg. 6, Stein, Krpt.-Fl. 37; in Ojcow 
und Umgegend auf sandiger Erde und vorzüglich auf Haiden und 
Waldrändern selten, Ehm.; oberhalb Kesmark in Tatra (Haszl., Fl. 9), 
Stiernberg in Tatra (Lojk., Z. B. 6). 
a) alpina Schaer. {stuppea Tv.). Auf der Spitze des Krywan in Tatra, Rhm. 

2. Cladoniaceae. 

Stereocaulon Schreb. 

10. St. tomentosum Fr., Körb., S. 12, Pg. 8, Stein, Krpt.-Fl. 44. In Tatra 

am Grünen See, Rhm.; auf Jaworina nach Lojk., Ad. 92. 

11. St. paschale L., Körb., S. 12, Pg. 8, Stein, Krpt.-Fl. 45. Nächst Kobierzyn 

im Krakauer Gebiet auf Torfboden, Rhm.; in der Krummholzzone 
in Tatra (Haszl., Fl. 9) Stiernberg (Lojk., Z. B. 6), Tokarnia in 
Tatra (Lojk., Ad. 92). 
var. thyrsoideum Schaer. Nach Haszl. (Fl. 9), in Tatra. 

12. St. denudatum Flk., Körb., S. 13, Pg. 8. Haszlinsky (Fl. 9) fand die 

Flechte in der Krummholzzone in Tatra; Stein, auf Babia Gora (B. 94). 

32* 



250 



Ladislaus Boberski. 



Cladonia Hoffm. 

13. Cl. alcicornis LghlL, Körb., S. 17, Pg. 9, Stein, Krpt.-Fl. 48. Die typische 

Form kommt auf Steinboden im Krakauer Gebiet (Krzeszowice, Krze- 
miouki, Ojcöw), Rhm.; Lojka (Ad. 94) fand die Flechte um Batyzowce 
(Zips). 

var. microphyllina in Zakopane, Koscielisko, Kondratowa (Rhm.). Schöne 
Exemplare in Pieniny auf Drei Krohnen, Bob. 

14. Cl. gracilis L., Körb., S. 18, Pg. 9, Stein, Krpt.-Fl. 48. Meist auf ver- 

moderten Baumstrünken in Tatra und Babia Gora, Rhm. 
a) vulgaris Körb., recht selten in ^egestow, Krynica (Badeorte in den 

Karpathen), Bob. 
h) hyhrida Ach. 

c) macroceras Flk. Beide in der Krummholzzone in Tatra, Rhm. 

15. Cl pyxidata L., Körb., S. 17, Pg. 9, Stein, Krpt.-Fl. 50. 

a) neglecta. Eine häufige Flechte zwischen Moos in Zegestöw, Drei 
Krohnen, Bob. 

h) Pocillum Ach. Bis nun in Galizien nicht gefunden ; zwischen Moos in 
Zegestöw selten, Bob. 

16. Cl degenerans Flk., Körb., S. 20, Pg. 10, Stein, Krpt.-Fl. 49. In der 

Krummholzzone der Tatra, wie Czarny Staw, Zakopane (Rhm.); im 
Kolbachthal (Lojk., Ad. 93). 

17. Cl fimbriafa L., Körb., S. 22, Pg. 10, Stein, Krpt.-Fl. 51. An sterilen 

Orten in Gebirgsgegenden, wie Pieniny, Tatra, Babia Gora, aber nicht 

minder in ganz Podolien gemein, Bob. 
vulgaris Kbr. Meist in Ebenen. 
hrevipes Schaer. In Pieniny, Rhm. 

clilorophaea Kbr., Stein, Krpt.-Fl. 51, pyxidata var. chlorophaea nach 
Rhm. bei Zakopane, aber nicht minder in den Nadelwäldern bei Prze- 
mysl und Podolien, wo die Flechte alte Bauaistrünke bewächst, Bob. 
cornuta Kbr. Zwischen Moos in den Laubwäldern um Tarnopol, Bob, 
homodactyla Wall. In Zegestöw auf der Erde selten, Bob. 

18. Cl cariosa Ach., Körb., Pg. 10, Stein, Krpt.-Fl. 50. Auf vermoderten 

Baumstrünken der Tatra; auf dem Trachytkegel Bryjarka bei Szczaw- 
nica, Bob. 

19. Cl ochroleuca Flk., Körb., S. 24, Pg. 11, Stein, Krpt.-Fl. 52. Nach 

Lojka (Ad. 93) auf den südlichen Abhängen der Tatra. 

20. Cl amaurocrea Körb., S. 26, Pg. 11, Stein, Krpt.-Fl. 52. Nach Rhm. in 

den Wäldern des Thaies Koscielisko in Tatra. 

21. Cl Botrytis Körb., S. 28, Pg. 12, Stein, Krpt.-Fl. 53. Nach HaszL (Fl. 10) 

am südlichen Abhänge der Tatra. 

22. Cl cornuctqnoides L., Körb., S. 28, Pg. 12, Stein, Krpt.-Fl. 53 (Cl cocci- 

fera L.). Nach Haszl. (Fl. 10) in Tatra var. coccifera Kbr. nebst: 
extensa Flk. ; phyllocoma Flk. ; palmata Flk. 



Systematische Uebprsicht der Flechten Galiziens. 



261 



■23. Cl belUdiflora Acb., Körb., S. 29, Pg 12, Stein, Krpt.-Fl. 56. Nach Haszl. 

(Fl. 10) in Tatra am Popradsee; Rhm. erwähnt dieselbe vom Torf- 
gruude bei Kobierzyn; Jablonski kennt sie vom Parke in Krzeszowice 
bei Krakau. 

24. Cl. crenulenta Flk., Körb., S. 30, Pg. 12, Stein, Krpt.-Fl. 51 {Cl de- 

formis L.), nach Jablonski in den Nadelwäldern bei Lezajsk; Babia 
Gora (Stein, B. 95) in Tatra nach Rhm.; kommt vor in Formen: 
tubeiformis Körb., %)leurota Flk-, deformis L., welch letztere in die Krumm- 
holzzone reicht. 

25. Cl. digitata Hoffm., Körb., S. 30, Pg. 23, Stein, Krpt.-Fl. 54. Babia Gora 

nach Stein; Rhm. gibt von Zakopane, Haszl. von Tokarnia in Tatra 
(Fl. 10). 

26. Cl macilenta Ehvh., Körb., S. 31, Pg. 12, Stein, Krpt.-Fl. 55. Nach 

Rhm. in beiden Abarten in Tatra als: pohjdactyla Flk. und 
filifwmis Reih, in den Nadelholzwäldern von Zegestöw, auf alten Holz- 
dächern in Szczawnica, ausserdem gemein auf alten Baumstrünken in 
Wäldern Podoliens (Tarnopol, Brzezany), Bob. 

27. Cl uncinata Hoffm., Körb., S. 32, Pg, 13, Stein, Krpt.-Fl. 56. Nach 

Lojk., (Z. B. 8) auf Jaworina; nach Rhm. bei Zakopane. 

28. Cl squainosa Hoffm., Körb., S. 32, Pg. 13, Stein, Krpt.-Fl. 56. Zwi<5chen 

Moos in Tatra bis in die Krummholzzone, Haszl. (Fl. 10); nach 
Lojk. (Ad. 93) tritt sie in Koprowathal (Tatra) in Abarten auf: 
delicata Ehrh. in den Wäldern von Ojcöw, Rhm. und selten in Zegestow, 
Bob. 

attenuata Lojk. In Koprov^athal, Lojk. (Z. B. 10). 
JO. Cl furcata Schreb., Körb., S. 34, Pg. 13, Stein, Krpt.-Fl. 57. In Tatra 
und auf Babia Gora gemein in Abarten: 
crispata Ach. 

racemosa Hoffm. in Zegestöw zwischen Moos gemein mitsammen die Form: 
polyphylla Flk. im Birkenwäldchen bei Przemysl, Bob. 
subulata L. an sonnigen Plätzen in Zegestow, Bob. 

üU. Cl pungens Ach., Körb., S. 35, Pg. 13, Stein, Krpt.-Fl. 58 {Cl rangi- 
formis Hoffm.). Bielany bei Krakau, Rhm.; aber auch in den Wäldern 
bei Przemysl und in Podolien (Grzymalöw, Mikulince, Dolzanka selten), 
Bob. 

31. Cl rangiferina L., Körb., S. 36, Pg. 13, Stein, Krpt.-Fl. 58. Diese 
nordische Flechte findet sich häufig im Krakauer Gebiet, Rhm. auf 
Haideplätzen in der Form: 
vulgaris Schaer., die zweite Form: 

silvatica Hoffm. findet sich häufig in Zegestöw, sowie auch in Podolien, 

wenn auch selten im Walde von Dolzanka, Bob. 
f. alpestris Ach. In Dolina Nowotaraka, Rhm. 



252 



Ladislaus Boberek 



32. Cl caespiticia Flk., Stein, Krpt.-Fl. 57 (Körb., S. 32, Cl. squamosa 
var. polyphylla). Auf vermodernden Baumstrünken in Dotzanka bei 
Tarnopol, Bob. 

38. Cl stellata Schaer., Körb., S. 37, Pg. 13, Stein, Krpt.-Fl. 59 (Cl unci- 
nalis). In der Krummholzzone auf Babia Gora und in Tatra gemein. 

34. Cl papiUaria Ehrh., Körb., S. 37, Pg. 14, Stein, Krpt.-Fl. 60. Nach 

Lojk. im Koprowathal (Z. B. 10). 

Thamnolia Ach. 

35. Th. vermicularis Ach., Körb., Pg. 14 {Cl amaurocre = a), h) verm. Körb., 

S. 26), Stein, Krpt.-Fl. 43. Auf Babia Gora und in Tatra oberhalb 
der Waldgrenze häufig, 
var. tonm Wulf, auf Gewontspitze in Tatra (Ilse, Fr., Krpt. 481). 

3. Ramalineae. 
Evernia Ach. 

36. E. divaricata L., Körb., S. 41, Pg. 16, Stein, Krpt.-Fl. 38. Auf Aesten 

der Waldbäume von Ojcöw, Babia Gora und Tatra; schöne Exemplare 
in der Umgegend von Skole, Bob. 

37. E. prunastri L., Körb., S. 42, Pg. 16, Stein, Krpt.-Fl. 39. In ganz Galizien 

gemein; auf alten Bretterwänden in Tarnopol als Zwergform, Bob. 

38. E. furfuracea L., Körb., S. 43, Pg. 17, Stein, Krpt.-Fl. 39. Auf Eichen 

inPodolien; in der Umgegend von Skole bis 1*5 dm. lange Exemplare. 
Die Flechte ist in der Ebene sehr selten fruchtend anzutreffen, ich 
habe daher auf einer Birke in Przemysl blos ein Apothecium gefunden, 
wogegen auf den Drei Krohnen in Pieniny recht oft Früchte angetroffen 
werden, Bob. 

Ramalina Ach. 

39. M. fraxinea L., Körb., S. 38, Pg. 17, Stein, Krpt.-Fl. 40. Nach Rehm 

'im Krakauer Gebiet; schöne Exemplare auf Tannen in Zegestöw und 
auf Eichen in Przemysl und Podolien (f^ozowa Trembowla) in Formen: 
ampliata Schaer., 

fastigiata Pers. In kleinen aber fruchtenden Formen auf alten Brettern 
von der Nordseite in Tarnopol, Bob. 

40. R. calycaris L., Körb., S. 40, Pg. 17, Stein, Krpt.-Fl. 40. Auf Babia Gora, 

Ojcöw, nicht minder häufig in Podolien auf Laubholz in 1 dm. grossen 
fruchtenden Exemplaren, Bob. 

41. B. farinacea L., Körb., S. 40, Pg. 17, Stein, Krpt.-Fl. 41. Auf alten 

Bäumen in Ojcöw, Ehm.; schöne Exemplare auf Tannen in Zegestöw, 
seltener auf Birken in Przemysl, Bob. 

42. B.pollinaria ^ch., Körb., S. 110, Pg. 17, Stein, Krpt.-Fl. 41. Auf Weiden 

in Modlnica, Lojk. (Fiz. 68); schöne Exemplare in ganz Podolien auf 
Eichen und Weissbuchen, Bob. 1 



Systematische Uebersicht der Flechten Galiziens. 253 

43. R. carpathica Körb., Ilse und Fritze, Karp. 501. Im Jahre 1863 von 

Fritze und Hausknecht in Tatra (Grosser Kolbach) entdeckt; nach 
Rhm, auf Zawrat in Tatra. 

Cetraria Ach. 

44. C. ülandicaL., Körb., S. 44, Pg. 17, Stein, Krpt.-Fl. 63. Nach Rhm. in 

Fichten WcHldern von Borek und Kobierzyn, Babia Gera, Tatra; nicht 
minder auf Czeruahora in südöstlichen Karpathen, Bob. 

f. platyna Ach. Schwarzer Teich (Tatra). 

crispa Ach. Skalne Wrota und Tokarnia nach Lojk. (Ad. 94). 

plumhea Stein (B. 94). Babia Gora. 

45. C. nivalis L., Körb., S. 54, Pg. 18, Stein, Krpt.-Fl. 64. In Tatra und Babia 

Gora in der Kruramholzzone gemein. 

46. C. glauca L., Körb., S. 46, Pg. 19, Stein, Krpt.-Fl. 64. Auf Nadelholz in Ge- 

birgsgegenden häufig, schöne Exemplare bei Skole, Bob. 
f. fallax Ach. Auf Babia Gora (Stein, B. 95) im Koscielisko-Thal, Rhm. 

47. a sepincola Ehrh., Körb., S. 47, Pg. 19, Stein, Krpt.-Fl. 65. Ojcöw 

(Berd., Lisz. 74); Skalne Wrota und Kardolin in Tatra nach Lojk. 
(Z. B. 7). 

48. C. juniperina L., Körb., S. 47, Pg. 18, Stein, Krpt.-Fl. 65; nach Rhm. 

in Tatra auf Wachholdersträuchen spärlich; ich sammelte die FlBchte 
in geringer Menge auf den Wachholdersträuchen von Bryjarka, Drei 
Krohnen und Zegestöw, Bob. Im benachbarten Schlesien fehlt die 
Flechte. 

49. C. pinastri Scop., Körb., S. 48, Pg. 19, Stein, Krpt.-Fl. 65. Nach Rhm. 

auf Fichten und Tannen um Krakau (Bielany) ; Kroscienko bei Szczaw- 
nica, Bob. 

50. C. Oakesiana Fuck., Körb., S. 48, Pg. 19. Diese seltene und für die 

Lichenen-Flora Galiziens neue Flechte fand ich blos in einem ein- 
zigen Exemplare auf einer Fichte in Zegestöw (Körb, in lit.), Bob. 

4. ÄnaptycMeae. 
Anaptychia Kbr. 

51. A. ciliariff L., Körb., S. 50, Pg. 19, Stein, Krpt.-Fl. 79 (Parm. ciliaris). 

Nach Rhm. im Krakauer Gebiet selten; schöne Exemplare in den 

Pieninen, um Przemysl auf Weiden, sowie in ganz Podolien manchmal 

in Gesellschaft mit: 
f. melanosticta Ach. Auf Bretterwänden in Tarnopol erscheint eine sehr 

brüchige Zwergform, wogegen auf Eichen um Borszczow eine weiss- 

graue, meist sterile Form, Bob. 
var. crinalis Schi. Auf Kalkfelsen von Skalne Wrota in Tatra (Haszl., 

Fl. 11). 



254 



Ladislaus Boberöki. 



5. SpJiaerophoreae. 
Sphaerophorus Pers. 

52. Sph. fragiUs L., Körb., S. 51, Pg. 21, Stein, Krpt.-Fl. Gl. Auf den höch- 

sten Granitspitzen der Tatra, Ehm.; Babia Gora nach Stein (B. 95). 

53. Sph. compressus Ach., Körb., S. 52, Pg. 22, Stein, Krpt.-FI. 60. Auf 

Granitfelsen der Hohen Tatra, wie Koprowathal, Ignacowa (Lojk., 
Ad. 95). 

B. Phylloblasti Kbr. 

6. Feltidiaceae, 
JVephroma Ach. 

54. N. arcticum Körb., Pg. 22. Diese nordische Flechte findet sich zwischen 

Moos in der Krummholzzone der Tatra (Ignacowe, Zabie jezioro), 
Haszl. (Fl. 11); Koprowa (Lojk., Ad. 95); Zawrat und Polski Grze- 
bien (polnischer Kamm), Ehm. 

55. N. laevigatum L., Körb., S. 55, Pg. 23, Stein, Krpt.-Fl. 85 {Nephromium 

1. Ach.). Zwischen Moos der Babia Gora (Stein, B. 95); in Tatra um 
Zakopane, Ehm.; ausser der typischen Form: 
b. papyraceum Holfm. Auf Pieniny, Zegestöw, Krynica zwischen 
Moos, Bob. 

56. N. tomentosum Hoffm., Körb., S. 56, Pg. 23, Stein, Krpt.-Fl. 86. Nach 

Ehm. zwischen Moos von Ojcow, Ehm.; Drei Krohnen und Sokolica 
Pienioy (Bob.). 

JPeltigera Hoffm. 

57. P. malacea Ach., Körb., S. 57, Pg. 23, Stein, Krpt.-Fl. 87. In der Krumm- 

holzzone der Tatra (Kondratowa, Morskie Oko, Krywan) selten, Ehm. 

58. P. aphtJiosa L., Körb., S. 58, Pg. 23, Stein, Krpt.-Fl. 86. In Tatra bis 

in die Krummholzzone, Ehm.; Ojcöw (Berd., Lisz. 75). 

59. P. canina L., Körb., S. 58, Pg. 23, Stein, Krpt.-Fl. 87. In ganz Galizien 

häufig in Wäldern, Bob. 
f. crispata. In den Pieniuen, um Przemysl; sehr grosse Exemplare in 
den Buchenwäldern von Sassöw, in der Umgegend vonTarnopol zwergige 
Formen; in Zegestöw oft soreumatische und fruchtende Formen, B ob. 

60. P.pusilla Fr., Körb., S. 59, Pg. 23, Stein, Krpt.-Fl. (P. spuria Ach.). Nach 

Lojka (Fiz. 68) auf einer trockenen Weide in Modlnica im Krakauer 
Gebiet; in den Wäldern bei Zakopane, Ehm. 

61. P. rufescens Hoffm., Körb., S. 59, Pg. 24, Stein, Krpt.-Fl. 87. Im Krakauer 

Gebiet und bei Zakopane gemein, Ehm.; in Zegestöw schön fruch- 
tend, Bob. 

f. polydaetyla. Zusammen mit der vorigen Form in Zegestöw, Bob.; 
Zakopane, Ehm. 



Systematische Uebersicht der Flechten Galizieus. 



255 



62. P. imhjdactyla Hoflfra., Körb., S. 61, Pg. 25, Stein, Krpt.-Pl. 86. Nach 

Dr. Filipowicz in Ojcöw häufig, nach Rlim. in Tatra; in Äegestöw 
fanden sich schöne Exemplare an einem sonnigen Platze mitten im 
Walde, Bob. 

63. P. horizontalis L., Körb., S. 61, Pg. 25, Stein, Krpt.-Fl. 89. Nach Rhm. 

in Zakopane; in Szczawuica und den Wäldern der Drei Krohnen in 
den Pieuinen, Bob. 

64. P. venosa L., Körb., S. 62, Pg. 25, Stein, Krpt.-Fl. 89. Nach Rhm. in 

Tatra (Zielone jezioro, Czerwony Wierch.) und in Ojcöw selten, in- 
dessen kann mau im Lindenwalde bei Muszyna nächst Zegestöw eine 
beliebige Anzahl dieser schönen Flechte sammeln, kleinere Exemplare 
in den Pienineuwäldern längs des Dunajetzflusses, Bob. 

Solorina Ach. 

65. S. crocea L., Körb., S. 63, Pg. 25, Stein, Krpt.-Fl. 90. Auf der Erde von 

der Waldgrenze bis auf die höchsten Spitzen der Tatra, aber spärlich; 
nach Haszl. (Fl. 12) bei Czerwone, Zabie und D'lugie jezioro; nach 
Rhm. auf Zawrat, Krywah; nach Chaiubinski erscheint die Flechte 
am niedrigsten in Wachsmuudska. 

66. S. saccaia L., Körb., S. 63, Pg. 25, Stein, Krpt.-Fl. 90. Auf Kalkfelsen 

im Krakauer Gebiet, in der Tatra, Babia Gora, schöne Exemplare in 
den Pienineu, Bob. 
var. limbata Smf. Oberhalb Bystre um Zakopane nach ChaJubinski 
und Lojk. (Z.B. 3). 

7. Parmeliaceae. 
Sticta Schreb. 

67. S. silvatica L., Körb., S. 65, Pg. 27, Stein, Krpt.-Fl. 68 (Stictina silv.). 

Nach Berdau (Lisz. 77) in Ojcöw und Babia Gora (Stein, B. 95). 

68. S. sc7-obiculata Scop., Körb., S. 66, Pg. 28, Stein, Krpt.-Fl. 67. Auf Sand- 

steinfelsen in Zegestöw (Rhm., Bob.); in Tatra nach Rhm. selten. 

69. S. pulmonaria L., Körb., S. 67, Pg. 27, Stein, Krpt.-Fl. 67. In Tatra, 

Pieninj und den Beskiden, nicht minder grosse, aber sterile Exem- 
plare in Eichenwäldern von Podolien (Dol'zanka, Lozowa, SkaJat). B ob. 

70. S. linita Ach., Körb., S. 67, Pg. 28, Stein, Krpt.-Fl. 67. Nach Chalu- 

binski auf Muran in Tatra. 

Imhricaria Schreb. 

71. 1. perlata L., Körb., S. 69, Pg. 28, Stein, Krpt.-Fl. 69 (pcui'm. perlata) 

Als sorediata Schaer. meist auf alten Bäumen in Bielany, Babia Gora, 
Zakopane und Pieniny; sterile Exemplare bei Przemysl auf Birken; 
bei Brzezany und Tarnopol auf Weissbuchen. 
ciliata DC. In den Wäldern bei Skole, Bob. 

Z. H. Ges. H. XXXVI. Abb. 33 



256 



Ladislaus Boberski. 



72. J. tiliacea Ehrh., Körb., S. 70, Pg. 30, Stein, Krpt.-Fl. 70. Während in 

West-Galizien diese Form öfters als die vorhergenannte zu finden ist, 
bemerkt man in Podolien das Gegentheil; sterile Exemplare haben 
einen breiten Thallus, fruchtende dagegen sind klein und mit sehr 
grossen Apothecien bedeckt, Bob. 

73. 1. sinuosa Sm., Körb., S. 84, Pg. 30, Stein, Krpt.-Fl. 70. Auf Tannen der 

Babia Gora (Stein, B. 95). 

74. J. saxatilis L., Körb., S. 72, Pg. 30, Stein, Krpt.-Fl. 70. Auf Felsen und 

Bäumen bis in die höchsten Spitzen der Tatra, in der Ebene nach 
Rhm. selten, dagegen findet sie sich häufig auf Birken beiPrzemysl und 
auf Weissbuchen in Podolien, aber stets steril, Bob. 

f. genuina. Gemein im Krakauer Gebiet. 

omphdlodes L. Auf Granitfelsen der Tatra. 

leucochroa Wall. Auf Babia Gora; Zegestöw auf Sandsteinen, Bob. 

75. I. aleurites Ach., Körb., S. 73, Pg. 30, Stein, Krpt.-Fl. 65 (Cetraria aleur.). 

Nach Lojk. (Z. B. 6) in der Umgegend von Szmeks. 

76. J. Mjperopta Ach., Körb., S. 73, Pg. 30, Stein, Krpt.-Fl. 73. Nach Stein 

auf Babia Gora (B. 95). 

77. I. physodes L., Körb., S. 74, Pg. 30, Stein, Krpt.-Fl. 72. In ganz Galizien 

auf Bäumen und Holz gemein, seltener auf Felsen in der Form vul- 
garis Körb. 

Idbrosa Ach. Auf Weissbuchen um Tarnopol, Bob. 

78. I. eneausta Sm., Körb., S. 76, Pg. 31, Stein, Krpt.-Fl. 73. Nach Stein 

(B. 95) auf Babia Gora, nicht minder häufig auf Granitspitzen der 
Tatra (Rohacz), Rhm. 
79- J. acetahulum Neck., Körb., S. 77, Pg. 31, Stein, Krpt.-Fl. 73. Nach Berd. 

(Lieh. 79) in Ojcöw, nach Rhm. auf Eichen bei Bielany nächst Krakau; 
in Podolien selten, dafür in einer merkwürdigen soreumatischen Form 
(Volksgarten in Tarnopol), Körb, in lit., Bob. 

80. I. oUvacea L., Körb,, S. 77, Pg. 31, Stein, Krpt.-Fl. 74. In ganz Galizien 

gemein auf Bäumen wie Felsen, z. B. Trachytfelsen von Bryjarka, 
Sandsteinfelsen um Zegestöw, Bob. 

81. I. aspera Mass., Körb., S. 77, Pg. 31, Stein, Krpt.-Fl. 74 (Farm, aspidota). 

Nach Lojka auf Weichsein in Tomaszowice (Fiz. 68); auf Linden und 
Birken des Volksgartens in Tarnopol, selten, Bob. 

82. I fahlunensis L., Körb., S. 78, Pg. 31, Stein, Krpt.-Fl. 76. In der Krumm- 

holzzone des Gewont, Krywan u. s. w. in Tatra, Rhm. 

83. I. stygia L., Körb., S. 79, Pg. 31, Stein, Krpt.-Fl. 76. Auf Granitfelsen • 

in der Krummholzzone der Tatra in Form: 
lanataL. Auf Gewont (Ilse und Fritze); auf Zawrat (Rhm.); Kryw 
und Lomnitza nach Chaiubinski. 

84. I. caperata Dill., Körb., S. 81, Pg. 31, Stein, Krpt.-Fl. 76. Meist a 

Bäumen, seltener auf Felsen in Zegestöw (Rhm., Bob.). Schöne fruch 



Systematische Uebersicht der Flechten Galiziens. 



257 



tende Exemplare, die man selten bei dieser Flechte sieht, finden sich auf 
Birken in Przemysl; in Podolien zwar grosse, aber sterile Formen, Bob. 

85. L conspersa Ehrh., Körb., S. 81, Pg. 31, Stein, Krpt.-Fl. 77. Auf Granit- 

felsen Tatras (Haszl., Fl. 13); schön fruchtende Exemplare auf dem 
Trachytgestein von Bryjarka und Saudsteinen von Zegestöw und 
Muszyna, Bob. 

86. I. diffusa Web., Körb., S. 83, Pg. 31, Stein, Krpt.-Fl. 78. Babia Gora 

nach Stein (B. 95). 

87. /. revoluta Körb., S. 71 {Partnelia rev. Flk.), Stein, Krpt.-Fl. 70. Aus 

West-Galizien nicht verzeichnet; auf Birken bei Przemysl und auf 
Eichen und Weissbuchen um Tarnopol, aber steril, Bob. 



Menegazzia Mass. 

88. 31. terebrata Hoflfm., Körb., S. 74 (Imbr. terebr.), Pg. 32, Stein, Krpt.-Fl. 78. 

(Men. pertiisa). Nach Rhm. in Ojcöw und Zegestöw; Stein er- 
wähnt sie von Babia Gora; ich sammelte dieselbe in den Wäldern von 
Skole und Chyröw, Bob. 



Parmelia Ach. 

89. P. stellaris L., Körb., S. 85, Pg. 32, Stein, Krpt.-Fl. 80 (Physcia stßll). 

In ganz Galizien gemein; in den Formen: 
aipolia Ehrh. 
avibigua Ehrh. 
tenella Beltr. 

adscendens Fv. bedeckt in ganz Podolien Weiden und Pappeln, ist aber 
meist steril, Bob. 

90. P. caesia HolTm., Körb., S. 86, Pg. 33, Stein, Krpt.-Fl. 80. Nach Rhm. 

im Krakauer Gebiet gemein; nicht minder häufig auf Sandsteiufelsen 
von Zegestöw und Muszyna, sowie im südlichen Theil Podoliens, wie 
Borszczöw und Sinköw mit Placodium cart. verwachsen, stets fruchtend 
oder mit Soredien bedeckt, Bob. 

91. P. speciosa Wulf., Körb., S. 89, Pg. 33. Auf Tannen und Lärchenbäumen 

von Zakopane, Rhm. 

92. P. pulverulenta Schreb., Körb., S. 86, Pg. 34, Stein, Krpt.-Fl. 81. In ganz 

Galizien gemein; in den Formen: 
vulgaris {Allochroa Ehrh.); grisea Lam. 
angustata Ach. auf Bobinia in Tarnopol, Bob. 

In Skaiat findet man Formen mit knotigem Thallus; mit sehr feinen 
Lacinen mit Anaptychia eil. auf Eichen bei Borszczöw, weissbereifte 
sind in ganz Podolien heimisch, dagegen in Lublö in der Zips befindet 
sich eine sterile Form, die sich zur venusta hinneigt, Bob. 

93. P. obscura Ehrh., Körb., S. 88, Pg. 34, Stein, Krpt.-Fl. 81. In Formen: 

chloantha Ach. Auf Espenbäumen um Krakau, Rhm. 

33* 



258 



Ladislaus Boberski, 



adglutinata Flk. Auf Felsen der Tatra nach Haszl. (Fl. 14) und Pieniny, 
Rhm., Bob. 

orbieularis Neck, ßeinweiss auf Kirschbäumen im Volksgarten von Tar- 

nopol, aber selten, Bob. 
orbieularis f. eycloselis Ach. Sehr häufig auf abgestorbenen Bäumen um 

Tarnopol, wie Janöwka Mikulince, Bob. 
saxicola Mass., Stein; Krpt.-Fl. 81. Eine bis jetzt nicht angegebene 

Form findet sich auf Sandsteinen in Zegestöw, Bob. 

Physcia Schreb. 

94. Ph. parietina L., Körb., S. 91, Pg. 37, Stein, Krpt.-Fl. 83 (Xanthoria 

par.). In ganz Galizien häufig; in Formen: 
vulgaris Schaer. 

aureola Ach. (hauptsächlich auf Gestein). 
lobulata Flk. 

polycarpa Ehrh. Seltener vorkommend (Xanthoria lychnea polyc). 

8. Ümhilicarieae. 
Gyrophora Ach. 

95. G. pohjphylla L., Körb., S. 95, Pg. 89, Stein, Krpt.-Fl. 94. In der Krumm- 

holzzone der Tatra, Haszl. (Fl. 14), Rhm. 

96. G. flocculosa Hoffm., Körb., S. 95, Pg. 40, Stein, Krpt.-Fl. 94 (G. deusta). 

Auf den höchsten Kämmen der Tatra, Haszl. (Fl. 14), Rhm. 

97. G. proboscidea L., Körb., S. 96, Pg. 110, Stein, Krpt.-Fl. 94. Auf Granit- 

felsen der Tatra, wie Gewont, Haszl. (Fl. 14). 

98. G. cylindrica L., Körb., S. 97, Pg. 40, Stein, Krpt.-Fl. 93. Auf Granitfelseri 

der Tatra gemein. 

99. G. vellea L., Körb., S. 97, Pg. 40, Stein, Krpt.-Fl. 93. An denselben Orte 

aber seltener. 

100. G. hirsuta Ach., Körb., S. 98, Pg. 41, Stein, Krpt.-Fl. 93. Nach Haszl. 

(Fl. 14) auf den südlichen Abhängen der Tatra. 

9. Endocarpeae. 

Endocarpon Fr. 

101. E. miniatum L., Körb., S. 100, Pg. 42, Stein, Krpt.-Fl. 96. 

vulgare Kbr. Auf Kalkfelsen um Krakau und Tatra häufig, wogegen au 
Granitfelsen selten, Rhm.; kleinere Formen fand ich auf Drei Krobnen 
und dem nahen Czorsztyn, dagegen sehr grosse Exemplare befinde 
sich auf Kalkfelsen und Mauern in Sinköw am Dniesterflusse, Bob. 

complicatum Sw. Nach Rhm. mit der vorigen Art zusammen. 



Systematische üebersicht der Flechten Galiziene. 



259 



102. E. fluviatile Web., Körb., S. 101, Pg. 43, Stein, Krpt.-Fl. 96. Auf Fels- 

blöcken der Tatrabäche (Ilse und Fritze, Karp. 479); Czarny Staw 
(Lojk., Z.B. 8, Rhm.); im Koprowathal (Lojk., Z. B. 10). 

No^miandina Nyl. 

103. N. viridis ^jl., Stein, Krpt.-FI. 97 [Lenormandina vir. Ach.), nach Stein 

(B. 95). Auf abgestorbenen ^'p/ia^f^mm-Polstern von Babia Gora. 

C. Kryoblasti Kbr. 
10. Lecanoreae. 
Pannairia Del. 

104. P. lanuginosa Ach., Körb., S. 106, Pg. 45, Stein, Krpt.-Fl. 99. Auf be- 

schatteten Felsen und Moos um Krakau in Tatra und Pieniny häufig, 
Rhm., Bob. 

105. P. microphyJla Sw., Körb., S. 106, Pg. 45, Stein, Krpt.-Fl. 100. Auf Kalk- 

felsen von Koscielisko (Ilse und Fritze, Karp. 479); nicht minder 
auf Sandsteinfelsen von Zegestöw, Ehm., Bob. 

106. P. triptophyUa Ach., Körb., S. 107, Pg. 45, Stein, Krpt.-Fl. 99. Auf 

Sorbus aueitparia bei Skalne Wrota in Tatra, Lojk. (Z. B. 7). • 

107. P. brunnea Sw., Körb., S. 107, Pg. 46, Stein, Krpt.-Fl. 99. Auf feuchten 

Kalkfelsen oder auf beschatteter Erde und Moos der Babia Gora nach 
Stein (B. 79); auf Gewont nach Ilse und Fritze, Karp. 481, nicht 
minder bei Skalne Wrota und Koscielisko; schön fruchtend in Pieniny 
und Zegestöw, Bob. 
f. coronata Hoflfm. Auf Drei Krohnen, Bob. 

108. P. /lypworMw Wahl., Körb., S. 108, Pg. 46. Auf Moos von Skalne Wrota 

(Lojk., Ad. 97). 

109. P. iSc/iaeren Mass , Körb., Pg. 46. In der Krummholzzone auf Felsen von 

Feigsblösse in Tatra (Lojk., Ad. 97). 

Massalongia Kbr. 

HO. M. carnosa Dicks., Körb., S. 109, Pg. 47, Stein, Krpt.-Fl. 101. 

var. lepidota Smf. Auf der Gewontspitze nach Ilse und Fritze, Karp. 481. 

Amphiloma Körb. 

111. A. elegans Kbr., Körb., S. 110, Pg. 48, Stein, Krpt.-Fl. 103 {Gasparina 

el. Lk.). Auf Gewont nach Ilse und Fritze (Karp. 481); nach Rhm. 
auf Kalkfelsen von Ojcow. 
var. discretum Schaer. Nach Lojk. auf Feigsblösse in Zipser Karpathen. 

112. Ä. murorum Hoffm,, Körb., S. III, Pg. 48, Stein, Krpt.-Fl. 104 (Gaspa- 

rina murorum). In ganz Galizien auf Mauern gemein. 



260 Ladislaus Boberski. 

var. vulgare Khr. Nach Rh m. in Ojcöw, sowie auf Mauern in ganz Podo- 
lien, Bob. 

miniatum Ro&m., Lojk. (Z, B. 8). Auf Dolomitfelsen von liuczywna, mit 
der vorher genannten Form in Podolien häufig, Bob. 

113. A. pusillum Mass., Körb., Pg. 18, Stein, Krpt.-Fl. 105 (Gasp. pusilla). 

Tomaszowice bei Krakau, Feigsblösse und Stiernberg nach Lojk. 
(Ad. 98). 

var. aurantiacum Ach. In Tatra zusammen mit der typischen Form 
(Lojk., Z. B. 7). 

114. Ä, cirrhochroum Ach., Körb., Pg. 49, Stein, Krpt.-Fl. 104. Nach Lojk. 

auf der Feigsblösse (Z. B. 7), nach Rhm. auf Kalkfelsen in der Um- 
gegend von Krakau (z. B. Mniköw, Krzemionki); schöne Exemplare in 
den Pieninen, wie Drei Krohnen und Burg Czorsztyn, Bob. 

Gyalolechia Mass. 

115. G. aurella Kbr., Körb., Pg. 5, Stein, Krpt.-Fl. 106 {G. epixantha Ach.). 

Auf Moos von Feigsblösse (Lojk., Ad. 98). 

116. G. Schistidii Anzi, Stein, Krpt.-Fl. 105. Stiernberg und Skalne Wrota 

nach Lojk. (Z. B. 6 u. 7). Auf Moos der Drei Krohnen und Sokolica 
in den Pieninen, Bob. 

Placodütm Hill. 

117. PI. circinatum Pers., Körb., S. 114, Pg. 53, Stein, Krpt.-Fh 109. Nach 

Rhm. auf Kalkfelsen des Krakauer Gebietes, Tatra undPieniny häufig, 
wogegen minder häufig auf Sandsteinfelsen (Zegestöw), Bob. 
Sehr selten auf krystalliuischen Felsen, z. B. auf Gneis von Kondra- 
towa in Tatra, Rhm. 

118. PI inflatmn Körb., S. 117, Pg. 53. Nach Lojk. (Z. B. 6 u. 8). Im Kolbach- 

thal und Czarny Staw auf feuchten Granitblöcken. 

119. PZ. Eewim Schaer., Körb., Pg. 53, S. 117. Auf Kalkfelsen von Feigsblösse 

(Lojk., Ad. 99). 

120. PI. saxicolum ¥ol, Körb., S. 115, Pg. 54, Stein, Krpt.-Fl. 107. Auf Kalk- 

felsen bei Krakau, in Tatra und Pieniny. 
var. diffractum Ach. Auf Sandsteinen von Zegestöw nach Rhm. und Bob. 
versicolor Pers. Nach Rhm. in Ojcöw, mit Parmelia caesia auf Kalkfelsen 

in Podolien häufig, aber meist steril, Bob. 

121. PI albescens Hoffm., Körb., Pg. 53, Stein, Krpt.-Fl. 108. Eine häufige 

Flechte auf alten Mauern von Tarnopol, Trembowla u. s. w. (Bob.) 
in der 

var. galactina Ach. gibt Rhm. als gemein im Krakauer Gebiet; Feigs- 
blösse nach Lojk. (Z. B. 7). 

122. PI. cartilagineum Westw., Körb., S. 116, Pg. 55, Stein, Krpt.-Fl. 107. 

Auf den Granitfelsen der Tatra, Haszl. (Fl. 15); nach Rhm. und 
Bob. auf Sandsteinen von Kroscienko und Zegestöw. 



SystematiRche Uebersiclit der Flechten Galiziens, 



261 



Psoroma Ach. 

123. P. fulgens Sw., Körb., S. 118, Pg. 55. Auf Kalkfelsen der Tatra, wie Skalne 

Wrota nach Lojk. (Ad. 99). Auf Drei Krohnen in den Pieninen, meist 
steril, Bob. 

124. P. lentigerum Web., Körb., S. 119, Pg. 56, Stein, Krpt.-Fl. 106 (Plac. 

lentigerum) . Schön fruchtend, aber seltener auf Drei Krohnen, Bob. 

125. P- crassum Ach., Körb., S. 119, Pg. 56. Bis jetzt Mos von den Kalk- 

felsen in Ojcöw bekannt (Berd., Lisz. 90). 

126. P. gypsaceum Sm., Körb., S. 120, Pg. 56, Stein, Krpt.-Fl. 107 (Plac. 

gyps.). Nach Lojk. auf Feigsblösse; Ilse und Fritze gibt von Ge- 
wont, Rhm. an den Kalkfelsen des Kondratowathales an. 

127. P. Lagasce Fr., Körb., S. 120, Pg. 56. An den Kalkfelsen der Tatra 

(Stiernberg, Haszl., Fl. 15; Gewont, Ilse und Fritze, Karp. 481; 
Skalne Wrota, Lojk., Ad. 99). 

Acarospora Maas. 

128. A. glaucocarpa Whlb., Körb., S. 55, Pg. 57 {Äc. cervina var. glaucoc), 

Stein, Krpt.-Fl. III. Auf Kalkfelsen von Ojcöw, Pieniny und in der 
Tatra häufig, Rhm., besonders 
var. percena {rubricosa Ach.). Auf den Drei Krohnen, Bob. 

129. A. macrospora Hepp, Körb., Pg. 58 {A. castanea Kbr.). Im Koscielisko- 

thale (Ilse und Fritze, Krp. 580); nach Filipowicz auf Kalkfelsen 
von Ojcow. 

f. aquatica? Nach Lojk. (Ad. 99) auf befeuchteten Granitfelsen des 
Grossen Kolbaches. 

130. A. smaragdula Whlb., Körb., S. 158, Pg. 60 {A. sinopica var. .^maragdula), 

Stein. Krpt.-Fl. 112. Auf Grabsteinen in Krakau und Grauitfelsen 
des Krywan in Tatra, Ehm.; auf Sandsteinfelsen von Zegestow nach 
Rhm., Bob. 

131. A. truncata Mass., Körb., Pg. 61. Auf den Kalkfelsen in Tatra Lojk. 

(Ad. 99). 

132. A. Heppii Naeg., Körb., Pg. 61, Stein, Krpt.-Fl. 113. Auf den Kalk- 

felsen von Stiernberg (Lojk., Z. B. 6). 

Candelaria Mass. 

133. C. vulgaris Körb., S. 120, Pg. 62, Stein, Krpt.-Fl. 84 (C. concolor Dcks.). 

In Podolien minder häufig und steril, gegen Norden zu, z. B. in Lem- 
berg, meist auf Obstbäumen, wiewohl selten fruchtend, oft anzutreffen, 
Bob.; im Krakauer Gebiet nach Rhm. sehr häufig. 

134. C. Vitellina Ehrh., Körb., S. 121, Pg. 62, Stein, Krpt.-Fl. 116 {Callop. 

vit. Ehrh.). Im Krakauer Gebiet gemein, wogegen auf Sandsteinfelsen 
der Beskiden, z.B. Zegestöw nach Rhm. selten anzutreffen; in Po- 
dolien auf alten Brettern und Mauern schön fruchtend, Bob. 



262 



Ladislaus Boberski 



Calloplaca De Not. 

135. Cal. cerinum Hedw., Körb., S. 127, Pg. 63, Stein, Krpt.-Fl. 117 {Callo- 

Xnsma cer. Ehrh.). Im Krakauer Gebiet, den Pieniuen, Beskiden häufig; 
nicht minder in Podolien auf alten Linden in Tarnopol, Bob. 
f. stüicidiorum Ach. Auf Moos in Ojcöw. 

f. chloroleuca Sm. Ausser in Ojcow noch in Tatra wie Skalne Wrota, 
Lojk. (Ad. 100). 

136. C. pyraceum Ach., Körb., S. 128, Pg. 64, Stein, Krpt.-Fl. 117. Nach 

Lojka (Fiz. 68) auf Laubholz in Tomaszowice, den Pieninen, Bob. 

in Ojcöw nach Rhm., in Podolien nur spärlich, Bob. 
187. C. aurantiacum Lghtf., Körb., S. 129, Pg. 66, Stein, Krpt.-Fl. 116. Auf 

Kalkfelsen und Sandsteinen in var. 
velanum Mass. in Zegestöw an Sandsteinfelsen von der Sonnenseite, Bob. 
flavovirescens Hoffm. Auf Kalksteinen von Ojcöw, Tatra und den Pieninen, 

Ehm., Bob. 

ruhescens Ach. Auf südlichen Abhängen der Tatra (Haszl., Fl. 16). 
convexum Krplh. Auf Babia Gora und den Sandsteinen der Beskiden, Bob. 

138. C. citrinum Ach., Körb., S. 128, Pg. 65, Stein, Krpt.-Fl. 117. Im Kra- 

kauer Gebiet nach Rhm. bis jetzt nicht gesehen, trotzdem sich die 
Flechte im benachbarten Polen befindet. In Podolien auf Mauern 
(Tarnopol) schön fruchtend und sehr häufig, Bob. 

139. C. ferrugineum Huds., Körb., S. 183, Stein, Krpt.-Fl. 118. Bis jetzt aus 

Galizien nicht erwähnt, findet sich in schönen Formen, wie: 
genuinum Kbr. Auf Wachholder von Zegestöw und Bryjarka, Bob. 
obscurum Th. Fr. Auf Sandsteinfelsen in Zegestöw, Bob. 

JPyrenodesmili Mass. 

140. P. variabilis Pers., Körb., S. 131, Pg. 67 (Cal. vat.). Im Krakauer Gebiet 

häufig, wogegen in Tatra und den Pieninen seltener, Bob. 

141. P. chalyhea Duf., Körb., S. 132, Pg. 68 (Cal chal). Auf Kalksteinfelsen 

bei Krakau, Drei Krohnen, Bob. 

Mino di na Ach. 

142. E. exigua Körb., P. 70, Stein, Krpt.-Fl. 123. Nach Lojk. (Ad. 100) a" 

Laubholz in Modlnica, Dukla und Tatra. Im Tarnopoler Kreis, 
var. pyrina Ach. Auf Rüstern recht selten, Bob. 

143. jR. sophodes Ach. var. albana Mass. {B. horiza vslt. albana Mass.), Körb 

Pg. 71. Nach Lojk. (Fiz. 69) auf jungen Bäumen in Modlnica un 
Nesselblösse in Tatra; auf Buchen von Sassöw und auf der Rinde d 
Weichsein in Tarnopol selten, Bob. 

144. B. leprosa Schär., Körb., S. 124, Pg. 72 (B. virella); Stein, Krpt.-Fl. 12 

(B. colobina) . Auf Torferde von Feigsblösse, Lojk. (Ad. 100). 

145. B. amnicola Ach., Körb., S. 126, Pg. 73. Auf feuchter Erde von Stiernber 



Systematische Uebersicht der Flechten Galiziens. 



263 



146. R. confragosa Ach., Körb., S. 125, Pg. 73, Stein, Krpt.-Fl. 124. 

var. typica. Auf Kalksteinfelsen von Ojcöw, Rhm. 

147. R.turfaceaWhlh., Körb.. S. 123, Pg. 72. Stein, Krpt.-Fl. 125. Auf Torf- 

boden von Feigsblösse (Lojk., Ad. 100). 
var. caefiieUa Flk. Auf feuchten Granitfelsen des Grossen Kolbaches, Lojk. 
(Z. B, 6). 

148. JR. lecanorina Mass., Körb., Pg. 74. Auf Kalkfelsen im Krakauer Gebiet, 

Lojk. (Fiz. 69). 

149. R. Biscliofii Hepp, Pg. 75, var. protuheranfi Kbr., Stein, Krpt.-Fl. 126. Auf 

Kalksteinen von Ojcöw nach Filipowicz. 

Lecanora Ach. 

150. L. atra Huds., Körb., S. 140, Pg. 77, Stein, Krpt.-Fl. 128. Auf Sand- 

steinfelsen von Zegestöw, Muszyna und Krynica, Rhm., Bob. 

151. L. intumescens Uhtsch., Körb., S. 143, Pg. 77, Stein. Krpt.-Fl. 129. Eine 

in ganz Galizien häufige Flechte; in Ko^tow und Sassöw auf Buchen 

kommt eine eigenthümliche Form vor: 
intumescens, die sich zur subfusca Kbr. hinneigt, Bob. 
var. glaucorufa Mart. Nach Filipowicz auf Buchen von Ojcöw. 

152. L. suhfiisca L., Körb., S. 143, Pg. 77, Stein, Krpt.-Fl. 129. In ganz'Ga- 

lizien häufig, wie: 

vulgaris Schaer. als argentata Hoffm. Kommt sehr schön auf Buchen von 
Sassow vor, im Tarnopoler Kreis und Skalat auf Weissbuchen, Bob. 

pinastri Schaer. Auf Fichten von Zegestöw, Bob. 

cateilea Ach. In den Wäldern von Zegestöw, Ehm.; ich erhielt ein ein- 
ziges Exemplar aus Sinkow am Dniesterflusse, Bob. 

f. Parisiensis Nyl. Auf Ahorn von Zakopane. 

campestris Schaer. als lainea Kbr. auf Sandsteinfelsen von Zegestöw, Bob. 
bryontha Kbr. Auf Moos im Wachsmundskathaie in Tatra nach Chaiu- 
binski. 

distans Kbr. Auf der Rinde junger Laubbäume zusammen mit der Sub- 

varietät : 
variolosa Fr. 

var. glabrata f. geographica Mass. Auf Weissbuchen in Tarnopol wie in 
Borszczöw, Bob. 

153. L. scrupulosa Ach., Stein, Krpt.-Fl. 134 {L. sambuci Pers.). Auf Laub- 

bäumen um Krakau. Rhm. 

154. L. Hageni Ach., Körb., S. 143, Pg. 80, Stein, Krpt.-Fl. 135. Nach Rhm. 

auf alten Bretterwänden im Krakauer Gebiet, nicht minder häufig in 
Podolien, Bob. 

var. fallax Hepp. Skalne Wrota in Tatra, Lojk. (Ad. 101). 

lithophila Ach. Auf Sandsteinfelsen bei Kro.scienko und Zegestöw, Bob. 

155. L. piniperda Kbr., Pg. 81. Auf Fichten um Krakau, Lojk. (Fiz. 68). 

Z. B. Ges. B. XXXVI. Abh. 34 



264 



Ladislaus Boberski. 



156. L. pallida Schreb., Körb., S. 144, Pg. 81, Stein, Krpt.-Fl. 132. Nach 

Rhm. ist die Flechte im Krakauer Gebiet seltener, wogegen in Podo- 

lien recht häufig, besonders in der Form: 
albella HofFm. Auf Weissbuchen im Tarnopoler Kreis, Bob. 
cinerella Flk, Um Krakau, Rhm. 

angulosa Hoffm. Auf den südlichen Abhängen der Tatra, Haszl. (Fl. 17). 

157. L. caesioalha Kbr., Pg. 82, Stein, Krpt.-Fl. 135. Auf marmornen Grab- 

mälern in Krakau, Rhm.; in Tomaszowice, Lojk. (Fiz. 68); im Koscie- 
liskothale nach Ilse und Fritze (Karp. 479). 
var. dispersa Flk. Nach Filipowicz in Ojcöw. 

158. L. Agardhianoides Mass., Körb., Pg. 81. Auf Kalksteinfelsen von Stiern- 

berg und Feigsblösse, Lojk. (Ad. 102). 

159. L. Flottoviana Spr., Körb., S. 146, Pg. 83, Stein, Krpt.-Fl. 136 {L. dis- 

persa Pers.). Auf Kalksteinen von Feigsblösse, Lojk. (Z. B. 7); Ojcöw, 
Mniköw, Rhm.; Drei Krohnen, Bob. 

160. L. hadia Pers., Körb., S. 138, Pg. 85, Stein, Krpt.-Fl. 136. Auf Sand- 

stein von Babia Gora, Stein (B. 95); auf Granitfelsen der Tatra, z. B. 
Krywan; auf Gneisfelsen der Kondratowa, Rhm. 

161. L. varia Ehrb., Körb., S. 146, Pg. 87, Stein, Krpt.-Fl. 138. Auf Laub- 

und Nadelholz, als: 
symmicta Ach. Auf Birken in Modlnica und Wachholdern der Pienineu 

nach Lojk. (Fiz. 68); auf Wachholdern von Bryjarka und ^egestöw, 

nicht minder auf Birken und Weissbuchen im Tarnopoler Kreis, wie 

Lozowa, Mikulince, aber nur spärlich, Bob. 
sarcopis Ach. Recht häufig auf Laub- und Nadelhölzern in Zegestöw, Bob. 
apochroa Ach. In Tatra bis in die Krummholzzone reichend, Haszl. 

(Fl. 17). 

JDimerospora Th. Fr. 

162. B. dimera Nyl., Körb., S. 190 (Biatorina cyrtella), Stein, Krpt.-Fl. 122. 

Im Krakauer Gebiet wahrscheinlich übersehen, dagegen im Tarnopoler 
Kreis und um SkaJat auf Espen nicht häufig, Bob. 

Ochrolechia Mass. 

163. 0. pallescens L., Körb., S. 149, Pg. 92, Stein, Krpt.-Fl. 142. Bis jetzt 

blos ein einziges Exemplar auf der Weissbuche bei Tarnopol gefunden. 
Bob. Stein (B. 95) erwähnt sie von Babia Gora. 
tumidula Pers. Von Stiernberg, Lojk. (Z. B. 7). 

upsuliensis L. Auf Moos von Glupi Wierch (Haszl., Fl. 17); Skalne 
Wrota in Tatra, Lojk. (Ad. 103). 

Zeora Fr. 

164. Z. sordida Pers., Körb., S. 133, Pg. 88, Stein, Krpt.-Fl. 133. In der 

var. glaucoma Ach. vorzüglich auf Sandsteinen von i^egestöw, Bob.; 
nach Rhm. auf Sandsteinen von Kroscienko und Graniten der Tatra. 



Systematische üebersicht der Flechten Galiziens. 



265 



165. Z. coarctata Ach., Körb.. S. 132, Pg. 88, Stein, Krpt.-Fl. 194. Auf Sand- 

steinen im Thale des Rabaflusses, Zegestöw,. ja sogar auf Grabsteinen 
in Krakau, Rhm. 

166. Z. Stenhammeri Körb., S. 135, Pg. 89, Stein, Krpt.-Pl. 134 {Lee. hicincta 

Kam.). Nach Lojk. (Z. B. 7) auf Stiernberg in Tatra. 

167. Z. sulphurea Krb., Körb., S. 136, Pg. 89, Stein, Krpt.-Fl. {Lecan. sul- 

phiirea Hoffui.). Auf Sandsteinen in Zegestöw, Rhin., Bob. 

168. Z. cenisia Krb., Körb., S. 137, Pg. 88, Stein, Krpt.-Fl. 132 {Lee. cenisia 

Ach.). Auf Kalksteiufelsen im Krakauer Gebiet, Lojk. (Fiz. 69) und 
Ojcöw nach Rhm. 

IcmadophUa Trev. 

169. /. aeruginosa Scop., Körb., S. 151, Pg. 92, Stein, Krpt.-Fl. 144. Auf modern- 

den Baumstrünken auf Babia Gora, Stein (B. 95); nach Klim. auf 
abgestorbenen Moosen in Dolina Nowotarska (Neumarkt). 

Haematomma Mass. 

170. H. ventosumlLhY., S. 152, Pg. 93, Stein, Krpt.-Fl. 144. Auf Granitspitzen 

der Tatra, wie Zawrat Krywan u. s. w. nach Rhm.; auf Kalkfelsen 
des Gewont (Ilse und Fritze, Karp. 481). 



11. ürceolariaceae. 

Aspicilia Mass. 

171 A. calcarea L., Körb., Pg. 94, Stein, Krpt.-Fl. 146. 

coyicreta Schaer. Auf Kalksteinen um Krakau und in der Tatra, Rhm. 
f. farinacea Flk. Recht häufig auf Kalksteinen in den Pieninen längs des 
Dunajetzflusses, Bob., auf Sandsteinen von Babia Gora (Stein, B. 95). 
contorta Flk. Nach Rhm. im Krakauer Gebiet, nach Bob. in den Pie- 
ninen häufig, selten hingegen in Tatra, Rhm. 

172. Ä. aquaiica Körh., S. 165, Pg. 96, Stein, Krpt.-Fl. 117. Auf Granitblöcken 

in den Tatrabächen im Thale des Grossen Kolbaches, Lojk. (Z. B. 6). 

173. A. verrucosa Ach., Körb., S. 167, Pg. 97, Stein, Krpt.-Fl. 46. Auf abge- 

storbenen Moospolstern des Gl'upi Wierch, Haszl. (Fl. 18); auf Stiern- 
berg und Skalne Wrota, Lojk. (Ad. 103). 

174. A. mutabUis Ach., Körb., S. 167, Pg. 97, Stein, Krpt.-Fl. 146. Auf alten 

Brettern bei Stryj nach Lojk. (Fiz. 69). 

175. A.gibhosa kch., Körb., S. 103, Pg. 97, Stein, Krpt.-Fl. 47. Auf Sandsteinen 

von Zegestöw, Rhm., Bob. 

176. A. cinerea L., Körb., S. 164, Pg. 97, Stein, Krpt.-Fl. 148. Auf Sandsteinen 

von Zegestöw, Rhm. und Bob. 

177. A. cinereo-rufescens Körb, S. 162, Pg. 98, Stein, Krpt.-Fl. 148, Stein, 

Krpt -Fl. 148 {A. alpina Smf.). Auf Granitfelsen der Tatra, z. B. am 
Morskie Oko, Rhm. 

34* 



266 



Ladislaus Bober sk 



178. A. tenebrosa Fw., Körb., Pg. 99, Stein, Krpt.-Fl. 235 (sub Lecidella ten. Fw.). 

Auf Granitfelsen der Tokarnia in Tatra, Lojk. (Z. B. 13). 

179. A. melanophaea Fr., Körb., S. 159, Pg. 100, Stein, Krpt.-Fl. 237 {Leci- 

della Dicksoni Ach.). Auf Granitfelsen von Ignacowe in Tatra, Lojk. 
(Z. B. 9). 

180. A. epulotica Ach., Körb., Pg. 100, Stein, Krpt.-Fl. 150 {A. lamstris Will). 

Auf Graniten des Czarny Staw, Lojk. (Z. B. 8). 

181. A. suaveoleus Ach., Körb., S. 160, Pg. 102, Stein, Krpt.-Fl. 151. Auf den 

Granitblöcken im Thale des Grossen Kolbaches und Koprowa, Lojk. 
(Z. B. 10). 

182. A, odora Ach., Körb., S. 160, Pg. 102, Stein, Krpt.-Fl. 151 {Jonaspis 

odora Ach.). Auf Steinen in den Quellen des Thaies vom Grossen Kol- 
bach (Lojk., Z. B. 6). 

183. A. flavida Hepp., Körb., Pg. 102. Auf Stiernberg, Lojk. (Ad. 104), in 

Tatra. 

184. A. polychroma Anzi. Nach Lojk (Ad. 104) auf Stiernberg. 

185. A. chrysophana Körb, in Lojk., Z. B. 8, Stein, Krpt.-Fl. 151 (Jonaspis 

chrys.). Auf Sandsteinen von Bela in Tatra, Lojk. (Ad. 104). 

JPhialopsis Kbr. 

186. Ph. rubraTLoSm., Körb., S. 170, Pg. 103, Stein, Krpt.-Fl. 152. Auf Kalk- 

steinfelsen der Drei Krohnen in den Pieninen, Ehm. und Bob. 

TJrceolm'ia Ach. 

187. U. scruposaL., Körb., S. 168, Pg. 104, Stein, Krpt.-Fl. 157. Nach Rh m. 

in verschiedenen Varietäten auf Moos und Felsen, seltener auf Bäumen 
der Tatra: 
arenaria Ach. Um Krakau, Rhm. 

bryophila Ehrh. Auf Moos und Pflanzenüberresten in Zegestöw und Kry- 
nica, Bob. 

cretacea Ach. Nach Filipowicz in Ojcöw. 
gypsacea Rhm. Auf Felsen um Krakau und in der Tatra. 
vulgaris Kbr. Auf Sandsteinen von Zegestöw, Bob. 

Thelotrema Ach. 

188. Th. lepadinum Ach., Körb., Pg. 105, Stein, Krp.-Fl. 156. Auf Nadelholz 

der Babia Gora, Stein (B. 96) bei Jaworzyua in Tatra, Loj k. (Z. B. 8). 

Petr actis Fr. 

189. P. exanthematica Sm., Körb., Pg. 107. Nach Rhm. auf Kalksteinfelsea 

von Ojcöw und Koscieliskothal (Ilse und Fritze, Karp. 479); auf Feigs 
blösse, Lojk. (Z. B. 7). 



Systematische Uebersicht der Flechten GalizienB. 



267 



Phlyctis Wallr. 

190. Ph. argena Ach., Körb., S. 391, Pg. 116, Stein, Krpt.-FI. 157. Nach Rhin. 

im Krakauer Gebiet übersehen, da die Flechte im benachbarten 
Polen zu finden sei; in Weissbuchenwaldungen bei Tarnopol nur spär- 
lich, Bob. 

191. Ph. agelea Ach., Körb., S. 391, Pg. 116, Stein, Krpt.-Fl. 159. Recht selten 

auf Weissbuchen in den Wäldern bei Tarnopol, Bob. 

Gyalecta Ach. 

192. G. cupularis Ehrh., Körb., S. 172, Pg. 108, Stein, Krpt.-Fl. 153. Auf 

Sandsteinfelsen der Babia Gora (Stein, B. 96); im Koscieliskothal (Ilse 
und Fritze, Karp. 479); nach Filipowicz auf Kalkfelsen von Ojcöw; 
ich fand die Flechte auf Drei Krohnen und Kalkfelsen längs des Duna- 
jetzflusses, recht häufig, Bob. 

Secoliga Norm. 

193. S. abstrusa Wallr., Körb., S. 187, Pg. 117 (Bacidia abs.), Stein, Krpt.- 

Fl. 153 {Gyal. truncigena Ach.). Nach Lojk. auf Robinia in Lemberg. 

194. S. fugicola Ee^p., Körb., Pg. 112. Nach Lojk. (Ad. 105), auf Buchen von 

Feigsblösse in Tatra. 

Hymenelia Krplh. 

195. H. Prevostii Fr., Körb., S. 329, Pg. 113. Rhm. fand sie auf Kalksteinfelsen 

Von Ojcöw, wo auch var. rosea Krplh. sich nach Filipowicz vorfindet. 

Manzonia Gar. 

196. M. Cantiana Gar. Nach Lojk. (Ad. 105), auf Kalksteinen von Skalne Wrota 

in Tatra. 

12. Lecideae. 
Psora Hall. 

197. Ps. ostreata HoflFm., Körb., S. 176, Pg. 118, Stein, Krpt.-Fl. 169. Nach 

Lojk. (Ad. 105) auf Nesselblösse, meistens am Fusse der Baumstämme. 
l!»8. Ps. lurida (Sw.), Körb., S. 176, Pg. 118, Stein, Krpt.-Fl. 170. Nach Lojk. 

(Ad. 105) auf Nesselblösse, nach Rhm. auf Drei Krohnen und der 
Burg Czorsztyn recht häufig, Bob. 

199. Ps. decipiens Ehrh., Körb., S. 177, Pg. 119, Stein, Krpt.-FI. 171. Nach 

Filipowicz auf Kalksteinfelsen von Ojcöw; nach Rhm. am Gewont; 
Lojk. (Ad. 105) erwähnt von Skalne Wrota und Stiernberg. 

200. Ps. testacea Hoffm., Körb., S. 177, Pg. 119, Stein, Krpt.-Fl. 170. Nach 

Filipowicz auf Kalkfelsen von Ojcöw, während Lojk. (Ad. 105) von 
Feigsblösse und Skalne Wrota angibt; schöne Exemplare auf Drei 
Krohnen, Bob. 



268 



Ladislaus Bober ski. 



201. Ps. albilabra Duf., Körb., S. 176, Pg. 119. Nach ChaJubinski auf Kalk- 

felsen von Muran in Tatra; Lojk, (Z. B. 8) fand sie auf den Dolomiten 
von iuczywna. 

202. Ps. conglomerata Arnold, Körb., S. 180, Pg. 121, Stein, Krpt.-Fl. 170 

{P. fuliginosa Tayl.). Auf Granitfelsen von Ignacowa in Tatra, Lojk. 
(Ad. 105). 

Thallöidima Mass. 

203. Th. tabacinum Ram., Körb., S. 180, Pg. 121. Nach Rhm. in den Pieninen, 

ich fand schöne Exemplare auf der Burg Czorsztyn, Bob. 

204. Th. vesiculare Hoffm., Körb., S. 179, Pg. 121, Stein, Krpt.-Fl. 173 (Th. coe- 

ruleo- nigricans Lghtf.). Nach ßhm. auf Granit der Tatra (Zawrat) 
seltener; dagegen auf Kalkfelsen der Drei Krohuen und Czorsztyn 
gemein, Bob. 

205. Th. candidum Web., Körb., S. 174, Pg. 121, Stein, Krpt.-Fl. 173. Auf 

Kalkfelsen der Tatra und Ojcöw (Haszl., Lojk. und Khm.), Drei 
Krohnen, Bob. 

206. Th. Toninianum Mass., Körb., Pg. 121. Nach Lojk. auf Drei Krohnen. 

Catolechia Fw. 

207. C. Wahlenbergi Ach., Körb., S. 181, Pg. 123, Krpt.-Fl. 168 (C. pulchella 

Schrad.). Auf Moospolstern der Babia Gora nach Stein (B. 96). 



Biatorella De Not. 

208. B. fossarum Duf., Körb., Pg. 124. Nach Stein auf nackter Erde auf 
Krywari (Lojk., Ad. 106). 



JBlastenia Mass. 

209. Bl ferruginea Huds., Körb., S. 183, Stein, Krpt.-Fl. 118 (Calopl fer. 

Huds.) als: 

sexicola Mass. Auf Kalksteinfelsen von Ojcöw und Sandsteinen in Zege- 
stow, Rhm. und Bob; in Tatra bei Zakopane, Rhm. 

muscicola Schaer. Auf Moos von Stiernberg, Skalne Wrota nach Lojk. 
(Z. B. 7 u. 10). 

Bacidia De Not. 

210. B. rosella Pers., Körb., S. 185, Pg. 131, Stein, Krpt.-Fl. 178. Auf Kalk- 

felsen von Ojcöw (Berd. Lisz. 97). 

211. B. rubella Pers., Körb., S. 186, Pg. 131, Stein, Krpt.-Fl. 177. Nach Lojk. 

(Fiz. 67), auf Weiden von Modluica; in Borszczöw in Podolien eine 
kleine Form: 
coronata Kbr. ; hingegen 

luteola Schrad. f. vulgaris. Auf Weissbuchen von Tarnopol und Eich 
in den Wäldern von Przemysl, Bob. 



Systemati''che Ueborsicht der Flechten Galiziens. 



269 



212. B. herbarum Hepp., Tb. Fries, Lieh. Sc. I. 353. Nach Lojk. (Ad. 107) 

auf Skalne Wrota in Tatra. 

213. B. propinqua Hepp., Th. Fries, Lieh. Sc.. I, 353. Auf Felsen oberhalb 

Bela in Tatra (Lojk., Ad. 107). 
14. B. acerina Pers.. Th. Fries. Lieh. Sc. 1, 346. Nach Lojk. (Ad. 107) in 
Tatra. 

215. B. atrogrisea DeWs., Körb., Fg. 133. Auf Weissbuchen am Fasse der süd- 

lichen Abhänge der Tatra (Haszl., Fl. 19). 

216. B. Frieseana Hepp.. Körb.. Pg. 133. Im Thale des Grossen Kolbaches, 

Lojk. (Ad. 107). 

217. B. Ärnoldiana Körb.. Pg. 135. Stein. Krpt.-Fl. 178 {B. inundata Fr.). 

Auf Sandsteinen oberhalb Bela in Tatra (L o j k., Z. B. 8), auf Kalksteinen 
von Podskalany bei Krakau, Lojk. (Fiz. 67). 

Biatorina Mass. 

218. B. pineti Schrad., Körb., S. 189, Pg. 136. Stein, Krpt.-Fl 186. Auf Nadel- 

holz in Ojcöw (Berd., Lisz. 98). 

219. B. lenticularis Fr., Körb., S. 19], Pg. 144, Stein, Krpt.-Fl. 191. Drei 

Krohnen, Rhm. und Bob. 

220. B. Lojkana Lahm.. Lojk. (Ad. 108). Auf Kalkstein von Luczywna. 

221. B. minuta Mass. (Lojk., Ad. 108) Feigsblösse in Tatra. 

Biatora Fr. 

222. B. decolorans Hoffm., Körl)., S. 193, Pg. 146, Stein, Krpt.-Fl. 195 {B. gra- 

nulosa Ehrh.). Auf der Erde und Bäumen von Babia Gora, St« in 
(B. 96), nach Lojk. im Koprowathal und Morskie Oko. 
'23, B. siZmwa Kbr.. Stein. Krpt.-Fl. 204. Die bis unlängst in Galizien unbe- 
kannte Flechte fand ich auf Rüstern von Taruopol, aber spärlich, Bob. 

224. B. viridescens Sehrad., Körb., S. 201, Pg. 147, Stein, Krpt.-Fl. [B. gela- 

tinosa Flk.) var. putrida Kbr. Auf modernden Baumstrünken von Babia 
Gora, Stein (B. 96). 

225. B. atrorufa Dicks., Körb., S. 194, Pg. 147, Stein, Krpt.-Fl. 172 {Psora 

demissa Untstr.). Auf der Erde im Ko.seieliskothal (Ilse und Fritze, 
Karp. 479); Zabie jezioro (Haszl.. Fl. 19); Koprowathal (Lojk., 
Z. B. 10). 

226. B. Berengeriana Mass., Körb., Pg. 147. Nach Stein auf Babia Gora; nach 

Lojk. (Z. B. 7) auf Skalne Wrota in Tatra. 

227. B. atro-fusca Fy7. {B. vernalis Körb., Pg, 148). Nach Lojk. (Ad. 109) auf 

Skalne Wrota. 

228. B. sanguineo-atraY^n]^, Th. Fries, Lieh. Sc, 435. Im Koprowathal, Lojk., 

Ad. 109. 

229. B. conglomerata Körb., Pg. 154, Stein, Krpt.-Fl. 203 sub {B. vernalis L.) 

Auf nackter Erde in Podskalany nach Lojk. (Fiz. 67). 
var. lignaria Körb. Nesselblösse, Lojk. (Ad. 110). 



270 



Ladislaus Bobflrski. 



230. B. leucophaea Flk., Körb.. S. 191. Pg. 148, Stein, Krpt.-Fl. 198. Babia 

Gora nach Stein (B. 96). 

231. B. rivulosa Ach., Körb., S. 196, Pg. 150, Stein, Krpt.-Fl. 201. Auf Granit- 

felsen von Tokarnia und Koprowathal in Tatra, Lojk. (Z. B. 10). 
var. Kochiana Körb., Pg. 150, Stein, Krpt.-Fl. 201 {B. lygaea Ach.). 
Babia Gora (Stein, B. 96), auf Granitfelsen des Grossen Kolbaches, 
Lojk. (Ad. 110). 

232. B. cinnabarina Smf., Körb., S. 206, Pg. 152, Stein, Krpt.-Fl. 201. Auf 

Nadelholz in Tatra (Lojk., Z. B. 9) und Zegestöw, Bob. 

233. B. rupestris Scop., Körb., S. 206, Pg. 153, Stein, Krpt.-Fl. 201. Auf 

Kalkfelsen bei Krakau in Tatra und Pieniny in Formen: 
calva Dicks. Im Koscieliskothal (Ilse und Fritze). 
rufescens Hoffm. Ausser in genannten Ortschaften noch im Krakauer 

Gebiet, wie Czerna, Ojcöw nach Rh m.; inZegestöw auf Sandsteinen, Bob. 

234. B. incrustans DC, Körb., Pg. 153. Stiernberg (Lojk., Ad. 110). 

235. B. SiebenharianaKöTh., S. 199, Pg. 154, Stein, Krpt.-Fl. 202. Auf Stiern- 

berg (Lojk.. Ad. 110). 

236. B. polytropa Ehrh., Körb.. S. 205. Pg. 154. Stein. Krpt.-Fl. 137 (Leca- 

nora pol.). Auf Sandsteinfelsen in Zegestöw, Bob. und Rhm. 
var. intricata Schrad. Auf Sandsteinen der Babia Gora nach Stein 
(B. 96) und auf Graniten der Tatra, wie Krywan, Morskie Oko. Rhm. 

237. B. Ehrhartiana Ach., Körb., S. 204, Pg. 155, Stein, Krpt.-Fi. 190 {Bia- 

torina Ehrh.). Nach Stein (B. 76) auf Babia Gora. 

238. B. uliginosa Schrad., Körb., S. 197, Pg. 158, Stein, Krpt.-Fl. 206. Nach 
• Stein (B. 96) auf Babia Gora, in der Ebene von Neumarkt auf Torf- 
moos, Rhm. 

239. B. phaeostigma Körb., S. 179, Pg. 157, Stein, Krpt.-Fl. 205 [B. obscw 

rella Smf.). Nach Stein (B. 96) auf Babia Gora. 

240. B. pungens Körb.. Pg. 161, Stein, Krpt.-Fl. 241 sub Lecidella pung. Auf 

Felsblöcken von Babia Gora nach Stein. 

241. B. fuseorubens Nyl. Auf Kalksteinfelsen von Stiernberg. Lojk. (Z. B. 7). 

Bilimbia De Not. 

242. B. borborodes Kbr., Pg. 165, Stein. Krpt.-Fl. 186. Nach Haszl. (Fl. 19) 

in Tatra bis zur Krummholzzone. 

243. B. sabulosa Mass., Körb., S. 214. Pg. 168. Stein, Krpt.-Fl. 186. Auf der 

Erde am Gewont nach Ilse und Fritze (Karp. 481) und am Langen 
See in Tatra (Haszl.. Fl. 19). 

244. B. JRegeliana Hepp. Körb.. Pg. 168, Stein, Krpt.-Fl. 174 {Toniniana syn- 

comista Flke). Nach Lojka auf Moosen der Drei Krohnen. 
var. typica St. Daselbst recht selten, Bob. 

245. B. sphaeroides Smf., Körb., S. 213. Pg. 169, Stein, Krpt.-Fl (B. hypno 

phila), in Formen: 



Systematische UeberBicht der Flechten Galiziens. 



271 



atrior Siiizb. Von Haszl. (Fl. 19) aus der Tatra angegeben; auf Lehm- 
erde bei Przemysl, ausserdem ein einziges Exemplar aus Tarnopol, wo 
es auf einem alten Strohdache gefunden wurde, Bob. 

muscorum Sw. Auf Moos in Przemysl zusammen mit Collema limosum, aber 
nur spärlich, Bob. 

Kiliasii Hepp. Skalne Wrota nach Lojk. (Ad. III). 

246. B. miUaria Fr., Körb., Pg. 171, Stein. Krpt.-Fl. 187 (B. ligniaria). Nach 

Lojk. (Ad. III) am Ignacowe Jezioro. 

247. B. melaena Nyl. Nach Lojk. (Ad. III) auf Nesselblösse in Tatra. 

248. B. obscurata Smf., Stein, Krpt.-Fl. 185. Nach Stein auf Moos von Babia 

Gora; Lojk. (Ad. III) fand die Flechte auf Skalne Wrota, überhaupt 
in Tatra bis in die Krummholzzone. 

Diplotomma, 

249. D. alhoatrum Hoffm., Körb., Pg. 177, Stein, Krpt.-Fl." 214, epipolium Ach. 

(Körb., S. 229; alb. var. margaritaceum). Nach Haszl. auf Tokarnia 
in Tatra (Fl. 20). 
dispersum Krplh. Auf Stiernberg (Lojk., Ad. 112). 

250. D. venustum Kbr., Pg. 179. Nach Rhm. in Ojcöw häufig. 

Siegertia Kbr. 

251. S. cälcarea Weis., Körb., Pg. 180. Auf Kalksteinfelsen im Krakauer Gebiet, 

z. B. Mnikow; Koscieliskothal nach Ilse und Fritze (Karp. 479); in 
Zakopane nach Rh m. ; in den Pieninen, vorzüglich auf Drei Krohnen, Bob. 

Buellia De* Not. 

252. B. badioatra Flk.. Körb., S. 223, Pg. 182, Stein, Krpt.-Fl. 224 (Cato- 

carpus bad.). Auf Granitblöcken der höchsten Tatraspitzen, wie Krywari, 
Zawrat u. s. w., Rhm.; nicht minder auf Sandsteinen von Zegestöw 
nach Rhm., meistens in der Form vulgaris Kbr.; hingegen: 
var. rivularis Fw. Auf Granitblöcken der Tatrabäche, wie im Grossen 
Kolbach. Koprowathal, Lojk. (Ad. 112). 

253. B. leptocline Fw., Körb., S. 225, Pg. 184, Stein, Krpt.-Fl. Auf Granit 

beim Wasserfall des Grossen Kolbach, Lojk. (Ad. Z. B. 6 und 5). 

254. B. miriocarpa DC, Stein, Krpt.-Fl. 220, in der Form punctiformis Hoffm. 

Auf Tannen bei Szmeks, Lojk. (Z. B. 6). 
saxicola Nyl. (f. stigmatea Ach.). Auf Granitfelsen der Tatra, Lojk. 
(Ad. 113). 

muscicola Hepp. Bei Skalne Wrota nach Lojka. 

255. B. scabrosa Ach., Körb., S. 227, Pg. 188, Stein, Krpt.-Fl. 219. Auf Stiern- 

berg, Lojk. (Z. B. 7). 

256. B. saxatilis Arn. var. farinosa Anzi. Auf Feigsblösse in Tatra, Lojk. 

(Ad. 113). 

Z. B. Ges. B. XXXVI. Ahh. 35 



272 



Ladislaus Boberski. 



2^1. B. parasaema Ach., Körb., S. 229, Pg. 191, Stein, Krpt.-Fl. 221. Auf 
Laubholz in ganz Galizien gemein. 
tersa Ach. Auf Weissbuchen im Tarnopoler Kreis, Bob. 
microcarpa Ach. Nach Haszl. (Fl. 20) auf der Südseite der Tatra häufig. 
saprophila Ach. Nach Lojk. (Z. B. 7) auf der Rinde von Sorbus aucu- 

paria von NesselblÖsse. 
triphragmia Nyl. Bei Skalne Wrota, Lojk. (Ad. 114). 

258. B. punctata Flk., Körb., S. 229, Pg. 191. Nach Rhm. auf Laubholz bei 

Krakau selten, dagegen häufig auf Fichten von Zegestöw und Eichen 
im Tarnopoler Kreis, Bob. 

259. B. Schaereri De Not., Körb., Pg. 182, Stein, Krpt.-Fl. 222. Nach Lojk. 

(Fiz. 68) auf Nadelholz in Dukla; in geringer Menge auf Tannen im 
Volksgarten in Tarnopol, Bob. 

260. B. effigurata Anzi. Nach Lojk. (Ad. 113) auf Stiernberg in Tatra. 

Lecidella Krb. 

261. L. aenea Duf., Körb., Pg. 85 sub Lecanora badia var. aenea. Auf Felsen 

von Babia Gora (Stein, B. 96); auf Granit von Ignacowathal in Tatra, 
Lojk. (Ad. 114). 

262. L. aglaea Smf., Körb., S. 240, Pg. 199, Stein, Krpt.-Fl. 234. An be- 

schatteten Orten auf Granit in der Krummholzzone von Tatra, Rhm.; 
im Koprowathal u. s. w. nach Lojk. (Z. B. 10). 

263. L. Mosigii Hepp, Körb., Pg. 201, Stein, Krpt.-Fl. 235. Auf Granit von 

Mienguszowa, Lojk. (Z. B. 10). 

264. L. elata Schaer., Körb., S. 240, Pg. 203, Stein, Krpt.-Fl. 237, L. alboflava 

Kbr. Beim Zabie jezioro, Haszl. (Fl. 21). 

265. L. ambigua Ach., Körb., S. 236, Pg. 206 (var. subcontigua Kbr.). Nach 

Rhm. auf Gneis des Thaies von Kondratowa und auf Sandsteinen von 
Zegestöw, Bob. 

266. L. rhaetica Hepp. Körb., Pg. 207. Nach Lojk. (Z. B. 7) auf Kalkstein- 

felsen von Stiernberg. 

267. L. pruinosa Ach., Körb., S. 235, Pg. 209, Stein, Krpt.-Fl. 240. Auf Granit 

von Koprowathal, Lojk. (Z.B. 10); nach Rhm. auf Kalkstein des 
Kondratowathales. 
f. pallescens St. Auf Sandsteinen von Zegestöw, Bob. 

268. L. goniophila Flk., Körb., S. 236, Pg. 210, Stein, Krpt.-Fl. 241 {L. pillu- 

laris Dav.). Eine recht häufige Flechte auf Felsen um Zakopane, Ojcöw 
und Mniköw, Rhm.; auf Granit im Kolbachthal, Lojk. (Z.B. 6); auf 
Kalksteinfelsen der Drei Krohnen, Bob. 

269. L. sabuletorum Schreb., Körb., S. 234, Pg. 213, Stein, Krpt.-Fl. 242, 

var. coniops Kbr. {latypea Ach.). Nach Rhm. auf Sandsteinen der 
Beskiden; schöne Exemplare auf Sandsteinen um Zegestöw, Bob. 
entroleuca Fr. Aus West- Galizien nicht angegeben, findet sich in Podo- 
lien auf Weissbuchen (Janöwka) und auf alten Brettern in Tarnopol, Bob. 

i 



Systematische Uebersicht der Flechten Galiziens. 273 

entr. f. rugulosa Ach. Schöne Exemplare auf Föhren bei Lublö in der 
Zips, Bob. 

olivacea Roffm. Auf Nadelholz und Laubbäumen um Krakau nach Rhm. ; 

auf Tannen in Zegestöw, Bob. 
euphorea Flk. Auf Laub- und Nadelholz in ganz Galizien, Bob. 
:70. L. borealis Körb., S. 234, Pg. 214, Stein, Krpt.-Fl. 246 {L. limosa Ach.); 

nach Haszl. (Fl. 21) am Polnischen Kamm, Zabie jezioro u. s. w. in 
der Tatra, 

•271. L. immersa Web., Körb., Pg. 215, Stein, Krpt.-Fl. 247 {Hymenelia in 
Körb., S. 328). Nach Rhm. auf Kalksteinfelsen bei Ojcöw; nach Lojk. 
(Z. B. 7) auf Feigsblösse und Skalne Wrota. 

272. L. TTwi/^ewi Hepp., Körb., Pg. 216, Stein, Krpt.-Fl. 243 {L. Laureri Hepp.). 

Auf Moos bei Skalne Wrota nach Lojk. (Ad. 115). 

273. L. turgidula Fr., Körb., S. 243, Pg. 217, Stein, Krpt.-Fl. 245. Auf alter 

Rinde der Fichten auf Jaworina, Lojk. (Z. B. 8). 

274. L. hotryosa Hepp. Auf Granit des Grossen Kolbaches nach Lojk. (Ad. 115). 

275. L. brunneola Rhm. Nach Lojk. (Ad. 116) auf Stiernberg in Tatra. 

Lecidea Ach. 

276. L. albocoerulescens Wulf., Körb., S. 247, Pg. 219, Stein, Krpt.-Fl. .249. 

Rhm. erwähnt die 
var. alpina Schaer. von Babia Gora, wo sie auf Sandsteinen zu finden ist. 

277. L. confluens Fr., Körb., S. 250, Pg. 219, Stein, Krpt.-Fl. 252. Nach 

Rhm. auf Sandstein von Babia Gora und auf Granit der Tatra bis auf 
die höchsten Spitzen. 

f. oxydata Kbr. Beim Langen See in Tatra, Haszl. (Fl. 20). 

278. L. superba Körb., S. 248, Pg. 220, Stein, Krpt.-Fl. 250. Auf Granitfelsen 

des Grossen Kolbaches, Lojk. (Ad. 116); nach Rhm. auf Sandsteinfelsen 
von Zegestöw, Bob, 

•279. L. dissipabilis Nyl. Auf Kalksteinfelsen des östlichen Theiles der Tatra 
„Schusterknöppchen", Lojk. (Ad. 116). 

280. L. platycarpa Ach., Körb., S. 347, Pg. 221, Stein, Krpt.-Fl. 251. Rhm. 

erwähnt aus den Graniten von Zakopane sehr schöne Exemplare auf 
Sandsteinen von Zegestöw und Muszyna, Bob. 

281. L. Pilati Hepp., Körb., Pg. 223. Auf Granit vom Ignacowathal, Lojk. 

(Ad. 117). 

282. L. crustulata Ach., Körb., Pg. 222, S. 249, Stein, Krpt.-Fl. 253. Nach 

Rhm. auf Sandsteinen bei Myslenice und Zegestöw, Form: 
subconcentrica Stein. Auf Sandsteinen von Zegestöw, Bob. 

283. L. sarcogynoides Krb., S. 252, Pg. 224, Stein, Krpt.-Fl. 254. Nach Lojk. 

(Ad. 117) bei Batyzowce in der Zips. 

284. L. emergens Flw., Körb., Pg. 225. Nach Lojka auf Kalksteinen von Feigs- 

blösse und Stiernberg in Tatra. 

35* 



274 



Ladislaus Boberski. 



285. L. Jurana Schaer., Körb., S. 251, Pg. 225 [L. calcygena Flk.), Stein, 

Krpt.-Fl. 255. Auf Kalksteinfelsen der östlichen Tatra nach Lojk. 
(Ad. 117); nach Rhm. auf Kalksteinfelsen im Krakauer Gebiet und 
in der Umgegend von Zakopane; nicht minder auf Drei Krohnen, Bob. 

Megalospora Mass. 

286. M. sanguinaria L., Körb., S. 257, Pg. 228, Stein, Krpt.-Fl. 256 {Myco- 

blastus sang. L.). Recht oft auf Nadelholz von Babia Gora nach 
Stein (B. 96) auf Krummholz bei Skalne Wrota und Morskie Oko in 
Tatra, Lojk. (Z. B. 7 und 8). 

287. M. affinis Schaar., Körb., S. 257, Pg. 228, Stein, Krpt.-Fl. 256 {Myco- 

hlastus sang. var. alpina). Auf Babia Gora (Stein, B. 96). 

Uhizocarpon Ram. 

288. B. Montagnei Fw., Körb., S. 258, Pg. 229 (R. geminatum). Nach Rhm. 

auf Granit des Zawrat und oberhalb Morskie Oko. 

289. B. petreum Wulf., Körb., Pg. 230. Auf Babia Gora nach Stein (B. 96), 

auf Granit in Tatra (Rhm.) auf Trachyt von Bryjarka und Sandstein 
von Zegestöw recht verbreitet, Bob. 
var. lavatum Fr. Babia Gora nach Stein (B. 96). 

290. B. subconcentricum Fr., Körb., Pg. 232, S. 260, Stein, Krpt.-Fl. 230 

(B. calcareum b. concentricum) . Auf Granit der Tatra und Sand- 
steinfelsen der Beskiden, Rhm.; in Zegestöw auf Sandstein recht 
häufig, Bob. 

291. B. obscuratuni Schaer., Körb., Pg. 233 in Var. fuscocinereum Krplh. Auf 

Granit des Grossen Kolbach nach Lojk. (Ad. 118). 

292. B. geographicum L., Körb., S. 262, Pg. 233, Stein, Krpt.-FL 227. In 

den ganzen Karpathen gemein, in Zegestöw auf der Sonnenseite von 
Sandsteinfelsen, Bob. 
var. alpicolum Whlb. Nach Rhm. in grösserer Menge bei Krzyzne in 
Tatra. 

Sporostatia Mass. 

293. Sp. Morio Ram., Körb., S. 265, Pg. 234, Stein, Krpt.-FL 257 {Sp. testu- 

dinea Ach. In Mienguszowa und Ignacowathal auf Granit, Lojk. 
(Ad. 118), nach Rhm. oberhalb Morskie Oko. 

294. Sp. cinerea Schaer., Körb., S. 265, Pg. 235 (Sp. Mor. b. cinerea), Stein, 

Krpt.-Fl. 257. Nach Lojk. (Ad. 118) auf Granit von Ignacowathal und 
Sandstein der Babia Gora, Stein (B. 96). 

Sarcogyne Fw. 



295. S. privigua Ach., Körb., S. 266, Pg. 235, S. simplex Dav., Stein, 
Krpt.-FL 259. Nach Filipowicz auf Sandsteinen von Ojcöw. 



Systematische Uebersicht der Flechten Galiziens. 275 



296. S. prumosa Sm., Körb., S. 267, Pg. 235, Stein, Krpt.-Fl. 258. Auf Sand- 

stein von Kroscienko, auf Kalksteinfelsen von Ojcöw, Rhm.; auf Drei 
Krohnen, Bob. 

JRhapJiiospora Mass. 

297. Bh. flavovirescens Borr., Körb., S. 268, Pg. 237, Stein, Krpt.-FI. 181 (Ar- 

throrhaphis flav.). Nach Lojka im Stryer Kreis bei Hoszöw; Stein 
(B. 9G) fand die Flechte auf nackter Erde von Babia Gora. 

Arthrospoimm Mass. 

298. A. accZiwe Fl w.. Körb., S. 270, Pg. 242, Stein, Krpt.-Fl. 260. Auf Weiden 

bei Krakau, Lojk. (Fiz. 69). 

Schismatomma Fw. et Kbr. 

299. Sch. dolosum Whlb., Körb., S. 272, Pg. 245, Stein, Krpt.-Fl. 271 {Sch. 

pericleum Th. Fr.). Auf der Rinde von Tannen in Ojcöw (Berd., 
Lisz. 105). 

13. Baeomyceae. 
Sphyridium Flw. 

300. Sph. hyssoides L., Körb., S. 273, Pg. 246, Stein, Krpt.-Fl. 213. Nach 

Rhm. auf Sandstein im Rabathai, auf Granitfelsen von Tatra und 
Babia Gora; auf Sandstein von Zegestow, in den Pieninen gemein in var. 
rupestre Pers. Auf Gestein. 

carneum Flk. Auf Lehmerde in Zegestow, Krynica und in den Pieninen, Bob. 
Baeomyces Pers. 

301. B. roseus Pers., Körb., S. 274, Pg. 246, Stein, Krpt.-Fl. 212. Auf Lehm- 

erde in Pieninen, Beskiden (Zegestöw, Bob.); in Ojcöw, Rhm. 



14. Graphideae, 
Lecanactis Eschw. 

302. L. abietina Ach., Körb., S. 276, Pg. 247, Stein, Krpt.-Fl. 264. Auf Tannen 

von Babia Gora, Stein (B. 96). 

Opegrapha Humb. 

303. 0. gyrocarpa Fw., Körb., S. 280, Pg. 251, Stein, Krpt.-Fl. 268 (0. ru- 

pestris). Auf Kalkstein in Podskalany in Krakau, Lojk. (Fiz. 68). 

304. 0. atra Pers., Körb., S. 283, Pg. 254, Stein, Krpt.-Fl. 269 und 270. 

vulgata Kbr. (vulg. a. abbreviata). Auf Fichten in Lublö, seltener auf 
Weissbuchen in Zegestöw, Bob. 

305. 0. varia Pers., Körb., S. 285, Pg. 253, Stein, Krpt.-Fl. 269. Gemein in var. 



276 



Ladislaus Boberski. 



notha Ach. Auf Buchen von Zegestöw, Rhm.; auf Weisshuchen und 

Rüstern in Podolien (Tarnopol), Bob. 
diaphora kch. Nach Filipowicz in Ojcöw; ausserdem in den Pieninen, 

Ehm., Bob. 

306. 0. herpetica Ach., Körb., S. 284, Pg. 254, Stein, Krpt.-Fl. 271. Auf 

Buchen von Ojcöw, Ehm.; in Pieniny nicht minder häufig auf Buchen 
in Koitöw und Sassöw, Bob. 

Zwackhia Kbr. 

307. Z. mwtoWallr., Körb., S. 286, Pg. 255, Stein, Krpt.-Fl 272. In Modl- 

nica auf Birken nach Lojk. (Fiz. 68). 

Graphis Adans» 

308. G. scripta L., Körb., S. 287, Pg. 256, Stein, Krpt.-Fl. 273. In ganz Ga- 

lizien gemein in var. 
a. vulgaris Kbr. f. recta Humb. Seltener auf Birken, dafür sehr oft auf 

Kirschen im Volksgarten von Tarnopol, Bob. 
pulverulenta Pers. Auf Nadelholz in Zegestöw, auf Laubholz in Koltow 

und Sassöw, Bob. 

scripta, sich zur dendritica Ach. hinneigend. Auf Weissbuchen in Tar- 
nopol, Bob. 
limitata Pers. 
abietina Schaer. 
h. serpentina. Beskiden. 

309. G. dendritica Ach., Körb., Pg. 256. Auf Babia Gora gemein; Stein (B. 96); 

auf Buchen von Ojcöw, Ehm.; auf Weissbuchen von Zegestöw, spär- 
lich, Bob. 

Arthonia Ach. 

310. Ä. gregaria Weig., Körb., S. 291, Pg. 264, Stein, Krpt.-Fl. 283. Nach 

Lojk. (Fiz. 68); auf Laubholz in Podskalany bei Krakau. 
obscura Schaer. Auf Tannen in Zegestöw und Buchen in Kottöw, Bob. 

311. Ä. vulgaris Schaer., Körb., S. 290, Pg. 265, Stein, Krpt.-Fl. 285. Auf 

Laubholz in den Wäldern bei Krakau, Ehm.; recht selten auf Weiss- 
buchen im Tarnopoler Kreis, Bob. 
f. astroidea Ach. Auf Edeltannen von Ojcöw häufig. Ehm.; Feigsblösse, 
Lojk. (Ad. 119). 

ScTiwartziana Ach. Nach Lojk. (Z. B. 6 und 7) auf Sorbus aucuparia in 
Tatra. 

chrysogonimica. Auf Babia Gora (Stein, B. 96). 

312. A. epipasta Kbr., S. 292, Stein, Krpt.-Fl. 286 {A. minutula Nyl.). Au 

der Einde junger Ahornbäume um Krakau, Ehm. 

313. A. punctiformis Ach., Körb., S. 293, Pg. 268, Stein, Krpt.-Fl. 287 {A.popu- 

lina Mass.). Nach Lojk. auf Laubbäumen in Tomaszowice bei Krakau. 



Systematische üebersicht der Flechten Galiziens. 



277 



314. Ä. dydima Kbr.. Stein, Krpt.-Fl. 286. Auf Buchen in Sassow bei TAo- 

czöw, Bob. 

Xylographa Fr. 

315. X. paraJlela kch.. Körb., Pg. 275, Stein, Krpt.-Fl. 261. Auf vermoderten 

Baumstrünken in Ojcöw (Berd., Lisz. III); bei Skalne Wrota in Tatra 
nach Lojk. (Z. B. 7). 

15. Calycieae. 
AcoUuin De Not. 

316. A. stigonelJum Ach., Körb., Pg. 284 {Ä. timpanellum var. stigon.) Körb., 

S. 203, Stein, Krpt.-Fl. 294. Auf alten Tannen von Babia Gora, Stein 
(B. 97). 

317. Ä. tigillare Fr., Körb., S. 303, Pg. 286, Stein, Krpt.-Fl. 295. Auf trockenen 

Krummholzästen in Tatra, Haszl. (Fl. 23) und auf verwittertem Granit 
bei Szraeks, Lojk. (Z. B. 6). 

Sphinctrina Fr. 

318. Sph. turhinata Pers., Körb., S. 305, Pg. 287, Stein, Krpt.-Fl. 297. Auf 

dem Thallus von Pertusaria sp. bei Zdziar in Tatra nach Lojk. 
(Ad. 120). 

Calycium Pers. 

319. C. pusillum Flk., Körb., S. 308, Pg. 290, Stein, Krpt.-Fl. 299. Auf Eichen 

in Modlnica, Lojk. (Fiz. 68). 

320. C. hyperellum Ach., Körb., S. 311, Pg. 296, Stein, Krpt.-Fl. 303. Auf 

Tannen von Skalne Wrota nach Lojk. (Z. B. 7). 

321. C. trachelinmn Ach., Körb., S. 311, Pg. 296, Stein, Krpt.-Fl. 303. (C. sali- 

cinum Pers.). Auf einem alten Zaune in Grzegorzki bei Krakau nach 
Rhm. ; auf Weidenbänken in Modlnica, Lojk. (Fiz. 68), nach Stein 
(B. 97) auf Babia Gora. 

322. C. adspersum Pers., Körb., S. 312, Pg. 296, Stein, Krpt.-Fl. 302. Auf 

Föhren von Babia Gora nach Stein (B. 97). 

Cyphelium De Not. 

323. C. trichiale Ach., Körb., S. 314, Pg. 297, Stein, Krpt.-Fl. 305. Auf Eichen 

in Modlnica, Lojk. (Fiz. 68). 

324. C. stemoneum Ach., Körb., S. 315, Pg. 297, Stein, Krpt.-Fl. 305. Auf 

Birken in Modlnica und in der Zips, Lojk. (Ad. 121). 

325. C. alUdum Kbr.. S. 315, Pg. 297, Stein. Krpt.-Fl. 306 [C. Schaereri De 

Not.). Nach Lojk. auf alten Eichen in Modlnica und Bandrow. 

326. C. flexile Khr., Pg. 298 (C. suUile), S. 316, Stein, Krpt.-Fl. 305 [C. trich. 

var. flexile). Auf Föhren von Babia Gora, Stein (B. 97). 



278 



Ladislaus Boberski. 



327. C. chrysocephalum Ach., Körb., S. 329, Steiü, Krpt.-Fl. 306. Auf ver- 

wittertem Granit von Szmeks (Lojk.); nach Stein auf Babia Gora 
(B. 97). 

328. C. chlorellum Whlb., Körb., S. 317, Pg. 299, Stein, Krpt.-Fl. 307 (C. phaeo- 

cephalum, h) articulare Whlb.), nach L o j k. (Fiz. 68) auf Weiden und 
Eichen in Modlnica, 

Coniocyhe Ach. 

329. C. furfuracea L., Körb., S. 318, Pg. 301, Stein, Krpt.-Fl. 308. Auf Eichen 

in Bielany bei Krakau nach Ehm.; auf Babia Gora gemein. Stein 
(B. 97). 

var. sulphurella Whlb. Auf Eichen in Modlnica nach Lojk. (Fiz. 68). 

16. Dacampieae. 
Endopyrenium Fw. (Kbr.). 

330. E. rufescens Ach., Körb., S. 323, Pg. 302, Stein, Krpt.-Fl. 811. Auf Kalk- 

stein von Bielany nach Lojk. (Fiz. 68); Ojcöw (Berd., Lisz. 87), recht oft 
in den Pieninen, aber spärlich, Ehm.; auf Kalkstein von Czorsztyn, Bob. 

331. E. hepaticum Ach., Körb., S. 322 (E. pusillum), Pg. 302, Stein, Krpt.- 

Fl. 311 (E. trapeziforme). Auf nackter, beschatteter Erde in Podskalany, 
Lojk. (Fiz. 68). Auf Stiernberg, Lojk. (Z. B. 17), nach Ehm. auf 
Kondratowa und in den Pieninen; ich sammelte die Flechte in Czor- 
sztyn, Bob. 

332. E. daedaleum Krplh., Körb., S. 324, Pg. 303, Stein, Krpt.-Fl. 312 (Cato- 

pyrenium daed.). Nach Lojk. (Ad. 121) bei Ignacowe Jezioro in Tatra. 

333. E. monstruosum Schaer., Körb., Pg. 304. Nach Ehm. auf Kalkfelsen um 

Krakau, z. B. Mniköw, Czorsztyn. Pieniuy, Bob. 

Catopyrenium Fw. 

334. a einer eum Pers., S. 325, Pg. 306, Stein. Krpt.-Fl. 313. An Felsen und 

Moos in schattigen Orten in Podskalany, Lojk. (Fiz. 68), Stiernberg, 
Kopa, Koprowa in Tatra (Lojk., Z. B. 7, 8, 10). 

Dacampia Mass. 

335. n. HooJceri Barr., Körb., S. 326, Pg. 307. Auf Erde bei Skalne Wrota. 

Lojk. (Ad. 122) und bei ZamarzJe in Tatra, Ehm. 

336. D. neglecta Stein (B. 97). Auf Moos von Babia Gora. 

Dermatocm^pon Eschw. 

337. D. Ä'ctorm Hepp, Körb., S. 326, Pg. 308, Stein, Krpt.-FL 313. Auf der 

Erde im Schatten in den Pieninen; ich sammelte es auf Drei Krohnen, 
Sokolica, Czorsztyn, Bob. 



Systematische üebersicht der Flechten Galixiens. 



279 



17. Pertiisarieae. 
JPerfusaria DC. 

338. P. hryontha Ach., Körb., Pg. 310, Skalne Wrota, Lojk. (Ad. 122). 

339. P. rhodocarpa Kbr., S. 884, Pg. 311, Stein, Kvpt.-Fl. 164 {Varicellaria 

j-hod. Th. Fr.). Auf Moos von Skalne Wrota in Tatra, Lojk. (Ad. 122). 

340. P. communis DC, Körb., S. 385, Pg. 318, Stein, Krpt.-Fl. 161. Gemein 

in var. 

pertusa L. Auf Nadelholz in Przemysl und Laubholz im Tarnopoler Kreise, 

auf Wf issbuchen in ßorszczöw in Podolien, Bob. 
variolosa Wallr. und 

coccodes Ach. Alle Varietäten sind nach Ehm. bis zum Fusse der Tatra 
gemein. 

341. P. glomerata Ach., Körb., S. 388, Pg. 317, Stein, Krpt.-Fl. 163. Auf Moos 

von Skalne Wrota nach Lojk. (Ad. 122). 

342. P. lejoplaca Ach., Körb., S. 388, Pg. 317, Stein, Krpt.-Fl. 162. Nach 

Filipowicz auf Buchen von Ojcöw; auf Buchen in den Wäldern , von 
Koltöw und Sassdw selten, Bob. 

343. P. Sotmnerfeltn F\k., Körb., Pg. 319. Auf Aesten der Sträucher im Thale 

des Grossen Kolbaches nach Lojk. (Ad. 122). 



18. Verrucarieae. 
Segestrella Fr. 

344. S. illinita Nyl., Körb., Pg. 325, S. 366 (Sagedia ill), Stein, Krypt.-Fl. 338. 
var. muscicola. Auf Stiernberg, Lojk., Ad. 122. 

Sphaeromphale ßchbch. 

15. Sph. fissa Tayl., Körb., S. 335, Pg. 331, Stein, Krpt.-Fl. 316. Auf Granit- 
blöcken der Tatrabäche im Thale des Grossen Kolbaches, Koprowa und 
Bial'ka bei Jaworina, Lojk. (Ad. 122). 

Sporodyction Mass. 

346. Sp. Schaererianum Mass., Körb., Pg. 333. Nach Körber wurde die Flechte 
von Haszlinsky auf Steinen der Tatrabäche gefunden. 

Pyremda Ach. 

;17. P. Ä"<?a Schrad., Körb., S. 359, Pg. 333, Stein, Krpt.-Fl. 339. Auf Buchen 
um Krakau, Ehm.; auf Buchen in Koltöw selten, Bob.; dagegen: 
nitidella Flk. Von Ehm. im Krakauer Gebiet an Haselnusssträuchern 
angegeben, findet sich auf derselben Holzart in Podolien, Bob. 

348. P. leucoplaca Wallr., Körb., S. 361, Pg. 334, Stein, Krpt.-Fl. 340. Nach 
Lojk. (Fiz. 68) auf Eichen um Krakau; die eigenthümliche Form: 

Z. B. Ges. B. XXXVI. Abb 36 



280 



Ladislaus Boberski. 



chysoleuca Fw. sehr häufig auf Weichsein und Prunus Padus im Volks- 
garten von Tarnopol und auf Kirschen um Tarnopol recht häufig, Bob. 
346. P. Boberskiana Kbr. n. sp. in lit. 21. December 1884 und 7. Februar 1885. 

Mit diesem Namen bezeichnet Dr. Körb er eine neue Species, welche 
auf Kirschen um Tarnopol und Borszczöw im südlichen Podolien, wenn 
auch nicht häufig fruchtend, gefunden wurde. Nach genauer mikro- 
skopischer Untersuchung und in dieser Hinsicht durchgeführten Corre- 
spondenz füge ich die von Dr. Körb er verfasste Diagnose in folgenden 
Worten bei: 

Pyrenula Boberskiana Kbr. n. sp. 

Thallus effusus tenuissimus subtartareo-amylaceus albissimus cum 
prothallo verniceo coerulescente mox confusus, tandem suberosus irre- 
gulariterque colliculosus. Äpothecia minuta adspersa globosa opaca 
nigra, tandem deplanato-collabentia. Asci breviter cylindracei, vulgo 
paidisper curvati octospori paraphysibus capillaceis laxis dense ob- 
vallati, fiporis mediocribus oblongo-ellipsoideis tetraUastis dilute fuscis. 
Spermogonia nondum vidi. 

An der Rinde von Prunus cerasus bei Tarnopol von Prof. Lad. 
Bob er ski aufgefunden. 

Breslau, am T.Februar 1885. 

Prof. Dr. Körb er. 

Nach meinen weiteren Untersuchungen erschienen mir die Sper- 
mogenien als sehr kleine, schwarze, im Thallus eingesenkte Kügelchen, 
welche aber nicht auf allen Exemplaren gefunden wurden. 

Polyhlastia Mass. 

350. P. alpina Metzler. Auf Kalksteinfelsen von Stiernberg, Lojk. (Ad. 123). 

351. P. plicata Mass., Körb., Pg. 342. Auf Kalksteinen von Ojcöw, Rhm. 

352. P. intercedens Nyl., Körb., Pg. 343. Auf Sandstein von Babia Gora, Stein 

(B. 97). 

353. P. Sendtneri Krplh., Körb., Pg. 344, S. 337, Stein, Krpt.-Pl. 318. Auf 

Moos von Babia Gora (Stein, B. 97). 

Acrocordia Mass. 

354. Ä. conoidea Fr., Körb., S. 355, Pg. 346. Auf Kalkstein von Feigsblösse, 

Lojk. (Ad. 123). 

355. Ä. gemmata Ach., Körb., S. 356, Pg. 346, Stein, Krpt.-Fl. 341. Nach 

Rhm. auf Laubbäumen bei Krakau 5 schöne Exemplare in der Umgegend 
von Lozowa bei Tarnopol, Bob. 
alba Schrad. Auf Weissbuchen in Zegestow, Bob. 

356. A. glauca Kbr., S. 357, Pg. 346, Stein, Krpt.-Fl. 342 (Ä. gem. b) sphae- 

roides Wq.\Iy.). Auf Buchen bei Zegestow, Rhm., Bob. 



Systematische üebersicht der Flechten Galiziens. 



281 



Thetidium Mass. 

57. Th. gdlhayium Kvmpl., Körb., S. 354, Pg. 347. Auf Kalkstein von Feigs- 
blösse, Lojk., Ad. 123. 

358. Th. üngeri Fv., Körb., S. 354, Pg-. 348. Auf Kalkstein von Stiernberg 

(Lojk., Z. B. 7). 

359. Th. crassum Mass., Körb., S. 355, Pg. 348, Stein, Krpt.-Fl. 319. Auf Kalk- 

steinfelsen von Feigsblösse, Lojk. (Z. B. 7). 

360. Th. umbrosum Mass., Körb., Pg. 349. Auf Kalkstein von Skalne Wrota, 

Lojk., Ad. 123. 

361. Th. olivaceiim Fr., Körb., S. 371, Pg. 352 (Ärthopyrenia ol.). Auf Kalkstein 

von Stiernberg. Lojk. (Z. B. 7). 

362. Th. pyrenophorum Ach., Körb., S. 358, L. 352, Stein, Krpt.-Fl, 320. Nach 

Filipowicz auf Kalkstein von Ojcow; nach Lojk. (Z. B. 7) auf 
Stiernberg. 

363. Th absconditum Arn. Auf Kalkstein von Nesselblösse, Lojk. (Ad. 123). 

364. Th. oenovinosiim Anzi, Körb., S. 353, Stein, Krpt.-Fl. 319 {Th, diaboli 

Kbr.). Auf feuchtem Granit am Grossen Kolbach, Lojk. (Z. B. 6). 

Sagedia Ach. 

365. S. macularisW-ö.\h:, Körb., S. 363, Pg. 354, Stein, Krpt.-Fl. 337 [S. chloro- 

tica Ach.). Auf Granit vom Grossen Kolbach, Lojk. (Ad. 124). 

366. S. abietina Körb., S. 366, Pg. 356, Stein, Krpt.-Fl. 338. Auf Tannen bei 

Rakusz in der Zips, Lojk. (Z. B. 8). 

367. S. lactea Körb., S. 366, Pg. 353, Stein, Krpt.-Fl. 338. Auf Haselsträuchern 

von Modlnica, Lojk. (Fiz. 69). 

368. S. sudetica Körb., S. 365, Pg. 358, Stein, Krpt.-Fl. 339. Auf Moos von 

Babia Gora, Stein, B. 97. 

Verucaria Wigg. 

369. V. Baldensis Mass., Körb., Pg. 359: Auf Kalksteinen von Feigsblösse, Lojk. 

(Ad. 124). 

370. V. calciseda DC, Körb., S. 346 (var. rupestris); Stein, Krpt.-Fl. 326. 

Auf Kalkfelsen gemein, wie: Ojcöw, Maiköw, Tatra, Pieniny, Rhm. ; 
Drei Krohnen und Czorsztyn, Bob. 

371. V. rupestris Schrad., Körb., S. 346, Pg. 364, Stein, Krpt.-Fl. 326. An 

denselben Orten wie die vorhergehende Speeles. 

372. V. fuscoatra Wallr., Körb., S. 341, Pg. 367, Stein, Krpt.-Fl. 322 {Lithoicea 

nigreseens Pers, a. atrofusca). Nach Rhm. in Tatra selten; auf Sand- 
stein von ^egestöw und Kroscienko, vorzüglich auf Kalkstein um 
Krakau und Pieniny, wie Drei Krohnen, Sokolica häufig, Bob. 
var. controversa Mass. Auf Kalkstein von Ojcow und Sandstein von 
^egestöw nach Rhm. und Bob. 

36* 



282 



Ladislaus Boberski. 



373. V. catalepta Schaer., Körb., S. 342, Pg. 368, Stein, Krpt.-Fl. 323. Auf 

Gestein im BiaJkathale, Lojk. (Ad. 125). 

374. F. fuscella Turn., Körb., S. 342, Pg. 370, Stein, Krpt.-Fl. 323 (Lithoicea 

fusc). Nach Ehm. auf Kalkstein in Pieniny (Drei Krohnen, nach Bob.), 
var. glaucina Ach. Auf Sandsteinfelsen in Zegestöw, Khm. ; Muszyna, Bob. 

375. V. hydrella Kbr., S. 344, Pg. 371, Stein, Krpt.-Fl. 325 {Lithoicea chlo- 

rostica Ach.). Auf Kalkstein im Bache Czerna (Ehm.); Koscielisko- 
thal nach Ilse und Fritze (Karp. 479); im Thale des Grossen Kol- 
baches, Lojk. (Z. B. 6). 

376. V. elacina Borr., Körb., S. 345, Pg. 371, Stein, Krpt.-Fl. 324. Auf Steinen 

in den Bächen der Pieninen, Ehm., und Jaworina, Lojk. (Z. B. 8). 

377. V. margacea Whlb., Körb., Pg. 372, Stein, Krpt.-Fl. 325. Auf Granit 

im Bache von Koprowathal, Lojk. (Z. B. 10). 

378. F. Dufourei DC, Körb., S. 346, Pg. 373, Stein, Krpt.-Fl. 326. Nach Ehra. 

auf Kalksteinfelsen der Pieninen, Drei Krohnen und Sokolica, Bob.; 
auf Gtupi Wierch nach Haszl. (Fl. 24); Feigsblösse (Lojk., Ad. 126). 

379. F. concinna Bor., Körb., S. 347, Pg. 374. Auf Kalkstein von Ojcöw 

nach Ehm. 

380. V.limitata Krplh., Körb., Pg. 374. Auf Kalkstein von Feigsblösse, Lojk, 

(Ad. 126). 

381. F. Änziana Garov., Stein, Krpt.-Fl. 326 (F. latehrosa Kbr.). Auf Granit 

im Bache des Grossen Kolbaches, Lojk. (Z. B. 6). 

382. F. laevata Ach., Körb., S. 349. Im Bache Biatka bei Jaworina, Lojk. 

(Ad. 126). 

383. F. muralis Ach., Körb., S. 347, Pg. 378, Stein, Krpt.-Fl. 228. Auf Kalk- 

stein bei Krakau, Lojk. (Fiz. 69); auf Stiernberg und Eothe Lehm, 
Lojk. (Ad. 126); auf Sandsteinfelsen in der Zips nach Haszl. (Fl. 24) 
gemein. 

384. F. papulosa Ach., Körb., S. 350, Pg. 379, Stein, Krpt.-Fl. 328 (F. acro- 

tella Ach.). Auf Sandsteinfelsen oberhalb Eakusz in der Zips, Lojk. 
(Ad. 127). 

Thrombium Wallr. 

385. Th. epigaeum Pers., Körb., Pg. 382, Stein, Krpt.-Fl. 329. Auf der Erde 

in den Wäldern um Zakopane, Ehm. 

Leptorhaphis Kbr. 

386. L. oxypora Nyl., Körb., S. 371, Pg. 384, Stein, Krpt.-Fl. 348. Auf Birken 

bei Szmeks und im Thale des Grossen Kolbach nach Lojk. (Z. B. 6 
und Ad. 127); ein Exemplar fand ich auf einer Birke des Volksgartens 
in Tarnopol, Bob. 

387. L. tremulae Flke., Körb., S. 371, Pg. 384, Stein, Krpt.-Fl. 348. Diese 

bis jetzt nicht angegebene Flechte fand ich, wiewohl selten, auf Po- 
pulus tremula. Die Flechte ist schwer zu erkennen wegen des 



Systematische Uebersicht der Flechten Galiziens. 283 

äusserst dünneu, harzähnlichen, durchscheineudeu Thallus, daher leicht 
zu übersehen. Im Volksgarteu in Tarnopol, Bob. 

Arthopyrenia Mass. 

388. A. inconspicua Lahm., Körb., Pg. 387. Auf Kalkstein von Feigsblösse, 
Lojk. (Ad. 127). 

■"SO. A. rhypontha Ach., Körb./ S. 370, Pg. 394, Stein, Krpt.-Fl. 347. Auf 

jungen Ahornbäumen in Zakopane, Rhm. 
'•'*0. A. lapponica Anzi. Auf Weiden im Koprowathale in Tatra, Lojk. (Ad. 127). 
A. Cerasi Schrad., Körb., S. 369, Stein, Krpt.-Fl. 346. Findet sich recht 
häufig auf jungen Weichselbäumen in Tarnopol, Bob. 

392. A. analepta Ach., Körb., Pg. 393, Stein, Krpt.-Fl. 344. Findet sich mit der 

vorhergenauuten Species auf Weichselbäuraen in Podolien häufig, Bob. 

393. A. grisea Schleich., Körb., S. 369, Stein, Krpt.-Fl. 346. Auf jungen 

Birken in ganz Podolien häufig, Bob. 

II. Eichenes homeomerici Wallr. 
D. Gelatinosi Bernh. 

19. Lecotliecieae. 
Lecothecium Trev. 

394. Lee. corallinoides Hoffm., Körb., Pg. 304, Stein, Krpt.-Fl. 355. Auf 

Kalksteinfelsen bei Krakau, in Tatra und den Pieninen (Rhm.) 
häufig; Drei Krohnen, Bob.; hingegen auf Sandstein von Kroscienko 
selten, Rhm. 

Collolechia Mass. 

395. Col. eaesia Duf., Körb., S. 397, Pg. 403. Nach Lojk. (Z.B. 7) auf Kalk- 

steinfelsen von Feigsblösse. 

JPterygium Nyl. 

396. Pt. eentrifugum Nyl.. Körb., Pg. 405. Auf Skalne Wrota an Kalkstein- 

felsen und Feigsblösse, Lojk. (Ad. 127 und Z. B. 7). 

20. CoUemaceae. 
Collema Hoffm. 

397. Col glaucescens Hoffm., Körb., S. 403, Pg. 413, Stein, Krpt.-Fl. 361 

{Col. limosum Ach.). Nach Haszl. (Fl. 26) in der Zips und am Fusse 
der Tatra gemein; auf feuchter Lehmerde in Przemysl, sowie in Ja- 
nöwka bei Tarnopol schön fruchtend, Bob. 



284 



Ladislaus Boberski. 



398. C. pulposum Bevnh., Körb., S. 404, Pg. 413, Krpt.-Fl. 362. Auf Kalkstein- 

felsen von Ojcöw (nach Filip., Berd., Rhm.; Pieniny, Rhm. auf 
Drei Krohnen und Zegestöw in var. 
nudum Schaer. und granulatum Sw. An beschatteten Felsen, Bob. 

399. C. plicatile Ach., Körb., S. 409, Pg. 415. Nach Haszl. (Fl. 26) auf Kalk- 

stein von Tatra. 

400. C. cristatumL., Körb., S. 408, Pg. 416, Stein, Krpt.-Fl. 363. Auf Eichen 

im Walde von Bielaay bei Krakau nach Lojk. 

401. C. furvum Ach., Körb., S. 406, P. 416, Stein, Krpt.-Fl. 364. Bis jetzt 

nicht erwähnt, findet sich an scbattigeu Orten an Sandsteinen von 
Zegestöw, Bob. 

402. C. polycarpum Schaer., Körb., Pg. 417, S. 409 {C. pol. var. muUifidmn), 

Stein, Krpt.-Fl. 365. Nach Rhm. in den Pieninen nicht selten; sehr 
schöne Exemplare auf Kalksteiufelsen von Czorsztyn, Bob. 

403. a muUifidum Scop., Körb., S. 409, Pg. 417, Stein, Krpt.-Fl. 365. Auf 

Kalksteinfelsen bei Krakau und in den Pieninen gemein (in Czorsztyn, 
Bob.); in Tatra seltener. 
\a.Y. jacoheaefolium Schrank. Nach Filipowicz in Ojcöw und auf Gewont 
nach Ilse und Fritze (Karp. 481). 

404. a granosum Wulf., Körb., S. 407, Pg. 417, Stein, Krpt.-Fl. 364 (C. auri- 

culatum Hoffm.). Auf beschatteten Kalksteinfelsen bei Krakau Czerna. 
Rhm.; in Ojcöw nach Filipowicz; auf Drei Krohnen, Bob.; nach 
Haszl. (Fl. 26) und Lojk. (Z. B. 7) in Tatra. 

Synchohlastus Trevis. 

405. S. flaccidus Ach., Körb., S. 413, Pg. 419, Stein, Krpt.-Fl. 358. Auf Kalk- 

steinfelsen in Ojcöw (Berd., Lisz. 57). 

406. S. Vespertilio Lghtf, Körb., S. 414, Pg. 419. Stein, Krpt.-Fl. 359. Auf 

Ahornbäumen bei Skalne Wrota, Lojk. (Z. B. 7). 

407. S. Laureri Fw., Körb., S. 414, Pg. 421, Stein, Krpt.-Fl. 358. Auf Kalk- 

stein von Tokarnia in Tatra, Haszl. (Fl. 26). 

Leptogium Fr. 

408. L.lacerum kc\i., Körb., S. 417, Pg. 422, Stein, Krpt.-Fl. 366. Auf Kalk- 

stein zwischen Moos in Ojcöw, Tatra, Pieniny (Drei Krohnen, Bob.), 
var. majus Kbr. Nach Filipowicz in Ojcöw. 
pulvinatum Hoffm. Auf Sandstein in Zegestöw, Bob. 

MalloUum Fw. 

409. M. tomentosum Hoffm., Körb., S. 416, Pg. 425, Stein, Krpt.-Fl. 369. In 

Modlnica auf Weiden, Lojk. (Fiz. 68); Skalne Wrota (Lojk., Ad. 128). 
Auf Ahornbäumen in Koscieliskothal nach Rhm. schön fruchtend; ich 
fand blos sterile Formen im Parke von Lublö und auf Fichten der 
Drei Krohnen, Bob. 



Systeraa tische Uebersicht der Flpcliten Guliziens. 



285 



2 1 . Omjphnlarieae. 
Thyrea Mass. 

410. Th. decipienfi 'SliL^s , Körb., Pg. 431, Stein, Krpt.-Fl. 371. Auf Kalkstein- 
felseii von Koscielisko, Rhin. 



Anhang. 



Als Anhang füeen wir diejenigen Flechten forno an hinzu, aus welchen 
Körb er die III. Abtheilung „Lichenes parasitici Krb." gebildet hat, welche die 
neueren Lichenologon dagegen an entsprechender Stelle den eigentlichen FJecliten 
beisetzen, wie dieses aus den citirten Stellen von ß. Stein, Kryptogamen- Flora 
von Sachsen „Die Flechten" leicht zu ersehen ist. 

III. Lichenes parasitici De Not. 
Abrothallus De Not. 

411. A. SmithiiTxxU Körb., S. 415, Pg. 456, Stein, Krpt.-Fl. 211. Auf Cetraria 

pinasfri in Tatra nach Haszl. 

Celidium (Tul.) Kbr. 

412. C. stictarum Tul., Körb., S. 217, Pg. 456, Stein, Krpt.-Fl. 287. Auf Sticta 

pulmonaria von Babia Gora (Stein, B. 96); nach Ilse und Fritze 
(Karp. 490). Auf Muran in Tatra. 

413. C. grumosuniKövh., Pg. 457, Stein, Krpt.-Fl. 288 (C varians D-dw.). Auf 

Lecanora sordida in Tatra, Lojk. (Ad. 72). 

414. a varium Tul., Körb., Pg. 456, Stein, Krpt.-Fl. 288. Auf Thallus von 

Xanthoria parietina in Tarnopol, Bob. 

Karschia Kbr. 

415. K. Sphyridii Stein (B. 96), Stein, Krpt.-Fl. 224. Auf Sphyridium hyss. von 

Babia Gora. 

Zieciographa Mass. 

416. L. Nephromae Stein (Ilse und Fritze, Karp. 480), Stein, Krpt.-Fl. 276. 

Auf Nepkroma laev. im Ko^cieliskothal. 

Xenosphaei'ia Trevis. 

417. X. Engeliana Sant., Körb., Pg. 466, S. 326 {Dacampia Eng.), Stein, 

Krpt.-Fl. 91. Auf Solorina sac. von Babia Gora, Stein (B. 97). 



286 Ladislaus Boberski. Systematische Uebersicht der Flechten Galiziens. 



Tichothecium Fw. 

418. T. pygmaeum Kbr., S. 374, Pg. 467 (Microthelia pyg-), Stein, Krpt.- 

Fl. 351. Anf Ehüocarjjon geogr. in Mienguszowathal in Tatra, Lojk. 
(Z. B. 10). 

419. T. gemmiferum Tayl., Körb., S. 374, Pg. 468 [Microthelia propinqua Kbr.), 

Stein, Krpt.-Fl. 351. Auf Haematomma vent. bei Zabie jezioro nach 
Haszl. (Fl. 25). 

JPharcidia Kbr. 

420. Ph. congestalihv., Pg. 470, Stein, Krpt.-Fl. 353. Nach Haszl. aufXeca- 

nora siihf. intumescens, Hageni u. s. w. in Tatra. 

Rhagadostoma Kbr. 

421. Bli. corrugatum Körh., Pg. 472, Stein, Krpt.-Fl. 90. kui Sdlorina crocea 

gefunden von Hausknecht in Orok, von Ilse und Fritze (Karp. 473) 
bei Zamarzl'e; nach Chaiubinski auf Krywan ; nach Rhm. bei 
Morskie Oko. 



287 



Vier neue PÜaiizenarten Süd-Amerikas. 

Beschrieben von 

Dr. Eduard Fenzl. 

Aus seinem Nachlasse veröffentlicht von Dr. H. W. Reichardt. ^) 

(Vorgelegt von Herrn Dr. A. Pokornyin der Versammlung am 2. Juni 1886.) 



Die Beschreibungen der folgenden neuen Gattung und Arten fanden sich 
im handschrifthcheu Nachlasse des Herrn Hofrathes Dr. Eduard Fenzl so voll- 
endet vor, dass es nur einer ganz geringen Nachhilfe bedurfte, um sie drück- 
fähig zu machen. Obwohl seit der Niederschrift derselben schon ein langer 
Zeitraum (mitunter mehr als zwanzig Jahre) verflossen ist, glaube ich doch die 
vorliegenden Beschreibungen veröfi'entlichen zu sollen, denn sie betreffen neue 
Speeles, welche in mehrfacher Beziehung von Interesse sind. Einen ferneren 
Grund für die Publication der folgenden Beschreibungen bildet der Umstand, 
dass einzelne der aufgeführten Arten, wenn auch nur nominell, in anderen 
Werken erwähnt wurden. 

lacorhea^) Fenzl. Novum genus Borraginearum. 

Calyx tubulosus sinuato quinque-dentatus quinque angularis. Corolla 
hypogyna, hypocrateriformis tuho pervio exappendiculato, Umbi quinquefidi löbis 
svhtus plicato-carinatis ovatis öbtusis. Stamina quinque corollae tuho prope 
basin itiserta inclusa; antherae biloculares sessiles, lineares, acutae, rigidulae, 
longitudinaliter dehiscentes. Discus nullus. 

Germen quadriloculare. 

Ovula in loculis solitaria, supra meditm anguli interni affixa, pendula, 
hemianatropa, micropyle supera. 



^) Diese Abhandlung fand sich druckfertig in dem Nachlasse des nunmehr gleichfalls 
verblichenen Prof. Dr. H. W. Keichardt und wurde der Gesellschaft von Herrn Prof. K ämm er- 
lin g zum Zwecke der Publication freundlichst zur Verfftgung gestellt. Die Redaction. 

*) Nomen ab I^o; glnten, viscinum et pso) fluere; frutex glutine exsudato illinitus. 

Z. Ii. Öea. B. XXXVI. Abb. 37 



288 



Eduard Fenzl. 



Stylus termindlis , brevis; stigma stylo longius, cylindrico-conicum 
acutiusculum , striatum, hasi subincrassata stigmatoso-puherulum caeterum 
glabrum apice minute bifidum, lobulis invicem applicatis, planis obtusiuseulis 
vel obsolete retusis. 

Fructus (probdbiliter drupaceus, dipyrenus, pyrenis bilocularibus, 

in lacunula centrali, jam in germine obvia ad angulum internum indubie 
solubilibus). 

Frutex andinus confoederationis Ärgentinae occidentalis planities altas 
incolitans, ramulis, foliis, inflorescentiis cum calycibus eximie vernicosis, 
inermis, habitu potius Jasmini vel Solanorum quorumdam frutescentium quam 
Ehretiaceorum ; foliis alternis petiolatis oblongis integerrimis, cymis 4 — 1 floris 
terminalibus et axillaribus ebracteatis, floribus albis(?) vel roseis(?). 

Ixorhea Tschudiana Fenzl n. sp. 

Frutex circa 1 m. altus, Jasmini habitu, ramulis cum reliquis partibus 
vernicifluis eximie glutinosus, lucidus ; ramis annotinis 2 mm. et ultra er assis, 
angulatis, epidermide fusca laxiuscula tunicatis, aphyllis, foliorum cicatri- 
cibus turgidulis tuberculatis ; hornotininis sub anthesi digitalibus ac breviorihus, 
his dimidio tenuioribus, rectis ac subflexuosis. Folia alterna, inferior a (3 — 5) 
adjecto petiolo circiter pollicaria, internodiis 3 — 5 mm. longis remota, ramulos 
oligophyllos alentia; superiora internodiis 7 — 14 mm. longis ad invicem remota., 
inflorescentias axillares ferentia cum petiolis (7 — 9 mm. longis) Pji pollicaria, 
mox recurvo-patula ac patentia, oblongo-lanceolata, acuta 7 — 11 mm. lata, 
canaliculata, integerrima, (an nimis) glutine utrinque exsudata ad specimen 
avenia ac in sicco subcoriacea. 

Cymulae ad apicem ramulorum corymboso-confertae , terminales et 
axillares duae, tres, 5 — 3 florae, (inferiores hysteranthae depauperatae ac 
plerumque penitus hebetatae) erectae vel subnutantes, pedunculo 5 — 1 mm. 
longo fultae, ebracteatae. Flores (albi vel rosei?) pedicellis 5—4 mm. longis 
fulti, partim erecti, partim subnutantes. Calyx 7—6 mm. longus ac circiter 
2 mm. latus, tubulosus, basi apiceque parum angustatus, chartaceus, argute 
viridis quinque angulato-striatus, inter nervös membranaceus, apice regulariter 
sinuato-quinquedentatus, dentibus 1 mm. longis, subulatis strictis, intus gla- 
berrimis. CoroUae Jiypocraterimorphae, glabrae, haud illinitae, tubus basi 1, circa 
medium 2 mm. latus, crassiusculus, parte exserta infundibuliformi ampliatus, 
12—9 mm. longus, extus glaberrimus, supra basin antheris inferius scrobiculis 
quinque, limbi lobis oppositis, intrusis notatus, fauce plicis longitudinalibus 
intrusis fere clausus, plicis cum limbi lobis alternis, deorsum usque ad anthe- 
rarum insertionem carinaeforme decurrentibus, pube simplici, recta, adpres- 
siuscula sursum spectante villosis, ad staminum basim in fasciculum villorum 
desinentibus limbus expansus 22 — 18 mm. latus, regulariter plicato-semiquin- 
quefidus, lobis per aestivationem imbricatis, ovatis, obtusis,. basi 5 mm. latis, 
complicatione marginum ad speciem subinde acutis, margine undulato plicatis, 



Vier neue Pflanzenarten Süd-Amerikas. 



289 



caeterum integerrimis, venulis laxe anastomosantibus, basi subtus eximie cari- 
natis, carina valida in tuburn decurrente. Äntherae sessiles 3 mm. supra tubi 
basin insertae, lineares, apicidatae, 2 mm. longae, biloculares, tota longitudine 
dehiscentes. 

Discus germen cingens nullus. Pistillum 7 mm. longum. Germen ovoideo- 
globosum, glaberrimum ultra 2 mm. longum, quadriloculare, carnosum, dis- 
sepimentis ci'assis, ad axim contiguis, vel lacunulam ibidem inter se relinquen- 
tibus, loculis miiovulatis , ovulis oblongis, hemianatropis , loculos omnino 
replentibus, angulo inter no mutua pressione iit phirimum excentrico infra 
loculi apicem funiculo brevissimo insertis, pendulis, micropyle supera, obtusa. 

Stylus germini continuus, tenice filiformis, 2 mm. longus, glaberrimus; 
Stigma stylo subdimidio crassius, cylindrico-conicum, 3—4 mm. longum, 1 mm. 
crassum, angulato-decemstriatum, glabrum, basi stigmatoso-glandulosum, visci- 
duhwi, apice breve bißdum, lobis extus planis, dorso convexis, obsolete striatis, 
invicem firmiter applicatis, obtusis vel subretusis. 

Fructus desideratur. 

Hahitat in Ändibus conf oeder ationis Argentinae occidentalis, ubi inter 
praedium Palo Pintado dictum et pagum El Carmen vocatum loca saxosa 
incolit. Legit celeberrimus Joannes Jacobus de Tschudi.'^) 

Ein Bindeglied zwischen den Cordiaeen und Heliotropeen. Mit den er- 
steren hat Ixorhea gemein den Kelch, die grösseren Blüthen; mit den letzteren 
die Bildung der Corolle, die Form und Insertion der sitzenden Antheren, die 
Beschaffenheit des Griffels und der Narben. Wahrscheinlich vergrössert sich 
der Kelch zur Zeit der Fruchtreife, und in diesem Falle würde Ixorhea unter 
den Cordiaceen zunächst mit Saecellium Humb. et Borpl., unter den Helio- 
tropeen aber mit Tournefortia L., ferner mit Schleidenia Endl. verwandt sein. 

Die anatomischen Verhältnisse der Laubblätter von Ixorhea untersuchte 
Herr Professor Dr. Hubert Leit geh, welcher zur Zeit, als Herr Hofrath Fenzl 
diese Gattung aufstellte, im Musealgebäude des Wiener botanischen Gartens ar- 
beitete. Er theilte Herrn Hofrath Fenzl Folgendes in diesem Gegenstande mit: 

„Das Blatt von Ixorhea ist auf beiden Seiten mit einer dichten zusammen- 
hängenden Visciuschichte überzogen, welche auf der Oberseite durchschnittlich eine 
Dicke von 04 mm. hat, auf der Unterseite sogar etwas mächtiger ist. Wenn man 
das trockene Blatt unter das Mikroskop legt, so bemerkt man, dass einzelne Stellen 
desselben von dieser Visciuschichte frei bleiben und wie Inseln über dieselbe 
hervorragen. Bei veränderter Einstellung des Mikroskopes erkennt man an der 
Spitze dieser Hügel die Spaltöffnungszellen und unter denselben als lichten 
Raum die Athemhöhle, Auch ein Querschnitt durch das trockene Blatt zeigt 
diese Hügel mit den sie krönenden Spaltöffnungszellen, bis zu welchen hinan 
die Visciuschichte reicht; hie und da, wenn der Schnitt besonders dünn war, 
sieht man auch, von der Viscinschicht ganz überdeckt, runde, kopfförmige Zellen 
über die Epidermis emporragen, die sich schon ihrem Inhalte nach als die diese 



Vergl. Tschudi, Reisen dorcli Sürl-Amerilfa, V, p. 33— 35, 



37* 



290 



Eduard Penzl. 



Masse absondernden Drüsen erkennen lassen. Viel klarer werden diese Ver- 
hältnisse, wenn man ein Blatt mehrere Tage in Alkohol oder Aether liegen lässt. 
Doch rauss man sich hüten, das Blatt früher in Wasser aufweichen zu wollen, 
weil sonst die Viscinschicht theilweise erweicht wird, und dann, da die Spalt- 
öftnungshügel einfallen, das ganze Blatt gleichmässig von ihr überzogen wird. 
Die Epidermis besteht aus vielfach gebuchteten Zellen, deren Wände stellen- 
weise knopfförmig verdickt erscheinen. lieber dieselbe erheben sich die knopf- 
förmigen Drüsen und die Spaltöffnungen mit den ihnen zunächst liegenden 
Zellen. Die Drüsen sind kopfförmig ausgebuchtete, über die Blattfläche hervor- 
ragende Zellen und gehören der Epidermis an, deren Zellen um eine Drüse 
herum immer radiär geordnet erscheinen. Sie sind besonders in der Nähe der 
Blattnerven und am Rande des Blattes häufiger; an diesen Stellen ist dann auch 
die Viscinschichte dicker, dafür aber auch der Spaltöffnungskegel grösser." 

„Welche physiologische Bedeutung immer die Viscinschichte für die 
Pflanze haben mag, über die Bedeutung der kegelförmigen Hügel, welche an 
ihrer Spitze die Spaltöffnungszellen tragen, kann man nicht im Zweifel sein. 
Durch sie werden nämlich die Spaltöffnungen vor Verstopfung gesichert und so 
für die Luftcommunication frei erhalten." 

Conanthera variegata Fenzl n. sp. 

Bulbus magnitudine nucis Ävellanae ad illam Juglandis solidus ovoideus 
vel glohosus, aTbiäo-mrescens , floridus extus reticulato-fibrosus , fibris griseo- 
fuscescentihus. 

Caidis pedalis, erectus<, sub-ßexuosus, crassitie fili emporetici, mediocris 
teres, glaber usque ad ortum ramuli inßmi florigeri internodia 6—9, 3 — 5 ctn. 
longa ferens, apice ramose paniculatus cernuus. 

Folia infima 3—5, caulem ad distantiam 4 — 5 cm. arcte vaginantia, 
antJieseos tempore cum reliquis jam dudum emarcida ac laxe convoluta flac- 
cideque reflexa. 

Folia cauUna sursum longitudine decrescentia e basi dilatata vaginanfe 
ad nodum usque ßssa lineari subulata plurima septem,-nervia 5 — 2 cm. longa, 
erecta, demum plus minus recurva, inter ramos in folia bractealia ac brac- 
teolos mere scariosas applieafas convoluto-lineares, acutas pedicellos aequantes 
vel parum superantes transientia. 

Paniculae cernuae, rami 4 — 14 cm. ab invicem remoti, 8 — 2'5 cm. longi, 
raeemiformes, simplicissimi, 3 — 1 flori. 

Flores sub anthesi penduli, pedicellis 4—3 mm. longis, tereti-filiformibus 
continuis, haud articulatis, atrovirentihus gldberrimis suffulti. Alabastra nubila 
perigonium cylindrico-conicum obtusum, primum virescens, serius apice viola- 
ceum, basi viride exhibentia. Flores aperti laciniis externis replicatis odorem 
melleum debilem (ut Erythronium vel Cyclamen) spirantes. Perigonii ad 2/3 
sexfidi post anthesim in cylindrum spiraliter convoluti tubus campanulatus 
7—6 mm. longus, fauce 5 mm. latus, parte adnata atrovirens, reliqua sub- 



Vier iieup Pflanzenarten Süd-Amerikas. 



291 



triplo longiori violacea ac lineis 12 saturatiorihus ut plurimum striatus, intus 
paucioribus latioribus vel maculis intensius coloratis varie confluentibus ele- 
gantissime pictus; Umbi tubo duplo ac plus duplo longioris laciniae externae 
elegantissime replicatae, planae, oblongae, apice rotundatae, ibique subcallose- 
mucronulatae, supra medium 7—5 mm. latae, saturatius laetiusque lilacinae, 
infra medium pallidiores maculisque saturatioribus diversi modo adspersae, 
internae sublongiores horizontaliter suhbronchae forme concavae, ovales, inferiori 
triente cuneato atfenuatae, superiore 9—1 mm. latae, attenuata parte margine 
ciliis albis flexuosis reverso -ciliatae, basi apiceque lilacinae, intermedia parte 
albidae maculis punctisque violaceis plus minusve copiosis sparsis pulcher- 
rime variegatae; omnes septemnerviae , nervis binis externis ex interiorum 
basi ortis. 

Stamina perigonii tubo inclusa ac parum supra basin post anthesin 
circumscisse solutam inserta, libera in conum exactissime convergentia, coeruleo- 
virentia, ßamentis obsoletis. Antherae lineari-subulatae, apice integerrimae, 
sectione transversali trapezoideae, faciebus sulco extus excavatis interna (ven- 
trali) omnium angtistissima, postica latissima, primum quadriloculares, postea 
septis lateralibus septoque mediano versus apicem in fade ventrali delique- 
scente incomplete biloculares, sulco longitudindli poriformi apice dehiscentes. 

Pollinis aurei granula 025 mm. longa, 01 mm. lata, elliptica, laevia, 
hinc sulco exarata, poro nullo instructa. 

Germen subseminiferum, globosum, triloculare, trigastrum, loculis extus 
lineolis luride virentibus vel nigricantibus transverse reticulato-zonatis, dorso 
rotundatis, 6—7 ovulatis. Placenta longitudine anguli interni loculorum 
decurrens carnosula. Ovula loculos complentia oblonga, sessilia vel subses- 
silia, funiculo obsoleto papillaeformi adscendentia, anatropa, raphe angulum 
internum respiciente. 

Habitat in regno Chilensi prope Pancoro, ubi legit amicus Fridericus 
Philippi. Flor et mense Octobri. 

Ab incolis, qui bulbo vescuntur, „Papita del campo'^ nuncupatur. 

Diese Art ist mit Conanthera campanulata Lindl, zunächst verwandt, 
ja vielleicht nichts weiter als eine Varietät derselben mit gescheckten Blumen. 
Wenn ich sie demungeachtet als eine eigene Speeles aufführe, so geschieht 
dies aus dem Grunde, weil mir däucht, dass unter Conanthera campanulata 
(autor. variorum) so Manches unterläuft, was sonst nicht leicht an ein und der- 
selben Art vorzukommen pflegt, und mich glauben lässt, dass zwei oder drei 
nahe verwandte Speeles verwechselt werden. Dahin gehören vor Allem, abgesehen 
von der Blüthenfärbung, die verschiedenen Angaben über die Inflorescenz, die 
Form der einzelnen Peri^,^onialabschnitte, die Beschaffenheit und Färbung der 
Antheren, bezüglich welcher die einzelnen Autoren entweder abweichen, oder 
sich nicht bestimmt genug aussprechen. Ferner zeigt unsere Pflanze so viele 
Aehnlichkeit mit Cumingia trimaculata Don, dass es mir nothwendig schien, 
sie als neue Art aufzustellen. 



292 



Eduard Fenzl. 



Cephaelis Beeriana^) Fenzl n. sp. 
(Sectio Tapogomea.) 

Frutex erectus, strictus, a medio circiter hrachiato- vel frequenti abortu 
alterae gemmarum alterne ramosus, floridus, 1 m. et ultra altus, e caudice 
hypogaeo facile repullulans, praeter stipularum symphysim carinatam ac 
pedunculos glaherrimus. 

Truncus una cum ramis teres, crassitie digiti, corpore medidlari fere 
3 mm, lato instructus, cortice duplo crassiore quam corpore ligneo, carnoso 
laete viridi, inferne atrovirente, lenticellarum linear ium seorsim erumpentium 
copia demum griseo-variegato vestitus, internodiis longitudine variis, 1'5 — 12 cm. 
longis; nodis tumidis, cicatricihus a stipularum lapsu residuis annularibus 
griseis, et foliorum delapsarum basibus relictis oppositis magnis hemisphae- 
ricis notatis. 

Bami crassi, cubitales et breviores, erecto-patuli, rigidi foliorum paribus 
3—5 obsessi. 

Folia breve petiolata, (petiolo teretiusculo crassissimo 9—5 mm. longo) 
in gemma valvatim invicem applicata, omni aetate glaberrima, nitida, satu- 
rate viridia. subtus pallida, primum horizontalia, mox plus minus recurva, 
magnitudine liaud minus quam forma in eadem Stirpe varia, axis cardinalis 
maxima elUptica 16 — 19 cm. longa, medio 8 — 9 cm. circiter lata, ramea magis 
magisque oblonga imoque lanceolata, 22, 13, 5 cm. longa, 7 — 1-3 cm. lata, 
utrinque aequaliter attenuata, quandoque acuminata acuta vel obtusa, inte- 
gerrima vel subrepanda, marginibus haud revolufa vel reflexa, penninervia, 
venis tdrinsecus cardinalibus 7—12; tenuioribus quibusdam interjectis supra 
vix depressis, subtus magis prominentibus inter marginem ad distantiam 

1— 2 mm. arcuatim confluentibus, venulis subtilibiis 2^€llucidis crebris ana- 
stomosantibus. 

Stipulae interpetiolares adpressae, membranaceo - herbaeeae , hyalinae, 
primum pallide virentes, mox marcescentes, per paria usque ad medium vel 
altius in carinam dorsalem alaeformem rectam vel flexuosam pidjescentem con- 
natae, ceterum glabrae, ovatae, vel obovatae, triente vel semibifidae, 9 —20 mm. 
longae, 7 — 11 mm. medio latae, lobis ovatis vel triangulär ibus , acutis vel 
acuminatis, sinu acuto discretis. Inflorescentiae axis cardinalis ac ramorum 
legitime terminales , alterius tamen rami foliigeri suppressione alteriusque 
incremenio p)raecociori frequentissime ad speciem axillares, longe pedunculaiae. 
Fedunciäi folio suo dimidio ac longe lütra breviores, 3—9 cm. longi, teretes, 

2— 3 mm. crassi, strictissimi , erecto patuli, pubescentes, eglandulosi, pube 
minuta, recta, patula concolore. 

Flor es compacte capitato-fasciculati , fascicidis 10—50 floris, involu- 
cratis, magnis, nunc solitariis, nunc binis vel ternis, foliorum pari nunc per- 



Gewidmet Joseph Beer, tais. Rathe, vieljährigem Generalsecretäre der k, k. Gartenbau- 
Gesellschaft, botanischem Schriftsteller, * sowie vorzüglichem Cultivateur von Bromeliaceen, Or- 
chideen und Farnen. 



Vier neue Fflanzenarten Süd-Amerikas. 



293 



fecto, nunc alterius folii suppressione tantum solitario, adjecto stipularum 
pari magno, sacpe laccro suffuUis. 

Involucrum diphyllum, e bracteis J)inis hasi plus minusve coalitis, lote 
ovatis, inaequaliter laceris, lohis integris vel dentiforme incisis extus glabris 
vel pubescentibus, plerumque ciliatis, serius marcescentibus, involucrum pdly- 
phylhim mentientibus, formatum. 

Bracteölae flores interstingentes paucae, majores obovatae, minores 
lanceolatae, calycem superantes, vel eo breviores, integrae, vel lacero-lobatae. 

Flores inodores, nivei, subsessiles. Calycis campanulati sub anthesi 
plus quam semisuperi tubus 15 mm. longiis ac totidem apice latus, limbus 
semiqiiinquefidus, laciniis triangularibus, sinubus rotundatis discretis, aliis 
acutis, aliis obtusis, ciliato-barbatis , ferrugineis , membranaceis , rectis apice 
recurviusculis marcescentibus, in fructu probabiliter deciduis. 

Corolla glaberrima, nitida, in alabastro ellipsoideo-clavata, obtuse tetra- 
pentagona, vertice intruso fornicuUs totidem corniculata, sub anthesi hypo- 
craterimorpha subsemiquinquefida (vel florum singulorum subinde quadrifida) ; 
tubus 7 — 10 mm. longus ac 2 mm. latus, apice parum ampliatusj fauce ad 
insertionem staminum villorum fasciculis antheris brevioribus, in annulum 
conßuentibus clausus; limbi laciniae carnosulae, in alabastro marginibus val- 
vato-reduplicatis apice inflexo subinduplicatae, sublineari-lanceolatae, acutae, 
recurvae, subtus concavae, apice intus posticeque simul apiculo recto, acuto 
vel obtuso cornutae, 2—4 mm. longae, 1—2 mm. latae. 

Stamina fauci inter villum inserta , antheris subsessilibus basi fixis, 
angustissime linearibus 1 — 1'5 mm. longis, dilutissime ochroleucis, recurvius- 
culis, summum faucis marginem attingentibus. 

Germen inferum, sub anthesi subturbinatum, carnosum, 1 mm. longum, 
biloculare, disco epigyno, aequilongo subgloboso carnoso albo medio pervio 
coronatum. Gemmulae in loculis solitariae eosque exactissime replentes, ana- 
tropae e basi dissepimenti adscendentes, oblongae, nucleo nudo, apice loculi 
basin attingentes, sacculo embryonali ante foecundationem subcentrali ovato, 
extremitate micropylem spectante tunc temporis ampliato-rotundata. Stylus 
Simplex exsertus, corollae tubo fere duplo longior, triente bifidus, ramis semi- 
teretibus, linearibus, obtusis, interna fade stigmatosis, plerumque applicati's, 
saepe subtortis. Fructum verosimillime drupaceum nondum vidi. 

Habitat in Brasilia, floruit in caldario horti botanici Vindobonensis 
mense Julio. 

Observatio. Specierum cognitarum nullae proxime affinis, Cephaelidi 
elatae Sw. et C. ruelliaef oliae Cham, et Schi, quodam modo accedens. 

A priori-differt praecipue ramis teretibus, stipulis acute bilobis, eximie 
carinatis ubique pubescentibus , pedunculis folio duplo brevioribus, teretibus, 
pubescentibus, involucri foliis et bracteolis viridibus, membranaceis, calycis den- 
tibus distinctis, corollae laciniis lineari-lanceolatis ; ab altera differt glabritie 
ramorum ac foliorum, fasciculis monocephalis, longius pedunculatis nec sessi- 
libus, et corolla extus glaberrima. 



294 



Eduard Fenzl. Vier neue Pflanzenarten Süd-Amerikas. 



Cephaelis Beeriana ist mit keiner der bekannten Arten besonders nahe 
verwandt; am meisten nähert sie sich noch der Cephaelis elata Sw., sowie der 
G. ruelliaefolia Cham, et Schlecht. 

Von der ersteren unterscheidet sie sich vorzüglich durch die stielrunden 
Aeste, durch die spitz zweilappigen, auffallend gekielten, durchwegs behaarten 
Nebenblätter, durch die stielrunden, behaarten Blüthenstiele, welche halb so 
lang als die Blätter sind, durch die häutigen, grün gefärbten Hüllblätter und 
Bracteen, durch die deutlichen Zähne des Kelches, endlich durch die liueal- 
lanzettlichen Zipfel der Blumenkrone. 

Von der letzteren weicht sie ab durch die unbehaarten Zweige und Blätter, 
durch die länger gestielten, nicht sitzenden Blüthenstände, endlich durch die 
an der Aussenseite unbehaarte Blumenkrone. 

Cereus Baumanni ^) Fenzl ii. sp. 

Gaulis a basi parce ramosus, suberectus, articulatus, viridis, articulis 
semipedalibus — pedalibus, 4 — 5 cm. latis, triangulär ibus, sinuum altero planius- 
culo, duobus reliquis eximie concavis, ala^formi-compressissimis, acutis, arcuato- 
repandis, costis strictis, nec flexuosis. Pulvilli 3—5 cm. remoti, orbiculares, 
convexiusculi, 2 mm. lati, griseo-subtomentosi, squamula triangulari, mucro- 
niformi lignescente, aredla sublongiore fulti, spina centrali solitaria, rigidis- 
sima 2—3 mm. longa, recta patente, quandoque altera superposita duplo- 
triplove minori armati. Flos ad apicem articuli ex sinu anguli erumpens, 
sölitarius, primum erectus, mox subnutans, laevissimus, sub anthesi 27 cm. 
Magnus, tubo limbo plus dimidio breviore, squamis infimis ovatis, reliquis 
oblongo-lanceolatis, Omnibus recurvo-mucronatis ac late purpureo-marginatis 
arctissime imbricatis; calycis foliola 18—22, 12—13 cm. longa, navicularia, 
patula, recurva, flavovirentia. Petala 16—18, calyci aequilonga ac breviora, 
nivea, oblongo-elliptica , setaceo-acuminata , apice recurviusculo carinulata, 
integerrima, superiore triente 4—5 cm. lata, infra medium subparallele an- 
gustata. Stamina ascendentia, corolla quadrante circiter breviora, ochroleuca, 
antheris nonnihil saturatioribus. 

Stylus 4 mm. crassus, declinato-ascendens, albus, stamina vix superans ; 
Stigma 24 fidum, radiis 13 mm. longis, teretiusculis, crassis, incurviuscule 
patulis, viridi-flavis. 

Fructus ignotus. 

Habitat in Brasilia ; floruit in horto botanico Vindabonensi fine Augusti 
1855, evigilat nocte, marcescit hora 9.— 10. matulina proximae diei. Exspirat 
florens odorem melleum debilem (ut Papaver somniferum). Ex horto Mona- 
censi sub nomine Ger ei marginati missus. 

Gleicht in Bezug auf den Stamm beinahe vollständig dem Gereus trian- 
gularis Haw., in Bezug auf die Blüthe dem G. Napoleonis Grab., unterscheidet sich 
aber von beiden vorzüglich durch den einzeln stehenden, geraden centralen Dorn. 



1) Benannt nach ßaumann, einem bekannten tüchtigen Wiener üärtner und vorzüg- 
lichen Züchter von Cacteen. 



295 



Siildener Phytoptoceeidieii. 

Von 

Dr. Friedrich A. W. Thomas 

in Ohrdruf. 

(Vorgelegt in der Versammlung am 2. Juni lS8fi.) 



Das nachfolgende Verzeichniss soll ein Beitrag sein zur Kenntniss der 
geographischen Verbreitung der mitteleuropäischen Phytoptocecidien. Wie der 
Pflanzen- und Thiergeographie durch Localfloreu und -Fauueu Bausteine ge- 
liefert werden, so bedarf deren auch die Kenntniss der Verbreitung dieser Ge- 
bilde, an denen Pflanzen- und Thierwelt zugleich participiren. Bei den Schwie- 
rigkeiten, welche der Erreichung einiger Vollständigkeit entgegenstehen, sind 
Verzeichnisse über Pflauzengallen und speciell über Phytoptocecidien bisher nur 
aus tieferen Eegionen gegeben worden, für die Wiener Gegend von Fr. Low, 
von demselben Verfasser für das Hernsteiner Gebiet (in G. Beck 's kürzlich 
erschienener Fauna von Hernstein in Nieder-Oesterreich), für Halle a/S. von 
V. Sc blechten dal, für Lothringen von Kieffer, für Aberdeen von Trail. 

Für die von mir durchsuchten alpinen Gegenden begnügte ich mich bisher 
in der Hauptsache mit Beschreibung der neuen Cecidien und Angabe neuer 
Fandorte von selteneren (vgl. ausser Arbeiten älteren Datums meine „Beiträge 
zur Kenntniss der in den Alpen vorkommenden Phytoptocecidien", Mittheiluugen 
des botanischen Vereines für Gesammt-Thüringen in: Mittheilungen der Geo- 
graphischen Gesellschaft zu Jena, 1885, IV, p. 16— G4). Ich war von der Un- 
vollständigkeit meiner immer nur bei kurzem, zwei- bis vierwöchigem Somraer- 
aufenthalte gemachten Erfahrungen zu sicher überzeugt, um die Verzeichnisse 
auch nur vorläufig für die Publication abschliessen zu mögen. Wenn dieses 
Bedenken bei den im Verlaufe des Monates Juli 1885 im Ortlergebiet gesam- 
melten Beobachtungen zurücktritt, so liegt der Grund in dem Umstände, dass 
ich wie nie zuvor durch fremde Hilfe in meinen Bemühungen unterstützt wurde. 
Meinem Gefährten, Herrn Dr. Job. Lütkemüller, Primararzt am Wiedener 
Krankenhause zu Wien, der seineu Scharfblick für pathologischen Habitus nach 
erstaunlich rascher Orientirung auf dem ihm neuen Gebiete bereitwillig in den 
Dienst der phytopathologischen Exploration der Umgebung von St. Gertrud 

Z. B. Ges. B. XXXVI. Abh. 38 



296 



Friedrich A. W. Thora 



stellte, spreche ich hiermit auch öffentlich meinen Dank für seine höchst schätz- 
bare Beihilfe aus. Er war bei der Mehrzahl der hier zu registrirenden Beob- 
achtungen betheiligt, und die Bereicherungen, welche diese für die Kenntniss • 
der Cecidien durch Beschreibung neuer Deformationen enthalten, basiren gröss- 
tentheils auf Funden des Herrn Dr. Lütkemüller. 

Aber auch das Gebiet unserer Excursionen hat gegen viele in gleicher 
Meereshöhe gelegene Alpenthäler Vorzüge, welche die relativ grosse Anzahl von 
Phytoptocecidien erklären. Wie in dem an Milbengallen so reichen Oberengadin 
sind es die hochansteigenden Waldungen, welche zahlreichen Nährpflanzen der 
Gallmilben geeignete Vegetationsbedingungen darbieten. In dem an der Ost- 
seite des Ortlers sich hinziehenden Suldenthale (Standquartier St. Gertrud in 
Innersulden, 1845 ra. über dem Meere nach der österreichischen Generalstabs- 
karte) liegt nach Payer die Waldgrenze um 900 Fuss höher als in der Um- 
gebung von Trafoi; ich fand sie an den verschiedenen Abhängen des Sulden- 
thales, 2253 bis 2280 m. hoch. Noe gibt sie zu 2290 m., Payer zu 7400 Wiener 
Fuss, also 2339 m. an. Von den unten aufzuzählenden 67 Phytoptocecidien des 
Suldenthales von denen sich in der Literatur bisher nur sechs erwähnt finden (die 
Nachweise siehe unten), gehört die weit überwiegende Mehrzahl der Waldregion 
an, und nur 5% wurden ausschliesslich oberhalb der Waldgrenze gefunden.^) 

Einer genaueren Durchforschung unterwarf ich nur denjenigen höchst 
gelegenen Theil des Thaies, welcher auf Jul. Payer 's „Originalkarte des Sulden- 
gebietes" (Ergäuzungsheft Nr. 18 zu Petermann 's Geographischen Mitthei- 
lungen, Gotha, 1867) dargestellt ist. Als untere Gebietsgrenze habe ich den 
unweit der Einmündung des Marltthalwassers über den Suldenbach führenden 
Steg angenommen. Aus diesem Terrain, dessen untere Grenze einer Meereshöhe 
von rund 1700 m. entspricht, beobachtete ich 55 Milbengallen, in deren nach- 
folgende Aufzählung ich zwei andere Funde von A. Kern er und M. Eysn als- 
bald eingereiht habe, wodurch die Gesammtzahl für dieses en-gere Gebiet sich 
auf 57 stellt. Von ihnen wurden 39 in einer Meereshöhe zwischen 1700 und 
2200 m. gefunden, 11 oder 12 (falls die von Achillea nana hierher zu zählen 
ist), sowohl unter wie über 2200 m., und 6 oder 7 ausschliesslich in einor Höhe 
von 2200 m. oder mehr. Von diesen sechs letzteren kommen drei noch im Walde 
vor, und es bleiben somit nur die Milbengallen von Achillea moscliata (sowie 
vielleicht die von A. Kern er aufgefundene an A. nana) und diejenigen von 
Moehringia und Salix herbacea als nicht auch in der Waldregion beobachtete übrig. 

Für vollständig halte ich dieses Verzeichniss noch keineswegs. Nicht nur, 
dass die Auffindung einiger weiterer neuer Milbengallen zu hoffen ist; es wurden 
auch bekannte Phytoptocecidien, deren Vorkommen im durchforschten Gebiete 
mit Recht erwartet werden darf (z. B. die Pocken von Sorbus aucuparia, die 
Blattrollungen von Euphorbia und Galium, mehrere Cecidien der glacialen Sa- 
Hees etc.) bisher nicht beobachtet. Auch ist das Vorkommen einiger bisher nur 



1) Bei allen dieaon Zählungen ist das Vorkommen auf verschiedenen Substraten mit der 
Anzahl der letzteren in Rechnung gebracht, weil die Durchführung einer anderen Statistik zur 
Zeit noch an der mangelnden Fixirung der Pliytoptus-^^&c\Q» scheitert. 



Suldener Phyloptocecidieu. 



297 



iu tiefereu Theileii des Thaies gefundener (z. B. an Hieracium) recht wohl 
möglich. Diese am Wege nach Goinagoi im Vorübergehen von Dr. Lütke- 
müller und mir beobachteten 10 Milbengallen, welche aus dem oberen Thale 
nicht bekannt sind, zähle ich weiter unten besonders auf. 

Eingehende Beschreibung' der neuen Objecte, so weit dieselbe erforderlich, 
werde ich später geben. Zur Charakteristik genügen die hier gemachten An- 
gaben. Neue Cecidien sind durch vorgesetztes *, neue Substrate durch * ge- 
kennzeichnet. 

Für die Anordnung wähle ich die alphabetische Reihenfolge der Substrat- 
genera, weil dieselbe von Fr. Low bei seinen ebenso zahlreichen wie gediegenen 
Arbeiten über österreichische Milbengallen, welche in den Verhandl. der k. k. 
zool.-botan. Gesellschaft publicirt wurden, stets benutzt worden ist und somit 
die Vergleichung der Resultate erleichtert wird. Wie in meiner (oben citirten) 
vorjährigen Arbeit füge ich bei den einzelnen Phytoptocecidien meist nur dann 
Litteraturhinweise bei, wenn dieselben zur Ergänzung der v. Schlechtendal- 
schen „üebersicht der bis zur Zeit bekannten mitteleuropäischen Phytoptoceci- 
dien und ihrer Litteratur" (Zeitschr. f. Naturwiss., 1882, Band 55, p. 480—561) 
nöthig sind. 

1. ÄcJiillea moschata Wulfen, weissfilzig deformirte Blüthenknospen und 
Triebspitzen, zwischen Kanzel und oberem Rosimthalboden bei 2400 m., — 
wurde bereits von Pey ritsch am Weg zur Schaubachhütte bei 2300 m. ge- 
sammelt und von Fr. Löw in den Verhandl. der k. k. zool.-botan. Gesellschaft, 
Wien 1878, p. 131, beschrieben. 

2. Ächillea nanciL., gleiche Deformation, von A. Kern er im Suldenthal 
gesammelt; cf. Fr. Löw, dieselben Verhandl., Wien 1885, p. 451. 

*3. Äjuga pyramidalis L. Im Marltthal bei Sulden fand Dr. Lütke- 
müller bei ca. 1900 m. überm Meer eine Anzahl von Exemplaren dieser Pflanze, 
welche von äusserst zahlreichen, schlanken, farblosen Gallmilben förmlich 
wimmelten. Die Mehrzahl dieser Pflanzen hatte einen ausgesprochen chloro- 
tischen Habitus und wich dadurch von den meist durch violette Blüthenstütz- 
blätter ausgezeichneten normalen Exemplaren auffällig ab. Allen von Phytoptus 
bevölkerten Exemplaren war ferner gemein, dass die Blätter an der Stengelbasis 
kleiner waren als an den nicht inficirten Exemplaren. Die Behaarung der Blätter 
war schwankend, ist es aber auch an den normalen Pflanzen, so dass ich im 
Ungewissen bin, ob die hie und da beobachtete Vermehrung nur auf Rechnung 
der Milben zu setzen ist. Bei einigen Exemplaren waren die Blüthenknospen 
gehemmt, noch ganz klein, so dass anzunehmen ist, dass sie sich überhaupt 
nicht mehr öff'neten ; andere ebenfalls von Phytoptus besetzte Exemplare hatten 
bereits normale Früchte. 

Das kürzlich von J. Kleff er (Zeitschr. f. Naturwiss. 1885, p. 580, im 
Druck erschienen Mai 1886) beschriebene neue Phytoptocecidium von Äjuga 
genevensis L. weicht vom Obigen mehrfach ab und hat eine viel hochgradigere 
Missbildung der Blüthenähre, sowie auch BlattrandroUung im Gefolge, welche 

88* 



298 



Friedricli A. W. Thomas, 



hier fehlt. Kieffer's Pflanzen erscheinen stellenweise ganz weiss, aber seiner 
Beschreibung nach durch die dicht wollige Behaarung, während das bleiche 
Aussehen der Suldener Exemplare gerade an den schwächer behaarten Pflanzen 
am deutlichsten ist. In jedem Falle sind erweiterte Beobachtungen nöthig, um 
das Typische am pyramidalis - Cecidium sicher festzustellen. 

4. Älchemilla vulgaris L., faltig zusammengezogene Blätter; cf. meine Bei- 
träge 1. c. 1885, p. 27 ; bei St. Gertrud (auch bei Trafoi). 

5. Älmis viridis DC, pfirsichrothes Erineum der Blattoberseite, zuweilen 
eingesenkt durch Ausstülpung der Laraina nach unten, seltener auf der Blatt- 
unterseite auftretend, aber auch dann noch roth (also ganz in Uebereinstim- 
mung mit dem, was Fr. Low über das Erin. roseum auf Betula in diesen 
Verhandl. 1885, p. 460, sagt). Bei Sulden nicht so verbreitet, wie ich es in an- 
deren Theilen der Alpen fand; Scheibenliöpfe-Abhang 1960 m. (auch an der 
Stilfserjochstrasse bei Trafoi, Dr. L.). Zur Ergänzung und zum Theil Berich- 
tigung der Angaben in des jüngeren v. Schlechtendal „üebersicht" 1. c. 
p. 513 verweise ich 1. auf meine Citate in „Aeltere und neue Beobachtungen" 
etc., Giebel's Zeitschr. f. d. ges. Naturw. 1877, p. 354 (Betula ovata Schrk. ist 
Älnus viridis DC.) ; 2. auf das Vorkommen eines unterseitigen, in Nervenwinkel- 
ausstülpungen stehenden, nicht rothen Erineums an Älnus viridis, Erin. axil- 
lare Fee , das ich oberhalb Hospenthal beobachtete und in „Schweizerische 
Milbengallen" (Bericht St. Gall. naturw. Ges. 1872, p. 351) erwähnt habe. In 
seiner Stellung und Ausbreitung von den Nervenwinkeln aus gleicht dieses Eri- 
neum dem aus der Ebene bekannten, ähnlich gefärbten von Betula puhescens. 
3. Die von mir 1869 in meiner Erstlingsarbeit über Phytoptus ohne Kritik regi- 
strirte Angabe Kirch ner's über ein Cephaloneon 2kVif Älnus viridis ist vielleicht 
Veranlassung gewesen zur Aufnahme dieses Citats in v. Schlechtendal 's 
„Uebers.". Nun kommt aber die in der Knieholzregion heimische Älnus viri- 
dis ausserhalb der Alpen, abgesehen vom Schwarzwald, im Gebiete der K och- 
schen Flora meines Wissens nicht vor. Es ist deshalb mit Sicherheit anzu- 
nehmen, dass Kirchner sein Substrat falsch bestimmte und dass letzteres 
Ä. incana war, umsomehr, als nach Fr. Low (diese Verhandl. 1883, p. 133) 
„beuteiförmige Gallen der Blätter" von Ä. incana sich in Kirchner 's Nach- 
lass fanden. Ich habe an Älnus viridis in den Alpen das obengenannte pfirsich- 
rothe Erineum sehr oft, beuteiförmige Gallen aber an der Grünerle nie gesehen. 
Somit ist in v. Schlechtendal's „Uebers." 1. c. das Cephaloneon zu streichen. 

* 6. Äräbis alpina L., Blätter der grundständigen Rosetten mit dichterer 
Behaarung und aufgekrümmten Blatträndern, aber nicht knopfartig zusammen- 
geschlossen. Dieses Phytoptocecidium^) wurde von Herrn Dr. Lütkemüller 
an einer sehr niedrigen, nämlich nur 2 bis 3V2 cm. hohen Hochalpenform der 
Ä. alpina oberhalb der Schaubachhütte bei 2600 bis 2700 m. Meereshöhe 2) auf- 

^) Karpelles faad ein Acrocecidium einer anderen Arabis- Art bei Wien und beschrieb 
es in Ber. d. naturw. Ver. a. d. k. k. techn. Hochschule in W^ien, VI, 1884, p. 24. 

2) Die Meereshöhe der Schaubachhütte wurde bisher auf Karten, z. B. der von Menrer, 
und in den Reisehandbüchern um ein Beträchtliches zu gross angegeben. 



Snldener Phytoptocecidien. 



299 



gefunden. Während diese Deformation ausscliliesslicli Gallmilben beherbergte, 
fand derselbe Beobachter am MarltbergfuSvS, sowie bei 1950 m. an den Ab- 
hängen der Scheibenköpfe ein zweites Cecidium, das von dem vorigen nach 
Gestalt und Entstehung verschieden ist. Die Triebspitzen der nicht blühenden 
Eosetten und der an der Stengelbasis stehenden Seiteutriebe sind unter starker 
Verkürzung der Blätter zu gut geschlossenen Blättertaschen oder Knöpfchen von 
grüner oder violetter Farbe und 3—6 mm. Durchmesser umgestaltet und von 
fleischrothen Cecidomyiden-Larveu, die ich für die eigentlichen Urheber dieser 
Form des Cecidiums halte, sowie gleichzeitig von Phytoptus bewohnt. Die Blattbasen 
sind lölfelartig ausgeweitet; die so entstandenen Hohlräume bilden die Wohnung 
der Mückenlarven. Der Mittelnerv tritt, ähnlich wie bei der Mückentriebspitzen- 
Deformation von Veronica officinalis u. A., auf der Rückenseite des Blattes stark 
hervor. 

7. Ätragene alpina L., Randrollung der Lamina (cf. meine „Beiträge" 
1885, p. 18), an verschiedenen Stellen des Suldenthales von 1300 m. bis 2075 m., 
die höchsten Fundorte: Schreyerbach und Marltberg, 

8. Bartsia alpina L., revolutive Blattrandrollung, bisher nur aus der 
Schweiz bekannt (vgl. meine „Beiträge" 1885, p. 48), bei Sulden am Kuhberg 
(2305 m. und tiefer) und im Schreyerbachthal (2180 m.). An einigen Exemplaren 
von letzterem Standort fanden sich ausser den Gallmilben noch in den durch 
Aufrichtung der äusseren Blätter mehr geschlossenen und oft zum Theile ^chon 
geschwärzten Triebspitzen Cecidomyiden-Larven vor, bis zu zwölf in einer 
Triebspitze. Dieselben halten sich vorzugsweise in der oberseitigen Mittelrinne 
der basalen Blatthälfte auf. Dieses meines Wissens neue Vorkommen ist ein 
weiteres Beispiel für das Zusammenleben der zweierlei Cecidozoen und ganz 
ähnlich dem von Veronica Chamaedrys bekannten. 

9. Bellidiastrum Michelii Gass., Blattrollung. In Sulden nicht häufig: 
St. Gertrud, Kuhberg, hier auch au kräftig entwickelten, blühenden Exemplaren. 
Die Meereshöhen liegen zwischen den von mir in den „Beiträgen" 1885, p. 38 
angegebenen Grenzen. 

*10. Biscutella laevigata L. Die Blätter, hauptsächlich diejenigen der 
grundständigen Rosette, haben unregelraässig wellig verbogene oder aufwärts 
eingebogene, oder sogar oberseits zusammenneigeude Ränder und sind noch 
ausserdem unregelmässig verkrümmt, sowie zugleich stärker behaart als die nor- 
malen. Dieses neue Phytoptocecidium wurde von Dr. Lütkemüller bei circa 
1850 m. am Fusse des Marltberges aufgefunden. Das Parenchym der deformirten 
Blätter besteht aus fast isodiametrischen Zellen. Sowohl die typische Ausbildung 
des Palissadenparenchyms, wie die der Intercellularräume unterbleibt. Die defor- 
mirten Blätter sind in Folge dessen von geringerer Dicke als die normalen. Die 
Haare sind wie die normalen lang, starr, spitz, einzellig. Sie stehen aber nicht 
rasenartig dicht wie bei den eigentlichen Erineum-Bildungen. 

*11. Campanula Scheuchzeri Vill, Rollung und vermehrte (bis filzige) 
Behaarung der Blätter. Die Deform